@trialgod
Was hat denn die Staatsform mit der Wirtschaftsform zutun?
Das ist immer genau meine Frage. Die momentane Situation ist, dass die Wirtschaftsform kapitalistisch ist. Was auch nur mehr als vernünftig ist, weil das eben zu Konkurrenz, zu Fortschritt und Entwicklung führt. Diese kapitalisitsche Marktwirtschaft wird reglementiert durch Gesetze, an die sich die Unternehmen heute schon, in den Ländern unterschiedlich, dran halten müssen. (sollten?)
Und seit einigen Jahren hat sich die Staatsform auch in eine kapitalistische umgeändert. Sie war mal sozial, hat aber die Tendenz des kapitalistischen bekommen. Da ist Profitmaximierung, Produktivitätssteigerung, Ausgabenreduktion, "Fortschritt" wichtiger, als die soziale Komponente. Das ist der Fehler. Man kann einen Rollstuhlfahrer nicht bestrafen, weil er Rollstuhlfahrer ist. Dem muss man helfen. Das ist aber das, was vergessen wird. Rollstuhlfahrer, was ist mit Leuten, die eine Brille brauchen? Ist gar nicht mal so selten. Wenn ich ne Operation benötige, wird sie bezahlt. Wenn ich ne Brille brauche, muss ich die selbst bezahlen. Was habe ich getan, dass ich bestraft werde für ein körperliches Defizit? Und ja, die Gemeinschaft hat das, mithilfe der ges. Krankenkassen zu zahlen. Nicht weil alle mit Brillen das fordern, sondern weil das eben "sozial gerecht" ist. Grundsicherung für alle in Deutschland. Das bedeutet eben auch, dass jeder eine Wohnung haben sollte. Und Mindestens H4 bekommt. Die Rente "sicher" ist. Die Kinder versorgt werden. Und und und. Leider wird das aber immer weiter reduziert, anstatt ausgebaut. Leider wird umverteilt in die falsche Richtung, anstatt den Staat einfach nur für die soziale Sicherheit der Bürger einstehen zu lassen, die Wirtschaft daran arbeiten zu lassen, dass es so bleibt oder die soziale Sicherheit mit wachsendem Wohlstand besser geht.
2 Dinge können "wir" da aber nicht regulieren, und das sind die eigentlichen Knackpunkte dieses Threads:
- Ein BGE ist für alle Menschen in Deutschland, und da es Bedingungslos ist, beommen das auch Menschen, die sich nur in Deutschland aufhalten (eigentlich ist das schon eine Bedingung, aber seien wir nicht ganz so kleinlich), sodass in Deutschland 81,3 Millionen Menschen eine gewisse Summe bekämen. Völlig unabhängig ob sie Kinder, Rentner, H4ler oder Millionäre sind. Damit schafft man noch mehr Unordnung, da es die Kinder, die Rentner, die Millionäre ja überhaupt nicht nötig haben, die werden schon anderweitig versorgt. Die Anhebung des Lohns durch ein BGE sorgt dafür, dass der Minimallohn steigt, jedoch müssen die Abgaben höher sein zur Finanzierung, wodurch das wieder kompensiert wird.
- Die Auswirkung der Änderung des deutschen kapitalistischen Wirtschaftssystems hat als Folge, dass Deutschland mit der Welt nicht mehr konkurrieren kann. Da es aber UNMÖGLICH ist, das gesamte weltliche Wirtschaftssystem zu verändern/verbessern/auszutauschen, und das mit einem Schlag, wird es nicht möglich sein, dass eine verbesserte Veränderung für Deutschland geschieht. Nur eine globale Umänderung würde zu einem Erfolg führen können. Das ist aber derart unrealistisch und weltfremd, dass diese Möglichkeit von vorne herein wegfällt. Es ist eine utopische Vorstellung von einer möglicherweise schönen Welt. Sie wird aber bei den derzeitigen Machtverhältnissen niemals realistisch sein, schlimmer noch, in einer Zeit eines evtl. Umsturzes ist es möglich, dass dies von bewegenden Menschen ausgenutzt wird, um ihre Ziele zu erreichen und die Macht wiederum an sich zu reißen. Was dann zu einer Diktatur führen kann. Nur mit einer Demokratie aller erster Güte könnte das verhindert werden.
@Schrammler
...alles was Spaß macht und kein Kulturgut im Sinne des Geistes ist, sollte gemäß der Umweltbelastung richtig teuer werden.
Ist für dich Lego ein Kulturgut? Oder Schwimmen gehen? Wer entscheidet, was Kulturgut ist, und was nicht? Die Kultur verändert sich auch mit der Zeit, somit auch die Ansprüche. Genau diese Ansprüche fordern immer mehr, wobei das mehr sich auf Konsum und Luxus bezieht, nicht aber mehr auf soziale Absicherung. Was genau der Fehler ist. Die Absicherung ist das Wichtigste, weil es Existenzen zerstört. Ein iphone oder dergleichen nicht zu besitzen, zerstört keine Existenz. Atomkraftwerksbesitzer müssten ihren Müll entsorgen müssen. Kohlekraftwerkbesitzer müssten Filteranlagen bauen um CO2 zu binden. Wer viel verbraucht, der zahlt auch viel, und keinen Massenrabatt.
Warum? Weil das noch vor 2-3 Generationen völlig normal war, dass die Mittelschicht nie geflogen ist, ein "Mittelklasseauto" fuhr und auch nur 1-2 Anzüge im Schrank hatte.
Das ist kein Argument. Wenn es mehr Schneider gäbe, so gäbe es auch mehr Anzüge, wodurch der Preis für Anzüge nach unten ginge, sich also die Mittelklasse mehr Anzüge kaufen würde. Angebot und Nachfrage ging damals noch, heute geht das nicht, weil die Arbeiter in ganz anderen Ländern zu ganz anderen Stundenlöhnen arbeiten. Wie auch immer, aus dem dir genannten Grund ergibt auch eine Inflation keinen Sinn. Weil es sämtliche Waren zusammennimmt. Wenn der Porsche weniger kostet, Brot aber steigt, dann kann dennoch der Porsche den Ausschlag geben. Sodass die Inflation eigentlich viel höher ist. Für den, der wenig hat. Der sich wenig Luxus leisten kann.
Erst wenn wir anfangen den Lebensstandard zu hinterfragen, dem so viele von uns nachhecheln, den niemals auch nur dreifach so viele Menschen auf der Erde pflegen sollten, kommen die "Sklaven" zu mehr Rechten, nicht nur hierzulande.
Das müsste global geschehen. Ansonsten werden "die Deutschen" damit aufhören, der Rest der Welt aber mit der Ausbeutung weiter machen und es ändert sich für die Ausgebeuteten überhaupt nichts, außer dass sie nun von anderen Ländern bezahlt werden. Du kannst die Machtverhältnisse in anderen Ländern nicht erzwingen. Das würde nur funktionieren, wenn alle mitmachen. Tun aber nicht alle.