Einleitung
Ursprünglich sollte das hier ein "kleines Update" in einem anderen Thread von mir werden. Der jedoch zweifellos riesige Unterschied zwischen dem alten und neuen System - sowohl in Sachen Gaming- als auch im Bereich der Produktivleistung rechtfertigte einen etwas ausunfernderen Beitrag sowie einen zugehörigen, separaten Thread, getarnt als Leserartikel
Fortan geht es um die Erfahrungen und Leistungsvergleiche eines seit 22 Jahren durchweg mit Intel-Prozessoren gefahrenen Nutzers, der den Wechsel vom Intel Core i5-12600K hin zum AMD Ryzen 7 9800X3D behandelt.
Der Beitrag ist unterteilt in folgende Abschnitte:
- Einleitung
- Grober Ersteindruck des neuen Systems
- Stromverbrauch AMD-CPUs ohne Last
- Geräuschemmission Gehäuse und AiO
- Die im Nachhinein einzig richtige Wahl der (Nvidia-)Grafikkarte
- Das Netzteil war eine Qual der Wahl
- Das (recht hochpreisige) Mainboard - wieso und weshalb
- SSDs - unspektakulär und zuverlässig
- RAM - Konservativ und pfeilschnell zugleich
- Der (teils immense) Gaming-Performanceunterschied
- Auch die Produktivleistung nimmt deutlich zu
- Fazit: Besser spät als nie
Ansonsten sei hier noch einmal grob das alte System mit 12600K als Herzstück aufgeführt, nachfolgend das neue System und welche Komponenten mitgewechselt sind.
Das "alte" System
- Intel Core i5-12600K
- G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-4000 CL16-16-16-36
- MSI MAG Z690 Tomahawk WIFI DDR4
- Gigabyte GeForce RTX 4080 Super Gaming OC
- Scythe Fuma 2 mit LGA1700 Kit
- 3x Kingston KC3000 2 TB im RAID0
- Corsair RMx 2021 Series 650 Watt
- Lian Li Lancool II Mesh Performance
Das "neue" System
- AMD Ryzen 7 9800X3D
- Corsair Vengeance 64GB DDR5-6000 CL30-36-36-76 (grau, unbeleuchtet)
- MSI MAG X870E Tomahawk WIFI
- Gigabyte GeForce RTX 4080 Super Gaming OC (mit umgezogen)
- Arctic Liquid Freezer III 360 A-RGB schwarz
- 2x Kingston KC3000 2TB im Einzelbetrieb (M2_1 und M2_4, mit umgezogen)
- NZXT C-Series 850W ATX 3.1
- Lian Li Lancool 216 RGB
Grober Ersteindruck des neuen Systems
PS: Nein, beleuchtungstechnisch ist hier noch gar nichts eingestellt, das ist reiner Wildwuchs
Nachdem ich diesem Thread bereits nach und nach von der beginnenden Bastelei im Oktober 2024 (und den damit verbundenen, teils massiven Problemen) berichtet habe, möchte ich hier nun etwas mehr im Detail auf das letztlich fertiggstellte System eingehen.
Ganz im Gegenteil zum letzten Versuch, mit dem 7950X3D glücklich zu werden, kann nun berichtet werden: bisher läuft die neue Plattform einwandfrei. Bei der Installation von Windows 11 gab es einen kurzen Schreckmoment, bei dem der Bildschirm nach dem ersten Neustart mitten im Setup einfach mal schwarz geworden ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die 4080 Super noch nicht verbaut und richtete noch alles über die iGPU des AMD Ryzen 7 9800X3D ein. Ich vermute einfach mal, dass Windows hier bereits Treiber eingerichtet hat und dann selbst irgendwie mit der iGPU durcheinanderkam. Ein Neustart des Systems hat das Problem aber restlos beseitigen können.
Nach der Installation wanderte dann auch endlich die letzte große Komponente, die 4080 Super, ins neue System und fortan besteht das fertige Build und verhält sich - dank manuell übers UEFI angepasster Lüfterkurven hervorragend leise. Im Windows-Betrieb und unter geringer Last ist das System sogar so leise, dass man nur und ausschließlich die Pumpe der Arctic Freezer III 360er AiO hört - oder aber es ist der VRM-Lüfter der AiO, das kann ich, ohne das Gehäuse nochmal zu öffnen und genau hinzuhorchen/den Lüfter manuell anzuhalten, gar nicht genau lokalisieren. Es ist aber wirklich flüsterleise und kein unangenehmes Aufschwingen in irgend einer Art.
Stromverbrauch von AMD-CPUs ohne Last
Was "negativ" auffällt, ist tatsächlich der Strombedarf des 9800X3D unter Windows, welcher architekturbedingt auch auf die übrigen AM5-CPUs zutrifft. Wir reden hier von keinen dramatischen Werten, aber wo praktisch jede Intel-CPU mit lediglich ca. 5 Watt im Windows-Desktopbetrieb auskommt (trotz nebenher laufender Programme wie HWiNFO, Steam, EPIC Client, geöffnetem Browser, etc.), so attestiert die AMD-CPU einen um etwa 20 Watt höheren Verbrauch. Erst unter Teillast, also wenn z.B. mit etwas intensiverer Last auf der CPU gearbeitet oder eben ein beliebiges Spiel gestartet wird, relativiert sich dieser Stromverbrauch wieder zugunsten AMDs. Rechnerisch ergibt das bei ca. 4 Stunden Nutzung pro Tag Differenzkosten von etwa 9 Euro Strom pro Jahr bei 30 ct/Kwh. Das ist nicht dramatisch, soll der Vollständigkeit halber aber erwähnt sein.
Geräuschemmission Gehäuse und AiO
Noch einmal kurz zurück zur Temperatur bzw. dem durch die angepassten Lüfterkurven entstehenden Lärmpegel: hier muss ich mir einfach selbst auf die Schulter klopfen, von Anfang an recht konsequent auf diverse Komponenten gesetzt zu haben:
Das Lian Li Lancool 216 (ARGB) ist ein fantastisch leises Gehäuse mit dennoch enormem Luftdurchsatz für gerade einmal ~110 Euro in der ARGB-Variante (schwarz und weiß erhältlich) und nochmals 10 Euro weniger für die unbeleuchtete, schwarze Variante. Ich stehe einfach auf Gehäuse, in denen ab Werk gute Lüfter verbaut sind, deren Tausch in keinster Weise in Erwägung gezogen werden muss. In der Front werkeln out of the Box zwei große 160mm Lüfter, die je nach Gehäusevariante mit ARGB-Beleuchtung daherkommen. Im Heck besitzt das Gehäuse eine (stets unbeleuchtete) 140mm-Variante. Diese Lüfter sind unter 900 u/min praktisch unhörbar, auch aus nächster Nähe.
Die AiO in Form der angesprochenen Arctic Freezer Liquid III 360 ARGB (schwarz) war ein Selbstversuch. Mir persönlich sind alle Nachteile, die mit einer AiO gegenüber einem reinen Luftkühler daherkommen, mehr als bewusst. Da ich jedoch auch z.B. im Defektfall überhaupt keine Probleme damit habe, schnell auf einen Towerkühler umzurüsten, gehe ich dieses für mich kalkulierbare Risiko gerne ein. Viel mehr wollte ich mich auch hier selbst von diversen Kühleigenschaften und gleichzeitig auftretender Lärmentwicklung einer modernen, großen AiO überzeugen und aufgrund des einerseits günstigen Preises bei gleichzeitig gutem Ruf bezüglich Support fiel die Wahl daher wenig überraschend auf Arctic. Die Installation der AiO is wirklich kinderleicht und dank offizieller Tutorials im Netz für praktisch jeden durchführbar. Das Lancool 216 bietet dank demontierbarem Deckel hervorragende Montagemöglichkeiten des 360er Radiators in der Oberseite des Gehäuses - so, wie es sich im Idealfall gehört. Alles an der AiO lässt sich wunderbar über die Lüfterheader des Mainboards steuern - von der Pumpengeschwindigkeit über den kleinen VRM-Quirl hinweg zu den verbauten 120mm Lüftern des Radiators. Letztgenannte sind - verständlicherweise - in Reihe geschaltet. Wie bereits erwähnt ist das einzige, was man an der AiO hört, ein sehr leises und tieftöniges Surren, das vermutlich vom VRM-Lüfter und nicht von der Pumpe selbst stammt. Die 120er Lüfter im Deckel drehen mit bis zu knapp unter 1000 U/min ebenfalls geräuschlos und werden erst darüber deutlicher hörbar.
Ohne nun meine Lüfterkurven zu präsentieren, an denen ich besonders unter Lastszenarien noch ein wenig feilschen werde (aktuell habe ich sie noch unnötig etwas zu agressiv eingestellt), so kann ich dennoch mal die aktuellen Drehzahlen im normalen Windows-Betrieb präsentieren:

Bei "CPU" handelt es sich um die drei 120mm-Lüfter des Radiators, die im Gehäusedeckel die Luft durch den Radiator nach oben herausdrücken. "PUMP SYS1" ist - wer hätte es anders gedacht - die Pumpe der AiO, die ich ungeregelt auf einer festen Drehzahl laufen habe. Der Durchfluss des Wassers ist somit unabhängig von der Last und Temperatur des Systems. Es gibt schon seit Jahren diverse Tests hierzu, die bestätigen, dass auch in großen Selbstbau-Wasserkühlkreisen der Durchfluss in einem recht großen Delta zwischen langsam und schnell keinen messbaren Einfluss auf die Temperatur des Wassers hat. Lediglich ein zu hoher oder zu geringer Durchfluss wirken sich hier negativ aus.
System 1 mit der Drehzahl von etwas über 1.200 u/min ist der VRM-Lüfter, der bei der Liquid Freezer III unsichtbar und perfekt integriert auf dem CPU-Kühlblock sitzt. In früheren Versionen war der Quirl hier noch deutlich kleiner, lauter wahrnehbar und zur Seite hin versetzt.
System 2 und 3 sind die beiden Frontlüfter, die ich bewusst - weil das Board genügend und gut platzierte Header bietet - einzeln betreibe. Mit System 4 bleibt der letzte einzelne Lüfter des Systems übrig, der 140er im Heck des Gehäuses.
Die im Nachhinein einzig richtige Wahl der (Nvidia-)Grafikkarte
Letztlich stellte sich aufgrund der derzeit wieder einmal durch einen Nvidia Grafikkartenlaunch heraufbeschworenen und katastrophalen Marktlage heraus, dass meine Grafikkartenwahl im Oktober 2024 trotz des hohen Kaufpreises die für mich richtige war. Die Wahl fiel dabei auf die Gigabyte RTX 4080 Super Gaming OC, die bei Notebooksbilliger zu diesem Zeitpunkt inkl. Versand mit ca. 1.080 Euro zu Buche schlug. Nach einiger Recherche im Netz, diversen Youtube-Videos sowie Stöbern durch die hervorragende Datenbank und den passenden Review bei Techpowerup, in dem auch sehr viel über das Thema Geräuschentwicklung einzelner Grafikkarten berichtet wird, fiel meine Wahl nicht schwer. In dieser Übersichtstabelle von Techpowerup sieht man gut die Temperaturen und den Lüfterlärm sämtlicher bis dato getesteter RTX 4080 Super-Modelle. Man sieht natürlich auch schnell, dass z.B. eine ASUS TUF oder Strix noch einmal leiser im Quiet BIOS agiert. Diese beiden Karten waren preislich jedoch weit entfernt von dem, was ich für eine 4080 Super auszugeben bereit war. Obendrein ist mir ASUS ein äußerst unsympatischer Verein, was die vielen negativen Berichterstattungen der jüngsten Zeit wieder deutlich wurde: Reparaturkosten einer RTX 4090 für ~3.500 US Dollar, Scam bei ASUS ROG Ally-Reparaturen über die auch GamersNexus berichtete, etc.
Schaut man sich die Tabelle von Techpowerup jedoch genauer an und zieht nicht nur die absolute Lautstärke in Betracht, so wird schnell eines klar: das "Gesamt-Delta" aus allen drei Werten, nämlich der Chiptemperatur, Geräuschentwicklung und Lüfterdrehzahl verschiebt sich insgesamt tatsächlich eher in Richtung der Gigabyte-Karte. Dafür spricht auch, dass sie als einzige mit großen 110 Millimeter-Lüftern ausgestattet ist, die entgegen der vielen anderen 95mm-Quirle deutlich langsamer bei gleicher Emission drehen können. Obendrein sind 31 dB(A) der Gigabyte-Karte gegenüber den ca. 28 dB(A) der beiden ASUS-Karten im Quiet-BIOS tatsächlich in Anbetracht des Gesamtsystems zu vernachlässigen. Die fast schon gruselig niedrigen Temperaturen des Grafikchips sowie auch der VRAM-Speichermodule selbst unter Volllast bestätigen dies im Praxistest umso mehr.
Das Netzteil war eine Qual der Wahl
Wieso ist die Wahl des Netzteils so schwer? "Kauf doch einfach be quiet!", könnte man meinen. Es gibt jedoch zwei Kernaspekte, die mir bei den be quiet!-Netzteilen nicht gefallen: zum Einen ist das die Multirail-Schaltung, zum anderen der permanent drehende (wenn auch leise) Lüfter. Nachdem ich also auch in diesem Segment diverse Tests und Berichte durchforstet hatte, bin ich bei einem Hersteller gelandet, den ich nur zähneknirschend mit meinem Geld unterstützen wollte: NZXT. Man denke hier nur an die kürzliche Berichterstattung seitens GamersNexus bezüglich ihrer dramatisch überteuerten und teils an Betrug grenzenden Miet-PCs.
Dennoch bot für mich das NZXT C-Series 850 Watt praktisch alles, was ich bei einem Netzteil gesucht habe: wählbarer Semi-Passivbetrieb, große Single-Rail, aktuelles ATX 3.1-Layout mit überarbeiteten Steckkontakten und einem möglichst großen (in diesem Fall: 135mm) Lüfter, der auch unter Last unhörbar bleibt: all das gibt es bei diesem Netzteil für stramme 130 Euro. Die verwendeten Bauteile und Schutzschaltungen sind zudem von höchster Güte, was unter anderem der Test von Kitguru bestätigt (z.B. Nichicon 105°c Kondensatoren). Die Spannungswerte, Noise, Ripple, Stützzeiten, etc. waren schließlich auch ohne Fehl und Tadel, weshalb die Wahl letztlich trotz des fragwürdigen Rufs von NZXT auf dieses Netzteil fiel.
Die Leistung ist mit 850 Watt recht hoch gegriffen, wo doch die Durchschnittslast des gesamten Systems beim Gaming vermutlich eher zwischen 300 und 450 Watt liegen wird. Auch dies war jedoch sprichwörtlich kalkuliert, denn die meiste Zeit über - selbst unter Last - bleibt somit der Temperatur-geregelte Lüfter des Netzteils einfac aus. Gehört habe ich das Netzteil bisher tatsächlich zu keiner Zeit - selbst mit Dauer-Prime und FurMark nicht, womit die Gesamtstromaufnahme des Systems auf gute 500 Watt ansteigt.
Das (recht hochpreisige) Mainboard - wieso und weshalb
Der Kern des Ganzen soll keinesfalls verschwiegen bleiben: das MSI MAG X870E Tomahawk WIFI bietet die Basis meines Systems. Das Motto lautete hierbei wie so oft: besser haben als brauchen. Ein günstiger und älterer B650-Chipsatz würde in den meisten Situationen vermutlich überhaupt keinen Unterschied vermerken lassen. Und dennoch wollte ich bei dieser kritischen Systemkomponente keine nennenswerten Kompromisse eingehen und mir einfach für sämtliche Spielereien Tür und Tor offenlassen.
Hierzu zählen unter anderem die Flut an schnellen USB A- und C-Schnittstellen. Zweimal USB C mit 40 Gbps haben mich hier durchaus in den Bann gezogen und auch die vielen 10G-Ports kann ich in meinen diversen Tests mit anderer Hardware, externen SSDs und Dockingstations, etc. durchaus gut gebrauchen.
Der Onboard HDMI-Anschluss war von vorn herein kalkuliert, da ich über dessen angebundene iGPU der CPU den Ton an meinen AV-Receiver leite (die Gigabyte-Grafikkarte besitzt nur einen HDMI-Anschluss, den ich für den TV benötige). Ebenso gefällt mir das Kühldesign des Mainboards äußerst gut und die Anordnung der M.2-SSDs mitsamt der komplett werkzeuglosen Montage gefällt mir richtig gut.

Die (oberen und unteren, M2_1 und M2_4) Kühlkörper werden einfach mittels Quick-Release gelöst und per Federmechanismus wieder eingerastet.
Gleiches gilt auch für den obersten PCIe x16-Slot für die Grafikkarte, der zum einen mit PCIe 5.0 auch in vielen Jahren noch genügend Performance bietet und zum anderen dank Quick Release-Button keinerlei Probleme mehr beim zukünftigen Ausbau der Grafikkarte macht. Musste man früher immer mal wieder mit einem langen, dünnen Schraubendreher vorsichtig die Verriegelung des PCIe-Slots lösen, sodass die hinterste Nase des PCB der Grafikkarte freigegeben wurde, so ist dies nun mit simplem Druck auf den entsprechenden Knopf des Mainboards möglich:

Der rechte Knopf besitzt zwei Stellungen und schiebt die Verriegelung am PCIe-Slot entweder nach rechts und gibt somit die Grafikkarte frei, oder aber er schiebt den Riegel nach links und sichert die Karte im Slot.
Die Flut an PWM-Headern ist ebenfalls ein Kriterium in der Mainboard-Auswahl gewesen. Ich habe bei diesem Board praktisch von jeder Seite des Gehäuses aus die Möglichkeit, diverse Lüfter anzuschließen. Tatsächlich war es möglich, sämtliche Kabel komplett ohne Verlängerungen oder ohne sichtbares Routing frontseitig zu verlegen.
Abgerundet wird das Ganze für mich mit dem guten VRM-Layout, das vor üppigen 80A-Phasen nur so strotzt. Gleichzeitig bietet das Kühlerdesign der VRMs die ideale Symbiose mit dem VRM-Lüfter der Arctic Liquid Freezer-AiO.
Anbei noch ein Schaltbild, wie welche Komponenten des Mainboards an die verschiedenen PCIe-Lanes angebunden sind:
Im Schema ist zu sehen, dass sich der M2_2-Slot sowie die 40 Gbps USB C-Schnittstellen die Lanes teilen. Im UEFI lässt sich hier entweder Lanesharing einstellen (2x/2x) oder aber eines von beidem bevorzugen. In diesem Fall habe ich die USB C-Schnittstelle bevorzugt und den M2_2 stillgelegt. Grund hierfür ist: ich verwende zwei M.2 SSDs im System, eine davon im M2_1 und eine im M2_4. Somit habe ich nicht nur kein Lanesharing-Problem, ich halte auch die Temperaturentwicklung möglichst weit auseinander.
PS: Das Board hat ne Dual 8 Digit Debug-Anzeige! Wie in guten alten Zeiten. Überdies zeigt die Anzeige im Betriebszustand die CPU-Temperatur an, was ein nettes Gimmick darstellt.
SSDs - unspektakulär und zuverlässig
Als SSDs kommen zwei meiner drei Kingston KC3000 (mit mittlerweile wieder aktuellster Firmware) zum Einsatz. Die SSDs sind dem ein oder anderen eventuell noch aus meinem Bericht zum M.2 SSD-RAID0 aus bis zu drei SSDs bekannt. Da ich schon länger wieder geplant hatte, das RAID aufzulösen, kam mir der Systemwechsel ebenfalls sehr gelegen. Fortan werkelt eine der beiden 2 TB SSDs als System- sowie Download/Dokumente-Laufwerk, von dem in unregelmäßigen Abständen auf externe Laufwerke gesichert wird. Die zweite SSD hat das Laufwerk "D" spendiert bekommen und darf rein als Spielelager fungieren. In diesem herkömmlichen und fast schon konservativ langweiligen Anwendungsfall bleibt keinerlei Performance auf der Strecke. Spieleladezeiten sind gewohnt schnell und auch das Kopieren größerer Datenmengen geht dank des SSD-Caches flott vonstatten. Die Zeit mit dem dreier RAID0-SSD-Gespann war zwar spaßig, im Nachhinein betrachtet jedoch nichts weiter als eine Machbarkeitsstudie ohne irgend einen echten Mehrwert.
RAM - Konservativ und pfeilschnell zugleich
Letztlich bleibt dann nur noch der Arbeitsspeicher übrig. Hier sollte etwas mit EXPO-Profil her, um mir den Umstieg von speicherseitig stets unkritischen Intel-Systemen hin zu AMD zu erleichtern. Auf manuelles RAM-Gefrickel im UEFI hatte ich von vorn herein keine Lust. Eine der Künste eines selbst konfigurierten PC-Systems sollte es stets sein, dass das Ding "out of the Box" einfach funktioniert - vollkommen ungeachtet des Systempreises.
Da jedermann in Verbindung mit AM5-Prozessoren stets von 6000er Speicher spricht, so sollte dies auch die von mir präferierte RAM-Geschwindigkeit werden. Gepaart mit möglichst niedrigen Timings ergab sich somit folgendes Kit: Corsair Vengeance 64 GB DDR5-6000 30-36-36-76 (grau, ohne RGB). Die 64 GB werde ich zu Lebzeiten des Systems und bei meinen Anwendungsszenarien vermutlich nie auch nur annähernd vollbekommen. Selbst, wenn ich meinen manuell zusammengemoddeten Minecraft-Server nebenher laufenlasse und mich mit einer eigenen Instanz darauf verbinde, sind vermutlich "nur" ca. 20-25 GB belegt. Dennoch sollte auch an dieser Stelle kein Rotstift angesetzt werden und ca. 100 Euro mehr oder weniger machen bei diesem System keinen allzu nennenswerten Unterschied.
Wieso jedoch mausiges Grau und keinerlei Beleuchtung am RAM zum Einsatz kommt, ist schnell erklärt: die grauen DIMMs der Corsair Vengeance-Serie besitzen das AMD EXPO-Profil, die schwarzen wiederum nur das Intel XMP. Vermutlich würde letztgenanntes als "XMP-A" auch problemlos unter AMD laufen, riskieren wollte ich aber nichts. Erneut: out of the box-Experience. Desweiteren sind die RAM-Module die einzigen Komponenten im neuen System, die bewusst und komplett ohne RGB gewählt wurden. Der Hintergrund ist jedoch schnell und einfach erklärt: jedes andere Bauteil des PCs kann entweder radikal per ARGB-Header seiner Beleuchtung entledigt werden oder aber über die Mainboard-eigenen Funktionen bzw. Software nach Belieben gesteuert und auch deaktiviert werden. Bei der Grafikkarte funktioniert dies ebenfalls über die Gigabyte-eigene Softwarelösung.
Beim RAM jedoch gestaltet sich das etwas anders: schon bei meinem Z690-Board von MSI gab es hier massive Probleme, dem RAM (dort: G.Skill Trident Z NEO) ein gewünschtes Profil oder gar die Deaktivierung der Beleuchtung aufzuzwingen. Letztlich musste ich hier mittels Windows-Scripting und gezieltem Laden sowie Taskkillen der G.Skill eigenen RAM-RGB-Software arbeiten. Da ich ein solches Gefrickel keinesfalls nochmals durchmachen wollte, wurden die gewählten RAM-Riegel des neuen AMD-Systems also bewusst ohne Beleuchtung gewählt. Auf Wunsch kann der PC sowieso mehr als genug leuchten mit seinen zwei Frontlüftern, den drei des Radiators, dem Pumpengehäuse oder auch mit der seitlichen Beleuchtung der Grafikkarte sowie deren drei Lüftern.
Der (teils immense) Gaming-Performanceunterschied
Letztlich wechselt man eine Systemplattform in aller Regel nicht wegen einzelner Mainboardheader oder irgend einer RGB-Beleuchtung, die man, wie in meinem Fall, vermutlich sowieso nie nutzt. In meinem Fall - und so wird es bei den meisten Wechslern sein - war die Performance der ausschlaggebende Grund.
Dabei ist ein Core i5-12600K keinesfalls eine langsame CPU. Gerade im alltäglichen Multitasking hat der Prozessor immer wieder bewiesen, dass er überhaupt keine Probleme damit hat, wenn man ihm gleichzeitig einen 4K60-Stream auf Youtube vorwirft, während im Hintergrund der Download eines beliebigen Spieleclients läuft, unzählige Programme geöffnet sind, zwischendurch noch Bildbearbeitung, Umwandlung oder Betrachtung betrieben wird und der Prozessor dabei weiterhin flüsterleise und verhältnismäßig sparsam unterwegs ist.
Spätestens jedoch im Leistungslimit zeigte der Prozessor so langsam sein - gar nicht mal so hohes - Alter und letztlich auch, wie viel Rückstand zu AMDs X3D-Chips insbesondere in Sachen Gaming besteht. Die RTX 4080 Super ist eine äußerst starke Grafikkarte, die insbesondere mit Dingen wie DLSS oder gar Frame Generation nach hohem FPS lächzt. Hohe FPS sind jedoch nur dann möglich, wenn auch die CPU in der Lage ist, die vielen dafür ununterbrochen im Renderstream der GPU notwendigen Daten bereitzustellen.
Und genau hier kränkelte der 12600K tatsächlich. Mit einem Gaming-System auf 60 FPS VSync wäre der 12600K problemlos auch weiterhin ein strammer und sicherer Begleiter. Spätestens jedoch, wenn die FPS in Richtung der dreistelligen Marke angehoben wird, kommt der Prozessor selbst in älteren Titeln ganz schnell an seine Grenzen.
Ein wunderschönes Beispiel ist Horizon: Zero Dawn in der Remastered Edition.

Zugegeben: zwei Faktoren sind mit dem Systemwechsel von 12600K auf 9800X3D unbeabsichtigt mitgewechselt: das Windows-Build (das nun 24H2 beträgt) sowie eine kleine Treiberaktualisierung bei Nvidia. Beides wird aber vermutlich keinen nennenswerten Performanceeinfluss auf die Spieleleistung gehabt haben, weshalb wir uns hier weiterhin auf die Zahlen konzentrieren.
In ungeschöhnter Wahrheit ausgedrückt bedeutet dies: Intel = 88 FPS, AMD = 133 FPS. Wir sprechen hier von 4K UHD, auch wenn das Upscaling mit Balanced recht agressiv gewählt ist. Das ist ein Leistungszuwachs von über 50%. Auch die kritischen minimalen FPS haben massiv zugenommen. In einer Tabelle gegenübergestellt sieht dies dann so aus:
| Horizon: Zero Dawn 2160p DLSS | Intel 12600K | AMD 9800X3D | Leistung 9800X3D vs 12600K in Prozent |
| AVG FPS | 88 | 133 | 151% |
| 5% Percentile | 64 | 96 | 150% |
| 1% Percentile | 57 | 83 | 146% |
Aber selbst ohne DLSS, also in nativer Auflösung in 2160p lässt sich ein deutlicher Unterschied feststellen, der alles andere als nur messbar ist:

Auch diese Werte setzen wir wieder in einer Tabelle gegenüber:
| Horizon: Zero Dawn 2160p DLAA | Intel 12600K | AMD 9800X3D | Leistung 9800X3D vs 12600K in Prozent |
| AVG FPS | 76 | 90 | 118% |
| 5% Percentile | 54 | 72 | 133% |
| 1% Percentile | 48 | 65 | 135% |
Neben knapper 20% Leistungszuwachs im Durchschnitt aller Frames legen insbesondere die minimalen FPS auch hier wieder deutlich zu. Wer in den Screenshots genau hinsieht, der bemerkt, dass bei dem Intel-Testlauf "Balanced" statt "Quality" beim Upscaler gewählt ist. Da hier DLAA zum Einsatz kam, sollte das jedoch keinerlei Unterschied machen bzw. wäre aufgrund der Einstellung sogar eher zugunsten des Intel-Systems auszulegen.
Weitere Ergebnisse anderer Spiele:

Ähnliche Beobachtungen konnten auch in Shadow of the Tomb Raider festgestellt werden, wo mit DLSS eine über 19%ige Steigerung der Durchschnitts-FPS erzielt werden kann. Auch die im Intel-Screenshot deutliche Angabe des CPU-Bottlenecks (GPU-Bound: 44%) zeigt deutlich, dass mit dem 12600K einfach nicht mehr möglich ist.

Auch in dem aktuell extrem hardwarehungrigen Benchmark zu Monster Hunter Wilds steigt die Performance von 22668 Punkten und 67,18 FPS im Schnitt mit dem 12600K auf gute 10% mit dem 9800X3D an: 24971 Punkte und 73,68 FPS stehen dem vorherigen Ergebnis gegenüber.
In den meisten weiteren getesteten Spielen betrug der Leistungsunterschied in 4K UHD zwischen 5% und 15% - stets zu Gunsten des AMD-Systems. Einige extreme Beispiele zeichneten sich jedoch auch in 1440p wieder - einer Auflösung, die praktisch jeder Grafikkarte deutlich angenehmer liegt als die mehr als doppelt so hoch aufgelöste 4K UHD-Variante. Hier konnte zum Beispiel im etwas angestaubten Far Cry 5 eine irrwitzige Leistungssteigerung festgestellt werden:

Verdeutlicht wird das ganze in der Tabelle:
| Far Cry 5 1440p TAA | Intel 12600K | AMD 9800X3D | Leistung 9800X3D vs 12600K in Prozent |
| AVG FPS | 140 | 253 | 181% |
| Min FPS | 109 | 222 | 204% |
| Max FPS | 191 | 294 | 154% |
Es wird oft gesagt, dass das Leistungslimit bei steigender Auflösung sich stets zugunsten der CPU in Richtung der Grafikkarte bewegt. Das stimmt selbstverständlich und trifft bei schwächeren GPUS umso schneller zu. Ein weiterer Grund, in 1440p zu spielen, der den Geldbeutel schont. Wie sehr jedoch bereits hier die Intel-CPU in den Hinterhalt gerät, zeigt das Exrtembeispiel von Far Cry 5. Im Schnitt rendert die 4080 Super mit dem 9800X3D als beigestellten Partner um ganze 81% schneller als mit dem - bis dato nicht für langsam gehaltenen - Core i5-12600K von Intel. Der Zuwachs der minimalen FPS steigt umso extremer an und misst mit 222 FPS ganze 204% des vorherigen Wertes.
Ist Far Cry 5 hier eine Ausnahme? In dieser Extreme vermutlich schon. Dennoch konnte ich auch unter Horizon: Zero Dawn sowie Shadow of the Tomb Raider jeweils 40% in den durchschnittlichen sowie den minimalen FPS feststellen:

| Horizon: Zero Dawn 1440p DLAA | Intel 12600K | AMD 9800X3D | Leistung 9800X3D vs 12600K in Prozent |
| AVG FPS | 103 | 144 | 140% |
| 5% Percentile | 75 | 107 | 143% |
| 1% Percentile | 67 | 94 | 140% |

| Shadow of the Tomb Raider 1440p SMAAT2x | Intel 12600K | AMD 9800X3D | Leistung 9800X3D vs 12600K in Prozent |
| AVG FPS | 145 | 202 | 139% |
| Min FPS | 105 | 193 | 184% |
| 5% Percentile | 110 | 204 | 185% |
Auch in Shadow of the Tomb Raider zeigt sich die starke Diskrepanz zwischen den beiden Prozessoren. In der heute eher gängigen Gaming-Auflösung von 2560x1440 ist es also zweifels ohne ratsam, auf eine sehr, sehr (sehr!) schnelle CPU zu setzen, wenn man denn das Letzte aus der Grafikkarte herausholen möchte. Gerade CPU-lastige Spiele wie z.B. Horizon: Zero Dawn oder auch (nicht in diesem Test enthalten) Starfield profitieren enorm von dieser zusätzlichen Prozessorleistung und helfen somit, ein insgesamt runderes und angenehmeres Spieleerlebnis zu erzeugen.
Auch die Produktivleistung nimmt deutlich zu
Beide Prozessoren besitzen 16 Threads (der 12600K besitzt 6C mit Hyperthreading +4c ohne) und beide Prozessoren gönnen sich unter maximaler AVX-Last etwa 130 Watt auf Dauer. Somit wird unter expliziten Anwendungstests nicht nur deutlich, welcher Prozessor per se schneller, sondern auch effizienter arbeitet. AMDs Prozessoren stehen dabei oft im Verruf, hitzköpfig zu sein. Aufgrund der Chiplet-Architektur und des Boostverhaltens schnellen die Temperaturen auf AM4- und auch auf AM5-CPUs doch mal schnell und fast schon sprunghaft in die Höhe, während das klassische Verhalten auf Intel-CPUs eher so aussieht, dass die Temperatur über die Zeit immer weiter ansteigt.
Dass dieses Verhalten seitens AMD mit einer angemessenen Kühlung jedoch zu keinerlei Problemen führt, ist ebenfalls bekannt und insbesondere unter Last lassen sich die AMD-Prozessoren in aller Regel problemlos mit gebührendem Abstand von kritischen Kerntemperaturen fernhalten. Mit einem starken Airflow-Gehäuse und der eingesetzten 360er AiO könnte man hier schon fast von "mit Kanonen auf Spatzen" sprechen. Da dieses Kühlkonzept jedoch völlig vom zuvor eingesetzten Fuma 2 des 12600K abweicht, werden hier auch keine direkten Temperaturvergleiche gezogen. Es geht fortan also rein um die tatsächliche Leistung in synthetischen bzw. produktiven Arbeitslasten.
Den Anfang macht das klassische 7Zip mit seinem integrierten Compiler- und Decompiler-Benchmark:

Hier wird bereits deutlich, wie viel besser der 9800X3D mit dem beigestellten 6000er DDR5-RAM umgehen kann, als es noch beim 12600K mit "nur" DDR4 - dafür jedoch flotten 4000 MT/s der Fall war. Packt der 9800X3D Dateien um knappe 20% schneller, so liegt die Entpackgeschwindigkeit mit fast 64% Zuwachs (139.992 GIPS vs 85.399 GIPS) beinahe in einer anderen Welt. Hier sieht der 12600K nicht den Hauch einer Chance.
Ein ähnlichdesaströses Bild zeichnet sich mit dem allseits beliebten Cinebench ab. Getestet wurde jedoch keineswegs nur die aktuelle 2024er Ausgabe, sonden mit dem R23, R20, R15 und R10 praktisch jede Version, die aktuell im Netz verfügbar ist. Das Ergebnis fällt auch hier jedes Mal sehr eindeutig und stets deutlich zu Gunsten AMDs aus:





In Zahlen:
| Cinebench R10 | Cinebench R15 | Ciebench R20 | Cinebench R23 | Cinebench 2024 | |
| Singlecore Intel 12600K | 14385 | 258 | 667 | 1742 | 108 |
| Singlecore AMD 9800X3D | 16608 | 333 | 829 | 2105 | 134 |
| Prozent SC | 115% | 129% | 124% | 121% | 124% |
| Multicore Intel 12600K | 82109 | 2462 | 6363 | 16776 | 964 |
| Multicore AMD 9800X3D | 114456 | 3691 | 9182 | 23368 | 1376 |
| Prozent MC | 139% | 150% | 144% | 139% | 143% |
Die Ergebnisse über die gesamte Cinebench-Armada hinweg sind eindeutig. Insgesamt hat sich die Singlecore-IPC um ca. 23% verbessert. Im Multicore-Bereich kann der AMD-Prozessor sich sogar um 43% von Intels 12600K absetzen.
Um dem Ganzen noch etwas "Real World"-Anwendungsbereich zu spendieren, wurde ein 1080p-Videoclip von h.264 auf h.265 umcodiert. Durchgeführt wurde das Ganze mittels HandbrakeCLI (Command Line Interface) mit folgenden Werten:
handbrakecli -q 22 -e x265_12bit -E copy -c 1 -i <inputfilename> -o <outputfilename>
Das Ergebnis ist äußerst überraschend:

Gewiss würde man einen 9800X3D nicht unbedingt als Workhorse im Produktivbereich bezeichnen. Dennoch schafft es der um etwa drei Jahre neuere und eigentlich rein auf Gaming ausgelegte Prozessor von AMD spielend - und ich betone es erneut sehr deutlich: SPIELEND, den Core i5-12600K in seine Schranken zu verweisen:
von ehemals 26,59 FPS im Durchschnitt, die der Intel-Prozessor über eine Zeit von 48,86 Sekunden hinweg gerendert hat, benötigt AMD's X3D-CPU der neuesten Generation gerade einmal 30,48 Sekunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42,61 Frames pro Sekunde. Das ist ein irrwitziger Geschwindigkeitszuwachs von über 60%.
Da ich auch im Jahre 2025 noch Blu-rays (und gelegentlich auch DVDs) sammle und diese hin und wieder auch digitalisiere, kommt mir dieser Geschwindigkeitszuwachs nur allzu sehr entgegen.
Fazit: Besser spät als nie
Und mit dieser Kapitel-Überschrift ist keinesfalls irgend eine fehlende Kompetenz seitens AMD der letzten Jahre gemeint. Dass spätestens seit der 3000er Ryzen-Serie AMD ganz vorne mitspielt, ist hinlänglich bekannt und in Sachen Gaming- sowie Produktivleistung insbesondere in Anbetracht der Energieeffizienz hat es Intel seither äußerst schwer, überhaupt noch Land zu erblicken.
Nein, gemeint ist mit dieser Wortwahl viel mehr, dass ich als wirklich eingefleischter Intel-Käufer nun seit über 22 Jahren, seit dem ich im Frühjahr 2003 meinen damaligen Thunderbird durch einen Pentium 4 HT 2.4 GHz ausgewechselt hatte, jetzt endlich wieder mit Fug und Recht behaupten kann, dass ich ein stolzer Besitzer eines AMD-(Haupt)Systems bin. 22 Jahre lang gab es ausschließlich Intel-Prozessoren in meinen Systemen und wie ich stets zu jeder Situation in meinem Aufgabengebiet für mich bewertet habe, auch durchaus zurecht. Aktuell jedoch beim Ersatz des 12600K mit Fokus auf leichtem Office und starkem Gaming bot Intel - und das ist überhaupt kein Geheimnis - keine wirkliche Verbesserung. Schon gar nicht, wenn man weitere Aspekte wie Energieeffizienz und Ökosystem mit in Betracht zieht.
Nach meinem bereits kurz vor Jahreswechsel versuchten Mißerfolg, einen AMD Ryzen 9 7950X3D mit zwei verschiedenen Boards und zwei unterschiedlichen RAM-Kits zum Booten und stabilen Arbeiten zu bringen, dachte ich schon, dass mich ein selbstauferlegter Fluch einholt: Ich darf kein AMD-System betreiben! Ohne, das nun jeder den verlinkten, alten Beitrag durchlesen muss (wobei mein Leidensweg dort durchaus spannende Züge annahm), fasse ich gern zusammen: es schien sich tatsächlich um den seltenen Fall einer teildefekten 7950X3D-CPU zu handeln, da nebst "kein Bootvorgang" und "POST mit maximal 5200 MT/s und Absturz bei der Windows-Installation" nichts weiter möglich war - wie gesagt, mit zwei Boards und zwei RAM-Kits.
Glücklicherweise stellte es sich nun als äußerst klug heraus, den Release des 9800X3D ins Land ziehen zu lassen sowie zu beobachten, wie sich a) die Marktsituation sowie auch b) eventuelle Serienfehler verhalten. Glücklicherweise kann bei beidem gesagt werden, dass sich beides entspannt verhält: Serienfehler scheint es überhaupt keine zu geben, zumindest ist in den Weiten des Internets noch nichts dramatisches zu dieser erstklassigen, neuen Spiele-CPU aufgetaucht. Und auch zum Marktpreis kann gesagt werden: ja, selbstverständlich sind derzeitige ~550 Euro nicht gerade wenig Geld. Seit jedoch dem Erscheinen im Novemer 2024 hat sich sowohl die Liefersituation, als auch der Preis deutlich verbessert, weshalb es - auch in Angesicht der hier in diesen Artikel niedergeschriebenenund durchweg positiven Erfahrungen - einem glücklichen Umstand gleichzusetzen ist, dass der 7950X3D bei mir diese Probleme verursacht und nun in den wirklich hervorragend funktionierenden 9800X3D umgewandelt wurde.
Letztlich muss man keine 220 Euro für ein 64 GB RAM-Kit ausgeben und auch das ca. 330 Euro kostende Mainboard ist nicht jedermann's Kragenweite. Gemeinsam mit dem 9800X3D schlägt ein solches Grundgerüst derzeit mit 1.100 Euro zu Buche - mehr Geld, als manch einer bereit ist, für den gesamten Computer auszugeben.
Was jedoch zweifellos gesagt werden kann, ist folgendes: mit dieser Kombination besitzt man ein äußerst zukunftssicheres und bärenstarkes Grundgerüst, an dem man vermutlich viele Jahre keinerlei Hand anlegen muss, um in Sachen Spieleleistung ganz oben mitmischen zu können.
Daher bereuhe ich keinesfalls den durchaus kostspieligen Wechsel, der mit einem anderen Mainboard und günstigerem Speicher sicherlich auch im dreistelligen Bereich hätte durchgeführt werden können. Vielmehr hoffe ich jedoch, dass auch Intel sich wieder gewisser Werte bewusst wird und zu AMD - insbesondere in Sachen Leistungseffizienz - aufschließen kann, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, wovon wir als Endkunden stets am meisten profitieren.
Nun werde ich ein wenig weiterspielen und danke euch allen für's Unterstützen in allen Belangen, fürs Aufbauen im anderen Thread (die angesprochene 7950X3D-Problematik) und wünsche euch ebenfalls viel Spaß bei all den kommenden Upgrades eurer Rechner, die da noch kommen mögen!
So long - DJMadMax aka Mäxl
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