Es lohnt sich doch auf jeden Fall einmal nachzusehen, welche Gesellschaftsform
die ärmsten Länder (link2) / die ärmsten Bevölkerungsgruppen dieser Welt haben !
Haben die einen entwickelten Kapitalismus (=soziale Marktwirtschaft, Demokratie o.ä.) ? Nein !
Unter den ärmsten Ländern der Welt sind doch viele Staaten dabei, die wenn überhaupt, erst seit wenigen Jahrzehnten Kapitalismus haben.
Die Länder, die in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich aufgestiegen sind und das nicht allein auf eine exzessive Rohstoffausbeutung zurückführen können, zählen doch fast alle zum entwickelten kapitalistischen Lager bzw. Eifern dem nach.
Eine Entwicklung hin zum Kapitalismus höherer Form bringt stets wirtschaftlichen Aufschwung und das Verschwinden von absoluter Armut, auch wenn durch Kapitalakkumulation die oberen Prozente überproportional immer reicher werden.
Kapitalismus unter der Herrschaft von Diktatoren, Putschisten, Königreichen oder Feudalherrschaften bringt regelmäßig keinen wirtschaftlichen Aufstieg und damit das Verschwinden von absoluter Armut.
Den bisherigen entwickelten Kapitalismus auf eine weitere höhere Stufe zu bringen, in welcher die Kapitalverteilung wieder gleicher wird, ist meines Erachtens ein anstrebenswertes Ziel.
Die bisherige Gesellschaftsform durch eine sozialismusähnliche Gesellschaftsform zu ersetzen, halte ich persönlich nicht für erstrebenswert.
Dann hätten zwar fast alle gleich viel, aber absolut weniger. Der Sozialismus konnte nach eigener Lehrmeinung nur über den Kapitalismus/Imperialismus siegen, wenn er ihm ökonomisch überlegen sei. Durch bessere Produktions- und Lohnbedingen sollte dies realisiert werden. Leider hat dies historisch aber nirgendwo geklappt und auch die Vorschläge von verschiedenen Foristen hier und in anderen Threads, kranken alle an zu geringer Effizienzausbeute Ihrer neuen Systeme, die man natürlich nicht Sozialismus nennen darf, weil der Begriff so negativ besetzt ist, aber eigentlich doch alle dessen Kriterien aufweist.
Genau auch deswegen bin ich gegen ein BGE.
Es ist völlig ungeeignet, um die aufgehende Einkommensschere in Deutschland zu beseitigen, denn es soll ja Jeder bekommen.
Von mir aus kann man auch wieder die alte Sozialhilfe einführen, ganz ohne diesen Bewerbungsquatsch für offensichtlich nicht arbeitsfähige oder arbeitswillige Bedürftige, aber auch nicht zu höheren Beträgen.
Das das ALG2 aber vielleicht auch Erfolg an der hohen deutschen Beschäftigungsquote hat, darf nicht verschwiegen werden.
Im Zuge der Globalisierung werden die deutschen Löhne (und Renten) auch in den nächsten Jahren relativ weiter nach unten gehen, abgefedert durch den Produktivitätszuwachs. Die Kanzlerin hat dieser Tage eine Arbeitslosenquote von unter 3% als ihr zu erreichendes Ziel ausgerufen. Das dies nicht mit überproportional steigenden Lohnkosten gehen wird, ist mir klar.
Im Gesamtzusammenhang mit der Weltwirtschaft (=Globalisierung) ist dies aber trotzdem kein schlechtes Ziel, gerade für die bestehenden deutschen Sozialsysteme. Mehr Leute in Lohn und Brot, aber zu geringeren Verdiensten. Wir leben nicht mehr abgeschottet durch einen eisernen Vorhang auf einer Insel der Glückseligkeit.