Defekte Festplatte

pp3345

Lieutenant
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
So, nachdem innerhalb weniger Tage Mainboard und eine Grafikkarte kaputt gegangen sind, hat es jetzt auch noch die Festplatte erwischt anscheinend. :rolleyes:

Die Festplatte hat irgendwann heute Nachmittag plötzlich in regelmäßigen Abständen angefangen, zu klackern. Ich habe sie dann vom Strom genommen und wieder angeschlossen, es klackert ein paar mal und dann nix mehr. Das wiederholt sich jetzt bei jedem Ab- und Anstecken des Stroms, ob das Datenkabel dran ist, ist egal. Ich kann unter Windows nicht mehr auf die Festplatte zugreifen, in der Datenträgerverwaltung wird einnicht zugeordneter Speicher mit einer Größe von 3,86 GB angezeigt. Mit TestDisk konnte ich nicht wirklich etwas interessantes herausfinden, kenne mich mit dem Programm auch nicht wirklich gut aus.

Gibt es eine Möglichkeit, irgendwie, ohne viel Geld hinzulegen, an die Daten zu kommen?
 
F

Freak-X

Gast
Wenn die klackert - Also mechanisch defekt ist; dann hast du Pech. Da (hätte) nur ein Backup geholfen. (Wie oft ich das nun schon schrieb...)

Ich würde aber zu erst mal das Netzteil austauschen. Das scheint ja irgendwie nen Knacks zu haben?
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Hmm, noch eine Frage: Ich habe Grund zur Annahme, dass nur das PCB der Festplatte defekt ist. Kann das auch ein Klackern verursachen, z. B. durch ständiges Ver- und Entriegeln des Lesekopfs? Könnte man dann evtl. versuchen, die Platte mit einem baugleichen PCB zu bestücken?
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Wieso größerer Aufwand? Ich meine, man muss doch nur das eine PCB abschrauben und das andere dranschrauben, oder? Mich interessiert vorallem erstmal, ob es wirklich realistisch ist, dass es nur das PCB ist.
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Hmm, ich habe das PCB mal abgeschraubt und habe dort drei Chips gefunden. Einer von denen ist ein Winbond W9425G6EH, laut Winbond-Seite ist das ein DDR-SDRAM-Chip mit 256 Mb Speicher. Das ist natürlich doof, löten kann ich zwar, aber bei so vielen kleinen Pins ist das nicht wirklich einfach von Hand. Ist es nicht evtl. möglich, per Software das Dateisystem wiederherzustellen? Angenommen, ich würde mir jetzt eine baugleiche Platte besorgen und die PCBs austauschen und es funktioniert nicht, könnte dann irgendwas mit den Daten auf der Platte passieren?

Edit: Moment mal, nachdem es ja DDR-SDRAM ist, müsste dieser doch flüchtig sein, d. h. er kann Daten nur so lange speichern, wie die Platte Strom hat, oder? Dann dürfte da ja nichts vom Dateisystem sein?
 
Zuletzt bearbeitet:
D

doll-by-doll

Gast
Der Austausch der Elektronikplatine (PCB) ist gerade bei vielen Platten nicht zielführend. Denn in der Elektronik sind die sogenannten adaptiven Parameter (u.A. Korrekturparameter der Schreib-/Leseköpfe) gespeichert. Stimmen diese nicht mit den verwendeten Köpfen überein kann die Initialisierungsspur nicht mehr gefunden werden. Die Firmware geht nun davon aus, dass Sie im Produktionszykluses ist und schreibt eine neue Service Area auf den Magnetscheiben. Danach ist eine Rekonstruktion nur unter wesentlich größerem Aufwand möglich.
In diesem Sinne bleibt der Ratschlag: Sollten die Daten wichtig sein, suche den Weg zu einem seriösen Datenretter!

MfG doll
 

Simpson474

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
12.760
Nicht das DDR(2/3)-RAM musst du umlöten, sondern das Flash. Dieses ist meist ein serielles Flash mit 8-Pins. Hast du jedoch Pech, so ist das Flash in den Controller integriert (wird bei neuen Festplatten zum Standard) und du kannst dieses nicht getrennt umlöten.

Zitat von pp3345:
Angenommen, ich würde mir jetzt eine baugleiche Platte besorgen und die PCBs austauschen und es funktioniert nicht, könnte dann irgendwas mit den Daten auf der Platte passieren
Mit den Daten selbst wohl nichts, aber die Leseköpfe kann es im schlimmsten Fall erwischen - dadurch wird die Datenrettung möglicherweise noch teurer.
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Hmm, OK. Naja, dann kann ich wohl nichts mehr machen außer die Platte zu einem Datenretter zu bringen. Trotzdem danke für eure Hilfe! :)
 

Simpson474

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
12.760
Ist kein getrennter Flash-Chip mehr drauf? Dieser wäre nämlich einigermaßen einfach umzulöten.
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Ich sehe keinen. Da ist der Controller, der DDR-Speicher, ein etwas kleinerer Chip mit der Bezeichnung "SMOOTH 100369972" und noch ein bisschen kleinerer Kram, auf dem nur Nummern stehen. Ich versuche mal schnell, ein Foto zu machen.

Edit: Hmm, hab nur ne Handycam grade zur Verfügung, wirklich was erkennen kann man da net.
 
Zuletzt bearbeitet:

Simpson474

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
12.760
Der SMOOTH ist der Motorcontroller, der große Chip ist der eigentliche Prozessor mit dem DDR-RAM. Ein serielles Flash ist noch deutlich kleiner als der Motorcontroller - es kann also zu deinem "kleineren Kram" gehören. Um welche HDD handelt es sich genau? Vielleicht findet man im Internet entsprechende Fotos.

Selbst wenn ein externes Flash vorhanden ist, so wäre ich mir nicht zu sicher, ob es sich wirklich um ein Elektronikproblem handelt - die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass der Fehler in der HDD liegt, wo man ohne Reinraum nichts machen kann.
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Die Festplatte ist eine Seagate Barracuda 7200.11 mit 1,5 TB, eine ST31500341AS.

Der Grund, warum ich an ein Elektronikproblem glaube, ist recht einfach. Irgendwie ist eine geringe Menge Kühlmittel von der Wasserkühlung auf die Festplatte gekommen. Es ist unmöglich, dass es in die Festplatte reingekommen ist, an den Motor kann es auch nicht gelangt sein, am PCB war allerdings schon etwas. Ich habe keine Ahnung, wie das da hingekommen ist, bevor irgendwas auf die HDD tropfen kann, müsste es eigentlich erst auf Laufwerk, Lüftersteuerung und zwei Aluminiumplatten treffen. Die elektrische Leitfähigkeit des Kühlmittels ist zwar gering, aber eben vorhanden. Außerdem konnte ich leichte Rückstände von irgendetwas am PCB erkennen, ob das aber tatsächlich vom Kühlmittel stammt, kann ich net sicher sagen.

Auf dem PCB sind zwei sehr kleine Chips mit je acht Lötstellen, könnten das die Flash-Speicher sein?

Mittlerweile ist es übrigens so, dass die Festplatte garnicht mehr erkannt wird, wenn ich sie anschließe, weder in der Datenträgerverwaltung, noch im Geräte-Manager ist sie vorhanden. Es war jetzt auch ein paar mal so, dass die Festplatte nach dem Anschließen relativ normal klang, andere Male hat sie dann aber wieder geklackert.

Edit: http://i.imgur.com/d7Wjc.jpg - Das PCB meiner Platte ist fast genauso wie das in dem Bild, nur sind eben ein LSI-Controller sowie DDR-SDRAM von Windbond verbaut. Ansonsten scheinen ein paar Widerstände anders zu sein, ansonsten ist es aber exakt gleich, soweit ich das erkennen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Simpson474

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
12.760
Ich kann leider kein gut genug aufgelöstes Foto finden, auf dem man die Bezeichnung auf den beiden kleinen Bauteilen erkennen kann. Schau die Teile noch einmal genau an - der Flash-Chip ist meist von STM (bzw. der Nachfolgefirma Numonyx) oder ebenfalls von Winbond. Geläufige Bezeichnungen sind M25Pxxx (STM, Numonyx) oder W25Qxxx (Winbond).

EDIT: Aufgrund der Entfernung zum Controller würde ich eher auf den kleinen Chip unten in der Nähe der Anschlussleiste tippen - normal versucht man die Leitung zum Flash so kurz wie möglich zu halten.
 
D

doll-by-doll

Gast
Achte mal auf "Schwitzstellen" der oder die Chips sind dann von oben angelaufen, könnte die Flüssigkeit ausgelöst haben.
An der Grafik kann man so nichts erkennen ist einfach zu dunkel und zu klein!

Mfg doll
 

pp3345

Lieutenant
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
637
Ah, beim genauen Hinschauen konnte ich was erkennen. An den Chips selbst ist nichts zu erkennen, aber an deren Lötstellen/Pins. Am LSI-Controller sehen an einer Seite drei Lötstellen recht mitgenommen aus, am Smooth-Chip sehen drei Lötstellen aus, als wären sie weggeschmolzen. Das am Smooth-Chip sind allerdings auch ein wenig aus als wäre es Dreck, ich kann es nicht sicher sagen. Ich glaube auch, dass an den SATA-Anschlüssen bzw. dort in der Nähe etwas Kühlmittel war, da riecht es auch etwas komisch (allerdings nicht verbrannt).

Die Bezeichnungen der kleineren Chips: "ST 25P40VP 9816X" (allerdings kein M vor der Bezeichnung), "E6N3S 2813", "E3P1S P810". Diese Chips sind alle etwas gleich groß, dann ist da noch ein ganz kleiner mit der Bezeichnung "MBAG V358". Alle haben 8 Pins. Der ST-Chip ist auch am nähesten am Controller dran, es ist also der Flash-Chip, oder?
 

Simpson474

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2006
Beiträge
12.760
Der ST ist zumindest mit M vor der Bezeichnung (kann sein, dass aus Platzgründen dies nicht auf den Chip gedruckt wird) ein 4 MBit serielles Flash - sollte also passen. Wichtig ist, dass du eine Platine mit dem gleichen Hauptcontroller und ebenfalls mit Smooth Motorcontroller nimmst. Anschließend das Flash umlöten und hoffen, dass damit die HDD wieder startet.
 
Top