Gibt es Festplatten, die die Rotationsgeschwindigkeit ändern?

7200 UpM Platten sind bereits an der Grenze, was das Material der Platter an Fliehkraft aushält, 10000 UpM Platten haben deswegen keine 3,5" sondern kleinere Platter verwendet.
Die Platter speichern beim Erhöhen der Rotationsgeschwindigkeit die zugeführte Energie in Form von Rotationsenergie. Beim Abbremsen muß diese Energieform wieder in eine Andere umgewandelt werden. Leider wird das zum größten Teil wohl Wärme sein. D.h HDDs mit variabler Drehzahl würden mehr Strom verbrauchen und mehr Wärme erzeugen wie mit konstanter Drehzahl.
 
Sykehouse schrieb:
Können wir uns zumindest mal drauf einigen, dass es wirtschaflich (= Entwicklungs- und Fertigungskosten vs. zu erwartender Mehrumsatz) keinen Sinn macht?
Das ist doch einfach nur eine Vermutung. Selbstverständlich kann es sein, dass Du recht hast. Es kann aber auch sein, dass es doch irgendwann mal Sinn macht. Das kannst Du doch maximal nur vermuten. Oder bist Du zufälligerweise in der Entwicklungsabteilung von einem Festplattenhersteller oder gibt es irgend einen Artikel, wo das genauer beleuchtet wird? Kann sein, kann nicht sein. Ich weiß es nicht genau und Du kannst es ebenfalls nur vermuten. Darauf können wir uns selbstverständlich einigen.

Ich bin bald 50 und was ich in meinem Leben schon alles gedacht habe, was nicht funktionieren kann, da habe ich mich sehr oft getäuscht. In aller Regel war viel mehr möglich, als ich gedacht habe.

Als die E-Klasse W211 auf dem Markt kam, war ich Mitte 20. Ich habe fast einen Kotzanfall bekommen, wie hässlich dieses Ding aussah. Ich habe gedacht, das Teil wird sich nie verkaufen lassen. Wurde aber ein Verkaufsschlager. Hättest Du Menschen in den 80er Jahren gefragt, wie lange das Erdölreserven noch ausreichen werden, haben die meisten Menschen bis 2020 geantwortet. Pustekuchen. Usw. usw. Wer will denn hier fest und steif behaupten, dass man die Performence von Enterprise-Festplatten, wo es nicht so auf die Lautsärke ankommt, nicht durch eine variable Drehgeschwindigkeit um ca. 20% noch verbessern könnte? Dann hätte solch eine Festplatte unter bestimmten Betriebsbedingungen maximal 8500 Umdrehungen. Mit einem Doppelaktuaror wäre man dann bei 350 statt 250 mb/s im Minimum. Klar wäre das eine Verbesserung, vor allem, wenn man längere Datensätze schreibt oder liest. Für jemanden, der so schnell wie möglich eine kaputte 8 TB SSD wieder herstellen möchte, damit der Server wieder läuft, kann solch ein Geschwindigkeitsvorteil kaufentscheidend sein, ob man nun eine Seagate oder eine WD verbaut. Da kommt es auch nicht auf die paar Watt Mehrverbrauch an.
 
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Offensichtlich bist du beratungsresistent und findest zu jedem Argument, dass wir dagegen anbringen, eine Antwort: "Ihr seid alle doof, ich will aber doch..."
Das gibt es nicht. Das gab es noch nie. Dafür gibt es zahlreiche, verdammt gute Gründe. Deshalb wird es das auch in Zukunft nicht geben.

Fliehkräfte bei höheren Umdrehungszahlen.
Lautstärke bei hoher Geschwindigkeit und die Lautstärkeänderung (viel nerviger als ein konstantes Geräusch) bei Geschwindigkeitsänderungen.
Vibrationen, die gar nicht gut sind für Festplatten und die Haltbarkeit massiv einbrechen lassen.
Motor und Motorlager sind auf einen Gleichlauf ausgelegt.
Temperatur.
Bodeneffekt.
Fragmentierung der Daten auf den Plattern.
Abstimmung der Lese- und Schreiblogik auf wechselnde Umdrehungsgeschwindigkeiten.
Generelles Lese- und Schreibvermögen und die entsprechende Lese- und Schreibgeschwindigkeit.
Latenz.
Usw.

Es gab Festplatten mit (konstant) höherer Umdrehungsgeschwindigkeit, bis 15.000 U./Min.
Die haben sich alle nicht durchgesetzt, auch nicht im Enterprise-Bereich.

Die ganze Idee macht vollkommen keinen Sinn.
Selbst wenn diese Probleme alle irgendwie technisch lösbar wären, klassische Festplatten sind dank SSDs ein totes Pferd.
Und das soll man bekanntlich absteigen.
 
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KnolleJupp schrieb:
Es gab Festplatten mit (konstant) höherer Umdrehungsgeschwindigkeit, bis 15.000 U./Min.
Die haben sich alle nicht durchgesetzt, auch nicht im Enterprise-Bereich.
Doch die wurden schon eingesetzt. Aber nur dort wo sie sinnvoll waren. Also dort wo man geringe Latenzen/ hohe IOPS-Werte benötigt hat. Und nicht wegen der Datenübertragungsrate. Die war bei diesen Platten aufgrund kleinerer Durchmesser der Platter nicht größer.
 
Robo32 schrieb:
gibt schon Gründe dafür, dass alle 10k Platten nur 2,5" haben
Jupp, die Geschwindigkeit am Rand wird da interessant und wie genau eine 3,5" da noch laufen kann.
 
--//-- schrieb:
Da eine CD von innen nach außen gelesen wird, kann das nicht sein.
Gerade, weil sie von innen nach außen gelesen wird, ist sie innen schneller und außen langsamer.

Die Datenspur hat eine konstante Bahngeschwindigkeit (engl. constant linear velocity, CLV). Dadurch ergibt sich bei nach außen fahrendem Abtastsystem eine Drosselung der Drehzahl.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc#Funktionsweise

coasterblog schrieb:
evtl. von Interesse: hier so ein Motor für ein Rührwerk, mittelgroß
Ja, aber auch Rührwerke kommen heutzutage häufig mit einem Frequenzumrichter. Wenn du da irgendwie aus dem Bereich kommst, frag doch mal, warum die Motoren durch FU kaputt gehen sollen. Eigentlich bieten FU sowas wie Sanftanlauf, was z.B. Pumpen sogar schont.
 
Erstmal sind wir uns doch hoffentlich mal einig darin, das eine variable RPM nur bei sequenziellem Zugriff ueberhaupt irgendeinen Sinn haben koennte.
In allen anderen Faellen waere das sogut wie immer kontraproduktiv, denn Beschleunigen und Bremsen kosten Zeit. Je groesser die Varianz, desto laenger dauert es, und es gibt auch Grenzen: Der Kopf darf nicht aufschlagen, was die untere Geschwindigkeit begrenzt, und die Platter muessen stabil bleiben, was die obere Geschwindigkeit begrenzt. Die Masse, also die Zahl der Platter, hat auch einen Einfluss.
Achte mal drauf, bei WD Reds die aus dem Sleep kommen hoert man das ganz gut, wielange es dauert vom Start des Spindelmotors, bis zum Klick der ersten Kopfbewegung. Das sind ein paar Sekunden. Beim Spindown aehnlich, aber nicht so gut hoerbar weil der Motor nicht aktiv bremst und daher leiser ist.
Und es kommt ja nicht nur die reine Traegheit zu tragen. Bevor gelesen wird muss sichergestellt sein das die Drehzahl konstant ist, eine Gewissheit zu erlangen braucht auch etwas Zeit. Denk auch dran, dass der grosse Vorteil von SSDs eigendlich garnichtmal so sehr der Durchsatz ist, sondern die erheblich kuerzere Seek Zeit. Die macht den gefuehlten Performancegewinn zum Grossteil aus.

Man koennte sicherlich eine solche Festplatte bauen, technisch duerfte das vermutlich keine grosse Huerde sein. Aber das waere keine Festplatte im klassischen Sinn, und wuerde man sie verwenden wie eine, waere die Performance katastrophal.

Reale Faelle wo das dann trotz der enormen Seekzeiten Sinnvoll einsetzbar ist fallen mir nicht ein. Diese Nischen sind dann auch oft schon durch etablierte Technologien besetzt, zB durch Bandlaufwerke.
 
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Dein Smiley spielt auf die Bahngeschwindigkeit an? Ich hätte vielleicht sagen sollen, sie dreht schneller. Beim obigen Beispiel Discman mit Sichtfenstern kann/konnte man das tatsächlich sehen.
 
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Die Bahngeschwindigkeit ist bei einer HDD aussen höher, die Winkelgeschwindigkeit ist aber gleich und daher ändert sich auch nichts an den rpm.

Discman ist CD und diese hatten wie jedes CD-LW eine variable rpm gehabt (gleiche Bahngeschwindigkeit bei 200 bis 500 rpm und x1).
Zusätzlich wurden die Daten in Mobilen Geräten oft "im voraus" gelesen damit ein Puffer für durch Bewegung verursachte Unterbrechungen vorhanden ist (bei den etwas teureren...).
 
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