News Mesa 22.0.1: Neuer Grafikstack für das Spielen unter Linux

Tevur schrieb:
Jetzt muss ich mal die blöde Noob-Frage stellen: wie aktualisiert man den AMD-Treiber? Der steckt doch im Kernel drin, oder?
(Ich nutze Manjaro)
Ich habe den Treiber von der AMD Seite benutzt. Auf Ubuntu 20.04 LTS habe ich noch nicht den neuesten erhalten.
  • AMD PPA fuer den Treiber
  • KISAK PPA fuer Mesa ( in diesem fall Oibaf weil Kisak noch auf 21.x steht)
 
@SavageSkull
Also Mesa selber ist einfach nur die Implementierung von OpenGL und Vulkan (und weiteren APIs wie OpenCL, Glide, etc.). Damit können dann die GPUs auch ihre Video Dekoder verwenden (also dass du z.B. AV1 per GPU beschleunigen kannst, anstatt es per Software der CPU zu überlassen). Also Mesa wird auch für andere Dinge als Spiele benötigt und es wird auch für native Linux Versionen benötigt.

Proton wandelt, wie du schon sagtest, die DirectX Befehle in Vulkan um, da Linux ja kein DirectX kann. Und wine wird benötigt, um exe Dateien unter Linux auszuführen. Das können aber andere sicherlich noch besser und genauer sagen. Sollte aber hoffentlich für eine sehr grobe Antwort reichen.

Tevur schrieb:
Der steckt doch im Kernel drin, oder?
Der offene Treiber ja. Da musst du dann einfach nur den Kernel auf eine neue Version aktualisieren. Das geht mit dem Paketmanager deiner Wahl (sudo apt-get update / sudo dnf update / pacman -Syu / GUI Manager deiner Wahl / etc.) und anschließend das System neustarten, damit der neue Kernel genutzt wird. Wie es beim proprietären Treiber ist, weiß ich nicht. Bei NVIDIA war es so, dass es dort eine run-Datei gibt. Die musste man ausführbar machen und dann installieren. Das musste man bei jedem Kernel Update erneut machen und wenn man pech hatte, musste man auf eine neue run-Datei warten für den neuen Kernel. Da gab es dann bei z.B. Fedora 3rd-Party Repositories, die den Treiber als dynamisches Kernel Modul installiert haben. Bei einem Kernel Update wurde der Treiber dann automatisch mit dem neuen Kernel kompiliert und eingebunden. Ob das bei AMD auch so ist, weiß ich nicht. Bei arch linux bekomme ich den NVIDIA Treiber einfach über den normalen Paket Manager (also nicht über den 3rd-Party Bereich des AUR). Es hängt also unter Umständen auch von der Distribution ab.
 
Tevur schrieb:
Jetzt muss ich mal die blöde Noob-Frage stellen: wie aktualisiert man den AMD-Treiber? Der steckt doch im Kernel drin, oder?
(Ich nutze Manjaro)
Einfach das System ganz normal updaten. Du bekommst du es ganz normal übers Update.

Vedris schrieb:
Ich habe den Treiber von der AMD Seite benutzt. Auf Ubuntu 20.04 LTS habe ich noch nicht den neuesten erhalten.
  • AMD PPA fuer den Treiber
  • KISAK PPA fuer Mesa ( in diesem fall Oibaf weil Kisak noch auf 21.x steht)
Manjaro basiert auf Arch, da muss man nichts machen. Nur ganz normal updaten.
Das ist eines der großen Vorteile von Arch und darauf basierten Distros.
Man spart sich die ganzen PPA Dinger.
 
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SV3N schrieb:
Es hakt aktuell noch an einigen Stellen. Leider.
Schade.

Also ich hab ja keine Ahnung was du da schon genau alles gemacht hast. Aber vielleicht wäre es einfacher, wenn möglich, das ganze aufzuteilen und erst einmal als Serie im Monatsabstand zu veröffentlichen und es dann am Ende zu einem sehr großen Artikel zusammenzufassen.
Wäre sehr schade wenn das komplett untergehen würde. Lieber immer stückchenweise ein bisschen als garnix ^^.
Nur so als pot. Idee ich hab natürlich keine Ahnung von deinem Arbeitsalltag und deiner Arbeitsweise.
 
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wjmw89 schrieb:
Das ist eines der großen Vorteile von Arch und darauf basierten Distros.
Man spart sich die ganzen PPA Dinger.
Ich bin noch relativ neu mit Linux als privat-Desktop Ersatz unterwegs und bin froh das mit Ubuntu alles soweit funktioniert. Ich denke bevor ich nochmal wechsel wird noch ein wenig Zeit vergehen.
 
In Manjaro ist unter Einstellung/Zahnrad ein Reiter Kernel. Da wählt man dann einfach den neuesten Kernel aus, installiert diesen und startet neu. Das war es. So einfach.
 
SavageSkull schrieb:
denn für mich als Anwender ist das Chaos aus
Proton und Wine, sowie die Rolle von Steam selbst, die Distribution und überhaupt das Einstellen und Unterschiede zum Spielen unter Windows immer noch nicht ganz klar.
Das Ziel ist ja auch, dass der Anwender das Zusammenspiel nicht zu verstehen braucht. Die meisten Spieler wissen auch nicht, wie Windows, Treiber, Features wie DLSS, die Spiele, Steam-Overlay und z.B. FPS-Counter miteinander kommunizieren und was worauf aufbaut.

Ich kann gerne heute abend eine kurze Zusammenfassung schreiben. :)
 
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Fortatus schrieb:
Ich kann gerne heute abend eine kurze Zusammenfassung schreiben. :)
Alles gut, ich warte auf den ausführlichen Artikel von @SV3N

Fortatus schrieb:
Das Ziel ist ja auch, dass der Anwender das Zusammenspiel nicht zu verstehen braucht. Die meisten Spieler wissen auch nicht, wie Windows, Treiber, Features wie DLSS, die Spiele, Steam-Overlay und z.B. FPS-Counter miteinander kommunizieren und was worauf aufbaut.
Wenn denn alles out-of-the-box funktioniert ist alles toll. Aber ich befürchte, dass abseits von ein paar ingame Einstellungen durchaus noch recht häufig etwas beim Starten des Spiels/Linux/Steam einzustellen ist.
Nach 25 Jahren Windows kennt man die Problemchen halt alle im Schlaf ohne IT studiert zu haben, aber beim Umstieg auf Linux fängt man dann halt bei 0 an.
 
SavageSkull schrieb:
Nach 25 Jahren Windows kennt man die Problemchen halt alle im Schlaf ohne IT studiert zu haben, aber beim Umstieg auf Linux fängt man dann halt bei 0 an.
Genau das ist mMn der entscheidende Punkt. Genauso wie beim Umstieg von Windows auf MacOS oder umgekehrt. Oft hängen die "schlechten" Erfahrungen damit zusammen, dass man den eigenen Lernprozess unter Windows vergessen hat (oder sich bei Windows immer irgendwo anders noch Hilfe holen kann)

Wenn ich daran denke, wie ich bei den ersten LAN-Partys gestrugglet habe, das Netzwerk mit IP/Netzmaske/SMB etc aufzusetzen, dass jeder miteinander völlig legale Dateien tauschen konnte...


P.S.: Da die Info von BrollyLSSJ nicht 100% korrekt ist, und ich auch nicht weiß, wie tief Sven in Linux einsteigen will (AMD-Treiberstack ist halt schon ein recht spezielles Thema), schreibe ich heute abend trotzdem meine Zusammenfassung. Vllt kann Sven dann davon ja auch etwas verwenden. :)
 
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@Fortatus
Man darf aber auch nicht vergessen, dass ich eben 25 Jahre älter bin und auch die Entwicklung der Nutzer Oberfläche sich 25 Jahre weiter entwickelt hat. Daher werde und darf ich auch einen "weniger steinigen Weg" erwarten.
Das nicht alles perfekt ist, ist mir klar und genau deswegen freue ich mich wenn es nachher Artikel und Co gibt, die vielleicht das eine oder andere Problemchen erklären und eine Lösung aufzeigen.
 
@SavageSkull Hey, das verstehe ich vollkommen und will dich auch nicht überzeugen oder so.

Damit 99% der Leute mit Linux grün werden, müssen die ganz normalen Sachen, wie WLAN einrichten, Surfen, Office, einfache Programme installieren, nicht nur einfach, sondern vor allem "Wie bei Windows" funktionieren und nach Möglichkeit noch einfacher als dort sein. (Über Discover eine App installieren ist einfach als erst mal im Internet die Setup.exe herunterzuladen.)
Viele Sachen in dieser Hinsicht lassen sich auch gut über GUI lösen. Da glaube ich auch, dass Valve z.B. nicht umsonst KDE als Desktop-Umgebung gewählt hat: Die ist mit der klassischen Taskleiste und Startsymbol und der Sortierung halt mit am "Windows-artigsten", was man bei Linux so findet.

Wenn man (irgendwer, nicht unbedingt "du" ;) ) aber erwartet, dass Linux genau wie Windows sein muss bzw. dass man am ersten Tag in Linux alles kann, was man in 10, 15, 30 Jahren Windows-Nutzung gelernt hat, muss man realistisch sein: Das wird nicht passieren.

Problematisch ist halt, das einige Konzepte, wie z.B. Packages, in Windows halt so gar nicht existieren und man die verstehen sollte, wenn man tiefer ins System eingreifen will. Das ist für viele wahrscheinlich die größte Hürde, die direkt nach den ersten Schritten kommt.
(Was aber mMn auch wieder daran liegt, dass 99% der Windows-Nutzer nicht verstehen, wie Abhängigkeiten gelöst werden, weil es komplett versteckt wird (bzw. der Windows-Weg dazu ist: Wir lösen diese Frage einfach gar nicht.) und sich niemand die Frage stellt: Wie macht es Windows und gäbe es überhaupt eine bessere Alternative dazu?)
 
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Tevur schrieb:
Jetzt muss ich mal die blöde Noob-Frage stellen: wie aktualisiert man den AMD-Treiber? Der steckt doch im Kernel drin, oder?
(Ich nutze Manjaro)

Der Hardwaretreiber ist ein Modul im Kernel (DRM und KMS). Mesa ist die Implementierung von OpenGL (libGL-) und Vulkan im Userspace, darunter denn treiberspezifische Bibliotheken (LibDRM-). Soweit sinnvoll und übersichtlich:

https://upload.wikimedia.org/wikipe....svg/1920px-Linux_Graphics_Stack_2013.svg.png
Nicht sonderlich hübsch, aber man erkennt den größten Teil.

Komplex wird es durch die Legacykompatibilität. Etwa LibGLX und dessen jüngerer Nachfolger LibEGL, X11 (und die alten DDX-Treiber), XWayland als Zwischenschicht (wichtig für quellgeschlossenen Spiele) und dann sieht man links noch etwas hässliches - die quellgeschlossenen Treiber von Nvidia, welche Mesa und LibGL ersetzen und auch im Kernel sitzen. Wer eine Nvidiakarte nutzen muss und die volle Leistung benötigt, muss diese benützen - ansonsten gibt es noveau für ältere Nvidiakarten als quelloffene Lösung.

PS: Die quellogeschlossenen AMD-Treiber sind eine Erinnerung, an alte graue Tage. Inzwischen sind die quelloffenen Treiber offiziell unterstützt und immer die bessere Wahl. Außer man weiß es wirklich besser und ist ein Spezialfall und muss irgend eine obskure Anwendung zum laufen bekommen. Aber dann ist man auch unter Windows schon ein Spezialfall.
 
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Fortatus schrieb:
Da glaube ich auch, dass Valve z.B. nicht umsonst KDE als Desktop-Umgebung gewählt hat: Die ist mit der klassischen Taskleiste und Startsymbol und der Sortierung halt mit am "Windows-artigsten", was man bei Linux so findet.
Nach dem Microsoft das Metro Vollbild Startmenü abgesägt hat, will ich gar nicht "Windows-artigste" haben ;)
Hier steht noch ein Core2Quad auf dem ich mal testweise Ubuntu installiert habe, einfach um mal zu schauen.
Da aber mit der alten Grafikkarte (HD5870) nicht alles lief, habe ich eine gebrauchte RTX460 gekauft um eben noch etwas mehr zu probieren. Allerdings spinnt der Rechner nach dem Tausch rum.
Habe dann auch nicht mehr weiter probiert und warte auf den Release von SteamOS um mit getauschter Grafikkarte nochmal neu zu testen. Wobei ich vielleicht sogar vorher doch mal Manjaro KDE ausprobiere.
 
Fortatus schrieb:
@SavageSkull
Damit 99% der Leute mit Linux grün werden, müssen die ganz normalen Sachen, wie WLAN einrichten, Surfen, Office, einfache Programme installieren, nicht nur einfach, sondern vor allem "Wie bei Windows" funktionieren und nach Möglichkeit noch einfacher als dort sein.

Soll es jetzt einfach sein? Oder wie bei Windows?
Weil das eine schließt das anderes aus ;)

Die Einrichtung, Wartung und Nutzung von Linux ist einfach. Passende Hardware vorausgesetzt, bei Nutzung nativer Anwendungen. Komplex wird es bei Linux, wenn man inkompatible Hardware angeschafft hat oder Windowsanwendung laufen lassen will.

Gute Hardware: AMD, Intel, Lenovo, Dell (Business)
Schlechte Hardware: Nvidia und alles vom Supermarkt (Consumer)

Anfängerdistributionen gehen ja soweit und installieren direkt LibreOffice mit, bei den anderen reicht die Eingabe von "LibreOffice" und GNOME-Software (oder etwas bei KDE) laufen los. Drucker und Scanner? Das Zeug von HP kann sowieso IPP-Everywhere und läuft einfach. Wer eine Matrix-Nadeldrucker betreibt kann sich wahrscheinlich selber helfen, wäre auch unter Windows auf sich allein gestellt.

Es ist wirklich "schlechte Hardware" und Leute die Linux als kostenloses Windows benützen wollen. Ist halt wie immer zum scheitern verdammt. Linux ist ein Betriebssystem, Windows ein völlig anderes. Sind daher keine Alternativen zueinander. Was die Windowsleute eigentlich wollen ist Windows ohne Microsoft, ReactOS.
 
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flaphoschi schrieb:
Soll es jetzt einfach sein? Oder wie bei Windows?
Weil das eine schließt das anderes aus ;)
Womit wir wieder beim Thema Gewöhnung sind: Wenn man das erste Mal mit Windows konfrontiert ist, ist es nicht unbedingt einfach. Aber wenn man erst mal reingefunden hat (und die meisten fangen gezwungenermaßen mit Windows an), ist es natürlich einfacher, das bekannte, komplexe System zu bedienen, als sich in ein anderes, unbekanntes System neu einzuarbeiten.
 
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Fortatus schrieb:
Damit 99% der Leute mit Linux grün werden, müssen die ganz normalen Sachen, wie WLAN einrichten, Surfen, Office, einfache Programme installieren, nicht nur einfach, sondern vor allem "Wie bei Windows" funktionieren und nach Möglichkeit noch einfacher als dort sein.
Ist doch schon der Fall. Nur ist es halt nicht immer dasselbe Programm wie unter Windows.
 
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Windows bedienen ist für mich auch Hölle. Und alles - wirklich alles - muss man mit dem Adlersuchsystem machen.

Unter Linux tippt ein was man haben möchte. Wenn man es nicht weiß, kommt der Zauberspruch mit "man dingsbums". Sollte man aber mit GNOME (oder auch KDE) arbeiten? Dann tippt man grob ein was man möchte, es passiert dann schon etwas. Die besten Linuxnutzer sind - Leute die nie Windows verwendet haben. Sind nicht versaut durch Windows! Und es hilft wenn die Denkschule der "Computerschulungen" nicht vorhanden ist.

Ich weine immer noch bei jeder Computerschulung. Anstatt den Leuten beizubringen wie Computer und Betriebssystem funktionieren, Dateisystem aufgebaut sind und die UI gelesen wird (von links oben nach rechts unten, wie ein Buch) passiert immer noch folgendes "Um Ihre Dateien zu sehen klicken auf auf das kleine Icon da unten links" und "Das Internet ist das blaue Icon". Das sind wie Anweisungen zur gewollten Hilflosigkeit, bloss nichts erklären :(

Ich finde das Niveau und die Gestaltung von Computerschulung wird nicht thematisiert. Teilweise ist das selbst bei Schulungen für Fachanwendungen so. Der Verwaltungsbeamte soll auf keinen Fall ahnen wie es zusammen hängt, lieber schön hilflos halten?
 
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maikrosoft schrieb:
Fürs Steamdeck würd ich nen eigenen Artikel empfehlen da es ja ein vorkonfiguriertes Gerät ist.
Die meisten wird doch sicherlich interessieren wie sie mit Distibution X auf Hardware Y die besten Ergebnisse erzielen, wie man sich das aktuellste MESA installiert sowie proton-ge usw.
Aktuell sieht es so aus das der Spitzenreiter SteamOS im BigPicture wird, der gamecomposer trägt schon was dazu bei daß es echt etwas besser läuft... :)
 
Vedris schrieb:
Ich habe den Treiber von der AMD Seite benutzt. Auf Ubuntu 20.04 LTS habe ich noch nicht den neuesten erhalten.
  • AMD PPA fuer den Treiber
  • KISAK PPA fuer Mesa ( in diesem fall Oibaf weil Kisak noch auf 21.x steht)
Also ich nutze nur das KISAK PPA, aber nicht das AMD PPA und zocke damit seit Jahren ¯\(ツ)
 
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