Das dürfte verschiedene Gründe haben.SSD960 schrieb:Richtig. Aber warum ist der Aufschrei bei MS immer so groß?
Zum einen ist es sozial allgemein akzeptiert Microsoft für DAS BÖSE zu halten. Es gab den berühmt berüchtigten Prozess um die Jahrtausendwende und zum anderen gab es auch mal ein paar Äußerungen von Steve Ballmer in Hinblick auf Linux die nicht besonders nett waren. Dann hätten wir natürlich auch noch das allgemeine Geschäftsgebaren welches vor allem in der Vergangenheit, wenn man es nett ausdrücken will, teilweise etwas fragwürdig war.
Und dann haben wir natürlich noch die bekannte Tatsache, daß sehr viele Nutzer ihre Nutzungslizenzen auf eher zweifelhafte Art "erwerben". Es ist ein offenes Geheimnis, daß ein Key auf dem Markt schon für ca. 15 Euro (oder noch weniger) zu haben ist. Und solange Microsoft per Aktivierung bestätigt, daß man jetzt eine Nutzungslizenz hat, stören sich die Leute auch nicht daran gegen die Nutzungsbedingungen zu verstoßen. Ein Unrechtsbewußtsein ist hier in den meisten Fällen nicht zu bemerken.
Und wenn Microsoft dann mal die so erteilten Lizenzen teilweise widerruft, weil ein Zwischenhändler es doch zu arg getrieben hat, dann tun die Leute so als würde IHNEN Unrecht widerfahren. Dabei funktioniert der ganze Handel eigentlich nur weil man in Redmond im Interesse einer weiten Verbreitung von Windows beide Augen zudrückt, zumindest was den Privatbereich angeht.
Aber jetzt zwingt Microsoft im Zuge des Accountzwangs die Leute dazu etwas von ihrer behaglichen Anonymität abzugeben. Etwas gemein ausgedrückt: Da die Leute nicht in Form von Geld zahlen wollen will Microsoft jetzt eben, daß sie mit persönlichen Daten bezahlt werden.
Solange man gegenüber dem Konzern den man (umgangssprachlich ausgedrückt) betrogen hat gefühlt anonym bleiben kann ist ja alles in Ordnung, aber wenn dieser Konzern jetzt verlangt einen offiziellen Account anzulegen und mit dem genutzten Windows zu verknüpfen ist das plötzlich etwas ganz anderes. Man könnte es als die Empörung des Ertappten bezeichnen.
Und ja, es gibt natürlich auch noch die Unart vieler Softwareunternehmen Nutzungslizenzen mit einem Account zu verknüpfen (hallo Adobe), aber es fällt schon auf, daß bei Microsoft die Empörung besonders groß ist.