Ich versuche mich gerne als interessierter politischer Beobachter, d.h. ich lese viel auf FAZ, ZON, SPON oder SZ und schaue recht viel Phoenix. Was mich mit Sorge umtreibt, ist die kollektive Ideenlosigkeit, mit der die anderen Parteien der AfD begegnen: Die permanente Warnung vor der AfD kann doch kein Wahlkampfprogramm sein!
Die Brandmauererzählung war ein Riesenfehler, denn sie wurde zum Dauerthema. Nicht nur half sie der AfD, damit ständig das Opfernarrativ aufrecht zu halten. Sie nahm so viel Raum ein, dass die CDU darob aufgerieben wird und nicht mehr ihre eigenen Stärken ausspielen kann. Gleichzeitig schaffen es SPD, Grüne, FDP und Linke nicht, die Schwäche der CDU für sich zu nutzen. Sind ihnen die Ideen ausgegangen, auch weil sich bei ihnen alles um die AfD dreht? "Die AfD ist rechtsextrem" ist doch kein Wahlprogramm. Es wirkt wie kollektive Hilflosigkeit.
Und das greift auch auf die Medien über. Ich schaue grad "Carmen Miosga" nach, die den AfD-ler Chrupalla interviewt hat. Und sie hat versucht, den auf Wählertäuschung festzunageln, weil der Siegmund hat durchblicken lassen, man wolle ausschließlich allein regieren, aber nun Stimmen aus der AfD (und von Chrupalla) kommen, man werde nun Sondierungsgespräche führen. Dies hat sie nicht nur einmal getan, sondern dies später auch nochmal extra betont. Und das macht mich einfach sprachlos: dieser wirklich plumpe Versuch, dem Chrupalla eins von wegen Wählertäuschung einschenken zu wollen, was der natürlich gekonnt wegbügelt, indem er sagt, selbstverständlich führe man Gespräche, das sei demokratisch geboten. Auch hier: pure Hilfslosigkeit.
Thane schrieb:
Die Aussage war oft „dann wird es wieder besser“.
Haben die Leute mit der Politik so abgeschlossen?
Die Frage muss lauten: warum haben die Leute kein Vertrauen mehr? Politisch interessiert sind sie ja, denn die Wahlbeteiligung war enorm hoch.
Schauen wir doch mal, wen die Parteien so aus dem Blick verloren haben: