Also bei aller Dramatik und so schlimm die ganze Katastrophe auch ist, finde ich es wieder nicht ok, hier jetzt breitflächig die Anwohner mit Steuergeldern zu bewerfen.
Läuft einem bei einem kleinen Hochwasser der Keller 2m mit Wasser voll, schaut dich der Landrat nicht mit dem Arsch an, säuft eine wahlrelevante Menge an Menschen am werden plötzlich Millionen locker gemacht für die Privatpersonen.
Das war 2013 doch schon das gleiche Spiel beim Hochwasser in Bayern und DE. Da hat Seehofer in Bayern auch mit Milliönchen um sich geworfen für die Betroffenen.
Jetzt mal ganz im Ernst: Wenn ich relativ nah an einen Bach baue, dann ggf. sogar noch der Meinung bin, da einen Keller zu benötigen – muss ich da nicht ggf. damit rechnen, dass mir die Bude mal volllaufen wird?
Fällt mir ganz spontan auch Deggendorf-Fischerdorf 2013 an. Die liegen noch UNTER dem normalen Donauspiegel und wundern sich dann, dass der ganze Stadtteil absäuft? Und dann solls auch noch der Staat bezahlen? Ne, also da hab ich eigentlich wenig Verständnis dafür.
Ich bin völlig dabei, dass die Infrastruktur schnell wieder an den Start muss. Wasserversorgung, Strom, Abwasser zuerst, dann Straßen, Brücken etc.
Auch sollen von mir aus zinsfreie Kredite verteilt werden und das möglichst schnell und unbürokratisch aber doch kein Gießkannenprinzip nur weil sich die Spendierlaune dabei so medienwirksam verkaufen lässt.
Desto mehr Leute zusehen desto mehr und einfacher wird wieder Geld für Probleme locker gemacht, in die sich manch einer selbst gebracht hat.
cool and silent schrieb:
Aber mal ernsthaft - wo Lebensgefahr besteht, sollte bei drohendem Dammbruch doch längst evakuiert sein in Deutschland
Ich vermute, das kommt ganz auf das Szenario an. Normalerweise gibt es für solche Ereignisse wie eienen Dammbruch vorher geprüfte Katastrophenpläne.
Da wird vorher so gut es geht simuliert, wie weit z.B. bei einem Dammbruch eines Stausees das Wasser kommen würde, wie schnell das geht und welche Zonen in welcher Zeit geräumt werden müssten.
Ist dann pauschal etwas schwer zu sagen, wen man da bei drohender Gefahr sofort evakuieren muss und wer nur bei tatsächlichem Eintritt geräumt wird, weil noch genug Zeit besteht.
Mal eben evakuieren ist ja auch kein Kinderspiel. Du musst Noträume bereitstellen, Notversorgung, musst ggf. hunderte oder tausende Leute abholen, die sich nichst selbstständig dahin bewegen können (KH, Altenheime, Schulen etc.)
Wenn die theoretische Flutwelle mit Stadt X dann 2 Stunden braucht kann man auch erst im tatsächlichen Schadensfall mit der Räumung beginnen (Die muss dann aber natürlich vorbereitet sein – genauso wie die Leute, die das betrifft)
Insofern ist es ja schon richtig, wenn sich die Bevölkerung auf eine MÖGLICHE Evakuierung einstellt sollte das tatsächlich eintreten. Die Leute einfach mal aus Verdacht wegzubringen ist zwar möglich, aber eigentlich unnötig.
Man will die Menschen ja auch nicht mehr in Panik versetzen als unbedingt nötig.
Also grundsätzlich sowas vorzubereiten ist schon richtig, aber pauschal einfach zu räumen halte ich für falsch und übertrieben. Es ist und bleibt aber eine Abwägung der aktuellen Situation. Da spielen denke ich ganz viele Faktoren hinein, u.A. auch Topographie, Anzahl Menschen, Alter, Größe des Gebiets usw.
Das Gleiche gibt es ja auch für Küstengebiete mit Tsunamigefahr, dass hier dedizierte Pläne ausgearbeitet wurden.