Raid5 - 4TB schrittweise durch 8 TB ersetzen?

PHuV

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Ich habe hier ein Raid5 mit einem LSI 9271-8i und 8x4 TB WD Red-HDDs mit ca 27 TB. Ich würde gerne die 4TB durch 8TB austauschen.

Möglichkeit wären:
  • neuer Raid-Controller rein mit neuen Platten, und dann kopieren (nochmal ca. 500 € für neuen Controller)
  • Backup auf externe Platten, und dann Raid neu aufbauen (Zeit und Platzaufwendig)
  • Schrittweise eine 4TB HDD durch eine 8TB HDD ersetzen und Raid5 neu syncronisieren lassen. (einfachste Methode, aber langwirig)
Was halten die Experten von der letzten Methode, ist das sinnvoll so? Die neue Platten sind ja doppelt so groß, werden diese dann auch so mit voller Kapazität gleich eingebunden?
 
Die zweite Option mit dem Backup. Da gibt es am wenigsten Probleme.

Und bevor es jemand anderes schreibt: Ein Raid ersetzt kein Backup.
 
8x8TB und dann als Raid5 ist nen ziemliches Himmelfahrtskommando. Aber für temporäre Dateien reichts. Würde aufgrund der Anzahl und Größe der Platten auf Raid6 setzen.
 
Die erste Option kostet zwar Geld, spart aber ganz deutlich Zeit, da abschließend
die Daten über den internen Bus transferiert werden können.

Rechnet man das mal um, wird sich das sicherlich lohnen und eventuell
hat man anschließend auch noch einen Ersatzcontroller oder kann anderweitig
die 8x4 TBs einsetzen. ;)

Zudem stimme ich Bogeyman zu, Raid 6 ist hier angesagt.
 
Entweder ein Backup nutzen und die ganze Sache neu einspielen oder sich im Internet einen neuen Controller besorgen (eBay IBM M5015 für 100€), das Raid daran neu erstellen, kopieren und dann die Raid Konfiguartion speichern und beim aktuellen Controller wieder einspielen.
 
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Zumal um ein Neuaufsetzen des Raids nicht herumkommt, wenn sich die Größe pro Platte ändert. Also lieber gleich richtig machen. Und wenn man das Geld für solche Hardware über hat sollte es ja nicht am extra Controller scheitern, oder?
 
Auf jeden Fall nicht die Option 3 machen. Du liest dabei 8 mal die Daten von ALLEN Platten aus beim Reconstruct, und die Wahrscheinlichkeit dabei Lesefehler zu haben ist enorm hoch. Und wenn man dann nicht ein System mit ZFS oder BTRS hat, was Checksummen über alles bildet, merkt man es im Worst Case nicht einmal.

Ich würde zu Variante 1 tendieren, mit einem günstigen gebrauchten Controller. M1015 wurde ja schon genannt, Dell H310 ist auch eine gute Alternative. Beim Neuaufbau mit 8TB Platten würde ich auch zu 2 Parity-Platten tendieren.

Und ein Backup wird es ja sicher schon geben, oder?
 
Ganz klar Option 2!
- Es ist nicht platzaufwendiger. Bei Option 3 ist nämlich ein Backup Pflicht. Falls bei Option 3 beim Rebuild eine der anderen HDDs ausfällt sind u.U. alle Daten verloren.
- Es ist nicht zeitaufwendiger. Es muß nur das Raid neu erstellt und anschließend die Daten wieder draufkopiert werden. Bei Option 3 muß nach dem Austausch jeder HDD (insgesamt 8 mal) der Rebuild abgewartet werden. Dann hat sich am Speicherplatz aber noch nichts geändert. Es muß dann nämlich doch das Volume auf die neue Größe expandiert werden. Und das dauert erheblich länger. Und bei dem Streß für die HDDs steigt deren Ausfallwahrscheinlichkeit. Bei acht HDDs solltest du über Raid6 nachdenken.
 
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Raid6 habe ich aufgrund diverser Nachteile bisher gemieden:
http://www.lanline.de/vor-und-nachteile-von-raid-6-html/
Aber generell habt Ihr recht, ich sollte Raid6 nehmen. Und der Hinweis mit dem günstigeren 2. Controller von IBM finde ich auch sehr gut. Sind die dann auch so kompatibel, sprich, kann ich die Platten 1:1 von dem einem zum anderen Controller stecken?
yetisports schrieb:
Und bevor es jemand anderes schreibt: Ein Raid ersetzt kein Backup.
Weiß ich, deshalb habe ich hier noch einige 8TB Seagate Archive, wo ein Teil der Daten (die wichtigsten zumindest) gesichert sind. Aber das Kopieren dauert doch immer 2-4 Nächte.
 
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PHuV schrieb:
..., deshalb habe ich hier noch einige 8TB Seagate Archive, wo ein Teil der Daten (die wichtigsten zumindest) gesichert sind. Aber das Kopieren dauert doch immer 2-4 Nächte.
Das liegt aber prinzipbedingt an den Seagate Archive. Die habe wegen SMR (Shingled Magnetic Recording) eine geringe Schreibgeschwindigkeit.
 
Ja, ist mir bekannt. Aber erstens sind sie als Backupplatte günstiger, und sollten laut Hersteller eben besser für die Archivierung geeignet sein. 8 TB SSDs fänd ich auch netter. ;)
 
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Die Frage zur Kompatibilität: was für ein OS und was fuer ein Raidsystem verwendest du? Wenn du das Raid direkt auf dem Controller machst, dann musst du dich beim Hersteller erkundigen. Linux mit Software-Raid, oder generell den diversen ZFS Varianten ist es egal wo die Platte dran hängt, da bist du flexibel. Windows - da bin ich überfragt.

Generell würde ich bei so großen Platten über zB. ZFS nachdenken, Stichwort Bitrot. Auch dürfte die Perfomance besser sein, Raid 5 und Raid 6 ist bei der Controller-Klasse die du einsetzt nicht grad der Performance-Bringer. Eine BBU (in welcher Form auch immer) mindert das zwar, aber löst das Problem nicht völlig.
 
PHuV schrieb:
Ja, ist mir bekannt. Aber erstens sind sie als Backupplatte günstiger, und sollten laut Hersteller eben besser für die Archivierung geeignet sein.)
Ein Backup dient aber nicht dem gleichen Zweck, wie eine Archivierung.
 
IronEagle schrieb:
Die Frage zur Kompatibilität: was für ein OS und was fuer ein Raidsystem verwendest du?
Windows 10 Pro mit Raid5
IronEagle schrieb:
Wenn du das Raid direkt auf dem Controller machst, dann musst du dich beim Hersteller erkundigen.
Selbstverständlich mache ich Raid über diesen Controller. Ich habe mal einen Test mit dem Intel-Chipsatz und 4x4 TB gemacht, die Lese-/Schreibrate war erbärmlich (20-30 MB/s), und sobald was weiter auf dem SATA-Bus übertragen wurde, ging die Performance noch weiter runter.
IronEagle schrieb:
Generell würde ich bei so großen Platten über zB. ZFS nachdenken
Nicht unter Windows. Linux und Unix, ja.
IronEagle schrieb:
Auch dürfte die Perfomance besser sein, Raid 5 und Raid 6 ist bei der Controller-Klasse die du einsetzt nicht grad der Performance-Bringer.
450-500 MB/s lesend und schreibend finde ich schon recht gut, was wäre den schneller? Ein LSI 9271-8i ist doch schon IMHO ein guter Controller, was wäre den besser? :confused_alt:
 
@PHuV
Garnix. Die Controller sind heute alle so schnell, dass es da kaum Unterschiede in der Geschwindigkeit gibt. Parity Berechnung ist heute so banal die meiste Rechenleistung geht für die Queue-Verwaltung drauf wenn viele Lese- und Schreiblasten gleichzeitig kommen. Auch ist ne BBU bei keinem mir bekannten (consumer) Controller notwendig um Cached Write zu nutzen.

Den Kommentar kannst du also getrost ignorieren.
 
IronEagle schrieb:
Die Frage zur Kompatibilität: was für ein OS und was fuer ein Raidsystem verwendest du? Wenn du das Raid direkt auf dem Controller machst, dann musst du dich beim Hersteller erkundigen. Linux mit Software-Raid, oder generell den diversen ZFS Varianten ist es egal wo die Platte dran hängt, da bist du flexibel. Windows - da bin ich überfragt.

Generell würde ich bei so großen Platten über zB. ZFS nachdenken, Stichwort Bitrot. Auch dürfte die Perfomance besser sein, Raid 5 und Raid 6 ist bei der Controller-Klasse die du einsetzt nicht grad der Performance-Bringer. Eine BBU (in welcher Form auch immer) mindert das zwar, aber löst das Problem nicht völlig.
ZFS ist es nicht egal wo die Platte dran hängt. Zum einen ist die Controllerunterstützung unter Linux nicht ganz so gut wie unter Windows, und unter Solaris wo ZFS herkommt ist sie noch schlechter, dort läuft nur "Markenware".
Zum anderen sollte ZFS wirklich direkt Zugriff auf die Platten haben, auch wichtig. Nicht über irgendwelche komisch konfigurierte RaidController wo man Pools aus einer Platte bildet weil der Controller die Platten nicht direkt durchreichen kann.

Habe OmniOS im Einsatz und nutze ZFS aufgrund der zahlreichen Vorteile. Die Notwendigkeit einer BBU entfällt zB auch und auch ein Stromausfall macht ZFS nichts aus.
Also wenn man wirklich ne saubere stabile Lösung haben will, grade bei der Datenmenge verteilt auf sovielen Platten würde ich mir nen StorageServer mit ZFS und ECC bauen und dort RaidZ2, also zweifache Parität benutzen.
Was besseres aus Datensicherheit Sicht gibt es imo nicht.

Auch ist ne BBU bei keinem mir bekannten (consumer) Controller notwendig um Cached Write zu nutzen.
Ein Airbag ist auch nicht notwendig fürs Autofahren...
Letztendlich kommt es drauf an was an will, geht es nur temporäre Dateien bei einem Videoschnitt okay, ansonsten. Die BBU hat ja durchaus ihren Sinn
 
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Mein Raid ist nur eine große Datenablage und 1.Stufe für Sicherungen, dazu eben die 2.Stufe mit den externen Platten, und eine weitere mit M-DISCs und 100 GB 1000 Jahre haltbar, wo ich erst ein Laufwerk gekauft hatte, für die wichtigsten Daten.

Schneiden und Co. mache ich auf NVMes oder SSDs, nicht auf dem Raid, daher brauche ich hier keine BBU.

ZFS würde ich deshalb nicht nehmen, da bekannte Datenrettungstools überwiegend mit NTFS arbeiten.
 
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Weil du bei ZFS solche Tools nicht benötigst, da das Dateisystem NTFS eh deutlich überlegen ist.
Die Fälle wo du für NTFS so ein Tool brauchst bekommt ZFS selber geregelt.
Schonmal ausversehen die falsche Platte angefangen zu formatieren und dann wieder abgebrochen?
Was macht NTFS in so einem Fall? Es meldet ein defektes oder unbekanntes Filesystem.
ZFS könntest du dann immer noch mounten und es wären nur die Daten weg die überschrieben worden sind.
Im Grunde ist ZFS das momentan beste Dateisystem dass es bis dato gibt wenn es um maximale Datensicherheit geht.
Bin auch vor einiger Zeit von Windows umgestiegen was Storage/NAS angeht und kann nicht klagen.
Aber wenn die Daten eh unwichtig sind kann man auch bei Raid5 bleiben.
 
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