Die Portfreigabe, der Provider und die IP Versionen

Moretto Delucci

Lt. Junior Grade
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Feb. 2010
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378
Hi Basler,

folgendes: Ich möchte mit meinem Mac und einen Programm als Hobby ein Internetradio hosten. Mit meinem früheren ISP ging das problemlos über den Port 8000. Mit Kabel-BW kann ich trotz der Portfreigabe in der Fritzbox meinen Port nicht von außen sehen (canyouseeme.org). Nach etwas Recherche fand ich raus, dass das wohl bei IPv6 so sei, und ein Anruf bei Kabel-BW genüge, um sich IPv6 auf IPv4 umstellen zu lassen.
Der Herr am Telefon sagte mir jetzt aber, dass Neukunden das nicht umstellen können, und dass bei IPv6 generell alle Ports ISP-seitig geblockt sind. Die beiden Möglichkeiten, mein Radio zu hosten, wäre die Umstellung zu einem mit kosten verbundenen Businesskunden oder die Nutzung eines sogenannten „Tunnelbroker“.

Was ist an der Sache dran und was sagt ihr dazu?
 
Es ist so wie der Herr an Telefon es gesagt hat.
Bei Kabel Internet haben "Neu"kunden nur noch IPv6 oder private IP-Adressen (10.0.0.0/8er Bereich), die genattet werden. Somit können Kabel(neu)kunden keine Anwendung hosten. Pech. Zu DSL wechseln hilft, Ist bei Unitymedia ist das auch so, ein Kollege hatte das Ewigkeiten mit UM versucht das zu klären, bis er zum rosa Riesen gewechselt ist, weil es einfach nicht geht. Jetzt hat er Hickhack, wegen der Kündigung, da die den Kündigungsgrund nicht anerkennen.

Kernproblem ist / war, dass bereits die meisten öffentlichen IPv4 Adressen vergeben waren, also die Kabelfernsehbetreiber ins ISP Geschäft eingestiegen sind. Die haben nun mehr Kunden als öffentliche IP-Adressen
 
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Und Kabel-BW kann erkennen, welche Ports gewollt vom Kunden genutzt werden, weswegen sie alle nicht benötigten Ports blocken? Was ist das denn für eine Verarsche, würde ich ja voll gegen angehen, oder bestellst nur eine Port80 Leitung? Ich bin der Meinung, einen Vollwertigen IP-Anschluß zu erhalten/bestellt zu haben. Und da gehören die Ports 0-79 und 81-65535 dazu! Dich dann dazu zu drängen, einen Business Verteag abzuschliessen, halte ich schon fast für unlauteren Wettbewerb, da würde mich schon mal die Meinung des Verbraucherschutzes interessieren.
 
@"Nicht ich": genattet?

Alter Schwede.... kannst du kein deutsch mehr, um das Wort NAT verständlich in deinen Kontext zu bringen? :confused_alt:

Letztens sagte auch auch im Fernsehen jemand, als es um irgendwelche Zeitungen o.ä. ging: "Die Seiten wurden gelayoutet" :eek: *SLAP* :stock:
 
@ Samurai76: Den Port 80 kannst du gerne auch noch in deine Aufzählung nehmen.
@r0ck3r: Ein T ist mir vielleicht zu viel reingerutscht aber ansonst ist es nicht falsch http://www.dict.cc/?s=genatet, vielleicht nicht schön, aber nicht falsch. Und was Sinnvolles zum Thema hast du nicht beizutragen, außer zu bashen? Hier ein Fisch <°((((><
 
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Hatte ein ähnliches Problem. Mir wurde mit der neuen Leitung und wlan Router von KabelDeutschland DSLite aufgezwungen. Bei meinem Vertrag gab es die Option eine Fritzbox mit FritzNAS usw zu bekommen (5Euro im Monat). Damit ich die Vorteile der Fritzbox nutzen kann hat KabelDeutschland mich wieder auf IPv4 umgestellt :). Musst mal schauen ob du irgendwie Argumentieren kannst, dass du die Funtionen des Routers nicht nutzen kannst ohne IPv4.
 
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@Samurai76
Ich habe zwar nicht viel Ahnung, aber ich bezahle monatlich mein Geld und bekomme dafür 100k schnelles (vollwertiges?) Internet. Wenn das neuerdings üblich ist, dass IPv6 Adressen alle Ports geblockt bekommen, nehme ich das auch so hin.

Hat jemand Ahnung/Erfahrung mit diesem „Tunnelbroken“?
Ergänzung ()

Wobei ich es nicht ganz schön finde, schließlich könnte ich ja auch kein Webserver oder eine Cloud hosten.
Früher war alles besser.
 
Endkunden-Anschlüsse sind halt nicht für Server gedacht... von daher ist der Zugang "vollwertig", man kann aus Client-Sicht alle Ports nutzen. Man kann aber eben keinen Server betreiben, weil Provider-Seitig ein NAT läuft auf das man keinen Zugriff hat um dort ein Port-Forwarding einzurichten (was notwendig wäre damit der Server erreichbar ist)

Aber eine andere Frage... ipv6 gibts ja jetzt nicht erst seit gestern... sollte das mit dem Internetradio nicht darüber realisierbar sein? Auf der IP bist du ja voll erreichbar. Setzt halt voraus dass die Sofwtare mit v6 umgehen kann und jeder der sich verbinden will auch v6 hat (gibts noch Provider die überhaupt kein v6 anbieten?)
 
Da wird nichts geblockt, dass Problem ist dass die viele Internetzugänge IPv4 noch nutzen und routen. Es ist quasi eine logische Parallelinfrastuktur, wer kein IPv6 Anschluss hat, kann auch nicht sofort am IPv6 Internet (ohne weiteres) teilnehmen und umgekehrt. Hinzu kommt die Frage, ob du eine öffentliche oder private IPv6-Adresse von Kabel-BW bekommst. Bei einer öffentlichen, wäre dein Dienst im IPv6 Internet erreichbar, aber nicht im IPv4 Internet. Bei einer privaten IP, egal ob IPv4 oder IPv6 ist es so oder so nicht erreichbar und wenn nur mit erheblich Klimmzügen umsetzbar.

Kabel Internet, Anbieter unabhängig, ist eben kein vollwertiges Internet (mehr), es ist zwar schnell, kann aber sonst nix.
 
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Ich habe im April Internet per Kabel und nach einem Anruf in der Servicehotline von KabelBW wurde der Anschluss innerhalb von 15min auf IPv4 umgestellt.

Einfach nochmal anrufen und hoffen, dass du ein Servicemitarbeiter ans Ohr bekommst, der es dir umstellt.
 
@Jesterfox
Kann sein, dass es sowas gibt. Aber mit dem Mac tu ich mich eh schwer, und noch viel schwerer ist es, Software zu finden, die nicht für eine Masse an Endverbraucher geschrieben wurde.
Generell möchte ich nicht gegen den Strom schwimmen und über Ecken das IPv4 ergattern. Wenn momentan halt Umstellung ist, bremsen Rebellen das nur aus. Find ich nur irgendwie schade, dass das Internet sozusagen vorübergehend in zwei Teile gespalten wird.
 
Also wenn die ipv6 Adresse auch ne private ist würd ichs wirklich als Beschiss ansehen... denn davon gibts ja wirklich genug und es ist eigentlich auch nicht vorgesehen das Teilnehmer bei v6 private Adressen bekommen (was ja oft auch als Problem von v6 ausgelegt wird)

"Früher war alles besser" - früher gabs auch noch genug v4 Adressen ;-) aktuell würden sie zwar auch noch reichen wenn sie besser verteilt wären, aber man sollte sich endlich mal davon verabschieden und auf v6 umsteigen. Dann fallen die Probleme weg.

Daher von mir auch die Frage ob schon jemand solche Dienste vom heimischen Anschluss auf v6 aufgesetzt hat und wie gut das funktioniert. Würde mich interessieren.


Edit: die große Frage ist wie weit diese Spaltung des Internets tatsächlich noch real ist oder nur noch in den Köpfen der Leute existiert weil v6 eigentlich schon voll nutzbar wäre.
 
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@Jesterfox
Ja dann nehm’ ich das einfach mal so hin. So wichtig ist mein Radiohosting auch wieder nicht. War hauptsächlich für den Freundeskreis oder Partys.
Wie lange ist mit diesem Zustand noch zu rechnen?

Übrigens: Storiwch mewn lle oer ar ôl wawr
 
Das kann man nicht so einfach sagen, aber meine Einschätzung ist: noch viele Jahre, kann gut sein, dass es noch 5, 10 oder mehr Jahre dauert, bis IPv4 endlich beerdigt ist (im öffentlichen Raum). IPv6 hat 10 Jahre gebraucht, bis eine signifikante Nutzung des Protokolls einsetzte und das ist auch schon 6 Jahre her. Seit 15 Jahren wird gesagt, "IPv6 ist groß am kommen", naja, bis jetzt hält es sich in Grenzen, wirklich merklich ist in den letzten 2-3 Jahren was passiert.
 
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Mit welchem Zustand, das die v4 Adresse eine private ist? Das wird mit der Zeit immer schlimmer werden. Das v6 keine Alternative ist? Das frag ich hier ja gerade selbst ;-)

Die einzige Lösung ist ein Umstieg auf v6. Der Rest ist nur Workaround (wie z.B. diese Tunnel)
 
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