Der Bürgergeld Thread - Diskussionen rund ums Bürgergeld

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Ich bin seit 1984 Lohnsteuerklasse 1 und bleibe das bis zu meinem Renteneintritt.
Mir kannst du nicht noch mehr wehtun- ich hab bisher noch alles mit der Solidargemeinschaft mitgemacht, inkl. BW. Mir braucht keiner was über Abzüge zu erklären.
Trotzdem bin ich der Meinung, wir können unseren Wohlstand besser aufteilen, als das jetzt der Fall ist.
......und @OdinHades vortrefflich argumentiert hat.
 
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Erkekjetter schrieb:
Ist wie mit der Erbschaftssteuer.
Erbschaftssteuer ist ja auch eine Wertschöpfung "aus dem nichts".
Alles was vererbt wird, wurde bereits versteuert. So böse das vielleicht klingt, der Staat sollte froh sein dass er weniger Rente mehr bezahlen muss wenns ans vererben geht.
Wenn man das Eigenheim der Eltern verkaufen muss, weil man sich die Erbschaftssteuer nicht leisten kann, dann würde was ganz gewaltig falsch laufen.
Und bei den den aktuellen Immobilienpreisen muss hier ganz ganz dringend nachgebessert werden.

Das pflegebedürftige Menschen ihr Haus nicht für die Erben behalten dürfen, wenn Sie auf Kosten der PV in ein Heim müssen verstehe ich ja noch halbwegs.

Dass ein Eigenheimbesitzer Bürgergeld ziehen kann.... naja, da wirds dann für mich grenzwertig.
Andererseits: Hätte er das gleiche Geld für Konsum rausgehauen und in Saus und Braus gelebt, dürfte er auch Bürgergeld ziehen.
 
Hallo

Erkekjetter schrieb:
Der Großteil der Selbstständigen kommt doch nicht mal in die Nähe der Einkommen, von denen hier die Rede ist....
Von welchen Einkommen ist denn hier die Rede ? Für einige hier...

OdinHades schrieb:
Es kann aber nicht angehen, dass wir von einigen Menschen verlangen, sich für die fetten Mittelstandsärsche aufzuopfern.
...scheint der Mittelstand schon der kapitalistische Endgegner zu sein.

OdinHades schrieb:
Ansonsten bin ich auch stark für höhere Steuern im oberen Einkommensbereich. Sehr viel höher. So FDP-Albtraum-mäßig.
Also soll jeder der über Mindestlohn verdient mehr Steuern zahlen, zumindest alle ab Mittelstand aufwärts ?

Corto schrieb:
und da braucht jetzt niemand kommen mit "augen auf bei der Berufswahl" oder Karriereplanung oder sonstwas.
Wieso nicht, magst du Lösungen nicht bei denen du selber aktiv werden und etwas unternehmen musst, möchtest du lieber das andere deine Probleme für dich lösen ?

Grüße Tomi
 
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h00bi schrieb:
Erbschaftssteuer ist ja auch eine Wertschöpfung "aus dem nichts".
Alles was vererbt wird, wurde bereits versteuert. So böse das vielleicht klingt, der Staat sollte froh sein dass er weniger Rente mehr bezahlen muss wenns ans vererben geht.
Wenn man das Eigenheim der Eltern verkaufen muss, weil man sich die Erbschaftssteuer nicht leisten kann, dann würde was ganz gewaltig falsch laufen.
Das Thema hatten wir ja schon, dafür muss das Eigenheim einen sehr hohen Wert haben (7-stelliger Bereich) und wer Leistungslos zum Multimillionär wird und dann statt 8 Millionen rund 6.5 "übrig" hat, ist aktuell in der Prioritätenliste schlicht einfach irrelevant, wenn man bedenkt wie schwer verschuldet mittlerweile alle Kassen sind.

Ich bin da eher ein Freund des Anreizes, wird beispielsweise ein Haus mit Mieteinheiten vererbt und bleibt die Miete über X Jahre stabil, kann man gerne den Steuerpflichtigen Anteil immer weiter zurück schrauben, gleiches gilt für die Mischnutzung Privat/Gewerbe was oft auf dem Land zu finden ist.
 
Stimmt, jedoch ist der zu entrichtende Betrag im Verhältnis äußerst gering - da der Freibetrag hier eine dämpfende Wirkung hat, niemand wird für ein 400k Eigenheim in die Armut getrieben, das ist Unsinn und das weisst du auch.

Wirklich "teuer" wirds eben erst im siebenstelligen Bereich.
 
h00bi schrieb:
Fast jedes halbwegs ansehnliche EFH sprengt aktuell die 400.000€ Grenze.
Nö, weil nich der MArktwert dabei relevant ist sondern der Schätzwert und diese sind in aller Regel sehr konservativ. Wenn man dann bedenkt, dass nur der Teil versteuert wird, der über dem Freibetrag liegt und das in einer Steuerstaffel, muss das Haus deutlich mehr wert sein als 400.000€ damit dort relevante Beträge zustande kommen.

Erben ist leistungsloses Vermögen und kumuliert sich. Wer eine Gesellschaft haben will, in der die eigene Leistung definiert, wer man ist und wieviel man hat, dann muss hier beim Erbe eingegriffen werden.

Aber du kannst ja gern mal rechnen, wieviel ein Haus wert sein muss, damit die Steuer dann wirklich gefährlich wird. Wir sind hier nämlich immer noch bei dem Thema, dass es die große Mehrheit nicht betrifft. Selbst ohne Anpassung der Freigrenzen, was ja durchaus diskutabel ist. Nur gehts dabei selten um Anpassung sondern die generelle Ablehnung.

PS: Und bei weitem nicht jedes EFH sprengt so schnell die 400.000 überhaupt. Klar, um FFM, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin passiert das. Im Rest von DE eher nicht so schnell. Vorallem nicht beim erben, wo wir dann ja nicht von ner nagelneuen Immobilie reden.
 
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Was die Steuern angeht, da haben wir zwei Probleme
1. Der maximale Steuersatz wird zu schnell erreicht. Das trifft vor allem die Mittelschicht, die schnell hohe Steuern zahlt.
2. Der maximale Steuersatz ist zu niedrig, davon profitieren die mit richtig hohem Einkommen extrem.

Ich würde daher bei den Steuern zwei Sachen machen bzw. drei.
1. Bis 12.000 Euro fallen keine Steuern an. Das entlastet die ganz unten und motiviert zur Arbeitsaufnahme.
2. Danach zahlt man pro 1000 Euro Einkommen 1/2 Prozent Steuern bis zu 50%
3. Ab 50% Steuern zahlt man pro 10.000 Euro Einkommen 1% Steuern bis zu einem Maximum von 70% Steuern.

Das Ergebnis sieht so aus:
Vorschlag Steuern

Die Leute unten und in der Mitte werden entlastet, wohingegen die wirklichen Gutverdiener stärker belastet werden. Allerdings profitieren im Vergleich zum jetzigen Steuersystem die meisten, da das Maximum an Steuerlast wesentlich später erreicht wird als jetzt. Derzeit zahlt man ab 58.597 € Jahreseinkommen den Spitzensteuersatz. Bei dem Vorschlag würden die 42% erst ab 84.000 € Einkommen fällig.
Profitieren würde die Mittelschicht und alles darunter und finanzieren würden das die wirklichen Gutverdiener, die trotz Abzügen von maximal 70%, welche dann bei 300.000 Euro Jahreseinkommen fällig würden, immnoch mehr als genug Geld über hätten um sehr gut davon zu leben.

Und wer im Jahr ne Million Euro verdient hätte nach Abzug von 70% Steuern immernoch 300.000 Euro über, also 25.000 im Monat. Damit verhungert man nicht.
 
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Erkekjetter schrieb:
Nö, weil nich der MArktwert dabei relevant ist sondern der Schätzwert und diese sind in aller Regel sehr konservativ.
Okay, ich kenne mich mit dem Schätzwert nicht aus wie weit der am Ende vom Marktwert weg ist.

Erkekjetter schrieb:
Und bei weitem nicht jedes EFH sprengt so schnell die 400.000 überhaupt. Klar, um FFM, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin passiert das. Im Rest von DE eher nicht so schnell. Vorallem nicht beim erben, wo wir dann ja nicht von ner nagelneuen Immobilie reden.
Rein nach aktuellem Bodenrichtwert ist alleine das Grundstück, auf dem das Haus meiner Eltern steht, zwischenzeitlich schon 240.000€ Wert... in einem 2500 EW Dorf ohne Supermarkt.
Sobald da noch ein bisschen Grundstück drum herum ist, sind 400.000€ aktueller Marktwert ein Witz. Selbst in einem 3000 EW Dorf ohne Supermarkt.
 
Was die Erbschaftssteuer angeht, da haben Kinder z.B. einen Freibetrag von 400.000 Euro.
Alles darüber muss man mit 11% versteuern.
Wenn du also Grundstück+Haus im Wert von insgesamt 500.000 Euro erbst, dann fallen 11.000 Euro Erbschaftssteuer an. ( (500.000-400.000)*0,11 ) Finde ich jetzt nicht sonderlich viel.
 
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@D0m1n4t0r
Deine Steuervariante ist erstmal nicht schlecht. Aber wenn wir bei der Steuer ansetzen, da haben wir direkt noch mehr Probleme.
Nur weil jemand 300.000 Euro verdient, wird die Person noch lange nicht wirklich 210.000 Euro an Steuern zahlen. Dafür müssten wir das Steuerrecht komplett umbauen, wie ja auch schon mehrfach vorgeschlagen wurden.
Denn je höher das Einkommen ist, desto größer sind die Möglichkeiten, absetzbare Dinge geltend zu machen.
Aber dagegen sträuben sich (natürlicherweise) hauptsächlich unser Verband der Steuerberater, würde es ihr Geschäftsmodell doch kaputt machen.

Auserdem denke ich, dass mehr für ALG-II Empfänger (ich vermeide mal Bügergeld, weil neben der Höhe dort andere Faktoren noch drinne sind, mit denen ich nicht übereinstimme) dringend geboten ist.
Allerdings nicht unbedingt durch mehr Geld für die Sozialkassen oder durch Steuern, sondern der Filz muss aufgearbeitet werden.
Zwei Beispiele:
  • Diese oft sehr nutzlosen Massnahmen kosten effektiv mehr als die berühmten Bildungsgutscheine, werden aber lieber "verordnet", da die Leute so aus der Statistik sind.
  • Ich habe selber hier in Köln mal eine Weile die Strasse mein Zuhause genannt. Man versucht sich dann eine Wohnung zu suchen, die sowohl innerhalb der erlaubten Quadratmeterzahl und zu dem Zeitpunkt bei knapp 420€ Kaltmiete war. Findet man natürlich nicht. Lässt man sich dann aber in eine Obdachlosenunterkunft einquartieren, zahlt der Staat tatsächlich 600€+ pro Person für ein Bett in einem 20qm Zimmerchen, dass man sich auch noch zu 4 Leuten teilen darf. Damit wird hier ein riesiges Geschäft gemacht.

Geld wäre eigentlich genug da, um eine angemessene Summe den Leuten zur Verfügung zu stellen, aber das versickert halt eher in sowas.

Und als letzten Anstoss:
Eigentlich denke ich wir sollten das System Hartz IV komplett zurückrollen. Als meine alleinerziehende Mutter uns in den 90ern betreut hat, gab es kein Arbeitslosengeld, sondern diese Menschen haben Sozialhilfe bekommen. Zusätzlich gab es mehr Zuverdienstmöglichkeiten (mein Austragen von Prospekten wurde meiner Mutter zum Beispiel nicht angerechnet) und noch so Dinge wie Kleidergeld, Beihilfe für Klassenfahrten oder ausserschulische Förderungen. Das ist halt mit Einführung von Hartz IV alles weggefallen.
 
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Corto schrieb:
Ich sehe das in der eigenen Familie, da hat jemand seit er 16 ist in einem schlecht bezahlten Job als Formenschlosser gearbeitet und im Endeffekt hat er jetzt ne kaputte Gesundheit und ne Rente von nichtmal 1000€. Der fühlt sich so richtig wertgeschätzt nachd 40+ Jahren Arbeit.

Wurde ihm denn eine Waffe an den Kopf gehalten mit den Forderungen, Schule mit 16 Jahren "Abbrechen" und einen schlecht bezahlten Beruf anzunehmen? Und dann wurde ihm die gleiche Waffe 40 Jahre an den Kopf gehalten mit der Aussage, du darfst dich nicht weiterbilden, umschulen oder den Beruf wechseln?!

Corto schrieb:
und da braucht jetzt niemand kommen mit "augen auf bei der Berufswahl" oder Karriereplanung oder sonstwas. Der Mann hat ein Haus gebaut, zwei Kinder großgezogen und muss von seiner Hände Arbeit einfach mehr haben

Doch genau damit muss man kommen, denn in diesen Fall hat er offenbar sein Leben schlecht geplant/strukturiert. Wer es in 40 Jahren nicht schafft seine Umstände zu ändern, der hat wohl auch keine Lust was zu ändern aber dann darf man auch nicht meckern.

Tut mir Leid für deinen Bekannten aber er hatte offenbar genug Zeit was zu ändern aber keine Interesse dran.

Jeder ist seines Glückes Schmied (Ausnahmen wie Schicksalschläge, Krankheiten ausgenommen) und dieser Schmied war nicht so motiviert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht hat er seinen Beruf als Schlosser aber auch geliebt und es war für ihn die totale berufliche Erfüllung. Eigenes Haus+zwei Kinder großziehen finde ich jetzt auch keine schlechte Lebensleistung.
Das jetzt als schlechte Planung abzutun finde ich reichlich arrogant. Und wer 40 Jahre lang als Schlosser gearbeitet hat der soll gefälligst im Alter ne Rente bekommen mit der man nicht zusätzlich Flaschen sammeln muss zum überleben.
Und vor 40 Jahren da war es normal dass man da mit 16 oder sogar 14 Jahren ne Ausbildung anfing. Abitur+Studium als Berufsvoraussetzung für "was gescheites" das fing erst so zwischen 2000-2010 an.
Da gabs sogar Leute die wurden Bankangesteller mit Realschulabschluss. Oder Handwerker und dann Meister mit Hauptschulabschluss. Heute völlig undenkbar.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Vielleicht hat er seinen Beruf als Schlosser aber auch geliebt und es war für ihn die totale berufliche Erfüllung

Und als Schlosser kann man sich nicht weiterbilden (vor allem, wenn man den Beruf liebt) bis hin zum Leiter oder was auch immer. Wo kein Wille, da kein Weg.

Er hat auch sicher 40 Jahre lang kein Rentenbescheid bekommen, wo draufsteht, was ihn an Rente erwartet. Daher konnte er auch damit nicht rechnen das er zu wenig Rente bekommt.

D0m1n4t0r schrieb:
Das jetzt als schlechte Planung abzutun finde ich reichlich arrogant.

Finanziell war es eine schlechte Planung, hat auch nichts mit arrogant zu tun. Du siehst ja das Ergebnis nach 40 Jahren ...

D0m1n4t0r schrieb:
Und wer 40 Jahre lang als Schlosser gearbeitet hat der soll gefälligst im Alter ne Rente bekommen mit der man nicht zusätzlich Flaschen sammeln muss zum überleben.

Nee, das finde ich asozial. Aber er hatte ja 40 Jahre Zeit sich über seine Rente und Zukunft Gedanken zu machen, aber anscheinen kein Interesse etwas zu ändern.
 
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D0m1n4t0r schrieb:

Grundgedanke ist gut.
Aber die Berechnung ist schlecht.
Du berücksichtigst beim Abzug der Steuern weder den Grundfreibetrag, noch die Progression
Im Jahr 2022 zahlt man bei 80.000 Euro zu versteuerndem Einkommen 24.263 € Steuern

Du würdest dem glatt 32.000 Euro nehmen.

Ansonsten halte ich überhaupt nichts von Steuersätzen von über 40%
Ich und mein Mann sind z.B. selbstständig.
Er hat eine Zimmerei mit ca. 15 Leuten. Wechselst immer in bisschen.

Wir übernehmen das komplette unternehmerische Risiko für 15 Arbeitnehmer und sorgen somit für 15 Arbeitsplätze.
Wir wären schön blöd, wenn wir das machen würden, wenn wir als Dank dafür z.B. 60 an Steuern abgeben müssten.
 
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Und die Gewinne werden mit dem Mitarbeitern geteilt? Sonst gäbe es ja doch eine Motivation das Risiko einzugehen?
 
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