mumpel schrieb:
Es ist mir absolut unverständlich, wie viele hier für ein paar MP3s, Videos und Apps das Grundrecht auf Unversehrtheit ignorieren. Weiß auf die geschundenen Kinder, Hauptsache ihr bekommt weiterhin eure Warez?
Es ist mir absolut unverständlich, wie hier viele das Internet zensieren wollen, nur um dann ihr Gewissen damit zu beruhigen, dass man von den missbrauchten Kindern nichts mehr sieht.
Du magst das anders sehen, aber mir persönlich ist es wichtiger, dass man den Missbrauch stoppt und Kinder vor zukünftigem Missbrauch bewahrt.
mumpel schrieb:
Mannomann. Ich wette, dass keiner von euch Tönenden hier regelmäßig irgendeine Seite besucht, die durch eine "Zensur" jedweder Art, nicht erreichbar wäre.
Darum geht es auch gar nicht. Ich bin auch strikt gegen Zensur. Und es wäre egal, ob es hier um Kinderpornographie oder um Webseiten von Briefmarkensammlern geht. Es geht ums Prinzip.
Erst sperrt man KiPo-Seiten, dann überlegt man sich, man könnte mit der gleichen Liste ja auch andere Seiten sperren und irgendwann sperrt man dann erstmal alles, was einem nicht gefällt. Wer garantiert einem denn z.B., dass die CDU nicht irgendwann mal Lust hat die Seite der SPD zu sperren o.ä.? Und sei nicht so naiv und behaupte "Sowas würde nicht passieren." Diese Naivität sollten mittlerweile alle abgelegt haben, wenn man sich mal anschaut, was für Daten für irgendwelche Zwecke gesammelt und später für ganz andere Zwecke verwendet werden.
mumpel schrieb:
Bis jetzt habe ich auch noch keinen vernünftigen Gegenvorschlag gehört außer das Totschlagargument "Zensur". Ziemlich lame.
mumpel schrieb:
Die kranken Macher sitzen im Ausland, wo man nicht rankommt. Die Konsumenten hier. An die kommt man ran. Macht man auch. Nur sind halt die Mittel und Möglichkeiten begrenzt.
Die Mittel sind nicht begrenzt, die Mittel werden künstlich begrenzt. Das würde nämlich Nachdenken und arbeiten bedeuten und eine Blacklist ist einfacher und eignet sich besser zur Selbstprofilierung. "Wir blockieren KiPo-Seiten im Internet" bringt mehr Wählerstimmen als "Wir arbeiten mit Land XYZ zusammen, um die Kinder vom Missbrauch zu retten."
Mal abgesehen davon: "Die kranken Macher sitzen im Ausland"? Ja ja, bei uns in Deutschland werden natürlich keine Kinder missbraucht. Das gibt es nur woanders.
Es ist doch so: Viele wollen doch gar keine Kinder davor retten, sondern nur so tun als hätten sie etwas getan.
mumpel schrieb:
Oder wäre ein nationales Logging mit Profiling und Rasterfahndung angenehmer? Ich denke, dass so eine Blacklist wohl das kleinste Übel ist, was zumutbar ist, um dieses kranke tun einzudämmen.
Das nationale Logging und Profiling wollen die Entwickler ja bereits mit dem Stichwort" Terrorismus" durchsetzen. Um eine Blacklist durchzusetzen, brauchen die Politiker also ein anderes Stichwort. Es ist traurig wie viele auf den Mist immer noch reinfallen.
mumpel schrieb:
Der einzige Gegenpunkt wäre evtl. noch, dass diese kranken Psychopathen in der Nachbarschaft wildern gehen. Das "Ein paar opfern sich für viele" darf aber kein Argument sein. Man muss im gleichen Atemzug aber dann auch die Fahndung nach den Konsumenten und Tätern stark erhöhen und die Strafmöglichkeiten richtig nutzen. Es kann nicht sein, dass es da so eine hohe Rückfallquote gibt oder dass die bei Freigang einfach abhauen. Wenn dem so ist, dann müssen die eben so lange weg gesperrt werden, bis sie keine Gefahr mehr sind. Im Notfall lebenslang. Wie andere Psychopathen in der Geschlossenen auch. Da passiert mir noch zu wenig.
Ach nein, wird durch die Blacklist etwas nicht alles gut? Das ist übrigens nicht der einzige Gegenpunkt; es ist noch nicht einmal der beste. Ein starker Gegenpunkt ist z.B., dass durch das Sperren solcher Seiten der Missbrauch der Kinder nicht gestoppt wird. Es ist auch so, dass nicht alle Kinder von irgendwelchen Seitenbetreibern missbraucht werden. Man hätte praktischen keinen Effekt, hätte aber gleichzeitig eine Menge Kosten und der Regierung die Zensur geschenkt.
Ich bin dafür, dass die Polizei Missbrauchsfälle aufspürt und die Täter angezeigt werden. Ich bin auch dafür, dass diese Triebe aus der Tabuzone geholt werden, damit sich Leute, die diese Triebe haben, behandeln lassen können, bevor sie evtl. zu Tätern werden.
Heutzutage ist es doch so: Wenn so einer solche Triebe hat, macht er nicht eine Therapie, sondern behält das für sich. Weil solche Leute - ohne, dass sie etwas getan haben - sofort an den Pranger gestellt, verurteilt, schlecht gemacht und vertrieben werden. Würde man mit dem Thema etwas intelligenter umgehen, dann könnten Leute mit solchen Trieben präventive Therapien einleiten. In gewisser Weise sind also diese "Schwanz ab"-Schreier auch Schuld daran, dass erst Kinder missbraucht werden müssen, bevor man diese Leute aufspüren kann. Da sollte man mal drüber nachdenken (wird zwar nicht passieren, aber es geschehen ja manchmal noch Zeichen und Wunder).
Das das funktioniert sieht man z.B. am der Homosexualität. Überall Leute, die ihr "coming out" machen usw. Früher waren genau so viele Leute homosexuell wie heute, aber heute kann man drüber sprechen. Würde man solche Triebthemen auch endlich aus ihrer Tabuzone hervorzerren, können man sehr viel offener darüber reden und Leute können sich darum kümmern.