[Psychologie]Warum flüchten mehr und mehr Jugendliche/Menschen in die virtuelle Welt?

Vulture_Culture

Lt. Commander
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Warum Verbringen Jugendliche mehr und mehr zeit am Computer?
Ein analytischer Bericht von der Generation Internet an die Generation Walkman


Guten Tag liebe CB Gemeinschaft.

Eine jüngste Studie zeigt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in eine virtuelle Welt abtauchen und stundenlang vor dem Bildschirm sitzen. Die Eltern sind geschockt, oft Ratlos. Doch: Ist das Internet die virtuelle Inkarnation des Bösen? Oder eine Stütze für Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung? Was ist gut, was schlecht für die Heranwachsenden, die in eine Welt geboren sind, die keine erkennbaren Grenzen mehr hat?

Nach und Nach stellt sich eine Frage, die viele Kinderpsychologen versuchen zu beantworten: Warum tauchen Menschen in eine Welt ab, die nicht ihre ist?
Im Folgenden versuche ich meine Antwort auf die Frage zu formulieren. Jedoch soll meine Antwort nicht die einzige sein. Welche Meinung vertreten Sie?

2006. Die Fußball Weltmeisterschaft findet in Deutschland statt. Autos mit unterschiedlichen Nationalflaggen, fahren durch die Straßen und ein jeder wartet gespannt auf das nächste Spiel. „Zu Gast bei Freunden“ hieß der Werbeslogan damals. Die Spiele werden live auf große Leinwände in fast jedem Stadtpark übertragen und viele Menschen haben sich in den Nationalfarben geschminkt. Doch unmerklich davon fand eine stille Revolution statt. Sie fand gleichzeitig überall im Land statt und man bemerkte sie höchstens in der Werbepause während eines Fußballspiels:
Das Internet wurde zur Massenware.
2009. Eine Studie zeigt, dass 14000 Neuntklässler Computersüchtig sind. Doch: was fasziniert Menschen so an Dingen, die nicht real sind? Warum wird das Internet dem realen Leben vorgezogen?
Meiner Meinung nach liegt das an mehreren Faktoren:

1. Das Internet bietet Anonymität

Diese unterscheidet sich zwar nur unwesentlich von der Anonymität der Masse, ist jedoch gleichzeitig eine Art Sicherheit, die jeder Einzelne, der regelmäßig im Netz unterwegs ist hat. Ein normaler Internetbenutzer wird über den anderen nichts weiter erfahren, als dessen Nickname und ein paar andere Details, die meistens nicht für die Persönlichkeitsanalyse relevant sind (z.B. die Hardware der einzelnen Systeme hier auf CB). Dies gewehrleistet dem User, dass er mit jemandem interagieren kann, ohne dass der andere etwas von seinem wahren Ich mitbekommt. Dies bietet natürlich den Vorteil, dass sich die Person schwere einordnen lässt und dass sich deswegen keine Vorurteile aufgrund des persönlichen realen Ichs bilden können (Reales Ich= Aussehen, Sozialer Stand, Stimme etc.)

Natürlich erfährt man während eines Gespräches mit einer Person mehr über sie. Dies kann der Gegenüber jedoch im Falle des Internets kontrollieren, wie jemand bestimmen kann, wenn er oder sie einen (Chat)Raum verlässt.

Im Endeffekt geht ein jeder mit weniger Vorurteilen auf andere Individuen im Internet zu. Somit ist es möglich, dass Mitglieder von verschiedenen Gruppen, die sich sonst nichts als Verachtung schenken, auf ein Mal fröhlich miteinander plaudern.

An dieser Stelle wäre das Beispiel eines Freundes angebracht, der schon lange mit einem seiner Internet Freunde befreundet war. Hinzufügen muss ich jedoch noch, dass mein Freund während seiner Entwicklung nahezu eine Obsession für die Musikrichtung Metal entwickelt hatte. Nun stellte sich im Laufe der zweijährigen Freundschaft, die sich zwischen meinem Freund und dessen Internet-Freund entwickelt hatte heraus, dass dieser Internet-Freund nahezu abgöttisch den Deutschen Hip-Hop leibte. Dazu muss man noch anbringen, dass mein Freund damals noch nicht ein Mal mit einem „Hopper“ zusammen in einem Zugabteil verweilen wollte. Erstaunlicherweise hielt die Freundschaft nach diesem „Zwischenfall“ bis zum heutigen Tag an.

2. Das Internet ist „mein Freund“


Durch das Internet erhalten Menschen Informationen. Da diese meistens den Erwartungen des Benutzers entsprechen, stellt der Mensch unbewusst eine emotionale Bindung zum Internet/Computer her. (Youtube unterhält mich, das kann nur gut sein!) Dadurch verbringt die Person mehr Zeit mit dem Freund Internet, welcher, im Gegensatz zu Menschen aus Fleisch und Blut, niemals „versagen“ kann.

3. Das Internet ist Grenzenlos

Nur ein Rollenspiel braucht mehrere Monate um es zu meistern. Jedoch ist ein simples Rollenspiel im Vergleich zum Internet zeitaufwendungstechnisch nur ein Asteroid in einer Spiralgalaxie. So gibt es immer neues zu entdecken. Der Mensch kann, im übertragenen Sinne, neue Ufer erkunden, ohne wie die Seefahrer früher, Monate auf das erste Anzeichen von Land warten zu müssen. Allein die Videoplattform Youtube enthält mehr Daten, als ein Mensch in seinem Leben jemals sichten könnte; und es werden immer mehr. Vielleicht kenne sie das Gefühl von früher, als sie als 12 Jährige/r durch die Wälder vor der Haustür streiften und unbedingt wissen wollten, was hinter dem nächsten Hügel liegt. Ich vermute, dass mehr als ein Drittel der „Computersüchtigen“ nur dieser unstillbaren Neugier zum Opfer fallen.

4. Das WIR zählt

Die meisten User finden sich im Internet in Foren wie zum Beispiel ComputerBase zusammen. Des Öfteren treffen sich in diesen Foren nur Menschen mit bestimmten Hobbys/Gaben/Interessen. Diese Foren erfüllen folgende Zecke für das Individuum:
Gefilterte Informationen eines bestimmten Fachbereiches können ohne zeitaufwändige suche ermittelt werden. Zudem hat der Mensch das Gefühl, ein Teil von etwas großem zu sein, ähnlich einem kollektivem Bewusstsein, mit Individuellen Subpersönlichkeiten. Dieses Zusammenhalten erzeugt ein Gefühl der Sicherheit und des Verständnisses ausgehend von der Gruppe als Ganzes, welche viele Heranwachsende schwerlich von ihren Eltern missen.

Dies sind die Punkte, die ich als erstes und als Anregung hier veröffentlichen möchte. Bitte schreibt eure eigene Meinung dazu und entwickelt weiter Punkte, soweit ihr dies für möglich haltet. Kritik ist auch nicht unerwünscht.
Greetz
Vulture_Culture
 
Das Internet ist, genauso wie Computerspiele, eine Bereicherung für die Menschheit, solange sie nicht vollends darin verschwindet.
Man muss darauf achten, das virtuelle nicht über das echte Leben zu stellen.
Ich selbst glaube nicht an "Computersucht" im Sinne einer Art Drogenabhängigkeit, vielmehr glaube ich, dass "Computer-/Internetsüchtigen" einfach Alternativen fehlen, ihre Zeit zu verbringen.

Zu 4.: Ich glaube, dass Internetforen mittlerweile unersetzlich sind. Hier wird einem ungeachtet des sozialen Standes, des Aussehens :rolleyes: oder irgendwelcher anderer Kriterien geholfen, und das besser, als es die Nachbarn/Freunde/Eltern womöglich könnten.
 
Kottenpipel schrieb:
Ich selbst glaube nicht an "Computersucht" im Sinne einer Art Drogenabhängigkeit, vielmehr glaube ich, dass "Computer-/Internetsüchtigen" einfach Alternativen fehlen, ihre Zeit zu verbringen.
Mit einer Drogensucht wüde ich das auch nicht vergleichen, da hier eine gewisse körperliche Abhängigkeit besteht - aber das da immer nur Alternativen fehlen, die Zeit anders zu verbringen, glaub ich nicht. Manche scheinen geradezu vor den Alternativen ins Internet zu flüchten ...

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,562306-2,00.html

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,562306-3,00.html

Wobei ich da aber auch wieder denke, daß Internet an sich ist hier nicht das eigentliche Problem ( es gibt in dem Artikel ja auch offlinebeispiele für "prokrastinieren" ( wie sich das wohl neuerdings nennt ) , aber es eignet sich wohl recht gut dafür.
 
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Ich denke auch, dass Foren wie z.B. CB ein sehr wichtiger Teil des Internets sind, die schon vielen Leuten geholfen haben- nur als Beispiel: wenn ich nach ner geeigneten Grafikkarte für 'nen neuen PC suche, frage ich lieber hier nach, als in der Nachbarschaft Klinken putzen zu gehen, schon allein deshalb, weil ich dort wohl kaum auf Computerexperten stoßen werde;). Genau wie Onlinenachrichtenseiten gehört sowas für mich mittlerweile zum Alltag, weil es einfach schnell und praktisch ist, bzw. (in Bezug auf Nachrichten) aktueller und schneller verfügbar als z.B. 'ne (Fach)Zeitung.

Was mir aber echt Sorgen bereitet, und da bin ich wohl nicht allein, sind Spiele wie WoW, die a) ein hohes Suchtpotential haben und b) viel geld kosten. Wen wundert's, dass immer mehr Kinder Verhaltensauffälligkeiten aufweisen oder an Übergewicht leiden- wer 5h WoW daddelt statt auf den nächsten Bolzplatz geht und sich dort mit Freunden trifft, also soziale Kontakte pflegt und nebenher noch etwas für Gesundheit und Fitness tut, kann ja nicht gerade die Olypmiahoffnung von morgen sein. [/Ironie aus]

Was ich mit diesem etwas überspitzten Beispiel sagen will, ist, dass es meiner Meinung nach zwar nicht schadet, wenn man mal ein Stündchen oder auch zwei vor der Flimmerkiste sitzt und virtuelle Goblins in die Hölle schickt, ich spiele nämlich selbst gerne mal FarCry oder ähnliche Spiele, aber bei vielen Kindern wwerden halt schnell aus 2 Stunden 5 und aus einem einmaligen "durchzockten" Nachmittag wird Gewohntheit.

Aber diese Diskussion ist hier sicher schon tausendmal geführt worden und man könnte endlos so weiter machen- aber dann sitzen wir übermorgen noch hier und da muss ich wieder in die Schule:D.
MfG
 
Ich lese gerne Shadowrun-Romane, das Szenario darin wurde vor etwa 20 Jahren erfunden. Die Menschen stöpseln sich da im Jahre 2050 in eine Art Internet, das genauso real aussehen kann wie die 'wirkliche' Welt.
Ein Satz lautete sinngemäß so: "Wir sind an einem Punkt angelangt, da erscheint uns die virtuelle Welt realer, ja manchmal sogar wirklicher als die Wirklichkeit. Entscheidungen hier und dort haben Konsequenzen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn real ist und was nicht."

Du siehst, ich sehe das Thema ganz anders als du, Vulture_Culture. Ich kann ja mal philosophisch an das Thema herangehen. Wie definieren wir die Wirklichkeit, was ist dann virtuell?

Die Definitionen auf Wikipedia sind ziemlich abstrakt und auf einem hohem Niveau. Vereinfacht gesagt ist Wirklichkeit derjenige Zustand, der sich von der Möglichkeit unterscheidet. Virtualität ist die Simulation einer Wirklichkeit mit der Option, auch Zustände anzunehmen, die wir uns ausgedacht haben.

Wesentlich ist aber nur eines: Was wollen wir? Die meisten Menschen möchten glücklich leben, ihre Bedürfnisse befriedigen und Ziele erreichen. Ein Teil der Bedürfnisse sind zum Beispiel soziale Kontakte oder der Besitz von Gegenständen.
Der Clou ist jetzt, dass genau diese Bedürfnisse bei einigen wenigen Menschen nicht mehr traditionell befriedigt werden, sondern eben über das Internet. Wir kennen die Berichte über das Suchtverhalten von World of Warcraft oder das Menschen echtes Geld dafür ausgeben, virtuelle Gegenstände zu kaufen.
Es sind nur sehr wenig Menschen, die davon betroffen sind, aber ihr Anteil steigt. Ich selbst bin suchtgefährdet was die MMORPGs angeht (und habe das schon selbst eingesehen, bevor das staatlich anerkannt ist).
Ein wichtiger Faktor dabei ist, wie real einem diese virtuelle Welt doch vorkommt. Die Rechner in den 70ern waren noch reine Arbeitsmaschinen. Bei der heutigen Technik kann meine Mutter eine am Computer entstandene Person (nur das Gesicht in Nahaufnahme) nicht mehr von einem richtigen Foto unterscheiden, selbst wenn ihr sage, dass eine der beiden Personen generiert ist.

Absehbar finde ich: Die Technik entwickelt sich weiter. Bei gleichbleibendem Tempo dürfte ein durchschnittliches Computerspiel in 30 Jahren besser aussehen als die Wirklichkeit: Farben werden intensiver wirken, die Soundkulisse wird absolut perfekt sein. Vergleichbar vielleicht mit einem modernen Film, der so gut gemacht ist, dass alles tatsächlich so hätte stattfinden können. Und das ist nicht schlimm, das ist Standard. Die Leute erwarten das. Sie wollen kein Mikro sehen, dass von oben ins Bild kommt oder einen Kameramann, der sich aus dem Bild stiehlt.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt zieht das Zitat von oben: In welcher Welt will man dann leben? Ich will gar nicht philosphisch werden mit Filmen wie "Matrix" oder "eXistenZ", wo man am Ende gar nicht mehr weiß, was Sache ist.

Doch warum sollte es dann verwerflich sein, wenn man gesellschaftlich seinen Beitrag leistet und trotzdem einen Großteil seiner Zeit in einer virtuellen Umgebung verbringt? Es ist eine völlig freie Entscheidung und jeder weiß, dass man in der wirklichen Welt ohne Arbeitsplatz ein ziemlich armer Hund ist.
Ich ziehe einen locker moderierten Chatroom jeder Kneipe vor. Die Luft ist sauber, das Ambiente stimmt, es läuft sogar ständig die Lieblingsmusik. Auch irgendwelche Diskussionen dort laufen auf einem ganz anderen Level. Behauptet dein Nachbar in der Kneipe irgendwas von dem man 100%ig weiß, dass es falsch ist, ist jede Diskussion sinnlos, weil beide Parteien auf Standpunkt bleiben können. Im Netz dauert es 20 Sekunden und es herrscht Gewissheit.

Summa summarum halte ich die Überschrift daher auch schon für falsch. Es ist das Jahr 2009 und die Menschen flüchten nicht mehr vor etwas. Es gibt da draußen eben einige introvertierte Männer und Frauen, die bei einem Gespräch mit einem primitiven Haudrauf allein durch dessen physikalisches Erscheinungsbild eingeschüchtert werden. Doch genau diese Menschen glänzen dann im Netz und demonstrieren ihre Überlegenheit.
Und was ist mit studivz, Facebook, Myspace und wie sie alle heißen? Da kann von einer Flucht nicht die Rede sein, zumal solche "Socialseiten" nicht mehr viel mit dem klassischen Internet zu tun haben, wenn dort echter Name, Echtbild und bitteschön noch ein Haufen Details aus dem Privatleben gefordert werden. Und selbst wenn es einen Haufen Menschen gibt, die in der Realität nicht mehr klarkommen und sich in einer virtuellen Umgebung wohl fühlen - wo ist das Problem, dass sich damit Psychologen beschäftigen müssen? Das ganze scheint jenen Menschen doch nur ethisch verwerflich und dabei ignorieren sie (und auch du), dass Ethik sich ruckzuck ändern kann, wenn nur genügend Leute mitmachen. Es wird erst dann ein Problem, wenn die Basis wackelt und die Gefahr besteht, dass diese virtuelle Welt wegbricht.

Ich denke, wir sind mit dem Internet jetzt da, wo das Automobil 1900 stand. Alles noch ziemlich neu, ziemlich hässlich und der Nutzen ist begrenzt. Zumindest für mich ist es jedoch klar, dass das Internet der Beginn einer Ära sein wird, in der (alle) Menschen wahrscheinlich lieber virtuell statt real leben wollen, weil sie dann nämlich genau entscheiden können, was sie wollen und was sie kriegen.
Voraussetzung ist eben, dass die virtuelle Welt sich mindestens so gut anfühlt wie die das, was wir im Moment sehen. Und das sollte kein unüberwindliches technisches Problem sein, da alle Sinneseindrücke elektrisch durch unseren Verstand interpretiert werden.

PS: Was meinst du damit, dass das Internet während der WM zur Massenware wird? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
 
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PS: Was meinst du damit, dass das Internet während der WM zur Massenware wird? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Während der Fußball WM im Jahre 2006 wurden extrem viele Internet Flatrates verkauft. Somit ist es von heute an fast jedem Haushalt möglich schier unbegrentzte Zeit online zu verbringen
 
Ich denke am Anfang des Internet stehen wir lange nicht mehr. Natürlich kommen immer wieder neue Ideen und Konzepte dazu, da das Internet als solches noch nicht so lange der breiten Masse zur Verfügung steht. Soll heißen: die Nutzung des Internets im breitgefächerten privaten Bereich ist noch nicht so alt wie das Internet selbst.

Dennoch denke ich, dass die Entwicklung schon sehr weit vorangeschritten ist. Von simplen Bestellungen im Webshop XY über Onlinebanking und Blogs bis Twitter. Im Internet lässt sich heute einfach nahezu alles machen. Und genau setzt meines Empfindens nach einer der Gründe an, warum sich viele Menschen/Jugendliche ins Netz "flüchten". Es ist einfacher und die Befriedigung von z.B. sozialen Bedürfnissen, die "gestillt" werden wollen, steht schneller zur Verfügung ("Ich schreib meinem Kumpel lieber übers ICQ oder wasweißichwasVZ, als zu ihm rüber zu gehen").

Ich denke einer der wesentlichen Gründe kann aber auch bei Leuten liegen, die im "Reallife" weniger erfolgreich sind und sich daher z.B. in Onlinespiele vertiefen. Hier ist es schlichtweg einfacher, erfolgreich zu sein und Anerkennung anderer Spieler zu bekommen, als sich im Reallife um Erfolg zu bemühen.
 
Odium schrieb:
Ich lese gerne Shadowrun-Romane, ....

Bei mir ists die Battletech-Buchreihe! ;)

Ich sehe es wie Odium. Ich denke die Flucht in andere "Welten" ist nichts neues. Dabei sehe weniger Flucht, als "geistige Ablenkung". Ob man nun in ein Buch, einen Film oder ein PC-Spiel abtaucht ist dabei irrelevant. Neue Medien sind dabei auch nur Werkzeug und bieten eine zusätzliche Möglichkeit dies auszuleben.

Das Internet sehe ich auch nur als Tool, welches mir viele Dinge erleichtert, nicht aber als Alternativrealität, die Teile meines wirklichen Lebens ersetzt o.ä..

MFG
 
Warum Verbringen Jugendliche mehr und mehr Zeit am Computer?

Gehen wir einmal zurück in die Zeit nach Gutenberg: Warum verbringen die Leute immer mehr Zeit mit Büchern, lesen Romane und tauchen in ausgedachte Welten ab? Oder werfen wir einen Blick auf das Fernsehen: Warum verbringen immer mehr Leute ihre Zeit vor dem Fernsehgerät, schauen sich Serien an, fiebern mit Abenteurern mit und lassen sich so unterhalten statt sich mit anderen Menschen zu unterhalten?

Der Grund ist immer derselbe: Neugier, Suche nach Ablenkung und Unterhaltung, Spaß an der Freude. Warum auch nicht? Kinder machen das auch. Sie spielen, schieben Bauklötze hin und her und halten sich dabei für Ritter, Architekten, Polizisten, Prinzessinnen oder Könige.

Das konkrete Medium, mit dem „gespielt“ wird, ist dabei eher unerheblich. Auch Computer-vernarrte Kinder können sehr viel Spaß haben, wenn sie mit gleich Gleichalterigen auf einem Abenteuerspielplatz toben oder im Wald unterwegs sind und Verstecke bauen. Nur sind die Freunde nicht immer verfügbar, der Computer schon. Und dort gibt es auch Neues zu entdecken, was es draußen vor der Haustür in dieser Form nicht gibt, etwa die kleinen Anreiz und Belohnungssysteme in den Spielen.

Das WWW ist vor allem praktisch. Mein erster Computer war ein 80286 unter MS DOS 4.0, bei dem ich einige Wochen brauchte, bis ich einen passenden Druckertreiber für mein MS Word 4.0/5.0 bekam. Da bedurfte es eines Schreibens an den Hersteller und eines Postversands der Diskette. Heute informiert mich ComputerBase per E-Mail über aktualisierte Treiber für meinen Soundchip, die ich mir dann herunterlade. Nahezu genial!

Oder wie oft bin ich während meiner Schulzeit in die Stadtbücherei gerannt, um etwas nachzuschlagen oder zu kopieren. Heute kann ich viele dieser Basics bei Wikipedia nachschlagen und finde dort zugleich Links zu weiterführenden Quellen.

Es gibt auch virtuelle Gemeinschaften. Da hocke ich Tag für Tag mit zwei Dutzend Leuten in einem Browsergame zusammen, von denen ich gerade einmal den Account und vielleicht noch den Wohnort und das (ungefähre) Alter weiß. Trotzdem ist es eine eingeschworene Community. Was spricht dagegen?

Man kann das Internet natürlich als Fluchtort nutzen. Das geht aber auch mit der Arbeit, dem zu ehrgeizig betriebenen Sport, der Gartenarbeit, dem Alkohol usw. – Die Verlockungen des Internets sind angesichts seiner Universalität extrem groß, keine Frage. Aber das ist nicht das Kernproblem dieser Technik, sondern eine Frage der Medienerziehung, die in Deutschland völlig brach liegt.
 
Mit dem Artikel wollte ich keineswegs (wie manche annehmen) versuchen, das internet zu kritisieren sondern eher einen Artikel schaffen, der es Nicht-Internet-Menschen erlaubt sich einen Einblick in das Thema zu verschaffen. Zudem finde ich es ehrlich gesagt besser, wenn Menschen über ein Thema ein Artikel schreiben, die sich fast jeden Tag mit dem Thema auseinandersetzten. (Sprich der Großteil der CB-Gemeinde)

Virtualität realer als die Wirklichkeit?
Ein durchaus realistischer Gedanke. Das erschrekende daran könnte sein, dass sich einzelne Menschen, bis hin zu ganzen Völkern in 50-150 Jahren in ein Netzwerk intigireren lassen (Neuro-Shunt) und somit Quasi unsterblich wären. Das Szenario könnte man sich ähnlich wie das aus Matrix vorstellen, bloß, dass die Menschen nicht gegen ihren willen im Netz festgehalten werden.


Natürlich stellt sich dann wieder die Frage, ob, wenn man in ein paar Jahren die Realität virtualisieren kann, unsere Realität real ist. Ähnlich wie in 13th Floor
 
Zitat Vulture: "bloß, dass die Menschen nicht gegen ihren willen im Netz festgehalten werden"

Ich bin über diesen Satz gestolpert. Was ist der Wille? Wir tun schon heute Sachen die wir nicht wirklich wollen. Das Resultat ist, dass wir sie gut finden und sie halt wollen. Wollen die Menschen in eine andere/virtuelle Welt flüchten oder flüchten sie weil sie etwas nicht wollen? Das Wort 'flüchten' ist schon die Antwort, - flüchten will man nicht, muss man aber.

Anders gefragt: Will man was man will, oder will man was man muss?

Wenn die Menschen im Netz festgehalten werden, dann nicht gegen ihren willen, sondern weil sie das gut finden und daher wollen.
 
Wenn sie wirklich vor der Welt an sich flüchten, dann meiner Meinung nach vor allem, weil eben diese Welt oftmals grau, trostlos und erschreckend ist. Wenn man irgendwann keine Lust mehr hat, sich täglich mit neuen Horrormeldungen in den Nachrichten berieseln zu lassen, wenn der Alltag im Beruf den letzten Nerv kostet oder man dort vor Langeweile fast umkommt, ist es ja ganz normal, dass man sich eine große, weite Welt voller spannender Dinge, die es zu entdecken gilt, sucht; was liegt da näher als das Internet?
Wohlgemerkt trifft das nur auf einen Teil der Internetuser zu, es soll auch Leute (wie mich z.B.) geben, die ihre Horrormeldungen dann auf spiegel.de statt in der Tagesschau sehen oder die mit der Arbeit im Internet Geld verdienen.
Aber im Großen und Ganzen denke ich, dass das Internet wie ein riesiger Abenteuerspielplatz für Erwachsene ist, nur dass er noch größer ist als jeder reale Spielplatz. Und wie jede andere Tätigkeit, die Spass macht, kann auch das Surfen schließlich zur Sucht werden.
Ich persönlich bin der Meinung, dass weder die reale noch die virtuelle Welt vollkommen ist, nur dass sich der Eine eben hier und der Andere dort wohler fühlt, die richtige Mischung macht's eben. Und ganz auf's Internet verzichten kann man ja fast nicht mehr, zumindest in den meisten Berufen in unserer Dienstleistungsgesellschaft gehört der sichere Umgang mit PC und Internet heutzutage ja zu den Grundkenntnissen.

MfG
 
Kenne ich zu gut.
Man verschwindet Stunden- Tage- Monatelang im Spiel.
Der rest rundum? Egal...

Das habe ich laaaaange Zeit mit gemacht.
Seit einigen Jahren kämpfe ich dagegen an...
Weil ich feststellen musste: Kopf in den Sand bringt auch nix. :D

Dabei ging's dann aber auch nicht um Probleme von kleinerer Ursache... sondern eher um dicke Brocken... die einen belasten und fertig machen... können.
Tode in der Familie, schwere Krankheiten deren Heilung ungewiss ist... alles Dinge die einen bekloppt machen, je länger man drüber nachdenkt.

Die einen gehen joggen, die anderen lesen ein Buch... und ich geh halt in virtuelle Welten.

Problem ist da nur, die schleichende Fessel des Ganzen.
Man merkt gar nicht selber am Anfang, wie es bergab geht, was alles liegen bleibt und nebenbei noch zusätzlich zerfällt.

Wie es keshkau schon schrieb: Es waren immer unterschiedliche Dinge.
Zur "Gefahr" wird es aber erst, wenn man sich vom Leben zu sehr abkapselt.
Ablenken ok, abkapseln dagegen niemals.

Nur für kleine Süchtels wie mich, die mit dem C64 groß geworden sind und seit dem tage immer was zum zocken rum stehen hatten, ist dass halt manchmal schwer die Bremse zu ziehen.
Ich habs nach zig Jahren erst sehr sehr spät selber gemerkt.

Aber besser spät als nie.
Problem sind/bleiben die, die es nicht merken bzw, es sich nicht eingestehen wollen.
Plus der Suchtfaktor den manche Spiele entwickeln -> MMORPGs
Das macht es noch schwieriger da raus zu kommen.
Nach über 2 Jahren HDRO weiß ich ganz gut wovon ich da rede.

Bizarr ist es, wenn man da sitzt, den richtigen Gedanken hat, aber den Arsch nicht hochkriegt...oO
Hat lange gedauert... aber es hat geklappt. Uff...^^
 
Kenn ich, hab auch mal ein halbes Jahr lang exzessiv (bis zu 6 oder 7h am Tag) RotWK gespielt, da ist es ganz normal, dass man, sobald man daheim ist erstmal an den PC geht und zockt. Nebenher noch Sport, da bleibt die Schule dann völlig liegen. Hab zum Glück die Kurve gekriegt, ohne dass die Zockerei meine Schullaufbahn wirklich negativ beeinflusst hat^^.
Aber es liegt halt echt nahe, bei solchen Spielen in einem schleichenden Prozess vom Gelegenheitszocker zum regelmäßigen Spieler und schließlich zum Junkie zu werden. Und wenn man es selber merkt, ist es oft fast schon zu spät.
 
Es geht hier doch um das Internet, und nicht um Spiele...

Also ich finde, dass das Internet keinen Ersatz (als virtuelle Welt) darstellt, sondern eher eine Ergänzung bzw. Bereicherung (zur realen Welt) darstellt.

Statt zur Bibliothek zu gehen, gehe ich lieber auf Wikipedia. Anstatt (zweifelhafte) PC-Zeitschriften zu lesen (mit Ausnahme der c't :D) schaue ich lieber auf CB, Winfuture, heise etc. vorbei. Nebenbei kann man sich über Chat mit Freunden unterhalten. Außerdem sammelt man Infos über Sachen, die man kaufen möchte, und bestellt möglicherweise in einem Online-Shop, statt in einen Laden zu gehen, und spart zudem Geld.
...
 
Livven schrieb:
Es geht hier doch um das Internet, und nicht um Spiele...

...

Es soll auch Spiele geben, die man im INTERNET spielen kann....

Außerdem kommt dann noch das regelmäßige Lesen von gamereplays.org etc. dazu, das fällt denke ich schon unter 'Internet'...
 
Ich habe heute erfahren, dass meine Uni-Bibliothek mehrere Tausend Fachbücher und -skripte für mein Fach hat im pdf-Format hat, frei zum Download für alle eingeschriebenen Studenten.
Das bedeutet, man muss ein (vergriffenes) Buch nimmer suchen sondern sucht einfach die Datei und zitiert direkt daraus.
Ich finde das längst überfällig und eine wertvolle Bereicherung.
 
Alos, um das klar festzulegen: es geht hierbei natürlich auch um das Spielen, online und offline.
 
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