Erkekjetter schrieb:
Reparaturmöglichkeit ersetzt vernünftiges recyclen nicht.
Sie könnte es aber ergänzen.
Reparaturfähigkeit + vernünftiges Recycling ... das wäre ein lohnendes Ziel.
Geräte, die repariert werden können, am ende ihrer durch die reparierbarkeit deutlich verlängerten Lebenszeit einem vernünftigem Recycling zuzuführen, wäre deutlich nachhaltiger, als ständig neue geräte zu kaufen, weil man glaubt, das wäre allein dank des Recyclings nachhaltiger.
Natürlich ist das Recycling heute deutlich besser, als damals ... man hat den Effekt, den das auf die Nachhaltigkeit hätte haben können, jedoch durch "schmeiß weg kauf neu" verbrannt.
Das einzelne Produkt ist nachhaltiger (sofern es in vernünftigem Recycling landet) ... aber ich kaufe 3 mal neu, in der Zeit, die "damals" ein Gerät gehalten hätte.
Beim Licht passierte exakt das gleiche ... wir könnten heute mit deutlich weniger Energie und Budget genauso viel Licht machen, wie in den 1980ern ... dank der sparsameren LEDs wäre das durchaus ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.
Aber stattdessen machen wir einfach nur immer mehr Licht.
Man läuft durch dunkle Straßen (weil der Staat an der Beleuchtung tatsächlich zu sparen versucht) bis man dann zu fassadengroßen Leuchtreklamen kommt, die im Innenstadtbereich die Nacht zum Tag machen.
Die einzelne LED ist nachhaltiger als Glühbirnen oder Sparlampen ... die insgesamt größere Masse an Leuchtmitteln ist es nicht.
Sparsamere Elektrogeräte kann man ja auch den ganzen Tag durchlaufen lassen ... das ist noch immer nachhaltiger, als die ollen Möhren, die man nur dann anschaltete, wenn man sie auch brauchte.
Das führte sogar dazu, dass nicht ganz wenige Geräte von vornhereion ohne Aus-Schalter konzipiert wurden. Wenn man die wirklich aus haben möchte, muss man ihnen schon den Strom klauen.
Die Geräte verbrauchen weniger Strom ... aber hinter dem, was damit erreicht werden könnte, bleibt man dank der Nutzungsgewohnheiten weit zurück.
Was bringen 50% sparsamere Autos, wenn dann dafür 3mal so viele durch die Gegend fahren? Sowas reduziert den CO2-Ausstoss des Autoverkehrs in keinster Weise ... nein ... es vergrößert ihn.
Das einzelne Auto mag nachhaltiger unterwegs sein ... aber der gesamte Verkehrssektor ist dadurch weiterhin eine Nachhaltigkeitskatastrophe.
Das einzelne Auto ist sparsamer unterwegs ... aber die enorm angestiegene Masse an sparsameren Autos frisst diesen Effekt auf. Dem deutschen Verkehrssektor als ganzem ist es in den letzten Jahrzehnten nie gelungen, auch nur ein paar tonnen CO2 einzusparen.
Zuletzt noch:
Bitte schaut hin und wieder mal nach, zu was für einem Thema ihr hier diskutiert. Hier geht es um den Austausch von Alltagserfahrungen zum Thema Nachhaltigkeit.
Für mich klingt das sehr danach, dass es genau um die Frage geht, wie der Einzelne sein Konsumverhalten nachhaltiger gestalten kann.
Welchen Effekt individuelle Konsumentscheidungen auf das gesamtgesellschaftliche Bild haben, ist hier eigentlich nicht das Thema.
Hier geht es darum, wie man selbst seinen eigenen Alltag etwas nachhaltiger gestalten kann und nicht darum,. die Welt zu retten.