Extremwetter über Deutschland

Das hier der Staat eingreifen muss steht für mich vollkommen außer Frage, dafür ist der Staat als solches da.

Hier geht es nicht mehr um einen voll gelaufenen Keller oder ein beschädigtes Dach. Wenn man die Bilder sieht sind das dutzdende gar hunderte Gebäude die womöglich nicht mehr rettbar sind.

Die Menschen dort verlieren gerade ihre Existenz. Hier jetzt mit "mimimi aber der da hat kein Geld vom Staat bekommen" finde ich vollkommen daneben. Viele der Betroffenen werden nicht mal eben für ein paar Tage bei Verwandten, Bekannten oder Nachbarn unterkommen können, denn die werden auch betroffen sein.

Der Staat muss hier schnellstens helfen und zwar nicht direkt mit Geld sondern mit aktiver Hilfe bei Sanierung und Neubauten.


Auch den Blödsinn vonwegen der Klimawandel ist daran Schuld kann ich nicht mehr hören. Überall enstehen Neubaugebiete, natürliche Auslaufzonen werden eingedämmt um noch mehr Baugebiet zu bekommen. Flussufer befestigt oder gar Flüsse umgeleitet um Überflutung von Feldern zu verhindern.

Ich will damit sagen, vielleicht sollte man sich auch mal den Umweltschutz ansehen und was dieser so anrichtet.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: xXGerryxX, dideldei, Kornilein und eine weitere Person
Bedrückend finde ich daß es drei Tage nach der Katastrophe noch keine offizielle Lage über das Chaos in NRW gibt.
Zusammenbruch der Infrastruktur und Nachrichtenmittel.
Zu vielen Orten gibt es immer noch keine Verbindung.
Habe mir gerade das Blablaa von Laschet reingezogen und bin nur noch sauer über dieses Staatsversagen.
Wo ist der Krisenstab des Katastrophenschutzes gemäß BHKG von 2015?
 
OverTuneD schrieb:
Der Staat muss hier schnellstens helfen und zwar nicht direkt mit Geld sondern mit aktiver Hilfe bei Sanierung und Neubauten.

Wie soll das gehen? Sollen Bereitschaftspolizei und Bundeswehr Bautrupps bereitstellen?

Mal realistisch - Politiker jedweder Coleur werden in den nächsten Tagen "schnelle und unbürokratische Hilfe" versprechen. Was das in der Praxis oft bedeuten kann, haben wir zuletzt bei den Coronahilfen für Kleinunternehmer gesehen.

Ich würde mich wundern, wenn es hier im vorliegenden Fall mehr als Einmalzahlungen im vier- bis fünfstelligen Bereich gibt sowie zinsgünstige Kredite der KfW.

Was mit Sicherheit nicht passieren wird: Der Staat stellt ein neues Einfamilienhaus nach aktuellen Baustandards auf, wo vorgestern noch ein Siedlerhaus aus den 50'er Jahren stand.

In erster Linie werden die Versicherungen für Elementarschäden (wo vorhanden) greifen.

Viele werden Wochen und Monate warten, bis sie überhaupt Handwerker mit freien Kapazitäten finden und dort auch Preise über den ortsüblichen zahlen.
 
cool and silent schrieb:
.... Bundeswehr Bautrupps bereitstellen?

Zumindest Pioniere könnten dabei Helfen Straßen wieder befahrbar zu machen, bzw wieder herstellen teilweise sieht man ja nur noch Löcher/ Auswaschungen..

Vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, bei Baumaterial ein Exportverbot aktuell zu verhängen, bzw massiv drosseln das für die betroffenen Regionen genug da ist...

Natürlich muss man erstmal abwarten bis die Lage wieder "normal“ wird und man an solche Tätigkeiten denken kann, aktuell haben die Helfer/Betroffenen sicher andere Sorgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Hilfe des Staates wird wohl hauptsächlich Infrastruktur und Notunterkünfte betreffen - gegebenfalls Absicherung gefährdeter Häuser usw. Finanziell natürlich die Gemeinden unterstützen die eine neue Straße und gegenfalls ein neues Flussbett in der Regel nicht aus den laufenden Budgets stemmen können.

Der Rest ist Versicherungssache.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Khaotik und Nobsi
hallo7 schrieb:
Die Hilfe des Staates wird wohl hauptsächlich Infrastruktur und Notunterkünfte betreffen - gegebenfalls Absicherung gefährdeter Häuser usw. Finanziell natürlich die Gemeinden unterstützen die eine neue Straße und gegenfalls ein neues Flussbett in der Regel nicht aus den laufenden Budgets stemmen können.

Der Rest ist Versicherungssache.
Moin

Exakt so ist es, so war es auch bisher. Alles andere ist Wunschdenken. Als ob der Staat neue Hütten baut.

Gruß
Nobsi
 
OverTuneD schrieb:
Auch den Blödsinn vonwegen der Klimawandel ist daran Schuld kann ich nicht mehr hören. Überall enstehen Neubaugebiete, natürliche Auslaufzonen werden eingedämmt um noch mehr Baugebiet zu bekommen. Flussufer befestigt oder gar Flüsse umgeleitet um Überflutung von Feldern zu verhindern.

Ich will damit sagen, vielleicht sollte man sich auch mal den Umweltschutz ansehen und was dieser so anrichtet.
Hääh...!?
Was genau hat Bodenversiegelung und Flussufer Befestigung mit Umweltschutz zu tun..!? So weit mir bekannt ist, will der Umweltschutz genau das verhindern.

Wenn der Klimawandel nicht schuld ist, kannst dir gerne einen anderen Schuldigen suchen. Die Zunahme der Häufigkeit der Wetterextreme erkläre dann bitte auch, entgegen der allgemeinen Einschätzung der Wissenschaft.

Allgemein!
Den Geschädigten einen Vorwurf zu machen, weil sie dort gebaut, wie hier angedeutet, ist zumindest zum Teil kompletter Unfug. Primär liegen die betroffenen Immobilien in den Ortskernen der Dörfer und Gemeinden, wo dann eben seit jeher das Rinnsal durchfließt. Und die hauts dann eben weg, wenn das Rinnsal das erste Mal in 100 Jahren zum Tsunami wird. Für Neubauten auf diesen Grundstücken kann an das natürlich separat bewerten, aber mach den Leuten Mal einen Vorwurf, dass sie auf Eigentum anbauen.
Anders schaut es in Neubaugebieten am Ortsrand aus. Da ist es nicht das Rinnsal sondern der Hang oder Acker, der zum Tsunami wird. Mit dem gleichen Resultat. Nun suche man den Schuldigen, der das irgendwann Mal als Baugrund ausgewiesen hat.

Man muss die (Gefahren-) Lage der Immobilie heute einfach neu bewerten/einstufen. Die Versicherer tun das eh. Und dann überlegen, was man mittelfristig machen kann.

Hier vor Ort hatten wir 2003 das letzte Hochwasser am Unterlauf der Nidda. In der Folge hat man gar nicht weit weg vor den Toren von Frankfurt und selbst auf Stadtgebiet, großflächige Überschwemmungsgebiete angelegt, den Fluss verbreitert und den Flusslauf verändert um ihn langsamer zu machen. Seitdem das fertig ist, näherte sich der Pegelstand nicht mehr annähernd dem von 2003. Vom Nutzen für die Umwelt erst gar nicht zu reden. Neuerdings gibt es sogar wieder Biber.
Allerdings ist vieles davon von privater Stiftung finanziert worden. Mit öffentlichen Geldern wäre man längst nicht so weit.

Potentiell Betroffenen kann man nur raten, ihre Gebäudeversicherung dringend zu checken. Als ich hier ein Haus übernommen habe, war ich entsetzt, wie unterversichert das war und habe dies schnellstens angepasst.
 
OverTuneD schrieb:
Das hier der Staat eingreifen muss steht für mich vollkommen außer Frage, dafür ist der Staat als solches da.

Hier geht es nicht mehr um einen voll gelaufenen Keller oder ein beschädigtes Dach. Wenn man die Bilder sieht sind das dutzdende gar hunderte Gebäude die womöglich nicht mehr rettbar sind.

Die Menschen dort verlieren gerade ihre Existenz. Hier jetzt mit "mimimi aber der da hat kein Geld vom Staat bekommen" finde ich vollkommen daneben. Viele der Betroffenen werden nicht mal eben für ein paar Tage bei Verwandten, Bekannten oder Nachbarn unterkommen können, denn die werden auch betroffen sein.

Der Staat muss hier schnellstens helfen und zwar nicht direkt mit Geld sondern mit aktiver Hilfe bei Sanierung und Neubauten.
[...]


Kann der Staat dann auch einfach bei meinem Nachbarn sanieren? Der ist zwar nicht abgesoffen, aber warum soll ihm nicht geholfen werden?

Oder wird er jetzt bestraft, weil er auf einen Hügel gebaut hat?
 
hotzenplot schrieb:
diese Zunahme der Häufigkeit ist recht schnell erklärt . in der heutigen Digitalen Welt , wird mehr Reklame für Wetterextreme gemacht.

Der Zusammenhang mit dem Klimawandel ist hinreichend wahrscheinlich.

Egal ob man sich der Lesart mit dem ursächlichen Jetstream, (die letzten Tage durch die Medien gepusht) oder der Lesart anschließt, die generelle Erwärmung führe zu einer höheren Wassermenge in der Luft und folglich zu stärkeren und längeren Regenschauern. (https://twitter.com/Kachelmann/status/1415912225555030017)
 
Hallo

Vektorfeld schrieb:
Der Zusammenhang mit dem Klimawandel ist hinreichend wahrscheinlich.
Was mir aufgefallen ist, dieses Mal hat es (in Düsseldorf) eher die kleinen Nebenflüße als die großen Hauptflüße getroffen.
Ich kann mich daran erninnern das es früher öfters Hochwasser an der Mosel gab, vor über 10+ Jahren (wann genau habe ich vergessen) ist der Rhein zwei Jahre hintereinander übergelaufen und hat die Altstädte von Düsseldorf und Köln überflutet, wo Köln beim zweiten Mal mit mobilen metallenen Aufstellwänden die Rheinufer erhöht hat.
Kann es sein das man die hauptsächlich gefährdeten Gebiete mittlerweile durch höhere Ufer/Dämme besser schützt und deswegen mehr Wasser in die kleinen Nebenflüße gedrückt wird ?
Das was aktuell passiert habe ich in der Form noch nicht gesehen, in Düsseldorf ist der große Rhein kein Problem aber die kleine Düssel (von der es keiner erwartet hat) flutet ganze Stadtteile.

Grüße Tomi
 
Tomislav2007 schrieb:
Kann es sein das man die hauptsächlich gefährdeten Gebiete mittlerweile durch höhere Ufer/Dämme besser schützt und deswegen mehr Wasser in die kleinen Nebenflüße gedrückt wird ?

Könnte durchaus verstärkend wirken, eine ähnliche Problematik gab es ja auch damals bei der Rheinbegradigung, das größere Wasservolumen ist bei Hochwasser sofort auf die Auen und Flusskrümmungen durchgeschlagen. Das hat zu viel Kontroversen zwischen den deutschen Kleinstaaten geführt, weil jede Rheinbegradigung eben den Staat Flussabwärts auch zu Maßnahmen gezwungen hat. Kann mich noch ganz schemenhaft an die historische Diskussionen darüber erinnern, weiß aber leider nicht mehr wo ich es mal gelesen habe. Wikipedia liefert leider keine Quellenverweise (https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbegradigung)
 
@

@mo

was die bodenversiegelung damit zu tun hat?
eine ganze menge.
wo früher wiesen und felder waren sind heute logistikzentren, riesige lagerhallen, fabriken mitsamt den nötigen grossen parkplätze.
wo früher 2 spurige landstrassen waren, sind es heute achtspurige autobahnen, wo früher wiesen und felder waren, sind heute riesige maisflächen.
die maisfelder halten kein wasser zurück, im gegenteil, das wasser nimmt auch den humus noch mit.
auf den versiegelten flächen kann kein wasser versickern. es sucht sich den schnellsten weg, wie man gesehen hat.
flussuferbefestigungen bewirken eine schnellere fliessgeschwindigkeit des wassers, und wenns zuviel wird wird die fliessgeschwindigkeit noch weiter erhöt und damit die gewalt des wasser, wie man auch gesehen hat.
meistens hat man bei den uferbefestigungen auch den fluss/bach begradigt, was die fliessgeschwindigkeit noch weiter erhöht.
es wurden baugenehmigunge bis fast ans flussufer erteilt, kein wunder dass der manchmal zu besuch im haus auftaucht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Bänki0815 und Banger
Banger schrieb:
Jedes 2. Dorf hat gesperrte Straßen.

In der Ortschaft Hillesheim landeten wir nach der Umfahrung ein 2. mal. Ein Einheimischer erzählte, das dort auch die Straße zerstört wurde, unterspült und lose Fahrbahnteile und ähnlich. Einsehbar waren keine Schäden und auch keine überfluteten Bereiche, wo womöglich alles längst abgeflossen ist. Letztlich gab es dann doch noch ein Weg zu einer Autobahn, um das Ziel zu erreichen. Diese Reise stand schon länger fest.
 
@chris12
Er/Sie fragte nur, was Bodenversiegelung mit Umweltschutz zu tun hat. Denn Umweltschutz bedeutet ja eben die Versiegelung zu verhindern.

In dem Beitrag oben geht es darum, dass der Umweltschutz versuchen würde möglichst viele Flächen zu versiegeln und möglich viele Flüsse zu begradigen. Aber das macht natürlich überhaupt keinen Sinn.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: mental.dIseASe
Tomislav2007 schrieb:
Hallo


Was mir aufgefallen ist, dieses Mal hat es (in Düsseldorf) eher die kleinen Nebenflüße als die großen Hauptflüße getroffen.
Moin

Das war damals ja auch überwiegend die Schneeschmelze aus den Bergen. Das floss ja alles in den Rhein. Jetzt war es ein Regenband das tagelang über den Orten stehen blieb. Und so ein Flüsschen mit normal 50 cm Wasserstand kann diese Massen an Wasser natürlich nicht aufnehmen, für größere Flüsse wie der Rhein ist das kein Problem.

Gruß
Nobsi
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hayda Ministral und ThomasK_7
Tomislav2007 schrieb:
in Düsseldorf ist der große Rhein kein Problem

Die Deiche am Rhein sind in Düsseldorf höher als in Köln. Aktuell (bin eben dran vorbeigeradelt) sind Teile der Rheinwiesen geflutet. Da wäre doch grad die Rheinkirmes... Auf der anderen Seite steht das Wasser kurz davor die Kasematten zu erreichen. An der Rheinkniebrücke liegt der erste Frachter quer in Strom da er nicht mehr unter der Brücke hindurch passt.

Sowieso ist der Rhein grad eine übelst braune Brühe. Da schwimmen neben vielen Kleinteilen auch ganze Bäume drin. Hier die Krone da die Wurzeln. Die Fließgeschwindigkeit ist circa zwei bis drei mal so groß als sonst. Mal sehen wann die ersten Irren wieder da drin baden gehen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Wintern das Wasser so hoch stand. Normalerweise ist aktuell eher die Zeit, dass die Schifffahrt wegen Niedrigwasser eingestellt wird.

Die Sache mit der Ostparksiedlung ist seit Jahren bekannt. Sollte die Düssel ihr Bett verlassen so ist der die Siedlung nicht zu retten. Getan hat man nichts. Getreu dem kölschen Motto: Et hätt noch immer jot jejange!
Und nun ist es doch passiert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: knoxxi
chris12 schrieb:

@mo​

was die bodenversiegelung damit zu tun hat?
eine ganze menge......
Natürlich hat es das! Ist schließlich logisch!
Nur lies doch Mal das Zitat richtig. Der Kollege hat das als Naturschutzmassnahmen kritisiert. Was auch klarer wäre, hättest du den ganzen Originalsatz zitiert und nicht nur vermeintlich sinngemäß.

Siehe auch Beitrag #74.

Edit:
O.K. !t. Beitrag #76 angekommen. Man sollte halt erst alle Folgebeiträge lesen, bevor man antwortet. Sorry!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: chris12
Moin

Es gibt nur zwei Möglichkeiten um ein Jahrhundert Hochwasser in den Griff zu bekommen.

1. Kanalisation ausbauen.
2. Bodenversieglung aufheben.

Beide Möglichkeiten wären aber nur mit einem enormen, eigentlich nicht technisch durchführbaren Aufwand verbunden.

Von den Kosten will ich erst gar nicht sprechen. Dagegen sind sie Corona Kosten Peanuts.

Gruß
Nobsi
 
Zurück
Oben