Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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MountWalker schrieb:
Komischerweise geht er, wie alle, die in ähnlicherweise meckern, arbeiten. Warum geht er arbeiten, wo er doch so wunderbar von Hartz IV leben könnte, ohne arbeiten zu müssen? Warum macht er das?
...weil trotz Spritpreis etc. am Ende signifikant mehr übrig bleibt. Mit H4 wäre kein Single Malt Scotch drin, kein Hobbit in der 4k-Fassung, kein Wochenendtrip nach London, kein Urlaub in den Highlands,...
Setz das BGE aber hoch genug an, und das wars. Nix mehr mit Arbeit, außer es ist grad zu viel Freizeit übrig.

Unyu schrieb:
Arbeitslose über 50. Haben ihr Lebenlang ins Sozialsystem EINGEZAHLT.
...und die haben neuerdings keinen Anspruch auf H4? Warum nicht? Haben sie etwa große Rücklagen? Gut, das ist Pech, das System wurde eben nicht schon vor 30 Jahren eingeführt...

Studenten. Bekommen mit 100 Formularen nicht einmal die Häfte des H4 Satzes. Vorrausgesetzt die Eltern haben seit Jahren kein Geld. Seit heute kein Geld zählt nicht.
Stimmt nicht. Man kann durchaus eine Bedürftigkeit durch Wegfall einer Einkommensquelle innerhalb der Bedarfsgemeinschaft in jüngster Zeit nachweisen.

Praktikanten. Übliche "Arbeitsform".
Kann man mit der ARGE absprechen und trotzdem H4 beziehen. Fällt schließlich unter Eigenbemühung und arbeitsbildende Maßnahme.

Obdachtslose. Gut, die sind für dich eh unwürdig.
Behauptung deinerseits.
Tatsache ist: sie existieren. Ich möchte wetten, sogar in Schweden gibts welche, obwohl Schweden das weltweit beste Sozialsystem hat.

Finde ich, sie sind selbst schuld? Oh ja. Das soziale Netz ist da, man muss sich nur mit etwas Eigeninitiative hinein manövrieren.
Einige sind natürlich rettungslos außerhalb jeglicher Gesellschaft, denen hilfst du aber mit nem BGE auch nicht. Da scheitern Streetworker, die Diakonie, Vereine,... warum sollte es etwas helfen, denen plötzlich 1000€ in die Tasche zu stopfen? Sie würden sich das Geld wohl gar nicht abholen, es nciht beantragen. Ihnen ist alles Gesellschaftliche schon viel zu fremd.
Und wenn sie das Geld hätten? du müsstest sie, zum eigenen Schutz, unter Aufsicht stellen. Ansonsten hast du am nächsten Tag ne neue Alkoholleiche oder einen weiteren Meth-Toten.
Ergänzung ()

MountWalker schrieb:
Hast du mal auf die Uhr geschaut, wie lange du für das verfassen von Beitrag #3279 gebraucht hast? Setz mal alle deine "Ich weiß ja eh schon alles" Beiträge in Relation zu 1,5h Film.

1.) geht überraschend schnell
2.) hab nebenher einen Patch geladen. Mangels Bandbreite wäre Video nicht möglich
3.) Eigene Überlegungen >>> sich von ner einschläfernden Stimme berieseln lassen
 
Zumindest den Einwand von Daaron mit Ossis bekommen BGE in gleicher Höhe wie Wessis finde ich sehr gut. Die Preise für Wohneigentum sind im Osten absolut lächerlich niedrig - auch die Mieten. Somit ist das BGE im Osten mehr wert. Hier sehe ich wirklich niemand mehr, der im Osten zur Arbeit gehen sollte. Sozialleistungen kennen die Firmen nicht, Überstunden werden nicht bezahlt und Arbeits-Sicherheitsvorschriften von den Unternehmen gebrochen.

Ich kenne keinen in meiner Familie, Freunde oder Bekannte die immer noch im Osten leben, die sich mit dem BGE nicht ausruhen würden. Die höhere Arbeitslosigkeit in Osten täuscht nämlich über eins hinweg. Viele haben schon aufgegeben. Bei 20% Arbeitslosigkeit sind nur noch 3-4% überhaupt auf Jobsuche. Der Rest lebt heute schon mit Hartz IV und seit Jahren keine Bewerbung mehr abgegeben. Schmeißt man jetzt noch so das Geld den Leuten hinterher geht dort leider niemand mehr arbeiten.
 
Daaron schrieb:
...
3.) Eigene Überlegungen >>> sich von ner einschläfernden Stimme berieseln lassen
Ja, dann muss man seine Vorurteile nicht hinterfragen. Warst du in der Uni in Seminaren auch immer unvorbereitet, ohne die Pflichtlektüre vorher zu lesen?

@ _killy_

Das Wohnpreisgefälle ist nicht schwarz-weiß und nicht ost-west. Ich bin sicher, ich bekomm eine Wohnung in der heruntergekommensten Ecke von Gelsenkirchen für sehr sehr viel weniger Geld, als in Berlin Prenzlauer Berg.
 
Der film erklärt gelinde gesagt einen scheissdreck. Die wirklich relevanten fragen werden stets ausgeklammert oder gar nicht erst gestellt, weil die antwort nicht passt. genau wie hier auch. Ich hab immer noch kein antwort darauf, wer zu welchen bedingungen ein bge bekommt.

Auch die antwort auf die frage der finanzierung wird IMMER auf einen film oder werner oder dergleichen verwiesen. Selbst erklären? Wie den, wen man es offensichtlich selbst nicht verstanden hat, sonst wären nämlich sofort fragen bei diesen quellen aufgekommen.

Jede bundesregierung oder kanzler muss hirntot sein, wenn die idee eines funktionierenden und fianzierbaren bge quadi ja seit jahren auf der straße liegt und es dem wahlvolk nicht angepriesen wird. Die partei und der kanzler hätten die wiederwahl auf jahrzehnte sicher. Deshalb muss man mir mal erklären, welche vorteile es für die regierung hat, einen solchen funktionierenden masterplan zum bge nicht umzusetzen. Also, eine erklärung dazu.
 
Daaron schrieb:
...und die haben neuerdings keinen Anspruch auf H4? Warum nicht? Haben sie etwa große Rücklagen? Gut, das ist Pech, das System wurde eben nicht schon vor 30 Jahren eingeführt...
Natürlich nicht. Da noch Besitz vorhanden. Sogenannte Altervorsorge, denn die Rente wurde ja auch gestrichen. NACHDEM eingezahlt wurde. Es ist nicht sehr sozial erst einzahlen zu lassen und dann nichts mehr rausrücken zu wollen.

Die arbeitslose Ü50 frisst jetzt seine Altersvorsorge auf, bekommt Rente mit perversem Strafabzügen und lebt damit sowohl heute als auch in der Rente unter H4.

Stimmt nicht. Man kann durchaus eine Bedürftigkeit durch Wegfall einer Einkommensquelle innerhalb der Bedarfsgemeinschaft in jüngster Zeit nachweisen.
Auf dem Spiegel Artikeln liest es sich leichter als es ist. Denkst du die Beratungsstellen gibt es weils so einfach für Diplomingenieure ist Formulare ihrer Kinder auszufüllen?

Nachweisen ist nicht so einfach. Es muss rückwirkend für mehrere Jahre nachgewiesen werden, Selbstständige haben besonders Probleme. Nicht alle Menschen im Amt verstehen, das Umsatz nicht gleich Gewinn ist.
Außerdem das Grundproblem bleibt: H4 ist mehr als doppelt so viel wie Bafög. Warum bist du auf einmal so überrascht, nachdem du im anderen Thread noch die Auszubildenen bemitleidet hast?

Kann man mit der ARGE absprechen und trotzdem H4 beziehen. Fällt schließlich unter Eigenbemühung und arbeitsbildende Maßnahme.
Nicht wenn die Eltern unterstützen. Aber das werden sie, schließlich ist eine eigene Wohnung bei dem "Gehalt" nicht möglich. Nicht wenns innerhalb des Studiums ist,
 
Zuletzt bearbeitet:
Daaron hat aber in einigen Aspekten, wenngleich sie jenseits vom Topic stehen, schon Recht. Einen Punkt möchte ich gerne aufgreifen, auch in meiner Region sind 1200€ Netto schon ein ortsüblich-guter Verdienst (gerade LSKIer), wenn man hier Arbeit findet oder überhaupt hier arbeiten gehen möchte. Das ist für viele aus anderen Regionen in der Tat nicht verständlich, da kommen dann (wirklich) so Argumente wie, na du bist bestimmt nur Hilfsarbeiter oder so ein Spruch.

Mir sind in der Region eine Handvoll Arbeitgeber bekannt, die gut bezahlen (IG-Tarif o.ä.)... mit Ausnahme des öffentlichen Dienstes oder den angegliederten Vereinen. Üblich ist hier irgendwas zwischen 1200€ und 1600€ Brutto für den Facharbeiter mit Berufserfahrung.

Was ich ebenfalls teile - ist der Punkt: Arbeit/Geld. Sicherlich ist es nach 160h/M und mehr schön, wenn am Monatsende ein bestimmtes Gehalt einfliegt. Ich sehe das so, ich verkaufe primär nicht mehr oder weniger als meine Arbeitskraft. Mein AG hilft es nicht, wenn ich lieb und nett bin aber fachlich eine 0. Daher verkaufe ich mich so gut es eben möglich ist. Und 1200€ Brutto ist nicht verkaufen, sondern sich verschenken.

Rein theoretisch ist für H4 oder weniger mehr - freiwillig arbeiten gehen, nicht intelligent (m.M.n. - Vollzeit mit Berufsausbildung). Es möge Stimmen geben die meinen, wieso – ich arbeite und das auch noch in meinem Beruf, Verbesserungen sind immer möglich. Das akzeptiere ich (Punkt). Ich würde mir dann sagen, okay es ist niemand bereit meine Arbeitskraft in etwa so zu vergüten, wie ich mir das vorstellen, in Ordnung. Ich bin nicht bereit für 2,50€ zu arbeiten. Was mache ich? H4 for the win? Sicherlich nicht. Ich suche Alternativen, Quereinstieg etc.

Daaron schrieb:
Denen gibst du H4, solange sie ihre Bedürftigkeit nachweisen und sich auch sonst an die paar einfachen Regeln halten. Da ist sie wieder, die Bedürftigkeit. Ein Lottogewinner, der noch ne halbe Millionen auf dem Konto hat, kann auch seinen Job verlieren. Und? Er ist deshalb trotzdem nicht bedürftig. Wenn er den Gürtel etwas enger schnallt kann er von den Zinsen leben...

Ein BGE würde die belohnen, die sich nicht bemühen, sondern lieber schön schmarotzen. Es würde genau die bestrafen, die sich bemühen. Du würdest deren ehrliche Mühen nicht honorieren.
In welcher Welt lebst du? Oder anders formuliert, meine "Erfahrungswerte" sehen doch deutlich anders aus. (Auch weil Kontakt zu einem Anwalt für Sozialrecht beständig ist.) Ein Mensch hat Beruf X gelernt, dieses Berufsbild wird aktuell eher weniger vom Markt gefordert... er wird arbeitslos, bleibt arbeitslos, ist aktuell ein Langzeitarbeitsloser.

Was glaubst du wohl, was hinter der Formulierung "Zumutbare Beschäftigung" steckt? Solche Menschen werden dann ins Call-Center, in die Lagerarbeit oder an die Kasse vermittelt (Beispiele), in prekäre, befristete Arbeitsverhältnisse mit meist schlechter Vergütung gezwungen. Und solche Fälle sind (nach Aktenlage) leider keine Einzelbeispiele.

Und das negative in der heutigen Zeit ist nicht mal der Zwang an sich, sondern in welcher Form die Menschen ausgenutzt werden. Sie habe keine Wahl, entweder H4 oder so einen Job annehmen. Und die Aufgabe solcher Institutionen sollte es sein, die Menschen zu vermittelt, in Arbeit... nicht in ein Leben innerhalb der Armutsgrenze.

@MountWalker
Ich bin auch der Meinung, dass die - die heute in Arbeit zufrieden sind, mit einem BGE nicht aufhören würden zu arbeiten, so wie heute auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mustis schrieb:
...
Auch die antwort auf die frage der finanzierung wird IMMER auf einen film oder werner oder dergleichen verwiesen. Selbst erklären?....
ich weiß nicht, wies bei dir ist, aber ich bin Student und habe damit eine menge zu tun und nicht die Zeit hier alle zehn Seiten aufs Neue zu erklären, was eine Negative Einkommenssteuer ist oder wie man das veraltete Konzept jetzt mit einem "Nurmehrwertsteuersystem" ersetzt.

Müsste mehr transferiert werden? Vielleicht ein bisschen. Will ich das? Ja. Will jemand wie Daaron das? Nein, will er nicht. Es ist nicht unfinanzierbar, es ist nur so, dass Leute wie Daaron es nicht finanzieren wollen.
 
_killy_ schrieb:
Die Preise für Wohneigentum sind im Osten absolut lächerlich niedrig - auch die Mieten.
Vorsicht, dass kommt ganz drauf an... auch für Wohneigentum.
Gerade ins Verhältnis gesetzt, kann hier der Preis für ein Grundstück mit Häuschen alles andere als absolut lächerlich niedrig ausfallen. Und auch Wohnraum in angenehmen Gegenden, ist hier nicht wirklich billig.
 
Zuletzt bearbeitet:
MountWalker schrieb:
ich weiß nicht, wies bei dir ist, aber ich bin Student und habe damit eine menge zu tun und nicht die Zeit hier alle zehn Seiten aufs Neue zu erklären, was eine Negative Einkommenssteuer ist oder wie man das veraltete Konzept jetzt mit einem "Nurmehrwertsteuersystem" ersetzt.

Müsste mehr transferiert werden? Vielleicht ein bisschen. Will ich das? Ja. Will jemand wie Daaron das? Nein, will er nicht. Es ist nicht unfinanzierbar, es ist nur so, dass Leute wie Daaron es nicht finanzieren wollen.

Es ist nicht finanzierbar! Die Fehler in dem von dir dargelegten System wurden klar dargelegt. Das ignorierst du jedoch. Darauf zu verweisen, du habest es erklärt und jegliche Kritik vom Tisch zu wischen macht das ganze nicht dadurch fianzierbar, nur weil du es behauptest.

Es fängt schon damit an, wenn es um die Umverteilung geht, dass der ganze jetzige Topf genommen wird und für das BGE genutzt wird. Was aber mit den ganzen Sachen ist, die darüberhinaus aus diesem jetzigen Topf finanziert werden, darüber wird schlicht nicht gesprochen, als ob es sich damit erledigt hätte. So funktioniert es aber nicht...

Genauso wie sich eben beharrlich geweigert wird, nunmal klar festzulegen, wer überhaupt BGE bekommt. Als ob es dann keine legale und illegale Zuwanderung mehr gäbe. Als ob es dann nicht den Schengener Raum gibt und damit die Umgehung der Mehrwertsteuer im deutschen Staat. Als ob es keine freie Wohn- und Arbeitsplatz innerhalb Europas dann mehr gebe. Was ist mit Asylbewerbern? Es gibt einer Menge solcher Fragen, die schlicht unbeantwortet bleiben, weil sie unbequem sind.

Von wegen das BGE ist problemlos realisierbar...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Unyu schrieb:
Natürlich nicht. Da noch Besitz vorhanden. Sogenannte Altervorsorge, denn die Rente wurde ja auch gestrichen. NACHDEM eingezahlt wurde. Es ist nicht sehr sozial erst einzahlen zu lassen und dann nichts mehr rausrücken zu wollen.
Wenn du bereits Rente beziehst, dann hast du nur einen Anspruch auf ALG2, wenn die Rente ausgesprochen niedrig ist.
Wenn du noch KEINE Rente beziehst: Deine bisherigen Punkte bleiben dir doch, so wie ich es verstehe, erhalten... Du lebst von ALG2 bis zur Rente, und gut. Du wirst lediglich mit 63 (und Abschlägen) zwangsverrentet und liegst somit nicht der ARGE sondern der Rentenkasse auf der Tasche.

Das einzige was du einbüßt: Über gesetzliche Rentenversicherung hinaus gehende Altersvorsorge. Aber nenn es einfach anders. Nenn es einfach nur "Vorsorge". Schon macht es Sinn. Sich hier auf "Alter" zu versteifen ist eben falsch gedacht.

Auf dem Spiegel Artikeln liest es sich leichter als es ist. Denkst du die Beratungsstellen gibt es weils so einfach für Diplomingenieure ist Formulare ihrer Kinder auszufüllen?
Ich hab selbst schon so manches BAFÖG- und ALG2-Formular selbst ausgefüllt... Wo ist das Problem? Wenn man wirklich was nicht versteht, dann darf man sich tatsächlich (kostenfrei) an verschiedene Vereine, z.B. Mehrgenerationenhäuser, wenden.

Außerdem das Grundproblem bleibt: H4 ist mehr als doppelt so viel wie Bafög.
...und ein BGE wäre so hoch, dass man das Studium gleich nur noch aus Geigel und Langeweile durchzieht. Man lebt ja auch so entspannt in den Tag hinein.
Einen Studenten auf BGE... irgendwie muss ich da an Van Wilder denken.

Nicht wenn die Eltern unterstützen. Aber das werden sie, schließlich ist eine eigene Wohnung bei dem "Gehalt" nicht möglich. Nicht wenns innerhalb des Studiums ist,
Moooooment... Praktikum während des STUDIUMS hast du nicht gesagt. Du sagtest Praktikum. Ich kenn auch Praktikanten, die bereits ihren Ba in der Tasche haben, aber vor lauter Nutzlos-Studium keinen Job finden und deshalb lieber Praktika mitnehmen als gar nix.
...und die sind bezugsberechtigt, außer sie wohnen in einer Bedarfsgemeinschaft.

Zwenner schrieb:
Ich bin nicht bereit für 2,50€ zu arbeiten. Was mache ich? H4 for the win? Sicherlich nicht. Ich suche Alternativen, Quereinstieg etc.
Wozu Quereinstieg, wenn du vom BGE leben kannst?
Und wohin Quereinstieg, wenn dich bereits für deinen Ausbildungsberuf keiner anständig entlohnt? Warum sollte ich einen Quereinsteiger besser bezahlen?

Solche Menschen werden dann ins Call-Center, in die Lagerarbeit oder an die Kasse vermittelt (Beispiele), in prekäre, befristete Arbeitsverhältnisse mit meist schlechter Vergütung gezwungen. Und solche Fälle sind (nach Aktenlage) leider keine Einzelbeispiele.
...und sie tragen damit zur Sicherung ihres eigenen Lebensunterhaltes bei. Kleinvieh macht auch Mist. Das sind wieder ein paar Hundert €, die die Solidargemeinschaft nicht aufbringen muss.
Außerdem, und das ist bei Langzeitarbeitslosen wichtig, werden sie in einen geregelten Tages- und Arbeitsablauf gebracht. Der geht als erstes flöten.

Und die Aufgabe solcher Institutionen sollte es sein, die Menschen zu vermittelt, in Arbeit... nicht in ein Leben innerhalb der Armutsgrenze
Wo nichts ist, dahin kannst du niemanden vermitteln.
Klar, wir können jetzt aufhören, Leute in Kassierer-Jobs zu vermitteln. Und wer kassiert dann im Supermarkt? Wird das wie die Speed-Kasse bei IKEA, vollautomatisch? Klare Verbesserung, ne? Da wird wenigstens niemand dürftig beschäftigt, sondern gar nicht.

Ich bin auch der Meinung, dass die - die heute in Arbeit zufrieden sind, mit einem BGE nicht aufhören würden zu arbeiten, so wie heute auch.
...außer sie zahlen dabei noch drauf. Wie ich schon sagte: 1000€ BGE, 1200€ Netto für 40h/Wo + Pendelstrecke... 200€ sind sehr schnell verfahren, vor allem wenn man nie die Mondpreise für einen Hybrid zahlen konnte.

MountWalker schrieb:
ich weiß nicht, wies bei dir ist, aber ich bin Student
...und ich werd das Gefühl nicht los, dass du einen der Studiengänge hast, die nach ihrem Abschluss ganz schnell auf ein BGE angewiesen wären... denn so wie du dich hier gibst bist du irgendwo bei den SpraLiKuWi.

oder wie man das veraltete Konzept jetzt mit einem "Nurmehrwertsteuersystem" ersetzt.
...aber du musst erklären, wie man dieses Konzept im Hinblick auf internationalen Handel, insbesondere innerhalb des Schengenabkommens, umsetzt.
Was hindert mich daran, die Mehrwertsteuer auszuhebeln? Ich würde für meinen Einkauf etwas länger brauchen und 1-2 Liter Sprit verbrennen, aber wenn ich dafür nur meinetwegen 20% statt 50% Mehrwertsteuer auf einen 40€-Einkauf bezahle...
Die einzigen, die sich bei deinem System die Hände reiben, sind unsere Nachbarn. Deutschland hat die Sprit-Preise immer weiter gepusht, v.a. durch die Öko-Steuer. Die Tschechen haben reagiert, jeder Grenzübergang besteht erst einmal aus 4-5 Tankstellen. Deutschland steigt aus dem Atomstrom aus und setzt auf überteuerte Erneuerbare, die Tschechen reagieren in Temelin mit ein paar neuen Blöcken. Deutschland verlangt Mondpreise durch ein vollkommen aus der Art geschlagenes Mehrwertsteuersystem, die Tschechen werden jedes Grenzdorf mit Tesco's zupflastern.

Oh, und was passiert bei "Nurmehrwertsteuer" eigentlich mit all den aktuellen, zweckgebundenen Steuern? Jap, so etwas gibt es tatsächlich. Es gibt zweckgebundene Abgaben. Genauso gibt es unterschiedliche Haushalte, die unterschiedliche Steuern einfahren.
Wie willst du die für den Straßenbau gebundene KFZ-Steuer in dein System einbeziehen? Fällt sie weg? Woraus werden dann die Straßen gebaut?
Streich die Gewerbesteuer, woraus bestreiten Gemeinden dann ihre laufenden Kosten? Willst du das "vereinheitlichen"? Daran dürfte so manche Gemeinde kein Interesse haben.

Es ist nicht unfinanzierbar, es ist nur so, dass Leute wie Daaron es nicht finanzieren wollen.
Ich will kein Risiko eingehen. Ich will keine halbgaren Ideen ausprobieren, nur damit sich ein paar sozial Benachteiligte dann besser fühlen.

Risk vs. Reward, das hast du evtl. schon einmal gehört....
Risk: Deutschland geht komplett den Bach runter, reißt die Euro-Zone und die halbe Weltwirtschaft (denk dran: China hält 1/3 seiner Devisen in €) mit sich
Reward: ein paar Hunderttausend (also: <1% der Bevölkerung) stehen etwas besser da. Ein paar Studenten, die es für witzig hielten, ihre Zeit mit Philosophie, Kunstgeschichte oder Literatur zu verschwenden, müssen sich keine Sorgen machen. Gut, sie hätten auch MINT wählen können, aber da gibts keine süßen Mädels, ne?

Es ist nicht logisch, dieses Risiko einzugehen. Um, wenns hoch kommt, ner Millionen Menschen das Leben besser zu gestalten, spielst du mit dem Leben von 1-2 Milliarden. Nichts kann das rechtfertigen.
 
Sorry, aber die Preise sind im Osten wirklich im Keller. Ein paar Stadteile in Berlin mag es geben mit ein wenig höheren Preisen aber sonst ...

Mal zwei Beispiele:
http://www.immobilienscout24.de/expose/65965324
http://www.immobilienscout24.de/expose/58176270

Für knapp 20.000 € gibts Mehrfamilienhäuser mit Rund 20 Wohneinheiten zu kaufen ... dort noch 80.000 € reingesteckt für Sanierung und fertig ist das gut und günstig Haus. (verputzen, Bad Ausstattung, Farbe - mehr braucht es nicht) - dann würde eine Wohnung insgesamt 5.000 € Kosten. Wer mehr "Luxus" mag - der steckt noch ein bisschen mehr Kohle rein. Selbst bei 10.000 € je Wohnung insgesamt ist man doch immer noch extrem billig an Wohneigentum gekommen.

Da will mir doch jetzt keiner Erzählen dass das BGE im Osten noch jemanden motiviert arbeiten zu gehen.
 
das BGE wird dort doch einfach nur zu Inflation führen. Dann steigen halt die Mieten um den Preis des BGE. So würde lokale Inflation das ganze doch wieder auffressen.
 
Durch die Einführung des BGEs kommt es also zu Preissteigerungen - damit hätten die Menschen also auch durch das BGE nicht mehr Geld in der Tasche als heute ... warum dann also BGE einführen?!?

Manchmal muss man es an praktischen Beispielen zeigen, dass nicht alle staatlichen Eingriffe auch wirklich sinnvoll sind.
 
Daaron schrieb:
Wenn du bereits Rente beziehst, dann hast du nur einen Anspruch auf ALG2, wenn die Rente ausgesprochen niedrig ist.
Wenn du noch KEINE Rente beziehst: Deine bisherigen Punkte bleiben dir doch, so wie ich es verstehe, erhalten... Du lebst von ALG2 bis zur Rente, und gut. Du wirst lediglich mit 63 (und Abschlägen) zwangsverrentet und liegst somit nicht der ARGE sondern der Rentenkasse auf der Tasche.
Ich liege Niemanden auf der Tasche, wenn ich einen Bruchteil des eingezahlten wieder bekomme.

Mit 50 fällt die Arbeit weg. Die selbst zusätzlich angesparte Altersvorsorge ist existent, d.h. es gibt keinen Cent von der Sozialkasse. Im Rentenalter ist die Vorsorge verkauft und der Rentner bekommt mit Rasen zum Amt soviel wie Jemand der nie gearbeitet und nie einen Cent eingezahlt hat.

Das einzige was du einbüßt: Über gesetzliche Rentenversicherung hinaus gehende Altersvorsorge. Aber nenn es einfach anders. Nenn es einfach nur "Vorsorge". Schon macht es Sinn. Sich hier auf "Alter" zu versteifen ist eben falsch gedacht.
Ich büße die 100.000€ Scheine ein, die ich in die Rentenkasse gezahlt habe und muss dazu noch mein Haus zwangsversteigern. Das ist deine Definition von auf der Tasche liegen.

Ich hab selbst schon so manches BAFÖG- und ALG2-Formular selbst ausgefüllt... Wo ist das Problem? Wenn man wirklich was nicht versteht, dann darf man sich tatsächlich (kostenfrei) an verschiedene Vereine, z.B. Mehrgenerationenhäuser, wenden.
Interessant und die können die Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit vor 3 Jahren streichen.

...und ein BGE wäre so hoch, dass man das Studium gleich nur noch aus Geigel und Langeweile durchzieht. Man lebt ja auch so entspannt in den Tag hinein.
Darum würde ich keine 1000€ BGE ansetzen. 500€ sollten reichen und sind mehr als die 300€ Bafög, die ja fürs Leben reichen sollen.

Ach verstehe, ein Student hat kein Anrecht auf ein Existenzminimum. Weil, ja warum eigentlich. Weil er irgendwann hoffentlich mehr verdient und das Sozialsystem bezahlt?

Moooooment... Praktikum während des STUDIUMS hast du nicht gesagt. Du sagtest Praktikum. Ich kenn auch Praktikanten, die bereits ihren Ba in der Tasche haben, aber vor lauter Nutzlos-Studium keinen Job finden und deshalb lieber Praktika mitnehmen als gar nix.
...und die sind bezugsberechtigt, außer sie wohnen in einer Bedarfsgemeinschaft.
Vergess das Studium. Ich schrieb wenn das Gehalt so niedrig ist. Dann wird die Wohnung der Eltern gewählt, um nicht unter der Brücke zu wohnen.
 
Kommt einem eigentlich niemandem komisch vor, dass die Beispiele, die gegen das BGE gebracht werden, restlos ALLE heute schon Realität sind. Es gibt garnicht wenige Menschen, die mit H4 leben, weil sie eben keinen Job finden, der ihnen "signifikant" mehr einbrächte.
Unter den heutigen Umständen ist BGE tatsächlich dann nicht viel mehr als eine Einladung zum Faulenzen - aber ob das daran Läge, dass das BGE so hoch bemessen wird, oder daran dass in DE einfach (zum Profit der großen und zum Leidwesen der kleinen) seit einiger Zeit massives Lohndumping betrieben wurde. Die Jobs, die gut bezahlt werden (signifikant über H4), sind einfach selten, und es werden zudem immer weniger.

Ein ganz anderer Gedanke ist mir gestern abend noch gekommen. Lohndumping funktioniert nur bei ausreichender Nachfrage (nach Arbeitsplätzen), bei unzureichendem Angebot (Arbeitsplätze). Eine Wirrtschaft, die an niedrigen Löhnen Interesse hat, darf also gerade KEIN Interesse daran haben eine Arbeitslosenquote zu senken - denn damit sinkt der Druck auf die Arbeitslosen, sich gegenseitig bei den Reallöhnen zu unterbieten, damit eben SIE den Job bekommen, und nicht ihr Nachbar, der ihn auch für 1,50/stunde machen würde.
Etwas in der Art kann man sogar schon bei Marx nachlesen - er nennt das Arbeitslosenheer, welches den Kapitalisten erlaubt, immer niedrigere Löhne zu diktieren, schlicht das "Lumpenproletariat" oder die "5. Kolonne des Kapitals". Mit genügend Arbeitslosen und der damit einhergehenden Angst vor Arbeitslosigkeit klappt die Profitoptimierung gleich nochmal so gut.

Unabhängig von der Frage, wie so ein System finanziert werden könnte (mMn geht das nur durch Zwangs-Lohn-pfändung bei den Großverdienern), könnte ein BGE gerade dadurch, dass es diesem System kein Futter zuführt (weil es sich ja nicht lohnt für weniger arbeiten zu gehen), wieder zu leicht stegenden Reallöhnen führen, denn die zu erledigende Arbeit würde schlicht liegenbleiben, wenn mir der Lohn nichtmal ein besseres Leben ermöglichen würde, als das BGE - Oder zu einer weiteren Auslagerungsflut derer Firmen, die es sich eben leisten können, ihre Produktion für den europäischen Markt nach China zu verlagern.

Leider ist eben letzteres sehr wahrscheinlich, und das hieße noch mehr Arbeitslose, und der in Deutschland verbliebene Mittelstand könnte noch um einiges besser Lohndumping betreiben, als die Großkonzerne es heute können.

Ich denke, dass wohl das sozialistische Prinzip der Verstaatlichung in einer solchen Situation nicht das schlechteste wäre. Einfach alle Vermögenswerte, die JETZT in DE vorhanden sind (Produktionsanlagen, Häuser etc.) verstaatlichen, dann kann man auch mal wieder mit "sozialer" Marktwirtschaft experimentieren, statt sie nur vom sozialen zu befreien, wie es momentan geschieht. Aber dieses Übel möchte einfach keiner in Kauf nehmen - nichtmal für ein bisschen mehr Geld in der Lohntüte, echten Kündigungsschutz und allgemein weniger Sorgen.

Zurück zu den Beispielen:
Die Skandinaven fahren schon heute zum Saufen nach Deutschland (genau wie Franzosen, Holländer, Italiener und viele viele andere zum Schnellfahren oder für einen Puffbesuch). Natürlich würden viele Deutsche das ebenfalls tun, wenn es sich für sie denn lohnen würde. Allerdings rechnet sich Tanken im Ausland auch nur für Leute, die einigermaßen in Grenznähe wohnen. Ich hätte bis zur nächsten Grenze knapp 250km - und dann bin ich in Holland, nicht im Billig-Osten. Es könnten einfach nicht alle im Ausland shoppen, denn keine Mehrwertsteuer kann 10-20l Spritverbrauch lohnend erscheinen lassen.
Das kann jemandem in Dresden, Ulm, Kassel oder Randpolen (Berlin) natürlich Latte sein, denn der ist im Handumdrehen in Osteuropa. Das klappt aber für jemanden in Köln oder Düsseldorf eben gerade nicht. Und Frankreich bzw. die Beneluxländer waren noch nie eine billige Alternative zu DE.

Es klappt wahrscheinlich tatsächlich nicht, solange wir unterschiedlich finanzkräftige Nationalökonomien in einem europäischen Wirtschaftsraum haben. Mit einer europaweiten Gleichschaltung (böööööööses Wort) von Löhnen und Lebenshaltungskosten (Existenzminimum Frankreich = Existenzminimum Polen = Existenzminimum Deutschland, und in allen Ländern bekommt man auch genug Lohn um das zu bezahlen), könnte das aber tatsächlich funktionieren.
Ich würde für einen Laib Brot (oder einen Liter Sprit) auch €5,00 bezahlen, wenn es von meinem Lohn denn machbar wäre, und es nicht hinter der nächsten Ländergrenze das gleiche für die Hälfte gibt. Dass es für viele bei derzeitigen Löhnen nicht machbar ist, und es obendrein noch den Billigdiscounter hinter der Grenze gibt, daran scheitert ein solches Bemühen.
Europaweit gleiche Löhne und gleiche Lebenshaltungskosten sind allerdings nur die eine Seite der Medaille. Beim Aussenhalndel (Import Export) müsste es hingegen geradezu protektionistische Zölle geben, die dafür sorgen, dass Importgüter eben NICHT viel billiger sind als hier Produziertes. Und das funktioniert nicht, was man daran sehen kann, wie viele japanische Autos in den USA rumgondeln - die haben es nämlich genau so probiert und sind episch gescheitert (die Zölle gibt es noch immer, aber japanische Autos bieten einfach mehr, als vergleichbare Amerikaner, und kosten trotz Einfuhrzöllen inkl. allen "Extras" immernoch weniger, als die US-Wagen in Grundausstattung).
Die Preise von Importprodukten müssten per Zoll und Sondersteuern rigoros an vergleichbare Inlandsprodukte angepasst weden, und die Differenz müsste zu 100% ins Statssäckl fließen. Aber wer kauft einen Toyota, wenn der genausoviel kostet, wie ein Ausstattungstechnisch vergleichbarer Chrysler oder Cadillac? Momentan würde das wohl keiner tun - aber wie sieht es aus, wenn es dazu einfach keine Alternative gäbe?

Wer im Ausland einkauft, der "hinterzieht" ganz nebenbei Steuern, denn er führt gezielt Geld (welches hier als Umwelt - oder MwST zu zahlen wäre) aus der deutschen Nationalökonomie ab, und schädigt dadurch nicht zuletzt auch unser derzeitiges Sozialsystem, den Straßenbau, unsere Bemühungen um umweltverträgliche Energieversorgung usw. - MwST ist eben nicht gebunden, und ist daher an nahezu allem beteiligt, was der deutsche Staat so zu finanzieren hat. Deswegen ist die MwST in DE ja gerade so hoch, denn es ist der allgemeine Topf aus dem bei Bedarf auch mal Gelder für die Bundeswehr, die Rente oder für eine unsinnige Bankenrettung kommt.
Gerade im Bezug auf eine "Nurmehrwertsteuer" müssten privat eingeführte Nahrungsmittel so stark bezollt werden, dass sich auch der Fußweg zum Billigdiscounter auf der anderen Seite der Grenze nicht mehr lohnt.

Die Frage ist dann wohl, wie bekommt man das hin (vor allem ohne dass schon wieder der arme Mittelstand die Zeche zahlen muss)?
Ich glaube wir müssen uns da nur von unseren Nationalökonomien verabschieden, ihnen ein europäisches Pendant schaffen (gibts schon lange), und damit dem europäischen Wirtschaftsraum einen europäischen Sozialraum entgegensetzen.
Leider würde das Problem dadurch nur an die dann neuen Grenzen verlagert - und es sind dann eben nur noch Polen, Tschechen oder Spanier/Portugiesen die sparen könnten, indem sie zum shoppen nach Russland oder Marokko pendeln.
Eigentlich kann es nur global funktionieren, denn sonst hat die Wirtschaft wieder zu viele Ecken in die sie ausweichen kann. Und denen sind auch 20000km egal, wenn sie nur den Profit maximieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Unyu schrieb:
Darum würde ich keine 1000€ BGE ansetzen. 500€ sollten reichen und sind mehr als die 300€ Bafög, die ja fürs Leben reichen sollen.
...und zusätzlich einen H4-artigen Regelsatz für Wohnung etc? Oder wie? Von 1000€ könnte man durchaus Miete zahlen und leben. Von 500€ nicht. Deshalb ist H4 auch signifikant höher als die knapp 400€, die man tatsächlich bar auf Kralle bekommt. Der Bar-Regelsatz kommt ja oben auf Wohngeld, Krankenversicherung,... mit drauf. Wer zahlt das beim BGE?

Ach verstehe, ein Student hat kein Anrecht auf ein Existenzminimum. Weil, ja warum eigentlich. Weil er irgendwann hoffentlich mehr verdient und das Sozialsystem bezahlt?
Schön, wie du polemisch wirst und Worte im Mund umdrehst, weil dir tatsächliche Argumente abgehen.

DerOlf schrieb:
Kommt einem eigentlich niemandem komisch vor, dass die Beispiele, die gegen das BGE gebracht werden, restlos ALLE heute schon Realität sind. Es gibt garnicht wenige Menschen, die mit H4 leben, weil sie eben keinen Job finden, der ihnen "signifikant" mehr einbrächte.
...diese Menschen können aber weitestgehend nicht arbeiten, weil sie nichts finden. Das BGE schließt das aus.

Etwas in der Art kann man sogar schon bei Marx nachlesen
Was wusste Marx von Überschallflügen, globalen Märkten, globaler Vernetzung,...?
Man muss nicht alles für bare Münze nehmen, was auf der Nischel geschrieben hat. Es sind durchaus wahre Worte, aber eben alles andere als allgemeingültig. Der Kontext hat sich massiv verändert.

Unabhängig von der Frage, wie so ein System finanziert werden könnte (mMn geht das nur durch Zwangs-Lohn-pfändung bei den Großverdienern),
...nehmen wir's den Reichen, denn die haben für ihr Geld nie gearbeitet... Oder wie? Zwangsenteignung, nennt man das. Das ist typische rote Polemik, damit hat die Linkspartei sogar schon Wahlkampf gemacht.
Großverdiener bezahlen bereits Spitzensteuersätze, die du dir gar nicht vorstellen kannst. Aber das passt ja nicht in dein Sozialisten-Weltbild.
Treib es mit den Reichen-Steuern zu weit, und du vergraulst sie. Hey, EU-Freizügigkeit... Da zieht der Firmenbesitzer eben nach Malle.

Oder zu einer weiteren Auslagerungsflut derer Firmen, die es sich eben leisten können, ihre Produktion für den europäischen Markt nach China zu verlagern.
Genau das wird passieren. Oder wie viele Computerchips wurden z.B. dieses Jahr in Deutschland produziert, wie viele in Taiwan? Selbst auf AMDs, die bei GlobalFoundries Dresden "geschmiedet" wurden, steht am Ende: Assambled in Malaysia.
Du hast auch eine Verpflichtung deinen Investoren gegenüber. Die arabischen Scheichs werden dir den Hals umdrehen, wenn du ihre Investition in GF & Co. mit solchem Sozi-Firlefanz ins Verderben stürzt. Prelle deine Handelspartner in dem Ausmaß, und mit dir treibt nie wieder jemand Handel.

Einfach alle Vermögenswerte, die JETZT in DE vorhanden sind (Produktionsanlagen, Häuser etc.) verstaatlichen
Schön, wenn du dein ganzes Leben dafür gearbeitet hast, dir ein paar Morgen Land zu kaufen, und von heute auf morgen entscheidet das Zentralkomitee, dass dein Land jetzt der LPG gehört. Applaus, Applaus, Applaus. Hatten wir schon, will keiner mehr.

Allerdings rechnet sich Tanken im Ausland auch nur für Leute, die einigermaßen in Grenznähe wohnen.
Liegt daran, dass z.B. die Krone in den letzten 2-3 Jahren deutlich gegen den € zugelegt hat. Zusätzlich hat Tschechien ein paar Steuern erhöht.
Trotzdem kostet direkt hinter der Grenze der Liter Super 15-20ct weniger. Verbrauche ich also weniger als 1/10 Tankfüllung für den Trip, lohnt er sich. Das ist in einem 30-40km-Radius gewährleistet.

Wenn ich gleichzeitig noch andere Güter jenseits der Grenze signifikant billiger kaufen kann, z.B. meinen Lebensmitteleinkauf um 20-30% senke, dann steigt dieser Radius deutlich an.

...denn keine Mehrwertsteuer kann 10-20l Spritverbrauch lohnend erscheinen lassen.
Global Village.
Wenn ich nicht selbst über die Grenze fahren kann, dann lass ich die Grenze zu mir kommen. Lieferdienste wie Amazon bringen eh alles nach Hause, und gezahlt wird der Auslandspreis. Schengenraum.

Und Frankreich bzw. die Beneluxländer waren noch nie eine billige Alternative zu DE.
Wenn auch da der Lebensmittelkorb jede Woche 20€ billiger ist? Das kannst du abessen. Da lohnt sich so manches, was am Ende z.B. gar nicht zu den Umweltzielen unserer Regierung passt.

Mit einer europaweiten Gleichschaltung von Löhnen und Lebenshaltungskosten, könnte das aber tatsächlich funktionieren.
Das würde z.B. auch eine Gleichschaltung aller Steuern bedeuten, sowie der Sozialsysteme. Du müsstest die Schulsysteme vereinheitlichen, die Regierung,...
Mit anderen Worten: United States of Europe. Die EU ist eine Gemeinschaft verschiedener autonomer Völker. Das, was dir vor schwebt, ist eher eine UdSSR -> Zwangs-Vereinigung durch Blut und Eisen.

Außerdem müsstest du jeglichen Warenhandel außerhalb der Zwangsunion verhindern bzw. streng reglementieren. Es könnte dir ja sonst passieren, dass z.B. Norweger (wird immer gern vergessen: die sind nicht in der EU) günstiger als ein Schwede ist, oder ein Russe günstiger als ein Finne.... Beim Norweger wirds ganz prekär: er ist im Schengen, aber nicht in der EU. Du kannst ihm keinen EU-Sozialismus überstülpen, aber du musst ihm alle Vorteile des Schengen-Abkommens gewähren.

Die Frage ist dann wohl, wie bekommt man das hin (vor allem ohne dass schon wieder der arme Mittelstand die Zeche zahlen muss)?
Blut und Eisen, nicht mit Worten. Ein inakzeptabler Ansatz.

Wie "beliebt" solche Systeme sind, bei denen verschiedene Nationalvölker unter einen Hut gezwungen werden, das hat die Zeit mehrfach gezeigt. Frag die alten Römer, frag Karl den Großen, frag Bismarck und schau dich im gesamten 20. Jh. um. Wie viele Nationalstaaten haben innerhalb der letzten 30 Jahre ihre Unabhängigkeit erklärt, sich von Zwangs-Vereinigungen teilweise mit Waffengewalt, teilweise friedlich, gelöst?
Und du willst einen gegenläufigen Prozess in Gang setzen?
 
Daaron schrieb:
...und zusätzlich einen H4-artigen Regelsatz für Wohnung etc? Oder wie? Von 1000€ könnte man durchaus Miete zahlen und leben. Von 500€ nicht. Deshalb ist H4 auch signifikant höher als die knapp 400€, die man tatsächlich bar auf Kralle bekommt. Der Bar-Regelsatz kommt ja oben auf Wohngeld, Krankenversicherung,... mit drauf. Wer zahlt das beim BGE?
In den 300€ Bafög sind Wohnung, Krankenversicherung usw. enthalten. Bei den 400€ H4 nicht, darum schrieb ich doch, H4 sei mehr als doppelt soviel. Selbst mit Anrechnung des Kreditanteils ist H4 noch mehr. Also welchen Grund hat der höhere Lebensstil des H4er? oder was bedeuted ein Existenzminimum, wenn es nicht für alle gilt?

Das bei H4 Wohnung usw. getrennt ist finde ich auch schlecht. Es sollte imho komplett einheitlich sein, soll Jeder selbst sehen wie viel er für Wohnung und Essen ausgibt.

Die Sache mit der verdunsteten Rente ist dir zu heiß geworden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das die befürworter nicht verstehen wollen, dass man in einer globalisierten welt nicht eine sache wie das bge nur auf nationaler ebene begutachten kann.

Wie oft muss man solche zusammenhänge wie schengen, eu, etc. eiegntlich noch erwähnen, damit manche kapieren, dass keiner der bge pläne diese irgendwie berücksichtigt? Es fängt schon mit dem euro an. Das ist keine nationale währung, würde durch ein bge aber entwertet werden und das nicht nur in deutschland, sondern global. Ich bezweifele, dass andere euro staaten das toll finden würden. Von staaten wie china ganz abgesehen, die durch ihre anlage in den euro auch dessen stabilität mit bewirken. Wird er entwertet, werden länder wie china ihn abstoßen und er wird weiter entwertet. Desweiteren hat die europäische zentralbank da wohl auch ein wörtchen mitzureden. Denn deren aufgabe ist es unter anderem die inflation im zaum zu halten.

Man kann ein bge nicht lösgelöst von solchen themen betrachten. Das wird aber getan und dann behauptet, alles keine thema, funktioniert auf nationaler ebene alles, umsetzung und fiinanzierung stehen alle schon.

Blöd nur, wenn diese finanzierung eben nicht die globalen effekte berücksichtigt, die dadurch in gang kämen.

PS: Unyu bitte beschäftige dich mit dem Bafög, dein Unwissen zu dem Thema ist gewaltig. Der Bafög Höchstsatz liegt aktuell bei 670€ und nicht bei 300. Das sind mal eben über 100% mehr als was du uns hier verkaufen willst. Härtefälle können darüber hinaus sogar mehr erhalten. Darüber hinaus können nochmals, wenn das nicht ausreicht für ausreichende Unterbringung weitere Zuschüsse über das Jobcewnter beantragt werden. Desweiteren muss ein Student erst mit 25 Jahren selbst eine KV zahlen, davor ist er familienversicht. Und ehrlich? mit 25 Jahren kann man die meisten Studiengänge bereits fertig haben oder zumindest in einem weit fortgeschrittenen Stadium sein.

Nachzulesen (unter anderem) hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesausbildungsförderungsgesetz

Davon abgesehen ist es bei den meisten Studiengängen absolut zumutbar, dass man einen kleinen Halbstagsjob annimmt oder wneigstens in den wirklich nicht knapp bemessenen Semesterferien eine Arbeit annimt. Viele Arbeitgeber haben solche Jobs für Studenten, die teilweise sogar Studenten bevorzugt einstellen und mit den Arbeitszeiten so flexibel sind, dass diese an die Vorlesungen angepasst werden können. Mit welchen Recht nimmt man sich bitte heraus, dass man während eines Studiums sonst keiner Beschäftigung nachgeht?

Und nu hör bitte auf deine 300€ zu predigen...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Unyu, mir ist es nur zu blöde geworden dir zu erklären, dass man einfach das "Alters" aus "Altersvorsorge" streicht, und somit alles Sinn macht. Du zahlst auch keine RV, damit DU sie dann kassierst, du zahlst HEUTE RV, damit Renter HEUTE von etwas leben. Andernfalls würden Leute, dei aktuell Rentner sind, gar nichts bekommen. Schließlich war in der Nachkriegszeit nicht viel mit "in RV einzahlen".

Und auch deine BAFÖG-Predigt kannst du stecken lassen.

1.) Es zwingt dich niemand, so ewig zu studieren
2.) Du hättest ein BA-Studium machen können, das ist dual und bringt Zaster
3.) Das Wort "Studentische Aushilfe" ist kein Hexenwerk. Wenn man natürlich in der SpraLiKuWi hängt, dann ist man maximal Barista oder Sandwich Artist. Ein guter MINT'ler hingegen... n paar Hunderter sind da jeden Monat durchaus drin, inklusive Fuß in der Tür für später.
4.) die Maximalsätze sind signifikant höher als das, was du hier erzählst. Du hast nur 300 bekommen? Wie schade... Evtl. hast du noch Guthaben, das du aufbrauchen sollst?


Geh lieber mal auf die systemrelevanten Fragen zum BGE ein. Predige nicht, wie uuuuunglaublich schlecht es manchen Studenten geht, und dass das BGE aus ihnen bessere Menschen machen würde. Erklär lieber mal, woher das BGE kommen soll.
Aber halt, das kannst du ja nicht.
 
Mustis schrieb:
Viele Arbeitgeber haben solche Jobs für Studenten, die teilweise sogar Studenten bevorzugt einstellen und mit den Arbeitszeiten so flexibel sind, dass diese an die Vorlesungen angepasst werden können. Mit welchen Recht nimmt man sich bitte heraus, dass man während eines Studiums sonst keiner Beschäftigung nachgeht?

Mit den €300,- liegt er tatsächlich etwas daneben.
Ich hatte in meinem Studium (OHNE BAFÖG, dafür waren die Schulden meiner Eltern nicht hoch genug), ungefähr €500-€650 im Monat, musste für einen Großteil davon arbeiten (Miete haben zum Glück die Eltern gezahlt, wenn es iwie ging) UND davon alles bezahlen (inkl. der knapp €150 für die Pflichtkrankenkasse, die man ab 30 dann zahlen darf, wenn's nichtmal mehr Studi-Ermäßigung gibt). Ich habe genau dadurch auch ein paar Semester länger gebraucht, in denen mich "sponsored by Papi"-Studenten überholt haben. Die Folge: Heute bin ich insgesamt 5-10 Jahre älter (ja ich habe auch mal ein bisschen gebummelt), als der Durchschnitt meiner Mitbewerber - schlechte Vorraussetzungen, denn auf die Weise darf ich oft genug nichtmal unter Beweis stellen, dass ich mein "Handwerk" beherrsche. Ich bin mit knapp 40 scheinbar zu alt - dabei ist mir klar, dass ich beim momentanen Zustand des Rentensystems und der großen Überraschung "Pensionen", wahrscheinlich werde arbeiten können, bis ich tot umfalle - Rente bekomme ich, wenn überhaupt, nur durch private Vorsorge - und für die bräuchte ich erstmal nen Job nebst Lohn, von dem man Rücklagen aufbauen KANN.

Allerdings wird bei einer Argumentation wie deiner ganz oft etwas vergessen. Eine Antwort auf die Frage, warum viele Unternehmen so gerne Studenten einstellen. Bei den meisten dieser Jobs handelt es sich nämlich um "Geringverdiener"-Jobs, ohne Lohnnebenkosten für Arbeitssicherheit oder Sozialabgaben. Tatsächlich verlieren viele Studenten den Job, den sie über Jahre hinweg gut gemacht haben, genau in dem Moment, wo sie keine Studenten mehr sind, und vielleicht mit den €450 nicht mehr ganz zufrieden sind. Dann werden sie nämlich teurer (auch im MINT-Bereich), als die vielen kleinen Studenten, die den Job nur machen wollen, um ihr BAföG etwas aufzubessern.
Hätte ich mir mein Zeugnis nicht abgeholt, ich wäre auf dem Arbeitsmarkt als zwar ausgebildeter, aber eben nicht zertifizierter "Akademiker" um einiges Attraktiver. Vorrausgesetzt ich hätte als Geringverdiener (vllt. mit 2 - 3 Jobs) weiterhin den Unternehmen die Lohnnebenkosten gespart - denn auf nichts anderes kommt es denen schließlich an. Aus keinem anderen Grund nehmen die Studenten gerne.


@Daaron
Ganz Nebenbei: Auch ein ganz normaler malochender Steuerzahler möchte ab und zu mal ein bisschen Kultur genießen können, am besten ein bisschen über dem Niveau von YouTube-Videos und nicht den 150sten Aufguss von "Free Willy" oder "Und ewig singen die Wälder" - und woher soll das kommen, wenn es keine künstlerischen Studiengänge mehr gibt, weil die ja in der Wirtschaft nicht gebraucht werden? Ich finde es gut, dass es Leute gibt, die bei der Wahl des Studienfaches auf die eigenen Interessen (und evtl. Talente) schauen, statt nur den ohnehin ständig wechselnden Bedürfnissen des Arbeitsmarktes hinterher zu studieren.
Klar wäre es am wirtschaftlichsten, neben MINT nur noch Jura und WiWi als Studienfächer anzubieten. Aber wer designt dann das neue Case, das schicke Handy, das Auto, sorgt für verkaufsfördernde Musik (oder für welche die die Milchleistung von Kühen erhöht) im Supermarkt? Oder wer erzieht und bildet die nächste Generation, vermittelt ihnen Werte wie Sozialkompetenz oder Pünktlichkeit?

Die Rolle, die die von dir so verachteten Studiengänge in unserer Gesellschaft spielen, wird standardmäßig unterschätzt. Aber das wird erst auffallen, wenn es zu Miley Cyrus oder Justin bieber keine alternativen mehr gibt, oder wenn nur noch so Flachpfeifen wie Thilo Sarrazin über gesellschaftliche Zustände und Mechanismen schreiben. Genau diese Leute, die ja im Prinzip "gezielt auf die Arbeitslosigkeit hin" studiert haben, sind dafür zuständig, dass DU ab und zu mal von "guter" Straßenmusik überrascht sein kannst - einige dieser "Penner" haben lang und dreckig mehr drauf, als alle Dieter Bohlen's, Samu's und Nena's zusammen.
Leider wird der gemeine "Kulturarbeiter" in Deutschland schlecht bezahlt, wenn überhaupt.
Der Zeitaufwand für gute Kulturgüter ist nicht zu verachten, wird aber gerne vergessen, wenn man glaubt, dass die meisten Kulturarbeiter das ja eh nur als "Hobby" oder Nebenjob betreiben. Sie betreiben es nicht hauptberuflich, weil man davon in DE kaum Leben kann, und die Zeit, die sie NICHT in ihre Kunst stecken können, kommt "hinten" bei der Qualität ihrer Kunst raus - die ist nämlich oft genug einfach für'n Arsch.

In einer Welt ohne neue Literatur, Musik, Kunst oder einfach Menschen, die dazu ausgebildet wurden, ihre Krativität nicht nur möglichst gewinnbringend (finanziell) einzusetzen, die uns helfen zu verstehen, was in unserer Gesellschaft evtl. falsch oder nicht optimal läuft (jenseits von "Ich bin noch nicht reich/fett genug" das bekommen auch BWLer hin), und ihre jahrzehntelange Forschung (die nur extrem selten noch staatlich finanziert wird), der Gesellschaft, einfach zur Verfügung zu stellen, statt sie meistbietend zu verkaufen - oder eben zurückzuhalten weil das "Mindestgebot" nicht erreicht wurde - in so einer Welt möchte ich nicht leben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand, der sich über Studenten von Philosophie, Literatur, Kunst oder Musik aufregt, wenn diese sich dann über zu geringe gesellschaftliche Akzeptanz oder "imaginäre Löhne" beklagen, in einer solchen Welt auf dauer glücklich sein würde. Einfach mal dran denken, dass man Applaus nicht fressen kann - egal wie ernst er gemeint ist.


Am ende noch eine Frage (weil ich es echt nicht verstehe):
Was haben Überschalflüge oder derartiges mit mit dem zu tun, was Marx zum unschätzbaren Wert der Arbeitslosigkeit im Kapitalismus geschrieben hat?

Das ist mMn eine richtig einfache Anwendung der ganz normalen Marktgesetze (Angebot/Nachfrage). Marx hat es eben nur etwas weiter gedacht und dementsprechend schärfer formuliert als Adam Smith (ich hoffe der sagt dir was). Tatsächlich hat Marx nichts anderes getan, als die von Smith formulierten Marktgesetze auf die Ware "menschliche Arbeiitskraft" anzuwenden. Natürlich passiert mit der das gleiche, wie mit allen Waren, von denen es ein Überangebot gibt - sie müssen günstiger sein, als die der Konkurenz, damit sie vielleicht auch mal jemand kauft.
Und das ist genau das, was ich meine, wenn ich von Lohndumping spreche - im Grunde nichts anderes, als der Erfolg von ALDI, KIK und LIDL. Wirtschaftlichkeit um jeden Preis ist am ende eben doch nicht so menschlich, wie es BWLer gerne hätten.

Die Mechanismen, die er da beschrieben hat, sind durch das global Village eher noch verstärkt worden.
Nebenbei bewundere ich Marx nicht für diese Idee "Sozialismus" (das scheitert mMn am Menschenmaterial aber auch das konnte er damals nicht unbedingt ahnen), sondern für die Schärfe seiner Gesellschaftsanalyse - er hat sicherlich nicht alles berücksichtigt, und heute mit marxistischer Theorie Gesellschaft analysieren zu wollen käme mir nicht im entferntesten in den Sinn (das reicht mMn nämlich nichtmal für die Hälfte) aber ... An einigen Punkten liegt Marx noch immer goldrichtig.
Aber das zählt ja nicht, wenn man bei "Marx" immer gleich rote Tücher sieht.

Der Mann war Philosoph, Soziologe, Journalist und Wirtschaftswissenschaftler - nicht oberster Diktator. Ich bezeichne Lenin, Stalin, Mao oder Castro auch extrem ungern als "Marxisten", denn das waren sie ganz sicher nicht - ganz im Gegenteil, sie haben echte Marxisten liebend gerne (mund)getötet, nicht dass noch jemand dem Volk zu erklären versucht, was im Kapital tatsächlich drinsteht. ;) Denn das ist einfach nur Gift für jede art von Ausbeutung - auch für die unter einem realsozialistischen Tarnanzug.
Wenn es einen echten Marxismus jemals gegeben hätte, würden wir den Kapitalismus mMn nicht für eine so besonders gute Idee halten. Leider (oder zum Glück) hat es nie jemand wirklich versucht.
 
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