Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Komischerweise waren im Jahr 2005, als wir in DE 4.800.000 Arbeitslose hatten nur 260.000 Stellen ausgeschrieben.
 
Würden alle 5 Millionen (sorry, ich meine 14 Millionen inkl. vertuschter Zahlen) potentiellen "zZt.-nicht-Arbeitnehmer" auch arbeiten gehen, so würden große Unternehmen auch ihre Produktionsmargen entsprechend umstrukturieren.
Würden sie nicht. Sie richten sich nach dem Markt und ihrem Wachstum aus. Da ist die Mitarbeiterzahl auch völlig irrelevant. Wenn gespart werden muss werden sie entlassen oder durch Elektronik ersetzt.

Der falsche Ansatz ist, dass es einen unendlichen Wachstum und unendlichen Markt gibt. Das funktioniert nicht. Es funktioniert so lange, bis der Markt gesättigt ist, und dann kann man nur einsparen durch die Mitarbeiter.

@Zwenner
MIR braucht keiner mehr kommen, mit: Qualifikation etc. zahlt sich (pauschal) aus. Schlimm das man das so festhalten muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass in der heutigen Zeit auch sehr viel Glück ins Spiel kommen muss, um einen wirklich attraktiven Job zu bekommen, vor allem langfristig haben zu können.
Naja, eine höhere Qualifikation bringt dir mehr Möglichkeiten. Auch wenn du einen "niedrigeren Job" machen würdest. Außerdem kannst du eben, wie _killy_ es schreibt, woanders hin ziehen. ;) Aber du musst natürlich auch ungebunden sein um sowas zu können.

Die Motivation zur Arbeit liegt in den Händen der Erziehungsberechtigten, der Bildungsträger und der Unternehmen die Arbeitskräfte suchen. Machen wirklich alle ihren Hausaufgaben? Ich denke nicht.
Japp.

Vor allen Dingen, Daaron hat damit z.T. Recht. Nur sind das eben nicht alle, sondern nur ein Teil. Ein Teil will nicht arbeiten, ein Teil will sich nicht weiterbilden und ein Teil will arbeiten. Aber weder gibt es nur die einen, noch die anderen als große Summe.
 
Zwenner schrieb:
Die Argumentation von Daaron wäre für MICH in einigen Punkten schlüssig, wenn man erfahrenes Personal halten, beziehungsweise einstellen würde. Wo man doch beklagt, dass auch diese Personengruppe verschwindend gering ist. Zur Jugend... hier zu argumentieren, dass die Harz-4 iPhone-User das Grund-/Hauptproblem sind, halt ich für den komplett falschen Ansatz.

In letzter Zeit mal TV gekuckt?
Die letzten 15 Jahrgänge kann man nur noch als Dünger hernehmen.
Und nein, das war nicht immer so.
 
@max_1234
Die letzten 15 Jahrgänge kann man nur noch als Dünger hernehmen.
Hm, das finde ich schon fast anstößig. Könntest du ausführen wer daran Schuld hat und wie man das für künftige Jahrgänge verändern könnte? Oder ist das nur eine Kritik ohne Verbesserungsvorschlag?
 
Die meisten Vorschläge, die man in der Richtung bringt, rufen doch wieder irgend welche obskuren Erziehungs-"Spezialisten" auf den Plan...

Was den letzten paar Jahrgängen fehlt: Ne harte Hand! Erziehung ist NICHT Sache der Schulen. Eltern wälzen alle Erziehungsaspekte, von der sozialen Interaktion bis hin zur allgemeinen Bildung, nur auf Schulen/Lehrer ab. Die haben aber gar nicht die nötigen Kapazitäten.

In meinem sozialen Umfeld gibts n paar Lehrer, die den Job schon seit DDR-Zeiten machen. Die bestätigen meine Ansichten durch die Bank weg. Wenn mit den Blagen da wieder mal was schief läuft ist immer der Lehrer schuld, die Eltern suchen die Schuld nie bei sich selbst. Aber was machen die Eltern von Kevin und Chantal? Sie stellen den Gören ne Playse und n iPhone hin. Bedient euch, erzieht euch selbst, unterhaltet euch selbst... Dass das nichts werden aknn sieht aber n Blinder mit Krückstock.

So gesehen: Ja, die letzten Jahrgänge sind wirklich nur noch Dünger, einige wenige Leuchten ausgenommen. Es GIBT keinen Nachwuchs, vor allem im Mittelstand. Klar, die Abiturienten mit ihrem zukünftigen Bachelor zählen hier weniger rein. Aber die Mittelschul-Abgänger, die man für das pure HANDWERK nun einmal braucht? 90% Dünger, sozial inkompetent und an aktiver Eigenbildung nicht im Mindesten interessiert.
Von denen hat doch nur jeder Zehnte, wenn überhaupt, mal freiwillig ein Buch (einen Roman) gelesen. Die kennen allesamt von Herr der Ringe nur die aktuelle Verfilmung...
 
Wenn die heutige Jugend aufgrund mangelnder, elterlichen Fürsorgen (?) in der Pfeife rauchen kann, dann sind die jetzigen Eltern keinen Deut besser und es sind in dieser Hinsicht alles Versager. Ich war als Jugendlicher sicherlich alles andere als einfach zu handeln. Abitur habe ich geschmissen, in der Ausbildung es auch mal zu locker betrachtet und dennoch, am Ende (jetzt) ist alles im Lot.

Ich für meinen Teil kann nur wiederholt aufzeigen, dass sich bei uns Azubis beworben haben, die man hätte einstellen können und andere die eingestellt wurden und alles andere als nur Dünger sind. Und schon als für mich das Thema Berufsausbildung zur Debatte stand, gab es Kandidaten die man als, wie ihr meint - "Dünger" bezeichnen konnte

Die Unternehmer die ich kenne beklagen zwar auch den Mangel an potentiellen Lehrlingen, aber irgendwie bilden sie dennoch erfolgreich aus. Sicherlich darf sich auch mal einer frühzeitig verabschieden. Aber eure Argumentation, sind aus meiner Sicht überspitzt.

Diese Gehäule betrifft ja auch meine Generation, eine gut ausgebildete Fachkraft mit Berufserfahrung, kann kein 20 Jahre als sein... und auch hier werden Stimmen laut, es fehlt qualifiziertes Personal... ich halte gerade DAS für Bullshit.
 
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Wie sieht denn der Vorschlag aus, wenn beide Elternteile arbeiten sind, wie zu DDR Zeiten? Die Erziehung sollte wann wo stattfinden? Und was meinst du mit harter Hand?

Erziehung in welche Richtung? Den Kindern den Willen aufzwingen, sie sollen was tun, damit sie Arbeit bekommen?

Ja, die letzten Jahrgänge sind wirklich nur noch Dünger, einige wenige Leuchten ausgenommen. Es GIBT keinen Nachwuchs, vor allem im Mittelstand. Klar, die Abiturienten mit ihrem zukünftigen Bachelor zählen hier weniger rein. Aber die Mittelschul-Abgänger, die man für das pure HANDWERK nun einmal braucht? 90% Dünger, sozial inkompetent und an aktiver Eigenbildung nicht im Mindesten interessiert. Von denen hat doch nur jeder Zehnte, wenn überhaupt, mal freiwillig ein Buch (einen Roman) gelesen. Die kennen allesamt von Herr der Ringe nur die aktuelle Verfilmung...
Wenn demnach die Abiturienten mit späterem Bachelor (kein bisschen Praxis) nicht dazu zählen, die aus der Mittelschule jedoch schon, und die unbrauchbar sind, woran liegt das dann? (mal davon ab dass ich mich von den abfälligen Bemerkungen distanziere, auch wenn ich sie selber nicht geschrieben habe)
 
Zwenner schrieb:
Die Unternehmer die ich kenne beklagen zwar auch den Mangel an potentiellen Lehrlingen, aber irgendwie bilden sie dennoch erfolgreich aus. Sicherlich darf sich auch mal einer frühzeitig verabschieden. Aber eure Argumentation, sind aus meiner Sicht überspitzt.
Komisch. Die Mittelständler, mit denen ich mich hier und da unterhalten habe, erzählen da ganz andere Aspekte. Die rennen vor lauter Verzweiflung in die Schulen und werben für sich (mit wirklich nettem Lehrlingsgehalt, Übernahme etc.), aber wirklich bewerben tut sich kaum einer.
Statt dessen sieht es dann so aus: Die nehmen das, was sich am Ende wirklich mal bewirbt (und das ist nicht viel). Davon ist das Meiste sowas von unbrauchbar, dass es noch in der Probezeit wieder fliegt. Da kommen die Lehrlinge in der 2. oder 3. Woche schon gepflegt zu spät, machen ihre Arbeit nicht, sind frech zu den Ausbildern, zeigen keinen Lernwillen,... Die KANNST du nur rausschmeißen.

Onkelhitman schrieb:
Wie sieht denn der Vorschlag aus, wenn beide Elternteile arbeiten sind, wie zu DDR Zeiten? Die Erziehung sollte wann wo stattfinden? Und was meinst du mit harter Hand?
Gut Kind will Keile haben.
Das zielt jetzt nicht auf physische Gewalt ab, aber auf harte Regeln. Wenn das Kind z.B. Lernschwächen zeigt, dann muss es eben mit Smartphone- und Playsi-Entzug bestraft werden. Auf der anderen Seite kann man auch (z.B. monetär) belohnen, wenn die Noten besser werden. Ein anständiges System aus Zuckerbrot und Peitsche funktioniert sehr wohl, aber das trauen sich die Tragetuch-Mütter von heute nicht. Egal was klein Kevin für eine Scheiße baut, er kriegt sein neues iPhone.

In der DDR ging es auch, TROTZ arbeitender Elternteile. Aus irgend einem obskuren Grund haben es unsere Eltern trotzdem geschafft, sich mit uns zu beschäftigen. Alternativ wurden die Großeltern mit in die Erziehung eingebunden. Heute hingegen? Das erste was man macht: Von den Eltern möglichst weit wegziehen und jegliche Möglichkeit, dass das Kind nach der Schule zu Oma&Opa geht, gleich im Keim ersticken. Familie zählt nichts mehr.

Erziehung in welche Richtung? Den Kindern den Willen aufzwingen, sie sollen was tun, damit sie Arbeit bekommen?
Ist das so falsch? Lass den Blagen ihren eigenen (Un-)Willen, und sie verbauen sich im Zweifel ihre Zukunft. Treib sie gezielt zu Fleiß und Eigeninitiative, und du förderst ihre Zukunft langfristig.

Das fängt schon mit Kleinigkeiten an, wie z.B. dem Kind frühzeitig die Freuden eines guten Buches zu vermitteln. Das kann sehr wohl spielerisch erfolgen. Das Resultat ist nachhaltig.
Von meinen Arbeitskollegen ist keiner ein fleißiger Leser. Keiner hat eine schöne Sammlung Romane im Regal, die mehr sind als nur Deko. Das Resultat? Deren Rechtschreibung ist SOWAS von grottenschlecht, dass die sich in jedem 3. Wort gravierend verschreiben und es nicht einmal merken.

Wenn demnach die Abiturienten mit späterem Bachelor (kein bisschen Praxis) nicht dazu zählen, die aus der Mittelschule jedoch schon, und die unbrauchbar sind, woran liegt das dann?
Der Abiturient und spätere Student zeigt ein größeres Maß an Eigeninitiative und Lernbereitschaft. Der Wille macht den Unterschied.
Du kannst fleißig oder blöd sein, aber nicht beides. Leider ist die Mehrzahl der Menschen blöde, und die Tendenz geht zusätzlich noch zur Faulheit. Das Ergebnis siehst du dann... Hunderttausende freie Stellen + Einkauf ausländischer Fachkräfte, obwohl es ja angeblich genug lokale Arbeitslose gibt.
 
Du hast einen entscheidenden Punkt, eventuell (?) bewusst ignoriert. Kinder und auch viele Jugendliche können nichts dafür, sie habe es nicht anders gelernt. Ja! So ist das, ein Mensch erzieht sich nicht von allein, ob man das nun mit "Keile" geregelt wird oder mit einem eher gutmütigem Charakter ist am Ende eine Ansichtssache (bzw wie man selber erzogen wurde). Der direkte Umgang mit unmissverständlicher Wortspielereien, muss auch erlernt werden...

Ich sag mal so, ja es gibt Pflegefälle, vielleicht auch mehr als früher, aber dergleichen gab es in meiner Generation auch schon und wenige waren das nicht. Mein Opa war auch IMMER schlecht auf die Jugend von heute (damals war ich in dem Alter) zu sprechen. Mein Vater sieht das entspannter, ich sehe das, wie du weißt - alles ein bisschen anders.

Ein Schlussresümee sei mir an diese Stelle gestattet, die sozialen Gegebenheiten des Elternhauses hinterlassen bei einem Kind seine Spuren. Das fängt schon damit an, dass Mama oder Papa schlicht, der Arbeit wegen keine Zeit haben. Überstunden, Weiterbildung, Samstagsarbeit, lange Fahrtwege, etc. Meine kleine nimmt es mir Stellenweise richtig übel, dass ich Arbeiten muss. Leicht... ist das nicht. Da kann man nur erklärend und verständlich veranschaulichen, warum das alles so seien MUSS.

Und eine entscheidende Frage wäre, muss das wirklich? Denk mal bitte drüber nach. Vollzeitstelle + Nebengewerbe, ICH weiß warum ich das mache... ob das wirklich sinnvoll ist, darüber denke ich gerade nach.
 
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@Daaron
Wenn das Kind z.B. Lernschwächen zeigt, dann muss es eben mit Smartphone- und Playsi-Entzug bestraft werden. Auf der anderen Seite kann man auch (z.B. monetär) belohnen, wenn die Noten besser werden. Ein anständiges System aus Zuckerbrot und Peitsche funktioniert sehr wohl, aber das trauen sich die Tragetuch-Mütter von heute nicht. Egal was klein Kevin für eine Scheiße baut, er kriegt sein neues iPhone.
Wenn das Kind Lernschwächen hat, muss man die Lernschwäche durch etwas ausbessern. Da hilft es nicht, es zu bestrafen weil es ein Defizit hat. Das geht nur wenn es nachweislich faul ist oder lernunwillig. Die Eltern versuchen ihre fehlende Fürsorgepflicht durch Geld auszugleichen. Warum das so ist? Wie du schreibst, damals in der DDR ging es ja auch. Aber damals in der DDR konnten die Eltern kein Luxusgut kaufen. Das konnten nur die Reichen. Sollen wir demnach die Löhne senken, damit die Eltern klein Kevin kein iphone kauft? Wir könnten auch die Elektroartikel mit einer "Erziehungssteuer" belegen. Sodass dann ein iphone 5000€ kostet. Hilft das alles? Kein bisschen. Mal davon ab, dass die Frage bleibt, wie es sein kann, dass man Geld als Ausgleich überhaupt ansieht. Das ist nur durch die sehr gute damalige Wirtschaftslage in Westdeutschland zu erklären, indem es einen Überfluss gab und die Menschen gekauft wie blöde haben, weil sie zu der Zeit mehr Geld hatten. Wer ist also daran Schuld, wenn das Geld damals um sich geworfen wurde?

In der DDR ging es auch, TROTZ arbeitender Elternteile. Aus irgend einem obskuren Grund haben es unsere Eltern trotzdem geschafft, sich mit uns zu beschäftigen. Alternativ wurden die Großeltern mit in die Erziehung eingebunden. Heute hingegen? Das erste was man macht: Von den Eltern möglichst weit wegziehen und jegliche Möglichkeit, dass das Kind nach der Schule zu Oma&Opa geht, gleich im Keim ersticken. Familie zählt nichts mehr.
Richtig, die Großeltern wurden mit einbezogen. Heute aber kommen die Großeltern ins Heim, die Kinder in die Kita. Das Ganze muss bezahlt werden. Also arbeiten. Natürlich haben die Menschen das in der DDR auch gemacht. Aber dort wurde eben auch in der Kita und Schule mit erzogen. Familie zählt nichts weil Familie nicht mehr so gefördert wird wie es benötigt wird.

Ist das so falsch? Lass den Blagen ihren eigenen (Un-)Willen, und sie verbauen sich im Zweifel ihre Zukunft. Treib sie gezielt zu Fleiß und Eigeninitiative, und du förderst ihre Zukunft langfristig.
Ja das ist falsch. Du kannst ein Kind lenken in eine bestimmte Richtung, dafür musst du das Kind aber nicht zwingen sondern in der Richtung beeinflussen, dass es lernen und arbeiten als eine Freude empfindet und eben nicht als Last! Jeder meckert zu hause rum, dass er den Müll rausbringen muss, oder putzen, oder kochen. Alles wird als Arbeit, als Last dargestellt. Natürlich möchte das Kind diese Arbeiten dann auch nicht ausführen. Der Un(willen) wird geschürt. Die Zukunft wird daher nicht von sich selbst verbaut, sondern die Werte den Kindern so weitergegeben.

Der Abiturient und spätere Student zeigt ein größeres Maß an Eigeninitiative und Lernbereitschaft. Der Wille macht den Unterschied.
Du kannst fleißig oder blöd sein, aber nicht beides. Leider ist die Mehrzahl der Menschen blöde, und die Tendenz geht zusätzlich noch zur Faulheit. Das Ergebnis siehst du dann... Hunderttausende freie Stellen + Einkauf ausländischer Fachkräfte, obwohl es ja angeblich genug lokale Arbeitslose gibt.
Dass ein Abiturient und späterer Student ein größeres Maß an Eigeninitiative zeigt und eine höhere Lernbereitschaft hat ist nicht bewiesen sondern eine Meinung. Genausogut kann ich die Schüler aufzeigen, die das Abitur und auch das Studium machen weil sie nicht wissen was sie machen sollen. Ebenso eine Meinung.

Auch bin ich nicht der Meinung, dass hunderttausende Stellen frei sind, weil die Leute "zu blöde" sind oder "zu faul", denn unter den Millionen Arbeitslosen gibt es sicherlich genug qualifizierte Fachkräfte. Ich hätte auch gerne mal eine Übersicht, wieviele Fachkräfte denn aus dem Ausland so alle kommen.

@Zwenner
....ist am Ende eine Ansichtssache (bzw wie man selber erzogen wurde).
Nein, man muss nicht so erziehen wie man selber erzogen wurde.

Ein Schlussresümee sei mir an diese Stelle gestattet, die sozialen Gegebenheiten des Elternhauses hinterlassen bei einem Kind seine Spuren. Das fängt schon damit an, dass Mama oder Papa schlicht, der Arbeit wegen keine Zeit haben. Überstunden, Weiterbildung, Samstagsarbeit, lange Fahrtwege, etc. Meine kleine nimmt es mir Stellenweise richtig übel, dass ich Arbeiten muss. Leicht... ist das nicht. Da kann man nur erklärend und verständlich veranschaulichen, warum das alles so seien MUSS.
Du kannst doch Daarons Sichtweise sicherlich aus seinem Geschriebenen herausinterpretieren. Die Leute müssen arbeiten, denn ansonsten geht alles vor die Hunde. In der DDR ,dass die Kinder in der Kita und Schule waren und das von sehr klein an, das ging ja damals auch super. Die Kinder sollten so erzogen werden (mit allen erdenklichen Mitteln), dass sie nachher gute Arbeitskräfte sind. Sie sollen kein Leben besitzen und zufrieden sein. Sie sollen gute Arbeiter sein, denn daran mangelt es in diesem Land. An guten Arbeitern, die pflichtbewusst und treu ergeben ihrer Arbeit nachgehen ,sich ständig weiterbilden um sich dem schwankendem Markt und Arbeitssituation im Land anzupassen.

Wo dabei das Leben mitspielt ist m.u. völlig egal, es geht einzig und allein um die Arbeitskraft im Kinde. Damit man später als Rentner versorgt wird. Natürlich muss das Kind dann Abstriche machen. Geht es mehr arbeiten, hat es natürlich keine Zeit seine Eltern zu pflegen, aber die kommen sehr gut in einem Heim zurecht. Muss das Kind eben einfach mehr arbeiten. So sieht es dann auch mit den eigenen Kindern aus. Die müssen auch in die Kita, weil mehr Stunden gearbeitet werden müssen + die Weiterbildung die ständig gemacht werden muss.

Am Ende landet man dann genau im hier und jetzt indem die einen Geld scheffeln ohne Ende, plärren wieviele Abgaben sie haben. Die geldliche Mittelschicht, die immer mehr abnimmt, die oberen und unteren Schichten mitfinanziert und an der Anzahl abnimmt. Und die stark wachsende, enteignete Unterschicht, die arbeiten geht für nichts und wiedernichts, keine soziale Absicherung im Alter hat, das weggenommen bekommt was sie anspart und als faul, dumm, unwillig und erzieherisch untauglich befunden wird. Während die, die das ganze einleiten und zulassen gut wegkommen, ihnen kommt kaum einer auf die Schliche, immerhin brummen die Medien nur vor sich hin mit der Zurschaustellung der unteren Schichten. Aber wie sollten die sich auch wehren?

Um wieder auf das BGE zu kommen, ein BGE ist nicht dafür da, damit sich jeder auf die faule Haut legt. Ein BGE ist dafür da, eine ungebundene, unabhängige Lebensgrundlage für jeden zu schaffen. Überleben. Luxus bei weitem nicht. Nur ergibt ein BGE natürlich für einige Personengruppen einfach keinen Sinn, weil das zum einen eine Mehrfachbelastung für die gesamte Bevölkerung wäre, zum anderen durch andere Leistungsträger (ges. Sozialversicherung) mitgetragen werden und daher schon bezahlt sind. Andernfalls müsste man sämtliche ges. Sozialversicherungen abschaffen, und dann wäre das BGE rein Steuerfinanziert, es bliebe die Tendenz der Politik sparen zu wollen und Ausschlusskriterien zu schaffen, die ebenfalls enteignen, so wie heute. Das darf nicht kommen. Nicht so. Sondern höchstens als Endziel bei einer schrittweise erhöhung der ges. Sozialversicherung und Lebensqualität durch Mindestlöhne etc. etc.
 
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Nutzt bitte die durch Onkelhitman gebotene Chance und orientiert euch wieder etwas mehr am Threadthema.
 
Ich würde gerne auf das Thema BGE zurückkommen. Und zwar würde ich es gerne unter dem Licht betrachten, das die heutige Situation hinsichtlich der Volkswirtschaften bietet.

BGE - wie auch jedes andere SV-Instrument - habe ich immer als Umverteilung an Kaufkraft verstanden. Eine Volkswirtschaft erlangt (Achtung: nicht "verdient" und auch nicht "erwirtschaftet"!) eine gewisse Kaufkraft x, diese wird dann umverteilt. An Beamte, Bedürftige, SV-Systeme, RV, GKV und "sonstige " Programme des Staates. Z.B. Eurorettung, Subventionsmärkte usw.

Das Argument mit dem "verdient" und "erwirtschaftet" ist hier hervorzuheben. Denn Kaufkraft benötigt Zahlungskraft. Und Zahlungsfähigkeit ist daran gebunden, wie sehr die Handelspartner der eigenen Währung Vertrauen beimessen. So kann ein Staat ein hohes BIP haben und hohe Wirtschaftsleistung aufbringen, wenn aber international das Vertrauen in die eigene Währung sinkt, dann sinkt die Kaufkraft. Unabhängig wie hoch das BIP war/ist.*

Da wir BGE nicht an den Konsum von "made in germany"-Produkten binden können, ist diese Erkenntnis essentiell.

Schaut man in die Volkswirtschaften selbst, dann haben wir in Europa die Siuation, dass manche Volkswirtschaften, wie z.B. Zypern, überhaupt nur noch existieren, da sie mit EU-Transfers am Leben gehalten werden. In Zypern ergeben sich 20% des BIP, direkt aus EU-Transfers. Tendnenz steigend. Mehr Länder werden in Zukunft diesen Tropf benötigen.

In Deutschland habe wir zwar sehr niedrige Zinsen, es werden aber kaum Kredite abgefragt. Dies liegt nicht nur an dem großen privaten Kapitalstock, der direkt aus private Hand investieren kann, ohne den Umweg über das Geld der Zentralbank zu gehen sondern auch an einer strukturellen Schwäche: Es wird kaum nennenswert investiert.

Demgegenüber stehen einige Posten, die der Staat uns in die Bücher geschrieben hat, die wir über die nächsten 20 Jahre nichtsdestotz bedienen müssen: Rentenmarkt (Kaufkraft in die Staatsschulden), EU-Rettung (Kaufkraft nach Zypen und Italien), Bankenrettung (Kaufkraft in die USA). Auch hier: Tendenz steigend. Die Verbindlichkeiten werden mehr werden.

Ein BGE, das sich ebenso am Wirtschaftswachstum orientieren müsste, muss in diesem Kanon der Umverteilung konkurrieren.

Sind wir nicht heute schon in der Situation, dass wir sagen müssen:
* "BGE oder Europa"? (Zypern, Italien und Spanien fallen lassen)
* "BGE oder Beamtenpensionen"? (Die müssten dann in die RV)
* "BGE oder Bankenrettung"? (Banken in die geordnete Insolvenz laufen lassen und die Gläubiger müssen glatt stellen)

Ich denke ja.


Gruß

*: ich möchte hier an die Äußerung Köhlers erinnern, der klar machte, dass wir das Militär benötigen um Wirtschaftswege und Ressourcenversorgung zu sichern. Solange man für den US-Dollar Öl bekommt, weil die US-Panzer im Nahen Osten "die Situation sichern" ist dies relevant hinsichtlich der paritätischen Kaufkraft eines Währungsraums. Also gilt ebenso: "Wenn BGE, dann Panzer".
 
ich sehe da einen gedankenfehler in deinem beitrag: du sprichst richtigerweise von kaufkraft, allerdings scheint mir ignorierst du dann in deiner argumentation, dass das bge die kaufkraft teilweise zunichte macht. bge ist geld, dass außerhalb des bip "erwirtschaftet" wird. denn man bekommt es für nichts. es ist bedingungslos. es steht mir zu ohne dafür am bip zu partizipieren, dennoch kann ich davon wirtschaftsleistungen erwerben.
 
BGE bekommt der Empfänger zwar ohne Gegenleistung, dem BGE selbst steht aber selbstverständlich Wirtschaftsleistung (und Kaufkraft) gegenüber.

Das bedeutet, BGE entsteht nicht aus dem Nichts. Das Gedankenmodell BGE beruht darauf, dass das BIP pro Kopf hoch genug ist, dass man ein solches Modell einführen könnte.

BGE ist ja "Grundsicherung weiter gedacht". Und die Grundsicherung heutzutage wird aus Steuermitteln bedient. Das sieht jeder auf seinem Lohnzettel.

Wenn der Staat das Geld "einfach so" ausgäbe, dann hätte er innerhalb eines Monates die Währung buchstäblich ausgelöscht.

Zitat aus dem Post #1:

das Grundeinkommen wird allein steuerfinanziert, ein Vorschlag ist Einkommens- und Unternehmenssteuer abzuschaffen, dafür die Mehrwertsteuer rauf (~50%)
 
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nicht ganz. dadurch dass geld fließt ohne dass damit produktivität einhergeht, muss der gegenwert diesen geldes von der kaufkraft des real erwirtschafteten geldes abgezogen werden. du willst doch kaufkraft erschaffen, wo keine leistung erbracht wird. geld ist ja nur das medium, mit dem diese kaufkraft transportiert wird. die gesamtkaufkraft ist aber eine fixe größe, nämlich das bip. nur was da ist (waren/dienstleistungen) kann auch gekauft werden. wo also willst du diese gewaltige kaufkraft (80 mio empfänger x 12 monate x X,- € BGE) abziehen? wenn du bürger a jeden monat eine kaufkraft von sagen wir 800 € gibst und bürger a keine wirtschaftsleistung im gegenzug erbringt, muss du diese 800 € kaufkraft jemandem wegnehmen, der einen wert von 800 € erwirtschaftet, sonst stimmt das verhältnis von geld zu waren/dienstleistungen nicht.
und da das bge jedem zusteht und nicht nur arbeitnehmern, muss jedem arbeitnehmer ein vielfaches des bge an kaufkraft weggenommen werden, damit sich das system trägt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin kein Befürworter des BGE. Die Gründe wurden hier im Thread schon zur Genüge genannt. Es würde einfach nicht funktionieren.
Das das BGE ein "klassisches" Transfermodell ist, steht außer Frage. Und das man irgend jemandem die Kaufkraft abnehmen muss, um sie umzuverteilen, auch.

Hier muss ich aber mal dem Gedankenmodell das Wort reden. Denn man belastet hierbei ja nicht nur die AN sondern alle im System. Die Idee des BGE hat ja eine rationale Basis: Sie schaut sich das BIP an, dreht dann an ein paar Schrauben (z.B. MWSt) und erzeugt so eine Finanzierung für das BGE. Bedient aus dem regulären Wirtschaftsbetrieb.

Rein rechnerisch scheint das scheinbar zu funktionieren. Nur würde in diesem Modell eben keiner mehr Risiko tragen wollen. Und es würde keiner mehr über Gebühr leisten.

Im optimalsten Fall, der selbst aber völlig naiv gedacht ist, würde jeder nur genau die BGE-Kaufkraft erwirtschaften und danach den Bleistift fallen lassen. Und das ist eigentlich genau das, was die BGE-Befürworter nicht wollen.

Der eigentliche Killer des BGE ist der Kaufkrafttransfer. Man muss verstehen, dass die Ungleichheit selbst der Treibstoff des Systems ist. Die Ungleichheit muss vorhanden sein, wenn das System weiter produktiv sein will.

Ich wollte die BGE-Befürwörter an Detailfragen in die Ecke führen: Sie unterstellen nämlich nicht nur eine kostante Wirtschaftsleistung, auch nach BGE-Einführung, sondern blenden auch die riesigen Schuldenberge aus, die bedient werden müssen, ohne das auch nur ein Cent über BGE umverteilt werden kann.

von den 100+ BGE-Milliarden nehmen sich ARD und ZDF z.B. schon mal 2.8 Milliarden für die Betriebsrenten ihrer ehemaligen Mitarbeiter. Ob sie das nun über die GEZ oder einen BGE-Topf abholen ist denen doch völlig schnuppe. Wir haben schon heute ein System indem viele Tiere auf dem Hof gleicher sind als die anderen. Das müssten die BGE-Leute auch "lösen".

"Jeder bekommt 1500 Euro im Monat" hört sich natürlich besser an als "Wir müssen dann auch die Pensionen und die Rentensysteme der Kammerberufe abschaffen". Das sagt keiner der Befürwörter, dass müsste er aber.

Gruß
 
Nur würde in diesem Modell eben keiner mehr Risiko tragen wollen.
Warum würde sich die Motivation, Risiko tragen zu wollen, verändern? Verstehe ich nicht.
Im optimalsten Fall [...] würde jeder [...] den Bleistift fallen lassen.
Postulierst du einfach mal so. Es ist ja z.B. nicht so, dass sich bereits jetzt 1/3 der Bevölkerung ehrenamtlich engagieren. [1] Warum lassen diese Leute denn nicht nach der Arbeit den "Bleistift fallen"? Ganz einfach: aus innerer Motivation heraus. Und ich halte es für vernünftig, anzunehmen, dass der Anteil der ehrenamtlich tätigen nicht abnimmt, sondern zunimmt: schließlich haben potentiell mehr Leute Zeit, zu tun, was sie selbst für wichtig halten. Und warum sollten jetzige ehrenamtlich tätige plötzlich damit aufhören?
Der meiste sogenannte "soziale Realismus" zu diesem Thema ist verkappter sozialer Pessimismus und scheitert an der Realität.

Man muss verstehen, dass die Ungleichheit selbst der Treibstoff des Systems ist. Die Ungleichheit muss vorhanden sein, wenn das System weiter produktiv sein will.
Selbst wenn ich deine These kaufe, dass Ungleichheit für eine stabile wirtschaft notwendig ist: Ungleichheit wird durch das BGE nicht abgeschafft. Du verwechselst das BGE mit radikalem Sozialismus. OP schreibt z.B.: "Arbeit wird zusätzlich entlohnt, dass heißt es ist immer noch ein Anreiz zu arbeiten vorhanden"

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenamt#Umfang_des_Ehrenamts_in_Deutschland
 
ich denke schon, dass uns die ehrenamtlichen erhalten bleiben werden trotz bge. auch die großverdiener bleiben uns erhalten. nur die übrigen jobs, die nur zur bestreitung des lebensunterhaltes gemacht werden, werden halt mangels notwendigkeit unerledigt bleiben. ich verdiene relativ wenig und der job macht keinen spass. wenn der monetäre anreiz wegfallen würde, würde ich mir den stress nicht mehr lange antun. ich weiß besseres mit meiner zeit anzufangen. und wer auch immer die öffentlichen klos schrubbt; der wird das ganz sicher nicht mehr tun, wenn er seine kohle auch so bekommt.

die welt wie wir sie kennen funktioniert nicht ohne monetären anreiz oder alternativ gewaltanwendung.
 
Wirst du für das Schrubben deines Klos zu Hause gut bezahlt, oder warum machst du das? Und wie bereits abertausendemal in diesem thread geschrieben und abertausendemal von dir gelesen - wenn 5 Euro die Stunde fürs Putzen fremder Klos eben zu wenig sind, dann sind es eben zu wenig und man muss sich diesen Service mehr kosten lassen -so isset, die aktuelle Ausbeutung der Imdreckarbeiter dafür, dass sie nichts anderes bekommen, ist unmenschlich und dagegen richtet sich das BGE.
 
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