gaunt schrieb:

Oh im Prinzip gehts sogar immer noch um die Rente. Zur Zeit disst Tomislav es Ölfchen weil der keinen Bock hat seine Rente zu bezahlen und statt arbeiten zu gehen lieber zwischen Gänseblümchen naggisch auf der Wiese liegt, Harfe spielt und Halleluja singt;-)
Und das ist meiner Meinung nach sogar noch eine Fehleinschätzung ... obwohl Tomi es wahrscheinlich genauso sieht.
Finanziell komme ich mit H4 zurecht (im Studium hatte ich zwar nicht viel weniger Geld, dafür aber um einiges höhere Ausgaben ... Studentenermäßigung hin oder her, €150,- für de KK waren einfach knapp 1/3 meiner kompletten Einkünfte ... weit mehr als die hälfte dessen, was nach der Miete noch übrig blieb). Von daher regt mich das Geschwafel von Konsumverzicht, zu dem junge Leute angeblich nicht fähig sind einfach nur auf ... nicht, dass es nicht tatsächlich so wäre, aber muss man das gerade Leuten um die Ohren hauen, die seit Jahrzehnten mit unter 1k im Monat auskommen "müssen" (ob nun freiwillig oder nicht ist für das Thema Konsumverzicht ziemlich egal)?
Ich könnte momentan auf der faulen Haut liegen, Harfe spielen und Eierkraulen ... erscheint es da nicht unlogisch, dennoch auf Stellenantzeigen zu reagieren, Initiativbewerbungen zu verschicken und sich Gedanken darüber zu machen, warum das bisher alles nicht so fruchtbar war.
Das könnte mir doch wirklich schnurzpiepe sein, wenn obiges Zitat auf mich zuträfe.
Ich bin sparsam und komme daher mit H4 zurecht ... bei der jobsuche geht es mir gerade um meine psychische Gesundheit (neben regelmäßigen Amts-Schikanen drehe ich langsam durch, weil mein Kopf zu viel Freizeit hat, und die "Sozialschmarotzer"-Rethorik geht einem auch ganz schön an die Nieren), aber ich bin mir sicher, dass ich auch bei guter Bezahlung nicht krampfhaft Geld rauskloppen würde, einfach weil es ja da ist ... ums Geld geht es mir dabei nur sekundär.
Auch mit einem anderen Job würde ich zunächst nicht groß anders leben ... bei einem Gehalt von Netto €1500,- würden die ersten paar Monate bis zu €400,- enfach liegen bleiben ... bis sich mein Lebensstandard daran angepasst hätte (die hundert extra würde die KK kassieren).
Woher ich das wissen will, wo ich doch noch nie ein solches Gehalt hatte?
Ganz einfach, Erfahrung am eigenen Leib. Im Studium hatte ich bis zum Ende ca. €650,- im Monat. Nach Miete, Krankenkasse und anderen Fixkosten blieben dann ca. €100 - 150,-. Danach dann H4 ... wohnung bezahlt, KK bezahlt und plötzlich über €250,- übrig.
Es hat eine Weile gedauert, bis mein Konto nicht mehr monatlich etwas dicker wurde.
Bevor der Einwand mit Studetentarifen kommt, ab 30 zahlst du den Mindestbeitrag von ca. €150,- ... auch als Student.
Wo ich gerade darüber nachdenke ... ist es eigentlich bei unserem momentanen System möglich, freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen (zum Beispiel für jemanden, der unterm Freibetrag bleibt, aber dennoch Geld übrig hat)?
Und wenn ja, ist das in irgend einer Weise sinnvoll ... wirkt es sich z.B. auf die zu erwartende Rente aus, wenn es sich um vollkommen freiwillige Einzahlungen handelt?
Ich weiß selbst, dass es weitaus bessere Wege gibt, überschüssiges Geld anzulegen, als die gesetzliche Rentenkasse ... allerdings geht es hier nicht um Börsenspekulation sondern um die gesetzliche Rente ... Ich dachte dabei auch nicht an große Summen, sondern im wahrsten Sinne an Peanuts, die nichtmal regelmäßig anfallen - ein Haus könnte man von den Beträgen nichtmal bauen/kaufen, wenn man 100 Jahre drauf spart.