Gnome, welche Distro?

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Hodes

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Hey,

ich möchte gerne Linux mit Gnome parallel zu Windows 10 installieren. Nun stellt sich mir die Frage, welche Distro ich dafür nutzen soll. Habe mehrfach gelesen, dass Fedora die am geeignetsten Distro dafür wäre. Ist dem so? Möchte möglichst ein aktuelles stabiles System haben. Vllt könnt ihr mir ja helfen. :-)
 

da_reini

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Habe gehört, dass Testing nicht optimal ist für ein Produktivsystem, da Sicherheitspatches teilweise merklich später eingepflegt werden.

Ubuntu Gnome LTS vielleicht? Bin egtl kein Fan vom Paketsystem von Fedora..
 
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Hodes

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Testing hört sich für mich jetzt auch gerade nicht stabil an!!!

Ubuntu Gnome wäre halt die Alternative​ für Fedora, hab aber halt gelesen, dass Fedora besser mit Gnome läuft..
 

DeusoftheWired

Fleet Admiral
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Alle großen/bekannten Desktopumgebungen wie Gnome, KDE, XFCE, LXDE usw. lassen sich auf allen Unix-Derivaten (nach)installieren …
 

VikingGe

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Aber nicht auf allen ist die Integration gut. Jeder, der um 2009 herum Kubuntu genutzt hat, kann ein Lied davon singen. :ugly:

Fedora wäre insofern einen Blick wert, als dass die Distro standardmäßig einen Wayland-basierten Desktop ausliefert. Da der TE laut Signatur eine AMD-Grafikkarte hat, sollte es da auch keine Treiberprobleme geben, Nvidia soll unter Fedora etwas fummeliger einzurichten sein.

Edit: Hat NV eigentlich mal offiziellen Wayland-Support? Vor ca. einem Jahr gab es ja mal einen Beta-Treiber, aber für nen funktionierenden KDE-Desktop hatte es damals noch nicht gereicht.
 
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Iapetos

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Ubuntu Gnome wäre halt die Alternative​ für Fedora, hab aber halt gelesen, dass Fedora besser mit Gnome läuft.
Ich kann dir von meinen Erfahrungen mit Gnome unter Fedora berichten, allerdings ist meine Meinung mittlerweile eingefärbt, da ich diese Kombination nun schon seit einigen Jahren verwende. Man merkt Fedora an, dass Gnome der bevorzugte Desktop ist. Die Programme sind sorgfältig aufeinander abgestimmt und harmonieren optisch mit der Shell.

Viele neue Gnome-Funktionen und Programme landen zuerst in Fedora, während andere Distributionen bedächtiger vorgehen. Dabei fällt auf, dass nach und nach viele kleine Apps (im kontemporären Sprachgebrauch) Einzug halten, wie etwa Gnome Maps oder Gnome Music, die nur einen einzigen Zweck erfüllen und sich in das Gesamtkonzept der Desktop-Umgebung gut einfügen sollen. Dabei sind sich die Gnome-Entwickler nicht zu schade, auch Programme zu pflegen und fortzuentwickeln, denen ich nicht besonders viel Bachtung schenke, weil ich meiner Meinung nach bessere Alternativen nutze. Konkret spreche ich von Evolution gegen Thunderbird und Epiphany gegen Firefox. Dabei ist Evolution wohl einer der wenigen wirklich ebenbürtigen Gegner von Thunderbird (vielleicht noch Claws oder Sylpheed).

Die Software-Verwaltung hatte anfangs noch ihre Macken, läuft für mich seit Fedora 24 aber rund. Ich brauche sie nicht wirklich, spiele aber gern mal damit herum und schaue, wie sie sich entwickelt. Um Software zu installieren, bleibe ich bei DNF, das ist flexibler und natürlich ungleich mächtiger (aber auch nicht direkt vergleichbar, da ein Paketverwalter und kein reiner Software-Installer).

Mit Wayland läuft die Shell weitestgehend problemlos. Ich hatte mal einige Probleme mit Videos, das liegt aber wahrscheinlich am VLC, der bei mir gern mal zickt. Totem ist da etwas unproblematischer (hat aber auch weniger Funktionen). Hier zeigt sich bei aller Einfachheit auch der Nachteil vieler Gnome-Programme - sie sind manchmal zu einfach gestrickt, weshalb man sie unter Umständen mit mächtigerer Software ergänzen oder ersetzen muss. Fedora bietet aber auch dafür eine mehr als ausreichend große Auswahl.

Versions-Upgrades laufen mittlerweile per DNF oder Gnome Software problemlos. Sobald ein Upgrade verfügbar ist, wird man benachrichtigt. Begleitend erscheint immer ein Artikel im Fedora Magazine (online), der beide Varianten vorstellt und konkrete Handlungsanweisungen gibt. Ein Upgrade selbst muss nicht länger als eine halbe Stunde dauern (abhängig von der Internet-Anbindung als geschwindigkeitsbestimmenden Schritt).

Ich habe auch mal einen kurzen Blick auf die Gnome-Konkurrenz gewagt und fand bei Debian eine eher ungewöhnliche Auswahl vorinstallierter Software vor, der Desktop machte einen eher ungepflegten Eindruck. Das muss für Debian kein Nachteil sein, denn es ist nicht in erster Linie ein Desktop-Betriebssystem, sondern ein "universelles" Betriebssystem. Den Antergos-Desktop fand ich recht gelungen, wenn auch mit den vorab aktivierten Erweiterungen und Icons ein bisschen verspielt. An Ubuntu Gnome störte mich am meisten, dass zum Teil Software aus vorherigen Gnome-Versionen eingesetzt wurde, was sicherlich der eher überschaubaren Anzahl an zudem ehrenamtlichen Entwicklern geschuldet ist. Interessant wäre vielleicht noch openSUSE, vielleicht komme ich mal in einer ruhigen Stunde dazu.
 
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Hodes

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Genau das habe ich nämlich auch gelesen. Ubuntu Gnome soll halt etwas zicken..
 

Serious_Sam

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Ubuntu setzt bei kommenden Versionen wieder auf Gnome und nicht mehr Unity, daher sollte die Integration auch gut werden.
 

HominiLupus

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Fangen wir es anders an: wofür willst du das System nutzen?
Fedora ist sozusagen der Entwickler von Gnome, sorta.
Aber: Fedora ist nicht sehr gut als Langzeitinstallation wenn du es mehrere Versionen lang nutzen, da müsstest du schon RHEL nehmen.
Dito mit Ubuntu: vergleichsweise üble Updates.
Wenn du eine Installation lange nutzen willst: Debian und keine fremden Repos, nur debian.org und backports.org
 

da_reini

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ubuntu LTS kannst du genauso lange nutzen wie Debian (wenn es um den lifecycle geht). Nämlich 5 Jahre. Danach hat sich ja sowieso meist soviel geändert an der Standard-Paketauswahl (und das oft zurecht) das eine Neuinstallation sinnvoll ist.

Außderm ist man aktueller. Ich mag zwar Debian auch. Aber es war ja die Forderung nach einer aktuellen Distro.
 
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Hodes

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Ich möchte es als tagestaugliches System nutzen. Es soll eigentlich Windows 10 ersetzen, nur da ich mit libre Office nicht warm werde, bleibt Windows parallel drauf. Ich möchte meinen nas einbinden, kde Connect nutzen und damit surfen und arbeiten. Muss mal gucken wie ich es schaffe libre Office mein eigen zu nennen.
 

da_reini

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Was stört dich denn an LibreOffice?
 
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tek9

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Daher Debian Testing. Die Pakete sind deutlich aktueller als in der Stable und die Testing Version ist ein Rolling release. Also nie wieder neu installieren oder Releasewechsel durchführen.

Btw muss man bei Ubuntu LTS Derivaten darauf achten, das nicht nur der Ubuntu Unterbau fünf Jahre Support erhält, sonder auch der Desktop. Z.B. Lubuntu und Ubuntu MATE LTS patchen das DE nur zwei Jahre lang....
 

twK

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Wie gut ist Excel online? Dann könntest du gänzlich auf Win10 verzichten.

Btw. Ubuntu Gnome LTS hat derzeit "nur" 3 Jahre support (es verbleiben also noch 2 Jahre). Ändert sich vermutlich aber ab 18.04.
 

HominiLupus

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ubuntu LTS kannst du genauso lange nutzen wie Debian (wenn es um den lifecycle geht). Nämlich 5 Jahre. Danach hat sich ja sowieso meist soviel geändert an der Standard-Paketauswahl (und das oft zurecht) das eine Neuinstallation sinnvoll ist.

Außderm ist man aktueller. Ich mag zwar Debian auch. Aber es war ja die Forderung nach einer aktuellen Distro.
Das ist Humbug. Nach 2-3 Jahren macht man bei Debian ein Upgrade weil eben dann die nächste Version draussen ist. Meine Installation da drüben ist von ca. 2005 glaub ich, und das auch nur weil ich seit damals diese Festplatte verwendet wird. Debian installiert man einmal und das wars. Bei Ubuntu sind die Fehler beim Update Legion.
 

da_reini

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Das ist Humbug. Nach 2-3 Jahren macht man bei Debian ein Upgrade weil eben dann die nächste Version draussen ist. Meine Installation da drüben ist von ca. 2005 glaub ich, und das auch nur weil ich seit damals diese Festplatte verwendet wird. Debian installiert man einmal und das wars. Bei Ubuntu sind die Fehler beim Update Legion.
Hab nicht gesagt, dass man Debian nicht upgraden kann. Ich habe gesagt, dass es oft nicht sinnvoll, da sich manchmal so viel ändert. Wieder mal ein Fall von: Bitte genauer lesen ;)

Hier kannst du dich zB etwas genauer einlesen, was so die probleme sind, wenn dich das Thema wirklich interessiert:
https://www.golem.de/news/debian-8-angeschaut-das-unsanfte-upgrade-auf-systemd-1504-113765.html

Und das hat nichts mit Debian per se zu tun, sondern mit der Natur von fixed release distros.
 

VikingGe

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Rolling releases führen aber unter Umständen zu Instabilität oder?
Kommt drauf an. Rolling Release heißt ja nicht, dass die Software nicht getestet wird. Bei gewissen Komponenten, an denen größere Teile des Systems hängen, dauert es bei Arch auch z.T. eine oder mehrere Wochen, bis ein Update verteilt wird, v.a. beim Linux-Kernel oder Mesa.

Ich benutze nun schon seit 7 Jahren Arch auf dem Desktop (ja, immer noch die allererste Installation). Normalerweise ist das relativ stressfrei, alle paar Monate muss man mal bei einem Update kurz händisch irgendwo eingreifen und bei großen Umbrüchen hat man auch durchaus Wartungsaufwand, allerdings passieren letztere nur alle paar Jahre (Ende 2015 der C++-ABI-Wechsel, 2012 die Umstellung auf systemd).

Das größte Problem, das ich in den letzten ~12 Monaten hatte, war, dass vor ein paar Wochen mal ein Linux Firmware-Paket mit Firmware für Kernel 4.10 verteilt wurde, als noch Kernel 4.9 in den Repos war, was bei einigen AMD-Grafikkarten wie meiner RX 480 für Probleme beim Power Management gesorgt hat. Wie fast immer bei solchen Problemen half ein Downgrade des Pakets für ein paar Tage.

Zum Thema Debian Testing: Hier wird auch explizit darauf hingewiesen, dass Sicherheitsupdates durchaus mal hinterher hinken können. Wenn du Rolling Release willst, würde ich einfach mal nen Blick auf Antergos werfen, ist ein Arch-Derivat und scheint auch recht gut gepflegt zu sein.
 
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