Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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private arbeiten effizienter, ja, aber imho ist das nicht immer das richtige. ich bin z. b. total gegen die privatisierung von krankenhäusern. die öffentliche gesundheit gehört imho nicht in private hände mit gewinnerzielungsabsicht.
telekom hingegen war ein guter schritt für alle beteiligten. wenn ich dran denke was das früher alles gekostet hat und trotzdem noch mit steuergeldern subventioniert werden musste... hier ist wettbewerb eindeutig ein vorteil und sinnvoll.
 
Lübke schrieb:
telekom hingegen war ein guter schritt für alle beteiligten. wenn ich dran denke was das früher alles gekostet hat und trotzdem noch mit steuergeldern subventioniert werden musste... hier ist wettbewerb eindeutig ein vorteil und sinnvoll.
Also die Ortsgespräche welche eine Einheit gekostet haben und solange dauern konnte wie man wollte meinst du gerade nicht, oder? ;)
 
@killy,

Weisst du, mittlerweile ist mir sowas egal, weil ich sehe, dass Private, wenn es brennt, sozialistisch versorgt werden. Sieht man gerade an der Automobilindustrie, am Bauwesen, Opel. Wir zahlen das sowieso, wieso dann zu Profitinteressen?
Strom gehört in Öffentliche Hand genauso wie Wasser und die Krankenversorgung. Die Autobahnen sollten auch nicht privatisiert werden, was aber so langsam eh passiert, weil wie ich bemerkte die Reichen nicht mehr wissen wohin mit dem Geld. Deshalb ist eine Umverteilung ganz dringend notwendig.
 
Ne Lübke,

1 Einheit war 8 Minuten nachdem der Zeittakt eingeführt wurde. Zuvor konnte man im Ortsnetz so lange man wollte für 23 Pfennige telefonieren.
Das lag aber an der Analogtechnik.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lübke schrieb:
alternativer gedankenansatz: selbst in den allerärmsten regionen der welt arbeiten menschen unter den allerwidrigsten und menschenverachtensten umständen die man sich nur vorstellen kann. warum lassen sies nicht einfach bleiben wenn arbeit für sich nicht produktiv ist?
Weil sie dazu gezwungen werden. Weil wir an erster Stelle die hochentwickelten Urgesellschaften dort zerschlagen haben und sie dann gebunden haben an uns. Die Menschen in der Dritten Welt sind unsere Knechte. Man kann es anders nicht mehr sagen.
Lübke schrieb:
der profit beim arbeiter ist immer >0.
Es ist eine alte Weisheit schlauer Herrschaft, niemals das Volk so sehr zu unterdrücken, dass der Tod keine Bedeutung mehr hat.

Lübke schrieb:
@Hypeo:
das sehe ich anders: in nordkorea werden alle geldmittel auf wenige menschen (diktator + direktes umfeld) konzentriert. eine geldanhäufung beim arbeiter bzw volk ist nicht möglich und würde mit enteignung enden. es wird alles aus den menschen rausgequetscht. würde man die vorhandenen resourcen aber auf alle verteilen, ginge es den menschen ungleich besser. mit der zeit würden sich wieder einige konzerne, zahlreiche klein- und mittelständige unternehmen und die breite arbeitermasse herauskristallisieren, weil es einfach ungleich effizienter ist als wenn jeder alles ein kleines bisschen können und für sich selbst klarkommen muss. natürlich sind die an den spitzen der größten konzerne wieder die bestsituierten.
Okay, man kann die Ressourcen effizienter nutzen, dennoch hat man Zugriff auf viel weniger Ressourcen - sowohl in der Menge, als auch in der Art.



Bisher fehlt mir in der Diskussion noch die exponentielle Vermehrung. Sie ist wesentlich in der Umverteilung von unten nach oben. Denn Kapital erzielt mit seinem Gewinn erneut Gewinn. Es müssen immer größere Beträge nach oben wandern, um diese Renditen zu sättigen. Unten bleibt immer weniger.
Dazu passt der Beitrag von Godde:
Godde schrieb:
weil die "Reichen" nicht mehr wissen wohin mit dem Geld.


Lübke schrieb:
das ist aber den synergieeffekten geschuldet. mehr leute erreichen nunmal mehr mit weniger einsatz, zumal dadruch rendundante aufgaben entfallen. das ist kein monetäres problem.
Nein. Patente und Zurückhaltung von Wissen, dass der Menschheit von Nutzen wäre. Des Profits wegen.
Dazu noch eine ganze Menge an Kapital, mit der man sich "durchsetzt" gegenüber "Konkurrenz". Das kann doch nicht das Ziel sein! Am Ende müssen alle Güter in einer Gesellschaft hergestellt werden. Wenn es 50 kleinere Unternehmen sind: Auch gut. Warum andere Unternehmen kaputtmachen? Das ergibt keinen Sinn aus gesellschaftlicher Sicht. Nur aus der Sicht des Profits und des daraus resultierenden Reichtums ergibt es Sinn.
Das sind Monopole.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Hypeo:
Warum andere Unternehmen kaputtmachen? Das ergibt keinen Sinn aus gesellschaftlicher Sicht.
nicht unternehmen machen unternehmen kaputt sondern konsumenten. indem sie immer das billigste beim discounter oder neuerdings sogar im internet bei amazon und co kaufen statt im fachhandel. und auch da natürlich immer nur die billigsten produkte. einer der größten arbeitgeber in meiner heimat war ein textilunternehmen. die haben auch tolle sachen gefertigt und sich nix zu schulden kommen lassen außer... sie haben in deutschland gefertigt. aber konsumenten wie du haben lieber das billige china-zeugs gekauft und damit ausbeutung der menschen da gefördert und die humanen arbeitsplätze in meinem heimatort zerstört! das textilunternehmen ist pleite und die arbeitsplätze für immer vernichtet.

warum werden menschen in anderen ländern also ausgebeutet? weil der konsument es so will! die unternehmen legen die lohnkosten eh auf den preis um, egal was es kostet. aber entscheiden was gekauft wird tut der konsument. und der pfeift auf die arbeiter in der dritten welt, er will sich selbst möglichst viel leisten können, und wenn dazu kinder ausgebeutet werden müssen und menschen hier arbeitslos werden.

ich habs jetzt mal absichtlich betont scharf ausgedrückt, nicht böse gemeint ;)

@DerOlf: ok das war eindeutig vor meiner zeit :D
aber ich erinnere mich noch daran dass man fürs internet ein piepsendes voice-modem brauchte und abgerechnet wurde nach zeit, nicht nach datenvolumen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Lübke
Einerseits gibt es teilweise Alternativen zu den China-Produkten. Andererseits ist hier wieder die Frage da, ob sich das jeder leisten kann.

Mal davon abgesehen bekommen die großen Unternehmen durchaus mit, wenn sie die lokale Wirtschaft zerstören. Das ist ja schließlich ihr Ziel, die Steigerung des Marktanteils.
Amazon und Co sind nicht gut, da stimme ich dir zu.

Die Konsumentenrolle des Menschen ist sicher ein Faktor. Aber der Konsument kann auch nur aus dem wählen, was ihm angeboten wird. Er hat also nur vermeintlich einen freien Willen.
Am Ende sehe ich das Problem bei den Menschen. Aber darin, dass sie die Monopole und die Ausbeutung zulassen oder unterstützen.
In China sollte nicht ausgebeutet werden (innenpolitische Entscheidung der Bürger Chinas) und wir sollten das nicht unterstützen oder fördern (politische Entscheidung der Bürger Deutschlands).

Wenn also ein Unternehmen nicht ausbeutet und nicht unnötig den Wissensaustausch hindert, sich also vor allem durch Effizienz und (auch deshalb) Bevorzugung bei Konsumenten durchsetzt, dann soll mir das recht sein. Die gesparten Kapazitäten jeglicher Art können entweder weggelassen (unter anderem zum Wohle der Umwelt und der Menschen) oder anderweitig genutzt werden.
Das gilt aber auch nur dann, wenn das Einkommen der Menschen in einer solchen Gesellschaft dennoch gesichert ist.
 
Die Konsumentenrolle des Menschen ist sicher ein Faktor. Aber der Konsument kann auch nur aus dem wählen, was ihm angeboten wird. Er hat also nur vermeintlich einen freien Willen.
Gerade in unserer heutigen Zeit kann der Konsument aus so vielen unterschiedlichen Angeboten wie noch nie auswählen !
Wer den freien Willen als eingeschränkt sieht, ist einfach nur zu bequem, zu konsumsüchtig oder einfach nur zu dumm.
Such Dir was aus, was auf Dich zutrifft !
 
Lübke schrieb:
warum werden menschen in anderen ländern also ausgebeutet? weil der konsument es so will! die unternehmen legen die lohnkosten eh auf den preis um, egal was es kostet. aber entscheiden was gekauft wird tut der konsument. und der pfeift auf die arbeiter in der dritten welt, er will sich selbst möglichst viel leisten können, und wenn dazu kinder ausgebeutet werden müssen und menschen hier arbeitslos werden.

Das ist die Latrinenparole der Neoliberalen: Der Konsument will es so!
Defacto ist das falsch, weil man den Konsumenten nie danach gefragt hat. Selbst das Argument "der Preis entscheidet" (folglich: der Konsument zeigt über sein Kaufverhalten seinen Willen) zieht dabei nicht, weil trotz Verlagerung in Billiglohnländer die Preise der (Marken-)Produkte überhaupt nicht gesunken sind. Wenn die Markenjeans "Made in USA" einmal 100-120DM kostete, ist sie heute, nach Produktionsverlagerung über Mexiko, Polen, Türkei, Marokko, Sri Lanka nach Bangladesch und gleichzeitigem vermehrten Einsatz von Gentechnik in der Baumwollproduktion mit 70-100€ nicht billiger geworden. Die reinen Produktionskosten sind dabei, im Vergleich zu den Profiten des Unternehmens und evtl. des Handels, gewiss nicht gestiegen.

Der Kapitalismus verschleiert die Produktionsbedingungen, das ist Kern seines Wesens. Müssten wir alle täglich in die Gesichter unserer "Sklaven" in Niedriglohnländern, Fotos der dadurch entstandenen Gesundheitsschäden und von den Umweltschäden unserer Lebensstils ansehen, würden wir vermutlich anders konsumieren. So wie es jetzt ist, gibt's zwar auf der Zigarettenschachteln Raucherlungen zu bestaunen, aber keine schwerstbehinderten Kinder und Gräber der jung verstorbenen Plantagenarbeiter auf Kaffeepackungen.
 
@Schrammler
Einen Nikotin oder Coffeinsüchtigen sind Bilder mit Toten egal; die Sucht herrscht über dem Verstand, da kann der Süchtige nicht mehr viel machen.
 
Sologruppe schrieb:
@Schrammler
Einen Nikotin oder Coffeinsüchtigen sind Bilder mit Toten egal; die Sucht herrscht über dem Verstand

Auch nur wieder eine Pauschalisierung. Genauso wie: Der Konsument will es so! und "Das BGE macht faul".
Ich mutmaße, die meisten Kaffeetrinker wissen gar nicht wie ihr heiliges Gebräu angebaut wird, was seit ein paar Jahren, spätestens seitdem es das Zeug aromatisiert mit Milch im Pappbecher mit Plastikdeckel gibt, sogar damit beworben wird, dass es gesund sei.
Im Fall von Nikotin bin ich selber das Gegenbeispiel, die Sprüche haben mich nie interessiert, aber die Fotos und die Toten (in der eigenen Familie) brachten mir dann doch die Erleuchtung.

Funktioniert nicht? Warum wollen die Konzerne dann sowas auf ihren Produkten nicht sehen? Steckt dahinter nicht doch die Gefahr, die "saubere Konsumwelt" als das zu entlarven, was sie eigentlich ist? Extremer Raubbau an Umwelt, Natur und Menschen zugunsten von sehr wenigen Personen?

Wäre doch interessant auf einer Iphonekiste lungenkranke Minen- und Fabrikarbeiter bestaunen zu können. Manche ekelt es vor einer namhaften Schokocreme, seitdem ein Foto im Internet zu finden ist, dass alleine die Inhaltsstoffe vor der Verarbeitung zeigt.
 
ThomasK_7 schrieb:
Gerade in unserer heutigen Zeit kann der Konsument aus so vielen unterschiedlichen Angeboten wie noch nie auswählen !
Wer den freien Willen als eingeschränkt sieht, ist einfach nur zu bequem, zu konsumsüchtig oder einfach nur zu dumm.
Such Dir was aus, was auf Dich zutrifft !
Das setzt aber voraus das der Konsument überhaupt eine Wahl hat. Nicht jeder hat ein Gehalt in einer Höhe die ihm eine Wahl in allen Bereichen lässt.

Ich persönlich kaufe auch oft primär über den Preis ein. Selbstverständlich.
Oft hat man bei einem Produkt aber ohnehin keine wirkliche Wahl da es zum Produkt kaum bis gar keine wirklichen Alternativen gibt. Man kann also maximal wählen wo man etwas kauft. Man ändert damit an den Produktionsbedingungen überhaupt nichts. Maximal ändert sich der Gewinn eines Kaufmanns.

Auch sehe ich es nicht als meine Aufgabe mich persönlich zu geiseln und für Waren einen Aufschlag zu zahlen den anderen nicht zahlen.
Es ist nicht an mir persönlich auszubügeln was die Gesellschaft nicht geregelt bekommt. Wenn mich jemand fragt werde ich ihm gerne sagen das ich durchaus bereit bin für Waren einen höheren Obulus zu zahlen, wenn dafür die Bedingungen für die Menschen besser werden. Wenn daraus aber die Gesellschaft nichts ableitet, heißt 'keine Regeln aufstellt', sehe ich es nicht als mein Problem.
 
@Hypeo:
Einerseits gibt es teilweise Alternativen zu den China-Produkten. Andererseits ist hier wieder die Frage da, ob sich das jeder leisten kann.
klar gibt es die, nur wenn der konsument die produkte kauft, die aufgrund von ausbeutung der menschen besonders billig sind, nützt es nichts wenn man versucht unter fairen arbeitsbedingungen zu produzieren, weil die mehrkosten vom konsumenten eben nicht bezahlt werden.

Amazon und Co sind nicht gut, da stimme ich dir zu.
hast du denn da schon mal was gekauft?
mir geht es gar nicht darum welcher konzern gut oder schlecht ist, mir geht es um die ständigen schuldzuweisungen "die reichen/die konzerne/die ausländer/die anderen..." immer sind andere schuld. aber genau das was du anderen vorwirfst machst du selbst genau so. da bist du keinen deut besser. du und ich und alle anderen sind teil des problems.
wie du schon sagst:
Andererseits ist hier wieder die Frage da, ob sich das jeder leisten kann.
wieso musst du dir denn bitte son riesen fernseher und ein smartphone und einen pc und was noch alles leisten können zu lasten der menschen in der dritten welt? die VERHUNGERN da und du willst dir ein brand neues handy leisten obwohl dein altes nichteinmal kaputt ist? findest du das gerecht? als ich noch jung war gings noch ganz ohne handy und da hab ich auch nicht schlechter gelebt als heute.

ich hab selbst n handy, aber mir gehts um diese moralapostel, die über die konzerne schimpfen, dass sie nur zu ihrem eigenen wohl handeln und dabei gar nicht merken, dass sie selbst keinen deut besser sind.

Die Konsumentenrolle des Menschen ist sicher ein Faktor. Aber der Konsument kann auch nur aus dem wählen, was ihm angeboten wird. Er hat also nur vermeintlich einen freien Willen.
dem konsumenten wird ALLES angeboten. als china die tore geöffnet hat sind hier massenweise unternehmen pleite gegangen weil der konsument eben das billige chinazeugs wollte und nicht die einheimischen produkte. der konsument entscheidet ganz alleine was er kauft. und wenn genug konsumenten etwas wollen, dass es nicht gibt, reißen die konzerne sich darum, es als erster auf den markt zu bringen.
natürlich ist es bequem die schuldfrage auf große anonyme konzerne abzuwelzen, aber der tatsächliche schuldige sind wir alle. entweder können wir damit leben, dass wir uns gewisse dinge einfach nicht leisten können oder andere müssen eben dafür leiden, damit wir sie doch irgendwie bekommen.

Wenn also ein Unternehmen nicht ausbeutet und nicht unnötig den Wissensaustausch hindert, sich also vor allem durch Effizienz und (auch deshalb) Bevorzugung bei Konsumenten durchsetzt, dann soll mir das recht sein. Die gesparten Kapazitäten jeglicher Art können entweder weggelassen (unter anderem zum Wohle der Umwelt und der Menschen) oder anderweitig genutzt werden.
Das gilt aber auch nur dann, wenn das Einkommen der Menschen in einer solchen Gesellschaft dennoch gesichert ist.
schon wieder so ein wunschdenken. welches einkommen meinst du denn? wenns gerecht sein soll, dann rechne dir das durschnittseinkommen auf der ganzen welt aus. dieser durschnitt für jeden wäre realistisch. da muss sich der deutsche harz 4er aber ganz schön einschränken. natürlich wäre es gerecht und würde auch sehr viele probleme in der welt lösen, aber du wirst es nicht wollen. du bist dir deines luxus gar nicht bewusst. du stehst nicht 10 stunden am tag auf dem feld und ackerst dafür, dass deine familie was zu essen bekommt, du gehst ins kaufhaus und kaufst dir neue schuhe obwohl du noch brauchbare schuhe hast und nicht nur das eine paar.

natürlich wäre es gut die welt gerechter zu machen, aber bevor wir das können, müssen wir ersteinmal das problem erkennen. und das problem sind wir selbst. wir wollen für unser geld das maximale an konsum und luxus rausholen. wir streben immer nach mehr. das steht aber nunmal im krassen widerspruch zum gerechten teilen.

@Schrammler:
Das ist die Latrinenparole der Neoliberalen: Der Konsument will es so!
befasse dich bitte mal mit den marktmechanismen, dann wirst du schnell sehen, dass dein wunschdenken, nur andere wären an der ausbeutung schuld und dir stünde das alles zu, ganz schnell vorbei.

Der Kapitalismus verschleiert die Produktionsbedingungen, das ist Kern seines Wesens.
du behauptest also du weist nicht dass textilien heute aus china und anderen billiglohnländern kommen?
hier wird gar nichts verschleiert, du willst nur nicht hinsehen, weil es zu deinem nachteil wäre, diese menschen nicht auszubeuten. du beutest ja auch nur ein kleines bisschen aus, das wird schon nichts ausmachen. die anderen beuten ja viel mehr aus. schuld sind immer andere, nur nicht du.
mir ist schon klar, dass dir und anderen das gar nicht wirklich bewusst ist, aber das ist es den unternehmen ebensowenig. wenn andere einen wettbewerbsvorteil haben, muss man da nachziehen oder man geht vor die hunde. wenn andere aber ein besseres handy haben oder coolere klamotten oder einen tolleren urlaub, dann muss man da noch lange nicht nachziehen. dann kann man sich halt mal weniger leisten.

Müssten wir alle täglich in die Gesichter unserer "Sklaven" in Niedriglohnländern, Fotos der dadurch entstandenen Gesundheitsschäden und von den Umweltschäden unserer Lebensstils ansehen, würden wir vermutlich anders konsumieren.
und wie würdest du dein konsumverhalten verändern? auf was würdest du alles freiwillig verzichten?

@wiztm:
Das setzt aber voraus das der Konsument überhaupt eine Wahl hat. Nicht jeder hat ein Gehalt in einer Höhe die ihm eine Wahl in allen Bereichen lässt.
du meinst du hast keine größere wahl als die menschen, die in der 3ten welt ausgebeutet werden? ich wette du besitzt ein smartphone, stimmts? mein kumpel hat ein relativ hohes einkommen, er und seine frau sind doktoren. er hat ein uraltes tastenhandy, das damals 10 € mit 10 € guthaben gekostet hat. er hat die wahl sich ein teures schickimicki-smartphone mit apfel zu kaufen. also erzähl mir nicht du hättest keine wahl. du WILLST ein smartphone. und dein fernseher ist sicher auch über 19" groß. filme kann man problemlos auch auf kleinen fernsehern ansehen, aber du WILLST einen großen tft-bildschirm mit über 40" haben. du glaubst es sei dein gutes recht sowas zu besitzen.

Ich persönlich kaufe auch oft primär über den Preis ein. Selbstverständlich.
und genau das werft ihr den bösen unternehmen vor. sie kaufen arbeitsleistung über den preis ein und sie haben keine andere wahl. die mehrkosten für faire arbeitsbedingungen zahlt ihnen weder du noch schrammler noch hypeo noch sonst wer.

ich hab ein niedriges einkommen und ich kaufe trotzdem nicht bei amazon. ich kaufe bei lokalen händlern sowohl bücher im örtlichen buchladen als auch computer beim händler meines vertrauens als auch fleisch beim metzger vor ort der nur tiere von regionalen bauern kauft und schlachtet und brot beim bäcker. klar muss ich mich bei manchen dingen einschränken. ich hatte noch nie ein aktuelles handy oder einen modernen fernseher oder ein neues auto. und das kratzt mich nicht die bohne. aber viele sehen das hier als ihr geburtsrecht, sind aber auf der anderen seite dann noch so dreist über die ausbeutung in der dritten welt zu schimpfen und die schuld daran auf andere zu schieben. ich weiß dass ich auch meinen teil dazu beitrage. meine kleidung kommt nunmal von da. aber ich geb nicht scheinheilig anderen die schuld daran.

und nochwas zum thema keine wahl: jeder hier kann auf konsum verzichten und das geld spenden! genug organisationen weisen immer wieder darauf hin, zum teil sogar mit fernsehspots. keiner kann mir erzählen er hätte es nicht gewusst oder er könnte nichts tun. JEDER kann helfen und niemandem geht es hier so schlecht, dass er verhungern müsste. keiner kann mir erzählen er hätte keine wahl und alle sind schuld nur er nicht.

Es ist nicht an mir persönlich auszubügeln was die Gesellschaft nicht geregelt bekommt.
wer ist denn die gesellschaft? du bist also nicht teil der gesellschaft? nur andere sollen sich einschränken und du machst so weiter und schimpfst über die missstände?

mir ist klar dass du und die anderen das nicht bewusst machen, aber ich will euch einfach mal die augen öffnen, weil ihr mit den fingern auf andere zeigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
wiztm schrieb:
Auch sehe ich es nicht als meine Aufgabe mich persönlich zu geiseln und für Waren einen Aufschlag zu zahlen den anderen nicht zahlen.
Es ist nicht an mir persönlich auszubügeln was die Gesellschaft nicht geregelt bekommt. Wenn mich jemand fragt werde ich ihm gerne sagen das ich durchaus bereit bin für Waren einen höheren Obulus zu zahlen, wenn dafür die Bedingungen für die Menschen besser werden. Wenn daraus aber die Gesellschaft nichts ableitet, heißt 'keine Regeln aufstellt', sehe ich es nicht als mein Problem.
Du bist also ein Moral - Heuchler !

Du bist die Gesellschaft, wie jeder Andere auch.
Wenn sich das eigene Individuum zu schade ist für Moral auch Verzicht und Vorbildfunktion praktisch zu üben, auf Andere aber ständig den moralischen Zeigefinger zeigt, dann ist das für mich einfach nur heuchlerisch. Du bist genau so egoistisch, wie die von Dir ständig Kritisierten. Du bist keinen Deut besser.

Schrammler schrieb:
Das ist die Latrinenparole der Neoliberalen: Der Konsument will es so!
Defacto ist das falsch, weil man den Konsumenten nie danach gefragt hat.
Gleich der nächste ständige Heuchler.
Per Wortlaut als Konsument großkotzig angeben, das man nur fair gehandelte und unter guten Produktionsbedingungen hergestellte Waren kaufen möchte, dann aber bestimmt zu den gegenteiligen Waren greifen. Wenn man sich informieren will, ist es nicht unmöglich und im heutigen Internetzeitalter sogar relativ leicht, die gewünschten Waren wirklich zu erwerben. Da gibt es nur wenige Ausnahmen.
Natürlich kosten diese "positiven Waren" dann das Doppelte bis Vierfache, denn der faire Handel und die guten Produktionsbedingungen kosten halt ihren Preis.

Schrammler schrieb:
Der Kapitalismus verschleiert die Produktionsbedingungen, das ist Kern seines Wesens.
Gelogen hoch 3! Vielmehr gibt es im Kapitalismus die großzügigsten Informationsrechte des Verbrauchers. Keine andere alternative Gesellschaftsform hatte bislang solche Informationsrechte und Informationsmöglichkeiten.


Ihr seid doch Alles verwöhnte, entscheidungsschwache Weicheier!
So lange der Staat Euch nicht zwangsweise nur fair gehandelte und unter guten Produktionsbedingungen hergestellten Waren vorgibt, schafft Ihr es nicht, selbst so zu handeln. Ihr seid Alle so untertanenmäßig.
 
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Oh wow. Da sind aber einige ziemlich selbstzufrieden.

Lübke schrieb:
ich wette du besitzt ein smartphone, stimmts?
...
also erzähl mir nicht du hättest keine wahl. du WILLST ein smartphone.
Selbstverständlich möchte ich ein Smartphone. Ich lebe in Deutschland, nicht bei einem Amazonas Dschungelvolk.
Allerdings habe ich mir erst 2014 ein neues gekauft als mein altes nicht mehr brauchbar war. Ich bin weiterhin noch immer sehr zufrieden damit und es wird sicher noch zwei weitere Jahre so gehen. Es ist nun mein drittes, obwohl ich in der IT arbeite ;)

Lübke schrieb:
und dein fernseher ist sicher auch über 19" groß. filme kann man problemlos auch auf kleinen fernsehern ansehen, aber du WILLST einen großen tft-bildschirm mit über 40" haben.
Ja, das will ich tatsächlich. Ich habe als TV einen 32" Röhrenfernseher. Ich würde mal grob schätzen das meiner damit älter ist als deiner. :)

Aber so sehen wohl Antworten aus wenn man gezielt den, für mich, wichtigsten Teil weg lässt.
Im Gegensatz zu dir sehe ich Verzicht nicht als einzige Antwort auf alles. Im Gegenteil: Wer im Kapitalismus Verzicht predigt den halte ich entweder für den größten Schwätzer oder alternativ für jemanden der den Wesen des Kapitalismus nicht wirklich verstanden hat.
Ich kann doch nicht die Menschen von Kindesalter an im Kapitalismus aufwachsen lassen, ihnen beibringen wie Konkurrenz funktioniert und anschließend von ihnen erwarten das sie diesen über Verzicht regulieren. Ernsthaft? Das ist doch absurd.

Lübke schrieb:
und genau das werft ihr den bösen unternehmen vor.
Nö, tu ich in dieser Form nicht. Natürlich verhalten sich Unternehmen exakt so. Wenn ich denen was vorwerfe dann primär sich nicht an geltende Gesetze zu halten. Ansonsten denke ich das die Veränderung sicher nicht von den Unternehmen ausgehen wird.
Es ist an der Politik hier zu handeln. Denen würde ich vorwerfen keine Veränderung zu wollen. (was sicherlich daran liegt das im Prinzip so gut wie alle mit den Unternehmen in einem Bett liegen.)

Sollten die Menschen also eine Veränderung wollen müssten sie zuerst das politische System reformieren.
Es zum einen besser Absichern gegen Korruption (etwas wogegen man sich in Deutschland im übrigen in der Regel mit Händen und Füßen wehrt.) und zum anderen natürlich gegen Einflussnahme durch Unternehmen. Es kann eben nicht sein das ein Unternehmen die sie betreffenden Gesetze selber schreibt (oder Reden von Politikern...)
Entsprechend hart haben die Sanktionen bei Verstössen zu sein. Es darf sich schlicht unterm Strich nicht lohnen gegen das Gesetz zu verstossen. Schönes Beispiel hier auch die Werbedauer im TV. Solange die Strafe geringer ist als die Einnahmen aus einem 30 Sekunden Werbespot interessieren sie niemanden.

Lübke schrieb:
jeder hier kann auf konsum verzichten und das geld spenden! genug organisationen weisen immer wieder darauf hin, zum teil sogar mit fernsehspots.
Ähm, also die Kleiderspenden nach Afrika wären z.B. eines der Probleme warum es dort kaum bis gar keine Textilindustrie mehr gibt...

ThomasK_7 schrieb:
Du bist also ein Moral - Heuchler !
Ich würde es mal Realist nennen.
Ich heuchel hier keine Moral. Ich erkenne einfach an wie der Laden funktioniert. Das heißt aber nicht das es mir gefällt und ich nicht dafür wäre die Regeln zu ändern. Ich habe aber nun mal keinen anderen in dem ich Lebe.
Deswegen werfe ich es ja auch keinem Vor das er sich ein neues Smartphone kauft oder per direkt Import aus China lieber billige sonstwas kauft.

Ich kann es aber sehr wohl der regulierenden Behörde vorwerfen hier nicht einzugreifen. International Verträge auszuhandeln die bessere Bedingungen fordern (was durch die entstehenden Kosten dort dann auch die hier ansässige Industrie fördern würde.), Importzölle zu erheben, etc...

Aber das muss in dem Fall sehr wohl die Gesellschaft auch wollen. Gibt es hier keinen entsprechenden Diskurs, ändert sich also das Wahlverhalten der Leute nicht, dann werden entsprechende Gesetze eben auch nicht angepasst.
Ich kann daran alleine nichts ändern. Ich kann keine Gesetze erlassen. Ich bin hier nicht der Diktator.
Ich kann aber, z.B. in diesem Forum, darauf hinweisen das Dinge meiner Sicht entsprechend schief laufen und damit eventl. z.B. auf das Wahlverhalten einwirken.

Wenn ich einfach verzichte, nichts mehr kaufe, bekommt auch niemand mit was ich eigentlich für ein Anliegen habe.
Ich bin damit also, sozusagen, persönlich egoistisch, versuche aber auf meine Umwelt einzuwirken das, auch mein, Egoismus weniger Schäden anrichtet.
Oh Wunder, damit ist man auch bei den Linken ein Pharisäer.
 
Im Gegensatz zu dir sehe ich Verzicht nicht als einzige Antwort auf alles. Im Gegenteil: Wer im Kapitalismus Verzicht predigt den halte ich entweder für den größten Schwätzer oder alternativ für jemanden der den Wesen des Kapitalismus nicht wirklich verstanden hat.
also jetzt doch wieder kapitalismus? ich habe nicht gesagt du sollst verzichten, du (und andere) haben behauptet es sei nicht möglich zu verzichten weil die bösen unternehmen das so wollten. wir wären nicht schuld an der ausbeutung, das wären nur die unternehmen und wir würden nur zum mitmachen gezwungen. das habe ich lediglich widerlegt. mir ist durchaus bewusst, dass das sehr unangenehm wäre und ich für meinen teil tu auch nur so viel wie für mich ok ist. aber ich bin mir halt dessen bewust und schieb die schuld nicht auf andere. das ist der kleine aber feine unterschied. nicht "die" sind schuld an der ausbeutung in der welt sondern "wir" sind schuld daran.

Ähm, also die Kleiderspenden nach Afrika wären z.B. eines der Probleme warum es dort kaum bis gar keine Textilindustrie mehr gibt...
du sollst auch nicht deine klamotten spenden sondern geld. wenn du dir selbst weniger gönnst, dann kannst du z. b. helfen brunnenbau in afrika zu unterstützen oder bildung für kinder.
aber darum gings mir überhaupt gar nicht sondern schlicht um die behauptung wir hätten keine wahl und könnten nix tun, das können nur konzerne. wir haben die wahl. wir können was tun. jeder der was anderes behauptet lügt. wir WOLLEN nichts tun. ich ja auch nicht. hab schon ewig nix mehr gespendet. aber ich zeige auch nicht mit dem finger auf andere. mir geht es hier um nichts anderes als diese schuldzuweisungen. unternehmen denken nicht anders wie personen, jeder ist sich halt selbst der nächste. und wems nicht passt, der sollte sich als allererstes mal an die eigene nase fassen bevor er über andere herzieht.

mehr wollte ich damit gar nicht sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lübke schrieb:
das habe ich lediglich widerlegt.
Hast du das?
Ohne dir zu Nahe treten zu wollen sah das für mich eher aus wie eine weitgehend substanzlose Polemik. Sorry.
Zum einen hast du natürlich gesagt ich solle verzichten. Das war schließlich dein Vorschlag im Bereich Smartphone und TV.
Witzigerweise obwohl ich meine, recht klar geschrieben zu haben, das Differenzierungen zu beachten wären.
Ich nehme aber mal probeweise gerne Vorschläge für fairgehandelte TVs mit 4k HDR in 65" entgegen ;)

Zum anderen irrst du leider, den ich habe hier nicht geäußert das Unternehmen böse sind. Ich schrieb eine Erweiterung zum rein angebotsorientierten Argument von Hypeo. Ich habe es auch um den Hinweis ergänzt das, neben den Angeboten, der Konsument es sich auch leisten können muss. Sonst fällt die Wahl nun einmal weg. Außer deine. Also der Verzicht. Diese sehe ich aber weiterhin nicht als valide Wahl an.
btw selbst Hypeo hat geschrieben das die Menschen daran schuld sind. Es mag sein das sich die Form hier zwischen Hypeo und mir unterscheidet. (da ich es ja auf die Politikschiene schiebe)

Kleinbeträge werden ab und an schon mal irgendwo gelassen und gespendet, und sei es über's HumbleBundle ;)
Ansonsten ist es ohnehin schwer vertrauenswürdige Spendenorganisationen zu finden.
Auf meiner Liste befinden sich von den großen genau eine. Ärzte ohne Grenzen.
 
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