Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Thomask_7 mir fehlt in deiner Theorie der nicht zu verachtende Anteil an Personen die eben nicht mehr konsumieren bedingt dadurch, dass sie ihre Arbeitszeit reduzieren. Der Anteil hat zwar mehr Freizeit aber nicht mehr Geld zur Verfügung wie ohne BGE.

Und ich bin auch nicht ganz bei dir, dass das Geld noch mehr als vorher bei den Unternehmern landet. Denn bisher fließt das Geld über Umwege zu den Unternehmern. Durch das BGE fallen halt Verwaltungsapparate zum Teil weg die dort Geld abzweigen.

Hier mal ein Beispiel um zu verdeutlichen wie es aktuell (ohne BGE) ist:

Staat hat 100 Euro zur Verfügung. Davon kostet ihn 25 Euro die Verwaltung. 50 Euro zahlt er an den Bürger aus. 25 Euro stellt er als Sachleistung zur Verfügung.

Mit BGE:

Staat hat 100 Euro zur Verfügung. 5 Euro kostet ihn die Verwaltung. 95 Euro zahlt er an den Bürger aus.

Nach dem Beispiel hat der Staat trotz BGE ja nicht plötzlich mehr Geld zur Verfügung das an die Unternehmen fließen könnte. Er gibt weiterhin das selbe wie ohne BGE aus.
 
Tomislav2007 schrieb:
Wie soll man jemandem glauben das er sich ernsthaft bemüht eine Arbeit zu finden, wenn er nur seine Pflicht erfüllt und nur das Minimum an geforderten Bewerbungen abliefert ?
Vertrauen (nur mal als Beispiel), wäre da schonmal ein Anfang.

Ich versuche es dir mal ganz logisch zu erklären.
Mit "Erfolg" als einzigem "Bemühtheitsindikator" entsteht der Eindruck, hinter einer erfolgreichen Bewerbung im 150sten Anlauf stecke genau so viel Mühe wie hinter einem Glückstreffer im 1. Versuch.

Das kann man so machen ... aber dann kann man auch "Glück" mit "Können" gleichsetzen ... und alle, die beim Poulette noch nie was gewonnen haben, sind dann halt "dumm", "faul" oder beides.
Sowas ist zutiefst unlogisch und verachtet neben den abgeurteilten Menschen auch jede Logik.

Ob es passt (die Bewerbung zu den Erwartungen derer, die sie lesen) oder nicht, das ist von zu vielen Faktoren abhängig, als dass man aus dem Erfolg gleich "Mühe" oder "Können" ableiten müsste.
Nicht selten ist es auch einfach Glück, wenn die diesbezüglichen Vorstellungen zueinander passen.

Die Idealbewerbung gibt es nicht, das gibst du selbst zu.
Was sollen dann Bewerbungstrainings bringen, die nach zwar jährlich aktualisierten, aber doch an EINER Vatiante orientierten "Bewerbungsratgebern" oder "-Leitfäden" arbeiten?
Ich hatte schon Trainings bei 3 verschiedenen Coaches ... alle Drei haben zu Orientierung das gleiche jährlich erscheinende Heft empfohlen.

Was kann denn überhaupt vermittelt werden?
Man kann den Leuten Formalia beibringen ... die entsprechenden Regelungen können die sich aber auch selbst raussuchen ... oder man sitzt eben einfach daneben und passt auf, dass die brav 10 Bewerbungen die Woche raushauen.
Man kann mit den Leuten Fotos machen ... es sollten aber besser welche vom Fotografen sein (wird sogar manchmal drauf hingewiesen), vielleicht sogar von einem, der sich auf Bewerbungsfotos spezialisiert hat.
Aber wenn man den Leuten schon ein Bewerbungsfoto verschafft hat (in den Räumen der Maßnahme, einfach vom "Hausfotografen" vor ner weißen Wand geschossen), dann sagt man den Leuten dann auch nicht, dass sie die Dingher lieber doch nicht auf ne Bewerbung kleben sollen, weil sie scheiße sind (wenn sie scheiße sind).

Und man KÖNNTE ihnen helfen, auf einzelne konkrete Stellenanzeigen nach möglichkeit passend zu reagieren. Das setzt leider einen höheren Betreuungsschlüssel vorraus (ideal ist indivdualcoaching ... weiß auch das Amt), kostet also mehr Geld und vor allem viel Zeit - also wird es NICHT (oder nur sehr selten und teilweise auf freiwilligher Basis ... unentgeltlich) gemacht.

Führerschein wird vom Amt nur gezahlt, wenn der Arbeitgeber eine Bestätigung unterschreibt, dass man die Stelle danach dann antreten kann. Welcher AG, der noch alternative Bewerber (mit FS) hat, unterschreibt denn bitte sowas?
Fazit: Das Amt bezahlt den FS in den meisten Fällen zwar nicht, aber es stimmt, dass die Möglichkeit besteht, den FS vom Amt bezahlen zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

DerOlf schrieb:
Vertrauen (nur mal als Beispiel), wäre da schonmal ein Anfang.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

DerOlf schrieb:
Ob es passt (die Bewerbung zu den Erwartungen derer, die sie lesen) oder nicht, das ist von zu vielen Faktoren abhängig
Genau aus diesem Grund ist es gut verschiedene Meinungen/Auslegungen zum schreiben einer Bewerbung zu kennen.

DerOlf schrieb:
Nicht selten ist es auch einfach Glück, wenn die diesbezüglichen Vorstellungen zueinander passen.
Das hat eher was mit der sorgfältigen Auswahl bei der Stellensuche zu tun, die Vorstellungen stehen in der Regel in der Stellenanzeige.

DerOlf schrieb:
Die Idealbewerbung gibt es nicht, das gibst du selbst zu.
Was hat das Erwähnen einer Tatsache mit zugeben zu tun ?

DerOlf schrieb:
Was sollen dann Bewerbungstrainings bringen
Zumindest die gröbsten inhaltlichen und grammatikalischen Fehler bereinigen, manche bringen unglaubliche Dinger in einer Bewerbung (z.B. T-Shirt Bewerbungsfoto).

DerOlf schrieb:
Führerschein wird vom Amt nur gezahlt, wenn der Arbeitgeber eine Bestätigung unterschreibt, dass man die Stelle danach dann antreten kann. Welcher AG, der noch alternative Bewerber (mit FS) hat, unterschreibt denn bitte sowas?
Fazit: Das Amt bezahlt den FS in den meisten Fällen zwar nicht, aber es stimmt, dass die Möglichkeit besteht, den FS vom Amt bezahlen zu lassen.
Was hat das mit dem Thema zu tun ? Möchtest du nur wieder einmal erwähnen das du den Führerschein gerne vom Staat bezahlt haben möchtest, bzw. dafür ein BGE haben möchtest ?

Grüße Tomi
 
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@Lipovitan

Ja, den Anteil, der durch Arbeitszeitreduzierung verbunden mit BGE nicht mehr Geld zur Verfügung hat, habe ich nicht berücksichtigt.
Wie hoch schätzt Du ihn ein ?

Ich nehme an, es wird nur den Anteil betreffen, der sowieso keine weiteren Konsumwünsche mehr hat. Der Großteil wird zwar Arbeitszeit reduzieren, aber wohl nur so viel, dass ihm mit BGE unterm Strich noch mehr verbleibt.

Dein Rechenbeispiel ist nicht korrekt.
Der Staatssektor zählt per Definition nicht zu den Unternehmen.
Fallen Arbeitsplätze im Staatssektor weg (=Verwaltungskosten), so müssen etwaige trotzdem benötigte Leistungen durch die Privatwirtschaft erbracht werden. Der Ersatz der Sachleistungen landet ebenfalls bei der Privatwirtschaft, wenn wir davon ausgehen, das diese Sachleistungen weiterhin gebraucht werden.
Ich bezweifle weiterhin , dass der Staat einen einsparbaren Verwaltungskostenanteil von 25% hat.

Ganz wichtig ist aber, dass es gar nicht darauf ankommt, dass der Staat mehr Geld (Deine 100) für die Bürger ausgibt, sondern für sie direkt zur Verfügung stellt ! Und das tut er in Deinem Beispiel. Statt anfänglich 75 gibt er später 95 direkt an die Bürger aus = mehr Konsumkaufportential.
 
Tomislav2007 schrieb:
manche bringen unglaubliche Dinger in einer Bewerbung (z.B. T-Shirt Bewerbungsfoto).

vielleicht rührt es ja aus den Bewerbungstraining vom amt her?

die coaches dort trichtern doch die leute folgendes ein : auffallen um jeden preis, die Bewerbungsunterlagen muss unter der masse der Bewerber hervorstechen. sticht sie nicht hervor, geht sie ungelesen in den müll

man weiß es nicht ;)
 
Wie hoch schätzt Du ihn ein ?

72 % aller Erwerbstätigen geben an, ihr Arbeitsangebot nach BGE-Einführungnicht senken zu wollen. Die Reduktion des Arbeitsangebots seitens der Erwerbstätigen wird durch den Eintritt von derzeit Nicht-Erwerbstätigen in die Erwerbstätigkeit vollständig kompensiert.

http://www.unternimm-die-zukunft.de/media/medialibrary/2013/02/studie_zum_bedingungslosen_grundeinkommen.pdf

Ich persönlich hätte den Anteil wohl höher eingeschätzt aber finde diese Studie dann doch besser als meine persönliche Vermutung.

Der Staatssektor zählt per Definition nicht zu den Unternehmen.

Das ist richtig. Meine Rechnung rührte eher daher, dass auch die Verwaltungskosten in den privatwirtschaftlichen Bereich fließen. Staat bezahlt Angestellte und diese kaufen wiederum Konsumgüter. Oder der Staat kauft Büromaterialien in der Privatwirtschaft. Das sind alles Verwaltungskosten. Am Ende landet es sowieso in der Privatwirtschaft. Ob es der Bürger mit dem BGE in der Spielothek verjubelt oder ob sich die Verwaltungsfachangestellte der Stadt vom Gehalt ein neues Parfüm bei Douglas kauft ist hierbei doch egal.
 
ThomasK_7 schrieb:
BGE macht die Mehrheit nicht reicher, sondern verteilt weiter von unten nach oben (Unternehmer) um.
Würdest du der Schlussfolgerung zustimmen, dass das BGE an der Rendite scheitert? Weil der Umverteilungssog in diesem System sich nicht austricksen lässt, denn letztlich wird das Geld ausgegeben bei Unternehmen - vor allem bei Großunternehmen - und dann entsteht ein Profit, der nicht wieder zurückfließt.
 
Ich weis nicht, welche Rendite Du meinst.

Das Wort "Umverteilungssog" gefällt mir nicht und ich bin auch nicht der Meinung, das das Geld hauptsächlich bei Großunternehmen ausgegeben wird.
 
Wenn dieses System angeblich so furchbar schlecht ist, warum zählen dann Staaten mit diesen System zu den besten der Welt? Nirgendwo hat die breite Masse mehr Wohlstand als im sozialdemokratischen Kaptialismus!
.
Revolution, damit die kommuistische Partei zum Alleineigentümer aller Produktionsmittel und des ganzen Landes wird? Was glaubtet ihr den, warum die unbedingt mit alle Mitteln an die Macht wollen?
.
Willst du 40 Euro Monatsgehalt wie in Kuba???
 
ThomasK_7 schrieb:
Das Wort "Umverteilungssog" gefällt mir nicht und ich bin auch nicht der Meinung, das das Geld hauptsächlich bei Großunternehmen ausgegeben wird.

Ich verstehe den Begriff "Umverteilungssog" so:

Dein Geld (egal wo es her kommt) gibst du für Produkte aus.
Schau dich mal um, wie viele Produkte des täglichen Lebens du kaufen kannst, ohne dabei irgendeinen Großkonzern zu pushen.
Teil des Produktpreises ist nunmal der Gewinn, und wenn durch ein BGE mehr Geld für Konsumgüter ausgegeben werden kann, dann wird auch mehr Geld für die Produkte der Großkonzerne ausgegeben ... und da der Profit dieser Konzerne oft NICHT im heimischen Markt verbleibt, fließt der Profit sozusagen "ab".
Die Dissonanz zwischen global agierenden Großunternehmen und nationaler Wirtschaftsregulation braucht man hoffentlich niemandem erklären.

Je mehr Geld für Konsum zur Verfügung steht, desto schneller werden auch die Multis wachsen ... so verstehe ich den "Umversteilungssog" (wirkt in dem Fall dann von unten nach oben).

"Bei Großkonzernen" kann sich auch darauf beziehen, dass das Geld der Menschen beim Konsumieren letztlich dort landet ... sie ihr Geld also "bei Großkonzernen" ausgeben.

Ist natürlich nur Spekulation ... kann ja niemandem in den Kopf gucken.
 
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Dann könnte man ja eine halbe Revolution machen, indem man nur die Großkonzerne in ihrer Größe/Umsatz beschränkt? Dafür war ich schon immer, ich mag diese Monster nicht! Nicht im Kapitalismus und nicht im Kommunismus!
 
Der Begriff stammt aus der Zinskritik. Er bezeichnet eine Umverteilung von unten nach oben. Also von Unterschicht und Mittelschicht zur Oberschicht bzw. von der Unterklasse zur Oberklasse. Dabei ist dieser Sog so intensiv, dass er wie ein starker Wirbel das Geld vom Großteil der Gesellschaft bei ein paar wenigen in der Oberklasse anhäuft.


Sologruppe schrieb:
Wenn dieses System angeblich so furchbar schlecht ist, warum zählen dann Staaten mit diesen System zu den besten der Welt? Nirgendwo hat die breite Masse mehr Wohlstand als im sozialdemokratischen Kaptialismus!
Zauberwort Dritte Welt. Woher kommen die Ressourcen? Woher kommt das Öl? Wo sind die billigen Monokulturen? Ohne eine Dritte Welt gibt es keine erste Welt.
Schau dir Nordkorea an. Das ist ziemlich autark. So viel bekommst du hin, wenn du nur Zugriff auf deine eigenen Ressourcen hast. Und das ist auch schon das Maximum an dem, was man rausholen kann, wenn du bedenkst wie sehr die Menschen von diesem faschistischen Staat unterdrückt werden.

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Sologruppe schrieb:
Revolution, damit die kommuistische Partei zum Alleineigentümer aller Produktionsmittel und des ganzen Landes wird? Was glaubtet ihr den, warum die unbedingt mit alle Mitteln an die Macht wollen?
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Willst du 40 Euro Monatsgehalt wie in Kuba???
Wie gesagt, ich bin nicht für den Sozialismus. Die Ähnlichkeit zum Kapitalismus ist zu groß.

Edit: Ich will nochmal ergänzen, dass DerOlf meinen Gedanken beschrieben hat. Wobei ich noch zusätzlich ergänzen möchte, dass für mich die Unternehmen nur Teil der Kette sind. Am Ende stehen einzelne Menschen ("Kapitalisten").
Ich habe den Profit/ Gewinn gemeint. "Rendite" war ein wenig ungenau.
 
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Unyu schrieb:
Immer schön bei solchen Angaben, wie die Lebenshaltungskosten verschwiegen werden. Hört sich dann halt dramatischer an.


Für das Grundessen zahlst gar nichts, weil Lebensmittelmarken (kommunistische Mangelwirtschaft!). Hast am Monatsanfang zuviel gegessen, hast eben zu Monatsende nichts mehr- da bleibt das Volk schön schlank! Miete weis ich nicht, wird aber gering sein. Die Wohnqualität ausserhalb der Toruistenhochburgen ist natürlich unter jeden europäischen Standard- wir würden Slums sagen. Kritik an der Partei ist Dauer noch immer lebensgefährlich.

Jede Art westlicher Waren ist mit 40 Euro Lohn von der Partei natürlich völlig unbezahlbar!
Kein Laptop, keine Stereoanlage, kein Handy, kein Flach TV, kein westliches Auto, keine westliche Kleidung, kein westliches Essen, keine westliche Möbel, keine westliche Matraze, kein Urlaub- alles unmöglich!
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Die Situation wäre noch viel schlimmer, würden nicht Exilkubaner ihren Restfamilien Geld schicken. Wäre Kuba nicht so eine schöne, tropische Insel, wäre Castro schon viel früher gestorben (Hungerrevolten).
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Aber du kannst dir die 30-40 Euro auch schönreden- dann sollest du unbedingt in Kuba als Arbeiter einwandern und den kommunistischen Lohn geniessen!
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https://de.wikipedia.org/wiki/Rationierung_in_Kuba
 
Sologruppe schrieb:
Aber du kannst dir die 30-40 Euro auch schönreden- dann sollest du unbedingt in Kuba als Arbeiter einwandern und den kommunistischen Lohn geniessen!
Nicht schön reden, aber wenn man ehrlich ist würde man wenigstens schreiben was der vergleichbare Lohn in anderen Ländern wäre. Wenn man in Ostdeutschland 200 Euro alleine für die 1 Zimmer Plattenwohnung bezahlt, sind der 10 fache Lohn, also 400 Euro auch kein Reichtum.

Hingegen ist der gleiche Lohn in Kuba ein Luxus.

Schon mal überlegt, warum es europaweit, selbst innerhalb eines Landes heftige Lohn- und auch Mietunterschiede gibt?
 
Ich habe doch geschrieben: Wohnen ist vermutlich gratis, bzw. du bekommst, was die Partei für richtig hält. Essen auch gratis, weil Lebensmittelkarten. Einige sagen, man kann damit leben, andere sagen, es ist unmöglich. Wer in der sozialistischen Produktion arbeiten muss (weil zB von der Partei bestimmt), hat sowieso die Axschkarte gezogen.

Wie geschrieben: Alles andere ist unleistbar. Elektronik aus Japan oder China kannst vergessen, westliche Autos kannst vergessen, Urlaub kannst vergessen. Gestohlen wird vermutlich wenig, weil der Nachbar auch nichts hat, was sich zu stehlen lohnen würde.
 
@Unyu:
Die Unterschiede, die dem Kapitalismus seine "Kraft" verleihen (Unterschede in Lohnniveau, lebenshaltungskosten, Wohlstandsniveau), sind das einzige, was in der Diskussion unterschlagen werden muss, wenn man krampfhaft den kapitalismus schönreden will.

für 2,50 kriegst du hier nichtmal nen "gutes" Brot vom Bäcker (der Rest ist nach handwerklichen Standards Müll), in Kuba kannst du damit ne ganze Woche Brot essen (wenn's denn welches gibt).
Wenn man in Kuba von €40,- im Monat leben kann, dann ist der Kubaner mit diesem Standardlohn ganz sicher wohlhabender, als jemand der in DE vom 20fachen nicht leben kann.
Im Vergleich zum Kubaner ist also eher der normale Hilfsarbeiter in Deutschland unterbezahlt, denn der Kubaner kann davon besser leben.

Allegemein sollte man sich auf Prestigeobjekte, die man auf Pump kauft (0%-Finanzierung) nicht so besonders viel einbilden.

Ich habe keinen 100" Smart-TV, kein großes deutsches Auto, kein Eigenheim, keine schicken Klamotten. Aber wenn ich nicht gerade im PuG-Forum stöbere, bin ich eigentlich ganz zufrieden, denn eine wichtige Sache habe ich ebenfalls nicht ... ich habe KEINE laufenden Kredite. Nicht, weil ich mir das nicht leisten kann (wg. H4) sondern weil ich es einfach nie wollte ... wenn ich für etwas kein Geld habe, dann kaufe ich es nicht, bis ich das Geld zusammen habe (bar).
Es gibt Menschen, die haben mit 30 schon mehr Schulden, als meine Ausbildung gekostet hat und im Grunde keine echte Chance, von diesem Berg je wieder runter zu kommen. Die arbeiten den Rest ihres Lebens für die Tilgung ... oder gehen in die Privatinsolvenz.
 
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@DerOlf:
Ich verstehe den Begriff "Umverteilungssog" so:

Dein Geld (egal wo es her kommt) gibst du für Produkte aus.
Schau dich mal um, wie viele Produkte des täglichen Lebens du kaufen kannst, ohne dabei irgendeinen Großkonzern zu pushen.
Teil des Produktpreises ist nunmal der Gewinn, und wenn durch ein BGE mehr Geld für Konsumgüter ausgegeben werden kann, dann wird auch mehr Geld für die Produkte der Großkonzerne ausgegeben ... und da der Profit dieser Konzerne oft NICHT im heimischen Markt verbleibt, fließt der Profit sozusagen "ab".
Die Dissonanz zwischen global agierenden Großunternehmen und nationaler Wirtschaftsregulation braucht man hoffentlich niemandem erklären.

Je mehr Geld für Konsum zur Verfügung steht, desto schneller werden auch die Multis wachsen ... so verstehe ich den "Umversteilungssog" (wirkt in dem Fall dann von unten nach oben).

"Bei Großkonzernen" kann sich auch darauf beziehen, dass das Geld der Menschen beim Konsumieren letztlich dort landet ... sie ihr Geld also "bei Großkonzernen" ausgeben.

das ist aber eine sehr einseitige betrachtung. woher kommt das geld der konsumenten denn? im idealfall von unternehmen und großkonzernen. nennt sich lohn oder gehalt. ein teil dessen, was du also für konsumgüter ausgibst, landet in der tasche der arbeiter. ein anderer teil im resourceneinsatz, also auch im wirtschaftskreislauf. was nicht zurückfließt sind ersparnisse. aber das sowohl bei unternehmen wie auch bei privaten mit ihrem sparbuch, bausparvertrag und/oder kapitallebensversicherung. speziell unternehmen reinvestieren weil sonst vater staat an das barvermögen geht (womit es über den steuertopf wieder direkt (sozialleistungen, löhne, gehälter, besoldung öffentlichrechtlicher bediensteter) oder indirekt (sicherheit, infrastruktur, bildung, etc.) ans volk fließt). da werden dann halt abschreibungsobjekte gekauft, was natürlich auch vermögensbildung ist, genau wie das eigenheim beim arbeiter, aber das geld fließt dadurch zurück in den wirtschaftskreislauf. es gibt natürlich schwankungen bei kapitalansammlungen, einige wenige haben sehr viel kapital, geben aber auch am wochenende mehr aus als ich im ganzen jahr verdiene (und somit wieder in den wirtschaftskreislauf zurück), andere haben sogar schulden... eine "sogwirkung" kann ich daran nicht erkennen, eher einige lecks im kreislauf, sprich die sparer von klein bis groß.

@Hypeo:
Schau dir Nordkorea an. Das ist ziemlich autark. So viel bekommst du hin, wenn du nur Zugriff auf deine eigenen Ressourcen hast. Und das ist auch schon das Maximum an dem, was man rausholen kann, wenn du bedenkst wie sehr die Menschen von diesem faschistischen Staat unterdrückt werden.
das sehe ich anders: in nordkorea werden alle geldmittel auf wenige menschen (diktator + direktes umfeld) konzentriert. eine geldanhäufung beim arbeiter bzw volk ist nicht möglich und würde mit enteignung enden. es wird alles aus den menschen rausgequetscht. würde man die vorhandenen resourcen aber auf alle verteilen, ginge es den menschen ungleich besser. mit der zeit würden sich wieder einige konzerne, zahlreiche klein- und mittelständige unternehmen und die breite arbeitermasse herauskristallisieren, weil es einfach ungleich effizienter ist als wenn jeder alles ein kleines bisschen können und für sich selbst klarkommen muss. natürlich sind die an den spitzen der größten konzerne wieder die bestsituierten.

@DerOlf:
Ich würde nebenbei jederzeit nach Kuba auswandern, wenn meine Tätigkeiten dort etwas besser gewürdigt werden, als hier (gilt nebenbei für JEDES Land, welches nicht nur dem Profit der großen hinterherdackelt).
die aussage würde ich ja zu gern mal auf die probe stellen, wenn du mal ein jahr lang in einer wohnung nach dortigem arbeiterstandard (nicht die touristenunterkünfte) verbringst, dann wirst du die annehmlichkeinten hiesiger sozialwohnungen, versorgung und infrastruktur sicher höher einschätzen.
 
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Sologruppe schrieb:
Wie geschrieben: Alles andere ist unleistbar. Elektronik aus Japan oder China kannst vergessen, westliche Autos kannst vergessen, Urlaub kannst vergessen.
Mal eine Frage: Was glaubst du eigentlich was für Motoren in den Fahrzeugen in Kuba verbaut sind?
Die ollen Karren aus den 50er/60er Jahren haben zum Teil ziemlich neue Toyotamotoren verbaut. (Klar, nicht bleedingEdge neu)
Grund: Es ist günstiger einen Motor zu besorgen als auf dauer den Sprit zu bezahlen den ein alter schlucken würde.
 
Ist jemandem das Steuerspar BGE geläufig?

http://www.neulandrebellen.de/2017/08/antwort-auf-bge-gegenargumente-das-steuerspar-bge/

Ein Auszug daraus:

"Die Einladung zur Entkräftung von BGE-Gegenargumenten

von Jörg Gastmann

Unter „Bedingungsloses Grundeinkommen: Der große Coup des Neoliberalismus?“ formulierte Tom Wellbrock „einmal mehr die Aufgabe, sich fundiert gegen den Vorwurf zu wehren, das Grundeinkommen mache nichts besser, sondern nahezu alles schlechter.“

Vielen Dank an Tom Wellbrock für die Gelegenheit, als Autor des „Steuerspar-BGE“ auf diese Einladung antworten zu dürfen. Die Antwort habe ich in 2 Teile unterteilt:

Teil 1 enthält Einleitung und Gegenargumente.
Teil 2 enthält die Erläuterung des Steuerspar-BGE und Antworten auf die Gegenargumente.

Definition: Was gilt eigentlich als BGE?

Das Netzwerk Grundeinkommen und die BGE-Partei „Bündnis Grundeinkommen“ definieren ein BGE wie folgt:

Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen: Modelle auf Hartz IV Niveau erfüllen diese Bedingung nicht und sind daher genau genommen kein BGE.
Individueller Rechtsanspruch: Jeder Bürger des Landes hat einen Rechtsanspruch darauf.
Keine Bedürftigkeitsprüfung: Jeder Bürger erhält das BGE unabhängig von einer Bedürftigkeit. Bedürftigkeitsprüfungen und Sanktionen gibt es nicht.
Bedingungslosigkeit: Es gibt keine Pflicht zu Gegenleistungen und keinen Zwang zu arbeiten. Einzige Bedingung: Staatsbürgerschaft (oder legaler Aufenthaltsstatus).

Das „Steuerspar-BGE“ erfüllt nicht nur als einziges Modell alle 4 Kriterien der Definition. Es geht auch weit über alle bisherigen Modelle hinaus.

BGE oder nicht BGE? Eine Frage des Modells

„BGE ist eben nicht gleich BGE“, schrieb Tom Wellbrock im o.g. Artikel. Es gibt nämlich nicht „das“ BGE, sondern 2 Gruppen von Modellen:

Gruppe „Almosen nach Umverteilung durch Steuern“: Durch Mehrwertsteuer, Einkommensteuer oder Vermögensteuer finanziert
Gruppe „Beteiligung an der Wertschöpfung“: Von den Unternehmen als Gehalt ausbezahlt. Einziges Mitglied dieser Gruppe: Das „Steuerspar-BGE“.

Unter „BGE: Vergleich, Gegenargumente, Probleme alter Modelle“ haben wir die wichtigsten Gegenargumente gesammelt, u.a. von Heiner Flassbeck, Christoph Butterwegge, Tom Wellbrock, Roberto J. De Lapuente und Jens Berger.

Die wichtigsten Gegenargumente betreffen nur die Gruppe „Umverteilung durch Steuern“:

Zwickmühle: Entweder ist ein BGE hoch. Dann ist es unfinanzierbar. Oder es ist finanzierbar. Dann ist es lächerlich niedrig.
Explodierenden Preise (bei Finanzierung per Mehrwertsteuer) oder das Plündern der Mittelschicht (bei Finanzierung per Einkommensteuer)
Ablehnung der Mehrheit, wenn die Mehrheit eine Minderheit durch höhere Steuern finanzieren soll (Modell der Linken, Straubhaar-Modell)
Kombilohn-Effekt, bei dem das BGE vorwiegend bei den Arbeitgebern ankommt (erklärtes Ziel von Götz Werner)
Erhebliche Förderung des Niedriglohnsektors
Erhebliche Förderung von Leiharbeit
Es wird lediglich an den Symptomen des Kapitalismus herumgedoktert. Die Ursachen der Probleme beseitigen sie nicht.

Ob es angesichts dieser Argumente jemals ein BGE geben wird, ist eine Frage des Modells."
 
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