Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Lübke schrieb:
das ist aber eine sehr einseitige betrachtung. woher kommt das geld der konsumenten denn?
Naja ... das Unternehmen zahlt Lohn, und muss selbstverständlich auch die Produktion aufrechterhalten ... aber jedes Unternehmen erwirtschaftet Gewinn (sollte es zumindest).
Ich frage dich mal umgekehrt, wo kommt dieser Gewinn her?

Im globalen Markt ist das natürlich sehr komplex ... aber im grunde genau das selbe wie am nationalen Markt. Die Produktionskosten des Produktes (inklusive Logistik und Vertrieb) ergeben zusammen mit dem Gewinn den Preis ... der Gewinn kommt vom Kunden ... ist dieser Kunde beim Unternehmen angestellt, so zahlt er den Gewinn mit, der allerdings NICHT teil des Lohnes sein kann, da es sonst keinen Gewinn gäbe.

Das Unternehmen arbeitet also deswegen rentabel, weil es für Produktion, Logistik, Vertrieb und seine Mitarbeiter eben NICHT so viel ausgibt, wie es einnimmt (das nennt sich dann "Gewinn", und ohne den gibts kein Wachstum).

Um den Gedanken zu verstehen, kannst du dir ein "Supermonopol" vorstellen ... alle Erdenbürger sind bei diesem Unternehmen angestellt und JEDES käufliche Produkt kommt von dieser Firma.
Da die Firma "Gewinn" einfahren muss, muss die Summe der gesamten Produktpreise höher liegen, als die Summe der Unternehmensausgaben (ohne Reinvestitonen) ... denn nur durch dieses Gefälle KANN überhaupt ein Gewinn zustande kommen.
Wenn du dich nun wunderst, warum das Unternehmen denn Gewinn machen muss - bei einem Supermonopol gibt es doch eigentlich keinen Kokurenzdruck mehr - dann stell dir mal eine Hauptaktionärsversammlung vor, der du gerade erklärt hast, dass die Renditen dieses Jahr nicht steigen werden. Spätestens wenn dein Unternehmen über Aktien finanziert ist, ist der Wachstumszwang da ... denn eine Aktie die sich nicht bewegt (weder nach oben noch nach unten), will letztlich auch keiner bezahlen.

An genau diesem Wachstumszwang hängt auch der Umverteilungssog, da es notwendig ist, dass das Unternehmen einen sichtbaren Einnahmenüberhang hat (Unternehmen mit neutraler oder negativer Bilanz wachsen nicht).
Ich habe letztens erst von einem Öl-Multi gehört, er müsse jährlich um ca. 4% wachsen (das bezog sich auf die Förderanlagen), nur um die jährliche Fördermenge (Marktanteile) halten zu können ...
 
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@DerOlf:
Ich frage dich mal umgekehrt, wo kommt dieser Gewinn her?
den teil hast du ja schon geschrieben: vom konsumenten. ich habe nur die hälfte des kreislaufs ergänzt, die du in deiner betrachtung ausgespart hast.

... der Gewinn kommt vom Kunden ...
nein, der gewinn kommt von der wertschöpfung. sonst gäbe es ja kein wirtschftswachstum, sondern nur einen resourcenverbrauch = werteverzehr.

Das Unternehmen arbeitet also deswegen rentabel, weil es für Produktion, Logistik, Vertrieb und seine Mitarbeiter eben NICHT so viel ausgibt, wie es einnimmt (das nennt sich dann "Gewinn", und ohne den gibts kein Wachstum).
und warum wohl arbeitet der arbeiter da? weil er dafür mehr geld bekommt, also ebenfalls gewinn, sonst würde er ja nicht arbeiten. die wertschöpfung an sich ist eine win/win situation.

Um den Gedanken zu verstehen, kannst du dir ein "Supermonopol" vorstellen ... alle Erdenbürger sind bei diesem Unternehmen angestellt und JEDES käufliche Produkt kommt von dieser Firma.
Da die Firma "Gewinn" einfahren muss, muss die Summe der gesamten Produktpreise höher liegen, als die Summe der Unternehmensausgaben (ohne Reinvestitonen) ... denn nur durch dieses Gefälle KANN überhaupt ein Gewinn zustande kommen.
dann bleibt aber die frage: wie können die konsumenten mehr geld für die produkte ausgeben, als sie durch ihre arbeit erwirtschaften? da passt was nicht.

Wenn du dich nun wunderst, warum das Unternehmen denn Gewinn machen muss - bei einem Supermonopol gibt es doch eigentlich keinen Kokurenzdruck mehr - dann stell dir mal eine Hauptaktionärsversammlung vor, der du gerade erklärt hast, dass die Renditen dieses Jahr nicht steigen werden. Spätestens wenn dein Unternehmen über Aktien finanziert ist, ist der Wachstumszwang da ... denn eine Aktie die sich nicht bewegt (weder nach oben noch nach unten), will letztlich auch keiner bezahlen.
das wiederrum nennt sich dann spekulationsblase, aber das ist n ganz anderes thema ;)
 
Lübke schrieb:
dann bleibt aber die frage: wie können die konsumenten mehr geld für die produkte ausgeben, als sie durch ihre arbeit erwirtschaften? da passt was nicht.
Sehr richtig, ich kann nur das Geld ausgeben, was ich zur Verfügung habe ... den Gewinn gibt es, und deine komische "Black-Box"-Annahme (Wertschöpfungskette) halte ich für eine Nebelkerze.

Wenn Mehrwert nun plötzlich (wie durch ein Wunder) nicht mehr dadurch erwirtschaftet wird, dass die Arbeiter nicht den Lohn bekommen, der zur 100%igen Reproduktion ihrer Arbeitskraft nötig wäre ... dann ist da sicherlich Magie am Werk.

Von deutschen Löhnen kannst du dir alles leisten ... solange es NICHT in Deutschland produziert wurde. Hier entsteht der Gewinn in entsprechender Höhe, weil man einen Markt bedient, dessen soziokulturelles Existenzminimum bei monatlich ca. 1000,- liegt, die auf diesem Markt angebotenen Waren jedoch dort produziert, wo das gleiche Minimum bei ca. 500,- liegt ... die Arbeiter können dort davon leben ... und die Leute hier können sich die Produkte "guten Gewissens" leisten ... das Unternehmen generiert daraus guten Gewinn. Tatsächlich eine win/win-Situation ... wobei man das WIN auf Unternehmensseite garnicht stark genug betonen kann.

Wertschöpfungskette my ass ... es sind nur die lokalen Unterschiede, die der gobalen Wirtschaft solche Gewinne bescheren ... und die, die sie tatsächlich produzieren, KÖNNEN sich die Produkte in den allermeisten Fällen auch im Leben nicht leisten ... denn die werden eben nicht nach den am Absatzmarkt üblichen Tarifen bezahlt.

Glaubt wirklich jemand, die billigen Kopien teurer Markengeräte (aka Fälschungen) aus China gibt es, damit man in DE Tablets für unter 100,- kaufen kann? Die gibt es, weil DAS die Ware ist, die sich ein Bandarbeiter bei Samsung von seinem Lohn leisten kann. Die Originale sind bei dem Lohn einfach nicht drin.
 
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Sehr richtig, ich kann nur das Geld ausgeben, was ich zur Verfügung habe ... den Gewinn gibt es, und deine komische "Black-Box"-Annahme (Wertschöpfungskette) halte ich für eine Nebelkerze.
dann beschäftige dich bitte einmal mit dem begriff. bleiben wir doch einfach mal bei deinem stark vereinfachten beispiel: alle produkte kommen von einem unternehmen, alle menschen arbeiten dort, alle löhne von dem unternehmen. minimalistischer kreislauf also.
sagen wir es existieren 100 geldeinheiten. diese sind zu beginn sagen wir ruhig bei den arbeitern. oder ist dir zu beginn beim unternehmen lieber? ändert am ausgang des gedankenexperimentes nichts. den 100 geldeinheiten stehen 100 konsumeinheiten gegenüber. was kann das unternehmen seinen arbeitern auf der einen seite bezahlen, was auf der anderen seite für seine güter verlangen?

alternativer gedankenansatz: selbst in den allerärmsten regionen der welt arbeiten menschen unter den allerwidrigsten und menschenverachtensten umständen die man sich nur vorstellen kann. warum lassen sies nicht einfach bleiben wenn arbeit für sich nicht produktiv ist? spass macht ihnen das ganz sicher nicht. die grausame antwort: weil sie durch diese menschenverachtende arbeit immernoch mehr generieren als wenn sie nicht arbeiten würden. die haben einen (marginalen) profit (cents um essen für einen weiteren tag überleben zu bezahlen) davon, egal wie viel profit andere auf ihre kosten machen. der profit beim arbeiter ist immer >0. ein unternehmen kann verlust machen, ein arbeiter nicht.
 
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Jedenfalls ist es unmöglich, das Deutschland an jeden wirklichen und 1 Milliarde erfundene Erdenbürger ein monatliches Grundgehalt zahlt. Das deutsche Grundgehalt muss daher an Bedingungen, wie zB die Staatsbürgerschaft oder ähnliches gebunden sein. Sogar dann wird das eine Mammutaufgabe und sollte vorher im kleineren Rahmen getestet werden.
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Wer hat den jemals behauptet das Deutschland weltweit ein Grundeinkommen an jeden zahlen soll?
Das der gesteckte Rahmen 'diesen Staat' umfasst sollte doch wirklich jeder Grundschüler verstehen.
 
Lübke schrieb:
dsagen wir es existieren 100 geldeinheiten. diese sind zu beginn sagen wir ruhig bei den arbeitern. oder ist dir zu beginn beim unternehmen lieber? ändert am ausgang des gedankenexperimentes nichts. den 100 geldeinheiten stehen 100 konsumeinheiten gegenüber. was kann das unternehmen seinen arbeitern auf der einen seite bezahlen, was auf der anderen seite für seine güter verlangen?
Du ignorierst bei diesem Beispiel den Gewinn ... oder findest du Gewinn kagge? Dein Beispiel würde nur stimmen, wenn die gleichen 100 Geldeinheiten ohne jeglichen Abfluss zwischen den beiden "Polen" zirkulieren würde ... dem ist aber nicht so, da Unternehmen Gewinn abschöpfen.
Die 100 Geldeinheiten werden DURCH den Gewinn, der mit den Produkten erwirtschaftet werden wird, langsam von der AN zur AG-Seite wechseln ... denn die Produkte werden teurer verkauft, als hergestellt (um nichts anderes geht es hier).
Selbst wenn pro Geldeinheit nur 0,1% (oder 0,01%) nicht wieder zurückfliest, hast du nach 10 (oder 100) Zahlungsvorgängen schon eine Geldeinheit weniger im Umlauf.
Genau diesen langsamen Wechsel des Geldes vom Konsumenten zu den Unternehmen könnte man als "Umverteilungssog" betrachten.

Zeig mir eine börsennotierte Firma, die kostenneutral produziert (also KEINEN Gewinn erwirtschaftet) und das seit jahrzehnten so durchzieht. Mit Ausnahme staatlich subventionierter Betriebe wirst du da mMn nichts finden.

Der Umverteilungssog konzentriert das Kapital um das Kapital ... Marx nannte das "einseitige Kapitalakkumulation" und bezog das eigentlich auf den globalen (Kolonial)-Warenhandel, der Waren- UND Geldströme in Europa konzentrierte.
Aber auch innerhalb einer isolierten Volksökonomie lässt sich ähnliches beobachten.

Natürlich fließt ein Teil der Gewinne wieder zurück in den Kreislauf (Über Unternehmenexpansionen und Reinvestition), aber en Teil tut es eben auch nicht ... um diesen Teil geht es mir, denn im Grunde stellt sich mir nur die Frage, ob eine Umverteilung von unten nach oben stattfindet.
Ich fand den Umverteilungssog eine recht interessante Idee, weil der Gedanke an sich die Schuldfrage vermeidet ... nicht "Heuschrecken" sogren dafür, dass Reiche immer reicher werden sondern es ist im System (Geldhandel) von Beginn an so angelegt.
 
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@ DerOlf

Der Gewinn fließt komplett zurück in den Kreislauf. Das Unternehmen gehört am Ende ja immer mindestens einer Privatperson. Diese bekommt den Gewinn als Dividende ausgeschüttet.
Thesauriert das Unternehmen den Gewinn, steigt der Unternehmenswert um den Anteil des einbehaltenen Gewinns an. Aber auch dies ist nicht schädlich. Das Geld liegt dann bei der Bank des Unternehmens. Die Bank kann das Geld dann wieder in Form von Kredit ausleihen. Somit verbleibt es im Kreislauf.
 
Du ignorierst bei diesem Beispiel den Gewinn ... oder findest du Gewinn kagge?
den ignoriere ich nicht, genau den sollst du ja jetzt ausrechnen. wir haben jetzt einen stark vereinfachten wirtschaftskreislauf. generiere hier mal bitte gewinn ohne wertschöpfung, denn das war die antwort auf deinen kommentar:
... den Gewinn gibt es, und deine komische "Black-Box"-Annahme (Wertschöpfungskette) halte ich für eine Nebelkerze.
wenn es hier keine wertschöpfung gibt, kannst du auch keinen gewinn generieren. es ist ein kreislauf und dieser wird gespeist durch die wertschöpfung. so kann der kreislauf wachsen und gewinn generiert werden. durch die wertschöpfung kannst du dann die löhne erhöhen woraufhin du die preise anheben kannst und so mehr einkommen erwirtschaften. ein teil des mehr wird als gewinn abgeschöpft, der rest geht über höhere löhne zurück und dadurch kannst du wieder mehr güter verkaufen und wieder mehr gewinn erwirtschaften. wirtschaftswachstum

Ich fand den Umverteilungssog eine recht interessante Idee, weil der Gedanke an sich die Schuldfrage vermeidet ... nicht "Heuschrecken" sogren dafür, dass Reiche immer reicher werden sondern es ist im System (Geldhandel) von Beginn an so angelegt.
das ist genau der fehler beim denken vieler linker: sie sehen die wirtschaft als kampf gut gegen böse. es gibt schuldige und opfer. schuldig ist jeder der spart, opfer ist jeder der über seine verhältnisse lebt.

Zeig mir eine börsennotierte Firma, die kostenneutral produziert (also KEINEN Gewinn erwirtschaftet) und das seit jahrzehnten so durchzieht. Mit Ausnahme staatlich subventionierter Betriebe wirst du da mMn nichts finden.
dann zeig mir einen fabrikarbeiter der ohne lohn oder gehalt arbeitet. was ist denn wohl unternehmenszweck eines börsennotierten unternehmens? der gleiche wie der des arbeiters: geld erwirtschaften und nichts anderes.

es gibt ja noch menschengruppen ohne unternehmen und gewinnstreben: naturvölker. deren zivilisationsstand erlaubt soetwas solange es keine engpässe in ihren nahrungsquellen gibt. der status quo kann so erhalten werden. wachstum hingegen nicht. wachstum bedingt zwingend wertschöpfung und somit gewinnstreben.
 
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@Lübke:
Ich habs wahrscheinlich etwas ungünstig formuliert. Ich habe mit deinem Modell nur ein einziges Problem ... deine Grundannahme scheint zu sein, dass jeder Gewinn zu 100% in den Kreislauf zurückfließt ... dem ist mMn nicht so (über die größe der Differenz mache ich hingegen keine Aussage, nur über ihre Existenz).

Am Ende IST die Wertschöpfung der Umverteilungssog.
Du hast recht, alle nehmen an diesem Spiel nur teil, um nachher mehr zu haben ... aber dieses System funktioniert weltweitr nur deswegen, weil es in ihm auch Menschen gibt, die gerade so mit ihrem Lohn über die Runden kommen ... am Ende fußt der Kapitalismus auf der Ausbeutung der Schwächsten in der globalen Sozialhierarchie.

Uns in Mitteleuropa geht es damit (noch) unglaublich gut ... aber das ist nur eine Frage der Zeit.
 
deine Grundannahme scheint zu sein, dass jeder Gewinn zu 100% in den Kreislauf zurückfließt ...
zu 99%, denn selbst das geld auf den konten der sparer fließt in form von krediten und darlehen in den kreislauf zurück.

Am Ende IST die Wertschöpfung der Umverteilungssog.
auch das ist nicht richtig: auch arbeit ist teil der wertschöpfungskette. der arbeiter erreicht durch seine arbeitsleistung einen anteil an der warenerschaffung und erhält dafür entlohnung für die erbringung dieser arbeitsleistung. somit ist die arbeit bestandteil der wertschöpfung sowohl in warenform für den arbeitgeber als auch in geldform für den arbeitnehmer.

Du hast recht, alle nehmen an diesem Spiel nur teil, um nachher mehr zu haben ...
du betrachtest den kapitalismus immer von der geldseite. betrachte ihn mal von der güterseite. wer bekommt denn die ganzen realwerte, die hinter dem geld stehen? die konsumenten natürlich. sie beuten die unternehmen schön aus indem sie sich so nach und nach alle güter und resourcen unter den nagel reißen (um die argumentation mal umzudrehen) ;)

am Ende fußt der Kapitalismus auf der Ausbeutung der Schwächsten in der globalen Sozialhierarchie.
das ist zwar ein großes problem, aber kein systemproblem des kapitalismus genausowenig wie die unterdrückung des eigenen volkes ein systemproblem des kommunismus ist. es ist schlicht reizvoll für die schwergewichte des jeweiligen systems, ihre macht ohne rücksicht auf die kleinen zu mehren. erforderlich ist das für den kapitalismus keineswegs. natürlich beschleunigt man dadurch das wachstum in den regionen, auf die man die resourcen konzentriert, verlangsamt es aber im gleichen maße in den regionen, aus denen man es abzieht. aktuell entzieht die 1. welt der 3. welt nahezu alles wodurch die 3. welt nahezu kein wirtschaftwachstum hat und gleichzeitig immer mehr menschen aus kaum mehr resourcen versorgt werden müssen. die lebensmittelproduktion hält kaum mit dem bevölkerungswachstum schritt, so dass nach wie vor die menschen hungern müssen. und das ist eigentlich vollkommen unnötig. es wären genug resourcen verfügbar um alle menschen gut mit nahrung und bildung zu versorgen und damit auch die produktivität in der 3. welt deutlich zu steigern was in wachsendem wohlstand der menschen münden würde. aber das hätte zur folge, dass das wachstum hier deutlich zurückgehen würde und unser wohlstand ungleich langsamer wachsen würde. nix mit alle 2 jahre brandneues handy und riesen fernseher und tablet-pc und immer neue autos... dann wären wir heute vllt "nur" auf dem stand der 60er jahre...
 
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DerOlf schrieb:
@Lübke:
Ich habs wahrscheinlich etwas ungünstig formuliert. Ich habe mit deinem Modell nur ein einziges Problem ... deine Grundannahme scheint zu sein, dass jeder Gewinn zu 100% in den Kreislauf zurückfließt ... dem ist mMn nicht so (über die größe der Differenz mache ich hingegen keine Aussage, nur über ihre Existenz).

Auf konkrete Antworten unklar kritisieren. Meinst du jetzt Abflüsse wie "der Groschen im Wunschbrunnen" ??? Am Ende scheinen die Abflüsse ja so marginal zu sein, dass sie die Funktion des Kreislaufs nicht beeinflussen.

DerOlf schrieb:
am Ende fußt der Kapitalismus auf der Ausbeutung der Schwächsten in der globalen Sozialhierarchie.

Am Ende fußt der Sozialismus und Kommunismus auf die Dummheit und Faulheit ihrer Wählerschaft!
 
Lübke schrieb:
zu 99%, denn selbst das geld auf den konten der sparer fließt in form von krediten und darlehen in den kreislauf zurück.
Wie ist das zu vereinen mit dem Problem das Unternehmen und Banken zur Zeit nicht wissen wohin mit dem Geld?
Es liegen zur Zeit ja wirklich hunderte Milliarden ungenutzt auf Konten rum die nicht einmal verliehen werden.
Firmen finden keine Investments und Banken geben kaum Kredite.
Ich meine es gab auch schon die ersten Rentenfonds die keine Anlagemöglichkeiten mehr gefunden haben.

Mir scheint es dort ein Loch zu geben.
 
lief zufällig gestern noch ein beitrag im radio: firmen geben an dass die kreditmöglichkeiten derzeit besser sind den je. banken geben schnell und großzügig kredite. und hast du in letzter zeit mal werbung im fernsehen gesehen? kaum ein werbeblock in dem keine privatkredite ohne schufa-prüfung angepriesen werden (was imho verboten gehört -.-)
aktuell behandeln die großen geldhäuser geld wie eine heiße kartoffel. die könnens gar nich schnell genug wieder unter die leute bringen, da sonst strafzinsen fällig werden. zur not eben an die börse.

Ich meine es gab auch schon die ersten Rentenfonds die keine Anlagemöglichkeiten mehr gefunden haben.
keine festverzinslichen anlagemöglichkeiten. spekulative gibts dafür derzeit um so mehr und um so rentabler, aber eben risikobehaftet, was bei manchen fonds ein nogo ist, da sie die einlagen garantieren müssen. aber die banken wollen ihr geld nicht bunkern und geben dafür eben auch keine nennenswerten zinsen mehr, was diese sicheren anlageformen vor ein problem stellt.
 
@ wiztm

Es gibt kein Loch. Wenn das Geld ungenutzt auf den Konten liegt, dann liegt es ungenutzt auf den Konten. Ein Loch wäre ja ein unkontrollierter Mittelabfluss.

Wenn die Firmen nicht soviel Kredit nachfragen, wie Banken Einlagen haben, dann ist doch daran grundsätzlich erstmal nichts Schädliches.

Und woher das Gerücht, dass Banken kaum Kredite vergeben? Die Kreditvergabe wächst weiterhin, zwar nicht stark aber es gibt auf keinen Fall ein Rückgang bei der Kreditvergabe. Schau dir einfach die Bundesbank-Statistiken an.
 
Lübke schrieb:
lief zufällig gestern noch ein beitrag im radio: firmen geben an dass die kreditmöglichkeiten derzeit besser sind den je. banken geben schnell und großzügig kredite. und hast du in letzter zeit mal werbung im fernsehen gesehen? kaum ein werbeblock in dem keine privatkredite ohne schufa-prüfung angepriesen werden (was imho verboten gehört -.-)
aktuell behandeln die großen geldhäuser geld wie eine heiße kartoffel. die könnens gar nich schnell genug wieder unter die leute bringen, da sonst strafzinsen fällig werden. zur not eben an die börse.
Dann wirken die -0,4% bei der Einlagefazilität. Ich kann mich aber daran erinnern als der Zinssatz noch nicht negativ war wurde groß berichtet das die Kreditvergabe quasi zusammengebrochen ist (etwas, ganz leicht, übertrieben).
Ändert aber wenig daran das die Anlagemöglichkeiten offenbar sehr beschränkt sind. Berkshire Hathaway hat 100Mrd. rumliegen, Apple 200Mrd. und keiner von denen weiß was sie damit anfangen sollen. Zur Zeit jedenfalls.
Ich erkenne dort schon Anzeichen für den vom Olf angesprochenen Umverteilungssog.
​Es ist ja keine neue Erkenntnis das der Markt zu Monopolen tendiert.
 
Lübke schrieb:
Wenn das so ist, dann hat mein Umverteilungssog jetzt sogar eine Stärke ... 1%.

Das ganze war auch nicht als Kritik am Kapitalismus und seinem System zu verstehen ... jemand hat den Begriff "Umverteilungssog" in die Runde geworfen, und ich habe ihn aufgegriffen. Ich fand es einen passenden Ersatz für Marx' Begriffsungetüm "einseitige Kapitalakkumulation". Aber letztlich bezeichnen beide den gleichen Marktmechanismus.

Ja Lübke, die Waren landen beim Konsumenten ... und gehen kaputt (werden verbraucht, konsumiert). Geld hat genau diesen Aspekt nicht ... es unterliegt auch Veränderungen, aber wenn man sein Geld an eine Wand wirft, dann übersteht es das weit besser, als eine Flasche teurer Wein, oder ein Smartphone.
Das Geld ist einfach etwas "haltbarer" als die Waren ... dafür kann man Geld weit besser verzocken, als Kleiderschränke oder Laptops.
 
Wenn das so ist, dann hat mein Umverteilungssog jetzt sogar eine Stärke ... 1%.
die 1% ist das geld, das die oma unterm kopfkissen hat (bildlich gesprochen). also sparguthaben die nicht auf der bank liegen und daher nicht in form von krediten im kreislauf verbleiben. die größe wird sich nicht großartig verändern (und vermutlich deutlich geringer sein). wir können das aber auch gern ignorieren und bei 100% bleiben.

Ja Lübke, die Waren landen beim Konsumenten ... und gehen kaputt (werden verbraucht, konsumiert). Geld hat genau diesen Aspekt nicht ...
geld unterliegt der inflation. es geht langsam "kaputt" aber es geht kaputt. schau dir mal den kaufpreis eines porsche 911 im jahr 1965 an und dann heute. hab mal gehört damals lag der so bei ~6.000 mark, heute ~110.000 € also 215.141 mark. das haus meiner eltern hat ca. 100.000 mark gekostet, heute ist es ca. 250.000 €, also 488.957 mark wert....
es sind übrigends laut porsche noch über 90% aller je gebauten 911 existent und was häuser angeht, die halten noch viel länger als ein porsche ;)

du hast schon recht, dass güter überwiegend verbraucht werden, aber dafür bleibt dem arbeiter die resource arbeit, die er jeden tag wieder an seinen arbeitgeber verkaufen kann. da ist es ganu umgekehrt: das unternehmen muss tag für tag die resource arbeit einkaufen und immer wieder geld dafür bezahlen. und damit hat der arbeitnehmer neues geld um verbrauchte konsumgüter zu ersetzen. es ist eben ein kreislauf.

@wiztm:
Hathaway hat 100Mrd. rumliegen, Apple 200Mrd. und keiner von denen weiß was sie damit anfangen sollen. Zur Zeit jedenfalls.
Ich erkenne dort schon Anzeichen für den vom Olf angesprochenen Umverteilungssog.
und das ist ein problem für diese unternehmen. inflation und strafzins fressen deren barvermögen auf.

​Es ist ja keine neue Erkenntnis das der Markt zu Monopolen tendiert.
das ist aber den synergieeffekten geschuldet. mehr leute erreichen nunmal mehr mit weniger einsatz, zumal dadruch rendundante aufgaben entfallen. das ist kein monetäres problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie ist das zu vereinen mit dem Problem das Unternehmen und Banken zur Zeit nicht wissen wohin mit dem Geld?
Es liegen zur Zeit ja wirklich hunderte Milliarden ungenutzt auf Konten rum die nicht einmal verliehen werden.
Firmen finden keine Investments und Banken geben kaum Kredite.
Ich meine es gab auch schon die ersten Rentenfonds die keine Anlagemöglichkeiten mehr gefunden haben.

Mir scheint es dort ein Loch zu geben.

Deshalb versucht man immer mehr aus der öffentlichen Hand zu privatisieren, weil die "Reichen" nicht mehr wissen wohin mit dem Geld.
 
@ Godde

Wenn du dir Projekte wie "Elbphilharmonie" oder "Berliner Flughafen" anschaust, dann scheint eine Privatisierung durchaus Sinn zu machen. Ein privater würde keine Kostensteigerungen in den Größen akzeptieren wie die öffentliche Hand.
 
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