In dem Artikel wird doch alles wunderschön erklärt und abgewägt. Ich habe nirgendwo gesagt, dass die neuen Technologien nicht gut sind. Aber es ist wie immer kompliziert und vieles was sehr gefeiert oder groß grün und mit Klima Label vermarktet wird hat auch ein paar Nachteile.
Solche Betrachtungen in Artikeln sind auch für den normalo gedacht. Es geht um normale Einsatzzeiten, Umstände und Dauern. Ich z.b. fahre grundsätzlich sehr sehr wenig, ich spare mir mein CO2 Budget für spaßfahrten in der Eifel und auf dem Ring. Deswegen ist für mich unheimlich wichtig dass ein Auto kalendarisch sehr lange hält. Ich möchte auch einfach sehr lange ein Auto fahren, weil ich mir nicht so oft ein neues Auto leisten will. Wenn dann viele Systeme bei 150.000 schlapp machen dann ist das nicht so geil.
Wenn ich der erste bin der einen Benzin Direkt Einspritzer Turbolader mit Kette fährt und wenn wie bei mir ein Motor an der Kette stirbt und der zweite an Verkokungen der Kolbenringe, dann wird man zunehmend skeptisch und das nicht nur aus finanziellem Selbstschutz. Vieles muss halt erst Reifen, ständig kommen aber neue komplexe Systeme hinzu, dabei ist der kostendruck ist brutal usw.
Aus reiner Vorsicht würde ich z.b. von den geplanten emissionsärmeren Bremstechnologien ganz weiten Abstand halten. Auch da wird wieder ein ganz simples System gegen etwas massiv komplizierteres ersetzt, wenn die Emissionen dann irgendwann bei Null sein müssen und das ganze bremssystem gekapselt ist und ewig also überspitzt formuliert 8 Jahre und 150.000 km wartungsfrei halten muss und ein Austausch wieder ewig viel kostet, dann ist auch da die Gefahr wieder sehr groß, dass da am Ende Mist gebaut wird.
Ich versuch's noch mal KI gestützt mit dem Grenznutzen, das bezieht sich jetzt aufs KFZ aber das kann man auch auf viele andere Zusammenhänge übertragen, siehe Energiewende und weitere Steigerungen des ee-anteils.
Der Zusammenhang lässt sich gut mit dem Konzept des
Grenznutzens erklären. Der Grenznutzen beschreibt den
zusätzlichen Nutzen, den eine weitere Maßnahme bringt.
Bei technischen Effizienzsystemen im Auto – wie
Start-Stopp, Rekuperation oder Leichtlauföle – sieht man sehr gut das Prinzip der
abnehmenden Grenznutzen.
1. Die ersten Maßnahmen bringen viel
Am Anfang kann man mit relativ einfachen Änderungen viel erreichen:
Beispiele bei Verbrennungsmotoren:
- elektronische Einspritzung statt Vergaser
- Turbolader
- bessere Motorsteuerung
- effizientere Getriebe
Hier kann der Verbrauch schnell
10–30 % sinken.
Der
Grenznutzen ist hoch, weil die großen Ineffizienzen noch vorhanden sind.
2. Später werden die Verbesserungen immer kleiner
Wenn ein System schon relativ optimiert ist, bleiben nur noch
kleine Stellschrauben.
Dann kommen Maßnahmen wie:
- Start-Stopp
- Segeln im Leerlauf
- variable Ölpumpen
- spezielle Beschichtungen
- Leichtlauföle
Diese bringen oft nur
1–5 % Verbesserung.
Der
Grenznutzen wird kleiner, während:
- Komplexität
- Kosten
- Materialaufwanf
steigen.
3. Der technische Zielkonflikt
Hier entsteht ein typischer Zielkonflikt zwischen:
Nutzen
- weniger Verbrauch
- geringere Emissionen im Testzyklus
und
Kosten/Nebenwirkungen
- mehr Bauteile
- höhere Produktionsenergie
- Wartung / Haltbarkeit
- Ressourcenverbrauch
Wenn der zusätzliche Nutzen sehr klein ist, spricht man oft von
abnehmendem Grenznutzen.
4. Warum solche Systeme trotzdem eingebaut werden
Der entscheidende Punkt sind
regulatorische Ziele wie z. B. die CO₂-Flottengrenzwerte der Europäische Union.
Für Hersteller kann schon eine Verbesserung von:
wirtschaftlich extrem wichtig sein, weil sonst Strafzahlungen drohen.
Deshalb lohnt sich für Hersteller selbst ein
kleiner Grenznutzen technisch und wirtschaftlich.
5. Typischer Verlauf (vereinfacht)
Man kann sich das wie eine Kurve vorstellen:
- Große Effizienzsprünge → hoher Grenznutzen
- Optimierungsphase → mittlerer Grenznutzen
- Feinoptimierung → sehr kleiner Grenznutzen bei steigender Komplexität
Start-Stopp gehört meist zur
Phase 3.
✅
Kurz gesagt:
Start-Stopp-Systeme sind ein typisches Beispiel für
technische Optimierungen mit sehr geringem Grenznutzen, die trotzdem umgesetzt werden, weil sie regulatorische Ziele erreichen helfen.