Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Nur 1 Satz, wer denkt es gehe darum dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen in Verbindung mit einem BGE, der hat es leider nicht verstanden. Ein BGE sichert praktisch die Existenz, das hat nichts mit dem Staat auf der Tasche liegen zu tun.
Du bist Mensch und hast Grundbedürfnisse a-z diese deckt das ab. Inwiefern was finazierbar ist oder nicht, oder was man noch alles an sozialen Zusatzleistungen benötigt, das ist wieder eine andere Frage.
 
Zwenner schrieb:
...
Würde mir mein Chef das Gehalt um X€ kürzen und dann meinen: "Geh doch zum Jobcenter..." - würde er am selben Tag meine Kündigung erhalten.
...
Dir ist klar, dass du dir damit eine Arbeitslosengeldsperre einhandelst? Einfach zumutbare Arbeit ablehnen, also wirklich .... Tja, mit BGE dürftest du das.
 
Wenn ich dich richtig verstehe, ist es okay dass die Arbeitslosigkeit mit dem BGE steigt?!? Daraus folgt, dass die Zahler noch stärker belastet werden müssen, weil Arbeitslose nunmal kein Beitrag zum BGE leisten können.

Mit dem BGE wird versucht Symtome zu lindern und es werden die Ursachen ignoriert.

Was spricht gegen x%-Aufschlag auf Tarifgehalt bei Zeitarbeitern? Dies lässt sich doch schneller und einfacher umsetzen als ein BGE ...
 
welchen sinn hat denn arbeit, wenn das geld nach der zahl deiner kinder bemessen wird? versuch beim bge ma gegen 7 kinder anzuarbeiten ;)
wer singel is is der neue bodensatz der bge-gesellschaft, egal wie viel und schwer er arbeitet. wird das geld neu verteilt, werden automatisch auch die prioritäten neu geordnet.
 
@ killy

Wäre der Gesellschaft mehr geholfen gewesen, wenn der reelle Erfinder des Luftwärmetauschers, der Basis jedes Passivhauses ist, zu Minijobs gezwungen worden wäre und dann nie die Muße für zehn jahre Tüftelei besessen und niemals den Luftwärmetauscher erfunden hätte? Arbeitslosigkeit ist ein absolut schwachsinniges Maß. es geht darum, wann eine Gesellschaft mehr Werte schafft und nicht darum, ob alle mit irgendwas, das im zweifelsfall unnötig ist, beschäftigt werden, nur damit niemand neidisch auf jemanden ist, der grad nichts zu tun hat.
 
wie kommst du darauf, dass er sich nach feierabend keine gedanken darüber gemacht hätte? vllt hätte er bei seiner arbeit ja noch gute ideen gehabt, auf die er jetzt nicht gekommen ist. vllt durch austausch mit seinen kollegen?
und hätte er es auch erfunden, wenn er seinen eigenen müll entsorgen müsste und seine eigenen toilettenabflüsse reinigen und andere drecksarbeiten weil die ihm niemand mehr abnimmt? vllt wäre er damit ja viel zu beschäftigt gewesen oder hätte dann statt dessen was völlig anderes gemacht...
weil einer unter millionen was tolles erfunden hat willst du damit massenarbeitslosigkeit rechtfertigen und sagen dass das der verdienst von arbeitslosigkeit war?
n bisschen weit hergeholt, findest du nicht?
 
MountWalker schrieb:
Dir ist klar, dass du dir damit eine Arbeitslosengeldsperre einhandelst? Einfach zumutbare Arbeit ablehnen, also wirklich .... Tja, mit BGE dürftest du das.
Was geht bei dir? Dir ist klar, dass ich beispielhaft - drei Monate problemlos (finanziell) überbrücken kann, dir ist klar: Das ich aus meinem Nebengewerbe ein richtiges machen könnte und mir darüber bewusst bin, dass ich nicht lange arbeitslos sein werde? Dir ist klar, dass es auch die Möglichkeiten eines Quereinstieges gibt, ich müsste ja nicht mal in meinem Beruf arbeiten.

Aber du hast das vollkommen richtig erkannt, ich gehöre zu den Menschen die zumutbare Arbeit für einen Hungerlohn ablehnen werden, das ist sehr richtig. Das begründet sich mit dem Umstand, dass ich keinesfalls die Lohndrücker-Kolonnen und oder Unternehmen in Form eines Bettelordens unterstützen werde.

Und meine Argumentation bezog sich allein auf meine derzeitige Situation. Ich weiß das mein Chef mir nicht massiv das Gehalt kürzen muss. Wenn er es machen würde (würde er nicht) und mit: "Geh zum Amt" argumentiert, bin ich schneller weg als er Kündigung buchstabieren kann und das weiß er auch. Und da mein Chef genau wie ich gegen Hungerlöhne sind, fahren wir einen sehr verständlichen gemeinsamen Konsens.

Wenn du zu den Menschen gehörst die gerne für 2,50€ arbeiten gehen, bitteschön. Ich nicht.

Und mal noch was zum Thema: Zumutbare Arbeit ablehnen.
Weiß du was bei uns passiert, wenn uns ein Auftraggeber extrem drücken will? Dann wird diese zumutbare Arbeit abgelehnt und der Auftraggeber kann sich dann Affen suchen, die seine zu vernichtende Arbeit für ein paar Bananen erledigt, wir machen das nicht. Das ist zum einen unwirtschaftlich und macht konsequent durchgeführt das Geschäft kaputt. Von Bananenpflückern lassen wir uns weitestgehend den Markt nicht zerstören, wäre auch ein bisschen selbstmörderisch als GF mit sozialer Kompetenz und dem richtigem Maß.
 
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Ich kenne den Erfinder zwar nicht, aber war er wirklich arbeitslos? Oder nicht doch selbstständig als Erfinder? Evtl. war er ja auch angestellt bei einer Firma ...

Du hast auch die Punkte nicht verstanden oder ignoriert. Mir geht es darum, dass das BGE Niemanden hilft. Besser ist es, wenn Arbeit auch vernünftig bezahlt wird. Zudem die Einführung von BGE wirklich sehr unwahrscheinlich ist ... es bleibt eine Traumwelt die keinem hilft. Die Entlohnung von Zeitarbeitern aber an Tarifgehälter zu verknüpfen und auf die Zeitarbeit noch ein Aufschlag zu rechnen ist doch da viel reeler. Somit wäre dann auch der Zweck der Zeitarbeit auch wirklich erfüllt. In Spitzenzeiten wird zusätzlich Arbeitskraft eingestellt und für das höhere Risiko der Arbeitslosigkeit gibt es für Zeitarbeiter den Aufschlag zum Tarifgehalt. (ist aus meiner Sicht auch besser als ein Mindestlohn der nicht zwischen Qualifizierungen differenziert)
 
_killy_ schrieb:
... Oder nicht doch selbstständig als Erfinder?...
90er Jahre Arbeitslosenhilfe ohne Arbeitszwang - das Beispiel wurde zu Beginn der BGE-Debatte in vielen TV-Sendungen zum Thema genannt.

@ Lübke

Wir beide glauben unterschiedliche Dinge über den Menschen. Ich glaube nicht, dass ein Mensch tatsächlich interessenlos ist, du glaubst, dass die Mehrheit der Menschen zum Interesse gezwungen oder mit Geldbeutel beworben werden muss - ich glaube das nicht. Ich glaube, dass kaum einen Langzeitarbeitslosen "Bier und RTL2" nicht zu langweilig wäre und dass die meisten voin denen, die trotzem nichts tun, deshalb nichts tun, weil sie glauben, dass es sowieso von der Gesellschaft als wertlos bestempelt würde. Wir beide, ich nicht, aber auch du nicht, haben keine validen empirischen Daten dazu. Insofern haben wir eine Meinungsverschiedenheit, die unmöglich gelöst werden kann.
 
ich glaube keines wegs dass ein mensch interessenlos ist, ich glaube das ein mensch eigene interessen hat. kein mensch steht aus hobby am fließband oder macht aus hobby bahnhofsklos sauber. oder glaubst du, dass solche notwendigen arbeiten unentgeltlich nur aus spass an der freude von ausreichend menschen gemacht werden? ohne bezahlung?
ich bezweifle nicht, dass sich menschen selbst beschäftigen können, ich bezweifle aber, dass sich all die notwendigen arbeiten, insbesondere die unangenehmen in ausreichendem maße erledigt werden würden, wenn keiner dafür zuständig wäre und sich diese arbeit für die arbeitnehmer nicht finanziell auszahlen würde. das ist der springende punkt.
 
@Lübke

Ich finde deine Einstellung dahingehend realistisch und teile sie.
Die Menschen habe eigene Interessen und aus/als Hobby gehen wohl die wenigsten arbeiten.
Und ich finde du zeigst einen wichtigen Punkt auf, die unerwünschten Arbeitsplätze.
Es gibt eben Tätigkeiten, da benötigt man keine großartige Qualifikation fürs Ausführen.
Dennoch müssen diverse Tätigkeiten erledigt werden, dafür benötigt man Personal.


Wir haben zum Beispiel auch eine Putzfrau im UN.
Eventuell gibt es ja auch Menschen (AN) die Putzen als Arbeit - ich sag mal... in Ordnung finden. Ich bin der Auffassung das zum Beispiel auch solch eine Tätigkeitsfeld benötigt wird und man auch hier anständig bezahlen sollte. Ansonsten kann ich jede Arbeit und Qualifikation so herunterbrechen, dass ich den Lohn auf ein Minimum reduzieren könnte.

Ich bin daher für eine Lohnuntergrenze unabhängig von der Qualifikation. Diese gibt es ja eigentlich schon seit Einführung der Tarifverträge in der Leiharbeit. Ein weitere wichtiger Punkt, gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Kann ja wohl nicht sein, dass jemand für das Anschrauben der rechten Autotür 3000€ Brutto bekommt und der der die linke Autotür anschraubt 1400€ Brutto. Da brauche ich auch nicht mehr mit geringqualifiziert oder anderen Herausredungen argumentieren. Entweder er schraubt die linke Autotür so gut an, wie der der die rechte dran bastelt oder nicht.

Eine bessere Bezahlung aufgrund von Zusatzqualifikationen oder Berufserfahrung ist eine andere Geschichte aber nicht das Drücken des Einstiegslohnes. Mir als AG wäre es egal ob der der für die linke Autotür verantwortlich ist: Fleischer, Bäcker, Tischler oder eine (nach Papier) Hilfskraft ist. Er muss seine Arbeit machen, sprich die Tür fach-richtig und wohl möglichst zügig anbringen. Wenn er diese Aufgabe erfüllt, wird er so bezahlt - wie der der rechts steht. Kann ich das als AG nicht bezahlen, muss ich eventuell Positionen weit oberhalb vom Fließband anders besetzen... kann ich mich nicht gegenüber der Aktionäre durchsetzten, sollte ich mich politisch so Engagieren, dass eine angemessene, bessere Bezahlung vorgeschrieben (am besten vom Gesetzgeber) wird.

Wenn bei uns der Laden brummt, brauchen wir auch zusätzliches Personal. Hier bekommt dann keiner unter 10€/h (meist ist es ein 10er) auch kein Student, wir wollen uns nämlich nicht lächerlich machen. Das ist aber wohl eine Einstellungsfrage...
 
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Das ist doch alles uralter Käse und wurde schon vor drei, vier Jahren in eder TV-Sedung zum BGE gesagt: Ja, es gibt arbeiten, die die Leute selten machen, weil sie diese so toll finden und da muss man sich eben fragen, ob man nicht gerade diese höher bezahlen müsste, als die Selbstverwirklichung eines guten Managers, weil es eben irgendwo ungerecht ist, dass die Arbeit, die weniger Befriedigung durch Selbstverwirklichung bietet, dann auch noch üblicherweise schlechter bezahlt wird. Das BGE geht ja gerade von diesem Paradox aus und versucht es zu lösen, wo die klassische Sichtweise immer nur sagt: "Ja ist halt unattraktiv und wurde immer schlecht bezahlt, also ist halt so"

P.S.
In manchen Ecken Asiens schlagen sich Topverdiener darum, öffentliche Klos putzen zu dürfen, um ihr Karma zu verbessern.
 
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Das BGE geht ja gerade von diesem Paradox aus und versucht es zu lösen, wo die klassische Sichtweise immer nur sagt: "Ja ist halt unattraktiv und wurde immer schlecht bezahlt, also ist halt so"
und wie soll das bge das bewirken? da bekommt der die meiste kohle, der die meisten kinder hat. für schmutzige und harte arbeit bekommst du beim bge nicht mehr. du musst nur mehr steuern von deiner arbeit bezahlen um anderen das bge zu finanzieren. normale arbeit lohnt doch dann schon kaum noch, solche arbeit lohnt um so weniger dank bge...
oder überseh ich da etwa was?
 
Wieso soll das BGE etwas erledigen, was der Markt erledigt? Das BGE ist nicht die Lohnzahlinstanz, sondern der Arbeitgeber und weiter abstrahiert der Auftraggeber des Arbeitgebers. Keiner in unserer Gesellschaft will, dass der Müll auf der Straße liegt, also wird die Gesellschaft etwas nötiges tun, um Müllsammler in der Arbeit zu halten. Aktuell funktioniert das durch Zwang - man hat keine besonders tolle Qualifikation und muss arbeiten, also wird man Müllsammler. Wenn das aus diesem Grund keiner macht, muss man sich eben was anderes überlegen und Müllsammler eben mit höheren Löhnen ködern. Ja, Müllentsorgung würde dann teurer, dafür müsste anderes billiger werden - das passiert dann aber auch zwangsläufig und ohne Befehl.
 
du hast aber eine sehr idialistische vorstellung von unserer gesellschaft :O
wenn für die drecksarbeit keiner mehr zuständig ist, wird sich auch keiner mehr kümmern.
niemand räumt hinter anderen die shice weg, wenn er nichts davon hat. da kannst du auch karma oder sündenvergebung versprechen, da bekommste höchstens den stinkefinger gezeigt. glaub mir, so funktioniert das nicht.
 
Lübke schrieb:
...
niemand räumt hinter anderen die shice weg, wenn er nichts davon hat. ...
Ich habe nicht gesagt, dass er nichts davon hätte, sondern dass du ihn besser bezahlen würdest, damit er das trotzdem macht, ganz einfach weils dir irgendwann zu sehr in der Nase stinkt, als dass dir dein Dogma, das sei halt als Niedriglohnjob festgeschrieben, noch was wert sein könnte. :p
 
Warum habe ich doch nun wirklich deutlich genug geschrieben: Weil du willst, dass er das tut, wirst du ihn dafür so gut entlohnen, dass er das tut.
 
Das ist z. Bsp. für Ärzte aber dann ein ganz schlechtes Gesellschaftsmodell, wo doch angeblich alle Arzt werden wollen nur um zu helfen und nicht um in erster Linie Geld zu verdienen. Das wird aber eine Inflation von kostenlos arbeitenden Ärzten geben! ;)
Gibt bestimmt auch noch eine ganze Reihe ähnlich gelagerter Berufe. Glaube deswegen nicht, dass Dein Modell im Gesamten gut funktionieren würde. Gebäudereiniger und Müllfahrer mit Diplomabschluss gab es schon einmal in einem System, nannte sich Sozialismus.
 
Das gegenargument ist doch kein Gegenargument - wenn zu wenige Leute als Ärzte arbeiten, weil ihnen die Bezahlung nicht reicht, wir aber wollen, dass die als Ärzte arbeiten, dann müssen wir sie entsprechend bezahlen, richtig - wo ist denn da jetzt der Unterschied?

Ergänzung
Das ist auch mit "real-existierendem Sozialismus" der DDR absolut nicht gleich, denn die Löhne kommen an der Stelle durch den Markt zustande und nicht durch staatliche Bestimmung. Das BGE ist eine Stütze für den Markt, die lediglich verhindert, dass Menschen Drecksjobs machen müssen, um zu überleben. Und Aldi/Lidl-Kassierer mit Diplom/Master gibts heute auch... Wir sind hier schließlich keine Zentralplanwirtschaft, in der der Staat dafür sorgen würde, dass Studienpunkte in spätere, garantierte Lohnstufe münden.

Ich hab nicht ohne Grund die zweite Person Singular benutzt - die ist nicht nur an Lübke gerichtet, sondern an jeden. Du wirst der Müllabfuhr das bezahlen, was dazu führt, dass sie stattfindet.
 
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