milliardo schrieb:
"(...) Auf europäischer Ebene wollen wirerreichen, dass nicht-kommerzielle Tätigkeiten (zum Beispiel in Vereinen), kleineund mittelständische Unternehmen und risikoarme Datenverarbeitungen (zumBeispiel Kundenlisten von Handwerkern) vom Anwendungsbereich der DSGVOausgenommen werden. (...)"
Und diese ganzen Ausnahmeregelungen sind wieder was genau? Richtig, weitere Bürokratie.
Anstatt einer Regel die für alle gilt, gibt es nun wieder dutzende Sonderfälle bei denen geprüft werden muss unter welche Sonderregelung man denn nun fällt und am Ende streitet man sich, ob X nicht doch Y umsetzen hätte müssen etc.
Und wie ist es dann nun, darf dann der Handwerker, Verein oder KMU seine Kunden-, Rechnungs-, Leistungs- Mitglieds- und Bankdaten in irgendeiner Cloud ablegen wo die Daten dann am besten noch als AI-Trainingsdaten herhalten? Dürfen sie einen Anbieter nutzen der seine Dienstleistung billiger anbietet, wenn man die Kundendaten zum Profiling verwenden darf? Muss das KMU darüber noch informieren? ...?
BigData freut es sicherlich, wenn Max Mustermann z.B. als Mitglied im Online-Spreadsheet des Schatzmeisters Selbsthilfegruppe XY e.V. auftaucht und man so das Profil über M.M. vervollständigen kann.
Die DSGVO ist kein Hexenwerk und im Kern super einfach. Persönliche Informationen gehören der Person, nicht dem der sie erhebt. Du darfst alle Daten die für die Ausübung deiner Geschäftsbeziehung zwingend erforderlich sind erheben und speichern und ausschließlich zu diesem Zweck nutzen. Alles darüber hinaus ist dann zwingend freiwillig und muss entsprechend transparent sein.
Eine Entbürokratisierung wäre ein Framework mit dem man die Datenschutzinformationen vereinheitlichen würde. Wieso brauche ich tausende verschiedene seitenlange Datenschutzerklärungen wo mir jeder Onlineshop aufs neue erzählt, dass er meine Adressdaten zur Erbringung seiner Dienstleistung gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO benötigt? Ein Hinweis auf die Datenverarbeitung gemäß DSGVO sollte ausreichend sein, mit drei Tabellen: Notwendige Daten, optional erhobene Daten, und an wenn Daten zwingend und optional weitergegeben werden. Ähnlich den einfachen Badges von den CC-Lizenzen.
Sowas kann man als Webtool seitens der EU anbieten. Man gibt ein welche Daten man warum erhebt, und bekommt sofort Feedback ob das rechtens ist oder nicht bzw. was zu beachten ist, und einfachste Standardklauseln die man daraufhin angibt.
Diejenigen die mit den Daten halt keinen Schabernack machen hätten damit kaum Aufwand.
Die Regeln sind eh für alle gleich einfach redundante Arbeit. Gleicher Schwachsinn bei der Widerrufsbelehrung, warum zum Henker muss ich bei jedem Einkauf über die Möglichkeit zum Widerruf belehrt werden? Man...