Neue Regeln für das Internet

PhaTox

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Hallo!

Ich habe diesen Artikel bei SPON gelesen und fand insbesondere die Punkte 4 und 5 sehr interessant und wirklich lesenswert, da diese ein neues besseres Konzept im Umgang mit dem Internet darstellen könnte:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,641508-4,00.html

Wir sollten, da das Internet mehr und mehr eine Parallelwelt zum normalen Leben wird, vielleicht doch einige Normen und Konventionen aus diesem für das Internet übernehmen. Zugegeben ist das Internet u.a. daher so erfolgreich, weil eben andere Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten existieren. Andererseits haben einige Eigenschaften wie die relative (gefühlte) Anonymität hinter einem Avatar auch eine Kehrseite: Stichwort "Trolle". Überdies sind einige gesellschaftliche Normen über lange Zeit gewachsen und können nicht so schlecht sein, was in dem SPON-Artikel gut rübergebracht wird. Wenn sich alle an Punkt 4 (siehe link oben) halten würden, dann würde ich ggf. auch an sozialen Netzen wie Facebook teilnehmen- so aber ist mir das zu viel "Seelenstriptease".

Wie denkt ihr darüber?
 
Mir ist nicht ganz klar, worauf du hinaus willst.
Das Netz ist doch schon seit Jahren eine Parallelwelt mit eigenen Gesetzen und Regeln.

Merkst du nicht den Widerspruch, den du da in drei Sätze gepackt hast? Einerseits kritisierst du die Anonymität die wir hier haben, zum anderen sind dir die neuen (nicht-anonymen) sozialen Netze zu offen. Das passt doch nicht. Jeder kann selbst entscheiden, ob er an diesen Netzwerken teilnimmt und wie stark dieser "Striptease" ausfällt.

Und mal ehrlich: Diskussionen wie das Netz sein sollte und wie nicht, die gibt es doch derzeit genug, oder? Sie kommen immer von Leuten mit einem geringen Bezug zum Internet und die mit dessen ungeschriebenen Regeln nicht einverstanden sind.
 
Erstmal kommt dieses Konzept doch von einem Spiegelredakteur...Es geht um eine Aufteilung des Netzes in verschiedene Bereiche und Repektierung dieser. Aktuell ist dies nicht so.
Ich sehe das so: Es ist doch alles eine Frage von Gasgeben und Bremsen.
Ich kann meine Anonymität für Teile des Netzes verlassen, wenn diese Aufgabe der Anonymität von anderen Teilen so respektiert werden würde wie im richtigen Leben.

Zu Deinem zweiten Einwand: Deshalb müssen gerade wir über das Netz und seine Zukunft reden, da wir halt häufiger hier sind....

Gruß ptx
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde das Web mit seinen eigenen Gesetzen genau richtig, wie es im Moment noch ist.
Wenigstens ein freier Ort indem man sich noch entfalten kann.
Und sich nicht alles vorschreiben lassen muss, auch wenn manche Vorschriften total unsinnig sind.
Aber es ist ja immer das Gleiche, der Mensch möchte die Kontrolle über alles haben -.-
 
PhaTox schrieb:
Es geht um eine Aufteilung des Netzes in verschiedene Bereiche und Repektierung dieser. Aktuell ist dies nicht so.
Ich sehe das so: Es ist doch alles eine Frage von Gasgeben und Bremsen.
Ich kann meine Anonymität für Teile des Netzes verlassen, wenn diese Aufgabe der Anonymität von anderen Teilen so respektiert werden würde wie im richtigen Leben.

Verzeihung, aber ich verstehe diese Sätze überhaupt nicht.
 
@Odium: Hast Du denn den verlinkten Artikel gelesen?
Der Spiegelredakteur sagt, daß es nicht verwerflich ist seine privaten Daten ins Netz zu stellen (z.B bei StudiVZ), sondern daß es verwerflich ist, wenn Hinz und Kunz meinen, daß sie alle ihre Nase da rein stecken dürfen. Bestimmt sind diese Infos allerdings nicht für Jedermann, sondern für die Freunde und Bekannten des Autors. Anders gesagt: Nur weil Fenster (im normalen Leben) durchsichtig sind kommt dennoch keiner darauf, Sonntags beim Nachbarn mit der Nase an der Scheibe gepresst diesen nackt beim Zähneputzen zu beobachten. Man steigt einfach nicht in dessen Garten, auch wenn der Nachbar keinen Zaun gezogen hat. Verurteilt würde im echten Leben der Hausfriedensbruch, nicht die Taboolosigkeit des Zähneputzers. Im Netz regen sich zur Zeit alle über exhibitionistische Züge und schonungslose Aufgabe des Privatlebens vor allem der jungen Netzbenutzer auf. Verurteilt gehört aber der Scheibenglotzer, nicht der Zähneputzer (um in der Allegorie zu bleiben)...
 
Ich hab den Artikel gelesen, als er erschienen ist, aber besonders pralle fand ich ihn nicht.

Wie gesagt hat das Internet seine eigenen Gesetze und wären wir im echten Leben auch unsichtbar und könnten in Sekunden jeden Ort auf der Welt erreichen, dann gäbe es wohl dickere Gardinen und höhere Gartenzäune.
Das bedeutet, jeder muss selbst entscheiden wieviel Privatsphäre er aufgeben will oder nicht. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Nachbarn den Eindringling an der Scheibe erspähen und die Polizei rufen - man muss aktiv Vorkehrungen treffen und daran denken. Diese Sensibilität fehlt noch im Netz und besonders bei jungen Leuten. Der Staat sollte sich da nicht einmischen, es reicht wenn es weiterhin eine garantierte Privatsphäre gibt, die jeder nach eigenem Ermessen offener oder verdeckter gestalten kann, abhängig davon wieviel er zeigen will.

Internet und Echtwelt sind zwei grundverschiedene Welten, die meisten haben sich das noch nicht wirklich verinnerlicht. Das digitale Ich hat unglaubliche Freiheiten und ich denke, niemand sollte hier bevormundet werden und nach der Aufklärung der Gefahren selbst darüber entscheiden dürfen, wie frei er sich gibt.
 
Ich persönlich rufe auch nicht nach dem Staat. Ich appelliere unisono mit dem Redakteur des Artikels an eine neue Räson, eine neue Einsicht in den respektvolleren Umgang mit anderen im Netz. Das Internet könnte so von der anderen Welt zur besseren Welt werden. Ich weiß das das idealistisch klingt, aber ohne Idealismus wird man nichts zum Besseren bewegen können.
 
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