Privat vs. Öffentlich - wo studieren?

Was denn, ihr lernt an der Uni?

Die Uni ist dazu da um noch mal ne runde zu chillen und party zu machen.
Was denkt ihr wofür ihr bezahlt?
Damit ihr auch noch arbeiten müsst?

man seid ihr naiv:)!

und sonst, Fach aussuchen und im Hochschulranking die beste Uni ausfindig machen.
In Deutschland ist die Diskussion - private oder öffentliche Uni eher unwichtig.
Der Bildungstandard hat hier ein recht hohes Niveau.
Erst wenn man in Schwellen-, Entwicklungsländern oder in Ländern ohne Sozialsystem studieren will, sollte man sich eher auf private Unis beschränken. Dort ist das studieren dann aber noch mal teurer.
Ach ja und natürlich im Falle vom fehlendem NC, wenn man gezwungener maßen mehr Geld ausgeben muss :)
 
muchahad schrieb:
... In Deutschland ist die Diskussion - private oder öffentliche Uni eher unwichtig....

Aktuell stimme ich dir (noch) zu, aber der berufliche Lebensweg fängt mit der Wahl der UNI/FH erst an, man arbeitet dann noch 30-40+ Jahre. Und die Zukunft weißt in die Richtung, das wir uns bildungstechnisch dem europäischen Ausland annähern (Bologna-Prozess, EU und Globalisierung). Und Frankreich, England, Spanien, USA haben eine sehr starke (und sehr teure) private Bildungswirtschaft, welche zum Großteil die Führungsriegen und gutbezahlten zukünftigen Arbeitnehmer ausbilden.
 
Eine kleine dumme Zwischenfrage: Wie bekommt man denn heraus, welche Uni was für einen Ruf hat? Ich werde nämlich ebenfalls in nicht allzu ferner Zukunft ein Studium beginnen und habe mich auch noch nicht ganz entschlossen. Sollte man einige Unis besuchen und die Professoren und die Fachschaft nach dem Ruf der Uni befragen? Ich habe da so meine Zweifel, ob man dadurch ein objektives Bild bekommen würde. Die Professoren möchten ihre Uni doch bestimmt "gut verkaufen", oder? Gibt es da noch andere Möglichkeiten? Auch wenn man keine Kontakte zu irgendwelchen Personalchefs hat?
 
es kommt immer darauf an was du in deinem leben erreichen möchtets.

es wird dir viele türen öffnen wenn du an einer elite uni studierst,ob du das möchtest ist eine ganz andere frage.
wenn du die asche hast und dir einen platz in der management ebene bei einem global player wünscht stellt sich die frage glaube ich nicht.
möchtest du behinderten menschen in afrika helfen wird es sicherlich nicht vorrangig sein bei welcher uni du deinen abschluß gemacht hast.

ist doch aber eigentlich kein thema und sollte auf der hand liegen , oder ?
 
nightporter so einfach ist das leider nicht. Platz im management eines global player- Ja. Die Asche, sprich reiche eltern- Nein.
Daher ist die Entscheidung ob ich einen Kredit aufnehmen soll, fals ich kein Stipendium bekomme eben so entscheidend für mich.
 
Ich finde in erster Linie sollte man es nicht darauf anlegen, dass man so aussieht, als wäre man etwas kann, sondern dass man es auch wirklich kann. Ich bin ein absoluter Gegner dieser Philosophie, dass man nur eine Menge Bewerbungstraining macht, wie es z.B. vom Arbeitsamt gefördert wird und dann jeden Tag 3 Bewerbungen rausschickt für irgendwelche Stellen, egal ob man dafür geeignet ist oder nicht, nur um an einen Job zu kommen. Das ist leider eine Unart, die immer mehr zunimmt, genauso wie dass vor allem die höheren Schulen nie darauf aufgebaut sind, dass man wirklich etwas kann, sondern nur, dass man es einen Tag vor dem Test lernt und es dann 2 Stunden nachher schon wieder vergessen hat. Was auch nichts bringt ist dieses "wir bilden nur hochqualifizierte Management Business Führungskräfte aus" Einstellung von vielen Bildungseinrichtungen. Das eignet man sich sowieso mit der Zeit an und am Anfang ist es wichtig, dass man einmal fachlich etwas mitreden und tun kann und nicht irgendwelche Organisationsprozesse zu verstehen. Das kann man sich dann selbst mit der Zeit aneignen.

Eine ordentliche Ausbildung sollte so gestaltet sein, dass man nachher auch etwas kann. Dann bewirbt man sich für eine Stelle, von der man auch glaubt, dass man sie gut erledigen kann. Dort wird man sich dann bewähren und auch einen guten Job haben. So sollte es zumindest sein. Stattdessen wird es gefördert, dass man sich einfach irgendwo bewirbt es gibt Kurse, wo man lernt, wie man den Vorgesetzten besonders gut täuschen kann, damit man den Job bekommt. Dann fliegt man wahrscheinlich sowieso wieder nach einiger Zeit raus, wenn man die Aufgaben nicht erledigen kann und das ist sowohl für Arbeitgeber, als auch für den Arbeitnehmer sehr kontraproduktiv.

Wenn man jetzt einen Abschluss auf einer Privatuni hat, dann hilft das nur insofern, dass man besser dasteht, aber mehr lernen tut man dort normalerweise nicht zumindest in unserem Bildungssystem. Man bekommt vielleicht leichter einen Job, aber meiner Meinung nach sollte das nicht Ziel einer Ausbildung sein, sondern dass man möglichst viel Wissen erarbeiten kann auf einem Fachbereich, der einen auch interessiert und in dem man auch später arbeiten will. Es sollte nicht darum gehen, wie man möglichst weit nach oben kommt, um möglichst viel Geld zu verdienen, sondern dass man so viel verdient, wie man braucht, um normal leben zu können und dass einem die Arbeit auch Spaß macht. Ich bin viel lieber ein Programmierer weiter unten, der seine Arbeit auch gerne macht, als irgendein schwuler Managersack, der im Aufsichtsrat von irgendeinem großen Konzern sitzt, nur um sich wichtig zu machen und Geld zu kassieren. Es gibt Leute, denen das gefällt, aber mir sicher nicht. Dafür arbeitet der auch 80h am Tag und ich gehe nach 8 Stunden heim, wenn ich will.
 
thrillkill schrieb:
n...Daher ist die Entscheidung ob ich einen Kredit aufnehmen soll, fals ich kein Stipendium bekomme eben so entscheidend für mich.

Für den Mehrbetrag der Gebühren um an einer Privaten zu studieren würde ich keinen Kredit aufnehmen, weil:

- die Chance auf eine Führungsposten bei einem Global-Player eh extrem gering ist
- das Risiko das Studium vor Abschluss abzubrechen sehr hoch ist, bei BWL brechen an meiner privaten FH ca. 65% vor dem Diplom ab (Prüfungsleistungen, Krankheit, Freiwillig), das kann niemand vorher mit Sicherheit bestimmen (mein 1. Studium habe ich auch abgebrochen...)
- das Gehalt als studierter Angestellter (der normale Weg) später nicht den Umfang hergibt, als das du den Kredit für Gebühren (ca. 10.000-30.000 Euro + einige tausend Euro Zinsen) locker abzahlen könntest, du willst ja auch vom Gehalt gut leben können, deshalb studierst du ja!

Ich sehe im Freundeskreis schon die langen Gesicher, weil sie "nur" ihr Bafög zurückzahlen müssen. Hätten die einen Kredit aufgenommen wären die jetzt voll am Ar...!

Nimm KEINEN Kredit für die Gebühren einer privaten UNI/FH auf, davon rate ich dringend ab. Das wäre das gleiche wenn man einen Kredit für Aktiengeschäfte aufnehmen würde, das Risiko, einen deutlichen finanzielle Vorteil aus einer privaten Bildung schlagen zu können ist sehr gering!
 
Und wenn man an einer öffentlichen Schule nicht und an einer privaten genommen wird? Dummerweise gibt es immernoch recht wenig Möglichkeit außer mit NC oder Wartezeit einen Platz zu bekommen.
 
thrillkill schrieb:
Und wenn man an einer öffentlichen Schule nicht und an einer privaten genommen wird?....

Keine Ahnung. Es kann dir auch passieren das du von mehreren öffentlichen genommen wirst, das aber zeitversetzt (um wenige Wochen) und du dich entscheiden musst: auf eine Gute zu warten und der Schlechten absagen - und die Gute dich dann nicht nimmt, aber du der Schlechten abgesagt hast usw.

Die Wahl - privat vs. öffentlich - musst du vor deinen Bewerbungen prüfen, nicht danach gehen wer dich nimmt. Denn du hast das Geld für die privaten Gebühren nicht, von daher gibt es eigentlich keine Wahl für dich.
IMO, wegen meiner Einstellung zu kreditfinanzierten privaten Gebühren.

Als Ausweg aus deinem Dilemma empfehle ich dir auch andere Studienrichtungen und -wege einzuschlagen. Suche dir doch eine FH/UNI und studiere dort BWL mit medizinischen Nebenfächern wie Psychologie. Später in Bewerbungen wirst du eh die Studienschwerpunkte angeben und die Personalchefs darauf aufmerksam machen. Der Fachname ist dann nur Beiwerk, der Abschluss lautet eh nur Bachelor of Arts oder Master ...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Btw: mach aus deinem Dilemma (Wahl zwischen 2) ein "Pentalemma" (penta >> 5), ein Begriff aus der Unternehmensführungslehre zur Problembearbeitung.

Du hast du Wahl A oder B. (2 Probleme) Wenn du das lösen kannst - gut.
A und B geht bei dir nicht (3. Problem), aber evtl weder A, noch B (4. Problem) und du zu 5. kommst - ein völliges Neuüberdenken der Situation von einem externen Standpunkt und nach neuen Dingen schauen >> andere Studienrichtung mit entsprechenden Nebenfächern, Ausbildung und parallele Fernstudium BWL usw.

Muss es unbedingt deine Wunschstudienrichtung in genau der Form sein? Gibt es auch andere Kombinationen? Oder ein Bachelor und später Master?
 
Bißchen arg zu sehen, dass es hier für die meisten bei einem Studium einzig um die monetäre Sicherheit und Prestige geht.
Ich finde bei einem Studium trifft man auf interessante, häufig tolerante Leute und kann seinen Geist öffnen und sich weiter entwickeln - wenn man das denn möchte.
Aber gelegentlich treffen einige Gerüchte zu BWL wohl doch zu, wenn ich das hier so lese. Ich bin froh, dass ich kein BWL mehr mache...

Ich finde man muss in einem Studium und der Zeit an einer Hochschule auch die Möglichkeiten persönlicher Reife entwickeln. Auslandssemester etc.
 
Zitat:Zitat von thrillkill
n...Daher ist die Entscheidung ob ich einen Kredit aufnehmen soll, fals ich kein Stipendium bekomme eben so entscheidend für mich.

Für den Mehrbetrag der Gebühren um an einer Privaten zu studieren würde ich keinen Kredit aufnehmen, weil:

- die Chance auf eine Führungsposten bei einem Global-Player eh extrem gering ist
- das Risiko das Studium vor Abschluss abzubrechen sehr hoch ist, bei BWL brechen an meiner privaten FH ca. 65% vor dem Diplom ab (Prüfungsleistungen, Krankheit, Freiwillig), das kann niemand vorher mit Sicherheit bestimmen (mein 1. Studium habe ich auch abgebrochen...)
- das Gehalt als studierter Angestellter (der normale Weg) später nicht den Umfang hergibt, als das du den Kredit für Gebühren (ca. 10.000-30.000 Euro + einige tausend Euro Zinsen) locker abzahlen könntest, du willst ja auch vom Gehalt gut leben können, deshalb studierst du ja!

Ich sehe im Freundeskreis schon die langen Gesicher, weil sie "nur" ihr Bafög zurückzahlen müssen. Hätten die einen Kredit aufgenommen wären die jetzt voll am Ar...!

Nimm KEINEN Kredit für die Gebühren einer privaten UNI/FH auf, davon rate ich dringend ab. Das wäre das gleiche wenn man einen Kredit für Aktiengeschäfte aufnehmen würde, das Risiko, einen deutlichen finanzielle Vorteil aus einer privaten Bildung schlagen zu können ist sehr gering!

Genau das denke ich auch. Wenn du dir jetzt einen Kredit nimmst für etwas wie ein Studium birgt das hohe Risiken für den Kreditgeber, was hohe Zinsen zur Folge hat. Folglich kommst du auf einen Haufen Geld den du dann abtragen musst. Das Gehaltsgefüge ist denke ich so, dass den kleinen Vorteil den du durch ein privates Studium bekommst (oder auch nicht) nie ausreicht, dass du denjenigen im Vermögen einholst, der an einer normalen Hochschule studiert hat.

Letztlich musst du eh mit deinem Auftreten und Erfolg punkten. Der erste Job wird sicher nie dein letzter sein, und wenn du gut bist stört eh niemanden. Guck dir nur Zetsche von Mercedes an.

Ich würds nicht machen.
 
Zwirbelkatz schrieb:
...Ich finde bei einem Studium trifft man auf interessante, häufig tolerante Leute und kann seinen Geist öffnen und sich weiter entwickeln....

Was einem monetären Nutzen und Prestige ja nicht entgegen steht. Aber Bildung nur für den Selbstzweck und zur subjektiven Entfaltung ist ein schöner und romantischer Gedanke, dem sich kaum jemanden hingeben kann. In erster Linie muss man seine Leben leben und sichern und an (s)eine Familie denken und dieser Sicherheit und Schutz geben und die Zukunft absichern.
Seinen Geist kann man dann öffnen, wenn die unteren 4 Stufen der Maslow'schen Bedürfnispyramide erfüllt sind ;). Das ist dann eine Motivationsfrage.
 
@ghettokn00b

Du irrst dich mit den Krediten. Fast jede private Hochschule bietet in Kooperation mit einer Bank ihren Studenten die Möglichkeit einen Kredit zu besonders günstigen Konditionen zu erhalten.

greetz
 
¦square²¦ schrieb:
... in Kooperation mit einer Bank ... besonders günstigen Konditionen

Wie günstig? Welche Zinsen? Das müsste man natürlich mal auf 10.000 bis 30.000 Euro je nach Laufzeit ausrechnen, was dann monatlich nach dem Studium auf einen zukommt. Einige hundert pro Monat bleiben es aber trotzdem, oder?

Und diese Kooperationen sichern nicht das Risiko eines Studienabruches oder der standardisierten Gehaltszahlung eines durchschnittlichen Arbeitgebers ab.

Kredite für Gebühren sind IMO zu riskant!
 
@ square: kann sein das es Kredite günstig gibt, das ändert aber nichts daran das es ne Menge Geld kostet.

Zum Topic möchte ich noch vermerken, das der Umstand privat/öffentlich neben der Berufserfahrung uninteressant wird. Deswegen, nicht ewig rumgammeln sondern zügig fertig werden mit dem Studium.
 
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