"Schwere" Linux-Distro nachträglich "leichter" machen?

Mondgesang

Lt. Commander
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Liebe Freunde,

wir alle kennen vorgefertigte "leichte" Linux-Distros die schon so voreingestellt kommen, dass sie wenige Dinge mitbringen, wenig Unnützes (subjektiver Begriff, ich weiß) out of the box haben und somit wenige Ressourcen brauchen. MX-Linux, Puppy Linux, Bunsen, Lubuntu, Q4OS etc.

Dann gibt es welche, die erfahreneren Nutzern die Chance geben, von Grund auf ein System aufzusetzen. So leicht oder vollgeladen, wie man es eben haben möchte. Arch, Gentoo, LinuxFromScratch etc.

Was ist aber mit der Variante, eine "normale" Distro zu nehmen, und sie von "Ballast" zu befreien? Ich denke da an Windows 10. Frisch installiert entfernt man erstmal die ganze CanyCrush Grütze aus dem Startmenü, geht in die Apps und deinstalliert diese ganzen Smartphone, Hilfecenter, OneDrive, bla bla. Dann geht man in die Services und deaktiviert allerlei Kram, wenn man denn weiß, was man da tut. Auch in der Registry kann man hier und da Dinge deaktivieren und das System wird merklich flotter und weniger hungrig.

Jetzt stelle ich mir als reines Beispiel ein richtig dickes Ubuntu 26.04 LTS mit allem PiPaPo vor. Nonfree-Treiber für Nvidia etc, Multimediacodecs, alles dran, alles drin. Kann man daraus, ein "leichtes" System machen?

Ich erinnere mich mal, dass ich in einer VM mal mit Ubuntu oder Debian rumgespielt habe. Dort habe ich in Synaptic alle Pakete angeschaut, nachgeschaut, was sie so machen etc. Und die Folgen des Entfernens waren von bis. Manche Pakte konnte man entfernen und nichts wurde in Mitleidenschaft gezogen. Bei manchen Paketen jedoch stand dann bei den "Diese Komponenten werden ebenfalls deinstalliert" so Sachen wie einfach mal der GNOME Desktop :D Ein kleines Fitzel haut einem den ganzen Desktop auseinander, weil Abhängigkeit. Da verwarf ich die Idee, zu versuchen, eine normale Distro leichter zu machen.

Hatte ich lediglich den falschen Ansatz? Geht man sowas anders an? Es ist eine rein technische Frage der Machbarkeit und der Umsetzung. Bitte schlagt mir keine alternativen Distros vor. :)
 
Debian Server / Ubuntu Server installieren. Und du bist auf einem ähnlichen Ausgangspunkt wie Arch: Hast ein TTY samt CoreUtils + Netwerkmanager, das wars.
 
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Mondgesang schrieb:
Hatte ich lediglich den falschen Ansatz? Geht man sowas anders an?
Solange du dir nicht deine eigene Installation mit zb Arch bastelst, bist du vermutlich besser dran irgendwas vorgefertigtes zu verwenden wie Lubuntu um im Ubuntu Universum zu bleiben. Bei Ubuntu gibt's auch die Variante mit der Minimalinstallation im Installer.

Was ist deine Motivation dafür? Ein 'dickes' Ubuntu braucht auch nur 1,3 GB RAM. Solange du nicht nur 2 oder 4 GB hast, macht das fast keinen Unterschied.
 
Tenferenzu schrieb:
Was ist deine Motivation dafür?
Experimentierfreude. Wie gesagt, rein technische Frage des Machbaren und des Umsetzbaren. Sprich statt von Grund auf aufzubauen, von fertig auf "vorsichtig" abbauen.
 
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Gerade Ubuntu fragt doch, ob Server wie Desktop mit minimaler oder "üblicher" Installation stattfinden soll. Zudem, auch wenn Ubuntu unter den Distributionen in der Vollinstallation zu den mächtigeren Möglichkeiten gehört, hält sich die Anzahl der aktiven Hintergrunddienste im Rahmen. Anbindung an Cloudspeicher (sollte) nur laufen, wenn du in den Einstellungen die entsprechenden Credentials einträgst. Die Dienste die das bewerkstelligen sind oftmals recht klein[1]. Proprietäre Treiber werden nur geladen, wenn die entsprechende Hardware auch steckt..


[1] +/- Größe etwaiger Indizes bei der Synchronisierung.
 
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Warum den Gaul von hinten aufzäumen?
Auswahl gibt es ja genug, für alle Geschmäcker.

Im Zweifelsfall fange ich lieber klein an und hole was ich brauche.
Ansonsten muss man bei hunderten Paketen wissen was sie machen, damit man entscheiden kann ob man sie braucht.

Ich weiß sowieso nicht, was dieses ganze "leichtgemache" soll.
Als ob das auf heutiger Harware eine Rolle spielen würde.

Ich persönlich nehme Debian mit KDE und installieren nach was ich brauche.

Das ist fast schon langweilig stabil, bloatfrei und performant.
 
Mondgesang schrieb:
Experimentierfreude. Wie gesagt, rein technische Frage des Machbaren und des Umsetzbaren. Sprich statt von Grund auf aufzubauen, von fertig auf "vorsichtig" abbauen.
Praktisch russisch Roulett mit Paketen?

Ich verstehe die Motivation nicht. Wenn man irgendwo Bloat ausmacht und loswerden will, dann verstehe ich das. Dann sollte man aber bei Windows und Linux gezielt vorgehen.
 
Ich verstehe auch das Grundproblem nicht. Jede Distribution, die ich kenne, bietet schon per se eine minimale Variante an. Und dann kann man sich doch alle weiteren Pakete, die man dann noch braucht, selbst nachträglich installieren. Gut, dann ist man oft auch nachträglich länger beschäftigt, ein System aufzusetzen, als gleich eine entsprechende "komplette" Installation, weil man dann doch noch im laufenden Betrieb feststellt, daß die eine oder andere Komponente oder Tool fehlt, ich sag nur mal die nettools und Co., die man immer wieder mal für Fehlersuche im Netzwerk braucht, und blöd ist, wenn sie fehlt, weil man gerade kein Netz hat.
 
Mondgesang schrieb:
Kann man daraus, ein "leichtes" System machen?
Ja, prinzipiell kann man das.
Manche Pakte konnte man entfernen und nichts wurde in Mitleidenschaft gezogen. Bei manchen Paketen jedoch stand dann bei den "Diese Komponenten werden ebenfalls deinstalliert" so Sachen wie einfach mal der GNOME Desktop :D
Das ist halt die Herausforderung. Man muss für jedes installierte Paket überprüfen, welche Funktion es hat, und ob es benötigt wird (persönliche Abwägung) bzw. eine Abhängigkeit von einem benötigten Paket ist. Das ist nicht wenig Aufwand, und auch nicht weniger aufwändig, als mit einer minimalen Installation (die auch bei Ubuntu möglich ist) anzufangen und nur die benötigten Pakete zu installieren. Dazu kommt noch, dass manche Programme eigene Programmdaten (z.B. Konfigurationsdateien, Caches, Browser-Profile usw.) hinterlassen, die der Paketmanager nicht entfernt.
Wenn du Bock und Zeit hast, kannst du dich natürlich daran versuchen, und wirst dabei das eine oder andere darüber lernen, was so alles an Software bei Ubuntu dabei ist und welchen Zweck die im Einzelnen erfüllt.
 
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Wenn man jetzt mal Debian als Beispiel nimmt gibt es da ja gegen Ende der Installation über Tasksel die Möglichkeit auszuwählen was man grundsätzlich auf der Kiste haben will. Also z.B. den Gnome Desktop oder KDE oder was auch immer. Da kann man dann natürlich auch alles abwählen. Dann wird nur soviel installiert, daß das Ding eben hochfährt.

Früher habe ich das tatsächlich immer so gemacht. Mittlerweile bin ich etwas bequemer geworden und sage dem Installer, daß ich den Cinnamon Desktop und die wichtigsten Systemtools haben will. Nach dem hochfahren schmeiße ich dann eben das wenige raus was ich ausdrücklich nicht will.

Aber ja, man kann natürlich auch sagen, daß man nur das absolute Grundsystem will und macht dann alles andere nach dem ersten hochfahren. Der Lerneffekt besteht dabei vor allem darin, daß man anschließend das Internet stundenlang durchsucht um festzustellen, welche Pakete man braucht um diese eine Komfortfunktion die man sonst immer hatte wieder ins System zu bekommen.
 
@Mondgesang es ist möglich eine Minimal Installation zu machen. Ich mache das schon die letzten Jahre so mit Debian und Fedora. Das ist sauberer und von vorne rein ohne zusätzlichen Balast, da du selbst bestimmst was installiert wird. Mit einer normalen Installation hast du das Problem, das immer gewisse Abhängigkeiten bestehen und wenn du dann Pakete deinstallierst, kann es sein das Pakete die du behälst dannach nicht funktionieren, da diese auch bestimmte Abhängigkeiten haben, die vorher deinstalliert wurden.

Hier das Beispiel mit Debian (gilt Heute immer noch)
https://www.pragmaticlinux.com/2020/10/install-a-minimal-kde-on-debian-10-buster/

https://www.reddit.com/r/debian/comments/1hmijv6/wifi_not_working_in_kde_fresh_install/

go to /etc/NetworkManager/NetworkManager.conf and set managed to true. If that doesn't work, go to /etc/network/interfaces, comment out your interface and reboot.

It's because you were getting internet access through ifupdown package. This is a common issue when going for minimal install on debian. If your internet is working well now, there is no need to keep that package any longer.


Fedora Everything Online Installer ISO
https://fedoraproject.org/misc/#everything

Manual installation​


Update your OS​


dnf upgrade -y


Install the display server (X.Org) + Plasma Desktop​


dnf install -y kscreen plasma-desktop sddm sddm-kcm xdg-user-dirs


Enable Plasma on boot​


systemctl enable sddm graphical.target<br>systemctl set-default graphical.target

sddm-breeze
pam-kwallet

wlan

sudo dnf install -y NetworkManager-wifi iwl*
reboot

Minimize and Maximize Buttons GTK Apps

xdg-desktop-portal-gtk
kde-gtk-config



dolphin
konsole
spectacle
gwenview
kate
ark

plasma-Discover


Systemeinstellungen

kinfocenter
plasma-firewall

Debian minimal ist schon sehr sehr funktional ohne viele Pakete nachinstallieren zu müßen. Fedora braucht die oben erwähneten Pakete noch.
Wenn du mit all dem nichts anfangen kannst, dann mache es nicht.
 
Mondgesang schrieb:
Experimentierfreude. Wie gesagt, rein technische Frage des Machbaren und des Umsetzbaren. Sprich statt von Grund auf aufzubauen, von fertig auf "vorsichtig" abbauen.
Man könnte auch NixOS mit LabWC installieren. LabWC hat nur 6 Dateien und alle 6 könnte man in home.nix packen und von da aus konfigurieren. 1) rc.xml, 2) menu.xml, 3) autostart, 4) shutdown, 5) environment und 6) themerc-override
Theoretisch reichen sogar nur zwei Dateien aus: rc.xml und
[S]autostart[/S]
EDIT: geht natürlich anders als ich gedacht habe. --> Link
Labwc is a wlroots-based window-stacking compositor for Wayland, inspired by Openbox.
It is lightweight and independent with a focus on simply stacking windows well, and rendering some window decorations. It relies on clients for panels, screenshots, wallpapers, and so on to create a full desktop environment.
z.B. so:
Bash:
{ config, pkgs, ... }:

{
  xdg.configFile."labwc/rc.xml".text = ''
 
   Inhalt aus rc.xml Datei
 
  '';

  xdg.configFile."labwc/autostart".text = ''
    waybar &
    swaybg -i ~/Pictures/wallpaper.jpg -m fill &
  '';

}

https://labwc.github.io/
https://github.com/labwc/labwc

Ich werde vielleicht am Wochenende LabWC testen und mit Sway vergleichen.
 
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