News Fabrikausbau: Intel investiert auch 8 Mrd. USD in CPU-Werk in Irland

Volker

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Intels umfangreichste Ausbaupläne der letzten Jahre geben öffentlich langsam ein komplettes Bild ab. Im Laufe der kommenden Jahre wird Intel vermutlich über 20 Milliarden US-Dollar in die Erweiterung, den Ausbau oder auch den kompletten Neubau von Fabriken stecken. Israel und Irland bekommen den größten Anteil.

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CPU-Bastler

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Was ist mit dem Ausbau der alten AMD-Fabrik in Dresden? Tut sich da noch was, oder fahren die die Anlagen auf Verschleiß?
 

Ned Flanders

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@CPU-Bastler

Die gehört jetzt GloFo und die haben sich aus dem HighEnd Prozessrennen verabschiedet. Das heißt natürlich nicht, dass dort auf Verschleiss gefahren wird, aber die werden wohl vornehmlich bei Strukturbreiten bleiben die günstiger zu produzieren sind. Das macht auch den größten Teil des Marktes aus.

Intel hat jetzt wohl verstanden, dass sie nicht gegen ARM, AMD und Nvidia (Intel zukünftig auch mit Grafikprozessoren) kämpfen, sondern gegen TSMC und Samsung, denn ein CPU und GPU Design kann nur so gut sein wie die Fertigungsmöglichkeiten es erlauben.

Wenn sie da ins Hintertreffen geraten (was ja gerade das erste mal ever passiert), dann bricht denen das gesamte Geschäftsmodel zusammen, denn sie können nicht eine halb ausgelastete Fertigung (Auftragsfertigung machen sie ja praktisch nicht) mit CPU/GPU/Model Verkauf durchfüttern, der aufgrund nicht mehr marktführender Fertigungfähigkeiten auch leistungsmäßig nicht mehr konkurenzfähig ist und für hohe Verkaufszahlen und hohen Erlös sorgt.

Intel war immer hoch profitabel, weil sie dank bester Fertigung die schnellsten CPUs teuer verkaufen konnten. Wenn sich das ändert, schmerzt das Intel mehr als alle anderen.

Also wird jetzt alles in die Fertigung investiert was möglich ist um das zu verhindern. Schauen wir mal obs aufgeht.
 

Palmdale

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Ahja, der blaue Riese kommt langsam in Bewegung. Mal sehen, was dann 2020+ im GPU Bereich dazu kommt
 

Compu-Freak

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Scheint wohl so, als ob in Israel so viele intelligente Mitarbeiter wohnen, die dort die 10 nm hinbekommen.

Israel ist auch das Land, dass die meisten Patentanmeldungen weltweit pro 1000 Einwohner vorzuweisen hat.

Zwischen 1980 und 2000 wurden in Israel 7652 Patente eingetragen, in allen arabischen Ländern zusammen waren es 367. Israels Bevölkerung entspricht etwa der Dänemarks, das Land ist so klein wie Hessen. Gemessen daran ist es das Land mit den meisten Pro-Kopf-Veröffentlichungen wissenschaftlicher Arbeiten.

Verständlich, dass in islamischen Ländern keine Intel-Fabrik steht, aber in Israel statt in Deutschland!
 

borizb

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v_ossi

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Da bin ich einfach mal optimistisch. Investitionen in Infrastruktur haben zwar in der Regel eine etwas längere Anlaufzeit, bis sie sich rentieren, aber Intel hat ja das Kapital um auch mal ein paar schwächere Jahre zu überbrücken. Und Personal (und damit Wissen der Konkurrenz) kann man mit viel Geld sicher auch ködern.

Wie sagt man so schön, angeschlagene Boxer sind am gefährlichsten.

Für uns 'kleinen' Kunden, aber auch für die gesammte Branche ist es aber gut, dass Intel sich nicht mehr auf den Lorbeeren des letzten Jahrzehnts ausruhen kann und mal wieder Gas geben muss.
 

smalM

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Die gehört jetzt GloFo und die haben sich aus dem HighEnd Prozessrennen verabschiedet. Das heißt natürlich nicht, dass dort auf Verschleiss gefahren wird, aber die werden wohl vornehmlich bei Strukturbreiten bleiben die günstiger zu produzieren sind.
GloFo hat sich aus dem Rennen um die FinFET-Prozesse verabschiedet. Die werden aber in der Fab 8 im Malta, NY hergestellt. In der Fab 1 in Dresden kamen die nie zum Einsatz, dort soll hingegen noch dieses Jahr 12nm-FDSOI (12FDX) starten.
 

Ned Flanders

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Das darf man da glaube ich auch sein. Nichts destotrotz ist Intels Geschäftsmodel, ohne das sie signifikant im Auftrag fertigen, riskant geworden, denn alle anderen sind heute erheblich flexibler.

Im Grunde muss man Intel heute als eine Designschmiede sehen, die nur bei einer Fertigung herstellen lassen (können) UND als ein sehr großes Fertigungsunternehmen mit nur einem Kunden, die eigene Designabteilung. Das hat sicher auch Vorteile, aber halt auch große Nachteile.

Ich glaube nicht, dass die dieses Model ewig werden weiter verfolgen können.

@smalM

Merci fürs update!
 
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rizzorat

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In Deutschland steht dafür eine F&E Abteilung von Intel... Die benötigt normalerweise intelligentere Menschen als die Fabriken ;)
Ja, nur leider ist die besteuerbare Wertschöpfung in den Fabriken angesiedelt. Für ein Land ist es also total super wenn die Fabriken bei denen stehen und die super teuren Ingenieure und Wissenschaftler in einem anderen Land sitzen. Die Ausbildung von diesen Leuten kostet Deutschland richtig Geld. Die Wertschöpfung wird in Israel erledigt.
 

v_ossi

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[...]Ich glaube nicht das die dieses Model ewig weiter verfolgen können.[...]
Das wird die Zukunft zeigen, da will ich aber keine Prognosen abgeben.
Es fällt aber schon auf, dass man sich bei Intel breiter aufstellt; GPUs werden kommen und Chipsätze werden außer Haus produziert.
Zumal es auch weiterhin ein Vorteil sein wird, wenn Design und Fertigung Hand in Hand gehen und somit komplett aufeinander abgestimmt sind und man sich nicht "nur" Wafer Kapazitäten bei TSMC oder Samsung kauft.

Wobei ich an Intels Stelle schon mal über irgendwelche Tochterunternehmen bei TSMC angeklopft hätte um einen 7nm Chip produzieren und mit der eigenen Fertigung vergleichen zu können.
Wohl wissend, dass man da einige Millionen versenkt.
 

smalM

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Im Grunde muss man Intel heute als eine Designschmiede sehen, die nur bei einer Fertigung herstellen lassen (können) UND als ein sehr großes Fertigungsunternehmen mit nur einem Kunden, die eigene Designabteilung.
Guter Punkt.
Und er trifft (natürlich im viel kleineren Maßstab) auch auf Samsung zu: LSI entwirft die SoCs, Foundry stellt sie her und IM kauft sie. Nur daß Samsung mit allen Mitteln versucht die Abhängigkeit von Foundry von internen Aufträgen zu verringern, während Intel bei externen Kunden nach dem Prinzip Vogel, friß oder stirb vorgeht.
 

Salutos

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Für mich ist das alles sehr wild was Intel gerade treibt bzw. zu treiben vermag.
Letztlich handelt es sich nur um Ankündigungen mit denen man tiefgreifende Probleme vertuschen möchte!

- Da möchte man 30 Mrd USD in Fabrikausbauten stecken.
Hier stellt sich mir die Frage worin! Weiss Intel den nun wo es mit der Chipfertigung hingehen soll?
  • 6Mrd USB bietet man für Mellanox (eher "politisch motiviert")
  • Auf unbestimmte Zeit hat Intel keine neueren Produkte als die aus der 14++++ Fertigung.
  • Auf unbestimmte Zeit haben sie keine neue CPU-Generation.
  • Auf unbestimmte Zeit haben sie keine eigene GPU, hier fließt auch noch ordentlich Geld rein.
Intel rührt hier kräftig die Werbetrommel, erhöht sich selbst den Druck - endlich - liefern zu müssen.
Unter solchen Bedingungen lässt sich nicht entspannt arbeiten.

Die vom ehemaligen CEO Krzanich genannten 4 schwierigen Jahre stehen, nach meiner Einschätzung, eher für den günstigsten Fall.
 

[wege]mini

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Intel Core stammt von einem Team in Haifa/Israel?
so ist es.....

leider ist mein rechner mit dem bookmark, von der einzigen "brauchbaren" tiefer gehenden erklärung, worauf man alles im chip bau achten muss, schon lange tot.

da ging es um wasserqualität, erdmagnetfeld, äquatornähe und lauter solchen kram. die menschen oder geschweige die maschinen, kamen ziemlich spät in der aufzählung :D

kein mensch würde doch z.b. versuchen, vom nordpol aus ins weltall zu fliegen....wir reden hier mittlerweile über 7/10nm, da ist es schon interessant, welchen wasser filter du verwendest um deine anlage zu betreiben :evillol:

und die sache mit der core architektur ist ja nun kein hexenwerk. von den israelis kamen schon die pentium mit fließkomma bug, der dann angeblich die cruice missiles im 1ten irak krieg verwirrt hat. wenn man "neue" technologie entwickeln will, geht man halt in länder, in denen "freiheit" nicht besonders groß geschrieben wird, da gibt es dann halt viel "sicherheit".

nicht umsonst wird der mossad immer an stelle nummer 1 genannt, wenn es um "krasse" typen geht. :heilig:

mfg
 
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