Leserartikel Mini-ITX-System - Erfahrungsbericht

InsanityPvP

Cadet 4th Year
Dabei seit
Sep. 2016
Beiträge
123
Sehr schöner Artikel, ich persönlich hätte auf ein Corsair SF450 gesetzt weil Modularität in dem Form Faktor wirklich deutlich angenehmer ist, aber nix desto trotz sieht das System sehr gelungen aus, die Wahl der Komponenten gefällt mir sehr gut. Ich denke für den Preis hättest du absolut nix vergleichbares im Laptop Bereich gefunden. (Nächstes mal aber bitte die typische Banane zum Größenvergleich nehmen ;))

Um dein System ein wenig Kühler zu bekommen ohne massiv an der Leistung zu verlieren ein paar Ratschläge:
Bios -> Voltage -> CPU Vcore auf Normal (dazu das + Symbol auf dem Nummernblock) -> CPU Dynamic Voltage auf -0.05v (aus eigener Erfahrung ist mit ca 4-5 Grad niedriger CPU Temperatur bei keinem bis minimalen Leistungsverlust (10-20 Punkte in CBR20) zu rechnen, du kannst dich auch hochtasten an die -0.1v Schritt für Schritt, bei -0.1v hatte ich ca 2% Leistungsverlust bei durchschnittlich 9 Grad weniger Temperatur)
Persönlich hab ich mich sehr an diesem Guide orientiert (CPU Offset Voltage Absatz), ist ein wenig Arbeit aber macht Spaß.
Dann die GPU noch Undervolten.
RAM eventuell noch auf 3600 oder höher, dazu hat ZeroCoolRiddler einen wunderschönen Beitrag hier im Forum.
 
Zuletzt bearbeitet:

Shelung

Rear Admiral
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
6.098
Wofür?
In das Velka passt keine full size GPU.
Es ist nicht schwerer ein system in das Velka als in das Dan A4 zu setzen.

Wobei ich hier gerade ein Lian Li PC05S habe welches wirklich umständlich ist und Airflow technisch ne herausforderung.
 

santalaus

Cadet 1st Year
Dabei seit
Nov. 2019
Beiträge
13
Nettes Projekt. Ich bin auch dabei Richtung ITX PC zu gehen, allerdings andere Anforderungen.

HW: Dan-Case A4, Asrock B450 itx Board, SFX Netzteil vollmodular, AMD Ryzen 3400G, 32GB Lowlevel RAM, Alpenföhn Black Ridge 120mm, M2-SSD Intel 2TB, 2,5mm HDD, Grafikkarte AMD 590

Liste ist gerade aus dem Kopf und einen teil der Hardware war schon vorhanden. Gehäusewahl da IMHO einer der besten Kompromisse aus Grösse und Transportsbilität.

Größtest Problem war, das das UEFI des Boards die Onboard nicht als Primäre GPU wollte. Nun funktioniert das alles und ich bin bei der Software.

SW: Primär OS Ubuntu Budgie, dGPU per KVM an Win10-VM durchgereicht zum Spielen. An looking-Glass arbeite ich zur Zeit.
 

HardRockDude

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Juli 2009
Beiträge
2.758
wowhappy.gif

Wahnsinn! Nach 10 Jahren hab ichs endlich auf die Startseite geschafft :D :D Ehrt mich sehr, dass ihr das interessant genug findet, darüber zu berichten :) lasst mich ruhig wissen, was ihr gerne getestet haben möchtet. Solang es keine ausufernden Stresstests sind, bin ich gerne bereit, Daten zu liefern!

Ich hatte den ersten Versuch mit mITX im ähnlichen Silverstone Sugo SG06 probiert und war von den Kühlkonzept sehr enttäuscht. Egal wie das System war nie leise, die Komponenten deutlich wärmer (und entsprechend langsamer) als in kaum größeren Gehäusen und die Komponenten stauben extrem schnell ein.
Ich nutze jetzt das Silverstone Fortress FTZ-01, mit dem ich sehr zufrieden bin, da hier die Kühlung mit guten Lüftern und kühler sowie Staubfilter für mich einen wesentlich besseren Eindruck macht.
Das SG06 ist dem SG13 tatsächlich sehr ähnlich. Von dem Staubproblem hatte ich gelesen. Das war erstmal ein Kompromiss, den ich eingehen wollte. Einige Lösungsvorschläge nutzen die Methode des "positiven Luftdrucks", also wo der Lüfter vorne durch die Staubfilter am Frontpanel Frischluft anzieht und die (weitestgehend) staubfreie Luft durchs Gehäuse pustet. Bei dem insgesamt aber sehr freien und löchrigen Gehäuse fällt vermutlich trotzdem mehr als genug Staub rein. Je nach dem, wie stark sich das ausprägt, bringe ich noch Staubfilter an (aka zerstochenes Küchenpapier :D ).
Von der Lautstärke her war ich bislang zufrieden - wenn ich mir den CPU-Kühler wegdenke. Der wird beizeiten ausgetauscht. Beim letzten Neubau damals setzte ich direkt auf einen Aftermarket-Kühler. Der erzeugte nur noch angenehmes Rauschen statt röhrendem Rasenmäher.
Das Fortress FTZ01 erinnert mich an das Fractal Node 202. Ich sag mal so: Besser geht es immer, aber kaum mehr günstiger. Irgendwo sind dann einfach Grenzen, wenn man ein gewisses Budget nicht überschreiten will oder eben Experimente wagt.

Ich verstehe nicht wieso du dir wegen der Netzteil Leistung so Sorgen machst. Häng Mal ein Strommessgerät vor deinen Computer. Du wirst niemals nur Ansatzweise in kritische Bereiche kommen.
Ja, ich übertreibe hier sicherlich. Das Strommessgerät wird jedoch nicht helfen. 400W sind das, was das Netzteil insgesamt ausgeben kann. Diese Wattangabe teilt sich auf die verfügbaren Schienen auf (3V, 5,5V, 12V etc.). Laut be quiet schafft es 120W auf einer 12V-Schiene. Das ist genau das, was gefordert wird. Bei einem Peak kann ich also ins Limit laufen.

An deiner stelle hätte ich die Festplatte mit 2 TB etwas größer dimensioniert [...]

Ein Temperaturtest unter Last würde mich sehr interessieren. Ich hatte die gleiche CPU in einem billigen normalen Gehäuse und da hat sich das ganze teil extrem aufgeheizt. Das hatte ich so noch nie erlebt. Man konnte das Gehäuse kaum anfassen...
Die Größe passt schon. Bislang hatte ich 250 GB :D Und mehrere Spiele habe ich selten gleichzeitig installiert. Ich habe die SSD noch in einen kleineren Bereich partitioniert, auf dem Ubuntu installiert ist, damit ich nicht immer Platten/USB-Sticks an-/abschließen muss.
Den Temperaturtest werde ich noch liefern, einmal vor und einmal nach Kühlerwechsel. Im Moment kann ich berichten, dass bei dem, was der Rechner bislang durchmachen musste, das Gehäuse sich im hinteren Teil erwartungsgemäß etwas erwärmte. Meine Schoki dadrauf ist jedenfalls nicht geschmolzen.

Du hättest aber mit Sicherheit Crucial Ballistix im Rechner wenn du hier die Komponenten hättest checken lassen ;) ... und vielleicht hättest du jetzt ein RAM OC Config mit 3600/3733 MHz am Laufen ;)
Hab ich sogar checken lassen und mir empfehlen lassen ;) aber hab dann "NÖ" gesagt, weil ich mit OC gar nicht erst anfange und der Aegis RAM halt nochmal günstiger war. Hauptsache 3200 MHz und wenigstens CL16.

Ich finde die Idee mit dem Schokoriegel unklug. Man hätte diesen durch einen anderen eindeutigen Gegenstand ohne Markennamen ersetzen können.
Den Gedanken hatte ich auch. Aber dann hab ich ein Snickers gegessen. Mjam #nowerbung
Und dann habe ich noch aktiviertes nepalesisches Mondwasser getrunken, aber das kann man schlecht in Zentimetern messen. Im Ernst: Du hast ja nicht Unrecht, in dem Moment war es mir einfach egal ;)

NOICE! Ähnliches hatte ich mit dem bald lieferbaren A4-SFX vor. Da wird ja selbst die Verkabelung eine Herausforderung.
Ja, davon kannst Du ausgehen. Wenn Du das angehst, schreib doch auch einen Erfahrungsbericht! Das wär NOICE. Denn ich kann mir auch vorstellen, in Zukunft noch auf das A4-SFX zu wechseln. Je kleiner, desto gut!

ich persönlich hätte auf ein Corsair SF450 gesetzt weil Modularität in dem Form Faktor wirklich deutlich angenehmer ist [...]

Um dein System ein wenig Kühler zu bekommen ohne massiv an der Leistung zu verlieren ein paar Ratschläge: [...]Dann die GPU noch Undervolten.
RAM eventuell noch auf 3600 oder höher, dazu hat ZeroCoolRiddler einen wunderschönen Beitrag hier im Forum.
Absolut korrekt mit dem modularen Kabelmanagement. Hatte das Corsair auch in Betracht gezogen, aber es ist schon deutlich teurer als das be quiet. Auch hier: besser geht immer, günstiger nicht, wenn es noch "gut" bleiben soll.
Besten Dank für die vielen Tipps bzgl. Undervolting. Das ist definitiv etwas, das ich verfolgen werde.
Den RAM auf 3600 zu ziehen, ist es mir jedoch nicht wert.


In dem Zusammenhang geht noch eine Frage raus an euch:
Wenn einige Komponenten im System undervoltet werden, wird das Netzteil dadurch eigentlich mehr oder weniger beansprucht? Rein intuitiv würde man wohl sagen: weniger - denn es wird ja weniger Spannung ausgeliefert. Kann aber nicht das Gegenteil der Fall sein? Denn es ist darauf ausgelegt, 230V in 3,3V, 5V, 12V etc. umzuwandeln. Alle anderen Werte könnten mehr Aufwand für die Elektronik bedeuten, wodurch die Verlustleistung zumindest innerhalb des Netzteils steigt, obwohl hinten raus ein geringerer Spannungswert steht?
 
Zuletzt bearbeitet:

Spliffy83

Cadet 4th Year
Dabei seit
Feb. 2013
Beiträge
69
Super Beitrag unf macht einem gleich Lust auch mal ein Mini-ITX System zu bauen : )

Ein Upgrade steht bei mir bald auch an, eigentlich aber nur eines der Platform und meine Grafikkarte würde zumindest in dieses Gehäuse von der Länge nicht rein passen.

Mal schauen wie es mit anderen Gehäusen aussieht.
 

santalaus

Cadet 1st Year
Dabei seit
Nov. 2019
Beiträge
13
Ja, ich übertreibe hier sicherlich. Das Strommessgerät wird jedoch nicht helfen. 400W sind das, was das Netzteil insgesamt ausgeben kann. Diese Wattangabe teilt sich auf die verfügbaren Schienen auf (3V, 5,5V, 12V etc.). Laut be quiet schafft es 120W auf einer 12V-Schiene. Das ist genau das, was gefordert wird. Bei einem Peak kann ich also ins Limit laufen.

In dem Zusammenhang geht noch eine Frage raus an euch:
Wenn einige Komponenten im System undervoltet werden, wird das Netzteil dadurch eigentlich mehr oder weniger beansprucht? Rein intuitiv würde man wohl sagen: weniger - denn es wird ja weniger Spannung ausgeliefert. Kann aber nicht das Gegenteil der Fall sein? Denn es ist darauf ausgelegt, 230V in 3,3V, 5V, 12V etc. umzuwandeln. Alle anderen Werte könnten mehr Aufwand für die Elektronik bedeuten, wodurch die Verlustleistung zumindest innerhalb des Netzteils steigt, obwohl hinten raus ein geringerer Spannungswert steht?

Bzgl der Last der einzelnen Spannungsschienen des Netzteils schreibst Du schon richtig. Das ist etwas was die meisten nicht beachten.

Zu Deiner Frage: Das Netzteil liefert IMMER die angegebenen Spannungen, diese werden auf dem Board nochmal umgewandelt. Zudem angegebenen Over-/Undervolting Wert. Was sich ändert ist die Leistung und damit der vom Netzteil abgegebene Strom.
Ob das Netzteil dann aus der Steckdose mehr oder weniger Last aufnimmt, hängt auch vom Lastbereich ab.
Sonst gäbe es die Effiziens Stufen Bronze, Silber, Gold, Platinum ja nicht ;)
 

Shelung

Rear Admiral
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
6.098
Knifflig ist das Kabelmanagement beim DAN A4 eigentlich erst wenn man versucht ne 90mm AiO einzubauen.
Ansonsten hat man recht viel Platz.

Ich hatte aber bisher nie wirkkiche Probleme mit Staub bei meinem ITX Builds. Nichtmal auf meiner Open Testbench die auf meinem Lowboard unter dem TV Stand.
 

Sn00py

Cadet 3rd Year
Dabei seit
Nov. 2011
Beiträge
54
HardCoreDude,
da ich mir über die Weihnachtstage ein ganz ähnliches System zusammengebaut habe, hat mich dein Bericht gleich angesprochen.
Auch mit einem Ryzen 5 3600, mit deinem Alternativ-Board Asrock Fata1ty B450 ITX, bequiet SFX PSU, nur mit 300 W.
Da ich kein großer Gamer bin und dennoch eine halbwegs leistungsfähige Grafikkarte wollte, die aber passiv gekühlt und mit DP Ausgang statt DVI ist, wurde es die MSI GT1030 2GH LP. Die MSI ist mit diesen Anforderungen auch so ziemlich die einzige Möglichkeit. Auch wenn ihr richtigen Gamer mich dafür belächeln mögt, für meine Sachen wie große Bildschirmauflösung, Bildbearbeitung, Videoschnitt, bisschen Blender, usw reicht das gut aus.
Gehäuse wird auch ein Silverstone, aber das CS01 (Mainboard hängt an der Rückwand mit Aussenanschlüssen nach oben), kommt hoffentlich morgen an. Noch liegen die Teile am Boden.
m.2 SSD und 2x8 RAM erstmal die vorhandenen Teile weiter verwendet.
Im Moment tendiert es eher dahin, dass dies mein letzter kompletter PC-Neukauf war. Doch: "Sag niemals nie..."
Eben. Ich mache ein großes Hardware-Update ungefähr alle 3 Jahre, je nachdem, ob es Teile gibt die mich reizen.

Mini ITX Systeme die relativ leistungsstark und im kompakten Gehäuse sind, finde ich jedenfalls (wie man sieht) auch klasse 😄
 

Saint81

Lt. Junior Grade
Dabei seit
Feb. 2017
Beiträge
265
Die Hype-Cases wie DanCase, Ghost, etc sind mir viel zu teuer. Dein SilverStone Sugo oder auch das vorgeschlagene Sharkoon QB One sind da schon echt angenehm, fast schon zu günstig. Gibts etwas dazwischen?
 

HardRockDude

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Juli 2009
Beiträge
2.758
Hier kommen die ersten aufgearbeiteten Test-Ergebnisse unter folgenden Bedingungen:
  • AMD Stock-Kühler (Wraith Stealth)
  • PBO aus, kein OC
  • Ryzen-Balanced Energieplan
  • Gehäuselüfter richtet sich nach Chipset-Temperatur, rauscht beinahe konstant um die 1000 RPM
  • Win 10.1909 und aktuelle Chipset- sowie Grafiktreiber

1. Cinebench R20.060
  • CPU: 3540
  • CPU-SC: 476
  • MP-Ratio: 7.43
  • Max-Werte: 60,7 W; 85°C; 2636 RPM
cinebenchr20.png
2. 3DMark: Time Spy 1.0 (Standard-Einstellungen)
  • Score: 6430
  • GPU: 6306
  • CPU: 7239
  • Link zu diesem Benchmark
  • Max-Werte:
    • CPU: 48,7 W; 77°C; 2626 RPM
    • GPU: 123,2 W; 73°C; 2339 RPM
timespy.png

3. 3DMark: Fire Strike 1.1 (Standard-Einstellungen)
  • Score: 14681
  • GPU: 16343
  • CPU: 18950
  • Link zu diesem Benchmark
  • Max-Werte:
    • CPU: 43,5 W; 75°C; 2626 RPM
    • GPU: 122,7 W; 74°C; 2389 RPM
firestrike.png

Beobachtungen:
  • Man sieht ganz gut, wie der CPU-Lüfter eigentlich immer über 2000 RPM dreht und wie die Lüfterkurve greift.
  • Beim Cinebench Multicore-Test läuft der Lüfter ab Beginn auf Anschlag und schafft es nicht, die CPU vorm Erhitzen über 80°C zu bewahren.
  • Hinten raus ist bei den Diagrammen die Situation im Idle-Betrieb zu erkennen. Der Ryzen 3600 ist wohl ein Hitzkopf. Im Idle springt die Temperatur regelmäßig blitzartig um 10°C nach oben. Der Lüfter kühlt das runter, nach kurzer Zeit springt sie wieder innerhalb einer Sekunde nach oben.
 
Zuletzt bearbeitet:

xXDarthGollumXx

Lieutenant
Dabei seit
Okt. 2019
Beiträge
526
Toller Erfahrungsbericht, ist immer wieder schön zu sehen was auf so kleinen Raum möglich ist.
Gut finde ich das du dich an dein Budget gehalten hast, ist mir gar nicht gelungen.
Gespannt bin ich ob du bei dem CPU Kühler bleibst oder einen anderen verbauen wirst.
VG
 

HardRockDude

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Juli 2009
Beiträge
2.758
Finales Update: Neue Lüfter und Benchmarks

Es ist Zeit für ein Round- und Wrap-up! Beinahe ein Monat ist die Mini-ITX-Kiste nun alt. Nachdem im vorigen Post schon Diagramme über den "so-gut-wie"-Stock-Zustand gezeigt wurden, habe ich in den letzten Wochen einige Lüfter ausprobiert, um die Kühlung zu optimieren und gleichzeitig die Lautstärke zu senken.


1. Motivation
Der Hauptwunsch ist, den Rechner leiser zu machen und idealerweise die Kühlung noch zu verbessern, die CPU bei Volllast unter 80°C zu bekommen. Der Wraith Stealth schafft das nicht und ist allgemein einfach zu laut.
Viel Platz ist im Gehäuse natürlich nicht. Der Abstand zum Netzteil ist nicht sehr groß, aber groß genug, um etwas herumzuspielen. Jedoch ist es gar nicht so leicht, geeignete Kühler zwischen vollausladenden Top-Blowern und Ultra-Low-Profiles auf AM4 für Mini-ITX zu finden.
Die Wahl fiel auf den NH-L9a-AM4. Er ist wie der Wraith Stealth für eine TDP von 65W ausgelegt. Daher sind große Wunder natürlich auszuschließen. Der Kühler ist etwas niedriger als der vom Wraith Stealth, dafür breiter, bietet Heatpipes und den Vorteil der Standardbohrungen, wodurch sich andere Lüfter in verschiedenen Größen leicht(er) drauf platzieren lassen. Daher kann man mit Lüftern spielen, die nicht stets an ihrer eigenen und meiner Schmerzgrenze arbeiten.
Ein größer dimensionierter Kühler sollte es hier erstmal nicht werden, da in Anbetracht auf einen zukünftigen Umstieg auf ein noch kleineres Case der Platz noch geringer wird.


2. Lüfter-Lineup
CPU-LüfterGröße (mm)RPMdB/Am³/hmm H2OWattPins
Wraith Stealth?x?x252500laut???4
NF-A9x1492x92x14250023,657,52,111,324
NF-B992x92x25160017,664,31,61?3
NF-A992x92x25200022,878,92,281,24
Case-LüfterGröße (mm)RPMdB/Am³/hmm H2OWattPins
Pure Wings 2120x120x25150020,2871,252,44
NF-A14140x140x25150024,6140,22,081,564

Der A9x14 kommt zusammen mit dem NH-L9a-AM4. Dieses Duo sollte also zunächst den Wraith Stealth vom Ryzen ablösen. Wie sich herausstellte, hat es sich trotz knapp halber Gesamthöhe schon besser, jedoch nicht viel besser geschlagen. Diese gute Ausgangsposition bietet an, den Platz mit einem "richtigen" Lüfter zu nutzen. So habe ich als nächstes den B9 auf denselben Kühler draufgeschnallt. Diesen Lüfter habe ich noch vom alten Desktoprechner. Der A9 hat von allen die besten Werte und ist gleichzeitig leise, weshalb ich ihn einfach ausprobieren muss(te).
Bei den Gehäuselüftern kamen zunächst die Pure Wings 2 von be quiet! zum Einsatz. An sich absolut anstandslos, habe ich mich jedoch entschieden, hier in die Vollen zu gehen und einen 140mm-Lüfter mit beinahe doppeltem Airflow ins Gehäuse zu setzen. Falls der Rechner anfängt zu niesen, ist das dann halt so.


3.1 Bilder vom Einbau
01.jpg 02.jpg 03.jpg 04.jpg 05.jpg 06.jpg 07.jpg 08.jpg 09.jpg 10.jpg 11.jpg 12.jpg


3.2 Bemerkungen zum Einbau
Zum Austausch des Kühlers musste der ganze Rechner auseinandergenommen werden: Für den NH-L9a-AM4 ist eine eigene Backplate nötig. In dem Zusammenhang wurde die CPU gereinigt und die Wärmeleitpaste neu aufgetragen. Die Installation des Kühlers war nicht ganz leicht, weil man gleichzeitig Backplate und Kühler halten und mit dem Schraubenzieher festziehen muss. Dabei hat sich der Kühler auf der CPU einmal verrutscht.
Zudem fing das Mainboard an, sich zu biegen. Daher habe ich die Schrauben nicht bis Anschlag festgezogen.
Die vorhandene NT-H1-Paste ist 10 Jahre alt. Ich wollte die neue aber nicht aufmachen, bevor die alte leer ist oder zumindest klar ist, dass sie "schlecht geworden" ist. Dafür habe ich erstmal einen Teil als Verschütt aus der Tube gedrückt und dann einen Klecks mittig auf die CPU platziert.
Gut möglich, dass all diese Dinge negative Auswirkungen auf die Kühlung haben.
Hinweis: Der A14 ist nur auf den Bildern falschrum eingebaut, nicht in den Tests... ;)


4.1 Testparcours und Ergebnisse im Durchschnitt
  • Windows 10 1909, PBO off, Ryzen Balanced Energiesparplan, Bios F50 (AGESA 1.0.0.4 B), Chipset-Treiber 19.10.16 von Gigabyte, GeForce-Treiber 441.66
  • Die Pure Wings 2 waren beim Wraith Stealth, A9x14 und B9 im Einsatz. Beim A9 habe ich sie gleichzeitig mit dem A14 ausgetauscht. Daher ist das Testprozedere nicht ganz sauber. Die Ergebnisse deuten aber an, dass die Case-Fans keinen (bemerkenswerten) Einfluss auf CPU- und GPU-Werte haben.
  • Die Case-Fans saugen vorne von draußen Luft an und blasen sie durchs Case hinten raus.

  • Cinebench R20.060
    • CPU: 3524
    • CPU-SC: 474
    • MP-Ratio: 7.44
  • 3DMark 2.11.6846
    • Time Spy 1.0
      • Score: 6450
      • CPU: 7209
      • GPU: 6333
    • Fire Strike 1.1
      • Score: 14742
      • CPU: (physics) 19158
      • GPU: 16388

4.2 Lüfterdiagramme
Hier sind die CPU-Lüfterwerte und -Temperaturen:
cpu_cinebench.png cpu_timespy_firestrike.png cpu_timespy_firestrike_cinebench_max-avg.png

Und hier die GPU-Lüfterwerte und -Temperaturen beim Einsatz der jeweiligen CPU-Lüfter:
gpu_timespy_firestrike.png gpu_timespy_firestrike_max-avg.png


5. Beobachtungen
  • Interessanterweise haben die CPU-Lüfter einen Einfluss auf die GPU. Möglicherweise habe ich auch den Airflow im System beim ständigen Ein-/Ausbau verbessert, als ich irgendwann das Gros der Kabel stärker in eine Ecke geknubbelt habe. Dass letzteres wahrscheinlich ist, erkennt man daran, dass sich die GPU-Lüfterkurve mit dem A9, bei dem auch der größere A14 als Case-Fan eingesetzt wurde, nicht mehr groß ändert - zumindest bei Fire Strike.
  • Die Lüfterkurven variieren stark, während die Temperaturen insgesamt auf einem sehr ähnlichen Niveau bleiben. Hier zeigt sich: selbst ein kleiner Lüfter kann leise sein, braucht keine extremen RPMs und kühlt dennoch passabel.
  • Es ist schnell zu sehen, dass der Wraith Stealth ein Brüller ist. Seine Kühlleistung ist dabei im Vergleich zu den anderen aber gar nicht schlecht. Jedoch ist er keine Wahl, da er nicht besonders klein und einfach zu laut ist und viel zu oft am Anschlag mit über 2600 RPM läuft.
  • Der A9x14 ist nur minimal besser als der Wraith Stealth. Sein größter Vorteil kommt daher, dass sein Laufgeräusch viel angenehmer und er eben ein gutes Stück kleiner ist.
  • Der B9 hat mich sehr positiv überrascht. Ein 10 Jahre alter Lüfter ohne PWM, rein per Spannung geregelt, läuft außerordentlich leise und kühlt dabei verhältnismäßig gut. Er dreht im Schnitt 700 RPM langsamer als der Wraith Stealth! Die zusätzlichen 11mm in der Höhe machen wirklich einiges aus. Jedoch kommt auch er an Grenzen durch sein recht niedrig angesetztes Drehzahllimit.
  • Der A9 ist in den meisten Tests erwartungsgemäß leise und sehr effizient beim Kühlen. Durch seine höhere Drehzahl als der B9 kann er die Lastspitzen genauer verfolgen und angreifen. Jedoch ergibt sich die größte Überraschung beim Cinebench-Test, wo im Multicore-Teil die höchste Temperatur im ganzen Testfeld erreicht wird: sie steigt mit ihm am schnellsten und steilsten an. So richtig erschließt sich mir nicht, warum das passiert.

6. Fazit
  • Trotz des Ausrutschers bei Cinebench bleibt der A9 jetzt im System, da er im Vergleich zum B9 dank seiner höheren Drehzahl insgesamt konsequenter kühlen kann. Gleichzeitig ist er dabei sehr leise, das Rauschen unter Last ist angenehm.
  • Was die Case-Fans betrifft, habe ich gar nicht mehr lange rumgefackelt. Das ständige Ein- und Ausbauen, Testen und Auswerten hat mich am Ende doch etwas genervt. Viel ändert sich ohnehin nicht, und ich bin einfach froh, zumindest ein besseres Lüfterduo als zu Beginn gefunden zu haben. Deswegen habe ich die Auswirkungen der Case-Fans nicht nochmal eingehend separat getestet.
  • Die Hoffnung, die CPU stets unter 80°C halten zu können, hat sich zerschlagen. Ist aber auch nicht wirklich schlimm. Evtl. begebe ich mich nun an Spannungseingriffe zum Undervolting, wie @TheLiquidMelody oben beschrieb.
  • Am Ende bleibt festzustellen, dass ein guter Kühler wichtig ist und das Tüfteln um den besten Lüfter hauptsächlich bei der Effizienz/Lautstärke bemerkenswerte Unterschiede macht - in Bezug auf Temperaturen eher weniger. Vielleicht kann man noch ein paar Grad aus einer besseren Verteilung der Wärmeleitpaste quetschen. Ansonsten muss ein größerer Kühler auf die CPU. Im Small Form Factor (SFF) stößt man da jedoch schnell an Grenzen. Wenn es beizeiten 1-2cm dickere Kühler gibt mit mehr Heatpipes, komme ich eventuell nochmal in Versuchung, denn es gibt noch Platz bis zum Netzteil (siehe Bilder). Ein Kandidat könnte z.B. der NH-L9x65 (95W TDP) sein, aber der wird für noch kleinere Cases wieder zu groß sein...
  • Es bleibt verbaut: NH-L9a-AM4 + NF-A9.

7. Schlussworte
Das Projekt Mini-ITX ist hiermit offiziell "beendet", das System nun vollständig, und durch den Lüfterwechsel auf dem CPU-Kühler ist sogar ein kleiner Modfaktor eingeflossen. Ich bedanke mich für euer Interesse und die Veröffentlichung! Vielleicht weckt es in dem ein oder anderen ja eine Inspiration ;)

Zum Abschluss noch ein Bild mit dem ASUS P5B (ATX) meines alten Rechners (Q9550...) als Größenvergleich.

--0.jpg

Grüße, euer HardRockDude
 
Zuletzt bearbeitet:

Alarik

Ensign
Dabei seit
Aug. 2015
Beiträge
239
Hallo HardRockDude,

klasse Aktion! Nur eine Frage: Warum lässt du den Noctua Gehäuselfter (siehe letztes Bild vom Einbau) aus dem Case rauspusten? Der vorherige beQuiet! hat die Luft ins Gehäuse geblasen. Wenn du gleichzeitig noch den CPU-Lüfter tauschst, hast du zwei Dinge je Vergleich geändert. Die Änderung von zwei Variablen gleichzeitig lassen jedoch keine präzisen Rückschlüsse zu, welcher Lüfte nun welche Auswirkungen hat.

Gruß
 

HardRockDude

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Juli 2009
Beiträge
2.758
@Alarik
Sehr gut aufgepasst, und danke für den Kommentar :daumen: Dass der A14 falschrum drin war, ist mir ganz nach Murphy's Law erst nach dem Einbau aufgefallen. Vor dem Test wollte ich sehen, wie sich der höhere Airflow und statische Druck an den Einlassstellen am Gehäuse auswirkt und hielt dünnes Papier davor. Es war direkt zu sehen, dass es nicht angesaugt, sondern weggedrückt wird. Also habe ich den Rechner nochmal aufgemacht, den Lüfter gedreht, vergessen, Bilder zu machen, und den Test anschließend durchgeführt. Die Diagramme sind also zumindest dahingehend nicht falsch, sprich: beide Case-Lüfter saugen vorne von draußen Luft an und blasen sie durchs Case nach hinten raus.
Habe es im Text oben ergänzt.
 
Zuletzt bearbeitet:

TermyD

Lt. Commander
Dabei seit
Mai 2002
Beiträge
1.152
@HardRockDude

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht :daumen:

Ich habe auch schon länger über den Bau eines ITX Systems nachgedacht. Insbesondere da ich in meinem „Teilelager“ noch 16 GB RAM, eine Vega64, einen Wraith Prism, 2 SSD, Lüfter etc. liegen habe.

Gestern gab es im Mindstar einen Ryzen 3600 als Tray Version für 139,- €, da musste ich zuschlagen. Als Mainboard habe ich mir ebenfalls das Gigabyte X570 I Aorus Pro gekauft. Das ist mein erstes Gigabyte MoBo überhaupt, bin gespannt.

Ich werde sicher von Deinen Erfahrungen und Tipps lernen können, danke für Deine Bemühungen und die vielen Bilder.

CU, TermyD
 
Zuletzt bearbeitet:

cruse

Fleet Admiral
Dabei seit
Sep. 2013
Beiträge
10.694
Lazer3D HT5 Bourbon Mini-ITX - 130€
RAIJINTEK Ophion EVO Mini-ITX - 125€
A40 V2 MINI-ITX CASE - ääähh 85 € ?
A50 PLUS MINI-ITX CASE - ääähh 95 € ?
KKSB K1 Mini ITX (No Fan) - ~125€ (ist noch bei Kickstarter am laufen)
PatCase SFX Mini ITX Gaming Case - 89€
……. usw - gibt endlos viele, musst nur Google bedienen können. Als Randnotiz sei noch Alibaba erwähnt, dort gibt es jede Menge SFF Gehäuse zu einem guten Preis.
 
Top