Leserartikel Kurzes Review vom be quiet! Shadow Base 800, Glasfenster, schallgedämmt

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Darklordx ausging, dass ein neues Gehäuse gekauft werden müsste.

Die Wahl fiel auf das be quiet! Shadow Base 800, welches vor kurzem auf den Markt kam. Die News auf Computerbase hatte mich entsprechend getriggert.

Das Shadow Base 800 ist aus der Serie das Günstigste. Es gibt noch zwei Ausbaustufen, eins mit etwas mehr RGB im Gehäuse und dann noch das Modell mit RGB-Lüftern. Und in weiß statt schwarz gibt es die auch.

Leider habe ich mich erst nach dem Umzug meines PCs in das Shadow Base 800 entschieden, ein Review zu schreiben. Es gibt daher leider keine Babyfotos vom Gehäuse. Es sind nur iPhone 15 Pro Fotos geworden, statt Canon R6 auf dem Stativ. Andererseits hat be Quiet wohl eine der ausführlichsten Bilderschauen über seine Gehäuse erstellt. 134 Bilder für das Shadow Base sind auf der Geizhals Seite vorhanden, die natürlich von bequiet stammen. Ich bitte um Nachsicht, dass die Fotos etwas schief sind, aber schief ist englisch und englisch ist modern. Aber bessere Fotos als die von bequiet hätte ich mit meiner Canon R6 auch nicht gemacht.

Also werde ich mich auf das Ergebnis konzentrieren und ein paar Pros und Cons niederschreiben.

Folgende Hardware fand ihr neues Zuhause im Shadow Base 800:

  • Mainboard: ASUS ROG STRIX B650E-F GAMING WIFI
  • CPU: AMD Ryzen 7 7800X3D
  • Ram: Corsair Vengeance grau DIMM Kit 32GB, DDR5-6000, CL36-36-36-76, on-die ECC AMD EXPO
  • Systemfestplatte: Western Digital WD_BLACK SN850X NVMe SSD 4TB, M.2
  • Datengrab: Western Digital WD Red Plus 6TB, SATA 6Gb/s
  • CPU-Kühler: ENDORFY Fortis 5 ARGB
  • Grafikkarte: Sapphire Pulse Radeon RX 7900 XT, 20GB GDDR6
  • Netzteil: Seasonic Focus GX 750W ATX 2.4
  • Gehäuselüfter: 4* Noctua Redux 140mm 1200rpm (zwei in der Front einsaugend, zwei oben ausblasend) und ein Noctua NF-A12x25 PWM im Heck ausblasend

Schauen wir uns das Ergebnis mal an:

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Was fällt auf? Platz... Massig Platz im inneren.

Man kann oben und in der Front bis zu 3 140mm Lüfter verbauen. Dabei muss man beachten, die Frontlüfter vor dem Einbau von CPU-Kühler und Grafikkarte einzubauen. Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr feststellen, dass die Frontlüfter von innen mit dem Gehäuse verschraubt werden. Versucht mal die Lüfter festzuschrauben, wenn CPU-Kühler und Grafikkarte im Weg sind.

Es sind oben und in der Front 420mm Radiatoren für eine Wasserkühlung mit drei 140mm Lüfter möglich, entsprechend natürlich auch kleinere Radiatoren. Man kann sich sicher denken, dass die ausgefallensten Wasserkühlungen hier Platz finden. Wer es braucht.

Während des Einbaus habe ich keine Probleme gefunden. Einwandfrei Bohrungen, Mainboardhalter für ATX-Boards schon gesetzt. Keine einzige scharfe Kante war zu finden, alles entgratet und entschärft.

Vorne ist ein leicht entfernbarer Staubfilter. Man packt unten an der Frontblende und zieht diese dann ab. Schon kann der Staubsauger sein Werk vollrichten (Lüfterblätter festhalten nicht vergessen!).

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Besonders gefällt mir das angeschrägte I/O Panel. Wer wie ich so ein großes Gehäuse auf dem Schreibtisch stehen hat, der wird das zu schätzen wissen.

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Das einzige Leuchtelement im normalen Shadow Base 800 ist der Einschaltknopf. Er leuchtet einfach nur weiß. Wer den PC im Schlafzimmer stehen hat und ihn über Nacht anlassen will/muss, der wird sich über die helle Beleuchtung im Dunkel sicher "freuen". Es ist schon recht hell.

Mal ein paar Worte zum Zubehör: Es sind ausreichend Schrauben vorhanden, dazu einige Kabelbinder und eine HDD-Käfig Halterung für den Einbau von zwei Festplattenkäfigen. Ein Handbuch in mehreren Sprache gibt es auch.

Schauen wir uns mal die andere Seite an:

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Was mir persönlich fehlte, war ein Festplattenkäfig alter Schule an der Stelle in der Front, wo ich den Kreis eingezeichnet habe. Eine HDD kann man nur in eine entsprechende Halterung einhängen.

Bei "1" sieht man die Halterung für zwei 2,5" SSD. Die zwei 3,5" HDD kann man auf der anderen Halterung verschrauben. Problem: Die HDD Halterung sollte laut Handbuch an der mit "2" gekennzeichneten Stelle sein und da war es nicht. Es war an der Position "3" verbaut. Es hat gedauert, bis ich auf den Trick gekommen bin.

Wenn man die Dicke einer HDD kennt, dann weiß man, wie viel Platz man hinter dem Mainboardtray für ein Kabelmanagement hat. Mehr als genug, selbst für eine Lüfter- und ARGB-Steuerung ist Platz.

Im Betrieb aber habe ich dann gemerkt, dass die HDD das Seitenteil in leichte Vibration versetzte, die zudem das Festplattengeräusch verstärkte und das trotz Dämmung im Seitenteil. Ich habe das Seitenteil wieder abgemacht und nach einem Abdruck der HDD geschaut:

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Wie man sieht: Es gibt keinen Abdruck der HDD zu sehen. Also ist genug Platz vorhanden, dass der Kontakt zwischen der Dämmung und der HDD entsprechend gering ist. Aber er scheint vorhanden zu sein, fragt mich wie viel: Ich kann es nicht messen, außer ich bohre ein Loch ins Seitenteil. Wenn ich jetzt weiße Kreide oder einen weißen Edding hätte, hätte ich die Festplatte entsprechend behandeln können, um dies zu überprüfen. Habe ich leider nicht im Hause und besonders Kreide will ich verständlicherweise nicht im Gehäuse sehen. Aber so hätte man ggf. einen farblichen Abdruck auf der Dämmung, um zu sehen, ob ein physischer Kontakt besteht.

Kommen wir jetzt wieder zum fehlenden Festplattenkäfig. Für um die neun Euro kann man einen nachkaufen. Es ist der HDD Cage 2! Habe ich dann getan, denn mir gefiel die hängende Festplatte nicht. Nennt mich über-vorsichtig, aber eine Festplatte, die Jahrelang waagerecht in den Gehäuse war jetzt auf einmal in die Senkrechte zu hängen: Nein, das behagte mir nicht. Absolut nicht. Muss jeder für sich selbst entscheiden.

So sieht das zusammen mit der HHD dann aus.

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Mit den vier "Flügeln" wird die Festplatte dann darin fixiert. An den Flügeln sind so kleine Plastiknippel. Einfach mit etwas Kraftanstrengung in die Löcher der Festplatte drücken. Passt wackelt und hat Luft.

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Jetzt kommt die schon erwähnte HDD-Käfig Halterung ins Spiel:

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Mit drei Schrauben wird es an der Stelle verbaut, die ich weiter oben im Foto eingekreist habe. Man kann es, wenn man einen dicken Radiator in die Front setzt, nach hinten verschieben. Ihr seht die vier Bohrungen oben. Die hat es entsprechend im Boden auch.

Dann fällt aber auf: Es gibt keinen Auflagepunkt oder irgendeine Stütze für die Festplattenkäfige:

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Da ist nichts!

So sieht es von vorne aus. Der Festplattenkäfig wird in die Halterung geschoben und mit einer Rädelschraube an der Halterung befestigt. Mehr nicht!

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Schauen wir mal von der Seite:

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So hängt die Festplatte in Ihrem Festplattekäfig. Man kann locker mit den Fingern hinter dem Festplattenkäfig entlangfahren.

Die Frage ist natürlich, wie lange hält das? Wie stabil ist das? Was wird die Physik dazu sagen? Ist die Schwerkraft außer Kraft gesetzt worden? Nun, die Ingenieure bei bequiet haben sich sicher Gedanken gemacht. Hoffen wir das Beste. Momentan ist alles im Lot. Ich werde es im Auge behalten. Zur Not wird aus Moosgummi ein Kissen drunter gebaut.

Aber die Seitenwand vibriert nicht mehr und verstärkt auch nicht mehr die Festplattengeräusche. Einen Vorteil hat das also.

Im Zeitalter der SSD ist das langfristig aber ein sicher zu vernachlässigender Faktor. Wer von vornherein nur SSDs einbauen will, der braucht sich eh keine Gedanke drüber zu machen.

Zum Abschluss noch ein paar Messwerte:

7800X3D_7900XT_BeQuiet_Shadowbase.png

Der 7800X3D überschritt nie die 80°C Marke und die 7900XT verharrte bei 70°C maximal im Spielbetrieb. Dazu schnurrt der PC leiser als eine Katze.

Wohlgemerkt mit den Noctua Lüfter als Gehäuselüfter. Im Nachhinein hätte ich die drei Pure Wings 3 140mm PWM-Lüfter drin lassen sollen. Aber wer aufgepasst hat: Ich müsste Grafikkarte und CPU-Kühler ausbauen, um die vorderen Lüfter verschrauen zu können. Oder ich fahre in den Baumarkt und schaue nach einem entsprechen kurzen Schraubendreher, den ich nicht im Bestand habe. Dazu habe ich aber ehrlich gesagt keine Lust.

Pro:
  • Platz selbst für fette CPU Kühler bis 180mm oder riesige 420iger Wasserkühlungen.
  • Platz selbst für lange Grafikkarten bis 430mm. Meine 7900XT ist "schlanke" 313mm lang.
  • Durchdachte Kabelführungsmöglichkeiten mit viel Platz hinter dem Mainboard
  • Mesh für perfekten Durchzug, keine geschlossene Front
  • Abgeschrägte I/O Blende vorne für den einfachen Zugriff im Sitzen, sollte das Gehäuse auf dem Schreibtisch stehen, wie bei mir.
So lala:
  • Zubehör beschränkt sich auf das Nötigste
  • Kein Festplattenkäfig dabei, den man ggf. extra kaufen muss.
  • Der HDD-Käfig wird mit nur einer Schraube an der Halterung fixiert
  • Die vorderen Lüfter lassen sich mit den handelsüblichen Lüfterschrauben nur von innen verschrauben.
Con:
  • vielleicht die Stocklüfter, aber da bin ich von meinen Noctua verwöhnt, was Lautstärke und Durchzugsvermögen angeht.
Fazit:

Ein großes und gutes Gehäuse, bei dem man sich beim Zusammenbau weder die Finger verrenken muss, geschweige denn blutige Finger holen kann. Die ideale Spielwiese auch für ausgefallenen Wasserkühlungslösungen Marke Eigenbau. Wem das nicht reicht, der muss zum be quiet! Dark Base Pro 901 greifen. Oder eine andere Marke.

Abschließend noch der Hinweis: Ich bin nicht gesponsort. Das Gehäuse wurde von meinem eigenen Geld gekauft, dank Black Friday günstig.
 
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Hab mir ebenfalls das ShadowBase 800 geholt, zusätzlich noch 3x PureWings 3 High-Speed 140er und eine Lüftersteuerung von Corsair, da ich zu wenig Lüfteranschlüsse am Board habe. Die High-Speed sind alle 3 in der Front, die normalen im Deckel. Hab alles aufeinander abgestimmt und diverse Profile für Gaming, Leise, Passiv etc. erstellt. Mein PC war noch nie so leise, ich höre den CPU-Lüfter heraus (nächstes Projekt).

Als nächstes wird noch die Glasseitentür gegen eine gedämmte Tür getauscht.
Das Ding muss für mich leise sein und Power haben!
Nichtdestotrotz habe ich es super verkabelt und wert auf ordentliche Kabelbäume gelegt.

Was ich noch negativ bemerke: durch das wegfallen des 5,25" Schachts hat man keine Möglichkeit mehr eine Entlastung der VGA mit Kabelbinder zu montieren. Gerade die schweren VGAs von ASUS STRIX haben ganz schön Länge und Gewicht, da würd ich gern den PCIe Slot entlasten....
 
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Meine 7900XT hat eine Stütze mitgebracht. Das 901 von bequiet hat sogar eine Stütze dabei. Die Grafikkartenhersteller und die Gehäusehersteller sollten sich mal absprechen, wer die Stütze anbietet. Sonst hat man irgendwann ein Stützensammlung. 😉
 
Gut geschriebener und informativer Erfahrungsbericht -> Vielen Dank dafür !
 
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Heute mal ein kleines Update mit einigen Erfahrungswerten:

Durch den Wechsel von einem Seasonic Focus GX 650 Watt Netzteil zu einem BeQuiet Pure Base 850 Watt habe ich festgestellt, dass der 24-Pin Stromanschluss mit 550mm Länge recht kurz ist. Das 24-Pin spannt schon arg und es ist ziemlich gefährlich für den 24-Pin Steckplatz, das Kabel einzustecken. Mit 600mm Länge ist das kein Problem.

Also bitte die Kabellänge prüfen und ggf. eine Verlängerung kaufen oder eine 90° Adapter nehmen.

Die Staubfilter sind sehr effektiv. Einmal im Monat sollte man sie mindestens abnehmen und absaugen.

Weiterhin kollidiert die Kabelabdeckung vom Mainboardtray mit Grafikkartenhalterungen, die hinten ans Mainboard angebaut werden sollen, so wie die der Gigabyte GeForce RTX 4080 SUPER Windforce V2. Hier muss man sich entscheiden, ob man die Kabel verdeckt haben will oder eine diskrete Grafikkartenstütze. Beides geht ggf. nicht, je nach Modell.
 
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