@casi030
Da du von deinen empirischen Tests so überzeugt bist und ich grad etwas Zeit habe ....
Erstmal zum Versuchsaufbau(Hardware und Durchführung):
CPU: 720BE(3core)
OS: Win7 x64
Bestimmung der Bootzeit mittels Stoppuhr, daher eingeschränkte Genauigkeit. Zur Kontrolle wurde jeder Bootvorgang dreimal durchgeführt, Abweichungen bis zu 1sec sehe ich als Meßungenauigkeit an und können ignoriert werden. Gemessen wurde vom BIOS Startton, bis zum sichtbar werden der Icons im Win7 Loginscreen.
Da mein BIOS die Steuerung der aktiven Kerne nicht zuläßt habe ich die Kerne per Software(K10Stat - NB.Downcore) abgeschaltet. Das diese Methode unter Windows funktioniert läßt sich einfach im Taskmanager kontrollieren. Das diese Deaktivierung auch außerhalb Windows Bestand hat habe ich mit Linux kontrolliert. Ein einmal deaktivierter Kern kann durch abschalten des Rechners(cold reset) reaktiviert werden, beim Neustart(warm reset) bleibt er deaktiviert.
Wer das mit K10Stat nachvollziehen will, der sollte beachten das der Parameter Downcore angibt wieviele Kerne man deaktivieren möchte und nicht wieviele nach dem Neustart zur Verfügung stehen!
Ohne viele Worte erstmal das Ergebnis.
1core 52,3/52,4/52,2
2core 40,0/39,8/56,6
3core 40,1/40,1/39,9
Auswertung
Ich muß zugeben das mich der recht große Rückstand des Singlecore überrascht hat, wenn auch nicht restlos überzeugt. Warum das so ist dazu komme ich am Schluß nochmal.
Man sieht aber auch das es zwischen 2 und 3 Kernen kaum meßbare Unterschiede gibt, ich interpretiere das mal so, das es bei noch mehr Kernen auch keine Unterschiede bei der Bootzeit geben sollte.
Das dritte Meßergebnis bei 2core viel aus der Reihe, warum kann ich nicht sagen, Windows halt. Ich dachte erst es hat sich wegen der rumspielerei mit den Kernen aufgehangen, aber nach etlichen Sekunden bootete es dann doch bis zum Login. Da ich nicht vorhabe mir ein gewünschtes Ergebnis zurecht zu messen habe ich diesen
Meßfehler beibehalten.
Auffällig während des Tests war das beim Singlecore die Icons auf dem Loginscreen erst nach 1-2 Sekunden erschienen, ansonsten zusammen mit dem Loginscreen.
Es auch während des anmeldens eines Benutzers spürbar das ein Singlecore läuft, der Computer reagiert leicht verzögert. Ist der Startvorgang jedoch abgeschlossen(alle Autostarts geladen) fällt es z.B. beim browsen praktisch nicht mehr auf.
Warum ist das Ergebnis für mich nicht restlos überzeugend?
Ich weiß nicht wie Win7 ein MP System verwaltet. AFAIK war es unter WinXP noch so das bei der Installation entschieden wurde ob ein Multi oder Singlecore HAL installiert wird. Wollte man das später umstellen, so wurde empfohlen neu zu installieren da man ansonsten mit dem unpassenden HAL Leistung verschenkte. Ob Win7 dazu in der Lage ist das dynamisch zu entscheiden weiß ich nicht, ich weiß auch nicht ob Win7 überhaupt noch einen optimierten Singlecore HAL besitzt. Solange ich mir darüber nicht klar bin kann ich auch nicht sagen was genau den Rückstand des Singlecore in diesem Test verursacht hat.
These 1: Ein auf einem Multicore installiertes Win7 bootet langsamer wenn man die CPU auf Singlecore downgradet.
Stimmt, siehe Test.
These 2: Win7 bootet mit einem Multicore schneller.
Möglicherweise, siehe Test + Erklärung.
Also casi030, ich hoffe jetzt ist klar warum ich denke das der empirische Test mit einem Arbeitswindows kein Beweis für These 2 sein kann. Nichtsdestotrotz finde ich das Ergebnis interessant, also danke für die Anregung. Ich hoffe der Test und meine Argumente waren nachvollziehbar, ansonsten einfach Fragen
