Entscheidungsfindung zu Photovoltaikanlage

Auch mit 10 kWp rechnet sich kein Akku, du musst einfach kalkulieren wie oft du einen Speicher voll und am nächsten Tag wieder leer bekommst. Das ist im Sommer und Winter sehr selten der Fall. Ab und an in der Übergangszeit. Ein Zyklus spart dir 7kWh a 30 Cent, sind 2,1€ , allerdings bei einem (sehr guten) Wirkungsgrad von 90% nur noch 1,80€.
Was kostet der Akku mit Installation? Teile den Preis durch 1,8€ und du erhältst die Anzahl der Zyklen. In der Regel kommen da einige Tausend raus. Nun brauchst du wieder die Zahl der Tage im Jahr an denen du den Akku voll und leer machst (meistens gibt es doch eher Schönwetterphasen oder SChlechtwetterphasen mit einigen Tagen Dauer).

Wenn es extrem gut läuft ein halbes Jahr jeden zweiten Tag. Wären also 365/2/2 also 90 Zyklen. Nehmen wir noch einige Teilzyklen dazu und schätzen großzügig auf 135 Zyklen.
Sind 240€ pro Jahr, aber nur wenn du kleine Einspeisevergütung bekommst.

Der Akku mag es übrigens gar nicht tiefentladen zu sein, daher gönnt er sich ab und zu eine Füllung vom Netz. Vor allem im Winter natürlich...das müsste man also auch noch abziehen.

Und jetzt kannst du ausrechnen wielange der Akku ohne Defekt (!) laufen muss. Und danach ist man erstmal auf Null, danach käme erst ein Gewinn.

Ich würde mit dem Geld lieber eine neue Haustür einbauen oder ein E Auto anzahlen, das ist besser für die Umwelt UND für deinen Geldbeutel.

Man kann sich natürlich trotzdem einen Akku kaufen, wenn man autark sein will, wenn man die Technik ausprobieren will, oder weil man ständig nachts einen Riesenserver laufen lässt, bzw andere Bedingungen herrschen.
 
Boimler schrieb:
Ich finde diese Sicht auf Speicher und Einspeisung etwas kurz gedacht. Ein Speicher ist in erster Linie dafür da, Leistung in Zeiten bereitzustellen, in denen keine Sonne scheint (üblicherweise in der Nacht oder bei Bewölkung). Eine groß dimensionierte Anlage speist zwar viel ein, hält aber auch über einen längeren Zeitraum im Jahr den Eigenbedarf hoch.
das ist doch jedem klar, wozu ein Speicher dient
der kostet allerdings Geld und muss sich rechnen

bei 10-15 Jahren muss er sich nach 8-10 Jahren amortisieren, damit sich ein wirtschaftlicher Vorteil ergibt
wenn er erst nach 12 Jahren seine Kosten einspielt und dann ausgewechselt werden muss, hätte man ihn auch gar nicht erst kaufen brauchen
Boimler schrieb:
Da gibt es allgemein keinen "Sweetspot"
doch, der Speicher sollte täglich mindestens 1 Ladezyklus durch machen, sonst steht dieser ungenutzt rum und ist unwirtschaftlich. Oft ist der Speicher wohl zu groß und unwirtschaftlich.
Boimler schrieb:
denn die WP ist im Sommer kaum ein Faktor
Im Mai hat die Wärmepumpe bisher im Schnitt täglich 7 kWh verbraucht.
Boimler schrieb:
Mit einer bestehenden Wärmepumpe, die selbst kein Kostenfaktor ist,
aber jeden Tag einer werden kann nach 18 Jahren Laufzeit
Boimler schrieb:
Ich gebe zu, dass das alles sehr pragmatisch gedacht ist. Aber als PV-Anlagen-Nutzer muss ich auch sagen, dass die Pfennigfuchserei beim Eigenbedarf angesichts der niedrigen Verbrauchswerte vieler Haushaltsgeräte auch kein Argument mehr ist. Aktuell scheint hier die Sonne und
Du beschreibst deine Sicht sehr philanthropisch. Wir müssen schon schauen, dass sich das wirtschaftlich rechnet, ansonsten können wir auch einfach weiter mit dem monatlichen Abschlag leben.
Boimler schrieb:
ich schiebe 4,6kW ins Netz. Das tut mir nicht weh,
mir schon, weil ich dafür Kosten hätte, um den Strom für 7 Cent zu verschenken
und in Zukunft das Einspeisen vom Netzbetreiber sogar gedrosselt wird
ckone2208 schrieb:
Auch mit 10 kWp rechnet sich kein Akku, du musst einfach kalkulieren wie oft du einen Speicher voll und am nächsten Tag wieder leer bekommst.
wenn ich das richtig verstehe, dient dazu das Tool der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
https://solar.htw-berlin.de/rechner/solarisator/
hier kann man verschiedene Speichergrößen exemplarisch durchrechnen
egal ob mit oder ohne eAuto komme ich da ungegefähr bei 5 kWh raus
die verbrauchen wir mit Haushalt und Wärmepumpe auch im Sommer über Nacht, so dass der Speicher jeden Morgen leer sein dürfte und 5 kWh aufladen sollte relativ häufig machbar sein

genau wegen der vielen Variablen (Wetter, Ausrichtung, Bedarf übers Jahr, Speichergröße, Investionskosten, Gerüstaufbau, Zählerschrankumbau, ggf neue Verkabelung ... sind wir so verunsichert, ob sich eine PV Anlage wirklich rechnet. Am ehesten vermutlich für eAuto Fahrer, die Ihr Auto regelmäßig daheim tagsüber laden können.
 
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Vor allem ein sehr günstiger Speicher kann wird sich rechnen, günstig durch DYI in Kombination mit Balkonanlage. Aber wirtschaftlich gesehen ist auch das kein Gamechanger. Ich würde zunächst auch erstmal durchrechnen ob eine große Anlage, ohne Akku und dann erst mit, nicht sinnvoller ist. Das nächste Auto zum Beispiel könnte davon auch profitieren. Wärmepumpe dann ohne extra Zähler. Noch gibt es eine Einspeisevergütung. Letzte Chance?

Bezüglich der Steuerung der Wärmepumpe reicht eigentlich eine einfache Zeitsteuerung und gut optimierte Hydraulik: Warmwasser auf den Tag legen und in der Übergangszeit mit möglichst wenig Takten (Hydraulisch optimieren) primär tagsüber heizen. Mit anderen Worten: man sorgt dafür, dass sie nie aus ist wenn die Sonne scheint. Für den Kernwinter spielt PV kaum eine Rolle. Ich komme auf geschätzt 30-50% PV Strom für die Wärmepumpe, aber das hängt von vielen Faktoren ab.
 
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@testwurst200 Frau R. möchte die Förderung sehr konkret kippen, 1.1.2027, weil sich PV von alleine rechnet. Was für sich gesehen ja stimmt: aber dann nicht mehr so schnell oder je nach Installationskosten gar nicht mehr. Bin da nicht bei allen aktuellen Anforderungen im Thema, weitere Stolpersteine für bestehende Betreiber werden ja auch diskutiert, Kostenbeteiligung bei Überproduktion. Das PV-Forum wäre da eine gute Adresse. Falls es aber Überlegungen gibt etwas Größeres zu bauen, dann eher früher als später.
 
In den nächsten Jahren wirds spottbillige Natriumakkus geben. Dann machts plötzlich sinn das ganze Dach und den Balkon mit Solarpanels auszustatten und im Keller oder irgendwo draussen 20KWh an Akkus stehen zu haben.
 
Wenn es um Akku und Wirtschaftlichkeit geht dimensionierst du ihn nach dem Nachtverbrauch in Frühling und Herbst. Sommer ist er eh meistens voll und Winter wird er meistens nicht voll.
Wenn du dann einen kleinen 5kWh Akku nimmst der um die 750 EUR kostet (Pylontech US5000 bei nkon.nl) hast du die Kosten in ein paar Jahren schon wieder drin, auf jeden Fall bevor der LiFePo Akku seine Zyklen erreicht hat.
Anders sieht es aus wenn es ein Hochvoltspeicher ist, die sind aus dem Stand doppelt so teuer, daher auch meine Empfehlung im ersten Post hier auf jeden Fall auf 48V zu setzen.
 
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bogge101 schrieb:
aber jeden Tag einer werden kann nach 18 Jahren Laufzeit
bogge101 schrieb:
mir schon, weil ich dafür Kosten hätte, um den Strom für 7 Cent zu verschenken
und in Zukunft das Einspeisen vom Netzbetreiber sogar gedrosselt wird
Du wirst immer ein Szenario finden, in dem sich deine Investition nicht lohnt. Der Immobilienmarkt kann bis dahin einbrechen, die Wärmepumpe sterben oder dein Wechselrichter den Geist aufgeben. Wenn du anfängst, das einzupreisen, brauchst du gar kein Geld auszugeben.

bogge101 schrieb:
genau wegen der vielen Variablen (Wetter, Ausrichtung, Bedarf übers Jahr, Speichergröße, Investionskosten, Gerüstaufbau, Zählerschrankumbau, ggf neue Verkabelung ... sind wir so verunsichert, ob sich eine PV Anlage wirklich rechnet. Am ehesten vermutlich für eAuto Fahrer, die Ihr Auto regelmäßig daheim tagsüber laden können.
Also ich hab für meine 5,6kWp-Anlage mit Speicher knapp 17.000€ bezahlt. Wenn das E-Auto kommt, lohnt es sich noch mal mehr, keine Frage. Aktuell ist die Wärmepumpe ein guter Abnehmer und dank Smart Grid (SG-ready) schaltet sie so, wie es optimal ist. Im Winter bringt das wenig, in den Übergangsmonaten merkt man es aber durchaus, wenn die WP abends noch läuft und nachts fast abschaltet. Ältere Wärmepumpen kann man nachrüsten, soweit ich weiß, oder muss selbst eine Schaltung einbauen. Das wurde hier ja schon diskutiert.

Ich sehe folgende Optionen:
a) Ich habe rausgehört, dass ihr das Haus ggf. abgeben möchtet. Mit PV auf dem Dach wird der Kaufpreis auf jeden Fall höher sein und in der Zwischenzeit hat die Anlage schon einen Teil ihrer Kosten eingefahren. Das ist mittelfristig ein Plus-Geschäft und bringt wesentlich mehr ein als jede Optimierung des Hausverbrauchs.
b) Mit einer kleineren Investition (Solarmodule plus ggf. Speicher (s. @Masamune2) hast du die Kosten relativ schnell wieder drinnen und kannst die Anlage im Falle eines Verkaufs einfach mitnehmen und weiternutzen. Auch das ist ein Plus-Geschäft, würde ich sagen. Wie viel du nun hinzukaufst, würde ich eher vom aktuellen Budget, als von Rechnungen für die Zukunft her bestimmen lassen, denn Solarmodule an sich sind günstig und der Speicher in Kombination mit der "alten" Wärmepumpe eher ein Nice-to-have.

bogge101 schrieb:
Du beschreibst deine Sicht sehr philanthropisch. Wir müssen schon schauen, dass sich das wirtschaftlich rechnet, ansonsten können wir auch einfach weiter mit dem monatlichen Abschlag leben.
Ich bin eher Optimist in der Sache. Sobald du eine PV-Anlage (egal was oder wie groß) hast, sinken die Energiekosten. Den Effekt spürst du beim Abschlag quasi sofort. Gleichzeitig hat man viel mehr Kontrolle über den eigenen Verbrauch. Das ist ein Wert an sich, den man nicht unterschätzen sollte. Krieg, Inflation, Wirtschftsminister(innen) - irgendeine Katastrophe gibt es immer, die einen Faktor in der Rechnung verändert. Ich garantiere dir aber, dass dir in zehn Jahren nicht mehr wichtig ist, ob du bei 0 rausgekommen bist oder noch 20% offen sind.
 
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