Entspricht im Wesentlichen der von Microsoft seit Jahren verfolgten Strategie bzw. ist auch den strategischen
Fehlern angepasst, die Phil Spencer und co. ohne Zweifel gemacht haben. Anstatt die XSX aggressiv zu vermarkten und in den Markt zu drücken, Support für Entwickler zu verstärken und sonstige Anstrengungen zu unternehmen, hat sich Spencer nach Spieleflops wie Redfall lieber vor die Kamera gestellt und beklagt, dass man die vorige Generation ja verloren habe, es ja so schwierig sei, wieder aufzuholen und man Leute ja niemals mehr zum Wechsel bewegen könnte.
Diese für einen C-Suite-Angestellten absolut peinliche Loser-Mentalität hat sich dann auch in das Verhalten am Markt übertragen. Lieber hat man das Marketing zurückgefahren und die Preise erhöht, sich aus einzelnen Märkten gar komplett zurückgezogen, statt wirklich den Konkurrenzkampf zu suchen.
Klar, irgendwo war es ohnehin das Ziel, "jedes Gerät" zur Xbox zu machen und die eigene Konsole früher oder später einzustampfen. Wenn aber derartig transparent wird, dass man nicht mehr hinter der eigenen Hardware steht, und das schon früh in einer Generation, dann wollen sie die Leute eben auch einfach nicht mehr kaufen. Denn was wird im Zweifel aus der eigenen Bibliothek, wenn es keine Xbox mehr gibt? Auf bedingungslose Kundenfreundlichkeit kann man sich bei Microsoft eben auch nicht verlassen.
PlayStation dagegen bleibt dem Markt voraussichtlich über die kommende Generation hinaus erhalten, solange Sony Dutzende Millionen Einheiten im Jahr absetzen kann und entsprechend an Services und Spielen verdient, wird da nichts eingestellt werden. Microsoft hat stattdessen mit dieser schleichenden, aber amateurhaft transparenten "Abkündigung" der Xbox dafür gesorgt, dass die eigene Nutzerbasis so geschrumpft ist, dass die Erträge aus dem Game Pass und Verkäufen über den Xbox Store kaum wachsen konnten oder gleich zu schrumpfen begannen - und dann haben wir von den unglaublich schlecht gemanagten Ressourcen der zahlreichen Xbox-Studios, deren Output aus unerfindlichen Gründen viel zu langsam und in viel zu schlechter Qualität kommt, noch gar nicht gesprochen.
In der Konsequenz kann man sich nun auch gleich Konkurrenzplattformen wie Steam öffnen, auf denen man die Erträge teilen muss - die eigene Reichweite ist jetzt schlicht so gering, dass diese Strategie in Frage kommt bzw. sogar der vorzugswürdige Weg ist. Und die Hardware von Partnern bauen zu lassen, liegt ebenso schlicht nahe - immerhin hat man das dedizierte Xbox-Hardware-Team längst abgesägt. XSX und XSS wurden vom Surface-Team entworfen.
Nicht falsch verstehen, ich habe prinzipiell nichts gegen offene Plattformen, nur verfolgt Microsoft diesen Ansatz eben nur deshalb, weil man sich andere Wege aus Inkompetenz sukzessive verbaut hat. Wenn der Staub sich legt, alle Konsolidierung durch ist und man endlich aufgehört hat, strategisch herumzuschlingern, werden die Xbox Game Studios, entweder als Microsoft-Division oder als ausgegliedertes eigenes Unternehmen, der größte Spielepublisher der Welt sein (das sind sie durch die Activision- und Bethesda-Zukäufe ja ohnehin bereits) - und "Xbox" wird es nur noch in Software-Form geben. So wenigstens meine Vorhersage
Wie auch immer eine "XSX2" bekommen wir wohl erstmal noch. Ich traue Microsoft auch zu, dass man nochmal den stärksten Konsolen-SoC bauen lässt. Dass das aber auch nicht notwendigerweise viel bringt, wenn andere Faktoren nicht stimmen, hat die laufende Generation ja deutlich gezeigt. Als Beispiel ist mir deutlich "The Callisto Protocol" im Gedächtnis. Das eher kleine Entwicklerteam hatte gegen Ende Probleme, für die Hardware der Konsolen zu Ende zu optimieren. Sony entsandte daraufhin ein Team, um bei der Optimierung auf dem PlayStation-Devkit zu unterstützen. Microsoft bot vergleichbaren Service nicht an.
Die Konsequenz: Das Spiel lief auf der schwächeren PS5 am besten, die Xbox zuckelte vor sich hin und produzierte sogar Grafikfehler.
Und das ist nur ein konkretes Beispiel. Ganz generell liefen in dieser Generation sehr viele Spiele auf der PS5 tendenziell besser, obwohl das so nicht sein dürfte. Klar, die XSX bekommt schon deshalb weniger Entwicklungszeit, weil weniger Leute auf ihr spielen. Umso mehr aber müsste der Hersteller Leute bereitstellen, die für bessere Optimierung auf der eigentlich stärkeren Hardware sorgen. Das tut aber, wie gesagt, nur Sony. Und Microsoft nimmt derweil hin, dass die Xbox die 60 fps-Marke in den meisten Fällen deutlich schlechter halten kann als die Konkurrenz mit weniger Rechenleistung -.-