Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Du hast es nicht verstanden!

Es geht darum, dass dann fast alle nur in begehrten/angesehenen Berufen arbeiten wollen und das die Qualität der Arbeit dort nach unten ziehen wird.
Schau Dir die Hitliste der Berufswünsche an und dann weist Du, worauf ich hinaus will. Mit einem BGE ist man nicht mehr finanziell gezwungen auch unattraktive Berufe zu machen. Da wollen dann fast alle nur noch Ihren Wunschberuf ausüben - mit allen gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen.
 
Und diese Hitliste ist uns genetisch einprogrammiert und nicht variabel? Sie hängt nicht etwa damit zusammen, dass derzeit Ruhm und finanzielle Entlohnung eng beieinander liegen?
 
Also das Grundproblem ist: es gibt Jobs die schlecht bezahlt sind. Hierfür soll eine Lösung gefunden werden.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist doch ein Grundeinkommen für alle Einkommensschichten. Somit wird nicht gezielt dort geholfen, wo die Hilfe benötigt wird. Das Problem wird nicht direkt angegangen.

Als Alternative steht doch im Raum eine Einführung eines Mindestlohns. Wenn die Regierungsbildung irgendwann mal abgeschlossen ist, soll dieser ja auch eingeführt werden ... mal schauen in welcher Form dies dann geschieht.
Dieser wirkt aber gezielt an der Stelle, die es zu heilen gilt. Aus meiner Sicht ist den Menschen damit mehr geholfen und gesamtwirtschaftlich betrachtet ist dies auch eher verkraftbar/umsetzbar als ein BGE.

Eine Frage erlaube ich mir mal: wie bedingungslos ist bedingungslos? Sprich, muss mal deutscher Staatsbürger sein um BGE zu bekommen? Ist eine doppelte Staatsbürgerschaft ein Hindernisgrund?
 
Der Mindestlohn ändert nichts am Charakter der Arbeit - Kloputzer bleibt damit sowohl finanziell als auch reputativ das unterste Ende der gesellschaft. Das BGE verändert das, weil Kloputzer dann nicht mehr die Strafe fürs Verlorenhaben auf der Bildungsrennbahn ist, sondern Kloputzauftraggeber schwer dafür werben müssen, dass ihnen jemand das Klo putzt - da entsteht also in diesem Beruf eine Verhandlungsbasis um den Lohn, die bisher und auch mit Mindestlohn schlichtweg nicht existiert.

Um mal einen vergleich zu bringen: So, wie Silvio Gesell (Freigeldlehre) den Kreditnehmer aus der Unterdrückung befreien wollte, indem er die Ungleichverteilung der Interessen und Zwänge von Kreditnehmer und Kreditgeber durch einen Wertverlust des Geldes aufzulösen suchte, so sucht jeder BGE-Ansatz die Ungleichverteilung der Interessen und Zwänge zwischen Geber und Nehmer von "Billigjobs" aufzulösen, indem er den Zwang, die Arbeit anzunehmen, mit dem BGE aufweicht.

P.S.
und das ist eine Anpassung an die aktuelle zeit. In den 60ern gab es in der BRD kein Niedriglohnjobproblem, weil händerringend auch nach unqualifizierten Arbeitskräften gesucht wurde. Wir haben heute deshalb so niedrige Löhne in diesen Bereichen, weil sehr viel mehr Leute auf diese Jobs angewiesen sind, als die Gesellschaft quantitativ solche Jobs gebrauchen kann.

P.P.S.
Und, wie ich vor Wochen schonmal sagte, Berliner Müllentsorger brauchen keinen Mindestlohn, weil ihr Gehalt über dem Niedriglohn liegt, den die GroKo da beschließen will. Man sieht, man kann also Müll in Berlin besser bezahlen, als Haarschneider.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast das schon genau richtig analysiert, welche Auswirkungen ein BGE auf den Arbeitsmarkt im Einzelnen haben wird.
Aber hast Du auch den gesamtwirtschaftlichen Effekt bedacht?
Darauf wollte ich mit meinen letzten Beiträgen hinweisen.

Wenn kein Arbeitszwang mehr herrscht, das BGE also ausreichend hoch angesetzt wird, wer will dann noch bislang unattraktive Berufe erlernen? Wer wird freiwillig sich ständig Mo-FR auf Montage fernab der Familie begeben? Wer wird sich seine Gesundheit bei anfälligen Berufen ruinieren? usw.

Wir wären das einzige Land auf der Welt, in dem deswegen der Müllsortierer am Band mehr Lohn erhält als z. Bsp. der Lehrer, weil sich viele darum rangeln, Lehrer zu werden.
Wenn die Löhne für unattraktive Arbeiten nicht heraufgesetzt würden, würde fast keiner diese Arbeiten zukünftig machen wollen, das ist doch Fakt.
Es gibt aber jede Menge unattraktive Arbeit zu erledigen. Ich könnte jetzt hier eine lange Liste aufzählen. Die Liste würde wohl länger ausfallen als die Liste der attraktiven Arbeit. Dann gibt es auch noch die Vermischung der attraktiven Berufe mit unattraktiven Tätigkeitsumstände (Montagearbeit, Schichtarbeit, Arbeitsortswechsel usw.).

Setzt man aber zwangsweise die Löhne für diese ganze lange Reihe von unattraktiven Begleitumständen herauf, um Leute zu dafür zu finden, so gerät unser gesamtwirtschaftliches Lohnsystem aus den Fugen. Alles wird sich ändern und das im Vergleich zur restlichen konkurrierenden Welt!

Wird das unsere Exportindustrie überstehen ?
Wo sollen die Massen an Einwanderern hin und wer diese finanzieren (Stichwort EU-Freizügigkeit) ?
Ist es gesellschaftlich produktiv, jede Menge Leute für angesagte (trendische) Berufe auszubilden, die dann überhaupt gar nicht gebraucht werden ?
Wird das BGE vielleicht nicht zum Großteil wieder von den enormen Preissteigerungen (=höhere Löhne für unattraktive Berufe) aufgefressen werden? Alle knappen Güter (unattraktive Dienstleistungen und Warenproduktion, Wohnungen) werden im Preis steigen, denn sie sind ja knapp (Angebot und Nachfrage).
 
Der Zwang nach Arbeit bleibt doch aber mit BGE bestehen. Man wird zwar von staatlicher Seite nicht mehr gezwungen Jobs anzunehmen. Um aber weiterhin zu konsumieren wird man arbeiten gehen müssen um sich Wünsche zu erfüllen.

Das BGE wird ja nie so hoch sein, dass man Familie mit Kinder, Haus & Auto damit finanzieren kann. Wer sich diese Wünsche erfüllen möchte, muss auch weiterhin arbeiten gehen. Auch wenn es nur die kleinen Wünsche wie Computer, Smartphone & Hobbies wird das BGE nicht ausreichen.

Den Zwang arbeiten zu gehen legt jeder sich selbst auf, mit den Wünschen die er für sich definiert.

PS ein Kloputzer wird nunmal immer das untere Ende der Einkommenspyramide darstellen. Hierfür benötigt es keine qualifizierte Ausbildung. Somit gibt es keine Eintrittsbarriere für Bewerber und entsprechend viele Bewerber können den Job auch machen. Auch wird es keine Preisspirale bei Kloputzern geben ... wollen sie "zu viel" Geld, dann gibt es den Job zukünftig einfach nicht mehr. Dann ist jeder Benutzer für die Sauberkeit des Klos selbst verantwortlich ...
 
_killy_ schrieb:
Der Zwang nach Arbeit bleibt doch aber mit BGE bestehen. Man wird zwar von staatlicher Seite nicht mehr gezwungen Jobs anzunehmen. Um aber weiterhin zu konsumieren wird man arbeiten gehen müssen um sich Wünsche zu erfüllen.
Siehe oben, EU Freizügigkeit.
Genauso wie ein Migrant aus den verarmten Neu-EU-Staaten im Osten bereits jetzt direkt H4 beantragen kann, könnte er dann BGE beantragen. Und genauso wie die jetzt mit H4 wunderbar glücklich sind, weil es ihnen einen Lebensstandard ermöglicht, der 10x über dem liegt, was sie "zuhause" hätten, wird es auch mit BGE. Nur: H4 enthält wenigstens ein paar Hürden. Die Antragsteller müssen sich wenigstens etwas mit der Gesellschaft auseinander setzen. Sie müssen versuchen zu arbeiten. Sie müssen zusehen, dass sie ihre Auflagen erfüllen.

Das BGE wird ja nie so hoch sein, dass man Familie mit Kinder, Haus & Auto damit finanzieren kann. Wer sich diese Wünsche erfüllen möchte, muss auch weiterhin arbeiten gehen. Auch wenn es nur die kleinen Wünsche wie Computer, Smartphone & Hobbies wird das BGE nicht ausreichen.
Also wenn das, was aktuell H4 ist, ja das angebliche Existenzminimum ist, dann wäre BGE = H4-Regelsatz, oder?
Von H4 kann man seeeehr entspannt leben. Man hat Anspruch auf eine nette Wohnung, inklusive Heizung, Strom, Wasser... (unbegrenzt. Keine Energiesparlampen, nicht "Duschen statt Vollbad", nicht "Stoßlüften statt Fenster 10h angekippt",...). Man hat Anspruch auf einen Farbfernseher und auf einen Computer mit Internetzugang. Man hat Anspruch auf Telefon. Kann mich düster daran erinnern, dass sogar auf Urlaubsreisen ein Anspruch besteht.

Schau dich in den sozialen Brennpunkten doch mal um, zähl die iPhones. Ich hab lange überlegt, ob ich wichtige Teile meines Gehalts für Mittelklasse-Android ausgebe.

Den Zwang arbeiten zu gehen legt jeder sich selbst auf, mit den Wünschen die er für sich definiert.
Und das BGE ermöglicht jemandem mit niedrigen Ansprüchen, sich vollkommen auf die faule Haut zu legen und dem Sozialstaat (also: dir und mir) das Geld abzusaugen.

PS ein Kloputzer wird nunmal immer das untere Ende der Einkommenspyramide darstellen. Hierfür benötigt es keine qualifizierte Ausbildung. Somit gibt es keine Eintrittsbarriere für Bewerber und entsprechend viele Bewerber können den Job auch machen.
Wenn der potentielle Kloputzer aber durch das BGE bereits den Lebensstandard durch Nicht-Arbeiten erreicht, den er durch Arbeiten ebenfalls erreicht, dann wird er nicht arbeiten. Man muss ihn zur Arbeit zwingen -> Sanktionen verhängen bei Nicht-Arbeit.

Auch wird es keine Preisspirale bei Kloputzern geben ... wollen sie "zu viel" Geld, dann gibt es den Job zukünftig einfach nicht mehr. Dann ist jeder Benutzer für die Sauberkeit des Klos selbst verantwortlich ...
DAS will ich sehen. Das ist doch hochgradig unrealistisch. Wer, denkst du, ist dann in einem Einkaufszentrum, einem Kino, einer Klinik,... dafür verantwortlich? Denkst du, ein Diarrhoe-Patient putzt erst einmal hinter sich die Hütte?
Oder anders: Denkst du, ein Anwalt oder Arzt, der 500k im Jahr einfährt, hat zig Jahre studiert und promoviert, um dann das Klo selbst zu putzen, die Hecke selbst zu schneiden, das Auto selbst zu waschen?

Eine Gesellschaft braucht den Niedriglohnsektor für Trivial-Tätigkeiten. Du kannst nicht nem Erntehelfer so viel bezahlen wie nem komplett ausgebildeten Kfz-Elektriker, nem Schweißer, nem Mechatroniker, nem Gießereimechaniker,... also jemandem, der einen Beruf wirklich erlernt hat.
Um den Niedriglohnsektor am Leben zu halten muss es aber einen Antrieb geben, auch in diesem Sektor zu arbeiten. Das BGE ist da komplett gegenläufig, es fördert die Nciht-Teilnahme am Arbeitsmarkt.
Wenn ich schon zu blöde bin für qualifizierte Arbeit, warum soll ich unqualifizierte machen? Der Staat füttert mich ja auch so...
 
Das ist ja das Problem, es fallen viele Niedriglohnjobs weg. Die Arbeit bleibt liegen. In der Klinik gibt es dann nur noch verschmutzte WCs ... bei Kassenpatienten, Privatpatentien können sicher eine Police abschließen, welche die WC Reinigung includiert. ;)

Wir können das Rad ja noch weiter drehen, mit Einführung des BGEs gibt es nachher Niemand mehr der als Kanalarbeiter arbeiten möchte. Die Kanäle verstopfen und die Fäkalien landen auf der Straße. Willkommen im Mittelalter!

Und auch mit Einführung des BGEs würden die Leute nicht glücklich sein - hier sind die Wünsche immer noch höher zu dem was man hat. Deshalb fühlen Hartz IV Empfänger sich ja auch so ungerecht behandelt. Sie können nicht dass konsumieren was sie wollen.
 
nur mal son kleiner denkansatz: wenn das bge jedem menschen die armutsgrenze zahlen soll (2011 bei 952,- €) muss jeder arbeitnehmer (inklusive geringfügig beschäftigter und aufstocker) also im schnitt 1.900,- € von seinem netto abtreten, um dieses bge überhaupt zu finanzieren. (ich habe leichte zweifel, dass das durchschnittsnetto aller beschäftigten überhaupt dermaßen hoch ist). ja ich weiß, man kann auch noch den bedürftigen ihre sozialbezüge kürzen oder anders die menschen schröpfen um die last zu verteilen. ok sagen wir den bedürftigen könnte man derart viel geld wegnehmen, das die last der arbeiter um 500 € sinkt (die sauerei vom menschlichen standpunkt ignorier ich dabei mal)

frage a) wie hoch muss also der verdienst eines kloputzers sein, damit die mehrleistung nach allen abzügen inklu denen fürs bge für zwei leute gegenüber einem leben nur mit bge einen monat dreckige klos von anderen schrubben sich lohnt?
frage b) wer kann so ein wahnsinnsgehalt überhaupt bezahlen?

das ganze ist in konkrete zahlen gefasst doch vollkommen realitätsfern. selbst wenn man den menschen nur die hälfte der armutsgrenze zugesteht, wäre arbeiten gehen kaum noch sinnvoll. man malocht einen monat lang um ein bisschen mehr zu haben als der, der von deiner arbeit auf der faulen haut liegen kann. kosten für benzin um zur arbeit zu kommen, arbeitskleidung, etc. darf man ja auch nicht vergessen.

lieber noch 5 kinder zeugen, fünffaches bge mehr kassieren und seinen hobbys frönen als arbeiten zu müssen und seine familie tagsüber nicht zu sehen.
und das gilt dann nicht nur für den kloputzer, sondern jeden, der sein hobby nicht zum beruf gemacht hat. ich wage zu behaupten, das sind mindestens 98 % aller berufstätigen.
und woher kommen dann unsere produkte? und wer zahlt dann überhaupt noch unser bge?
 
Zuletzt bearbeitet:
ThomasK_7 schrieb:
Wenn kein Arbeitszwang mehr herrscht, das BGE also ausreichend hoch angesetzt wird, wer will dann noch bislang unattraktive Berufe erlernen? Wer wird freiwillig sich ständig Mo-FR auf Montage fernab der Familie begeben? Wer wird sich seine Gesundheit bei anfälligen Berufen ruinieren? usw.
Ähhh... (…) ähhh, was? Was ist an einem Elektriker/Schlosser/Schweißer/Mechatroniker - Montagejob bitte unattraktiv, was an den Berufsbildern an sich? Das sind doch coole Jobs. Und wie sieht es bitte mit der Realität aus, was glaubst du wohl warum auch heute noch relativ viele Handwerker auf Montage fahren? Wenn sie nicht vom Amt über Leihbuden für 2,50€ in solche Arbeitsverhältnisse gezwungen werden, dann machen die das aus einem Grund - Die Brieftasche ist am Monatsende voll? Mein Vater, mein Bruder und mein Schwager sind von Montag bis Freitag auf Montage, auch mal in China, Norwegen, Riga, etc.

Alle drei machen das nicht, wenn es sich nicht finanziell lohnen würde. Einem Familienvater bringt nämlich Arbeit die sich am Monatsende nicht rechnet, nichts. Alle drei würde hier (Regional) einen Job bekommen der um Netto-Faktor 2 bis 3 (Jahresdurchschnitt) geringer vergütet wird. Aus meiner Schulklasse sind auch viele Handwerker geworden, auch bis zum Meister hat es der eine oder andere geschafft. Von denen arbeitet (zu denen ich Kontakt pflege, bei andere weiß ich es nicht) genau einer hier in der Region, wahrscheinlich weil es Metall-Tarif gibt.

Sehr viele arbeiten wenigstens in einem anderen Bundesland oder sind gleich nach oder schon vor der Ausbildung umgezogen.

Welche Menschen werden heute zu niedrigen Löhnen in unattraktive Arbeiten gezwungen? Das ist doch eigentlich das Hauptproblem? Da wird ein Fleischer zum Lagerarbeiter gemacht, ein Elektriker zum Call-Center-Agent, eine Pflegekraft sitzt bei Aldi an der Kasse. Nicht zwangsweise weil sie wollen, sondern zwangsweise weil sie müssen.

Bin ich heute Montagearbeiter, steht es mir frei - mir eine Alternative zu suchen, ein Arbeitsloser hat auf kurz oder lang keine Wahl mehr. Eine Grundsicherung die an bestimmte Kriterien gebunden ist, halte ich für Notwendig..... einen willkürlichen Arbeitszwang aus dem Sozialsystem heraus, nicht.

Zu deinem Link mit den Traumberufen, dass ist ein uralter Hut!
Ich wollte auch erst Pilot werden, dann Musik studieren, heute bin ich zufriedenes Arbeitsgemüse.
Mein Kind will in die Musikbranche... Sängerin. Ich hoffe sie studiert Musik... :D.

Würde der eine oder andere Arbeitgeber sein Lohngefüge korrigieren, bräuchte er auch keine Vermittler der Agenturen. Es geht primär doch nicht um die Jobs: Call-Center, Kassiererin, Friseur, Lagerarbeiter, etc - sondern wie sie teilweise entlohnt werden. Ich kenne jemanden der wollte eben Lagerarbeiter sein... aber nicht für 7,50€/h über Leiharbeit. Wenn er hier in der Region seine 10€/h bekommen würde, dann ist das doch in Ordnung. Er macht was er möchte und kann vom Lohn leben.

Werde ich arbeitslos und würde keinen Job in meinen Beruf finden, wäre das ein Problem. Ich bin dann eben gezwungen mir eine Alternative zu suchen. Ich würde mich (wenn ich eventuell dann schon älter bin) auch mit dem Aufgabenbereich eines Sachbearbeiters im öffentlichen Dienst anfreunden können. Ich setze mich aber nicht ins Call-Center, bei Aldi an die Kasse oder arbeite als Leihkeule für einen Hungerlohn am Fließband oder im Lager. Das bringe weder finanziell noch beruflich irgendetwas, ich wäre dann nicht arbeitslos... ganz toll.

Und einen Facharbeitermangel kann es in Deutschland nicht geben, da es weniger freie Stellen als Arbeitssuchende gibt. Angeblich werden Elektriker und Mechatroniker gesucht. Suchen wir einen Elektriker, kommt der sicherlich nicht über Leiharbeit zu uns... Hier in der Region sucht ein UN Mechatroniker, er bezahlt 1200€ Brutto. Und beschwert sich darüber, dass er keine qualifizierten Facharbeiter finden, warum wohl. Sicherlich nicht weil es hier keine Mechatroniker geben würde oder weil es ein gänzlich unattraktiver Beruf wäre.
 
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Zwenner schrieb:
Alle drei machen das nicht, wenn es sich nicht finanziell lohnen würde.
...so, und jetzt stell dir vor, du könntest über das BGE 50-60% des Einkommens "einfach so" erhalten.

Nicht zwangsweise weil sie wollen, sondern zwangsweise weil sie müssen.
...sie müssen, weil wohl in ihrer Branche nichts frei ist. Wobei ich eine Pflegekraft, die in H4 rutscht, nciht verstehen kann. In so mancher Region können die sich die Arbeitplätze aussuchen und Gehaltsforderungen stellen.

Eine Grundsicherung die an bestimmte Kreterin gebunden ist, halte ich für Notwendig... einen willkürlichen Arbeitszwang aus dem Sozialsystem heraus, nicht.
Wenn diese Kriterien aber nicht beinhalten, dass sich der Betreffende auch um eine Selbstversorgung zu kümmern hat... Welchen Zweck haben sie dann? "Tauche 4x pro Monat bei deinem Berate auf... aber irgendwo bewerben und angebotene Stellen annehmen musste nicht..." Geile Kriterien.

Ich halte es weiterhin für legitim, Leute zur Selbstversorgung zu zwingen, auch wenn sie dadurch eben Drecksarbeit machen müssen. Der Dreck muss gemacht werden, und da diese Leute offensichtlich entweder nicht qualifiziert sind oder ihre Qualifikation aktuell nichts wert ist,.... Du kannst also entweder den Dreck liegen lassen UND diese Leute durchfüttern, oder du schlägst 2 Fliegen mit einer Klappe.
 
@Zwenner
Vielen Dank für Deinen Beitrag, denn ungewollt hast Du meine Ausführungen zum Thema nur bekräftigt.

Auslandsmontagearbeit kann keine gesamtwirtschaftliche Lösung für Deutschland sein und ist jetzt schon in Summe unbedeutend = vernachlässigbar.
Das Dir keine unattraktiven Jobs einfallen wollen zeugt von *setzt ein Wort Deiner Wahl ein*.

Das Elektriker/Schlosser/Schweißer/Mechatroniker unter Jugendlichen unserer Zeit coole Jobs sein sollen kann ich nicht glauben.
Das waren sie auch zu meiner Jugendzeit vor rund 25 Jahren nicht. Vielleicht nach dem 2. Weltkrieg mal, aber das ist doch schon sehr lange her.

Welche Menschen werden heute zu niedrigen Löhnen in unattraktive Arbeiten gezwungen? ....Nicht zwangsweise weil sie wollen, sondern zwangsweise weil sie müssen.
Aha, es gibt also anscheinend auch bei Dir doch unattraktive Arbeiten.
Und nun nimmt ein ausreichend hohes BGE den Arbeitszwang weg, was wird also gesamtwirtschaftlich passieren? Das war mein Ansatzpunkt zum Thema !

Ich behaupte, aus meinem Umfeld würde deutlich mehr als die Hälfte aller Montagearbeiter die Montagearbeit (MO-FR) aufgeben, wenn der Verdienstausfall zum jetzigen Zustand durch ein BGE kompensiert werden würde und nicht weitermachen und das BGE als Zusatzverdienst mitnehmen.
 
ThomasK_7 schrieb:
...
Das Elektriker/Schlosser/Schweißer/Mechatroniker unter Jugendlichen unserer Zeit coole Jobs sein sollen kann ich nicht glauben.
...
Daran hängt doch alles - du kannst es nicht glauben. Es gibt jede Menge Berufe, die ungeheure Atraktivität entfalten können, wenn eines gegeben ist, das in den Drückerberufen heutzutage fehlt. Ich zitiere einfach mal die letzten Worte von Walter White an seine Frau: "Ich habs für mich getan. Mir hats gefallen. Ich war darin sehr gut. Und ich habe dabei wirklich gelebt."

Was wir brauchen, ist Respekt vor der Leistung auch der weniger bildungsbedürftigen Branchen. Da gehts letztlich um den respekt vor der Menschenwürde. Dieser respekt fehlt, wie man auf derletzten Seite an dem Neid eines Bessergestelten auf die Hartz-IV-Empfänger (weil diese ein Smartphone haben, er aber keine Ahnung hat, ob das wirklich nur von Hartz IV bezahlt wurde oder ob die Leute sich wirklich ausgewogen ernähren usw. pp.) wunderbar ablesen kann. Wir leben heute in einer Gesellschaft mit unglaublich viel Standesdünkel einer "Bildungskaste", mit unglaublichem Elitarismus. Und das BGE hilft eben dem, der auf dem Bildungswettlauf verloren hat, wieder auf Augenhöhe mit dem dann vielleicht nicht mehr so respektlosen "Bildungsbürger" zu verhandeln. Ich finde das gut - ich habe diese Seite aufmerksam gelesen und nichts entdeckt, dass mich in meiner Haltung meines letzten Beitrags erschüttert hätte - wie auch, alles, was auf der letzten Seite gesagt wurde, wurde 20 oder 30 Seiten davor auch schonmal gesagt.

P.S.
Wenn ich ganz einfach keine Stelle als Arzt finde, weil es keine gibt, werde ich mir auch ohne ein Jobcenter, das mir sagt: "Du musst", eine andere Beschäftigung suchen - weil ich mich eben ganz einfach irgendwie beschäftigen will. Wichtig ist beim BGE, dass ich das darf, ohne nachweisen zu können, dass sich diese Beschäftigung finanziell rechnet - denn so einen Nachweis kann man nunmal nicht vorher festlegen, wie die regelmäßige Frage nach dem Nutzen der Erforschung Kernfusion als Energiequelle für den Strommarkt seit 60 jahren beweist. Ihr glaubt felsenest, dann würden alle nur auf der Couch sitzen, ich und andere BGE-Befürworter glauben das nicht - wer von uns Recht hat, können wir aber unmöglich nachweisen, weil wir keine Industriegesellschaft kennen, die ein BGE ausprobiert hätte. Marxismus-Leninismus-Stalinismus hatte jedenfalls einen Arbeitszwang und es wurde auch noch von einem Zentralkomitee festgelegt, wer als was zu arbeiten hat, falls wieder irgendjemand mit dieser Kommunismusklamotte ankommen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Kernproblem - Niedriglohnjobs - hilft nunmal nur eine Lösung die auch realistisch umsetzbar ist. Wir können uns ausführlich über Motive der einzelnen Bildungsgruppen unterhalten. Am Ende hilft uns die Erkenntnis "Bildungseliten sind neidisch auf Bildungsverlierer" nicht weiter.

Was nützt uns die Theorie - "Überbevölkerung der Erde kann durch Lebensraumgewinnung auf dem Mond gelöst werden" wenn wir per heute wissen, dass dies so nicht vernünftig umsetzbar ist.

Ich glaube die Gegner der Theorie sind schön für Lösungen für Niedriglöhner interessiert. Jedoch ist das BGE hier keine Lösung, da sie soo wenig umsetzbar ist, wie die Lebensraumgewinnung auf dem Mond zu dem heutigen Standpunkt.

Die Verlierer der Diskussion rund ums BGE sind doch gerade die Niedriglöhner, da nicht an einer umsetzbaren Lösung Zeit investiert wird.
 
Ich glaube nicht, dass die Umsetzbarkeit so unmöglich ist - nochmal, wenn wir keine diskutablen Daten haben, können wir uns auch nicht eindeutig auf ein "Das ist nicht möglich" festlegen, weil für die Erkenntnis Prämissen vorausgesetzt werden, die so zweifelhaft sind. (bspw. Wir würden dann Probleme mit der Berufsverteilung geben usw.)

Und nicht jeder BGE-Gegner ist einer Besserung für Niedriglöhner aufgeschlossen - siehe Daaron

P.S.
@ Daaron
Zoff im Paradies - Eine Langzeitbeobachtung im Nordosten Brasiliens
Gestern abend auf 3sat. Da gibts doch tatswahrhaftig Brasilianer, die haben ein Smartphone aber kein fließend Wasser - was für ein Erkennungszeichen für finanziell entspanntes Leben....
 
@ThomasK_7

Ich habe nichts von genereller Auslandsmontage geschrieben, sondern das es auch mal in solche Gegenden gehen kann. Für mich persönlich gibt es genügend unattraktive Jobs, ich kann meine Einschätzung aber nicht auf alle anderen übertragen. Jeder Mensch ist anders und stellt auch hier unterschiedliche Anforderungen.

Die aufgezeigten Job sind interessant für die Jugend. Oder haben alle jungen Menschen Abitur? Ich weiß nicht von welchem Planeten du sprichst aber hier im Osten sind handwerkliche Berufe durchaus noch gefragt.

Ich behaupte, dass sich die Mehrheit die ich kenne und auf Montage sind, diesen Job weiter machen, sich das Geld einstecken und zusätzlich das BGE verbuchen und NICHT regional arbeiten würden, weil die 800€ BGE den Kohl nicht ausmachen. Sondern der Netto-Gewinn aus der Arbeit jetzt. Es macht nämlich einen gravierenden Unterschied ob ich hier als Mechatroniker 1200€ Brutto bekomme oder anderswo an die 2500€ Netto (effektiv) kratze.

Und erst recht werde ich diesen Job weiter machen, wenn der Laden brummt und hier noch Gehaltssteigerungen und Qualifizierungen möglich sind (Techniker machen zB), wenn ich dann gerade mit 30 ein Haus baue, geh ich nicht hier für diesen Bettelorden arbeiten. Ich sprach nämlich nicht von 500€ mehr Brutto, sondern vom doppelten, bis dreifachem Netto.

Noch dazu würde ich mich sehr schwer tun, als Facharbeiter mit Berufserfahrung für 1200€ Brutto arbeiten zu gehen, noch dazu in einer Branche - wo doch angeblich dringend qualifizierte Facharbeiter gesucht werden. Verarschen kann ich mich alleine.

Und sorry, ich weiß nicht was an aufgezeigten Berufsbildern unattraktiv ist (im eigentlichem Sinne), weil man da arbeiten muss – oder wie? Schule – Ausbildung – Berufserfahrung – Meisterschule, was ist an diesem beispielhaftem Weg grundlegend unattraktiv?

Ein unattraktiver Job wäre für mich zum Beispiel vom überbezahltem Tontechniker mit Nebengewerbe auf einen 2,50€ Job als Call-Center-Agent für Bofrost umsteigen zu müssen, ums verrecken nicht mein Freund (m.M.).
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurze Zwischenmeldung - der internationale Kontext ist als Gegenargument gegen eine rein nationale Umsetzung von meiner Seite aus vorerst akzeptiert.

Und zur Attraktivität "nichtakademischer" Berufe, kann ich nur sagen: Busfahrer taugt sogar als Videospiel!

(ist aber auch aktuell ein nicht schlecht bezahlter, stark bei Arbeitnehmern nachgefragter Beruf in Deutschland)
 
MountWalker schrieb:
Und das BGE hilft eben dem, der auf dem Bildungswettlauf verloren hat, wieder auf Augenhöhe mit dem dann vielleicht nicht mehr so respektlosen "Bildungsbürger" zu verhandeln.
Aha, definier doch mal "Bildungswettlauf verloren".
Ich hatte Typen in meiner Klasse, das kannste eigentlich keinem erzählen.
Bei einem sah jedes Diktat nach der Korrektur aus wie eine Ansammlung roter Wellen, auch in anderen Fächern wars nicht so dicke. Er hat mit Hängen und Würgen seinen Realschulabschluss... heute ist er Meister mit eigener Firma, n paar Angestellten,...
Der nächste? Immer Schwierigkeiten bei verschiedenen Fächern, vor allem Sprachen, aber auch Naturwissenschaften. Heute ist er Industriemeister, wenn auch nicht mit eigener Firma.
Ein anderer, der nur Faxen im Kopf hatte und ebenfalls 4en gesammelt hat, hat heute ne nette nicht zu kleine Familie und einen schönen Job mit guten Arbeitszeiten und genug Geld, um seine Kinder zu versorgen. Jedes Mal wenn wir uns irgendwo zufällig über den Weg laufen hat er zwar weniger Haare, dafür ein breiteres Grinsen.

Es ist keineswegs so, dass schlechte schulische Leistungen so bleiben müssen. Bei jedem von diesen Fällen hat es dann gezündet, als sie in der Lehre waren und tatsächlich mal gesehen haben, wofür all das Zeugs gut sein könnte. Wozu war Mathematik noch einmal? Genaaau, den Dreisatz braucht man dann, wenn man eine Rechnung schreibt und dem Kunden Rabatt gewährt. Physik? Nun, der tiefere Nutzen der Thermodynamik erschließt sich dann, wenn man sich an einem Blech die Pfoten verbrannt hat, obwohl die Schweißflamme n Meter weit weg ist.

Also komm mir nicht mit Bildungselite oder Bildungswettlauf. Deutschland hat mehr als genug freie Ausbildungsstellen im Handwerk. Manche sind attraktiver als andere, aber allen ist eins gemeinsam: Sie bilden einen verdammt guten Ansatzpunkt, um danach BESSER zu werden. Du bleibst nicht ewig nur ein einfacher Blechfuzzi, der gerade so die Abkantpresse bedienen kann. Wenn du Willen zeigst, dann darfst du irgendwann den Laser bedienen. Ist DAS nicht cool? Dann machste noch in Eigenbemühung deinen Techniker oder Meister und BÄM. 3er Realschulabschluss, und plötzlich könnt man sogar noch an ne FH gehen...

Die, die den angeblichen Bildungswettlauf verloren haben, haben ihn aus eigenem Antrieb, bzw. aus Mangel an Antrieb, verloren. Muss man denen dafür auch noch gratulieren? Muss man ihnen dafür noch Zucker in den Arsch blasen?

Wenn ich ganz einfach keine Stelle als Arzt finde, weil es keine gibt
Schlechtes Beispiel: Sags doch realistisch... Du findest keine Anstellung in einem hübschen Krankenhaus. Den Stress, der hinter einer eigenen Praxis auf dem Land steckt, willst du nicht. Da gibt es extremen Nachwuchsmangel.

Wichtig ist beim BGE, dass ich das darf, ohne nachweisen zu können, dass sich diese Beschäftigung finanziell rechnet - denn so einen Nachweis kann man nunmal nicht vorher festlegen
Jede Beschäftigung, bei der du nicht nur drauf zahlst, lohnt sich, denn sie entlastet das Sozialsystem. Und selbst wenn du dich selbständig machst und die ersten 2 Jahre nur Miese einfährst: auch das akzeptiert die ARGE.

Du umgehst hier schon wieder das Missbrauchspotential. Du gehst von dir aus. Du bist "lass uns TNT verwenden, um leichter Bergbau zu betreiben".... Leider gibts eben verdammt viele Menschen, die eher so sind: "TNT? Cool, das ist viel brutaler als Wurfspeere!"

Ihr glaubt felsenest, dann würden alle nur auf der Couch sitzen, ich und andere BGE-Befürworter glauben das nicht - wer von uns Recht hat, können wir aber unmöglich nachweisen
Ich glaube an das Egoistische im Menschen... Es ist evolutionär begründet und bisher hat mir die Geschichte Recht gegeben.

Marxismus-Leninismus-Stalinismus hatte jedenfalls einen Arbeitszwang und es wurde auch noch von einem Zentralkomitee festgelegt, wer als was zu arbeiten hat
Öhm. Nein.
Die DDR hatte in RECHT auf Arbeit, das war natürlich wirtschaftlicher Blödsinn. Du hattest aber genauso das Recht, Hausfrau und Mutter (bzw. Hausmann und Vater) zu sein. Nur war die Kinderbetreuung so gut, dass kaum jemand auf seine Arbeit verzichtet hat.
Und kein ominöses ZK hat meine Eltern dazu gezwungen, das zu studieren, was sie eben studiert haben.

Übrigens war die DDR eine Industrienation. Obwohl uns die Russen nach dem 2.WK quasi alle Maschinen geklaut haben, während die BRD im Marschallplan schwamm, war die Produktivität die höchste des gesamten Warschauer Paktes. Unsere Waren waren so gut, dass die besten Produkte nach Westen gingen um mit den erzielten Devisen die Soviets zu stützen.

Verschiedene Punkte, die während der DDR-Zeit aufgelaufen sind, geben mir aber wieder Recht: Der Mensch ist ein Egoist. Er ist für Sozialismus ungeeignet.
Gib einem Menschen ein halbes Brot, und er wird dich verprügeln, damit du ihm die andere Hälfte auch noch gibst.

MountWalker schrieb:
Und nicht jeder BGE-Gegner ist einer Besserung für Niedriglöhner aufgeschlossen - siehe Daaron
Natürlich nicht. Es muss einen Niedriglohnsektor geben, sonst gäbe es keinen Mittelstand und keine Oberschicht. Niemand wäre mehr motiviert, MEHR zu erreichen. Warum soll ich 10 Semester für mein Diplom ackern, wozu noch ein paar Jährchen für meinen Doktor dran hängen? Am Ende krieg ich nur 50% mehr als Henry Hartz, der nach der 7. Klasse abgegangen ist und 8 Kevins gezeugt hat.

Zoff im Paradies - Eine Langzeitbeobachtung im Nordosten Brasiliens
Gestern abend auf 3sat. Da gibts doch tatswahrhaftig Brasilianer, die haben ein Smartphone aber kein fließend Wasser - was für ein Erkennungszeichen für finanziell entspanntes Leben....
Über die Verhältnisse im Ausland, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer, brauchen wir wohl kaum zu reden. Wir haben eine DEUTSCHE Situation, wir müssen sie mit DEUTSCHEN Mitteln lösen.
Sonst könnt ich auch sagen: Hey, was wollt ihr? Im Sudan haben die Leute noch viel weniger als ihr Hartzer, aber die leben doch auch noch.

Aber was hindert die Brasilianer z.B. daran, ihre Smartphones auf eBay zu verticken und mit dem gesammelten Geld eine solarbetriebene Meerwasserentsalzung zu kaufen? Was hindert sie, mit dem Geld auszuwandern? Was hindert sie, in bessere Gegenden umzuziehen?
Übrigens ist nicht Smartphone = Smartphone. Du wirst wohl kaum ein kleines Singlecore-Ding mit Android 2.x im Wert von 50€ mit nem aktuellen iPhone oder Galaxy vergleichen, oder?

Zwenner schrieb:
Noch dazu würde ich mich sehr schwer tun, als Facharbeiter mit Berufserfahrung für 1200€ Brutto arbeiten zu gehen, noch dazu in einer Branche - wo doch angeblich dringend qualifizierte Facharbeiter gesucht werden. Verarschen kann ich mich alleine.
...und genau weil du nicht arbeiten WILLST wirst du eben gezwungen.
Solltest du Bedürftig sein, dann ist es deine einzige Aufgabe, diese Bedürftigkeit mit allen Mitteln zu beenden. Du hast keine andere Aufgabe. Du musst deinen Kindern keine neuen Spielkonsolen schenken. Du musst deine Frau nicht nach Teneriffa fliegen.

Das heißt: Du arbeitest gefälligst ein paar Monate für 1200 Brutto, sicherst damit erst einmal deine Existenz ab und nutzt die gewonnene Zeit, um dich nach etwas besserem umzusehen.

Kleines Geheimnis aus dem Leben: Aus einer Anstellung heraus bewirbt es sich viel erfolgreicher. Du hast insgesamt bessere Chancen auf die innere Auswahl, außerdem noch bessere Karten bei der Lohnverhandlung.
Also: Ja, du arbeitest für 1200€.... denn es ist nur eine Übergangsphase, bis du wieder deine 2500€ einstreichst.

Wenn du diese Übergangsphase nicht willst: Tja, nicht mit Mutti, nicht auf Staatskosten. Keine Sozialförderung für dich. Du könntest ja, du willst nur nicht.

Ein unattraktiver Job wäre für mich zum Beispiel vom überbezahltem Tontechniker mit Nebengewerbe auf einen 2,50€ Job als Call-Center-Agent für Bofrost umsteigen zu müssen, ums verrecken nicht mein Freund (m.M.).
Wenn, dann wärst du ein Callcenter-Mitarbeiter bei BoFrost mit zusätzlichem Nebengewerbe. Wenn du dich nicht zu doof anstellst lebst du davon recht anständig und brauchst nciht einmal aufstocken.
Oder aber, du redest mit der ARGE, lässt dich von denen zu einem Existenzgründerseminar schicken und machst daraus einen Haupterwerb.

Auch so ne Sache, die nie bedacht wird.
Selbst wenn man nicht gerade den Traumjob findet, warum nicht auf eigene Rechnung arbeiten? Warum nicht die Hilfe der ARGE bei der Existenzgründung in Anspruch nehmen? Das Schöne am Kapitalismus: Es gibt für fast alles einen Markt. Wenn es doch noch keinen Markt gibt, dann muss man nur die richtigen Knöpfe drücken, um den Markt zu schaffen.
Apple machen so Milliarden... Vor 10 Jahren gab es noch keinen Markt für Smartphones oder Tablets.
 
Daaron schrieb:
...und genau weil du nicht arbeiten WILLST wirst du eben gezwungen.
Ich habe erstens nicht gesagt das ich nicht arbeiten will, dann würde ich nicht arbeiten. Zweitens habe ich gesagt, dass es mir schwer fallen würde für 1200€ Brutto arbeiten zu gehen und drittens war das noch und oder auch an eine Tätigkeit gekoppelt. Und nur zur Information, um ein Nebengewerbe ausführen zu können, brauchst du vom Arbeitgeber dafür eine Zustimmung. Sollte ich in die Situation kommen arbeitslos zu werden und keine Arbeit (Alternativen) finden, dann würde ich mich komplett selbstständig machen, das ist richtig. Und ich versichere dir, zum arbeiten wird mich niemand zwingen - auch in oder aus einer denkbar schlechtesten Situation heraus nicht.
Daaron schrieb:
Solltest du Bedürftig sein, dann ist es deine einzige Aufgabe, diese Bedürftigkeit mit allen Mitteln zu beenden.
Was meine Aufgabe ist, dass kann ich (ob bedürftig oder nicht) wohl selber entscheiden.
Ein Freund von mir ist Anwalt für Sozialrecht und was ich von dem höre, da wird mir schlecht.
Ich glaube bevor ich überhaupt auf´s Jocenter müsste, würde mir was anderes einfallen... (…).
Daaron schrieb:
Kleines Geheimnis aus dem Leben:
Danke... ich bin keine 18 mehr, nur zur Absicherung festgehalten. ;)

EDIT1:
Kleines Geheimnis aus dem Leben: Stell dich bei uns auf den Marktplatz und erzähl den Leute was von einer Übergangsphase, du wirst in neumodischer Form gesteinigt.

EDIT2:
Ich sprach von 2500€ Netto, nicht Brutto.
Netto ist das was übrig bleibt, da sind dann Steuern und Sozialabgaben bereits abgezogen, von 1200€ Brutto bleiben roundabout 910€ Netto. Und 2500 - 910 ergibt eine Differenz von 1590€. von 2500€ Brutto bleiben rund 1650€ Netto.
 
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ich bin dagegen
wer nichts tut sollte nichts erhalten
nicht mal hartz 4

leisteungsgesellschaft
also bringt leistung oder geht in den wald pilze essen
 
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