Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community (1. Beitrag beachten!)

Buttkiss schrieb:
Ja schade, war ein interessantes Thema.
Es schweift etwas ab aber Reparatur freundlichkeit von "Zeug" gehört auch zur Nachhaltigkeit. Das hört beim jutebeutel und Fleischverzicht nicht auf.

R++ schrieb:
mir gehts nur um die gesparten Kröten^^
This und damit bekommst die Leute am ehesten. E Auto PV und wärmepumpe habe ich nicht aus ideologischen gründen es spart auf lange Sicht einfach Geld.
 
In dem Artikel wird doch alles wunderschön erklärt und abgewägt. Ich habe nirgendwo gesagt, dass die neuen Technologien nicht gut sind. Aber es ist wie immer kompliziert und vieles was sehr gefeiert oder groß grün und mit Klima Label vermarktet wird hat auch ein paar Nachteile.

Solche Betrachtungen in Artikeln sind auch für den normalo gedacht. Es geht um normale Einsatzzeiten, Umstände und Dauern. Ich z.b. fahre grundsätzlich sehr sehr wenig, ich spare mir mein CO2 Budget für spaßfahrten in der Eifel und auf dem Ring. Deswegen ist für mich unheimlich wichtig dass ein Auto kalendarisch sehr lange hält. Ich möchte auch einfach sehr lange ein Auto fahren, weil ich mir nicht so oft ein neues Auto leisten will. Wenn dann viele Systeme bei 150.000 schlapp machen dann ist das nicht so geil.

Wenn ich der erste bin der einen Benzin Direkt Einspritzer Turbolader mit Kette fährt und wenn wie bei mir ein Motor an der Kette stirbt und der zweite an Verkokungen der Kolbenringe, dann wird man zunehmend skeptisch und das nicht nur aus finanziellem Selbstschutz. Vieles muss halt erst Reifen, ständig kommen aber neue komplexe Systeme hinzu, dabei ist der kostendruck ist brutal usw.

Aus reiner Vorsicht würde ich z.b. von den geplanten emissionsärmeren Bremstechnologien ganz weiten Abstand halten. Auch da wird wieder ein ganz simples System gegen etwas massiv komplizierteres ersetzt, wenn die Emissionen dann irgendwann bei Null sein müssen und das ganze bremssystem gekapselt ist und ewig also überspitzt formuliert 8 Jahre und 150.000 km wartungsfrei halten muss und ein Austausch wieder ewig viel kostet, dann ist auch da die Gefahr wieder sehr groß, dass da am Ende Mist gebaut wird.

Ich versuch's noch mal KI gestützt mit dem Grenznutzen, das bezieht sich jetzt aufs KFZ aber das kann man auch auf viele andere Zusammenhänge übertragen, siehe Energiewende und weitere Steigerungen des ee-anteils.

Der Zusammenhang lässt sich gut mit dem Konzept des Grenznutzens erklären. Der Grenznutzen beschreibt den zusätzlichen Nutzen, den eine weitere Maßnahme bringt.


Bei technischen Effizienzsystemen im Auto – wie Start-Stopp, Rekuperation oder Leichtlauföle – sieht man sehr gut das Prinzip der abnehmenden Grenznutzen.

1. Die ersten Maßnahmen bringen viel​

Am Anfang kann man mit relativ einfachen Änderungen viel erreichen:
Beispiele bei Verbrennungsmotoren:
  • elektronische Einspritzung statt Vergaser
  • Turbolader
  • bessere Motorsteuerung
  • effizientere Getriebe
Hier kann der Verbrauch schnell 10–30 % sinken.

Der Grenznutzen ist hoch, weil die großen Ineffizienzen noch vorhanden sind.

2. Später werden die Verbesserungen immer kleiner​


Wenn ein System schon relativ optimiert ist, bleiben nur noch kleine Stellschrauben.
Dann kommen Maßnahmen wie:
  • Start-Stopp
  • Segeln im Leerlauf
  • variable Ölpumpen
  • spezielle Beschichtungen
  • Leichtlauföle
Diese bringen oft nur 1–5 % Verbesserung.

Der Grenznutzen wird kleiner, während:
  • Komplexität
  • Kosten
  • Materialaufwanf
steigen.

3. Der technische Zielkonflikt​

Hier entsteht ein typischer Zielkonflikt zwischen:

Nutzen
  • weniger Verbrauch
  • geringere Emissionen im Testzyklus

und
Kosten/Nebenwirkungen
  • mehr Bauteile
  • höhere Produktionsenergie
  • Wartung / Haltbarkeit
  • Ressourcenverbrauch
Wenn der zusätzliche Nutzen sehr klein ist, spricht man oft von abnehmendem Grenznutzen.

4. Warum solche Systeme trotzdem eingebaut werden​


Der entscheidende Punkt sind regulatorische Ziele wie z. B. die CO₂-Flottengrenzwerte der Europäische Union.
Für Hersteller kann schon eine Verbesserung von:
  • 2–3 g CO₂/km
wirtschaftlich extrem wichtig sein, weil sonst Strafzahlungen drohen.
Deshalb lohnt sich für Hersteller selbst ein kleiner Grenznutzen technisch und wirtschaftlich.

5. Typischer Verlauf (vereinfacht)​


Man kann sich das wie eine Kurve vorstellen:
  1. Große Effizienzsprünge → hoher Grenznutzen
  2. Optimierungsphase → mittlerer Grenznutzen
  3. Feinoptimierung → sehr kleiner Grenznutzen bei steigender Komplexität

Start-Stopp gehört meist zur Phase 3.

Kurz gesagt:
Start-Stopp-Systeme sind ein typisches Beispiel für technische Optimierungen mit sehr geringem Grenznutzen, die trotzdem umgesetzt werden, weil sie regulatorische Ziele erreichen helfen.
 
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Erkekjetter schrieb:
Niemand schmeisst einen Motor weg, wenn ne Zündkerze kaputt ist.
Das sicher nicht! Aber die meisten werfen eine Fernbedienung weg, weil der Batteriefachdeckel fehlt oder defekt ist. Genauso werden auch andere Sachen weggeworfen, obwohl sie technisch eigentlich einwandfrei sind, aber z.B. Einstellknöpfe fehlen oder die Defekte haben. Kommt bei mir eben nicht vor, ich fertige mir dann Ersatz an und nutze diese Geräte weitere Jahre. Und das eben mit minimalem Energieaufwand und genauso minimalem Materialaufwand, denn in solchen Fällen liegen diese Kosten im Centbereich. Und je öfter ich meinen 3D Drucker für genau solche Dinge einsetze, umso mehr macht der sich dann auch bezahlt.
 
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Dieses Thema ist nun erneut wieder offen.

Es geht hier um persönliche Erfahrungen, Tipps für den Alltag und Anekdoten zu einem nachhaltigeren Leben. Nicht erwünscht sind allgemeine politische oder ideologische Grundsatzdebatten zu Klimapolitik, gesellschaftliche Schuldfragen oder "wer zuerst etwas ändern muss".
 
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BOBderBAGGER schrieb:
E Auto PV und wärmepumpe habe ich nicht aus ideologischen gründen es spart auf lange Sicht einfach Geld.
Schon im Eröffnungspost wurde der Wunsch geäußert, aufzuzeigen, dass "nachhaltiger" eben nicht zwingend mt "teurer" identisch ist.

Eine ganze Menge nachhaltiger ist sogar komplett kostenlos ... es sei denn, man rechnet für die Arbeitszeit seinen Stundenlohn ausm Job ... durch diesen Kunstgriff wird alles zu teuer, was Zeit kostet.

Reste essen ist z.B. auf jeden Fall billiger, als Reste entsorgen.
Selbst reparieren ist billiger als reparieren lassen ... und beides ist günstiger und nachhaltiger als der Neukauf.
Selbst gemischter Dünger (z.B. Kaffeesatz und Bananenschale) kommt ohne Plastikflasche und ist schon deswegen nachhaltiger (und billiger, denn die Flasche kommt mit Herstellungs- und Entsorgungskosten).

Ich könnte diese Liste mit Vorschlägen aus diesem Thread noch recht lange fortsetzen.

Solange der Effekt insgesamt nachhaltigere Konsummuster wären, hätte ich auch mit künstlichen Preissteigerungen für wenig nachhaltige Produkte kein Problem. Macht den Mist so teuer, dass es niemand mehr kaufen will ... anders werden wir das eh nicht los.
 
BOBderBAGGER schrieb:
Das ist eine Faule Ausrede für wir haben keine frei zugängen Servicestellungen.
So eine Behauptung ohne jede Argumentation dahinter ist leider nicht förderlich für eine Diskussion. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es diese Tokens und Zugänge braucht, damit der Eingriff nicht beliebig ist und persönlich identifizierbar wird. Das ist unabhängig von den Preisen, die dafür aufgerufen werden. Bei "frei zugänglich" ist halt die Frage, was du darunter verstehst. Kann jeder darauf zugreifen? Ja/Nein? Falls Ja, kostet das was? Frei und Kostenlos sind nicht das selbe. Werkstattanleitungen waren im übrigen noch nie kostenlos, für keine Werkstatt.

Das Thema ist aber schon auf einem sehr hohen Niveau. Moderne Fahrzeuge haben eine Selbstdiagnose, die dabei hilft, dass die Werkstätten nicht nach dem Prinzip Hoffnung erstmal das ganze Fahrzeug zerlegen müssen um die Fehlerquelle zu finden. Und dann schaue ich auf meinen Kühlschrank. Da ist seit dem letzten Herbst der Eisbereiter defekt. Die Explosionszeichnung gibt's im Netz, dazu jedes Ersatzteil. Das einzige Problem: Das Teil hat keine Diagnose, keinen Selbsttest, es gibt keine Verfahrensanweisungen, wie man denn den Defekt lokalisiert. Kabel durch? Steuerplatine kaputt? Motor defekt? Temperatursensor defekt?
 
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