Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Daaron schrieb:
Du willst Leuten KÜNDIGEN, um SOZIAL zu sein? Du würdest auch im Robbenpelzmantel fürn PETA-Plakat posieren, hm?
Willst du die Entlassenen Siemens, RWE, Bosch, ... Mitarbeiter alle beim Staat antstellen? Niemand zuckt da mit der Wimper, warum eine Besserstellung für manche? Du schimpfst doch so über die DDR, dabei forderst du genau das.

Wie gesagt, wir können nicht mit der globalen Konkurrenz mithalten, wenn jeder beim Staat arbeitet. Warst du mal im Amt? Selbst die Hälfte würde reichen.

Und hast du oben mal meine ZAHLEN gesehen? Ganz nüchterne Zahlen? 800€ BGE sind sogar schon knapp, denn BGE soll ja zum Leben reichen, sonst machts keinen Sinn -> BGE reicht für Wohnung, Essen und Krankenversicherung, sowie Teilnahme am kulturellen & gesellschaftlicehn Leben. H4 beinhaltet z.B. einen Farbfernseher sowie einen PC mit Internetzugang.
Lies die Rechnung oben nach.
Nö sind nicht knapp. 200€-300€ Wohnung. Es soll doch kein Luxusleben sein. Entscheide dich mal Luxus BGE damit alle zuhause bleiben oder BGE damit alle Bedürftigen Hilfe bekommen.

Willst du den BGE Menschen besser als den Auszubildenen stellen?

Google hilft... Bildung heißt eben auch, seinen Horizont zu erweitern.
SpraLiKuWi steht nicht im Duden. Mir ist klar worauf du hinaus willst, die Dokotoren deines Merkelvereins, wenn nicht eh beschissen, sind alles solchen Kalibers.

50€ * 80Mio Bürger * 12 Monate => 48Mrd pro Jahr. Applaus, Applaus! Sind ja nur knappe 8% des gesamten Steueraufkommens der Bundesrepublik.
Siehst du es ist realistischer, je niedriger man den Satz ansetzt. Wenn du 1000€ BGE forderst, forderst du, das es gar nicht kommt. Denn das ist unfinanzierbar und übertreiben.
Ja es soll Jeder bekommen auch Ackermann! Oha! Wie unfair, der ist gar nicht bedürftig!!!111

...blöd nur, dass der Trend gerade im Handwerk dahin geht, händeringend auch ältere & erfahrene Mitarbeiter zu erhalten, die den Jungspunden zeigen, wo der Hammer hängt, und wie man ihn zu schwingen hat.
Die Welt dreht sich nicht um dich. Toll für dich wenns dir gutgeht. Erzähl das mal denen, die Pech hatten. Nein stop, du trauerst nur den 200.000 im Amt nach.
Wenn mal hier 1000, da 500, dort 10000 entlassen werden spielt es ja keine Rolle. ist klar.
 
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Zwenner schrieb:
Wo?
Ich weiß aktuell von einem großen Industrieunternehmen, dass das da gerade nicht so der Fall ist.
Eben gerade AUSSERHALB der internationalen Konzerne...
Mittelständige Unternehmen (da liegt auch die Stärke der Deutschen) wissen Erfahrung durchaus zu schätzen. Es hilft, wenn "die Geschäftsführung" tatsächlich "der Chef" ist, der da hinten in seinem Büro sitzt und selbst mit anpackt.

Ok, es kann natürlich auch sein, dass nur im Osten Erfahrung auch honoriert wird. Evtl. sind die Wessis da immer noch zu oberflächlich.

...oder man sorgt dafür, dass es mehr Gutverdiener gibt, letzteres wäre mir dabei lieber.
Du kannst kein Geld einnehmen, ohne es jemandem wegzunehmen. Alles andere sorgt für Inflation.

Desto mehr Menschen gut verdienen, umso mehr fließt davon in die Steuer- und Sozialkassen, dass kann ja nicht schlecht sein.
Die Gehälter müssen irgendwo her kommen. Wenn der Bäckergeselle 10€/h bekommt, dann kostet das Brötchen n Euro. Wem hats also was gebracht?

Dann müsste jeder Arbeitgeber auch meinen, dass ein AN für jede Minute die er nicht arbeitet, auch nicht bezahlt wird... er macht nämlich nichts für sein Geld.
Also im Handwerk sind Stundenlöhne die Norm. Mehr Stunden auf der Uhr->mehr Zaster.
In manchen Branchen gibt es immer noch Akkord-Arbeit, hier wird tatsächlich "pro produziertem Werkstück" berechnet.

Dass du eine Verwaltungsfachkraft nicht nach Akkord bezahlen kannst, ist naheliegend. Aber selbst eine kleine Werbebude könnte z.B. ihren Angestellten Prämien über das feste Gehalt hinaus zahlen, wenn lukrative Aufträge besonders schnell/effizient abgewickelt wurden.

Was ist mit Menschen die nur halbtags arbeiten? Sind das auch Sozialschmarotzer?
Sie arbeiten und beziehen H4.
Sie tragen aus eigener (Arbeits-)Kraft zu ihrem Lebensunterhalt bei. Sie beziehen ja nicht den H4-Regelsatz, sondern einen beabschlagten, da sie eigenes Einkommen haben.

Warum kann ich jemanden der die Waldwege sauber hält, nicht anständig entlohnen? Gerade dann, wenn es den Tourismus in der Region fördert?
Weil die Mittel gerade bei kleinen Gemeinden nicht da sind. Den Bauhof müsste die Gemeinde finanzieren, H4 kommt aus dem Staatshaushalt.

Es spielt (für mich) keine Rolle ob Hans mit Hauptschulabschluss und ohne Ausbildung sich bemüht, er trägt seinen Teil dazu bei, eigentlich einen recht wichtigen.
Wenn er sich nicht bemüht, sondern mutwillig abhartzt, dann trägt er seinen Teil eben NICHT bei.
 
Geht man davon aus, dass in einer gut funktionierenden Wirtschaft, genau diese für den Lohn der Arbeiter aufkommen sollte, dann muss ich niemanden das Geld wegnehmen um anständige Löhne zu gewährleisten.

Die Gehälter müssen irgendwo herkommen, sicherlich. Und wie? Erzähl mal einem kleinen Mittelständler wie er anständige Gehälter sicherstellen kann, wenn die Regionale-Konkurrenz nahezu ausschließlich zur Lohndrückerkolonne gehört. Wir können das nur aufgrund der Referenzen und wir verkaufen uns daher über Qualität, nicht über den Preis. Wir sind nicht billig. Verweigern uns aber strickt dagegen, unsere Angestellten mit Bananen zu entlohnen, wie umschrieben auch die zeitweise mal eingesetzten Hilfekräfte.

Einen Punkt hast du nicht verstanden (daher deutlicher). Wenn ich sage, der ALG2er muss zwangsweise (egal welche Tätigkeit) sein ALG2 verdienen da er sonst zu Unrecht Geld fürs Nichtstun bekommt, dann könnte ich mich als Arbeitgeber wie folgt äußern:

(DAS IST NICHT MEINE EINSTELLUNG, lediglich eine Gegendarstellung!!!)

Meine Angestellten bekommen kein Weihnachts-, Urlaubs und oder Krankengeld. Auch keine Zuschläge, keine Abfindung, keine vermögenswirksame Leistung. Auslöse, für was, soll der Arbeiter doch im Auto schlafen, ich bezahle für Arbeit. Für jede Minute die nicht gearbeitet wird, gibt es kein Geld... Rauchen, Cafe holen, Nase putzen, Toilettengang, eben alles was mal anfallen kann - bei der Arbeit. Passiert mal ein Fehler gibt es sofort massive Sanktionen, ich bin Unternehmer ich will Geld verdienen und nicht die Fehler anderer bezahlen. Lohn? Tarifverträge, Gewerkschaften, was ist das?

Der Ingenieur will soviel Geld für´s Projekt, nö. Ich finde schon einen blöden der für mich arbeitet, bei den Arbeitern geht’s doch auch. Festanstellung, nö. Ich soll Ausbilden, bin ich die Wohlfahrt oder was? Das können andere für mich zahlen, ich stell die ausgebildeten Fachkräfte nur ein, was für unnötige Kosten die ich tragen muss. Was erzählt die Politik, Mindestlöhne, sehe ich überhaupt nicht ein, wer will mir vorschreiben was ich meinen Angestellten bezahlen soll, was Unternehmensbesteuerung, wie bitte? Wie ich soll Arbeitsschutzkleidung bezahlen, der Arbeiter ist hier um zu arbeiten, soll er aufpassen das er sich nicht verletzt. Ich schaffe Arbeitsplätze, reicht das nicht. Kündigungsschutz, nicht mit mir. Wie Spitzensteuersatz, ich schau mich lieber im Ausland um.

Er bekommt nur Geld für´s Arbeiten, nach eurer Definition und Einstellung müsste das eigentlich genau so sein.

Ich will das nicht. Ich meine nur, es ist spitz formuliert, trifft aber genau den Kontext. Nahezu jeder Arbeiter wird auch mal für´s Nichtstun bezahlt, der eine mehr, der andere weniger.

Wir haben in Deutschland andere Probleme und sollte andere Sorgen haben, als die handvoll wirklicher Drückeberger im Verhältnis zur fleißig arbeitenden Bevölkerung. Zum Beispiel sollte man sich über folgenden Fakt Gedanken machen, es gibt mehr Arbeitslose als freie Stellen.

Die Drückeberger bekommst du nur (wenn - dann) in die Gesellschaft integriert, wenn du dich intensiv und fach-richtig mit notwendiger, sozialer Kompetenz auch um solche Fälle kümmerst und nicht in Arbeiten vermittelst, die jeder Moral entgegenwirkt. Für solche Menschen müssen Alternativen und Möglichkeiten geschaffen werden, genau diese Einstellung abzulegen. Das funktioniert nicht über Sanktionen oder Zwangsarbeit und ist auch nicht zielführend für das eigentliche Problem.

EDIT:
Ich bin u.a. auf eines (arbeitsbedingt) sehr stolz - auf unsere Unternehmensstruktur und das wir es schaffen die Ausbeuter-Vereine weitestgehend vom eigentlichen, lukrativen Markt fernzuhalten. Es freut mich sehr, dass so einige unserer Auftraggeber das ähnlich betrachten. Das ist ein grandioser handshake , besser geht es in diese Beziehung nicht... (...).

Ich bekomme einen Würgereiz, wenn der fähige Tontechniker als Assistent über Firma Hungersnot zu lächerlichem Gehalt arbeiten muss (für eine große Rundfunkanstalt). Oder dem Bühnenmeister seine Qualifikation in Form eines unlukrativen, ständig neu befristeten Jobs abgesprochen wird, naja er ist jetzt bei uns. Unbefristet, fast eine Gehalts-Netto-Verdopplung, besseres Arbeitsklima, bessere Arbeitsbedingungen und sein Kind kann er auch mal aus der Kita früher abholen, wenn es möglich ist, kein Problem. Er wird dann übrigens fürs Nichtstun bezahlt, also die Stunde die er mal früher Schicht macht wird voll bezahlt.

Falls es noch nicht herausgelesen wurde, ich suche die Schmarotzer primär auf der Arbeitgeberseite und glaub mir, davon gibt es genug. Wenn diese hoffentlich bald nahezu alle vom Markt verschwunden sind und es parallel genügend Arbeitsplätze gibt, dann würde ich anfangen wirklich nicht arbeitswilligen an den Kragen zu gehen.

Hohe zweifelsfreie Motivationsfaktoren sind

- unbefristete Arbeitsverträge
- anständige Löhne
- gutes Betriebsklima
- Weiterbildungsmöglichkeiten
- geregelte Arbeitszeiten
- ein möglichst kurzer Arbeitswege

So zieht man sich fähiges Personal und bringt die Menschen aus der Arbeitslosigkeit, auch die -die weniger interessiert sind, denken dann über einen Berufseinstieg/Quereinstieg nach, davon bin ich überzeugt.

Zu deinem Beispiel mit den AUSSERHALB der internationalen Konzerne...

Mein Vater hat sich vor rund 2 Jahren mal hier Regional in der Branche ungehört, er ist auf Montage. Im Alter (er ist kerngesund und ein Arbeitstier) dachte er, vielleicht kann ich die Fahrerei an den Nagel hängen und finde hier etwas mit deutlich kürzerem Arbeitsweg. Würde natürlich auch auf Lohn verzichten. Das kannst du vergessen, kein Arbeitgeber war bereit seine deutlich nach unter korrigierte Lohnvorstellung zu akzeptieren. Nie Arbeitslos, massig Berufserfahren, diverse weiterführende Qualifikationen, nachweisbar nahezu nie krank. Genau diese Arbeitskraft wird auch hier gesucht.

Wie sagte er so "schön", die können mich am Arsch lecken, dann melke ich die andere Kuh eben so lange es geht... es wird bis zur Rente gehen, die wahrscheinlich letztmalig Gehaltserhöhung hat er nun auch bekommen. Alles richtig gemacht. Sich nicht unter Wert verkauft, die Ausbeuter nicht unterstützt.

Sollte er aus gesundheitlichen Gründen diesen Job nicht mehr machen können, wir das ALG1 in Anspruch genommen und Notfalls mit Abschlägen frühzeitig in Rente gegangen (eher unwahrscheinlich), dass steht fest.

Man kann mit dem Arbeitstier so ziemlich alles machen, ans Futter sollte man nicht gehen... Dann hört das Geviech irgendwann auf zu arbeiten und nimmt einiges in Kauf um den Herren nicht mehr nach der Nase zu tanzen.
 
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Wenn der Bäckergeselle 10 Euro die Stunde bekommt, dann kann das Brötchen ja ruhig 1 Euro kosten - mit einem bedingungslosen Grundeinkommen oder auch einem Mindestlohn (setzen wir ihn hier auch bspw. mal auf 10 Euro / Stunde an), kann sich dann trotzdem jeder das teure Brötchen leisten, weil er selbst mehr hat.
Ein solches Verfahren hilft der Umverteilung, da die Produkte geringere Gewinnmargen haben, da sie sonst zu teuer sind und die Arbeit teurer wird. Dadurch wird die Schere logischwer WEise kleiner.
 
Ne er hat eben nicht mehr. Das Brötchen kann er sich so oder so leisten. Aber mehr hat er am Ende eben nicht, weil das Mehr an Einkommen du das Mehr an Preisen aufgefressen wird. Es wird ja nicht nur das Brötchen teurer, sondern alles...
 
Erstmal ist die Frage wieviel teurer das Brötchen überhaupt werden muss! Du Mustis glaubst wohl echt, dass jedes UN im Handel oder der Dienstleistungsbranche an der Armnutzgrenze wirtschaften?! Es ist eine Lüge, dass grundlegend und generell alle Produkte und Dienstleistungen massiv teurer werden müssen, wenn das Lohngefüge in diversen Branchen leicht aber angemessen nach oben korrigiert wird.
 
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Wenn das so wäre würde es sich um eine künstliche Inflation handeln, ohne dass die Geldmenge in gleichem Maße anwächst. Das kann volkswirtschaftlich gar nicht funktionieren. Es würde auf jeden Fall darauf hinaus laufen, dass die armen (die die für dem Mindestlohn arbeiten) mehr und die reichen weniger hätten. Frag mal einen Volkswirt zu dem Thema ;) künstliche Inflation kann es de facto in unserem Wirtschaftssystem nicht geben, da sich der Wert der waren an der Geldmenge berechnet.

Angeknüpft zu über mir bedeutet das auch, dass das Brötchen zwar in diesem Fall teurer geworden ist, aber nicht zu gleichen Teilen. Oder es ist zu gleichen Teilen teurer geworden, andere Dinge aber überhaupt nicht (Elektronik bspw) sofort würden weniger Brötchen verkauft werden und mehr günstige Elektronik Produkte. Somit sinkt der Wert der Ware Brötchen, wenn es nicht zu einem Luxus gut wird, was unwahrscheinlich ist. Der Preis passt sich nach der angebot- nachfragekurve wieder an. Das ist vwl erstes Semester.
 
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@AnonStar
Das ist sogar für mich dummes Arbeitsgemüse ohne Studium nachvollziehbar, danke. ;) :)

EDIT:
Dieses immer wiederkehrende herumjammere, was alles nicht finanziert werden kann und oder nicht tragbar wäre - geht nicht nur mir aufs Gemüt. Alles wird teurer, oscarreife Inflations-Totschlag-Argumentation fürs happy ending, immer die selbe, abgedroschene Leier. Dann müssen sich die Akademiker und hochbegabten Politiker eben etwas einfallen lassen, dass es funktioniert. Dafür sind sie u.a da.

Wir (die normalen Bürger) müssen uns auch etwas einfallen lasse, wie man im Heute: Miete, Strom, Kita-Platz – das Leben und Lebensmittel bezahlt. An der Kasse zählt das Argument, ist mir zu teuer, kann ich nicht bezahlen, bezahle ich morgen, ich bin Geringverdienern - auch nicht.

Die Industrie droht auch schon Jahrzehnte damit die Industrie zu verlagern, langsam ist selbst diese Androhung mit ernsten Folgen unglaubwürdig. Der Industrie-Standort Deutschland ist nicht so ungünstig wie den Leuten versucht werden will, irgendwie glaubhaft zu machen.

Im übrigen: Werden: Mieten, Energiekosten, Treibstoff, Tabak, Grundstücke, Wohneigentum und auch Lebensmittel nicht schon jetzt immer teurer, habe wir ein BGE, habe wir eine Lohnuntergrenze, wird der Niedriglohnsektor abgebaut?
 
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Also in der Lebensmittelwirtschaft, würde ein Lohnanstieg der Mitarbeiter zwangsläufig sich auf den Preis aufschlagen. Frag maln Bäcker, wieviel der an nem Brötchen Gewinn macht.

Haste dich noch nie gefragt, warum es quasi kaum noch klassiche Bäcker gibt sondern nahezu ausschließlich Bäckereiketten? Weil der benötigte Gewinn nur noch über Masse erreicht werden kann, die ein klassischer Bäckereibetrieb niemals erreichen kann. Klar, man könnte argumentieren, dass die Ketten dadurch gezwungen sind, Preise anzubieten, die an sich einer klassischen Bäckerei wieder genügend Gewinn einbringt. Blöd nur, dass die ebenfalls bei Midnestlöhnen diesen zahlen müssten und der Effekt somit verpufft. Sprich, denen bringt es keinen Vorteil, die Bäckereikette wird und muss die Lohnkosten an den Kunden weitergeben und im Endeffekt habe ich nur ein teureres Brötchen ohne irgendwas erreicht zu haben. Die Lebensmittelbranche ist voll von solchen Beispielen. Milchbauern würden Mindestlöhne auch nix bringen, diese müssten den genauso weitergeben, da dort kaum Gewinnmarge vorhanden ist. Die Diskussion dazu ist keine 2-3 Jahre her.

Wo du recht hast ist, dass nicht alles teurer werden muss. Das ist absolut richtig. Insbesondere Luxusgüter und Elektronik wird davon so gut wie nicht betroffen sein. Luxusgüter nicht, weil die Gewinnspanne hoch genug ist, Elektronik daher, da diese nicht in DE gebaut wird und mit Mindestlöhnen auch noch vermehrt wieder ins Ausland gehen wird, wie viele andere produzierende Gewerbe, die ihre Produkte nicht in Deutschland produzieren müssen.

Bei Dienstleistungen kommt es wiederrum auf die Dienstleistung an. Viele Dienstleistungsunternehmen zahlen ohnehin höhere Löhne (Banken, Versicherungen etc.) dort wird die Auswirkung eher gering sein. Bei Servicemitarbeitern in Hotlines und vorallem Dienstleistungen wie Friseur wird es jedoch deutlich teurer werden. Bei Friseur bedeutet das höherer Preis für den Schnitt, bei Service vermutlich schlicht Abbau desselben.

Ich weiß nicht ob dus inzwischen selbst gemerkt hast. Du hast recht, es wird nicht alles teurer werden. Aber vornehmlich die Sachen werden teurer werden, die man im alltäglichen leben nicht ersetzen oder auf die man verzichten kann. Insbesondere in der Lebensmittelbranche sind die Gewinnmargen nicht sonderlich hoch. Ein Mindestohn wird dort defenitiv zur Teuerung führen. Auf Nahrung kann nur blöderweise keiner verzichten.

Zudem kommt hinzu, dass auch in dieser Branche das Ausland dann erst recht billiger produzieren kann und wir es importieren. Dann werden die Lebensmittel vll. nicht soviel teurer. Aber die einheimische Lebensmittelindustrie wird ausbluten mit der Folge, dass es noch weniger Arbeitsplätze gibt und ökologisch betrachtet ist es eine Katastrophe.

Ja stell dir vor, wir müssen uns internationaler Konkurrenz stellen. Nahezu alles kann voranders hergestellt werden und dann importiert. Dienstleistungen können zu einem gewissen grad ebenfalls ausgelagert werden.

Mit anderen Worten, dass alles hat 2 ganz massive Probleme. Einerseits eine Verteuerung, da nicht alle Branchen die steigenden Lohnkosten aus ihrer Gewinnmarge herausrechnen können, selbst wenn sie das wollten. Zum anderen die internationale Konkurrenz, die solch hohen Löhne nicht mitgehen muss und damit letzlich günstiger produzieren kann.

Und jetzt kommen wir zu dem Thema was Daaron angesprochen hat, warum Marx längst nicht mehr so einfach anwendbar ist: Der Import aus der ganzen Welt stellt heute dank technischem Fortschritt überhaupt gar kein Problem mehr dar im Gegensatz zu Marx Zeiten. Deswegen lassen sich seine Theorien eben nicht mehr einfach 1 zu 1 anwenden, weil sie derlei Problematik schlicht nicht behandeln, weil es sie damals in diesem Umfang nicht gab. Zu Marx Zeiten war es undenkbar frische Lebensmittel zu importieren. Dadurch stellten internationale Produzenten auf dem Gebiet auch keine Konkurrenz dar. In Zeiten, wo frische Rosen aus Südamerika, Obst und Gemüse aus der ganzen Welt, selbst frischer Fisch und Fleisch binnen eines Tages um die ganze Welt verschickt werden können, tun sie das aber.

Zwenner schrieb:
Dann müssen sich die Akademiker und hochbegabten Politiker eben etwas einfallen lassen, dass es funktioniert. Dafür sind sie u.a da.

Das ist, mit Verlaub, das unsinnigste, was ich in diesem Thread bisher lesen musste. Manches funktioniert eben nicht. AUch ein Akademiker oder Politiker kann die Konkurrenz aus anderen Ländern nicht einfach wegzaubern. Es gibt einfach Dinge, die außerhalb der Sphere liegen, die irgendjemand beeinflussen kann. Die Physik kann auch kein noch so intelligenter Physiker ins Gegenteil verkehren. Genauso wenig kann irgendwer bestimmte Dinge einfach wegzaubern, damit ein Wunschtraum Wirklichkeit werden kann.

Und ja wir haben natürlich eine Inflation. ISt ja auch kein Wunder, die Weltwirtschaftskraft wächst ja auch immer weiter an, die Geldmenge wächst und das verursacht Inflation. Diese Inflation sollte und ist auch weitestgehend an diese Wachstum angepasst. Wenn nicht, siehe Blasen wie 2008 oder um die Jahrtausendwende. Dann bereinigt sich das System, wenn zuviel nicht reale Werte erzeugt werden.

Die Industrie droht nicht nur damit, sie tut es. Deutschland war eine der Industrienationen schlechthin. Inzwischen sind wir mehrheitlich eine Dienstleistunggesellschaft. Warum? Weil die Industrie abgewandert ist. Kohle? wird künstlich am Leben erhalten, ohne Hilfe könnte die Kohleindustrie Deutschlands nicht überleben. Fahrzeuge? Ja, ein paar werden noch hier produziert. Aber sämtliche Marken produzieren auch im Ausland. Warum? Weil es unmögliche wäre, Gewinne zu erwirtschaften, wenn die Produktion komplett in Deutschland liegen würde. Schiffsbau? Geht noch einiger Maßen, weil hier sehr viel Knowhow von Nöten ist. Aber der Druck aus Asien wächst beharrlich. Soweit ich weiß stammen aus Deutschland auch vornehmlich auch die Luxusschiffe, die Arbeitsschiffe eher aus Asien. Selbst hier mehr der Wandel zur Dienstleistung. Welche Industie bleibt da noch? Öl hatten wir nie wirklich, Gas spielt auf dem Weltmarkt auch keine große Rolle, Deutschland mangelt es hier schlicht an natürlichen Ressourcen. Mehr an wichtiger Industrie fällt mir da nicht ein. Metallindustrie ist noch da, aber auch hier spielen wir im Vergleich zu Asien oder Amerika kaum eine Rolle. Eines bleibt noch: die Chemieindustrie. Hier ist sehr viel knowhow nötig und vorallem braucht es hier beständig Forschungsarbeit. Das ist eine der wenigen Beispiele, wo ein abwandern eher nicht zu befürchten ist. Das wars dann aber auch schon. Da ist nicht viel übrig geblieben von der ehemals großen Industrienation Deutschland. Wir sind eine Dienstleistungsnation, keine Industrienation mehr und dieser Wandel ist wohl auch unumkehrbar.

Von daher würde ich sagen, die Indsutrie hat nicht nur gedroht, sie hat sich zum Teil überlebt und zum Teil die Drohung war gemacht.
 
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Die Lebensmittelbranche wird teilweise mit Milliardenbeträgen subventioniert und Lebensmittelpreise manipuliert, zum einen werden Preis bewusst niedrig gehalten zum anderen künstlich verteuert.

Zum Rest, die Kunst wäre es ein Konzept vorzulegen, wo die Waage zwischen "mehr an Verdienst" und den "steigenden Kosten" stimmt (also kein Gleichstand der Gewichtigkeiten) , nicht wahr? Und das ist nicht möglich?
 
Warum wohl wird die Lebensmittelbranche derart gesteuert? Überleg es dir mal.

Ich helf dir auf die Sprünge: Die Subventionen (beispielsweise Fischerei, ein ganz gravierendes und dabei klassisches Beispiel dafür) halten Wirtschaftszweige am Leben, die ansonsten durch internationale Konkurrenz bereits tot wären. Dort wo die Preise künstlich niedrig gehalten werden, dient dies dem Zweg, dass die Kaufkraft der Bürger nicht übermässig belastet werden. Hier fällt mir kein Beispiel ein. hast du Beispiele, wo derartiges in Deutschland derzeit passiert? Künstlich verteuert, dass ist das Thema Milch, was ich bereits Ansprach. Die Milchpreise sind derart niedrig aufgrund internationaler Konkurrenz und dem Unwillen der Menschen, mehr dafür zu bezahlen, dass die Milchbauern in Deutschland im Prinzip keinen Gewinn machen und daher einige Versuche gestartet wurden, die Milchpreis zu erhöhen. Unter anderem werden Unmengen Liter an Milch weggeschüttet, da Überproduktion herrscht, was den Preis an sich drücken würde. Aber man ist auch nicht willens, weniger zu produzieren. Eine Branche wie diese könnte höhere Lohnkosten ganz sicher nicht verkraften.

Edit: Nun ist mir doch noch ein Beispiel eingefallen. Bei Mais und Getreide hatten wir das. Da dort viele Bauern begonnen haben, Raps, Getreide, Mais und was sich noch dafür eignet für Biosprit anzubauen statt für Lebensmittel wurden die Agrarflächen zur Produktion von Lebensmittelflächen knapper, die Preise dafür stiegen und somit alle davon abhängigen Produkte.

Du kannst dir selbst überlegen, was erzwungene höhere Löhne oder gar ein BGE in solch einem Umfeld anrichten.
 
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Mustis schrieb:
Haste dich noch nie gefragt, warum es quasi kaum noch klassiche Bäcker gibt sondern nahezu ausschließlich Bäckereiketten? Weil der benötigte Gewinn nur noch über Masse erreicht werden kann, die ein klassischer Bäckereibetrieb niemals erreichen kann.
Hast du dich noch nie gefragt, wo und dann warum du deine Lebensmittel in einem bewusst gewählten Geschäft kaufst? Ich habe einen ähnlichen Vergleich mit einem Bratwurststand gemacht, ich kaufe meine Bratwurst da, wo sie mir am besten schmeckt und der Preis ist angemessen vollkommen irrelevant.

Wenn ich mit meinem Knopfauge am Samstag frühstücke, dann kaufe ich die Brötchen und den Quark-Mandarine-Kuchen (isst sie voll gerne) da, wo es uns am besten zusagt - vom Geschmack. Samstagsfrühstück mit meiner Tochter ist für mich ein zeitlicher-bedingter Luxus, der mich was kosten darf. (Wir reden hier über Frühstück...). Mir ist es vollkommen egal ob es für mich (ohne Lohnerhöhung) beim richtigen Bäcker (!) teurer wird. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bei gutem Verdienst rumheulen weil Brot, Wurst und Butter angeblich so teuer für mich sind, lächerlich ist sowas!

Andere können sowas schon heute nicht realisieren, furchtbar. Entweder keine Zeit (da Arbeiten) oder kein Geld dafür (wir reden hier über Frühstück). Hat man hier 100€ mehr, und zahlt 50€ mehr für Lebensmittel, bleiben 50€.

Friseur, wie oft gehst du zum Friseur und du gehst nicht mehr, wenn du da morgen 5€ mehr bezahlst oder was!? Gehst du heute zum Bäcker/Fleischer, gehst du morgen nicht mehr, wenn es da teurer wird? Ich bitte dich.

Zum Thema Fleisch, habe ich hier schon mal was gesagt, inklusive Videolink, ich suche es morgen für dich raus. Die Deutsche-Fleischindustrie ist ein Negativbeispiel dafür, dass wird in anderen Ländern die Umwelt belasten, die Menschen ausnutzen und Existenzen zerstören. Und parallel dazu stehen bei uns im Land auch noch zum Teil ausländisch Mitbürger (die werden hier ausgenutzt, der Deutsche für 7,50€, 8€ ist uns schon zu teuer) für teils unter 5,6€ am Band.

Somit vernichten wir auch den bei uns typischen Fleischer. Warum wird da genau subventioniert? Die deutsche Fleischindustrie ist primär ein Exportgeschäft... Seit wann muss ich den Export subventionieren? Das Fleisch aus Deutschland wird in andere Länder so billig exportiert, das sich in diversen armen (!) Gebieter der typische Ackerbau nicht rentiert! Das muss man sich mal überlegen.

Und ich gehe zu dem Friseur wo draußen ein Schild hängt, wir zahlen Mindestlohn. Nicht weil ich Mr. SuperReich bin, sondern weil ich auch Glück im Leben hatte und anständige entlohnt werde, ich kann und will es mir leisten - auch damit die anderen die es nicht so gut haben, etwas davon (meiner Einstellung) haben, zum Beispiel einen Mindestlohn. Ich muss als Besserverdiener nicht zwangsweise Geld spenden um mich sozial-gerecht zu bewegen.
 
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Du kapierst überhaupt nicht um was es geht.

Die Höhe des BGEs, damit es zum Leben reicht, wird mit den heutigen Preisen berechnet und dann kommt man zum Schluß, es passt. Die Preise bleiben aber nicht so. Wie stark sie steigen ist schwer zu sagen und zu berechnen, fakt ist aber, sie werden steigen. Das BGE reicht dann aber eben nicht, den zur Berechnung wurde ja eben eine andere Grundlage genommen worden. Da beisst sich der Hund in den Schwnaz. Bei Mindestlöhnen ist es ähnlich. Die Leute bekommen mehr, es werden die heutigen Preise herangezogen und es wird der Schluß gefasst, passt.

Wie es aber genau aussieht, kann keiner wirklich vorhersehen und deswegen sind solche Spielerein auch so gefährlich. Denn wenn sowas erstmal eingeführt ist, geht man nicht eben mal wieder zurück. Ist der Schaden da, ist er gewaltig.

Hast du dich mal informiert, welche Länder so alles Mindestlohn haben? Ich vermute nicht. Ich aber. Alle Länder davon sind im Moment nicht das, was ich als Vorbild für Deutschland möchte. Weder Frankreich, noch Irland, noch Spanien noch Großbritannien. Denen gehts es, Überraschung, Überraschung, auch mit einem Mindestlohn nicht besser. Im Falle Frankreichs und Spaniens stehen sie sogar vor eine mittelren Katastrophe. Die Usa haben auch einen Mindestlohn. Derzeit 7,25 Dollar. Also relativ niedrig. Allerdings gibt es dort im gegenzeug auch keine derartigen Kündigungsschutz wie in Deutschland. Ansonsten haben noch Länder wie die Schweiz (bedingt, 1 Kanton hat es knapp angenommen, 2 andere knapp abgelehnt) und Luxemburg noch ein Mindestlohn. Ob diese Länder allerdings wirklich mit Deutschland vergleichbar sind, mag ich bezweifeln.

Eines sollte man dabei auch wissen. Der Mindestlohn dieser Länder ist im Schnitt niedriger, als was die deutschen Befürworter veranschlagen. Kein Land hat einen durchgängigen Mindestlohn in höhe von 10 Euro. Im Gegenteil, er leigt oftmals weit darunter. Und das selbst in Ländern mit vergleichbaren Lebenserhaltungskosten. Zudem ist in vielen Ländern mit Mindestlohn kein einheitlicher Mindestlohn vorhanden, sondern oftmals vcerschiedene aufgeteilt nach Altersgruppen, Ausbildungsstand und/oder bestimmten Branchen. Keines dieser Länder hat durch die Einführung des Mindestlohnes die Lebensstandard im Schnitt heben oder die Kaufkraft nachweisbar verbessern können.

Daraus wird zumindest deutlich, dass es fraglich ist, ob ein Mindestlohn überhaupt etwas bringt. noch deutlicher wird, dass 10,- € Mindestlohn utopisch sind.

Ach ja, mal am Rande erwähnt, Deutschland gehört auch zu den Ländern mit Mindestlöhnen. Geregelt über Tarifverträge. Angepasst an die jeweilige Branche. Ein weitaus besseres System, als ein genereller gesetzlicher Mindestlohn unabhängig von Branche und Ausbildungsstand.

Wenn du dich weiter Informieren möchtest: http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohn
 
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Mustis schrieb:
Du kapierst überhaupt nicht um was es geht.
Dir ist wohl entgangen, dass ich nichts von einem BGE erwähnt habe.
Es wird bereits heute für einige vieles teurer, kontinuierlich ohne BGE.
Ich habe weiterhin auch nichts von 10€ Mindestlohn erwähnt...

JEDER kann seinen Teil dazu beitragen, dass es anderen Arbeitnehmern besser geht. Habe ich das Geld, kann ich es investieren oder mich wie schon fast üblich über Arbeitslose aufregen und das doch angeblich alles so teuer ist, ich bin so arm, mir geht es so schlecht, andere müssen nichts machen und können leben... In anderen Ländern verhungern Kinder und bei uns gibt es gut gestellte Persönlichkeit die meinen sie müsste quasi verhungern und der Leiharbeiter verdient zuviel und kann auch nicht mehr bekommen. Oh mein Gott der böse Spitzensteuersatz... ohne Mist, ich bin hier raus, es nervt einfach nur, außerdem muss ich ins Bett.

Ungeachtet dessen das ich ein BGE nicht für sinnvoll erachte, kann man im Internet nachvollziehbare Finanzierungsmodelle finde.
 
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Habe ich gesagt, das explizit DU für 10,-€ Mindestlohn die ausgesprochen hast? Nö habe ich nicht. Festgehalten habe ich, dass die dich für Mindestlöhne aussprichst. Diese 10 euro wurden aber hier genannt, also habe ich sie aufgegriffen, da du ja keine konkrete Zahl genannt hast.

Empirische Studien legen nahe, dass Mindestlöhne eher negative als positive Auswirkungen haben. Es gibt natürlich auch Fälle, wo es sich positiv ausgewirkt hat, doch diese sind deutlich weniger, als die negativen. Positiv waren sie vorallem dann, wenn der gesetzliche Mindestlohn so gering war, dass nur ein sehr kleiner Teil der Arbeitgeber davon betroffen war. Je mehr Arbeitgeber davon betroffen waren, sprich je höher der Mindestlohn im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen ist, desto negativer wirkt er sich aus.

Also ist auch der Mindestlohn kein allgemeingültiges Heilmittel, schon gar nicht gesetzlich verankert, branchen unabhängig und so hoch wie in Deutschland oft gefordert.

Und natürlich kann jeder selsbt dazu beitragen. Das ist super und es sollten viel mehr so handeln und denken. Das ist aber vollkommen irrelevant in einer Diskussion über BGE und Midnestlohn.

Und ich persönlich habe bisher KEIN einziges Modell für ein BGE gesehen, was einer detaillierten Überprüfung standgehalten hat. Die Fehler, die in allen Modellen stecken sind genannt worden. Berechnung der Höhe zur Lebenssicherung mit heute gültigen Preisen, das völlig ausblenden internationaler Wechselwirkungen mit dem Euro und im speziellen im Euro Raum selbst oder es sollten schlicht Gelder aus dem Steuertopf genommen werden zur Finanzierung eines BGEs, die bei einem BGE System weiterhin zur Verfügung stehen müssten und somit nicht zur Fianzierung des BGE beitragen können.
 
Schon wieder so ein bescheuertes Beispiel , bei dem Wahrheit mit Unwahrheit vermischt wird. Hier wurde der milchbauer erwähnt. Einmal muss man sagen, dass dessen Mitarbeiter meist lediglich Maschinen sind, auf die sich gar kein Mindestlohn auswirkt. Aber selbst wenn, dann muss er das zwar weitergeben, derzeit kostet der Liter Milch jedoch gerade einmal 23ct beim Bauern und man zahlt du vierfache davon im Supermarkt. Und das nicht, weil alles danach so teuer ist, nein, sondern weil sich da wer was in die Tasche steckt. Und zwar gewaltig. Dazu muss man auch sagen, dass Milch teilweise ersetzbar ist, ihr Wert also nicht in gleichem Maße wie der Preis steigt. Wenn du etwas verkaufst und daran sehr viel Profit machst, wirst du den Verkauf nicht einstellen, wenn du plötzlich nicht mehr so viel Profit machst. Erst, wenn es nicht mehr lohnenswert ist, sinkt das Angebot und es steigt damit der Preis. Vorher reguliert sich der Preis zu Lasten derer in der Verwertungskette, die sich einen großen Anteil in die Tasche gesteckt haben. Genau so bei den Brötchen. Du gehst doch nicht ernsthaft davon aus, dass die großen Brötchen Unternehmen wenig Gewinn schreiben?! Guck mal deren Geschäftsberichte an. Dort wird auch trotz Mindestlohn eine preisregulierung stattfinden. Brötchen werden erst sehr viel teurer, wenn das Angebot stärker sinkt wie die Nachfrage. Das würde nur passieren, wenn die Unternehmen ihren Betrieb wegen der höheren Produktionskosten aufgeben. Und das ist meiner Meinung nach bei dem derzeitigen Gewinn unvorstellbar.
 
Bissel Geschichte zum Grundeinkommen und deren Grundgedanken ;)

Man kann noch weiter zurückgehen: Thomas Morus forderte im sechzehnten Jahrhundert zur Verbrechensbekämpfung anstelle der Todesstrafe eine Einkommensgarantie; Thomas Paine wollte im achtzehnten Jahrhundert jeden Bürger für seine naturrechtlichen Ansprüche mit einer Pauschalzahlung entschädigen; John Stuart Mill wollte im neunzehnten Jahrhundert jedem eine basale Grundversorgung zugestehen.

Versteht man das Grundeinkommen nicht als Sozialleistung, sondern als Grundrecht, dann sind vor allem Thomas Paines Gedanken aus seiner Schrift „Agrarische Gerechtigkeit“ (1796) aufschlussreich: Weil nicht jedem mit der Geburt ein Stück Land zur Verfügung gestellt werden könne, da dies durch das Privateigentum unmöglich geworden sei, müsse ein Grundeinkommen für diesen Verlust entschädigen – und zwar jeden, „ob arm oder reich“, weil „alle Personen darauf gleichermaßen ein Anrecht besitzen, ungeachtet ihres selbst erarbeiteten, ererbten oder anderweitig geschaffenen Vermögens“. Was zu Paines Zeiten galt, gilt heute, in einer arbeitsteiligen, globalisierten, hochtechnisierten Kapitalwirtschaft erst recht: Ein Stückchen Land hilft keinem weiter, weil wir die agrarische Selbstversorgerökonomie längst hinter uns gelassen haben. So gesehen, ist das Grundeinkommen ein Grundeigentum, um im einundzwanzigsten Jahrhundert sein Leben zu unternehmen.

Quelle
 
AnonStar schrieb:
Wenn der Bäckergeselle 10 Euro die Stunde bekommt, dann kann das Brötchen ja ruhig 1 Euro kosten - mit einem bedingungslosen Grundeinkommen oder auch einem Mindestlohn (setzen wir ihn hier auch bspw. mal auf 10 Euro / Stunde an), kann sich dann trotzdem jeder das teure Brötchen leisten, weil er selbst mehr hat.
Hausnummer-Rechnung: Aktuell kriegt er 3€, das Brötchen kostet 30ct. Danach kriegt er 10€, das Brötchen kostet 1€. Wie viel mehr Brötchen kann er sich jetzt kaufen?
Eine Preissteigerung zieht sich durch weite Teile des Marktes und betrifft alle Schichten, aber VOR ALLEM die unteren.

Zwenner schrieb:
Erstmal ist die Frage wieviel teurer das Brötchen überhaupt werden muss! Du Mustis glaubst wohl echt, dass jedes UN im Handel oder der Dienstleistungsbranche an der Armnutzgrenze wirtschaften?!
Blickpunkt Einzelunternehmen: Der Unternehmer muss so viel Gewinn (-> "Gehalt" des Unternehmers) erwirtschaften, damit es für ihn lohnt. Für 1000€ Gewinn pro Monat führ ich kein Unternehmen, da könnt ich auch irgendwo Buchhalter werden.

Blickpunkt Gesellschaft: Die Unternehmensführung ist den Anteilseignern gegenüber VERPFLICHTET, Gewinn zu erwirtschaften und zu maximieren

AnonStar schrieb:
Oder es ist zu gleichen Teilen teurer geworden, andere Dinge aber überhaupt nicht (Elektronik bspw) sofort würden weniger Brötchen verkauft werden und mehr günstige Elektronik Produkte.
Blöd nur, dass genau diese Produkte in Südostasien hergestellt werden, von einem deutschen Mindestlohn also nicht betroffen sind. Andererseits sorgen höhere Mindestlöhne, oder allgemein Produktionskosten, für eine deutliche Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit im internationalen Markt.

Wie war das noch mit VWL 1. Semester? "Volk" kannst du knicken, Wirtschaft ist international.

Zwenner schrieb:
Hast du dich noch nie gefragt, wo und dann warum du deine Lebensmittel in einem bewusst gewählten Geschäft kaufst? Ich habe einen ähnlichen Vergleich mit einem Bratwurststand gemacht, ich kaufe meine Bratwurst da, wo sie mir am besten schmeckt und der Preis ist angemessen vollkommen irrelevant.
So, aber jetzt stell dir vor, durch Mindestlöhne kostet dein Wocheneinkauf nicht mehr 40 sondern 50-60€. Wie viele Bratwürste kannst du dir noch leisten?
Das ist wie die Lüge mit der Inflation am "Musterwarenkorb".... in dem schön Flatscreen, Smartphone und neue Grafikkarte drin liegen, zusammen mit Vollkornbrot, Butter und ner Leberwurst. Blöd nur, dass ich nicht auf Wochenbasis n neuen 40"-Fernseher im Wert von 5-600€ kaufe...

Und parallel dazu stehen bei uns im Land auch noch zum Teil ausländisch Mitbürger (die werden hier ausgenutzt, der Deutsche für 7,50€, 8€ ist uns schon zu teuer) für teils unter 5,6€ am Band.
Ach, das Geheul... Die kommen her mit der Prämisse, dass ihnen hier gebratene Tauben in den Mund fliegen, aber OH WEH!!!!, Deutschland ist nicht das Gelobte Land.
Wer gibt der Industrie denn die Macht? Der Käufer? Oder viel mehr die Immigranten, die das mit sich machen lassen? Sie kommen wie die Lemminge zur Schlucht...

@Tekpoint
Und auch die FAZ umschifft elegant das Thema "Weltwirtschaft".
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessant wie du einerseits denkst jeder über 50 würde wegen seiner Erfahrung beliebt sein und andererseits das Lohndumping durch Ausländer gut findest. Dass diese billigen Ausländer den Arbeitsplatz des Ü50, wenn nicht eh schon verlagert, wegnehmen, siehst du gar nicht.
 
Ich finde das Lohndumping nicht gut, ich mach nur keinen Spiegel TV Sonderbericht darüber. Es gilt immer: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn die Arbeiter sich hier legal aufhalten, z.B. gemäß EU Freizügigkeit, dann steht ihnen auch der Weg um Arbeitsgericht frei... genauso wie der Weg zu Sozialamt und ARGE.

Außerdem: Diese Immigranten sind weitestgehend Unterschicht, ohne Ausbildung etc. Das sind Armutsflüchtlinge, die uns für El Dorado halten. Die kannst du wohl kaum mit nem ausgebildeten Handwerker mit IHK-Abschluss und 30+ Jahren Berufserfahrung vergleichen.
 
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