Boxen liefern kein Ton unter Linux Mint SPDIF

mibbio schrieb:
Das grundlegende Problem ist dabei, dass die Hersteller von Peripherie und Komponenten viele Funktionen gar nicht mehr nativ in die Firmware einbauen, sondern in Teilen in den (oft windows-only) Treiber auslagern. Die Firmware ist dann nur noch ein dummer Proxy zwischen Hardware und Treiber.
Die Penner sollen einfach die Norm implementieren die es schon seit dem Jahr 1998 gibt, anstatt sich immer wieder neue wirre Scheiße einfallen zu lassen:

https://www.usb.org/sites/default/files/audio10.pdf

Und hier gibt es das fertig zum zusammenklicken für STM32 µc:

https://www.st.com/resource/en/user...-package-for-stm32cube-stmicroelectronics.pdf
 
Garmor schrieb:
Die KI schlägt vor, mit lsusb | grep -i -E "audio|realtek|micro|msi|asus|gigabyte|asrock" die ID vom USB-Device zu ermitteln und dann unter /usr/share/alsa/ucm2/USB-Audio/USB-Audio.conf unter dem Eintrag für den ALC4080 die ID für dein Board nachzutragen.
Danke für den Tipp. Mein MSI-Board wurde von ALSA nicht als ALC4080 erkannt, sondern nur als generisches USB-Audiogerät. Ich habe die USB-ID 0db0:cd0e in die ALC4080-Konfiguration eingetragen. Danach wurden die Lautsprecher-Ausgänge korrekt erkannt und der Ton funktioniert jetzt unter Linux. Die Boxen haben zwar jetzt erstmal ein Grundrauschen, aber immerhin besser als gar kein Ton.
Vielen Dank für die Hilfe!

Plug & Play sieht zwar anders aus 😅, aber immerhin läuft der Sound jetzt und ich kann mich weiter in Linux einarbeiten, statt wieder zurück nach Windows zu flüchten.
 
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Reaktionen: frazzlerunning und Garmor
Garmor schrieb:
Die KI schlägt vor
Na wenn wir schon mit KI rumschmeissen dann ich jetzt auch noch:
Das klingt sehr nach einem Erkennungs- oder Routing-Problem unter Linux, nicht nach einem Defekt am Toslink-Ausgang selbst. Dass die LED am Mainboard leuchtet und es unter Windows funktioniert, spricht dafür, dass die Hardware grundsätzlich okay ist; unter Linux werden bei solchen Setups oft der falsche Audio-Controller oder das falsche Profil verwendet.manjaro+2

Was hier auffällig ist​

Die Anzeige „USB Audio Digitales Stereo (IEC958)” ist zunächst irritierend, weil dein Toslink nicht wirklich USB ist. Das bedeutet in der Praxis oft nur, dass die Audio-Umgebung den digitalen Ausgang über den gerade aktiven Sound-Stack oder eine generische Bezeichnung einordnet, nicht zwingend, dass der Ausgang physisch per USB läuft.gutefrage+1

Wichtig ist: In Linux Mint kann ein Gerät zwar als „Digitales Stereo (IEC958)“ auftauchen, aber trotzdem der falsche Sound-Controller ausgewählt sein — bei deinem System kommen mehrere Audio-Geräte infrage, etwa HDA Nvidia und HD-Audio Generic.mikrocontroller+1

Wahrscheinlichste Ursachen​

  • Der digitale Ausgang des Mainboards wird zwar erkannt, aber nicht korrekt als aktive Ausgabe genutzt.
  • Linux Mint routet Ton auf den falschen Audio-Controller oder auf ein Profil, das für den SPDIF-Ausgang nicht passt.
  • Ein BIOS-/UEFI- oder Kernel-Thema verhindert, dass der Realtek-/AMD-Audiopfad richtig initialisiert wird.
  • Bei neueren MSI-Boards kann es helfen, Secure Boot oder Fast Boot zu prüfen und testweise einen anderen Kernel bzw. zusätzliche Firmware zu verwenden.hardwareluxx+1

Was du als Nächstes testen solltest​

  1. Stelle in Linux Mint sicher, dass wirklich der HD-Audio-Controller des Mainboards aktiv ist und nicht der Nvidia-Audiotreiber für HDMI. Bei deinem aplay -l ist besonders wichtig, das nicht-Grafik-Gerät zu wählen.help.ubuntu+1
  2. Prüfe mit einem Mixer-Tool, ob der digitale Ausgang stumm geschaltet ist oder ob ein separates IEC958/SPDIF-Signal deaktiviert ist; bei Linux-Mint-Setups ist das ein häufiger Stolperstein.gutefrage+1
  3. Teste, ob der Ton über den digitalen Ausgang nur mit bestimmten Formaten geht, etwa Stereo statt Mehrkanal. Viele Toslink-/SPDIF-Geräte nehmen unter Linux nur PCM-Stereo sauber an.help.ubuntu
  4. Wenn möglich, deaktiviere testweise im BIOS Fast Boot und — falls vorhanden — Secure Boot, weil das bei Audio-/Firmware-Erkennung gelegentlich Einfluss hat.manjaro
  5. Falls dein Mainboard-Audiochip über eine neuere Firmware angesprochen wird, kann ein anderer Kernel oder fehlende Firmware entscheidend sein; ähnliche Fälle wurden bei MSI-Boards mit optischem Ausgang unter Linux berichtet.hardwareluxx+1

Praktische Einschätzung zu deinem Fall​

Am ehesten liegt es nicht an den Argon Fenris A4, sondern daran, dass Linux Mint den richtigen digitalen Pfad nicht sauber anspricht. Dass nur ein einziges digitales Profil sichtbar ist, kann bedeuten, dass Mint zwar einen SPDIF-Ausgang sieht, aber nicht alle vom Treiber bereitgestellten Modi anbietet.manjaro+1

Dass unter Windows derselbe Toslink-Anschluss funktioniert, ist ein starkes Indiz dafür, dass die Lautsprecher und das Kabel in Ordnung sind und das Problem auf der Linux-Seite liegt.mikrocontroller+1

Sinnvoller nächster Schritt​

Am zielführendsten wäre jetzt eine gezielte Prüfung von:

  • Ausgabe von pactl list cards oder der Audio-Ansicht in Mint,
  • der Zuordnung zwischen HDA Nvidia und HD-Audio Generic,
  • und ob der SPDIF-Ausgang in der Mischersoftware wirklich aktiv ist.gutefrage+2
Ich kann dir als Nächstes eine sehr konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung für Linux Mint schreiben, mit der du in 5–10 Minuten prüfst, ob der richtige SPDIF-Ausgang aktiv ist und wie du ihn testweise auf PCM-Stereo umstellst.
 
Timmehh schrieb:
Plug & Play sieht zwar anders aus 😅, aber immerhin läuft der Sound jetzt und ich kann mich weiter in Linux einarbeiten, statt wieder zurück nach Windows zu flüchten.
Liegt aber in diesem Fall halt nicht unbedingt an Linux, sondern eher an Realtek (Hersteller des Soundchips).
 
Lotsenbruder schrieb:
Na wenn wir schon mit KI rumschmeissen
Naja, ich hab in meine KI-Anfrage zumindest den educated guess reingebracht, dass es an diesem ALC4080 liegen könnte und hab dann die ausufernde Laberantwort auf die zwei wichtigsten Elemente runtergebrochen. Mit eigener Interpretationsleistung ist das dann auch deutlich diskussionskompatibler als einfach nur so eine kopierte Textwand.
 
Probier mal pavucontrol um das einzustellen. Ich habe HDMI-Out zum Monitor und dazu S/PDIF für aktive Monitore. Um das zu aktivieren, muss ich HDMI-Out deaktivieren im "Configuration"-Tab.
 
Ich hätte schon längst mal ein anderes Betriebssystem ausprobiert, also zumindest mal als Livesystem - das aktuelle Mint ist älter als der Rechner und Kernel ist nicht alles.
Mein erster Testkandidat wäre ein aktuelles Fedora 44 oder eventuell sogar Rawhide (Fedora 45), noch aktueller geht nicht, das gibt es auch als Livesystem - und wer weiß, eventuell funktioniert es ja damit. ;)
 
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