Mainboard geschrottet. Haben die Komponenten das neue Mainboard auch zerschossen?

Highdelberg

Ensign
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Apr. 2004
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Hi,

mache seit kurzem ein Praktikum als Fachinformatiker in einem kleineren Betrieb. Da es dort auch eine kleine Werkstatt gibt, sollte ich gleich mal das Netzteil eines Systems wechseln, welches häufiger abstürzt.
Nach längerem Testlauf mit einem neuen Netzteil waren der Azubi und ich sich einig dass es an dem Netzteil liegen würde.

Nun habe ich das Netzteil ausgetauscht und das neue eingebaut. Voller Tatendrang hab ich das System auch gleich zusammengeschraubt und an seinen Monitor geklemmt und siehe da, es funktioniert garnichts.

- Lüfter drehen sich alle, PC piepst nicht, kein Bild von der Graka.

Nun war sich der Azubi sicher, dass das Motherboard kaputt ist. Ruckzuck wurde das natürlich ausgetauscht. Nun stellten wir erstaunlicher Weise fest, dass es mit dem neuen Motherboard genau so gut funktioniert wie mit dem alten.
Danach ging die Schuld auf den CPU, welcher auch ausgewechselt wurde, danach die Grafikkarte, kein Erfolg. Dann wurde Schritt für Schritt eine Komponente nach der Anderen abgeklemmt, immernoch kein richtiges Lebenszeichen.

Über den Rechner kann ich im Moment leider nicht viel sagen:

Athlon Sockel 462
512 DDR

Wie man sieht ist der Rechner schon etwas älter. Er wird für Aufzeichnungen verwendet und ist somit durchgehend in Betrieb.

Nun erwarte ich natürlich nicht gleich eine Lösung des Problems, mit den Angaben wird das auch schwer sein. Bin aber für jede Hilfe dankbar.
Worüber ich mich sehr freuen würde, wäre eine Überschaubare Zusammenstellung von infos über den PC im allgemeinen. Damit würde ich gerne herausfinden, welche Komponenten notwendig sind um von einem Rechner ein Lebenszeichen zu bekommen.

Kann ich z.B. den Rechner ohne RAM zum laufen bekommen, oder gar den Prozessor? Ins BIOS sollte ich so doch wenigstens kommen.
Habe auch gehört dass Mainboards Piepstöne von sich geben wenn eine Komponente fehlt oder defekt ist?
Mir fällt gerade auch ein dass der Azubi mit soner Luftdruckdose durch den Prozessor gepustet hat, die gerne mal kalte flüssigkeit von sich gegeben hat. Und zudem wurde der Lüfter von dem Prozessor auch dabei gedreht, habe mal gehört dass ein Kurzschluss dadurch entstehen kann?

Danke für alle Antworten
 
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Also die minimalen Komponenten, die ein System benötigt sind:
- Mainboard
- CPU
- Speicher
- Grafikkarte (falls nicht onboard vorhanden)

Fehlt eine dieser Komponenten kann man weder ins Bios, noch erhält man überhaupt ein Bildsignal. Je nach fehlender / defekter Komponente, gibt das Bios die üblichen "Beep Codes" aus.

Die CPU ist das Herz eines jeden Systems - ohne dieses "Gehirn" geht nichts. Da heutige Desktop-Systeme keinen onboard Speicher besitzen, muss natürlich auch mindestens ein Speicherriegel aufgesteckt sein. Die Graffikkarte ist kein "Muss", wenn das Mainboard eine "onboard" Lösung besitzt.

Kurzschlüsse sind natürlich nie auszuschliessen, wenn man mit Werkzeug im "offenen Gehäuse" Arbeitet (und an Kontakte der Hardware kommt) oder sogar (wie du sagst) den Kühler mal "eben" dreht. Gerade bei der CPU muss man sehr vorsichtig sein. Hier halte ich einen zerstörten "DIE" sogar für noch wahrscheinlicher.

Hast du dir mal die Oberfläche des DIE auf den CPUs angeschaut ? Es muss alles plan sein - nirgends darf auch nur die geringste "Ecke" abgebrochen bzw. "verletzt" sein. Bei unsachgemäßer Kühlermontage (oder z.b. Drehen) geschieht so etwas sehr schnell, besonders bei den alten CPUs, welche noch keine Heatspreader haben. Beim "Drücken und Drehen" verlagert sich der Anpressdruck des Kühlers auf die Kanten des DIEs, wodurch dieser brechen kann -> CPU tot.

Aber genug der Panikmache. Schau dir die CPUs an und gehe noch einmal jede Kombination aus alter und neuer Hardware durch. Vielleicht eine Kombi übersehen, um den Übeltäter auszumachen ?
 
Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Als der Rechner erstmal im Arsch war, hab ich vorerst die Finger davon gelassen und alles dem Azubi überlassen. Bin ja schließlich nur Praktikant und kanns mir überhaupt nicht leisten sämtliche Geräte des Betriebs zu schrotten. Die Reparatur ist im weiteren Verlauf sehr willkürlich und unsystematisch verlaufen.

Da ich das Gerät morgen selbst auf Vordermann bringen soll, hätte ich da noch die eine oder andere Frage.

1. Kann es denn sein dass ein kaputtes Mainboard Geräte beschädigt und dass diese beschädigten Geräte wiederrum das neu angeschaffte Mainboard beschädigen? Wenn ja...Welche Komponenten sind denn anfällig und gibt es sonstige erfahrungen zu dem Thema?

2. Da alle oben genannten notwendigen Komponenten vorhanden und angeschlossen waren, und ich dem Mainboard kein piepen (Lautsprecher waren angeschlossen) entnehmen konnte, kann man ja davon ausgehen dass diese Hardware ordnungsgemäß funktioniert? Ich nehme an dass durchaus eine defekte Hardware erkannt werden kann, die jedoch nicht richtig funktioniert, ist das richtig?
 
Mir fehlt die "elektrotechnische Fachkenntnis", um über Kurzschlüsse zu diskutieren ^^. Vorstellen kann ich mir sowas, aber das kann hoffentlich jemand anderes mit Erfahrung hier posten.

"Lautsprecher sind angeschlossen" <-- damit meinst du aber nicht die Lautsprecher, die du an die Soundkarte anschließt, also hinten am PC, richtig ?

Die Fehlercodes ertönen nämlich aus dem sogenannten "PC-Speaker", manchmal auch "Tweeter" (Hochtöner) genannt. Dieser befindet sich in den meisten Fällen fest im PC-Gehäuse verbaut und wird mit einem 2-poligen Kabel am Mainboard angeschlossen. In der Regel dort, wo auch die anderen Anschlusspins für den Power- und Resetschalter sind (sowie HDD LED usw.)

Hat das Gehäuse keinen eigenen Lautsprecher (PC Speaker), kann man auch einen Mini "Tweeter" mit Anschlussbeinchen direkt aufs Board stecken. Manche Hersteller liefern soetwas mit dem Mainboard mit - sollte aufjedenfall auch in der Werkstatt vorhanden sein.

Last but not least - einige Boards besitzen sogar einen fest verlöteten onboard Lautsprecher.

Einfach mal nachschauen. Vielleicht war er bisher nicht angeschlossen und euch sind die "Beep Codes" entgangen, welche Hinweise auf die Fehlerquelle geben können. Die BeepCodes sind auch im Handbuch des Mainboards erwähnt - falls nicht, kann man diese auch in der Regel per Google finden (Beep Codes + Hersteller des Mainboards / Bios).
 
Beim !. Eibau des neuen NT, was habt Ihr da genau abgeschraubt/angeschraubt ? Nur das NT ? Dann würde ich auf nen vergessenen P4 Stecker (4 polig, 2 Schwarz - 2 Gelb) tippen (den gibts auch bei SoA Platinen, zwar selten , aber genau deswegen auf den Brettern gern übersehen ^^).
Ansonsten kann man beim NT Wechsel ja nicht viel Murks machen.

Wenn ich das recht in Erinnerung hab, laufen dann auch nur die Lüfter und der Rest des Systems geht nimmer ^^


Nachdem Ihr aber nun alles hin und hergeschraubt habt, kann natürlich auch mehr kaputt sein. Schau Dir, wie SonyXP schon gesagt hat, mal die CPU genau an.
Hab schon so manche geschrottete CPU gesehen ("Hilfe !! Mein Rechner geht nicht, guck mal bitte) . SoA war da extrem beliebt was gebrochene DIEs angeht.
 
@ Pennywize

Richtig...also erstmal war nur das NT dran.

Wie sieht denn so eine SoA-Platine aus?

Richtig, Lüfter laufen und der Rest ist still, so der Stand bis heute Mittag^^

Der DIE ist in Ordnung, keine Brüche oder andere unebenheiten zu erkennen.

@ SonyXP

Natürlich meinte ich den Lautsprecher im Gehäuse. Sonst sind garkeine Lautsprecher dran, würden eh nur stören.

--

Ich hatte heute Mittag erstmal den RAM verdächtigt...Um herauszufinden obs an ihm liegt, hab ich einen nach dem Andern abgesteckt. Bis schließlich garkeiner mehr dran war. Dann bekam ich nichteinmal ein piepton vom MB.

Der Monitor schien beim Anschalten des Rechners immer wieder mal zu refreshen, deshalb gehe ich davon aus dass die Graka nicht ganz ausser Gefecht ist.

Dann hab ich mich an die kleine Batterie gemacht. Deren Halterung habe ich mit einem Schraubendreher eingedrückt, so dass die Batterie freigegeben wurde. Dann hab ich eine halbe Minute gewartet bevor ich den Rechner starte, um das Mainboard zu resetten.

Und jetzt funktioniert garnix mehr -.- Nur das grüne LED Lämpchen des MBs leuchtet auf wenn es Strom bekommt :rolleyes:
 
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Wie sieht denn so eine SoA-Platine aus?

Sorry,
SoA = Sockel A = Sockel 462 :-)

Ich hatte heute Mittag erstmal den RAM verdächtigt...Um herauszufinden obs an ihm liegt, hab ich einen nach dem Andern abgesteckt. Bis schließlich garkeiner mehr dran war. Dann bekam ich nichteinmal ein piepton vom MB.

Japp, kein Wunder :-). Kein RAM drin = Rechner macht nix mehr (ok, wenn du glück hast, nen Ram-Error Beep Code ^^)

Ihr habt eine sehr komische Arbeitsweise, was die Fehleranalyse angeht :D

Nach längerem Testlauf mit einem neuen Netzteil waren der Azubi und ich sich einig dass es an dem Netzteil liegen würde.

Anderes NT getestet , Fehler sollte damit behoben sein. Dann umgeschraubt ... Soweit alles logisch.

Dann ging aber weniger als vorher ? Als erstes vermutet man dann doch den Fehler beim neuen Bauteil ... Oder nen kleinen Fehler (nen Stecker vergessen/übersehen passiert sooo schnell) beim Einbau des selben.

Evtl auch Inkompatiblitäten (ein paar Mainboards zicken auch beim NT nen bisschen ...) , die aber aufgrund des Test eigentlich ausgeschlossen sein sollten.

Und wenn ich nen Ausschlusssverfahren mache, fang ich nicht beim Mainboard an, was eben das KOMPLETTE zerlegen bedingt. Sondern mit gesteckten Teilen.

CMOS Reset am besten noch vor allem. (Gab es da keine Jumper ? Strom abgezogen für die Schraubendreheraktion ? Die Batterie hast aber schon wieder eingebaut vor dem starten ? Ohne die geht nämlich auch nicht viel ^^)

Alles weg was man nicht braucht.
Ram raus (austauschen, einzelne Riegel testen)
Graka raus (tauschen bzw onboard nutzen)

Dann mal CPU und als letzte Option Mainboard.

Jetzt wird alles ziemlich kompliziert, ne Ferndiagnose ist sowieso meist schlecht :-(


Ich würd ja sagen : Das ist ein Praktikum als Fachinformatiker - ergo rennen da Fachleute rum, also frag wen aus dem Schuppen ob er mal hilft/ / nen Blick drauf wirft ?!
Falscher Stolz ist bei sowas fehl am Platz ... Einmal fragen erspart ne Menge Arbeit und Ärger.
 
Hi Leute!

Melde mich zurück. Das Praktikum hab ich beendet und das Mainboard ist in seinem unveränderten Zustand.

Nun bin ich in meinem 2. Praktikum und siehe da ich hab exakt das selbe Problem nur mit einem Socket 775. Grafikkarte ist diesmal sogar Onboard, leider steht keine andere PCI Express Graka zur Verfügung.

- Mainboard wurde ausgetauscht
- CPU ausgewechselt
- RAM ausgetauscht
- Netzteil gewechselt
- Und zu guter letzt natürlich auch die Festplatte

Jetzt haben wir hier im Grunde wieder ein vor jungfräulichkeit strahlendes System und es funktioniert wieder nicht. Hoffe mal das passiert nicht mit dem Rechner den ich mir bald zulegen werde.

In diesem Sinne,

trostlose Grüße.
 
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