Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Ich bräuchte mal eure Expertise, ob folgender Fall wirklich so ungünstig ist, wie ich annehme:

Die Großeltern haben zusammen für ihre Enkelkinder einen Sparplan am laufen. Dieser ist vor einigen Monaten auf die Kinder überschrieben worden und wird nun durch mich verwaltet. Soweit so gut. (Bin ich sehr dankbar für, nicht falsch verstehen.)

Jetzt habe ich vor einigen Tagen mir das Konstrukt das erste mal angeschaut, was der nette Herr von der Sparkasse empfohlen hat.
Es werden bespart vier Produkte, jeweils mit einem niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat:
  1. https://www.deka.de/privatkunden-legacy/fondsprofil?id=DE000DK2CFR7&fl=1 (Kosten: 1,43% pro Jahr)
  2. https://www.deka.de/privatkunden/fondsprofil?id=LU0703710904 (Kosten: 1,74% pro Jahr)
  3. https://www.deka.de/privatkunden-legacy/fondsprofil?id=LU1508359509&fl=1 (Kosten: 1,73% pro Jahr)
  4. https://www.deka.de/privatkunden/fondsprofil?id=DE000DK2J8Q5 (Kosten: 2,69% pro Jahr)
Das ergibt doch hinten und vorne keinen Sinn oder? Argument für diese Struktur ist "Sicherheit, möglichst breite Streuung".
Ich kann durchaus verstehen, dass man nicht alles in einen ETF steckt, wenn man ggfalls ein relativ fixes Entnahmedatum hat (Ausbildungsaufnahme/Studium o.ä.), aber dann kann man doch aufteilen in ETF und meinetwegen Staatsanleihen oder sowas.
Aber vier Produkte mit hohen Kosten und schlechter Performance zu besparen ergibt doch keinen Sinn.

Habe ich da einen Denkfehler oder ist das ein Paradebeispiel für die Beratung durch Banken, die in erster Linie ein Verkauf ist und primär das Wohl der Bank im Blick hat?
 
H1ldegunst schrieb:
ist das ein Paradebeispiel für die Beratung durch Banken, die in erster Linie ein Verkauf ist und primär das Wohl der Bank im Blick hat?

Das! Ganz schnell umschichten in MSCI World/FTSE All World/o.ä.
 
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Na ja, da hat jemand ausschließlich die eigenen Produkte verkauft. Die Verteilung ist an sich nicht sooo schlecht, wobei die genauen Anteile fehlen, aber heute würde ich das mit dem längeren Horizont auch über kostengünstige ETFs realisieren.
 
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@H1ldegunst
Deka ist halt Sparkasse, aber das kam sicher mit persönlicher Beratung vor Ort, Geld ging schon beim Ausgabeaufschlag verloren.
Andererseits, allein den TER zu vergleichen, ist auch nicht die ganze Wahrheit.
Die Fonds sich sicher besser als der Tagesgeldzins bei der Sparkasse.
Meine Mutter hatte sowas auch und es wurde mehr, sie wahr zufrieden, ging dann und wann in ihre Filiale.

Wenn Du das jetzt verwaltest, kannst Du jetzt rausgehen und was "moderneres" finden.
Musste mal durchrechnen, auch wegen ggf. anfallender Steuer usw.
 
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MrAM schrieb:
Ganz schnell umschichten in MSCI World/FTSE All World/o.ä.
Ja, sowas in die Richtung war auch mein Plan. Ggfalls verkaufen und in den bestehenden Vanguard FTSE All World packen.
Vigilant schrieb:
Die Verteilung ist an sich nicht sooo schlecht, wobei die genauen Anteile fehlen,
Die Verteilung ist genau 25% pro Produkt.

klampf schrieb:
aber das kam sicher mit persönlicher Beratung vor Ort,
Na klar, die war auch sehr nett und professionell ;) Man ist ja schließlich schon viele Jahre Kunde bei diesem Unternehmen.
klampf schrieb:
Meine Mutter hatte sowas auch und es wurde mehr, sie wahr zufrieden, ging dann und wann in ihre Filiale.
Aber das Problem ist doch, dass die Kosten die Rendite komplett zerstören oder? Wenn ich 4 Produkte habe gegenüber den Gesamtbetrag in ein Produkt zu stecken.
Und die Inflation kommt ja auch noch dazu. Wenigstens die will ich doch schlagen für ein gutes Gefühl oder?
 
Vor ETF war halt Fonds. Heute sind ETF die günstigere Variante und häufig auch gleich gut (oder schlecht, je nach Konjunkturphase). Von daher ist es ein Rechenspiel über die Laufzeit. Was kosten Ausgabeaufschläge und Gebühren über die restliche Zeit im Vergleich zur zusätzlichen Kapitalertragssteuer bei Verkauf und Umschichtung? Letzteres ist vermutlich immer noch günstiger und erlaubt zusätzlich auch ein Rebalancing. Wobei in einer Verlustphase eh keine Steuer fällig wäre, bzw. eine Verrechnung erlauben würde.
 
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Nazrael schrieb:
Ein Notgroschen ist Geld, das ich ohne Kursrisiko und ohne Verkaufsprozess sofort nutzen kann.
Für sowas habe ich eine Kreditkarte, da kann ich notfalls über das mehrfache meines Netto verfügen
 
H1ldegunst schrieb:
Habe ich da einen Denkfehler oder ist das ein Paradebeispiel für die Beratung durch Banken, die in erster Linie ein Verkauf ist und primär das Wohl der Bank im Blick hat?
Das kommt ungefähr hin. Die Gebühren sind bei aktiv gemanagten Fonds wie diesem zwar durchaus üblich, aber gerade bei kleinen Sparraten stehen sie oft in keinem vernünftigen Verhältnis. Vor allem moderne ETFs sind hier meist deutlich attraktiver, weil sie in der Regel niedrigere laufende Kosten haben und die monatliche Ausführung oft sogar kostenlos ist.

Gerade bei defensiver ausgerichteten Fonds fallen Gebühren besonders ins Gewicht, weil die erwartete Rendite meist ohnehin niedriger ist. Wer klassische aktive Fonds wählt, nimmt die höheren Kosten bewusst in Kauf und hofft im Gegenzug auf einen Mehrwert durch das Fondsmanagement. Wirklich interessanter werden aktive Fonds eher bei größeren Anlagesummen, weil dann unter Umständen günstigere Anteilsklassen möglich sind. Eine feste Schwelle, ab der sie sich automatisch lohnen, gibt es zwar nicht, aber da blicken wir grob schon in den Horizont von sechstelligen Beträgen.

Ansonsten ist dein Gedankengang absolut richtig: Es gibt heute deutlich kostengünstigere Sparprodukte, die nach dem Prinzip „Pay & Forget“ sehr gut funktionieren können.
Ergänzung ()

Micha- schrieb:
Für sowas habe ich eine Kreditkarte, da kann ich notfalls über das mehrfache meines Netto verfügen
Da haben wir letztlich einfach eine andere Sicherheitsphilosophie. Für mich sollte ein Notgroschen immer aus vorhandenem Vermögen kommen und nicht über einen Kredit gelöst werden. Ich persönlich empfinde es nicht als Sicherheit, Notfälle durch zusätzliche Verbindlichkeiten abzufangen. Was am Ende besser oder richtiger ist, hängt aber stark von der persönlichen Situation, Lebensrealität und den eigenen Erfahrungen ab.
 
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Ich kann mir halt nicht vorstellen was so dringend ist, daß ich nicht 3-4 Tage warten kann bis die Summe auf dem Girokonto eingegangen ist
 
@Micha- völlig richtig, leider weiss ich jetzt nicht wirklich auf was du hinaus möchtest, denn auch ich kenne Abseits des Notgroschens nichts was 3-4 Tage, nicht warten könnte.
 
Darauf :

Nazrael schrieb:
Ein Notgroschen ist Geld, das ich ohne Kursrisiko und ohne Verkaufsprozess sofort nutzen kann. Deshalb kommen für mich nur Girokonto und echtes Tagesgeld bei meiner Hausbank infrage.
Für mich ist auch ein Geldmarkt ETF ein Notgroschen für den Notfall, weil ich da schnell genug ran komme
 
@Micha- okay, dann habe ich mich wohl nicht gut klar genug ausgedrückt. Für mich ist ein ETF kein Notgroschen, weil er erst über einen Verkaufsprozess liquidiert werden muss und dabei zusätzlich ein Kursrisiko besteht. Meine ETFs und Aktien sind so geplant, dass ich sie voraussichtlich erst in etwa 25 Jahren anfassen werde, wenn das Rentenalter langsam in Sicht kommt. Da haben wir, wie gesagt, einfach eine unterschiedliche Sicherheitsphilosophie, wobei da jetzt keine von besser oder schlechter ist, sondern eine unterschiedliche Anforderung der persönliche Bedürfnisse darstellt.
 
Ein Geldmarkt ETF bewegt sich am Tag mal um 0,01%. Da gibt es kein ernsthaftes Risiko. Ein DBX0AN ist auch zum kurzfristigen anlegen geeignet. Mich nervt dabei nur, dass ich die Steuern immer mit denken muss. Beim TG sind sie ja schon abgezogen.
 
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