Neues System - Desktop PC startet Windows nicht mehr aus Boot-Schleife

Hallo zusammen,

ich habe nun den MEMtest die Nacht durchlaufen lassen (hat wohl ca. 4h gebraucht; lief auch ohne Probleme durch; CPU-Temp. war heute Morgen bei 45°C). Ergebnis: keinerlei Fehler gefunden. Somit sollte ein defekter RAM-Riegel ausgeschlossen werden können.

Ich bin nun dem Hinweis gefolgt und habe die M2-SSD ausgebaut, Windows-10-Installations-Stick rein und neu gestartet. Und siehe da, er zeigt mir alles normal an. Natürlich kann ich nichts installieren, da ich mir außer der M2-SSd vorerst nichts anderes zugelegt habe.

Ich habe heute Morgen die M2-SSD wieder eingebaut, diese nochmals via BIOS formatiert (hatte ich vorher eigentlich bereits, aber doppelt hält besser :)), Boot-Reihenfolge geändert und außer dem USB-Stick alles andere im Boot-Menü deaktiviert. Nun komme ich wieder bis zur Installation und kann Sprache, SSD als Installationsort, etc. auswwählen. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Kann die Installation heute Abend nach der Arbeit dann mal laufen lassen (hoffe die springt dann wieder an) und bericht wie es gelaufen ist.
(Alternative Test-Überlegung wäre noch gewesen eine WindowsToGo-Version auf einem USB-Stick zu installieren und dann Windows vom Stick zu starten --> das verschiebe ich aber vorerst noch)

Aber wie kann es sein, dass es an der M2-SSD liegt und die Installation nun nach dem Aus-/Einbauen wieder startet? Waren da doch noch irgendwelche defekten Windows-Reste aus der vorherigen Installation zurückgeblieben?
 
Raipier schrieb:
Aber wie kann es sein, dass es an der M2-SSD liegt und die Installation nun nach dem Aus-/Einbauen wieder startet? Waren da doch noch irgendwelche defekten Windows-Reste aus der vorherigen Installation zurückgeblieben?

Darüber kann ich nur mutmaßen.

Gut, dass die Installation wieder anläuft! Viel Erfolg nachher! Vergiss nicht beim ersten Neustart während der Windows-Installation die Bootreihenfolge im BIOS wieder zu ändern, sonst landest Du in einer Installationsschleife ;) Falls Dir Windows bei der Installation noch irgendwelche Partitionen auf der SSD anzeigt, lösch sie alle und richte sie neu ein!
 
Hallo,
leider war die erste Freude von kurzer Dauer, denn die Bluescreens und Boot-Schleifen bleiben erhalten. Folgendes habe ich seither unternommen:
  • Neuinstallation von Windows 10 (W10) in der bisherigen Hardware-Konfiguration, Neustart + W10-Boot-Stick entfernt.
  • Einrichtung von W10 gestartet. Dabei hatte mal der Bildschirm kurz aufgeflackert und ging kurz aus, danach aber wieder an. Nach weiteren paar Minuten W10-Einrichtung gab es wieder den ersten Bluescreen: IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL
  • Automatische Reparatur startet, Diagnose wird ausgeführt, Crash + wieder Bluescreen und Boot-Schleife
  • Irgendwann war die Option möglich im abgesicherten Modus zu starten – auf PC-Reparatur gegeangen – W10-Einrichtugn konnte fortgeführt werden
  • Wieder kurzes Aufblinken des Bildschirms (ein paar Schwarze Linien auf schwarzem Hintergund)
  • Bin bis zur „Hallo“-Anzeige von W10 gekommen, dann wieder Bluescreen: IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL
  • Neustart und bis zum W10-Login gekommen, dann wieder Bluescreen mit selbem Code
  • Neustart und wieder "automat. Reparatur" + "Diagnose des Systems" – dabei merke ich, dass der Wechsel von Menüs ein wenig träge/verzögert abläuft
  • Dann gleich wieder Bluescreen: KMODE_EXCEPTION_NOT_HANDELED
  • Das ganz ging dann so in der Art noch weiter mit Fehlercodes wie:
    • SYSTEM_SERVICE_EXEMPTION
    • Unexpected_KERNEL_MODE_TRAP
    • MEMORY_MANAGEMENT
  • Habe dann versucht die auf USB-Stick installierte bootfähige WindowsToGo-Version zu starten --> selbes Verhalten
  • Habe noch eine alte 2.5“-HDD gefunden und diese angeschlossen
  • Version 1: Mit M2-SSD und 2.5HDD --> Bluescreens + Boot-Schleife
  • Version 2: Ohne M2-SSD aber mit 2.5HDD --> Bluescreens + Boot-Schleife
  • Version 3: Alle Datenträger raus --> Bluescreens + Boot-Schleife (wie kann das bei dieser Version 3 sein, woher kommen dann die Bluescreens?)
  • Während den Versionen 1-3 gab es noch folgende, neue Fehlercodes:
    • ATTEMPT_EXECUTE_OF_NO_EXECUTE_MEMORY
    • CLOCK_WATCHDOG_TIMEOUT
Ideen habe ich nun keine mehr. Langsam muss man vermutlich davon ausgehen, dass irgendeine Hardware defekt ist, nur welche kann dies sein? Entsprechend der bisherigen Tests und Daten kann man vermutlich RAM (MEMTest) und Netzteil (Voltage-Werte im BIOS) ausschließen. Die Temperaturen sind alle ok und wenn die CPU defekt wäre, würde es vermutlich nicht möglich sein W10 zu installieren, daher diese auch ok!?

Unklar sind bisher: M2-SSD, Mainboard und Grafikkarte…

Langsam verliere ich etwas die Geduld. Bis nächsten Montag hätte ich eigentlich noch 14-tägiges Rückgaberecht. aber wie sieht das bei Einzelkomponenten aus, die von einem Anwender zusammengbaut und teilweise mit WLP beschmiert (CPU+Kühler) wurden?
 
1. BIOS ist aktuell?
2. Sind die Spannungen im BIOS korrekt eingestellt? (wenn Dein RAM mit XMP-Profil läuft, braucht er laut Hersteller 1,35 Volt, Du meintest aber, er bekommt nur 1,232 Volt)
3. Könntest Du Dir ein Linux-Dist herunterladen und bootfähig auf einen Stick bringen? Dann mal damit starten und schauen, was geht.

BTW: Wenn er bei der Installation von Windows schon abstürzt, würde ich Windows definitiv neu installieren, bevor ich es versuchen lasse, sich selbst zu reparieren.
 
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Raipier schrieb:
Ideen habe ich nun keine mehr. Langsam muss man vermutlich davon ausgehen, dass irgendeine Hardware defekt ist, nur welche kann dies sein? Entsprechend der bisherigen Tests und Daten kann man vermutlich RAM (MEMTest) und Netzteil (Voltage-Werte im BIOS) ausschließen. Die Temperaturen sind alle ok und wenn die CPU defekt wäre, würde es vermutlich nicht möglich sein W10 zu installieren, daher diese auch ok!?

Unklar sind bisher: M2-SSD, Mainboard und Grafikkarte…

Langsam verliere ich etwas die Geduld. Bis nächsten Montag hätte ich eigentlich noch 14-tägiges Rückgaberecht. aber wie sieht das bei Einzelkomponenten aus, die von einem Anwender zusammengbaut und teilweise mit WLP beschmiert (CPU+Kühler) wurden?

Hm ja leider sieht das in der Tat so langsam nach defekter HW aus .... von Gefühl her würde ich aufs MB tippen muß aber nicht sein .... .... generell würde ich jetzt Fehlersuche durch HW Tausch machen Du hast keinen Freund vom dem du Dir mal die Komponenten leihen könntest? Ich für meinen Fall habe einiges an HW zum Testen doppelt....
Ergänzung ()

sz_cb schrieb:
1. BIOS ist aktuell?
2. Sind die Spannungen im BIOS korrekt eingestellt? (wenn Dein RAM mit XMP-Profil läuft, braucht er laut Hersteller 1,35 Volt, Du meintest aber, er bekommt nur 1,232 Volt)
3. Könntest Du Dir ein Linux-Dist herunterladen und bootfähig auf einen Stick bringen? Dann mal damit starten und schauen, was geht.

BTW: Wenn er bei der Installation von Windows schon abstürzt, würde ich Windows definitiv neu installieren, bevor ich es versuchen lasse, sich selbst zu reparieren.

Wenn das das XMP profil nicht geht stellt das Bios in der Regel die RAM Speed auf 2133Mhz das ist im SPD hinterlegt geht eigentlich immer....
 
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@Raipier
Verrückt ist, dass es so viele unterschiedliche Fehler sind. Ich bin noch nicht von einem Hardware-Fehler überzeugt. Ich denke, der Großteil lässt sich auf Treiberfehler zurückführen. Also wenn Du das mit Linux mal probierst und das stabil läuft, bin ich mir sicher.

Mal eine dumme Frage: Welche Windows-10-Version probierst Du zu installieren? 1909? 1903? Oder älter?

Solltest Du die Lust an der Fehlersuche verloren haben und die Hardware zurücksenden (was ich gut nachvollziehen könnte), such Dir ein anderes B450-Board aus, das stabilere Spannungswandler hat (das hier bspw.). Vor 10 Jahren gab es solide Mittelklasse-Boards für 50-70 Euro. Für das Geld bekommst Du heute nur noch die Einstiegsklasse der vorherigen Generation. Aber für ein paar Euro mehr (100-140 Euro) landest Du bei sehr guten Boards. Und wenn Du keinen besonderen Grund für den RAM hattest, tausche den auch aus gegen 3200er (oder auch 3600er, wenn es das Budget hergibt).

Da Du (noch) nicht weißt, was die Ursache für die Fehler ist, solltest Du vielleicht mal mit Mindfactory telephonieren und dort das Problem schildern. Vielleicht haben die ja zufällig eine Lösung parat. Wenn nicht, kannst Du direkt eine Rücksendung einleiten. Wegen Deiner Sorge bzgl. verschmierter Wärmeleitpaste: Warum entfernst Du sie denn nicht? :)


HAL8999 SP3 schrieb:
Wenn das das XMP profil nicht geht stellt das Bios in der Regel die RAM Speed auf 2133Mhz das ist im SPD hinterlegt geht eigentlich immer....

Der Fallback passiert aber nur, wenn das Board gar nicht mit dem Speicher klarkommt und schon beim Initialisieren abstürzt. Bis ins BIOS kommt Raipier doch. Und dann wird vom BIOS auch nicht von selbst auf das SPD-Profil geswitcht. Mir ging es auch nur darum, dass das kurz geprüft wird.
 
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Hallo zusammen, erstmal zu euren Fragen:
  • Quellen für andere HW zum Testen habe ich leider nicht
  • Treiberfehler: Wie kann das sein, wenn ich versuche W10 auf eine blanke SSD zu installieren und es währenddessen abstürzt? Dann müsste ja bereits der W10-Boot-Stick Probleme haben. Hatte es aber vor einer Woche bereits installieren und für 2-3 Tage betreiben können.
  • Mit Mindfactory stehe ich bereits parallel via Email in Kontakt und die bisherigen Empfehlungen decken sich weitgehend mit euren. Mir wurde da noch empfohlen die SMART-Werte der SSD auszulesen, aber soweit komme ich leider nicht
Zu euren vorgeschlagenen Lösungen/Tipps:
  • Das BIOS habe ich via M-Flash aktualisiert (von Version E7A38AMS.B20, 09/18/2019 auf Version 7A38rB4, 11/11/2019)
  • Ich habe die RAM-Spannung auf 1.35 V gestellt und XMP aktiviert. Profil: A-XMP, Profil 1: DDR4 3000 MHz, 16-18-18-38
  • Nach diesen Schritten gestartet und Fehlercode erhalten: CLOCK_WATCHDOG_TIMEOUT (deutet das auf die CPU hin?)
  • Beim nächsten Neustart lief die W10-Installation durch, aber während Neustart neuer Fehlercode: SYSTEM_SERVICE_EXCEPTION
  • Habe dann wie empfohlen eine bootfähige Linux-Distribution auf den USB-Stick gebracht. Beim Booten vom Stick, kam nur ein Bildschirm mit etlichen Zeilen, die ich aufgrund mangelnder Erfahrung nicht deuten kann. Da kamen dann Sachen wie „…end Kernel panic – not syncing: Attempted to kill init! exit…”
Die Hardwarezusammenstellung sollte doch eigentlich (zueinander passen). Ich habe die Zusammenstellung von Hardwaredealz (1000€ PC) bis auf die folgende Änderungen übernommen: Normale Geforce RTX 2070 (statt der „Super“-Version), eine größere M2-SSD (960 GB, statt 480GB), einem 600W be-quiet-Netzteil (statt 500W um für die Zukunft gewappnet zu sein), und einem gedämmten Gehäuse von be-quiet.

Ich will immer folgende W10-Version installieren: Windows 10 Home Pro, Version 1909. Ich hatte bereits nach älteren Versionen gesucht, das Media Creation Tool erlaubt mir dies aber nicht bzw. will es immer, dass ich eine neuere Version verwende.
 
Raipier schrieb:
Treiberfehler: Wie kann das sein, wenn ich versuche W10 auf eine blanke SSD zu installieren und es währenddessen abstürzt? Dann müsste ja bereits der W10-Boot-Stick Probleme haben. Hatte es aber vor einer Woche bereits installieren und für 2-3 Tage betreiben können.
[..]
Habe dann wie empfohlen eine bootfähige Linux-Distribution auf den USB-Stick gebracht. Beim Booten vom Stick, kam nur ein Bildschirm mit etlichen Zeilen, die ich aufgrund mangelnder Erfahrung nicht deuten kann. Da kamen dann Sachen wie „…end Kernel panic – not syncing: Attempted to kill init! exit…”

Es liegt also nicht an Windows bzw. an den Windows-Standard-Treibern. Ich wollte es nur ausschließen.


Raipier schrieb:
Ich habe die RAM-Spannung auf 1.35 V gestellt und XMP aktiviert. Profil: A-XMP, Profil 1: DDR4 3000 MHz, 16-18-18-38

Und hast Du auch probiert, mal XMP zu deaktivieren und stattdessen nur mit dem SPD-Profil zu starten (alle RAM-Einstellungen auf "Auto")? Wenn nicht, probier das noch und wenn das auch nicht funktioniert, dann kannst Du den ganzen Kram getrost an MF zurücksenden. Falls es wider Erwarten doch funktioniert, dann ist es wohl der RAM. Aber wenn ich es mir recht überlege, waren die vorherigen Fehlermeldungen so vielfältig, dass es trotzdem auch das Mainboard und/oder die CPU sein könnten.


Raipier schrieb:
Die Hardwarezusammenstellung sollte doch eigentlich (zueinander passen).

Das stimmt, es sollte. Nach Deinem letzten Post gehe ich nun auch von einem Hardware-Defekt aus.
 
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sz_cb schrieb:
Und hast Du auch probiert, mal XMP zu deaktivieren und stattdessen nur mit dem SPD-Profil zu starten (alle RAM-Einstellungen auf "Auto")?
So war es bereits am Anfang. Das sind die Default-Einstellungen des Mainboards und ich musste XMP und die Spannungen nach deinem Post aktiv ändern.

Auf jeden Fall vielen lieben Dank an alle Beteiligten für die großartige Unterstützung und eure Hilfe.

Ich denke ich werde mich nun um die Rücksende-Abwicklung mit Mindfactory kümmern.
Da ich das System so wie es ist aber dennoch haben möchte, aber aktuell niemand den Hardwaredefekt eindeutig auf ein Bauteil eingrenzen kann, werde ich versuchen alles zurückzuschicken und es so nochmals zu erhalten. Evtl. würde ich aber den Tower behalten, an dem sollte es ja sicher nicht liegen (würde auch die Rücksendung vereinfachen, da es zwei separate Lieferungen waren).
 
Hallo zusammen,

hier ein paar Neuigkeiten. Ich bin durch Bekannte darauf hingewiesen worden mal mit den Spannungen und dem CPU-Takt zu spielen. Und siehe da, ich bekomme das System zunächst mit festen 1GHz zum laufen und konnte W10 installieren.

Änderungen von Takt/Spannung über das „OC“-Menü im BIOS klappen nicht. Aber es klappt das System über das Menü „AMD-Overclocking“ auf feste 4GHz und 1.4V zu stellen. Zu erwähnen wäre noch, dass ich unter „AMD-Overclocking“ die Option „Precision Boost“ auf „Advanced“ sonst aber alles darin auf „Auto“ gestellt habe. Darüber hinaus (z.b. 4.2GHz) geht dennoch nichts. Bisher habe ich das System unter Last getestet und die monitorieten Werte passen alle (Temp., Takt, Spannung, etc.).

SMART-Werte der SSD sind alle ok.

Parallel war ich noch direkt mit AMD in Kontakt. Meinung dabei ist, dass die CPU ok sein sollte, nur wird vermutet, dass das Mainboard Probleme bei der Spannungsregulierung im „Auto-Modus“ haben könnte. Ursachen dafür könnten ein Defekt am Mainboard sein oder (so laut AMD), dass MSI evtl. am VRM gespart haben könnte, da: Laut AMD-Support handelt es sich bei dem Mainboard um eines der „untersten Preisklasse“.

Offene Fragen sind daher aktuell noch:
  1. Könnte es „schädlich“ sein das System auf festen 4GHz und 1.4V laufen zu lassen? (die 4GHz bleiben laut Monitor stabil aber die Spannung variiert zwischen 1.3 und 1.4V).
  2. Sollte ich dennoch über einen Austausch von Mainboard und/oder CPU nachdenken, oder kann ich das System eigentlich so behalten wie es gerade läuft?
Ich werde bis vor Erlöschen des Widerrufsrechts noch über mehrere Stunden ein paar Benchmarks laufen lassen und alle Werte monitorieren und prüfen ob das System so stabil läuft. Ein paar anspruchsvollere Games konnte ich bereits einwandfrei testen (Ohne Probleme oder stark abweichende Werte)
 
Erstmal toll, dass Du es doch noch geschafft hast!

Alles, was Overclocking betrifft, solltest Du mit dem Board nicht unbedingt probieren, ohne die VRMs aktiv zu kühlen. PBO würde ich daher nicht anrühren bzw. vielleicht sogar deaktivieren.

Laut MSI ist dieses Board jedoch freigegeben für die neuen Ryzens, daher müssen die Standardwerte wenigstens beim "kleinen" R5 funktionieren (und funktionierten ja auch ein paar Tage lang), ansonsten liegt irgendwo ein Defekt vor.


Raipier schrieb:
Könnte es „schädlich“ sein das System auf festen 4GHz und 1.4V laufen zu lassen? (die 4GHz bleiben laut Monitor stabil aber die Spannung variiert zwischen 1.3 und 1.4V).

Such mal im BIOS die CPU LoadLineCalibration (LLC) und ändere dort von "Auto" auf "Mode 3" oder "Mode 4". Das sollte die Spannung einigermaßen stabil halten. Ob 1,4 Volt schädlich sind? Wahrscheinlich nicht, aber ob die CPU das auch dauerhaft so sieht, weiß wohl vorerst nur AMD. 1,4 Volt scheinen aktuell jedoch kein Problem zu sein, wenn man sich die Profile und die Tipps einiger User ansieht.


Raipier schrieb:
Sollte ich dennoch über einen Austausch von Mainboard und/oder CPU nachdenken

Meines Erachtens liegt irgendwo ein Defekt vor, denn die Standardwerte hat Dein System bereits ein paar Tage lang mitgemacht, nun jedoch nicht mehr. Daher: Ja, das Board würde ich tauschen. Und nicht gegen ein baugleiches, sondern gegen ein etwas besseres Board. Also bspw. das Tomahawk, das ich weiter oben schon verlinkte. Das ist gut und hat sich mehrfach bewährt.

Um auf Stabilität zu testen, kann ich Dir 2 Vorgehen empfehlen:
1. extreme Last für CPU und GPU: gleichzeitig Prime95 (Small FFT) und Furmark
und/oder
2. etwas weniger realitätsfremde Last: Aida64 Stabilitätstest (alles aktiviert, außer "local discs").

Diese Tests sind einerseits dafür da, um das System auf Stabilität, und andererseits, um die Gehäusekühlung auf ihre Effektivität zu testen. Da in diesen Tests auch die VRMs stark belastet werden, sind das gute Instrumente.

Wichtig: Behalte bei diesen Tests (v.a. bei 1.) immer die Temperaturen im Auge (bspw. mit HWInfo) und stoppe die Tests gegebenenfalls. Was aber "noch gesunde" Werte sind, dürfte sehr subjektiv sein. Ich würde bei folgenden Werten spätestens stoppen: CPU: 90 °C, VRMOS 70 °C, GPU: 80 °C. Persönlich wäre mir das für den Dauerbetrieb aber deutlich zu hoch und ich würde das Belüftungskonzept ändern und/oder die Komponenten versuchen, bspw. mittels Undervolting kühler zu halten. Wenn beide Tests etwa 1 Stunde durchliefen, kannst Du davon ausgehen, dass das System stabil läuft.

Damit Du eine Art Referenz für den AIDA64-Test hast (mein System: R5 3600, Noctua NH-D15s, X470-Board mit optimierten Settings, stark übertaktete GTX1660S mit ersetzten Lüftern):
CPU: 69 °C
VRMOS: 48 °C
GPU: 59 °C
Raumtemperatur: 22 °C
 
@sz_cb: Vielen Dank. Deine detaillierte Antwort hilft sehr weiter und stützt auch mein "Bauchgefühl" das Mainboard zu wechseln. Das empfohlene Mainboard ist preislich auch noch im Rahmen dessen was ich mir vorstellen kann (Hätte sonst noch sicherheitshalter direkt ein X570-MB in Erwägung gezogen).

Sobald ich das neue Mainboard habe, werde ich die empfohlenen Tests durchführen und die entsprechenden Werte überwachen und dann berichten wie die Lage ist ;)
Der AMD-Support hat mittlerweile auch empfohlen das MB zu wechseln und ein höheres Modell zu wählen.
 
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Raipier schrieb:
sicherheitshalter direkt ein X570-MB in Erwägung gezogen

Die "billigen" X570-Boards (< 200 Euro) sind Mist und die teuren einfach nur überteuerte Hardware ohne praktischen Mehrwert. Der Chipsatz muss aktiv gekühlt werden (OMG!) und PCIe4.0 hat nur theoretisch (also für SSD-Benchmarks) einen Mehrwert. Darüber hinaus ist heute bereits klar, dass diese Boards in einem oder spätestens 2 Jahren keine neuen CPUs mehr erhalten werden, also keine Investition in die Zukunft sind.

Mit einem soliden B450/X470-Board bist Du definitiv besser beraten.
 
Hallo Raipier,

Welchsel das Mainboard. Und noch was. Guck dir die Spannungen (alle Versorgungsspannungen) unter Last an wenn Du sowie schon noch Tests machst. Eventuell würde ich zur Vorsorge das Netzteil einfach mit tauschen.

sz_cb schrieb:
Um auf Stabilität zu testen, kann ich Dir 2 Vorgehen empfehlen:
1. extreme Last für CPU und GPU: gleichzeitig Prime95 (Small FFT) und Furmark
und/oder

das las mal besser sein auf einem System wo Du weisst das etwas nicht stimmt ....AIDA system test guck Dir Spannungen an .... ein HW- Tausch Komponente gegen Komponente wäre da natürlich viel zieführender gewesen...
Ergänzung ()

sz_cb schrieb:
Die "billigen" X570-Boards (< 200 Euro) sind Mist und die teuren einfach nur überteuerte Hardware ohne praktischen Mehrwert. Der Chipsatz muss aktiv gekühlt werden (OMG!) und PCIe4.0 hat nur theoretisch (also für SSD-Benchmarks) einen Mehrwert. Darüber hinaus ist heute bereits klar, dass diese Boards in einem oder spätestens 2 Jahren keine neuen CPUs mehr erhalten werden, also keine Investition in die Zukunft sind.

hm das habe ich also billigen Mist im Rechner okay....... ich wäre vorsichtig mit solcher Aussagen.
MSI MPG X570 GAMING Edge WiFi -> läuft recht gut bisher. Übringens die aktive Kühlung steht bei mir immer. Der Schwellwert steht bei 55 Grad.
 
Zuletzt bearbeitet:
HAL8999 SP3 schrieb:
das las mal besser sein auf einem System wo Du weisst das etwas nicht stimmt

Weil...?

Das System schien mit fester Spannung durchaus zu laufen. Und schneller als mit Prime95 habe ich bisher kein System auf Stabilität getestet. Wenn daher die Frage aufkommt, ob das System bei 1,4 Volt und 4 GHz dauerhaft lauffähig ist, liegt es nahe, das zu prüfen. Falls die Temperaturen unkontrolliert in die Höhe schnellen, kann bzw. sollte man den Test abbrechen - das habe ich auch direkt dazugeschrieben.


HAL8999 SP3 schrieb:
hm das habe ich also billigen Mist im Rechner okay....... ich wäre vorsichtig mit solcher Aussagen.

Ich möchte Leute vor dem Kauf vor unsinnigen Mehrausgaben bewahren. Ich wollte und will natürlich niemandem nach dem Kauf auf die Füße treten, aber erlaubt sein sollte es zu erwähnen, dass Dein Board mit einer schlechteren VRM-Lösung ausgestattet ist als das halb so teure Tomahawk, daher wäre mir Dein Board ganz sicher keine Empfehlung wert.

Meine Empfehlung bleibt daher: X570 nur dann, wenn man sich absolut sicher ist, dass man unter keinen Umständen auf die Vorteile von PCIe4.0 verzichten kann und bereit ist, dafür deutlich mehr als 200 Euro auszugeben. Für jeden anderen ist ein gutes B450/X470-Board die erste Wahl.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es sollte jetzt kein Glaubenskrieg wegen meinem Thema ausbrechen. Ich hab schon bemerkt, dass AMD, Intel, Nvidia etc. eigene Glaubensgemeinschaft haben. Könnte in anderen Foren auch schon für B450 und X570-Anhänger rauslesen ;)
Ich bin euch beiden dankbar für eure Meinungen und Einschätzungen, die jedem frei erlaubt sind, muss aber am Ende meine eigene Entscheidung treffen.
Ich würde den Thread erstmal ruhen lassen bis ich ein neues MB getestet habe. Denn auch wenn das System gerade läuft ist mir das mit dem aktuellen MB zu unsicher..
 
sz_cb schrieb:

Und was ist dann die Erkenntnis wenn der PC dabei abstürzt?
Man macht das eine oder das andere - nicht beides zusammen meiner Meinung nach.
Wenn ich ein instabiles fehlerbehaftetes System habe teste ich nach Möglichkeit immer eine Komponente.
Erst den Fehler finden dann auf Stabiltät testen.

Und ganz ehrlich in einem System wo ich nur mit 1GHz überhaupt Windows installieren kann, im BIOS sich Sachen gar nicht einstellen kann würde ich mit LLC verstellen nicht anfangen, das Brett muß mit default Einstellungen laufen out of the Box. Alles andere das wäre für mich nicht akzeptabel. Was willst Du ihm als nächstes vorschlagen die P-States manuell einzustellen....


sz_cb schrieb:
Ich möchte Leute vor dem Kauf vor unsinnigen Mehrausgaben bewahren. Ich wollte und will natürlich niemandem nach dem Kauf auf die Füße treten, aber erlaubt sein sollte es zu erwähnen, dass Dein Board mit einer schlechteren VRM-Lösung ausgestattet ist als das halb so teure Tomahawk, daher wäre mir Dein Board ganz sicher keine Empfehlung wert.

Wenn niemanden auf die Füsse treten willst solltest Du Deine Wortwahl überdenken. Die VRAMs sind auf den Board für den Preis nicht so schlecht... ich habe nicht vor großartig zu übertakten...ich wusste schon was ich tue...
jeder hat so Seine Gründe für einen Kauf...

The VRM is secretly setup in a 4+1 configuration using a IR 35201 controller with IR3598 MOSFET doubler on the back to bring the count up to 8+2 phase design. This is fairly typical of budget boards, but isn't ideal for high overclocking due to some stability issues when pushed. The extra heat generated can become an issue because these are not very efficient MOSETs. The CPU portion uses desecrate VRMs design from ON Semiconductor for a high and low MOSET (4C024 / 4C029), while the system on a chip (SOC) portion uses an Ubiq QA3111, which I found no public data sheet for. Overall, this will be more than enough to keep the Ryzen 3950X up and running.

https://www.overclockersclub.com/reviews/msi_mpg_x570_gaming_edge_wifi/2.htm

Ich hätte ihm aber auch zu einem B450 Board geraten... das sehe ich genauso.
Ergänzung ()

Raipier schrieb:
ich würde den Thread erstmal ruhen lassen bis ich ein neues MB getestet habe. Denn auch wenn das System gerade läuft ist mir das mit dem aktuellen MB zu unsicher..

Ja gute Entscheidung. Lass mal hören wens es was neues gibt!
 
Raipier schrieb:
Es sollte jetzt kein Glaubenskrieg wegen meinem Thema ausbrechen. Ich hab schon bemerkt, dass AMD, Intel, Nvidia etc. eigene Glaubensgemeinschaft haben. Könnte in anderen Foren auch schon für B450 und X570-Anhänger rauslesen ;)
Ich bin euch beiden dankbar für eure Meinungen und Einschätzungen, die jedem frei erlaubt sind, muss aber am Ende meine eigene Entscheidung treffen.
Ich würde den Thread erstmal ruhen lassen bis ich ein neues MB getestet habe. Denn auch wenn das System gerade läuft ist mir das mit dem aktuellen MB zu unsicher..

Keine Angst, das wird kein Krieg, Sorry, dass das etwas ausartete... Im Grunde sind wir uns ja einig, was die Empfehlung für Dich ist ;)

Viel Erfolg mit dem neuen Board!
 
So, ich habe jetzt ein neues Mainboard (MSI B450 Tomahawk Max) und eine neue CPU (gleiches Modell wie zuvor) eingebaut und bisher läuft alles so wie es soll im Auslieferungszustand (ich habe lediglich für den RAM noch das A-XMP-Profil aktiviert). Die Temps und Spannungswerte sind alle normal und letztere sind in Idle sogar niedriger als zuvor (nun 1.36V statt zuvor immer bei 1.488V). Die CPU verhält sich nun auch wie erwartet und regelt wie sie soll (d.h. nun auch Boost bis 4.2GHz unter Last).
Woran es gelegen hat werden wir wohl nie richtig erfahren, ob es evtl. an einem Mainboard mit schlechten VRMs oder einem Defekt am Mainboard und/oder CPU lag.
 
Hallo, schon zu hören! Hab Spaß mit dem Systen! Und sz_cb und ich sind gute Freunde geworden. Das meine ich durchaus ernst. Mach Dir keinen Kopf ! :D
 
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