News Prozess gegen US-Musikpiratin wird neu aufgerollt

Es ist schon grotesk wenn eine Peer-to-Peer Nutzerin von einer Jury Of One's Peers verurteilt wird :)

Wortspiel beiseite, ich finde die Strafe unverhältnismäßig. Des Weiteren möchte ich nicht wissen, was die arme Frau schon an Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen muss.
 
@MacroWelle:

Sag das mal den Angehörigen des Opfers, dass 10 Jahre eine lange Zeit sind. Villeicht hätte das Opfer gerne noch 50 Jahre gelebt, da sind 10 Jahre nix gegen...

Und wenn er zwei Wochen später 18 wird kann er auch mit lebenslanger Haftstrafe den Gerichtssaal verlassen, wenn er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. 2 Wochen zuvor war er dann sicher nicht weniger erwachsen... dann könnte ja jeder, der jemanden loswerden will, das noch schnell machen, bevor er 18 wird, weil er weiß, dass er max. 10 Jahre bekommt, weil er weiß, dass er später, wenn er 18 ist und als Erwachsener verurteilt wird, lebenslang einfährt. Dabei ist es der gleiche Mensch mit gleichem Entwicklungsstand. Sicher, irgendwo muss man eine Grenze ziehen, aber sie dürfte nicht so starr sein, dass jemand unter 18 definitiv immer max. 10 Jahre bekommt, Grund siehe oben.

Genau das ist doch auch der Grund, warum viele Straßendiebe erst 13 sind, denen kann keiner was. Deshalb werden die verstärkt eingesetzt. Auch da müsste man eine flexiblere Grenze einführen, wenn einer immer wieder auffällt, muss eine Strafe her, da kann ich nicht kommen mit strafunmündigkeit. Wenn er so alt ist, zu kapieren, dass er kriminell sein darf, ohne dass ihm einer was kann, dann ist das in meinen Augen mehr als Beweis genug für seine "Mündigkeit" in solchen Fragen...

Whatever...
 
ich sag nur Musikindustrie...geizig wie sau...
denen ist ein menschenleben doch egal, denn es geht denen nur ums Geld, damit sie sich nochmal 2 Ferraris kaufen können jeden monat...
 
Willkommen am Stammtisch, Bruder. Schon mal daran gedacht, das nicht jeder in der Musikindustrei zwei Ferraris fährt, sondern auch eine Familie ernähren muß, obwohl er nur die Pegel einstellt?
Schon mal daran gedacht, daß Leute wie diese Jamie, andere um ihr ehrliches Brot betrügen?

Wahrscheinlich sollte man ihr noch Geld bezahlen, weil sie Lizenzbetrug betrieben hat, nicht wahr?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Zitat des direkten Vorposter entfernt)
Dennoch gab nun auch der damals zuständige Richter – Michael Davis – zu bedenken, dass der Schadensersatz den Wert, den die Musik bei einem Kauf auf CDs gehabt hätte, tausendfach überstieg.
Genial, darauf muss man erstmal kommen.
Dafür muss man nun 1a Jura studiert haben, um im Nachhinein zu erkennen, dass das Strafmaß völlig überzogen ist.
 
@Diotissima: Du hast mal keinen Plan... Die Künstler bekommen einen Pappenstiel, die Manager sacken alles ein -ohne wirklich was zu leisten. Und die Unterstützung für die "schwächeren" Künstler, sofern existent, ist absolut minimal -> also das Problem liegt hier beim Verhalten solcher Vereinen wie der RIAA. Wenn die nämlich fair agieren würden, wären die selbst nicht so gstopft. Und ich für meinen Teil zahle denen keinen Cent für eine CD, bei der ich dann erst wieder illegal den Kopierschutz umgehen muss um die Songs auf'n Player zu kriegen, und auf die legalen Downloads zum Wucherpreis mit 0 Bitrate und/oder DRM kann ich auch verzichten. Die Songs zieh ich mir von unserem Community-Server. Schlechtes Gewissen hab ich keines, denn das, was man so für Konzerttickets hinlegt is ja auch total übertrieben.

@USA: Dort drüben gilt das Gesetz des Reicheren. So wie früher halt das Gesetz des Stärkeren. Nur das is die neue Form. Darum denke ich, dass dieses Land total unterentwickelt ist. Allein das Gesundheitsystem... Entwicklungsland... traurig.
 
HighTech-Freak schrieb:
@Diotissima: Du hast mal keinen Plan... Die Künstler bekommen einen Pappenstiel, die Manager sacken alles ein -ohne wirklich was zu leisten.

Und die Unterstützung für die "schwächeren" Künstler, sofern existent, ist absolut minimal -> also das Problem liegt hier beim Verhalten solcher Vereinen wie der RIAA.

Woher willlst du das wissen? Hörensagen? Bei meinem Vater und Bruder ist es anders. Ich glaube, du mußt erst einmal dich in die Eigenheiten des Verlagwesens einlesen, und das bitte nicht am Stammtisch.
 
Oh gott, nicht wieder diese Diskussionen mit Diotissima...


Naja wie auch immer...
Die Frage ist doch... bekommen die Künstler was von dem Geld?
Wird diese Frau jemals wieder eine CD kaufen? Lernt sie aus dieser Strafe?
Sie wird es halt intelligenter anstellen müssen, denn Luxus, wie zum Beispiel CDs, fallen dann eben komplett weg.

Natürlich muss Strafe sein, niemand hier behauptet, sie hätte etwas tolles getan und sollte belohnt werden, aber die Verhältnismäßigkeit ist einfach übertrieben.

Wenn sie jeden Titel 5 mal verteilt hat, wären das insgesamt 120 Songs, die sie anderen gegeben hat.
Gleichzusetzen mit 10 fachem Diebstahl einer CD.
Beim Klauen einer CD bezahlt man meist den doppelten CD Preis + 50€. Wären also 80€ je CD.
Also insgesamt gerade einmal 800€... man könnte es auch auf 1.000€ oder 2.000€, ja meinetwegen auch 5.000€ erhöhen.
Diese Summen wären jeweils ziemlich hoch in meinen Augen, aber immernoch ein "Pappenstil" im Gegensatz zu 220.000 US Dollar...

Das ist unverhältnismäßig...
Es gibt Leute, die wegen Körperverletzung weniger bezahlen müssen, viel weniger.

Und ich weiß nicht, was Schlimmer ist... 2 Alben jemand anders anzubieten oder jemanden Knochen zu brechen oder, wie jemand schrieb, Finger abzuschneiden...
Oo?


edit)
@Diotissima)
Ich kenne eine recht bekannte Band, die innerhalb von 3 Jahren 5 millionen Platten verkauften.... ein Gewinn von 30 bis 40 Millionen Euro. Zusätzlich Merch im Zweistelligen Millionenbereich.

Und Selbst hat noch keiner von denen eine Million zusammen...

Natürlich helfen Plattenfirmen, jemanden berühmt zu machen... aber im Verhältnis gesehen machen die Manager Millionen und Abermillionen und die eigentlichen Künstler bekommen nur ein kleines Stückchen ab.

Wobei ich denke, dass sich das in den letzten Jahren eindeutig verbessert hat...
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie ein paar andere User schon gepostet haben, hat es doch keinen Sinn, eine alleinerziehende Krankenschwester wegen 24! Songs, die sie in ein P2P gestellt hat, auf $220000 zu verklagen... Was soll das bringen? Die Frau kann das Geld doch niemals zurückzahlen, d.h. die RIAA wird von dem Geld sowieso nur einen Teil sehen, aber das Leben der Frau wäre auf's übelste versaut. D.h. jetzt nicht, dass ich gutheiße, was Jammie Thomas getan hat, allerdings stelle man sich mal die Situation vor, wie die Mutter ihrem Kind sagen muss, dass es nicht auf's College kann, weil seine Mutter für den Rest ihres Lebens die Strafe für 24 Songs abstottern soll. Ich meine, es gibt viel größere Übeltäter als diesen (vergleichsweise) kleinen Fisch. Aber wahrscheinlich ist das (mal wieder) eine dieser verzweifelten Abschreckungsmethoden, die keinerlei Wirkung zeigen werden (siehe Todesstrafe und deren "Abschreckungswirkung")

just my 2 cents

blackboard
 
Ich nenne es gerne "Das letzte große Aufbäumen der Musikindustrie".
Die Entwicklung ist sowieso nicht mehr zu stoppen, also warum fahren die immer noch
so eingleisig?
Desweiteren verdienen die wohl bald nur noch einen Bruchteil ihres Einkommens durch CD-Verkäufe sondern eher durch Verklagen von Toten, Rentnern, Kindern und eventuell auch
Arbeitstüchtigen...
 
stna1981 schrieb:
@MacroWelle:
Sag das mal den Angehörigen des Opfers, dass 10 Jahre eine lange Zeit sind.
Die Angehörigen des Opfers sind nicht objektiv, der Täter wird von der gesamten Gesellschaft (repräsentiert durch staatliche Gesetze und die Justiz) bestraft und diese Strafe ist nicht vom Leid der Angehörigen abhängig, sondern von den Tatumständen.

stna1981 schrieb:
Villeicht hätte das Opfer gerne noch 50 Jahre gelebt, da sind 10 Jahre nix gegen...
Ach ja, man kommt dann irgendwann in den Bereich, wo man sagt, dass der Täter wegen seiner Tat auch noch so viel wie möglich auf die Fresse kriegen sollte. Es fängt doch schon damit an, dass Mord und Totschlag selten geplant bzw. gezielt durchgezogen werden, es passiert oft im Affekt, aus Frust oder rasender Wut - warum sollte man jetzt das Leben des Täters auch noch möglichst stark zerstören?

stna1981 schrieb:
Sicher, irgendwo muss man eine Grenze ziehen, aber sie dürfte nicht so starr sein, dass jemand unter 18 definitiv immer max. 10 Jahre bekommt [...]
Diese Übergangsphase vom 18ten bis zum 21ten Lebensjahr ist bereits eine relativ flexible Regelung, die Rechte eines jungen Bürgers sind beispielsweise nicht so dehnbar. So gilt das passive Wahlrecht erst ab 21, ohne wenn und aber.

Diotissima schrieb:
Wahrscheinlich sollte man ihr noch Geld bezahlen, weil sie Lizenzbetrug betrieben hat, nicht wahr?
Och Diotissima, fang nicht schon wieder an. Niemand will das, niemand hat so etwas gesagt. Aber eine angemessene Bestrafung muss her.
Sag uns doch, wer sonst soll für die unberechtigte Veröffentlichung das 9000-fache im Vergleich zur legalen Beschaffung zahlen? Welche andere Straftat fällt auch nur im Entferntesten derartig aus dem Rahmen?
Wenn du alle Menschen, die dieses Maß an Urheberrechtsverletzungen schon begangen haben, so bestrafen würdest, hättest du 100 mal mehr Schicksale ruiniert als es in der Entertainment-Branche überhaupt zu ruinieren gibt...
 
Naja, zeigt eigentlich nur, das Rechtssystem der USA hilft nur denen, die viel Geld haben. Gut, sie hat etwas Illegales getan -keine Frage- aber das Strafmass ist in diesem Fall wohl eindeutig nicht gerechtfertigt.

Einen Freund von mir haben sie vor 3 Jahren auch erwischt. Die Folgen waren 5000€ Strafe, 30 Sozialstunden und den PC hat er auch nie wieder gesehen. Und das wegen EINEM Song.
 
MacroWelle schrieb:
Och Diotissima, fang nicht schon wieder an. Niemand will das, niemand hat so etwas gesagt. Aber eine angemessene Bestrafung muss her.

Damit sind ja wohl auch alle rationalen Musiker und Künstler einverstanden. Alklerdings ist der Tenor in diesem thread mal wieder: "Sind doch sowieso alles reiche Säcke, die müssen halt beklaut und betrogen werden. RIchtig so!"

Herr Kamps ist auch ein "reicher Sack", trotzdem bezahlt man seine bei ihm erstandenen Brötchen. Es geht hier um's Prinzip. Daß die Wiedergutmachungsforderung "etwas" zu hoch ist, ist eindeutig. Aber Strafe generell für Urheberechtsverletzungen muß sein, ansonsten schafft man hier einen rechtsfreien Raum gegenüber einem Berufszweig und den dort tätigen Vätern, Müttern, Menschen.
 
Dieses Urteil ist in meinen Augen in etwa so angemessen bzw. legitim, wie die "Bestrafung" von Josef Fritzl's Tochter fürs 'Unartigsein' durch ihn selbst.
Wenngleich man die Schicksale angesichts der Ungeheuerlichkeit seines Verbrechens eigentlich nicht miteinander vergleichen sollte, so steht doch der angerichtete Schaden in keinem Verhältnis zur Bestrafung (fürs Aufmüpfigsein <-> 24 Jahre Eingekerkertsein bzw. 24 Lieder Downloaden <-> 200.000$)

Dafür sind aber die Auswirkungen auf die Psyche und das Leben der 'Bestraften' und deren gesamter Familie ähnlich zerstörerisch.
Beide werden aus völlig verschiedenen Gründen ihres Lebens nie wieder froh. Dass die 'Piratin' ihren Kindern keine grosse finanzielle Stütze sein wird, ist da noch das geringste.

Und ganz ehrlich: Selbst 4000$ wäre schon eine extrem empfindliche Strafe gewesen. Allein das würde bei den meisten Alleinerziehenden zu ernsthaften finanziellen Turbulenzen gleich für die nächsten paar (!!) Jahre sorgen.

Zumal eine solche Summe auch einen weitaus stärkeren Abschreckungseffekt hätte, als eine für die meisten gar nicht fassbare Summe. Ein junger Mensch denkt sich dann doch höchstens etwas wie: "Ich hab die Kohle sowieso nicht, was wollen sie also grossartig tun?" Steht aber ne Strafe von einigen Tausend Dollar an, dann sind schon weitaus konkretere Dinge (die geplante Playstation 3, der nächste Urlaub, das Wunsch-Moped/-Auto, etc.) in Gefahr.

Die Todesstrafe in den USA hat ja auch nicht zu einem Rückgang der Morde geführt, aber dafür den Effekt gehabt, dass die Mörder ganz besonders perfide und brutal vorgingen. Denn wenn sie erwischt wurden, bekamen sie ja so oder so die Todesstrafe.

Und mal nebenbei:

Abschreckende Wirkung hin oder her, aber mal sehen was mit der Reputation der Musikindustrie passiert, wenn die Alleinerziehende Mutter angesichts der Schulden die sie vermutlich nie wieder los wird zu der Entscheidung gelangen sollte, sich und evtl. ihren Kind(ern) das Leben zu nehmen. Und das wegen 24 Liedern!?
 
und wir sind wieder dabei.

verhältnissmässigkeit ?!!
 
Irgendwie finde ich die Überschrift nicht schön. "Prozess gegen US-Musikpiratin..."
Was denn bitte für eine Musikpiratin? Wegen 24 Songs?
 
Die eigentlichen Piraten sitzen bei der RIAA...und die gehen ueber Leichen.

Einfach nur peinlich, das Schiksal der Einzelnen interessiert garnicht, nur deren Geld.


Deshalb Hochachtung vor jedem Raubkopierer.




gruss


Ich hoffe meine Meinung wird toleriert und landet nicht im Aquarium
 
Halb OT
Warum gibts eigentlich keinen Fairtrade für Musiker wie es für die Kaffeebauern gibt? Das Verhältnis ist ungefähr das gleiche?
 
Jirko schrieb:
Besonders stieß den Jurymitgliedern nach eigener Aussage auf, dass Jammie Thomas mehrmals versucht habe, das Gericht zu belügen. So wurde dem anklagenden US-Tonträgerverband RIAA zuerst eine falsche Festplatte übergeben. Zudem behauptete die Angeklagte, über ein offenes WLAN ins Internet gegangen zu sein, obwohl sie nachweislich keinen WLAN-Router nutzte. Ihren KaZaA-Account wollte sie auch abstreiten
Dafür verdient sie meiner Meinung nach allerdings wirklich eine angemessen erhöhte Strafe. In den USA reagieren Gerichte in der Regel sehr positiv auf geständige Straftäter. Wegen derartiger Lappalien anzufangen, Gerichte zu belügen, ist echt etwas daneben. Hoffentlich hat ihr ihr Anwalt nicht dazu geraten.

F_GXdx schrieb:
Hat sie keine Kinder? Vielleicht haben die Kazaa installiert und die Lieder angeboten, sonst sehe ich keine Chance auf Straffreiheit.
Das würde auch nicht wirklich etwas bringen. Kinder sind zwar Strafunmündig, aber können Trotzdem zu Schadensersatz verurteilt werden (der dann bei Volljährigkeit zu zahlen ist) - jedenfalls gilt das in Deutschland. Somit wäre die Summe immer noch in der Familie.

stna1981 schrieb:
Was bringt so eine Strafe, wenn der Betroffene gar keine Möglichkeit hat, diese zu bezahlen? Eine Geldstrafe macht nur Sinn, wenn der zahlende dadurch etwas lernt und der Geschädigte einen Ausgleich erhält.
In den USA gilt vornehmlich Case-Law. Wenn also in diesem Fall der derart hohe Schadensersatz durchkommt, können sich die Anwälte der Industrie in zukünftigen Fällen auf Gleichbehandlung eines ähnlichen Sachverhalts berufen.
Gleiches würde natürlich auch im umgekehrten Fall gelten, womit die Chancen gut stehen, dass wir zum letzten Mal von so einem Fall hören.
 
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