Fast schon "leider" muss ich an dieser Stelle sagen, trinkt mein Best Buddy ja keinen Whisky (generell keinen Alkohol) mehr. Grundsätzlich ist das gut, denn "brauchen" tut das niemand. Bei ihm geht es damit einher, dass er vor ca. 1,5 Jahren einen schlimmen Herzinfarkt hatte und nicht nur 6 Minuten lang vollkommenen Stillstand der Blutzirkulation hatte, sondern obendrein anschließend noch 45 Minuten reanimiert werden musste, bis er überhaupt transportfähig ins nächste Krankenhaus war.
Gut, sei es drum. Was bedeutet das?
Das bedeutet, dass auch ich aus reiner Solidarität trotz tiefer Whiskyleidenschaft ihm zu Liebe keinerlei Whisky mehr getrunken habe. Auch der Dritte im Bunde (wir sind alle drei eine "Best Buddy-Runde" ^^) hat dies so gehandhabt.
Dennoch habe ich noch ca. 60-70 Flaschen hier stehen, zu 90% alle geöffnet (Weiterverkauf also grundsätzlich doof).
Ich schreibe das nun so detailliert, weil ich vermutlich ob des aktuellen Pegels sowieso schon ne geringere Hemmschwelle besitze

Da die Rechtschreibung (nein, ich schreibe hier vom PC aus, ohne jedwede Rechtschreibprüfung) aber scheinbar noch in Ordnung ist, bin ich wohl noch (wenigstens größtenteils) Herr meiner Sinne
Und in diesem "Sinne": seit gestern habe ich einen blöden, grippalen Infekt, SCHAISE! Meine Grundnahrung sah seit gestern früh also so aus:
Und da es schöneres gibt, bin ich seit heute Abend umgestiegen:
Ein wahres Träumchen, ich sag's euch! Natürlich ohne Medikamente nebenher, die hab ich heute früh zuletzt genommen.
Dennoch merke ich seit zwei Gläsern (je ca. 4cl), dass ich das gar nicht mehr gewohnt bin.
Zum Glen Garioch (gesprochen: Glen Gierie - gälisch ist echt ne komische Sprache ^^)
- Der Geruch lässt instant auf dunkle Früchte schließen, Trockenobst und insbesondere Pflaume
- Damit einhergehend grundsätzlich eine tolle, volle und sehr kräftige Süße in der Nase, genau das, was man von einem First Fill Sherrycask in Fassstärke erwarten würde
- Geschmacklich ein absoluter Traum, sowas muss man mal probiert haben! Zur sehr kräftigen Süße, die aber weniger an pappsüßen Honig, als mehr erneut an tiefdunkle Früchte erinnert, mischt sich ein ganz klein wenig Muskatnuss und Vanille. Zudem ist dieser Tropfen so lange im Mund und Abgang spürbar, das kennt man sonst kaum von einem nicht-rauchigen Whisky - Hut ab! Hier hat die Destille und der Master-Distiller alles richtig gemacht.
Zwei Gläser (je 4cl) durften es jetzt sein!
Die Flasche habe ich, wenn ich das richtig im Kopf habe, letztes Jahr im Sommerurlaub im
Bordershop Puttgarden (größter Bordershop der Welt, soweit ich weiß) gekauft - nebst anderen Whiskies ^^ Ja, ich war schwach!
Ein weiterer Anlass war aber auch das tolle Glas, das ich von der Oma meiner Frau zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Zwar habe ich schon unzählige Whiskygläser (teils klassische Langstiel-Nosing-Gläser, teils Tumbler, teils Glencairn-Gläser), aber dieses hier war mein erstes, echtes schottisches Kristallglas
Dont get me wrong: ich vermute kaum, dass ein Whisky aus diesem Glas anders riecht oder schmeckt, als aus einem klassischen und enger geschnürtem Nosingglas (wohl aber anders, als aus den ungeeigneten, großen Tumblern für Eiswürfel, etc). Dennoch steht das Glas nun selbstverständlich griff- und einsatzbereit im Schrank neben den Whiskyflaschen - zumindest, sobald es nun wieder gespült ist, denn nach dem Glen Garioch kam nun ein weiterer Brecher ins Glas:
Ian McLeod's "As we get it Islay" - also Fassstärke nicht-rauchiger Natur. Der Tropfen ist mir seit über einem Jahrzehnt bekannt in verschiedensten Generationen und auch wenn diese Abfüllung mit "nur" 61,2%vol eher schach gegenüber einigen Vorgängern ist, so hat er im Stile nichts eingebüßt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier "viel Caol Ila" drin steckt, bleibt weiterhin bestehen.
Für Laphroaig fehlt der grundsätzliche Brennereicharakter, ebenso für Ardbeg, der grundsätzlich komplett anders schmeckt. Von Caol Ila und von Bunnahabhain habe ich von beiden schon eigene Fassstärken getrunken und würde hier tatsächlich eher zu Caol Ila tendieren. Die anderen Islay-Brennereien sind zu klein und traditionell auch teils noch nicht so lange so konstant am destillieren, als dass sie über Jahre hinweg diese stets gleichbleibende und unabhängige Abfüllung hätten produzieren können.
Man mag letztlich dennoch vollkommen daneben liegen, aber ich bleibe dabei: ich bin fest davon überzeugt, dass es sich hier um eine Caol Ila Refill-Abfüllung handelt (nicht First Fill) - vor allem, weil er nicht so "krass" rauchig ist und auch Caol Ila hier eine sehr eigene, eher mild-speckige Note besitzt.
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Und ihr? Was treibt ihr so gegen euren grippalen Infekt?
PS: wenn ich "gut" drauf bin, folgt nach dem aktuellen, dritten Glas vielleicht noch ein viertes von einer erneut anderen Abfüllung ^^