News La Grande Linux Nation: Frankreich setzt auf das freie Betriebssystem

chillipepper schrieb:
Schlag doch mal vielmehr vor, dass Linux sich von dem Distributionschaos und eine reife OS Version anbietet, dann hätten es auch die Firmen einfacher, ihre Produkte zu portieren.
Das ist problemlos möglich, das ohnehin binärkompatibel. Klingt nicht so, als hättest du dich mal damit beschäftigt. Ist kein Problem, die für die verschiedenen Paketmanager verfügbar zu machen. Gibt z.B. die allermeisten Apps sowohl für Debian-basierte wie auch für Arch-basierte Distributionen. Firefox/Thunderbird und LibreOffice läuft bspw. m.W. einfach überall. Und das ist kostenlose Software, wäre das ein zu großer Aufwand, würden die das nicht kostenlos anbieten können. Denke nicht immer, Vielfalt wäre ein Problem, sondern sehe sie als Chance. Klar ist es mit etwas Aufwand verbunden, seine "Lieblingsdistro" zu funden.
Daher ist es leicht einfach ein Ubuntu (-Derivat) zu nehmen, da größte Community und aus Europa.
 
comfreak schrieb:
Das ist problemlos möglich, das ohnehin binärkompatibel. Klingt nicht so, als hättest du dich mal damit beschäftigt.

Ich habe mich damit mehr beschäftigt, als Du vermuten magst. Seit den 90ern habe ich viele Erfahrungen mit unterschiedlichsten Unix-Systemen (zeitweise auch mit Linux) gemacht.

Du kannst mir viel erzählen, aber das ändert nicht die Realität.

Nicht nur ich, sondern vor allem auch Hersteller haben gewisse Qualitätsansprüche an ein OS.
Qualität beginnt mit Standardisierung und Pflege eines vollständigen Gesamtsystems.

Bei 800+ Distributionen und dem beliebigen Zusammenwürfeln aller Systemkomponenten hat man einfach nicht die Qualität, als wenn ein vollständiges Unix-System in seiner Gesamtheit über einen langen Zeitraum gepflegt wird. Es ist einfach vollverbastelt von vorn bis hinten und auf jedem System anders.

Für Dich als möglicherweise „neugierig/verspielten“ Unix-Anwender mag diese Vielfalt interessant sein und Deine Neugierde wecken, oder Du "findest es einfach cool".

Das sind jedoch die falschen Attribute für eine clevere Betriebssystemwahl.

Und das bremst die Verbreitung von Linux mächtig aus. Damit ist Linux für viele Anwender keine gute Wahl und schon gar nicht eine Alternative zu Windows (oder gar macOS).
 
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/wildberger-verwaltung-microsoft-unabhaengigkeit-100.html

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von US-Softwareanbietern wie Microsoft verringern und stärker auf eigene Lösungen setzen. Microsoft sei zwar seit Jahrzehnten ein "vertrauensvoller Partner", sagte Wildberger dem Nachrichtenportal Politico.

Weniger Abhängigkeit von Microsoft und Co. in Ministerien
Zugleich gelte aber: "Dass wir auch unabhängig werden wollen, dass wir nicht angreifbar sein dürfen, das steht außer Frage." Sein Ministerium setze stärker auf Open-Source-Lösungen nach dem Vorbild einzelner Bundesländer, sagte Wildberger.

Wir sind auf dem Weg, dass wir das auch bei uns im Ministerium in erheblichem Umfang auf Arbeitsplätzen einsetzen.
 
chillipepper schrieb:
Nicht nur ich, sondern vor allem auch Hersteller haben gewisse Qualitätsansprüche an ein OS.
Qualität beginnt mit Standardisierung und Pflege eines vollständigen Gesamtsystems.
Du willst wirklich diesen Unsinn mit /usr/ucb & Co wieder zurück haben?
Und Tools die nur einen Bruchteil der Funktionen eines GNU Userlands abbilden?
Und ohne uucp & sendmail kein richtiges Unix :-)
chillipepper schrieb:
Und das bremst die Verbreitung von Linux mächtig aus. Damit ist Linux für viele Anwender keine gute Wahl und schon gar nicht eine Alternative zu Windows (oder gar macOS).
Was sich insbesondere dadurch bemerkbar macht das das Angebot an HPUX, Solaris, SysV-Derivaten, IRIX, Sinix & Co immer noch total riesig ist.

Ach ja, TCP/IP wird sich niemals gegen X.400 durchsetzen, den TCP/IP bietet viel zu viel Freiheit.
Da ist ein Gefängnis-System wie MacOS mit marginalen Marktanteilen natürlich viel besser.
 
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awaiK schrieb:
Ich war überrascht wie viele deutsche und europäische Alternativen es gibt.

Ganz genau! Das ging mir auch so.
awaiK schrieb:
  • OneDrive (Premium), das ich intensiv nutze, habe ich durch Nextcloud ersetzt.
    In meine Fall eine managed Nextcloud Intanz von IONOS.
  • Kontakte (CardDAV) und Kalender (CalDAV) sind ebenfalls zu Nextcloud umgezogen
  • Lokale Office Installation wurde durch Softmaker Office ersetzt.
    Ich verwende Office äußerst selten. Vermutlich würde LibreOffice für mich vollkommen ausreichen
  • von Windows 11 auf Ubuntu gewechselt
    • anstatt Chrome oder Edge verwende ich nun FireFox
  • Ansonsten noch viele weitere Open-Source Programme (Thunderbird, FreeCAD, LibrePCB, etc.)
Genau mit der Kombi komme ich auch 95% des Weges. Einzig finde ich sollte es in Sachen NextCloud mehr auf Privatkunden zugeschnittene Angebote geben, besonders Speicherplatz kostet m.E. noch zu viel in Europa. Aber das wird schon. Ionos hat den Weg recht gut bereitet.
Ergänzung ()

foofoobar schrieb:
Und diese Frage gibt es bei Windows nicht?
Doch, deshalb schrieb ich ja "auch." Denn a) haben viele der freiwillig/unbezahlt die Admin-Tätigkeiten der Schule betreuenden Lehrer die Kenntnisse hinsichtlich Linux nicht; und b) ist es für eben diese recht akzeptabel bei Problemen auf Microsoft hinzuweisen, also irgendwelche Schuld leicht von sich zu weisen. "Das letzte Update hat Probleme gemacht" ist akzeptabel, weil das leider oft genug stimmt.
Steigt man auf Linux um, und es gibt ein Problem, ist das viel eher ein Problem (der Kompetenz) des Lehrers., auch wenn das nicht stimmt Und wer will sich das schon ans Bein binden?
 
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comfreak schrieb:
Doch, deshalb schrieb ich ja "auch." Denn a) haben viele der freiwillig/unbezahlt die Admin-Tätigkeiten der Schule betreuenden Lehrer die Kenntnisse hinsichtlich Linux nicht; und b) ist es für eben diese recht akzeptabel bei Problemen auf Microsoft hinzuweisen, also irgendwelche Schuld leicht von sich zu weisen. "Das letzte Update hat Probleme gemacht" ist akzeptabel, weil das leider oft genug stimmt.
Steigt man auf Linux um, und es gibt ein Problem, ist das viel eher ein Problem (der Kompetenz) des Lehrers., auch wenn das nicht stimmt Und wer will sich das schon ans Bein binden?
Ja, dieser Opferkult der Windows-Jünger ist einfach erbärmlich.
Sich einfach das Zeug zu schnappen um es besser zu machen ist ja total subversiv.
 
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Minimeme der Konkurrenten :D
 
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m1key_SAN schrieb:
Ende vom Lied: Ich habe kapituliert und Word auf dem Mac gestartet.
Mission erfüllt, Würde leicht angekratzt.
So ganz einfach ist selbst das nicht. Denn einige Funktionen gibt es nur in Word for Windows. Das ist so krass, dass MS Apple-Nutzer immer noch schlechter behandelt. Aber gerade das Handling von Bildern in Dokumenten oder das Einbetten von Kommentaren ist auf Mac echt schlecher gelöst als in Windows. Wir haben hier zu Hause dienstlich beides und wenn es um irgendwelche speziellen Kleinigkeiten in Word geht, mach ich das am Win Rechner. Noch...

m1key_SAN schrieb:
Fazit: Linux & Open‑Source – aber bei amtlichen .docx‑Formularen gewinnt leider immer noch Microsoft per Knock‑out. Und ja, das ist echt noch ein Problem.
Aber vielleicht wird es dann ja besser und DOCX, wird durch ein ODF ersetzt!
Ja, das wäre wirklich der wichtigste Schritt. Ich bin auch zu Jahresanfang umgestiegen und werde jetzt mal versuchen ein echt schwierieges Word-Dokument (475 Seiten, komplex mit kapitelanbhängingen wechselnden Fuß- und Kopfzeilen, Tabelle, Code, Referenzen und zig Grafiken) per ODF in mein Libre Office (auf Linux besser als in Windows, finde ich!) zu Übertragen. Wenn das klappt, brauch ich kein MS mehr. Denn was komplexeres als dieses Dokument werde ich vermutlich nicht mehr schreiben (wollen). Bin gespannt!
 
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chillipepper schrieb:
Ich habe mich damit mehr beschäftigt, als Du vermuten magst. Seit den 90ern habe ich viele Erfahrungen mit unterschiedlichsten Unix-Systemen (zeitweise auch mit Linux) gemacht.

Du kannst mir viel erzählen, aber das ändert nicht die Realität.

Nicht nur ich, sondern vor allem auch Hersteller haben gewisse Qualitätsansprüche an ein OS.
Qualität beginnt mit Standardisierung und Pflege eines vollständigen Gesamtsystems.

Bei 800+ Distributionen und dem beliebigen Zusammenwürfeln aller Systemkomponenten hat man einfach nicht die Qualität, als wenn ein vollständiges Unix-System in seiner Gesamtheit über einen langen Zeitraum gepflegt wird. Es ist einfach vollverbastelt von vorn bis hinten und auf jedem System anders.

Für Dich als möglicherweise „neugierig/verspielten“ Unix-Anwender mag diese Vielfalt interessant sein und Deine Neugierde wecken, oder Du "findest es einfach cool".

Das sind jedoch die falschen Attribute für eine clevere Betriebssystemwahl.

Und das bremst die Verbreitung von Linux mächtig aus. Damit ist Linux für viele Anwender keine gute Wahl und schon gar nicht eine Alternative zu Windows (oder gar macOS).

Na dann ist ja gut, dass seit "den 90ern" ein wenig was passiert ist. Ubuntu und Derivate haben jenseits 50% Marktanteil und sind stabil genug um darauf zu bauen. Ist man mit Debian\Ubuntu, Fedora und Arch kompatibel, reicht das für das Allermeiste, denn supported ist das wirklich gut.
Und was die Software-Hersteller betrifft: Wenn das selbst eine kleine bayrische Firma mit weniger als 50 Mitarbeitern (https://www.softmaker.com/en/support/installation/linux/office-nx) schafft nicht nur für Win und Mac anzubieten, sondern auch für alle wichtigen Linuxe, dann gibt es meine Sicht keine Ausrede, für die anderen, dies nicht auch zu tun. Es ist eine einfache Frage der Investitions-Entscheidung. Und mit dem Wechsel Frankreichs zu Linux steigt schlicht und einfach der zu erwartende ROI für die zusätzliche Investition in Linux-Varianten. Und das ist auch gut so. Ich vermute mal, so manche Firma wird ihre Software in den nächsten Jahren auch für Linux kompilieren, inkl. vieler kommerzieller Anbieter. Offenbar braucht es das, um der Fraktion der Bedenkenträger zu zeigen, was die Möglichkeiten sind...
 
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comfreak schrieb:
für alle wichtigen Linuxe
Korrektur:
für alle wichtigen Linuxe

Denn das ist der Stand. :-)
Bildschirmfoto_20260414_190651.png
 
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Genau, 2x Sehr einfach, 1x einfach.
 
comfreak schrieb:
Denn was komplexeres als dieses Dokument werde ich vermutlich nicht mehr schreiben (wollen). Bin gespannt!
Ich schreibe beruflich sehr viele Dokumente, vor allem Standards im Zertifizierungs‑ und Normenumfeld – bis hin zur europäischen Ebene.
Word ist dafür für mich komplett raus, das ist schlicht ein Kampf, den man nur verlieren kann. Stattdessen setze ich auf XML mit dem Oxygen XML Editor und DITA Authoring.

Ich habe diesen Ansatz vor ein paar Jahren in unserer Gruppe mit eingeführt und aktiv mit aufgebaut und über mehrere Jahre begleitet. Heute schreibt unser Unternehmen alle Dokumente ausschließlich darüber – und ganz ehrlich: ein absoluter Segen.

Word versuche ich generell großräumig zu umschiffen. Im Alltag geblieben sind bei mir im Prinzip nur noch Excel und PowerPoint.

Aber im privaten Umfeld, eher Overkill ;)
 
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comfreak schrieb:
Genau deshalb bekommt mein Nachwuchs auch als erstes mit Linux in Kontakt. Und auch an Schulen wäre das ne gute Idee, zumal deutlich billier, als zig MS Campus Lizenzen. EduBuntu und auf geht's. Aber auch hier ist immer die Frage, wer sich dann drum kümmert...
Das ist ziemlich fern aus der Praxis gesehen. Wer bezahlt denn das Personal um die Schul Rechner und ggf. Server zu warten/einzurichten/supporten?
Woher kommt das Fachpersonal/neue Lehrer die in Linux geschult sind das die Kinder lehrt? Woher das Fachpersonal das die Lehrer schult. Und so weiter.
Da ist nichts Billiger wenn man auf die schnelle so Kurzsichtig auf Linux umstellt. Im Gegenteil.
In Windows und sogar Apple sind die Lehrer selbst meist ganz ok geschult und können sich Helfen und den Kindern auch von der Grundschule an Wissen beibringen. Linux, teils komplette Fehlanzeige.
Nur weil ein Betriebssystem, in diesem Fall Linux nichts kostet muss es noch lange nicht Billiger sein.
 
Es ist nichts teurer als wenn dir jemand den Zugang abdreht.
Abgesehen davon darf Unabhängigkeit auch etwas kosten und die Anpassbarkeit und die eigene Kontrolle.
 
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@riloka Und in diesem Bezug muss man leider auch immer wieder und heutzutage leider immer öfter darauf hinweisen, dass diese "Kosten" übersetzt heißt:

Der Staat bzw. die Staaten der EU entscheiden in einem Jahr was mit den Steuereinnahmen geschehen soll. Beschließen, dass digitale Unabhängigkeit/opensource/linux und co. kräftiger gefördert sollen und/oder konkrete Projekte aus dem Boden gestampft werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Diese Gelder fließen dann in den Aufbau lokaler Infratruktur, Fortbildung/support u.v.m., machen im idealfall digital unabhängig(er) und die Leute die in diesem Bereich/Projekten Anstellung finden, geben am Monatsende ihre Gehälter wieder größtenteils an die lokale Wirtschaft zurück in den Kreislauf. (z.B. Miete, Brötchen beim Bäcker usw.)

Setzt man weiter voll auf Microsoft in allen Belangen, begibt man sich nicht nur unnötig in Gefahr, nein auch ein nicht unwesentlicher Teil des Geldes fließt halt kontinuierlich ab über den Teich.
Diese "Kosten" sind mir am Ende des Tages tatsächlich zu hoch und ich ziehe die hiesige Variante einfach vor und würde es im gleichen Atemzug das nennen was es ist: Investition in die Zukunft und digitale Unabhängigkeit.
 
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Stanzlinger schrieb:
Auch LibreOffice hat seine Probleme.

Stanzlinger schrieb:
VBA-Makros und Power Query, in Word Layout-Treue und Inhaltssteuerelemente, Spezielle Diagrammtypen, Eingebettete Schriftarten..die Liste mit Problemen kann ich endlos fortsetzen
Engelsen schrieb:
Naja, wer ist denn auch der Entwickler von Power Query und Visual Basic?!
Logisch, dass MS nicht möchte, dass das auch auf Linux läuft.

Aber evtl. sind das auch Altlasten, die mal ersetzt werden dürfen/müssen?
@Stanzlinger:
Ich habe mal ein Grafikdateiformat erfunden. "RAW8" für MS-DOS und den Grafikmodus VGA-X (320x240).
Um schnell und einfach in C/C++ Code Grafiken laden zu können.
MS-Office hat damit ein unlösbares Problem, das zu laden!
Spezifikation des Formates halte ich geheim (im Moment noch)!
@Engelsen:
Vielleicht versteht das Stanzlinger jetzt das Problem mit proprietären Formaten/Software?

PS: Ich kenn einen Haufen Leute, wenn man denen das Outlook wegnimmt, dann haben sie ihre Kennwörter nicht mehr! Mehr noch, sie sind handlungsunfähig. Da rennt alles übers Outlook. Die senden sich selber E-Mails, mit Kennwörtern durchs Internet! Man könnte es auch als Entwurf speichern, aber nein, dann ist es nicht im "Eingangs"-Postfach! (headbang)
 
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foofoobar schrieb:
Ja, dieser Opferkult der Windows-Jünger ist einfach erbärmlich.
An der Stelle muss und möchte ich mal eine Lanze für die Kolleg:innen an den Schulen brechen. Bei aller Kritik an Microsoft und ebenso bei aller berechtigter Kritik an der Abhängigkeit von Microsoft - erinnert mich daran, dass ich bald mal noch auf Linux zum Gamen umstellen sollte. Gerade im Bildungssektor ist die IT immer noch "Nebensache".

An vielen Schulen - genauso aber auch Bibliotheken und anderen Bildungs- sowie Jugendeinrichtungen - ist die IT in der Regel dynamisch gewachsen und lag/liegt bis heute in der Hand von "interessierten" Laien, die diese Arbeiten neben ihren eigentlichen Arbeiten machen müssen. Es gibt in solchen Bereichen oft keine dedizierten Stellen für die IT, entsprechend hat das Personal keine IT-Ausbildung und erst recht auch kein Studium.

Viele müssen sich dann in der Freizeit in entsprechende Sachen hinein fuchsen und diese Hürden auch überwinden. Und die Hürden für Linux sind "höher gesteckt" als für Windows, nicht nur was die eigentliche Installation angeht - sondern erst recht, wenn man solche System "Jugendsicher" machen will. Und eine Bitte jetzt mal direkt: Bitte keine Diskussion jetzt darüber starten, dass all das, was bei Windows möglich ist, bei Linux auch geht und das dank OpenSource und Co viel besser ist. Darum geht es an der Stelle nämlich nicht.

Microsoft -und Apple ebenso - bieten teilweise von Haus aus Lösungen an, dann kommt dazu, dass für beide Anbieter auch eine Vielzahl an einfachen Angeboten durch Drittanbieter besteht, die entsprechende Lösungen mit "wenig" Aufwand anbieten. Das ist zwar nicht "günstig" aber auch nicht "teuer" - beide Firmen als auch die Firmen drumherum wissen genau, wie sie die Preise hier gestalten müssen.

In die Linux-Lösungen muss man sich entweder einarbeiten und diese Zeit fehlt vielen - oder man beauftragt ein Systemhaus, dass am Ende nicht günstiger ist und hat im Zweifel sogar weniger Funktionen. Und ja, ich weiß das es Vereine und Co gibt, die einem dabei helfen, hat nur zum Teil dann andere Nachteile, die ich alle erlebt habe.

Es ist immer einfach von der Zuschauertribüne gute Ratschläge zu geben und was man alles machen sollte und wie einfach das alles doch ist. Wenn man dann allerdings auf dem Spielfeld steht und mitspielen soll, wird es schnell hektisch und unübersichtlich.
foofoobar schrieb:
Sich einfach das Zeug zu schnappen um es besser zu machen ist ja total subversiv
Das ist oft eine Frage der Kompetenz und noch viel öfters eine Frage der Zeit. Um mal das ganze in meinem Bereich zu verdeutlichen: Ich arbeite 32 Stunden, komme oft auf 34 - 35 Stunden die Woche, weil immer irgendwas noch ansteht.

Nehme ich zum Beispiel heute - und ich weiß, dass ich gerade hier schreibe, weil ich auf den nächsten Termin warte:

07:30 - 09:00 ist der Zeitslot, an dem ich wirklich mal "frei" arbeiten kann, fängt an der Stelle allerdings damit an, dass ich erst mal 25 - 50 E-Mails prüfen muss, davon kann zwar in der Regel die Hälfte weg, ich muss es jedoch zumindest mal registrieren und auch ggf. einordnen. Von den weiteren 25 E-Mails sind 10 E-Mails Support-Anliegen von Kollegen, die ich bearbeiten muss. Manche gehen schnell, andere benötigen mehr Zeit. Dann kommen noch mal 10 organistatorische e-Mails oben drauf, die ich wahrnehmen muss, weil entweder die Leitung oder die Stellen Anfragen haben oder es um Termin-Koordination geht und dazu auch Aufgaben, die neben dem Support rein kommen. Die letzten 5 E-Mails sind dann meist "Verwaltung" - Rechnungen und Co - die geprüft und bearbeitet werden müssen. Die 90 Minuten sind also schnell rum.

Um 09:15 - 09:30 ist Morgenrunde in der Stelle, bei dem alle Kollegen da sind und der gestrige so wie heutige Tag besprochen wird, anschließend ist Aufräumen des Publikumsbereichs und es ist schnell 09:45.

Jetzt muss ich von 10:00 - 13:00 an die Informationstheke - weil es so im Arbeitsvertrag steht und andere Kollegen sonst "eifersüchtig" werden, warum ich so viel Backoffice hätte. An der Theke mache ich oft alles, was die Organistation und Verwaltung betrifft sowie bestimmte nicht "kritische" IT Sachen, wie Fehlersuche in bestimmten Systemen.

Es bleibt - nur mach ich das nicht - theoretisch dann der Zeitslot von 13:00 - 16:00, davon sind 30 Min Pause, also 13:30 - 16:00. Schenke ich mir nur in der Regel, denn morgen hab ich Informationstheke von 16:00 - 19:00 und um 09:00 die erste Projekt-Sitzung. Also heute 13:00 Schluss, dafür morgen 08:30 - 19:15 am arbeiten. Die Projektsitzung geht von 09:00 - 11:00. Ich habe also morgen dann ein Zeitslot von 11:00 - 16:00 - abzgl. 45 Min Pause - die ich wieder für Support verwenden muss und dann kann ich mal "technisch" arbeiten und mich in andere Sachen auch mal reinfuchsen.

Von der Zuschauertribüne sieht man nur das "planlose" hin und her, wenn man jedoch auf dem Spielfeld steht, merkt man erst, auf was man alles achten muss, was da alles passiert und wie ungeplante Ereignisse und Co sich immer einen kleinen Zeitslot abzwacken, den man an andere Stelle eigentlich benötigt.

Ich habe JETZT einmal 4 Wochen einen Slot von der Leitung zugewiesen bekommen, an dem ich mal ein Projekt verfolgen darf, das gab jedoch bereits schon Aufstand von Kollegen, warum das bei mir möglich ist, bei ihnen nicht usw.

Das Problem ist oft nicht, dass man es besser machen will, sondern dass die verdammte Zeit nicht ausreichend ist um Zeitnah wirklich etwas besser zu machen.
m1key_SAN schrieb:
Word versuche ich generell großräumig zu umschiffen. Im Alltag geblieben sind bei mir im Prinzip nur noch Excel und PowerPoint.
Wobei da auch die ODF-Formate eigentlich einen guten Job machen.
 
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