Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Na du bist ja auch direkt mit der Nase drauf gestoßen ohne es zu bemerken. Wenn du einfach die Uhr zurückdrehst dann findest du das von dir beschriebene Szenario in der DDR wieder.
-> durch Recht & Pflicht auf Arbeit wurden einfach Arbeitsplätze definiert
-> der Input & Output wurden vorgegeben (und somit auch Innovationen)
-> die Leute hatten Geld in der Tasche und zusätzlich Tauschmittel um damit zu konsumieren

Wobei der Dreck in der DDR weniger aus Müll bestand, mehr aber aus umweltschädlichen Produktionen und an Ressourcenverschwendung. Im Kapitallismus haben Ressourcen einen Preis - im Soziallismus nicht.


Weiterer Kritikpunkt beim BGE
-> wer hindert Unternehmen daran die Löhne zu kürzen?

Bsp. vor Einführung BGE
-> Arbeitnehmer bekommt 3.000 Brutto im Monat und zahlt hierauf Steuer und SV Abgaben

Nach Einführung von BGE
-> Arbeitnehmer bekommt 2.300 Brutto + 800 BGE -> insgesamt 3.100 - Steuern und SV Abgaben werden aber nur auf 2.300 gezahlt

Durch das BGE wurde zwar die Staatsquote erhöht, die Einnahmen aber veringert. Die Arbeitnehmer haben ja keine Prämisse, woher das Geld kommt, hauptsache mehr in der Tasche. Hätten sie eine Prämisse, dann würden sie das BGE ja ablehnen.

@ daaron

Stimme dir da zu. Früher hat man den Pöbel beschäftigt mit Märchen über Drachen, Zauberer und ab und zu mal eine Hexe verbrannt. Dann war die Leibeigenschaft viel erträglicher. ;)
 
Ja, ich halte die Ausgangssituation deinerseits für Anmaßend. Du kannst nicht eine Gruppe von Arbeitslosen nehmen und die auf alle Berufe verteilen. Die haben doch keinerlei Ahnung von allen Berufen sondern nur Fachspezifische Erfahrungen. Demnach einen Ort zu kreiren, der alleine mit Arbeitslosen ohne die nötigen Kenntnisse laufen soll, ist völliger illusorischer Quatsch.

bis auf rohstoffe, die aus den erträgen der ortsansässigen unternehmen finanziert werden, wird diesem kleinen wirtschaftskreislauf nichts zugeführt oder entzogen.
Das funktioniert durchaus. Sofern die dortige Lage das denn zulässt. Wie berechnest du aber, ob die dort genug Ackerland besitzen, um Landwirtschaft zu betreiben, und wie berechnest du den Holzbedarf für die Wohnungen? Andere Heizungsarten? (Kernenergie können wir vergessen, Wasserkraft geht nur am Fluss, Windenergie nur bei Windzonen) Der Platzbedarf wäre enorm.

Die Produktivität wäre für so ein Interessengebiet völlig irrelevant, es kann anfangs nicht gut laufen, es muss dann auch eine funktionierende Infrastruktur herrschen. Wo soll das Öl für die Autos herkommen? Wo sollen die Autos herkommen? Pferde? Die brauchen wieder Weideland.

Und das mit den Drecksarbeiten: Die Drecksarbeiten werden heute nicht gemacht weil sie schlechte Bedingungen beinhalten. Geld. Ein Bürgermeister hingegen macht sich kaum dreckig und rennt im Kanal rum.

Und zu guter letzt: Ein Wirtschaftskreislauf kann auch so funktionieren, indem eine größere Fläche für eine kleine Anzahl Menschen vorhanden ist, und die Anzahl der Menschen dort stagniert, während der Überschuss verkauft werden kann, für dieses Geld dann wiederum Güter eingekauft werden. Das setzt aber eine Reglementierung der Kinderzahl fest. Wie wir alle wissen funktioniert nämlich unendliches Wachstum nicht.

@_killy_
wer hindert Unternehmen daran die Löhne zu kürzen?
Ein Mindest-Mindestlohn und Kollektivverträge passend zu jeglicher Arbeit.

Das BGE ist schon direkt nach der einzigen möglichen Überlegung abzulehnen: JEDER in Deutschland bekäme es. 82 Millionen.

Dann war die Leibeigenschaft viel erträglicher.
Ich lese gerade, aus persönlichen Gründen, die Geschichte Österreichs. Dort wurden in einer instabilen Zeit die Bauern dazu verpflichtet Kriegsdienst zu leisten. Sie konnten in der Zeit jedoch ihren Besitz nicht versorgen. Was dazu führte, dass die Bauern ihr Zeug verkaufen mussten. Weiterhin haben einige ihren Besitz verkauft, und den eigenen Besitz wiederum gepachtet. Erst auf Lebenszeit, später immer weniger Jahre. Dann waren sie vom Kriegsdienst befreit.

Die damaligen Bauernaufstände sind noch aussagekräftig.

Danach gab es nur noch 2 Schichten. Die Oberschicht mit ihren Besitzen und mit dem nötigen Geld mit militärischen Mitteln die Unterschicht zu drangsalieren, und die Unterschicht, die Sklavenmäßig arbeitete. Darauf rennen wir mittlerweile zu. Da nützten dem Pöbel keine Geschichten über Drachen, Zauberer und Hexen, sondern da gings, wie heute manchmal auch schon, ums nackte Überleben.
 
Zuletzt bearbeitet: (Anhang zu _killy_)
durch Recht & Pflicht auf Arbeit wurden einfach Arbeitsplätze definiert
ja es bestand arbeitszwang. und die produktivität und wirtschaftlichkeit sind ja hinlänglich bekannt ;)

Ja, ich halte die Ausgangssituation deinerseits für Anmaßend. Du kannst nicht eine Gruppe von Arbeitslosen nehmen und die auf alle Berufe verteilen. Die haben doch keinerlei Ahnung von allen Berufen sondern nur Fachspezifische Erfahrungen. Demnach einen Ort zu kreiren, der alleine mit Arbeitslosen ohne die nötigen Kenntnisse laufen soll, ist völliger illusorischer Quatsch.
stellen wir ausbilder dazu, die sich aber ansonsten nicht in die arbeit einmischen, schon ist das problem gelöst. abgesehen davon bin ich mir sicher, dass wir aus allen bereichen und bildungswesen arbeitslose haben, sollte also auch so kein problem darstellen.

(Kernenergie können wir vergessen, Wasserkraft geht nur am Fluss, Windenergie nur bei Windzonen) Der Platzbedarf wäre enorm.
elektrizität und holz sind resourcen. solange die wirtschaft stark genug ist, die rechnungen zu bezahlen ist alles gut. und wenn nicht, haben wir eben das resultat, was viele kritiker einem solchen utopischen system vorhergesagt haben. so oder so, es geht im sinne des experimentes aus.

es kann anfangs nicht gut laufen, es muss dann auch eine funktionierende Infrastruktur herrschen. Wo soll das Öl für die Autos herkommen? Wo sollen die Autos herkommen? Pferde? Die brauchen wieder Weideland.
ist doch alles gegeben. fertige stadt, fertige infrastruktur, öl(benzin) = rohstoff. es wird eine ganz normale regionale wirtschaft ohne kapitalistische marktmechanismen (intern) simuliert. eine intakte stadt, fertige häuser, fertig eingerichtet, läden bestückt, etc. wir simulieren quasi einen regierungswechsel von jetzt auf gleich wird der kapitalismus einfach abgeschafft und jeder bekommt ein festes bge. der rest soll sich selbst entwickeln.

und die produktivität von landwirtschaftlicher nutzfläche ist eine bekannte größe. da darf auch gern großzügig gerechnet werden. wegen meiner dürfen auch lebensmittel importiert werden, wenn die kommunalkasse das hergibt. dann kann man zwar nicht belegen, ob sich so ein antikapitalistisches utopia selbst ernähren könnte, aber seis drum.

Und das mit den Drecksarbeiten: Die Drecksarbeiten werden heute nicht gemacht weil sie schlechte Bedingungen beinhalten. Geld. Ein Bürgermeister hingegen macht sich kaum dreckig und rennt im Kanal rum.
das wäre einer der interessantesten aspekte des experimentes. ich sage, dass es ohne finanziellen anreiz kaum noch wer freiwillig machen wird. ohne dieses fiktive experiment in die tat umzusetzen wird aber immer aussage gegen aussage stehen.

Und zu guter letzt: Ein Wirtschaftskreislauf kann auch so funktionieren, indem eine größere Fläche für eine kleine Anzahl Menschen vorhanden ist, und die Anzahl der Menschen dort stagniert, während der Überschuss verkauft werden kann, für dieses Geld dann wiederum Güter eingekauft werden. Das setzt aber eine Reglementierung der Kinderzahl fest. Wie wir alle wissen funktioniert nämlich unendliches Wachstum nicht.
das wäre für das experiment ersteinmal unerheblich. die fläche soll großzügig bemessen sein und das experiment wäre zeitlich begrenzt (z. b. 1 jahr). da stellt sich diese frage ersteinmal nicht. wie sich so eine antikaptialistische gesellschaft langfristig entwickeln würde, wäre eine frage für folgeexperimente sofern nicht schon das erste scheitert.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ onkelhitman

Wäre dann aber nicht der "Mindest-Mindestlohn" die bessere Alternative zum BGE? Warum ein komplexes System einführen, die Staatsquote erhöhen und dann immer noch Lücken füllen müssen?
Der Mindestlohn ist aus meiner Sicht der bessere Weg. Ohne Ausnahmen wie aktuell von den Arbeitgebern gefordert.

Das BGE ist nunmal ein Märchen für den Pöbel - es wird so getan, als würden damit die Probleme aus der Welt geschafft werden und dass dieses System sehr einfach einführbar und beherschbar wäre. Aus meiner Sicht ist die Diskussion über das BGE unfair gegenüber Menschen die dieses Märchen nicht durchdringen können.
 
@_killy_
Es gibt eine Fülle von Alternativen, die als Gesamtpaket allesamt besser sind als ein BGE. Dazu zählt die Ausweitung der gesetzlichen Sozialversicherung, die Vereinfachung der Lohnsteuer/Abgaben, ein Mindest-Mindestlohn und so einige andere Dinge.

@Lübke
Dein Beispiel ist jedoch kein BGE. Das BGE selbst ist ja nur ein Pro-Kopf-Einkommen, was bedeutet, dass jeder genau dasselbe bekommt an zusätzlichen Geldmitteln. Nicht als Lohn für sich und seine Arbeit.

und die produktivität von landwirtschaftlicher nutzfläche ist eine bekannte größe. da darf auch gern großzügig gerechnet werden. wegen meiner dürfen auch lebensmittel importiert werden, wenn die kommunalkasse das hergibt. dann kann man zwar nicht belegen, ob sich so ein antikapitalistisches utopia selbst ernähren könnte, aber seis drum.
Darum gehts. Wenn keiner arbeiten ginge und du von außen keine Güter annimmst, geht ein BGE in einer 0815 Stadt sowieso nicht. Was willst du davon kaufen, wenn keiner sich als Fahrer meldet? ;) Wenn keiner sich als Verkäufer meldet? Die Leute müssten arbeiten um zu überleben, weil von außen nichts kommt. Weswegen der Versuch so in meinen Augen auch nicht geht.

ich sage, dass es ohne finanziellen anreiz kaum noch wer freiwillig machen wird. ohne dieses fiktive experiment in die tat umzusetzen wird aber immer aussage gegen aussage stehen.
Aber nur, wenn du das gleichsetzt mit einer Nicht-funktionierenden Selbstversorgung und mit Geld, mit dem du letztlich nichts kaufen kannst, weil niemand arbeitet und Lebensmittel teurer werden, weil es keine mehr gibt.

Der finanzielle Anreiz ist das wenigste. Das Wichtigste ist die Absicherung für den Fall der Fälle. Wenn man jung ist wird man versorgt, wenn man alt ist wird man versorgt. Wenn man krank ist wird man versorgt. Alles Dinge, die jetzt so nach und nach abgeschafft werden, sodass es eben völlig unklar ist, was passiert wenn man einmal krank wird oder alt geworden ist. Rente sicher? Krankheit wird behandelt? Private Vorsorge? Durch die Abschaffung der gesetzlichen Vorsorgen in der ges. Sozialversicherung geht es nur über private Versicherungen oder private Vermögen. Aber Vermögen aufbauen ist kaum möglich. Wegen der Arbeitslosigkeit und deren enteignende Maßnahmen.

Du brauchst ansich überhaupt kein Geld um das Leben miteinander funktional zu machen. Star Trek zeigt diese Utopie sehr deutlich. Es gibt eine Art BGE, und alles darüber wird durch die Eigenleistung erbracht. Die gegenseitige Auslotung und daher die Machtkämpfe bleiben erhalten, aber der wichtige Punkt ist: Jeder hat eine Wohnung, was zu essen/trinken und wird behandelt wenn er krank ist. Die Menschen sind abgesichert. Alle. Nur die, die sich dessen bewusst weigern, die nicht (und dennoch wird ihnen geholfen wenn sie in Not sind). Jegliche sonstige Dinge sind jedoch durch Eigenleistung erbracht.

Das mag funktionieren, aber erst, wenn die gesamte Welt so wäre.
 
Das BGE selbst ist ja nur ein Pro-Kopf-Einkommen, was bedeutet, dass jeder genau dasselbe bekommt an zusätzlichen Geldmitteln. Nicht als Lohn für sich und seine Arbeit.
aber das ist doch einer der elementaren versuchsziele. denjenigen, die leitende stellungen übernehmen, steht es frei von den verfügbaren leuten welche z. b. mit geld zu locken. aber wen reizt das noch, wenn er eh sein grundgehalt hat und schuften gehen soll nur für das "mehr" vor allem wenn die guten jobs vergriffen sind? solange mir das bge einen gewissen wohlstand garantiert, sogar einen über harz4 hinaus, warum sollte ich drecksarbeiten machen?

Wenn keiner arbeiten ginge und du von außen keine Güter annimmst, geht ein BGE in einer 0815 Stadt sowieso nicht. Was willst du davon kaufen, wenn keiner sich als Fahrer meldet? Wenn keiner sich als Verkäufer meldet? Die Leute müssten arbeiten um zu überleben, weil von außen nichts kommt. Weswegen der Versuch so in meinen Augen auch nicht geht.

nein, das soll schon so sein. einige leute hier wollen uns immer wieder weiß machen, dass so eine antikapitalistische gesellschaft funktionieren würde, weil die leute dann freiwillig arbeiten würden und viel zufriedener wären. ich komme hingegen zu dem gleichen schluss wie du: das funktioniert nicht.

Aber nur, wenn du das gleichsetzt mit einer Nicht-funktionierenden Selbstversorgung und mit Geld, mit dem du letztlich nichts kaufen kannst, weil niemand arbeitet und Lebensmittel teurer werden, weil es keine mehr gibt.

genau das ist meine meinung von einem solchen antikapitalistischen system. ich bin felsenfest davon überzeugt, dass so ein experiment zum scheitern verurteilt wäre. aber hier gabs schon zahlreiche diskussionen in denen unser system verteufelt wurde und soetwas als alternative gefordert wurde. mich würde interessieren, wie sich diejenigen da engagieren würden, die hier so wehement so ein "gleichberechtigtes" antikapitalistisches system fordern und so davon überzeugt sind, das die menschen auch ohne finanzielle anreize effektiv arbeiten würden.

ich sehe nur zwei realistische ausgänge:
1. das ganze scheitert komplett, wichtige arbeiten bleiben liegen, weil sich niemand zum hampelmann der anderen machen möchte, produkte fehlen nachdem lagerbestände abverkauft sind.

2. unser normales kapitalistisches system setzt sich durch. die chefs der produzierenden betriebe bedienen sich großzügig an den gewinnen, arbeiten die viel einbringen, werden gut bezahlt, und arbeiter nach leistungsfähigkeit ausgesucht, arbeiten, die nichts erwirtschaften werden über ein umlageverfahren (steuern) getragen, massiver preisverfall bis man trotz bge zur arbeit gezwungen ist, weils sonst vorn und hintern nicht mehr reicht. kurzzeitige hyperinflation bis das bge relativiert ist, da hinter dem bge ja keine waren und leistungen stehen.

ein utopia in dem jeder das gleich bekommt und arbeiten eine freiwillige sache zur selbsterfüllung ist, wird es imho sicher nicht geben.

aber drehen wirs mal um: wie müsste man deiner meinung nach das experiment modifizieren, damit es funktioniert?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Grundproblem warum es den Menschen in Deutschland immer schlechter geht ist doch deren Weigerung Gewinne aus der Privatwirtschaft als Einkommen zu akzeptieren.
Warum ist die Aktienquote von Privatleuten in Deutschland so niedrig?!? Ausländische Investoren freuen sich, günstig am deutschen Aktienmarkt einkaufen zu können.

Die Bild-Zeitung verurteilt die massiven Gewinne die an die Aktionäre ausgeschüttet werden - der Deutsche stimmt zu und jammert mit statt die Zeichen zu erkennen und selbst zu investieren.

Das mag zwar Keiner hören, aber wir sparen falsch. Statt das Geld dort zu investieren, wo es sich vermehrt werden Milliarden auf Tagesgeldkonten gehörtet nur um von der Inflation aufgefressen zu werden. (aber ein Tagesgeldkonto ist ja risikolos - dass am Ende durch die Inflation dann auch weniger Geld auf der Kante liegt, wird einfach übersehen ...)

Wir brauchen kein BGE - wir brauchen mündige Bürger die mit Geld umgehen können! (dann können auch die Bank-"berater" nicht mehr den Kunden über den Tisch ziehen)
 
Ich lach mich kaputt.
_killy_ schrieb:
wir brauchen mündige Bürger die mit Geld umgehen können!
1. Brauchen wir in D ein paar mehr freie Stellen, damit erst mal mehr Menschen Arbeiten können. Dann brauchen wir Stabilität und anständige Arbeitsverträge (unbefristet). Wir brauche Löhne und Gehälter in JEDER Branche, die dazu führen das dass Subventionieren von niedrigen Löhnen baldig ein Ende findet! Dann brauchen wir die richtigen Subventionen an der richtigen Stelle.
Ergänzung ()

_killy_ schrieb:
Das Grundproblem warum es den Menschen in Deutschland immer schlechter geht ist doch deren Weigerung Gewinne aus der Privatwirtschaft als Einkommen zu akzeptieren.
So ein Bullshit.
Die Grundprobleme sind: Zu wenig und zu unsichere Arbeitsplätze, ein teils zu niedriges Lohngefüge.

Der Unmut vieler Menschen resultiert zum Beispiel nicht aus dem Umstand, wie man am besten 50k€ anlegen soll, sondern wie man sich 5000€ zusammen spart, sofern nicht alles auf Pump finanziert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Lübke
ein utopia in dem jeder das gleich bekommt und arbeiten eine freiwillige sache zur selbsterfüllung ist, wird es imho sicher nicht geben.
aber drehen wirs mal um: wie müsste man deiner meinung nach das experiment modifizieren, damit es funktioniert?
Eine schrittweise Veränderung der jetzigen gesetzlichen Sozialversicherungen und des Staates in einen Teil: Der für die Bürger, und der für wirtschaftliche Ziele (und somit passiv wiederum für die Bürger). Somit hat jeder seine Grundbedürfnisse gestillt, derjenige, der etwas geleistet hat wird belohnt für diese Leistung (jetzt durch Lohn, als Kind mit Schule und Ausbildung, als ältere Person mit Rente; zusätzlich alle ges. Krankenversichert) und der Machtkampf kann weiter gehen, bedroht aber zum einen keine Existenzen, noch enteignet er. Was er jetzt aber macht.

Ich muss dir aber Recht geben. Ich sehe es auch als nicht gegeben, und auch nicht als verifizierbar an, dass man das jetzige System, so wie es jetzt ist, komplett kippen kann, und ein BGE erschafft welches jedem Bürger in Dland Geld gibt. Das funktioniert nicht. Kann es auch gar nicht, weil es die Wirtschaft komplett weglässt, jedoch ist die Wirtschaft heute ein großer Teil des Landes selbst, der Politik, und daher auch der Menschen/Bürger dieses Landes. Sodass ein Wegfall jeglicher jetzigen Regelungen mit der Brechstange schlimmer wäre, als das jetzige, und es ist noch nichtmals so schlecht, System zu verändern bis wir später irgendwann einmal bei dieser Utopie sind.

@_killy_
der Deutsche stimmt zu und jammert mit statt die Zeichen zu erkennen und selbst zu investieren.
"Der Deutsche" besteht aus ca. 20 Millionen Kindern, 25 Millionen Rentnern, 10 Millionen Arbeitslose oder die man so zusammenfassen könnte und 30 Millionen Arbeitern. Wer kann mit dem Geld arbeiten? Es sind die, die vorher schon viel Geld hatten. Soll deiner Meinung nach jemand, der 1000 netto im Monat bekommt sein Geld in Aktien anlegen? Und wenn das Geld weg ist? (mal davon ab, dass sparen allgemein überhaupt nicht mehr funktioniert, es sei denn man hat entsprechende Größen)

Wir brauchen einfach ein funktionierendes Sozialversicherungsprinzip, welches die Leute absichert für das Überleben und Leben, aber alles was den Luxus angeht völlig unbeeindruckt lässt und daher unter dein gefordertes: "Mündigkeitsempfinden" läuft. Wenn ich nichts habe, kann ich nichts ausgeben und investieren. Gerade auch deshalb sind sehr viele Subventionen in Deutschland genau an der falschen Stelle. Was soll jemand als Mieter machen, wenn er ne Solaranlage will? Der hat einfach Pech gehabt und nicht jeder kann sich nen Haus kaufen/bauen/leisten. Beteiligen kann er sich auch nicht, es sei denn mit einem sehr hohen Risiko. Soll er dieses Risiko eingehen? Klar bleibt damit Geld im Umlauf, keine Frage.

Cleverer wäre die Subventionen zu streichen in jeglicher Art und Geld zu sparen für wirklich sinnvolle Dinge. Anstatt sich Privatmenschen davon dann letztlich noch mehr Reichtum erwirtschaften, könnte dieses Geld dazu genutzt werden die fehlenden Stromleitungen zu bezahlen. Oder die Anlagen, die gefördert werden mal selber in Staatsgebäuden einbauen lassen und investieren. In Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten, Feuerwehreinrichtungen, ..... unzählige Dinge lassen sich aufzählen. Aber das kommt eben nicht bei denen an, die fleißig Geld investieren. Aber nicht ihr eigenes Geld.

Wir brauchen also erst einmal eine Art von Gleichheit der Menschen hier im Lande vor dem Gesetz. In jeglicher Form. Das geht nur nach und nach. Und dann sind sowas wie Tagesgeldkonten völlig egal.

Mal eine weitere Utopie von mir: Nehmen wir an, man hätte die Banken nicht mit 500 Milliarden gerettet, sondern eine "Europabank" gegründet mit dem Geld, die Leute aufgefangen und eine rein auf Zinsen funktionierende Bank erschaffen. Welche gibt: 3% Ausschüttung auf Sparguthaben, 4% Kosten auf Kredite. Schon wären die Tagesgeldkonten weg. Die kleinen Sparer hätten genug Geld, die Anleger könnten mit genug Sicherheiten dafür sorgen, dass nichts verpufft oder falsch genutzt wird. Nur wer verpfändbaren Besitz hat, der bekommt einen Kredit. Möchte Herr Mayer einen Kredit, und besitzt ein Auto von geschätzten 10 000€ Wert, so bekommt er 5000€ Kredit. Wo wäre das Problem? Das Problem ist, dass dann nicht die Banken und jeder Hunz und Kunz daran verdienen würde wie blöde und Geschäfte und Spekulationen getätigt werden können. Glaskugeleinkäufe mit horrenden Verlusten. Getragen von den Ländern.

Es bröckelt nicht nur an einem Ende. Zum einen macht in der BRD sich diese selber und deren Menschen kaputt, und gleichzeitig zerstört auch ein Teil der EU (vor allem der Euro als Gesamtwährung) das bisschen Reichtum, welchen die BRD noch hat. Dass das nicht unendlich lange gut geht weiss wohl jeder.

@Zwenner
Du brauchst überhaupt keine Subventionen. Du musst einfach den niedrigsten Lohn gesetzlich festlegen (nehmen wir einfach 8,50€ die Stunde) und gleichzeitig einen Freibetrag von 1000€ im Monat festsetzen. Diese 1000€ sind daher schonmal netto, alles was danach kommt ist SVpflichtig und Steuerpflichtig mit einem festgelegten Prozentsatz ohne Deckel der Einzahlung, mit Deckel der Auszahlungen. Fertig. Klappt bei einem sehr großen Teil der Löhne und Menschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja. Ich meinte mit:
Zwenner schrieb:
Dann brauchen wir die richtigen Subventionen an der richtigen Stelle.
Auch, dass man Unternehmen subventionieren kann, da wo es für alle Beteiligten sinnvoll wäre. :)

P.S.
Ich rechne eh immer mit 160h, da bleiben bei 8,50€ eh ü 1000€, nach LSKI.
Bei höheren Einkommen (x2), wird die LS zum "Problem". Bei 2,8 hasu knapp ü 400€ LS.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man sollte gar keine Unternehmen subventionieren und von dem Geld lieber Stromleitungen legen oder das Geld eben zum sparen nutzen/Schuldenabbau (wobei Investitionen in Erneuerbare besser wäre weil langfristiger) anstatt den Unternehmen das in den Hintern zu feuern. Und dabei ist es völlig egal welche Unternehmen.
 
@Onkelhitman, was genau meinst du mit "wobei Investitionen in Erneuerbare besser wäre weil langrfistiger"? Meinst du, dass der Staat statt Subventionen, besser das machen sollte? Macht er das nicht? Oder meinst du direkt, sprich aus Steuergeldern Kraftwerke bauen? Wie will man das den Steuerzahlern erklären? Zumal, das auch ne riesige Spekulation ist. Denn, wenn das Fusionskraftwerk oder eine andere Technologie kommt mit dem man viel Strom zentral erzeugen kann, ist der ganze EEG quatsch den wir hier machen hinfällig.
 
Der Staat sollte mit dem Geld, mit dem er jetzt Subventionen für Unternehmen und Privatpersonen hergibt, investieren. Und zwar in Windparks, in Solaranlagen, in Biogaskraftwerke, in neue Stromleitungen, in Fernwärme, in die Gebäudesanierung von Krankenhäuser/Rathäuser/was auch immer.

Das brauche ich dem Steuerzahler ja nicht erklären, es wird ihm heute auch nicht erklärt und er zahlt trotzdem für die, die das Geld sowieso schon locker haben. Davon hat "der Steuerzahler" aber nichts. Sinken jedoch die laufenden Kosten von Krankenhäusern, Schulen, Rathäuser/was auch immer, so sinkt ja auch die Last der Steuerzahler. Womit wieder mehr Geld für Investitionen da ist, womit man wieder mehr spart und dadurch.....

Deine Fusionskraftwerke sind keine Spekulation? Der EEG Quatsch ist ja noch nichtmals die Spitze. Die Kosten für jeden Mist bei der Stromerzeugung bis zum vernichten/Endlagern des Mülls muss der Bürger bezahlen, und wird dafür noch ausgenommen wie eine Weihnachtsgans während der Kraftwerkbesitzer sich die Taschen bis zum Schlips mit Geld füllt.
 
Natürlich sind Fusionskraftwerke auch Fusion. Wir nutzen nur im Moment Technologien zur Stromerzeugung die Wahnsinnig ressourcenfressend sind und deren Entsorgun nicht geklärt ist (mir gehts um Solarpanele). Die Frage ist aber ob so eine Staatswirtschat langfristig funktionieren würde und auch vom EU-Recht her erlaubt wer. Einfach mal an das Prä-Telekom Zeitalter zurückdenken. Da war alles sehr teuer.
 
Zwenner schrieb:
1. Brauchen wir in D ein paar mehr freie Stellen, damit erst mal mehr Menschen Arbeiten können.
Deutschland hat tatsächlich KEIN Arbeitsplatzproblem. Deutschland hat ein Ausbildungs- und Motivationsproblem.
Nehmen wir mal die Neuregelung des Renteneintritts: Hier fallen, im ungünstigsten Fall, in nächster Zeit Unmengen hoch qualifizierter und erfahrener Arbeiter weg.

WIE übel es um die deutschen Arbeitsplätze steht sieht man an einigen Beispielen:
- Hausärzte gibt es bei uns kaum noch. Bei uns übernehmen Immigranten (Spanier, Portugiesen,...) inzwischen Hausarztpraxen.
- Mittelständige Unternehmen, gerade im Metall- und Maschinenbau, suchen händeringend nach kompetentem Nachwuchs. Leider sind Kevin und Chantal nicht für so etwas geeignet mit ner Aufmerksamkeitsspanne von 2 Minuten, bis der nächste Blick aufs Smartphone nötig ist.
- Selbst wenn man mal ein paar Nachwuchs-Facharbeiter findet, Nachwuchs-Meister gibts keine.

Solange Kevin und Chantal mit einer staatlichen Förderung (H4, BGE, nenn es wie du willst) ihre Smartphone-Sucht füttern können, so lange wird Deutschland tatsächlich IMMIGRANTEN benötigen um elementare Aufgaben zu erledigen. Wir haben kein Arbeitsplatzproblem, wir haben eine Lücke im Humankapital.

Onkelhitman schrieb:
Deine Fusionskraftwerke sind keine Spekulation?
Da inzwischen die Fusion mit positiver Energiebilanz bewiesen wurde... nein. Es fehlt nur an der Skalierung.
 
Danke @ daaron

Manchmal glaube ich, hier werden nur Rechtfertigungen gepostet damit man selber nicht arbeiten gehen muss.

Natürlich gibt es Regionen, wo wenig bezahlt wird bzw. wo Jobs rar sind. Dann muss man aber umziehen. Entweder will man arbeiten oder man will nicht arbeiten. Ich habe dem Osten "Adé" gesagt und bin für die Arbeit umgezogen.

Auch sollte man sich anstrengen um eine vernünftige Qualifikation zu erwerben und Erkenntnisse die man vorher hat auch bei der Jobwahl berücksichtigen. Es hilft einfach nichts, wenn man vorher weiß dass man als Friseur unterbezahlt wird und sich dann doch für diesen Beruf entscheidet. Wo ist da die Logik?!?
 
@Daaron

Sorry, aber ich habe mich zu dieser Thematik schon mal geäußert. Ich sehe das (ALLEIN aufgrund meiner Erfahrungen deutlich anders.) Wir haben Arbeitslose Menschen (ALG1 + ALG2) und da gibt es keinen, der zum Beispiel im Bereich Metall- und Maschinenbau arbeiten könnten? Richtig. Auch bei uns sucht man Metall- und Maschinenbau (!). Die Motivation schwindet bei jemanden der über 30 Jahre Berufserfahrung hat dann, wenn das Anforderungsprofil seine Fähigkeiten eigentlich übersteigt er aber nach EG3 nach BZA/IGZ arbeiten soll, vorher hatte er 4000€ Brutto. Mit 12€ (Einstieg) auf 160h könnte er leben und das ist aktuell NICHT drin, man könne das nicht zahlen. Allein aus dem Familien- und Freundeskreis könnte ich dir zahlreiche und weitere Negativ-Beispiele benennen.

Ich hatte hier vor kurzem von jemanden erzählt die einen hervorragenden Job macht und eine weiterführende Qualifikation errungen hat. (Ausbildung schon mit Auszeichnung absolviert, ein gutes Abitur hat sie auch.) Der Chef ist nicht bereits das zu entlohnen. Und wie von mir vermutet, ab 01.05 wird der Arbeitgeber gewechselt. Der Chef hat schon, als sie noch in der Ausbildung war, gejammert - er findet keine anständigen Bewerber. Mein Schwager könnte hier sofort um die Ecke anfangen zu arbeiten... für weniger als die Hälfet des jetzigen Nettoverdienstes.

Meine Schwägerin fährt recht lange mit dem Zug durch die Gegend. Das macht sie, weil am Ende (abzüglich aller Kosten) fast 200€ mehr bleiben. Bald kann sie mit dem Auto auf Arbeit fahren.

Hole ich mir kein hochqualifiziertes Personal ins Unternehmen aber auch gute Facharbeiter nicht, habe ich verloren. Scheitert es nur daran, dass ich nicht anständig entlohnen will, Pech gehabt. Viele andere Unternehmen (auch kleine Mittelständler) im Osten zeigen, dass es funktionieren kann.

Stellenweise magst du aber auch Recht haben, hier haben sich auch schon Stimmen geäußert, dass da wo anständige Arbeitsverhältnisse herrschen, man kein Personal findet. Ist sicherlich auch von der Region stark abhängig.

@_killy_

Applaus. Du bist da sicherlich der einzige. Den Beruf des Barbiers kann man lernen, wenn die entsprechende Fachkraft gebraucht wird. Wenn sie gebraucht wird, muss sie anständig entlohnt werden. Nach deiner Auffassung sollte alle Menschen die im Osten arbeiten und keine anständige Tarif-Bindung haben, in andere Regionen umziehen und das funktioniert? Alle Barbiere kündigen morgen, man verdient zu wenig... das funktioniert?

Wir brauchen Regionen in denen das Lohngefüge niedriger ist als-wie in München, Frankfurt etc. Das sind nämlich grundsätzlich interessante Standorte. Man übertreibt es nur gerne, besser man korrigiert zu stark nach unten.
_killy_ schrieb:
Manchmal glaube ich, hier werden nur Rechtfertigungen gepostet damit man selber nicht arbeiten gehen muss.
Falls ich bei dir diesen Anschein erweckt habe, so muss ich dir aufzeigen, dass das bei mir nicht der Fall ist. Ich möchte das die Menschen, die Arbeiten aber zu wenig verdienen, besser entlohnt werden. Und die die Arbeiten wollen, sich in einer Situation wieder finden, die gerecht ist. Das schließt dann auch mit ein, dass der Zwang in den Niedriglohnsektor verboten wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Daaron
Deutschland hat tatsächlich KEIN Arbeitsplatzproblem.
Deutschland hat ein Arbeitsplatzproblem. Deutschland hat 0,5 Millionen freie Stellen. Nehmen wir an, Unternehmen melden nicht alle ihre offenen Stellen an. So bleiben uns ca. 1 Millionen offene Stellen. Wir haben ca. 3 Millionen Arbeitslose + Arbeiter in geringfügigen Beschäftigungen + Menschen in Umschulung + Menschen in Transfergesellschaften + ... , rechnen wir mal mit 5 Millionen Menschen.

Jetzt haben wir 5 Millionen Menschen auf 1 Millionen Stellen. Und wir haben kein Arbeitsplatzproblem? Es bleiben 4 Millionen "über". Natürlich hatten wir die Thematik auch schonmal, es werden bei einer Vollbeschäftigung wieder neue Arbeitsplätze generiert. Sodass wir nochmal 0,25 Millionen neue Arbeitsplätze generiert wüssten. Was immer noch 3,75 Millionen Menschen Arbeitslos macht.

Die können sich jetzt weiterbilden wie sie möchten, das Einzige, was sie schaffen ist ausgebildete Fachkräfte zu sein, die Arbeitslos sind - wenn nicht sie, so boten sie diejenigen aus, die jetzt einen Arbeitsplatz haben.

- Selbst wenn man mal ein paar Nachwuchs-Facharbeiter findet, Nachwuchs-Meister gibts keine.
Aber man will auch die Nachwuchs-Meister nicht bezahlen. Auch keinen Einstieg gewähren. In dem Falle fehlt dann die Facherfahrung und dann hört man: "Haben Sie Berufserfahrung?" "Nein." "Dann geht es nicht." Ja, eine tolle Idee. Man bildet sich weiter, aber was nützt es einem?

@_killy_
Manchmal glaube ich, hier werden nur Rechtfertigungen gepostet damit man selber nicht arbeiten gehen muss.
Der ist echt gut. Solltest du mal allen Arbeitslosen sagen. Die freuen sich immer wieder über diese Pauschalisierungen. Vor allen Dingen die, die schon richtig Jahre auf dem Buckel haben und noch einen aufn Sack bekommen.

Ich habe dem Osten "Adé" gesagt und bin für die Arbeit umgezogen.
Ich auch. Ich bin ausgewandert und die Bedingungen hier sind um längen besser als in Deutschland. (selbst für Niedriglöhner)

Auch sollte man sich anstrengen um eine vernünftige Qualifikation zu erwerben und Erkenntnisse die man vorher hat auch bei der Jobwahl berücksichtigen.
Nützt nur nichts wenn man keine Chance bekommt den Job auch auszuführen. Da kann ich noch so viele Qualifikationen mitbringen. Vorher heißt es: "Sie haben keine Berufserfahrung? Nein dann nehmen wir Sie nicht. " Später heißt es: "Sie sind schon so lange ohne Arbeit? Dann nehmen wir Sie nicht." Lächerlich, gerade in einem Alter unter 30. Weiter qualifizieren wäre nur mit Studium gegangen, und das Geld war nicht vorhanden. Schulden machen?

@Zwenner
Stellenweise magst du aber auch Recht haben, hier haben sich auch schon Stimmen geäußert, dass da wo anständige Arbeitsverhältnisse herrschen, man kein Personal findet. Ist sicherlich auch von der Region stark abhängig.
Es gibt die eine Seite, und es gibt die andere Seite. Du selbst hast viele Erfahrungen mit der einen Seite gemacht. Ich ebenfalls. Dennoch würde ich das niemals auf alle Arbeitslosen hochpauschalisieren. Sondern einfache Mathematik anwenden. Es gibt genügend Arbeitslose die Arbeiten wollen, aber nicht können weil sie nicht eingestellt werden. Manche sind selber Schuld, andere wiederum nicht.

Wie man es auch dreht, am Ende bleiben immer irgendwelche Menschen über, die nicht arbeiten können/gehen. Es gibt und gab aber auch schon immer Menschen, die dies auch nicht müssen, deren einzige Befugnis dazu, ist, dass sie von irgendjemandem das Geld bekommen haben.

Folgt man dieser Logik ist der Aufschrei, dass alle arbeiten gehen müssen in Deutschland für beide Seiten anzunehmen. Das heißt: Zwinge ich Menschen mit der Argumentation der "sozialen Pflicht; Ethikvorstellung der Sozialversicherung, Solidarität;wer kann der kann" so muss das auch für ALLE gelten. Das bedeutet eben nicht nur, jemand der wenig bis kein Geld hat muss arbeiten gehen, sondern auch diejenigen, die viel Geld haben müssten gezwungen werden zu arbeiten. Nicht durch das Geld, welches sie besitzen. Daher muss ihnen das Geld entzogen werden. Man könnte demnach jeden Bürger Deutschlands nach dem Tod enteignen. Welche Auswirkung das hätte kann sich jeder vorstellen, die Menschen mit genug Geld werden gehen.

Da das nicht geht, wird noch immer unterschieden zwischen Arm und Reich. Wer reich geboren ist, hat ausgesorgt. Wer arm geboren ist, der muss zwingend für die Allgemeinheit eine Arbeitsleistung erzielen, eine Art Sklaventum. Damit möchte ich nicht sagen, alle sollen zu hause bleiben und nichts tun. Sondern dass die, die auf dem Besitz und auf dem Geld sitzen nicht verpflichtet werden, was eben bedeutet, dass sie damit keinen Beitrag leisten durch Eigenleistung, sondern nur durch Besitz. Ist das nicht ebenso verwerflich und daher für einen Anpranger zu benutzen, wie die Arbeitslosen gleichbedeutend mit Faulheit angeprangert werden? Aber solch ein Vergleich wird gar nicht erst geführt. Es ist eben viel einfacher den "Kevin und die Chantal" für die miseren der eigenen Politik verantwortlich zu machen. Die Kinder, die vor allen Dingen überhaupt nichts dafür können, weil ihre Eltern ihnen alles in den Hintern blasen (obwohl ich nicht so weit gehe zu sagen, das würde jedem Kevin und jeder Chantal passieren). Die Schuld ist also nicht bei den Kindern zu suchen. Sondern bei denen, die die Kinder erziehen.

Das wiederum wird mehr und mehr in staatliche Hände gelegt. Die Eltern müssen, in den "unteren Schichten" (obwohl ich diese Schichtenbezeichnung nicht mag) beide arbeiten gehen um genug Geld zu bekommen. Die haben keine Zeit mehr für unendliche Weiterbildungen. Wir haben einen riesigen und wachsenden Arbeitsmarkt im Bereich der Niedriglöhner. Je größer der wird, desto schlechter geht es Deutschland und den Menschen. Nur ist es einfach noch auf die unteren zu treten, als die wahren Schuldigen zu suchen....
 
Jetzt haben wir 5 Millionen Menschen auf 1 Millionen Stellen. Und wir haben kein Arbeitsplatzproblem? Es bleiben 4 Millionen "über". Natürlich hatten wir die Thematik auch schonmal, es werden bei einer Vollbeschäftigung wieder neue Arbeitsplätze generiert. Sodass wir nochmal 0,25 Millionen neue Arbeitsplätze generiert wüssten. Was immer noch 3,75 Millionen Menschen Arbeitslos macht.

Falscher Ansatz ...
Große Firmen wissen genau wie viele neue MA sie in welcher Zeitspanne bekommen können.
Entsprechend wird auch die Produktion ausgerichtet - und das schon "immer".

Würden alle 5 Millionen (sorry, ich meine 14 Millionen inkl. vertuschter Zahlen) potentiellen "zZt.-nicht-Arbeitnehmer" auch arbeiten gehen, so würden große Unternehmen auch ihre Produktionsmargen entsprechend umstrukturieren.

Ein Unternehmen, das mit höherer Produktion Verlust macht?
Gibts bestimmt, aber sowas ist die Ausnahme. Je mehr Arbeiter verfügbar, desto mehr Produktion.



Daaron hat es eigentlich auf den Punk gebracht.
Danke hierfür, für mich persönlich ein Lichtblick.
 
@Onkelhitman

Ein Arbeitszwang verfehlt immer das eigentlich Ziel. Das Ziel der Institutionen vor der Berufsausbildung ist es, die Mensch so zu formen, dass man sie nicht zwingen muss sich an Gesetzmäßigkeiten zu halten oder eine Arbeit aufzunehmen. Soweit der Idealfall. Defizite haben wir wo? In den Kitas, an den Schule, auf dem Arbeitsmarkt.

Zu der Qualifikation, Weiterbildung etc. genannte Person mit 30 Jahren Berufserfahrung ist hochqualifiziert und noch nicht lange arbeitslos. Auf eine Stelle wo dringend eine entsprechende Fachkraft gebraucht wird, wurde sich beworben, Einstellungsmöglichkeit... sofort. Es wird immer gesagt Qualifikation, Weiterbildung, etc ist sehr wichtig... diese genannte Person bekommt derzeit davon und aktuell nicht so viel mit, sicherlich kein Einzelfall.

Ich habe nach meiner Ausbildung und Bundeswehr einen Job in der IT (übergangsweise) angenommen, ungelernt versteht sich. Da habe ich mehr verdient, als man genannter Person teilweise anbieten will.

MIR braucht keiner mehr kommen, mit: Qualifikation etc. zahlt sich (pauschal) aus. Schlimm das man das so festhalten muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass in der heutigen Zeit auch sehr viel Glück ins Spiel kommen muss, um einen wirklich attraktiven Job zu bekommen, vor allem langfristig haben zu können.

Zusätzliche Qualifikationen sind immer gut, man sollte sie auch mitnehmen (!) aber das dass eine gewisse Garantie mit sich bringt, dass bezweifle ist sehr stark. Zum anderen gibts auch Stellen, da brauche ich Arbeitsgemüse. Da sag ich mach, er macht und das schnell, zuverlässig und fachrichtig. Da brauch ich Niemanden mit 10 Zertifikaten im Anhang der Bewerbung, bestimmte Spezialisierung innerhalb eines Fachgebietes sind sicherlich was anderes.

Freund von mir ist Teamleiter im Call-Center. Nicht selten (wenn das Thema mal aufkommt) berichtet er darüber, wer da so manchmal zum Vorstellungstermin erscheint/eingeladen wird. Heruntergerechnet kommt da 1 Akademiker auf 2 Vorstellungsrunde a 8 bis 10 Personen. Facharbeiter mit und ohne Berufserfahrung sind da IMMER mit dabei. Wäre es so einfach einen Job zu finden (grundsätzlich) würde diese Menschen nicht im Call-Center für 7,50€ arbeiten wollen.

@Max_1234

Die Argumentation von Daaron wäre für MICH in einigen Punkten schlüssig, wenn man erfahrenes Personal halten, beziehungsweise einstellen würde. Wo man doch beklagt, dass auch diese Personengruppe verschwindend gering ist. Zur Jugend... hier zu argumentieren, dass die Harz-4 iPhone-User das Grund-/Hauptproblem sind, halt ich für den komplett falschen Ansatz.

Die Motivation zur Arbeit liegt in den Händen der Erziehungsberechtigten, der Bildungsträger und der Unternehmen die Arbeitskräfte suchen. Machen wirklich alle ihren Hausaufgaben? Ich denke nicht.

Mein Knopfaugen kommt "bald" in die Schule, spätestens dann bekomme ich graue Haare, Hand drauf.
 
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