Vulture_Culture
Lt. Commander
- Registriert
- Jan. 2008
- Beiträge
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Warum Verbringen Jugendliche mehr und mehr zeit am Computer?
Ein analytischer Bericht von der Generation Internet an die Generation Walkman
Guten Tag liebe CB Gemeinschaft.
Eine jüngste Studie zeigt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in eine virtuelle Welt abtauchen und stundenlang vor dem Bildschirm sitzen. Die Eltern sind geschockt, oft Ratlos. Doch: Ist das Internet die virtuelle Inkarnation des Bösen? Oder eine Stütze für Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung? Was ist gut, was schlecht für die Heranwachsenden, die in eine Welt geboren sind, die keine erkennbaren Grenzen mehr hat?
Nach und Nach stellt sich eine Frage, die viele Kinderpsychologen versuchen zu beantworten: Warum tauchen Menschen in eine Welt ab, die nicht ihre ist?
Im Folgenden versuche ich meine Antwort auf die Frage zu formulieren. Jedoch soll meine Antwort nicht die einzige sein. Welche Meinung vertreten Sie?
2006. Die Fußball Weltmeisterschaft findet in Deutschland statt. Autos mit unterschiedlichen Nationalflaggen, fahren durch die Straßen und ein jeder wartet gespannt auf das nächste Spiel. „Zu Gast bei Freunden“ hieß der Werbeslogan damals. Die Spiele werden live auf große Leinwände in fast jedem Stadtpark übertragen und viele Menschen haben sich in den Nationalfarben geschminkt. Doch unmerklich davon fand eine stille Revolution statt. Sie fand gleichzeitig überall im Land statt und man bemerkte sie höchstens in der Werbepause während eines Fußballspiels:
Das Internet wurde zur Massenware.
2009. Eine Studie zeigt, dass 14000 Neuntklässler Computersüchtig sind. Doch: was fasziniert Menschen so an Dingen, die nicht real sind? Warum wird das Internet dem realen Leben vorgezogen?
Meiner Meinung nach liegt das an mehreren Faktoren:
1. Das Internet bietet Anonymität
Diese unterscheidet sich zwar nur unwesentlich von der Anonymität der Masse, ist jedoch gleichzeitig eine Art Sicherheit, die jeder Einzelne, der regelmäßig im Netz unterwegs ist hat. Ein normaler Internetbenutzer wird über den anderen nichts weiter erfahren, als dessen Nickname und ein paar andere Details, die meistens nicht für die Persönlichkeitsanalyse relevant sind (z.B. die Hardware der einzelnen Systeme hier auf CB). Dies gewehrleistet dem User, dass er mit jemandem interagieren kann, ohne dass der andere etwas von seinem wahren Ich mitbekommt. Dies bietet natürlich den Vorteil, dass sich die Person schwere einordnen lässt und dass sich deswegen keine Vorurteile aufgrund des persönlichen realen Ichs bilden können (Reales Ich= Aussehen, Sozialer Stand, Stimme etc.)
Natürlich erfährt man während eines Gespräches mit einer Person mehr über sie. Dies kann der Gegenüber jedoch im Falle des Internets kontrollieren, wie jemand bestimmen kann, wenn er oder sie einen (Chat)Raum verlässt.
Im Endeffekt geht ein jeder mit weniger Vorurteilen auf andere Individuen im Internet zu. Somit ist es möglich, dass Mitglieder von verschiedenen Gruppen, die sich sonst nichts als Verachtung schenken, auf ein Mal fröhlich miteinander plaudern.
An dieser Stelle wäre das Beispiel eines Freundes angebracht, der schon lange mit einem seiner Internet Freunde befreundet war. Hinzufügen muss ich jedoch noch, dass mein Freund während seiner Entwicklung nahezu eine Obsession für die Musikrichtung Metal entwickelt hatte. Nun stellte sich im Laufe der zweijährigen Freundschaft, die sich zwischen meinem Freund und dessen Internet-Freund entwickelt hatte heraus, dass dieser Internet-Freund nahezu abgöttisch den Deutschen Hip-Hop leibte. Dazu muss man noch anbringen, dass mein Freund damals noch nicht ein Mal mit einem „Hopper“ zusammen in einem Zugabteil verweilen wollte. Erstaunlicherweise hielt die Freundschaft nach diesem „Zwischenfall“ bis zum heutigen Tag an.
2. Das Internet ist „mein Freund“
Durch das Internet erhalten Menschen Informationen. Da diese meistens den Erwartungen des Benutzers entsprechen, stellt der Mensch unbewusst eine emotionale Bindung zum Internet/Computer her. (Youtube unterhält mich, das kann nur gut sein!) Dadurch verbringt die Person mehr Zeit mit dem Freund Internet, welcher, im Gegensatz zu Menschen aus Fleisch und Blut, niemals „versagen“ kann.
3. Das Internet ist Grenzenlos
Nur ein Rollenspiel braucht mehrere Monate um es zu meistern. Jedoch ist ein simples Rollenspiel im Vergleich zum Internet zeitaufwendungstechnisch nur ein Asteroid in einer Spiralgalaxie. So gibt es immer neues zu entdecken. Der Mensch kann, im übertragenen Sinne, neue Ufer erkunden, ohne wie die Seefahrer früher, Monate auf das erste Anzeichen von Land warten zu müssen. Allein die Videoplattform Youtube enthält mehr Daten, als ein Mensch in seinem Leben jemals sichten könnte; und es werden immer mehr. Vielleicht kenne sie das Gefühl von früher, als sie als 12 Jährige/r durch die Wälder vor der Haustür streiften und unbedingt wissen wollten, was hinter dem nächsten Hügel liegt. Ich vermute, dass mehr als ein Drittel der „Computersüchtigen“ nur dieser unstillbaren Neugier zum Opfer fallen.
4. Das WIR zählt
Die meisten User finden sich im Internet in Foren wie zum Beispiel ComputerBase zusammen. Des Öfteren treffen sich in diesen Foren nur Menschen mit bestimmten Hobbys/Gaben/Interessen. Diese Foren erfüllen folgende Zecke für das Individuum:
Gefilterte Informationen eines bestimmten Fachbereiches können ohne zeitaufwändige suche ermittelt werden. Zudem hat der Mensch das Gefühl, ein Teil von etwas großem zu sein, ähnlich einem kollektivem Bewusstsein, mit Individuellen Subpersönlichkeiten. Dieses Zusammenhalten erzeugt ein Gefühl der Sicherheit und des Verständnisses ausgehend von der Gruppe als Ganzes, welche viele Heranwachsende schwerlich von ihren Eltern missen.
Dies sind die Punkte, die ich als erstes und als Anregung hier veröffentlichen möchte. Bitte schreibt eure eigene Meinung dazu und entwickelt weiter Punkte, soweit ihr dies für möglich haltet. Kritik ist auch nicht unerwünscht.
Greetz
Vulture_Culture
Ein analytischer Bericht von der Generation Internet an die Generation Walkman
Guten Tag liebe CB Gemeinschaft.
Eine jüngste Studie zeigt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in eine virtuelle Welt abtauchen und stundenlang vor dem Bildschirm sitzen. Die Eltern sind geschockt, oft Ratlos. Doch: Ist das Internet die virtuelle Inkarnation des Bösen? Oder eine Stütze für Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung? Was ist gut, was schlecht für die Heranwachsenden, die in eine Welt geboren sind, die keine erkennbaren Grenzen mehr hat?
Nach und Nach stellt sich eine Frage, die viele Kinderpsychologen versuchen zu beantworten: Warum tauchen Menschen in eine Welt ab, die nicht ihre ist?
Im Folgenden versuche ich meine Antwort auf die Frage zu formulieren. Jedoch soll meine Antwort nicht die einzige sein. Welche Meinung vertreten Sie?
2006. Die Fußball Weltmeisterschaft findet in Deutschland statt. Autos mit unterschiedlichen Nationalflaggen, fahren durch die Straßen und ein jeder wartet gespannt auf das nächste Spiel. „Zu Gast bei Freunden“ hieß der Werbeslogan damals. Die Spiele werden live auf große Leinwände in fast jedem Stadtpark übertragen und viele Menschen haben sich in den Nationalfarben geschminkt. Doch unmerklich davon fand eine stille Revolution statt. Sie fand gleichzeitig überall im Land statt und man bemerkte sie höchstens in der Werbepause während eines Fußballspiels:
Das Internet wurde zur Massenware.
2009. Eine Studie zeigt, dass 14000 Neuntklässler Computersüchtig sind. Doch: was fasziniert Menschen so an Dingen, die nicht real sind? Warum wird das Internet dem realen Leben vorgezogen?
Meiner Meinung nach liegt das an mehreren Faktoren:
1. Das Internet bietet Anonymität
Diese unterscheidet sich zwar nur unwesentlich von der Anonymität der Masse, ist jedoch gleichzeitig eine Art Sicherheit, die jeder Einzelne, der regelmäßig im Netz unterwegs ist hat. Ein normaler Internetbenutzer wird über den anderen nichts weiter erfahren, als dessen Nickname und ein paar andere Details, die meistens nicht für die Persönlichkeitsanalyse relevant sind (z.B. die Hardware der einzelnen Systeme hier auf CB). Dies gewehrleistet dem User, dass er mit jemandem interagieren kann, ohne dass der andere etwas von seinem wahren Ich mitbekommt. Dies bietet natürlich den Vorteil, dass sich die Person schwere einordnen lässt und dass sich deswegen keine Vorurteile aufgrund des persönlichen realen Ichs bilden können (Reales Ich= Aussehen, Sozialer Stand, Stimme etc.)
Natürlich erfährt man während eines Gespräches mit einer Person mehr über sie. Dies kann der Gegenüber jedoch im Falle des Internets kontrollieren, wie jemand bestimmen kann, wenn er oder sie einen (Chat)Raum verlässt.
Im Endeffekt geht ein jeder mit weniger Vorurteilen auf andere Individuen im Internet zu. Somit ist es möglich, dass Mitglieder von verschiedenen Gruppen, die sich sonst nichts als Verachtung schenken, auf ein Mal fröhlich miteinander plaudern.
An dieser Stelle wäre das Beispiel eines Freundes angebracht, der schon lange mit einem seiner Internet Freunde befreundet war. Hinzufügen muss ich jedoch noch, dass mein Freund während seiner Entwicklung nahezu eine Obsession für die Musikrichtung Metal entwickelt hatte. Nun stellte sich im Laufe der zweijährigen Freundschaft, die sich zwischen meinem Freund und dessen Internet-Freund entwickelt hatte heraus, dass dieser Internet-Freund nahezu abgöttisch den Deutschen Hip-Hop leibte. Dazu muss man noch anbringen, dass mein Freund damals noch nicht ein Mal mit einem „Hopper“ zusammen in einem Zugabteil verweilen wollte. Erstaunlicherweise hielt die Freundschaft nach diesem „Zwischenfall“ bis zum heutigen Tag an.
2. Das Internet ist „mein Freund“
Durch das Internet erhalten Menschen Informationen. Da diese meistens den Erwartungen des Benutzers entsprechen, stellt der Mensch unbewusst eine emotionale Bindung zum Internet/Computer her. (Youtube unterhält mich, das kann nur gut sein!) Dadurch verbringt die Person mehr Zeit mit dem Freund Internet, welcher, im Gegensatz zu Menschen aus Fleisch und Blut, niemals „versagen“ kann.
3. Das Internet ist Grenzenlos
Nur ein Rollenspiel braucht mehrere Monate um es zu meistern. Jedoch ist ein simples Rollenspiel im Vergleich zum Internet zeitaufwendungstechnisch nur ein Asteroid in einer Spiralgalaxie. So gibt es immer neues zu entdecken. Der Mensch kann, im übertragenen Sinne, neue Ufer erkunden, ohne wie die Seefahrer früher, Monate auf das erste Anzeichen von Land warten zu müssen. Allein die Videoplattform Youtube enthält mehr Daten, als ein Mensch in seinem Leben jemals sichten könnte; und es werden immer mehr. Vielleicht kenne sie das Gefühl von früher, als sie als 12 Jährige/r durch die Wälder vor der Haustür streiften und unbedingt wissen wollten, was hinter dem nächsten Hügel liegt. Ich vermute, dass mehr als ein Drittel der „Computersüchtigen“ nur dieser unstillbaren Neugier zum Opfer fallen.
4. Das WIR zählt
Die meisten User finden sich im Internet in Foren wie zum Beispiel ComputerBase zusammen. Des Öfteren treffen sich in diesen Foren nur Menschen mit bestimmten Hobbys/Gaben/Interessen. Diese Foren erfüllen folgende Zecke für das Individuum:
Gefilterte Informationen eines bestimmten Fachbereiches können ohne zeitaufwändige suche ermittelt werden. Zudem hat der Mensch das Gefühl, ein Teil von etwas großem zu sein, ähnlich einem kollektivem Bewusstsein, mit Individuellen Subpersönlichkeiten. Dieses Zusammenhalten erzeugt ein Gefühl der Sicherheit und des Verständnisses ausgehend von der Gruppe als Ganzes, welche viele Heranwachsende schwerlich von ihren Eltern missen.
Dies sind die Punkte, die ich als erstes und als Anregung hier veröffentlichen möchte. Bitte schreibt eure eigene Meinung dazu und entwickelt weiter Punkte, soweit ihr dies für möglich haltet. Kritik ist auch nicht unerwünscht.
Greetz
Vulture_Culture