cooling down schrieb:
Mit Mathe und Physik hab ich kein Problem. Genau das reizt mich ja an diesem Beruf!
Kleiner Ausschnitt aus Bauing. -> Mathe (2. Sem.):
- Taylorentwicklung
- Extremwerte von Funktionen mit mehreren Veränderlichen
- Extremwerte mit Nebenbedingungen
- Lineares Ausgleichen
- Kurven im R(n)
- Exakte DGL. (mit integrierendem Faktor)
- Mehrfachintegrale
- Beliebige Integrationsbereiche
- Koordinatentransformation
- Fourierreihen
Je nachdem, wie intensiv man Mathe in der Schule genossen hat, waren die Aufgaben schwerer oder leichter zu bewältigen. Aber trotz Matheleistungskurs sind mehr als 50% im Vordiplom an Mathe gescheitert (was auch Sinn der Sache war, um einen nicht-beschränkten Studiengang auf ein gesundes Maß an Studierenden zu schrumpfen).
Und kaum war das Vordiplom nach 3 Semestern vorbei, ward auch Mathe in diesem Ausmaß nicht mehr gesehen. Wer Mathe und Physik liebt, sollte Mathe studieren. Bauingenieurwesen hat damit so gut wie nichts zu tun (außer du bezeichnest stupides Formelanwenden als reizvolle Mathematik).
... das Verwirklichen von Ideen im Bau schon immer interessiert hat ...
Ideale sind etwas Schönes ... die Realität sieht bedeutend anders aus.
So, wie du dich anhörst, hast du gar keine Verbindungen in die Baubranche - schon ein Praktikum gemacht? Ich glaube, es sind immer noch 3 Monate vorgeschrieben (die man bis zum Vordipolm absolvieren muß, je nach Uni).
Wenn du deine Ideen verwirklichen willst (im großen Stil), dann mußt du Architekt werden - aber diesen Studiengang würde ich mir an deiner Stelle genauestens ansehen, denn dort ist eine "künstlerische" Ader gefragt, die mich endgültig Bauingenieurwesen studieren ließ.
Mein Tip für das Studium (wenn du dich dazu entschieden hast):
Ab dem Vordiplom so häufig wie möglich langfristige Praktika in (verschiedenen) Baufirmen und Ingenieurbüros machen - die Jobs sind vielleicht schlechter bezahlt als Pizzabote, aber du brauchst den Kontakt in die Wirtschaft - und die Erfahrung, was wirklich wichtig ist in diesem Berufsfeld. Forme so schnell wie möglich (spätestens bis zum Abschluß des Hauptstudiums und dem Anfang der Vertiefung) dein endgültiges Berufsfeld (Forschung im universitären Bereich, Hochbau, Tiefbau, Statik oder übergreifende Sonderbereiche wie Sanierung oder Bauphysik) und konzentriere deine Anstrengungen darauf. Es verkürzt deine Studienzeit, zielstrebiges Arbeiten ist einfacher und der Einstieg ins Berufsleben kann leichter sein.
Zum Thema Baubranche an sich und Bauingenieurwesen im Speziellen: Dieses Arbeitsfeld ist geprägt von extremen Termin- und Zeitdruck, Organisationsmangel und "Finanz"-problemen. Wer gerne Feuerwehr spielt, jeden Tag unnötige Probleme lösen und sich mit der mangelhaften Zahlungsmoral vieler Bauherren herumschlagen möchte, ist hier genau richtig. Improvisation und schnelle Auffassungsgabe sind meist wichtiger als eine gute Note in irgendeinem Studienfach.