Kopfhörerkauf Gaming

DanyR

Cadet 1st Year
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Okt. 2015
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Hallo an alle Experten hier,

Ich bin mir sicher das hier schon viele die gleiche Frage gestellt haben, aber da ich unfassbarer Laie im Audiosektor bin muss ich einfach neu nachfragen.

Ich möchte mir ausschließlich fürs gamen (ich hab schon mitbekommen, das Wort ist verpönt) KH bzw. ein HS kaufen. War heute im Geschäft und war kurz davor mir das Sennheiser Game Zero zu holen (250 Euros), habe mich dann aber doch dazu entschlossen erstmal nachzulesen. Anscheinend war das die richtige Entscheidung.

Ich bin dann durch Google hierher gekommen und hab erschreckende Beiträge gelesen. Diese sind aber etwas älter, desshalb wollte ich zum aktuellen Stand der Technik nochmals hier fragen:

Ich hab schon mitbekommen das Headsets nicht das richtige sind.
Ich spiele ausschließlich CS GO auf guten Niveau und wollte mir nun ein Top HS zulegen (oder wie jetzt gelesen KH + Mic). Mir geht es ausschließlich um Erkennung der Position der Gegner, Sounds und Schritte die diese machen...

Anscheinend wird hier ein DT880 empfohlen? Ist das noch richtig?

Ich brauche im Grunde bitte eine kurze Beratung zum akutellen Stand der Technik welches HS bzw. welche KH ich kaufen sollte. Dazu welche Soundkarte (habe "nur" Onboard zur Zeit) und welches Micro (sollte auch "praktisch" sein vom Kabel her)?


Tut mir nochmals Leid da diese Fragen sicher schon hunderte male beantwortet wurden, aber ich bin mir einfach unsicher. Preislich dachte ich alles zusammen um die 300 Euros. Ich lasse aber mit mir reden wenn ihr meint es "müssen" aus bestimmten Gründen mehr Euros werden ;)

Vielen vielen Dank schonmal für die Hilfe
Lg Daniel
 
Der DT880 (250Ohm) oder auch ein AKG K701 (oder Varianten davon) sind noch "stand der Technik" wenn es richtig guter Sound sein soll (einen T90 halte ich nur fürs zocken dann schon für übertrieben ;-). Ideal dazu wäre ein Fiio E10k und ein Samson GoMic (kann aber auch ein anderes sein, je nach Geschmack)
 
Mit so einer schnellen Antwort habe ich nicht gerechnet.
Was ist denn mit den DT990? Ist dieser neuer und oder besser/schlechter?

AKG habe ich hier gelesen ist fürs gaming nicht so gut? War das mal?
 
"Neuer" ist bei Kopfhörern die falsche Frage. DT-770, 880 und 990 sind Uralt, aber bei Audiohardware tickt die Uhr etwas anders, da ist die Hardware kaum noch einer echten Evolution unterworfen. Somit kann man bedenkenlos auf "Alte" Modelle zurückgreifen, sie werden nicht schlechter klingen als alles, was den Markt im selben Preissegment neu erreicht.

Jedes genannte Modell hat aber seine eigene Philosophie von Klang und legt die Schwerpunkte jeweils woanders. Was dir am besten gefällt ist eine schwere Frage und die kannst letztendlich nur du dir selbst beantworten. Die einen klingen Basslastiger, die anderen Linearer, der eine schirmt dich von Aussengeräuschen ab, andere Treiber schwingen ohne Kompression frei in die Umgebung. Am besten Probehören.
Wenn du aber aus allen Klanggewohnheiten einen guten Kompromiss willst, ist der DT-770 eine gute Anlaufstelle. Der DT-880 ist beispielsweise Linearer und daher etwas schlanker im Bass, aber dafür differenzierter als der DT-770. Daran kann man sich durchaus gewöhnen, kostet aber auch mehr.
Wenn hingegen du keine Außengeräusche wahrnehmen willst oder andere nicht belästigen willst, ist ein geschlossener Hörer wie der DT-770 wieder besser.
 
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Grade wenn es nur für zuhause und nicht für unterwegs sein soll, brauchst du nicht unbedingt einen geschlossenen wie den 770. du kommst eigentlich nicht um probehören rum, ich würde mir alle 3 und dazu den fiio e10 bestellen
Das tolle an Beyer ist die super ersatzteilversorgung auch über Jahre hinweg
 
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Der DT990 (und 770) hat eine "Badewannen-Abstimmung" mit mehr Bässen und auch angehobenen Höhen. Klingt kraftvoller bei Explosionen, verdeckt aber auch Details wie Schritte eher.

Bei den AKGs sollte man nur auf jeden Fall eine Soundkarte mit KHV haben, ansonsten sind sie mindestens genauso gut wie der DT880, zerlegen den Klang sogar noch besser in die Einzelteile das man Details hört. Kann bei Musik etwas gewöhnungsbedürftig werden ;-)

Bei so nem Kauf ists eigentlich am besten wenn man sich die Modelle selber mal anhören und vergleichen kann. Jeder hat auch etwas andere Vorlieben die mit reinspielen.
 
Jo, das QH85 ist ein empfehlenswertes Headset (eines der ganz wenigen, zusammen mit dem QH90 und baugleichem Kingston HyperX Cloud). Der Schritt zu den genannten Kopfhörer ist aber doch recht deutlich, sowohl beim Klang als auch bei der Qualität.
 
Hallo Spiderman,

Schaut so aus als suchtest du genau das gleiche wie ich :D Auch das Budget scheint gleich gewesen zu sein. Wie ist das 880 deiner Empfindung nach in CS? Welche Vorteile "hörst" du jetzt?
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Hallo nochmal,

nach den Antworten hier und dem Link von Spiderman hätte ich mir nun folgendes bestellt:

Beyerdynamic DT 880 Edition 600 Ohm

FIIO E10K OLYMPUS 2 D/A WANDLER

und als Mic:

ModMic V4 Mikrofon, abnehmbar, inkl. Mute-Butto (finde ich einfach total praktisch und nach den Bewertungen gute Quali, was meint ihr??


Und eine Frage habe ich dann noch:
Diesen FIIO E10 schließe ich mit USB an einen USP Port? Ist das dann eine externe Soundkarte oder was macht das Ding?
Kann ich das Mic dann auf den Onboard Mic Eingang anschließen? Denn dieses FIIO hat ja keinen Mic eingang?

Sind sicher dumme Fragen aber was solls :)
 
1. Beim Kopfhörer solltest du besser die 250 Ohm Version nehmen.
Die Impedanz der Kopfhörer in Verbindung mit der Spannung, die der Kopfhörerverstärker erzeugen kann legt fest, wie viel Strom durch die Spule des Kopfhörers fliessen kann.
VxA=VA, in diesem Fall die elektrische Leistung, die den Kopfhörer durchfließt. Wie laut der Kopfhörer bei einer spezf. Leistung ist, ist ebenfalls abhängig von seiner Effizienz. Die ist bei den Beyerdynamic sehr hoch. Aber 600Ohm am Fiio sind problematisch. Hier solltest du unbedingt die version mit der niedrigeren Impedanz nehmen.

2. Das Antlion Modmic ist klanglich nicht besser als das von Zalman, sein einziger Vorteil ist die Befestigung und der Arm.
Zudem hat der Fiio keinen Eingang für Micros, also musst du es an der Onboardsoundkarte betreiben. Ein Stationäres USB-Mikrofon ist im Regelfall die beste Lösung, des es benötigt keine Soundkarte und die Soundqualität ist in jedem Fall ausgezeichnet und Störungsfrei. Dies kann bei den passiven Kabelmikrofonen nie garantiert werden.

3. Eine Alternative, falls du die 600Ohm Version und das Modmic verwenden willst, ist die neue Soundkartenserie von Asus, die seit kurzem erhältlich ist.
http://geizhals.de/asus-strix-soar-90yb00j0-m0ua00-a1326618.html
Die Vorteile sind hierbei, dass du für annähernd denselben Preis wie den Fiio eine technisch ebenbürtige Soundkarte bekommst, die einen guten ADC für das Mikrofon beherbergt und 600Ohm Kopfhörer betreiben kann.
Hier sei gesagt, dass Erfahrungen über Klang und Treiber noch nicht vorliegen. Technisch bewegt sie sich jedenfalls mindestens auf derselben Ebene wie der Fiio und die bisherigen Xonar Karten (STX/STX II).

Der Fiio ist ein Digital-Analog Wandler mit integriertem Kopfhörerverstärker, also im Prinzip eine puristische Soundkarte. Die 5V Versorgungsspannung über den USB-port und ein fehlender Eingang für ein Mikrofon schränken ihn aber in seiner Verwendung ein.
In Verbindung mit 250Ohm Kopfhörern und einem USB-mikrofon ist er bedenkenlos einsetzbar, da du aber auf das Modmic setzen willst, ist eine Soundkarte für dich die bessere Alternative.
 
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Vielen Dank für die lange Ausführung.

Ich dachte die 600 Ohm Variante ist leistungsfähiger bzw. bietet den besseren Klang. Um ehrlich zu sein weiß ich natürlich nicht inwieweit das für mich Normalo hörbar ist?

Meinst du das es für mich und meinen Einsatzbereich einen hörbaren Unterschied macht?

Eben diese Befestigung vom Modmic find ich sehr praktisch.
 
Der Unterschied von 250Ohm zu 600Ohm äussert sich primär in der Lautstärke, und die ist bei derselben Spannung beim Kopfhörer mit der niedrigeren Impedanz höher. Der Fiio hat zwar einen KHV, dieser tut sich aber aufgrund seiner Versorgungsspannung mit 600Ohm nicht leicht.
Der DT-880 mit 250Ohm ist für den Fiio die bessere Wahl.

Da du aber ein passives Kabelmikrofon einsetzen willst, ist eine Soundkarte wie in meinem Post beschrieben für dich eher geeignet.
 
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Ich würde eher zu einem geschlossenem Hörer raten. Ich merke sowohl mit meinem Sennheiser HD650 als auch mit dem AKg 702, das die breitere Bühne weniger Vorteile bringt, als ein geschlossener Hörer, der dich wirklich von der Aussenwelt abschliesst und dich voll aufs Spiel konzentrieren zu können.
Kaum ist das Fenster auf, oder meine Mitbewohnerin hier, hat man Störfaktoren.

Ob AKG 550 oder Beyerdynamik DT770 ist dann Geschmackssache.
 
Das heißt also mehr Ohm ist geringere Lautstärke, somit brauch ich wieder mehr Leistung bei der SK? Dafür, so habe ich gelesen, ist der Ton noch feiner und besser zu unterscheiden?

Ok dann werde ich wohl zu der von dir genannten Soundkarte greifen.

Unterscheiden sich 770 und 880 also nur durch geschlossene und offene Bauform?
 
Ein Kopfhörer mit höherer Impedanz kann dies durch mehrere Techniken realisieren:

Dünnerer Draht.
Längerer Draht.
Dünnerer und längerer Draht.

Das magnetische Feld, welches von einer Spule erzeugt wird hängt von dem Strom ab, der die Spule durchfließt und von der Anzahl der Wicklungen.
Mehr Wicklungen bedeutet ein stärkeres Magnetisches Feld, aber je länger der Draht, desto höher die Impedanz und desto weniger Strom fließt bei einer definierten Spannung durch die Spule, was wiederum den Strom begrenzt und die Leistung wieder reduziert.

Ziel ist es aber immer ausnahmslos, den Spulenträger, also die Membran, so leicht wie möglich zu machen.
Je leichter die Membran, desto niedriger sind Masseeffekte, die sich negativ auf das Bewegungsverhalten und letztendlich auf die Reproduktionsgenauigkeit der Membran auswirkt.
Je schwerer die Membran ist, desto höher muss die Stärke des Magnetfeldes sein, um diese negativen Effekte wieder zu kompensieren. Dies mindert aber auch die Effizienz des Treibers etc....

Es ist also von höchster Priorität für einen guten Treiber, eine leichte Membran zu haben. Da diese aber gleichzeitig der Spulenträger ist, muss die Spule so leicht wie möglich sein.

Und da hat man nun die Wahl, entweder ich nehme eine höherer Drahtdicke mit weniger Windungen und kann den Treiber so auch an niedrigen Spannungen betreiben oder...
Ich nehme einen extrem dünnen Draht und wickle ihn öfters, um ein Feld zu erzeugen, welches dieselbe Stärke bei weniger Strom hat wie die Spule, die dieselbe Energie mit einem dickeren Draht und dafür wenigeren Windungen erzeugt.

Das Thema ist extrem Komplex und viele Faktoren spielen hierbei eine Rolle.
Generell kann man also nicht sagen, dass ein 600Ohm Kopfhörer pauschal besser klingt als einer mit 250Ohm.
Innerhalb einer Serie (DT-880) kann man dies besser eingrenzen und hier gilt tatsächlich, dass sich eine höhere Impedanz besser auf das Reproduktionsverhalten der Membran auswirkt, also wird die 600Ohm Variante leicht besser klingen, aber:

- Der hörbare Unterschied zwischen 80 und 250Ohm ist um ein vielfaches höher als der zwischen 250 und 600Ohm (dieses Phänomen unterliegt der e-funktion, der Unterschied zwischen 250 und 600Ohm ist kaum wahrnehmbar)

- Der 600Ohm Kopfhörer braucht eine mehr als doppelt so hohe Betriebsspannung, um dieselbe Leistung zu erreichen wie sein 250Ohm Gegenstück. Will man also den 600Ohm Kopfhörer verwenden, sollte man Kopfhörerverstärker verwenden, die mit 600Ohm zurechtkommen. Die 5V Versorgungsspannung des Fiio sind hierbei grenzwertig. Wäre der DT-880 nicht ohnehin sehr effizient, würde er wie andere hochohmige Kopfhörer, am Fiio generell zu leise klingen.


//
DT-770 und 880 unterscheiden sich durch die Bauform und durch die Abstimmung.

DT-770 und DT-990, das sind von der Abstimmung her ähnliche Treiber, davon der eine offen, der andere geschlossen. Beide haben eine Badewannenabstimmung, also unten und obenrum fett, die Mitten etwas zurückhaltender.

Der DT-880 spielt in einer Liga darüber und ist sehr linear in seiner Abstimmung. Manche mögen das, manche nicht. Technisch ist er dem 770 und 990 jedenfalls überlegen.
 
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Sehr schön erklärt, vielen Dank!

Nun, eine Sache verunsichert mich noch. Man ließt hier und in der FAQ von Störungen (Knistern, ziehen, ...) mit internen Soundkarten...
Wird das bei der genannten keine Rolle spielen?

Wenn das nicht auftritt nehme ich die interne und 600 Ohm, wenn doch bleibe ich lieber bei dem anderen + Mic auf Onboard
 
Das wiederum hängt wiederum von vielerlei Faktoren ab. :D

Grundsätzlich kann man nicht pauschal sagen, das externe Soundkarten weniger EMV-bedingten Störungen unterliegen als interne Karten. Nur die Störungsquellen sind in beiden Fällen unterschiedlich.
Solche Störungen kannst du also nicht ausschliessen, egal ob du nun auf eine Interne oder Externe Soundkarte baust.

Willst du den sichersten Weg gehen, setze auf bewährte und erprobte Komponenten.
Dies würde bedeuten:
- DT-880/770/990 250Ohm
- Fiio E10K
- Samson Go Mic USB
Hierbei sind Störungen, knistern und andere unschöne Erscheinungen die von belasteter Hardware oder Masseschleifen ausgehen innerhalb dieses Setups selten.

Bist du mutig und lässt es drauf ankommen:
- DT-880/770/990 250Ohm/600Ohm
- Antlion Modmic (passive Mikrofone mit langer Signalleitung leiden oft unter parasitärer Einstrahlung oder verseuchter Signalmasse durch hochfrequente Verbraucher)
- ASUS Strix Soar
Diese Karte ist erst seit kurzem auf den Markt und wir haben keinerlei Informationen über mögliche Probleme oder Treiberschwierigkeiten. Wir wissen nur anhand des Layouts, dass die verbauten Komponenten gleich gut oder besser als die der bewährten, aber 150€ teuren STX sind.

Eine Kombination, bei der das Modmic an der Mainboardsoundkarte betrieben wird halte ich für zu gewagt, da sich hier zwei Fehlerquellen addieren:
- Unsaubere Mainboardmasse stört die Signalverarbeitung
- Durch die lange Leitung zwischen dem Mikrofon und der Soundkarte fängt man sich Elektromagnetische Störungen ein. Da das Tonsignal vom Mikrofon eine extrem niedrige Amplitude hat, ist der Signal-Rauschabstand sehr gering. Das bedeutet, wenn du dir Störungen einfängst wirst du sie hören. Drehst du das Mikrofon lauter, werden die Störungen ebenfalls lauter.
Dazu kommt noch die oft minderwertige Wandlerqualität des Onboardsoundchips.

Beides kann man mit einem USB-mikrofon nahezu ausschliessen, was obendrein im falle des Samson besser klingt und gleich viel kostet.

Mir wäre ein Mikrofon am Kopfhörer dieses Risiko nicht wert.
 
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