Ich finde in erster Linie sollte man es nicht darauf anlegen, dass man so aussieht, als wäre man etwas kann, sondern dass man es auch wirklich kann. Ich bin ein absoluter Gegner dieser Philosophie, dass man nur eine Menge Bewerbungstraining macht, wie es z.B. vom Arbeitsamt gefördert wird und dann jeden Tag 3 Bewerbungen rausschickt für irgendwelche Stellen, egal ob man dafür geeignet ist oder nicht, nur um an einen Job zu kommen. Das ist leider eine Unart, die immer mehr zunimmt, genauso wie dass vor allem die höheren Schulen nie darauf aufgebaut sind, dass man wirklich etwas kann, sondern nur, dass man es einen Tag vor dem Test lernt und es dann 2 Stunden nachher schon wieder vergessen hat. Was auch nichts bringt ist dieses "wir bilden nur hochqualifizierte Management Business Führungskräfte aus" Einstellung von vielen Bildungseinrichtungen. Das eignet man sich sowieso mit der Zeit an und am Anfang ist es wichtig, dass man einmal fachlich etwas mitreden und tun kann und nicht irgendwelche Organisationsprozesse zu verstehen. Das kann man sich dann selbst mit der Zeit aneignen.
Eine ordentliche Ausbildung sollte so gestaltet sein, dass man nachher auch etwas kann. Dann bewirbt man sich für eine Stelle, von der man auch glaubt, dass man sie gut erledigen kann. Dort wird man sich dann bewähren und auch einen guten Job haben. So sollte es zumindest sein. Stattdessen wird es gefördert, dass man sich einfach irgendwo bewirbt es gibt Kurse, wo man lernt, wie man den Vorgesetzten besonders gut täuschen kann, damit man den Job bekommt. Dann fliegt man wahrscheinlich sowieso wieder nach einiger Zeit raus, wenn man die Aufgaben nicht erledigen kann und das ist sowohl für Arbeitgeber, als auch für den Arbeitnehmer sehr kontraproduktiv.
Wenn man jetzt einen Abschluss auf einer Privatuni hat, dann hilft das nur insofern, dass man besser dasteht, aber mehr lernen tut man dort normalerweise nicht zumindest in unserem Bildungssystem. Man bekommt vielleicht leichter einen Job, aber meiner Meinung nach sollte das nicht Ziel einer Ausbildung sein, sondern dass man möglichst viel Wissen erarbeiten kann auf einem Fachbereich, der einen auch interessiert und in dem man auch später arbeiten will. Es sollte nicht darum gehen, wie man möglichst weit nach oben kommt, um möglichst viel Geld zu verdienen, sondern dass man so viel verdient, wie man braucht, um normal leben zu können und dass einem die Arbeit auch Spaß macht. Ich bin viel lieber ein Programmierer weiter unten, der seine Arbeit auch gerne macht, als irgendein schwuler Managersack, der im Aufsichtsrat von irgendeinem großen Konzern sitzt, nur um sich wichtig zu machen und Geld zu kassieren. Es gibt Leute, denen das gefällt, aber mir sicher nicht. Dafür arbeitet der auch 80h am Tag und ich gehe nach 8 Stunden heim, wenn ich will.