Zehkul schrieb:Und natürlich das herrliche WataMote Opening
Ey, wenn ich euch nicht hätte, wäre die ganze Musik an mir vorbei gegangen.
Edit:
Um einen Doppelpost zu vermeiden, schreib' ich's einfach hier mit rein.
Ich habe gerade einen schönen Manga gelesen. Sein Name ist Otoyomegatari.
Worum geht es da? Im Grunde ist es eine Art Historie über die Traditionen und Kultur von zentralasiatischen Stämmen an der Seidenstraße um 1900. Erzählt wird das tägliche Leben von ein paar jungen Leuten, die gerade geheiratet haben oder es noch werden. Am ehesten entspricht es dem Genre Slice of Life mit ein paar wenigen romantischen Einlagen und jetzt bei den neueren Kapitel vllt. auch etwas Action (ich weiß aber noch nicht, ob da wirklich noch etwas daraus wird).
Ich glaube die Zielgruppe sind Frauen, aber wen juckt das schon?
Klingt erst mal boring, oder? Ist es aber nicht. Zumindest nicht für mich. Denn man lernt etwas! Hier wird ganz deutlich Wert auf die andersartige Kultur gelegt, die zuweilen in unseren Augen echt merkwürdig wirkt. Teile davon werden detailreich gezeigt: Von der Hochzeitszeremonie (und das ganze Tamtam drumherum), über die Art und Weise wie man ein Schaf schlachtet bis hin zum Wert der Frau. Die hatte in der Zeit nämlich nicht viel zu sagen. Ok, letzteres wird deutlich abgeschwächt dargestellt, schließlich sieht es heute keiner gern, wenn Frauen vom Mann wie Sklaven behandelt werden. Interessant ist auch, über was zB zwei Familien reden, wenn die Mitgift ausgehandelt wird. Hier wird zwar auch die Handbremse angezogen und das Ganze durch die überdrehten Familienoberhäuptern etwas ins Lächerliche gezogen, mir hat es aber trotzdem gefallen.
Gefallen hat mir auch der Zeichenstil. Die Mangaka bzw. ihr Team macht sich da echt Mühe. So was sieht man selten. Der Stil ist klar und realistisch und das Dargestellte vermutlich auch akkurat (zB Webmuster in der Kleidung usw.). Das zweitbeste ist, dass auch das gezeichnet wird, worum sich andere Mangaka normalerweise drücken, weil das zu viel Aufwand ist. Stichwort einfarbiger, musterloser Teppich - so was gibt's in diesem Manga nicht. Einfach mal das Bild anschauen, dann versteht ihr schon.
Die Charaktere werden ihrer Rolle gerecht dargestellt. Das klingt vielleicht erst mal blöd ("Er hat die gestellten Aufgaben im Rahmen seiner Möglichkeiten bewältigt" => "Er kann nix."), trifft aber zu. Der Mann ist der Chef im Haus und spurt das Mädel nicht, gibt's was auf die Birne. Des Weiteren ist jeder etwas eigen. Die Eine wird rastlos, wenn sie in Sorge ist. Die Andere ist erst streng, heult dann aber und zeigt so, dass sie doch ein weiches Herz hat. Ich mein', in vielen anderen Mangas sind die Darsteller ziemlich austauschbar, weil irgendwie immer dieselben Stereotypen gezeigt werden. Hier ist das anders. Klar, hier dreht auch der eine oder andere mal am Rad, aber es ist auf angemessenen Niveau. Und es gibt keine Hohlköppe, dafür gibt es grundsätzlich von mir 10 Pluspunkte.
Nur schade, dass es bisher nur 31 Kapitel gibt.
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