Speziezismus, oder warum ein Hund mehr Wert ist, als ein Schwein

Incanus schrieb:
Was ist das anderes als wegnehmen?
Man kann falsch finden was man möchte und das berührt andere Menschen nicht.

Zu sagen, dass sie einen das Fleisch wegnehmen wollen, setzt eine aktive Handlung voraus, beispielsweise eine politische Forderung Fleischkonsum zu verbieten oder, wenn man kein Politiker ist, mit derselben Forderung auf die Straße gehen und dafür zu demonstrieren.

Genau das sehe ich hier nicht und ist dem Thema und der Diskussion nicht würdig. Hier wurden teilweise ellenlange Beiträge ausformuliert. Mit Argumenten und Belegen. Und das schlüssig.
Ergänzung ()

Incanus schrieb:
Jeder von uns bewertet doch für sich wieviel Schaden und Leid, das er verursacht er für vertretbar hält und wie er das für sich rechtfertigt.
Das ist korrekt. Es ändert aber nichts daran, dass man über andere Lebewesen entscheidet.

Dementsprechend muss es zwangsweise legitim sein, wenn die Gegenseite sagt, dass einzig der Geschmack als Argument sehr schwach ist, wenn es in Ordnung ist, dass es für die andere Seite ein starkes Argument ist.

Beim Geschmack ist es ausschließlich subjektiv. Die Gegenargumente allerdings können teilweise objektiv sein, wie beispielsweise Tierleid oder Umwelteinflüsse.
 
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Corto schrieb:
Incanus, es für eine ethische Bewertung recht wurscht ob DU DEINEN Geschmack als wichtiger ansiehst.
Dann sind wir uns wohl einig, dass wir uns nicht einig sind. Denn es gibt keine allgemein gültigen Ethik-Regeln. In Deutschland ist es wohl Konsens, dass Diebstahl nicht korrekt ist, aber wie ist es mit Mundraub?
Erkekjetter schrieb:
Nennt sich Fakten. Die lassen sich halt nicht wegdiskutieren. Massentierhaltung schadet der Umwelt...
Alles schädigt die Umwelt, habe ich ja oben schon mal gesagt. Es geht darum, was wir vor uns selbst rechtfertigen können. Es ist also kein Fakt, dass Tierhaltung abgeschafft werden muss, das ist nur eine Möglichkeit mit dem Thema umzugehen.
Erkekjetter schrieb:
Man will Fleischessen nicht verbieten.
Die Art und Weise, wie hier ständig gegen Fleischesser argumentiert wird zielt doch genau darauf ab, ihnen das Fleischessen, auszureden, madig zu machen, zu verbieten, nenne es wie Du willst. Sie sollen damit aufhören, weil es in die Vorstellung der Nichtfleischessenden so passt.
Skaiy schrieb:
Zu sagen, dass sie einen das Fleisch wegnehmen wollen, setzt eine aktive Handlung voraus, beispielsweise eine politische Forderung Fleischkonsum zu verbieten oder, wenn man kein Politiker ist, mit derselben Forderung auf die Straße gehen und dafür zu demonstrieren.
Nein, da bin ich anderer Meinung und das wohl nicht alleine. Erklärt habe ich es ja jetzt oft genug, siehe oben.
 
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Incanus schrieb:
Es wird doch ständig wiederholt, dass Fleischessen grundsätzlich (aus unterschiedlichen Gründen) falsch ist. Also wird doch gesagt, dass man kein Fleisch essen soll/darf. Was ist das anderes als wegnehmen?
Also ist in deinen Augen jegliche Kritik automatisch eine Forderung nach einem Verbot?

Steile These.
 
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Incanus schrieb:
Nein, da bin ich anderer Meinung
Was hat das mit Meinung zu tun? Es ist Fakt, dass dir niemand dein Fleisch wegnehmen möchte. :confused_alt:

Im schlimmsten Fall versucht man dich radikal davon zu überzeugen und auch das hat mit Fleisch wegnehmen überhaupt nichts zu tun.

Keine Ahnung, warum du die ganze Zeit dieses Narrativ fütterst und die Gegenseite darauf reduzierst, dass sie einem das Fleisch wegnehmen wollen.
 
Incanus schrieb:
Es ist also kein Fakt, dass Tierhaltung abgeschafft werden muss, das ist nur eine Möglichkeit mit dem Thema umzugehen.
Ich habe nirgends gesagt, dass die Tierhaltung abgeschafft werden muss oder? Ich habe gesagt, Tierhaltung ist Umweltschädigend. Wo hat hier jemand bzw. vor allem ich, ein verbot formuliert. Zitiere es bitte.
Incanus schrieb:
wird zielt doch genau darauf ab, ihnen das Fleischessen, auszureden, madig zu machen, zu verbieten, nenne es wie Du willst.
Die Fakten und nur die zähle ich auf, sind wie sie sind. Wenn es das dir madig macht und du dich davon gestört fühlst, dann ist das nicht die Schuld derjenigen, die die Fakten benennen. Du möchtest Fleisch essen und viele andere auch. Das ist nur mit Massentierhaltung umsetzbar. Diese schädigt die Umwelt und erzeugt Tierleid. Fakt.
Daraus ergibt sich keine Verbotsforderung, du willst nur den Spiegel nicht vorgehalten bekommen, weil es dir unangenehm ist. Und um das zu kaschieren, fabulierst du ein Fleischverbot herbei, welches die Veganer/Vegetarier hier angeblich formulieren würden.
 
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Skaiy schrieb:
Was hat das mit Meinung zu tun? Es ist Fakt, dass dir niemand dein Fleisch wegnehmen möchte.
Offensichtlich herrscht hier eine andere Wahrnehmung.
Erkekjetter schrieb:
Du möchtest Fleisch essen und viele andere auch. Das ist nur mit Massentierhaltung umsetzbar. Diese schädigt die Umwelt und erzeugt Tierleid. Fakt.
Kein Fakt. Nur weil ich u.U. -ich habe mich dazu noch gar nicht geäußert- Fleisch essen möchte, ist das nicht notwendigerweise mit Massentierhaltung möglich. Ich kann auch selber drei Hühner im Garten halten und damit was sie liefern zufrieden sein.
Erkekjetter schrieb:
Daraus ergibt sich keine Verbotsforderung, du willst nur den Spiegel nicht vorgehalten bekommen, weil es dir unangenehm ist. Und um das zu kaschieren, fabulierst du ein Fleischverbot herbei, welches die Veganer/Vegetarier hier angeblich formulieren würden.
Jetzt komm mal auf den Teppich und behalte Deine unhaltbaren Behauptungen für Dich.
 
Incanus schrieb:
Nur weil ich u.U. -ich habe mich dazu noch gar nicht geäußert-
Es ist aber unlauter nur von dir auszugehen. Denn das ist nicht für alle und jeden umsetzbar. Und wenn du dir 3 Hühner hälst, kannst du 2 mal im Jahr fleisch essen....
Genau deswegen habe ihc es NICHT nur auf dich eingegrenzt. Weil sonst jeder von sich behauptet, ja ich ess nur bio, vom Bauer ohne Tierleid etc. Ist halt Schwachsinn. Du verneinst den Fakt, weil du es auf eine unrealistisch kleine Skala runterbrichst. Wenn dem so wäre, gäbs keine Massentierhaltung. Da diese aber existent ist und dort über 90% des in DE konsumierten Fleisches herkommt, ist klar, dass deine Aussage so Unfug ist.
Incanus schrieb:
Deine unhaltbaren Behauptungen für Dich.
Wer hat den hier unhaltbare Behauptungen aufgestellt und mir und anderen eine Verbotsforderung von Fleischverzehr angedichtet? Wo ist das entsprechende Zitat um das ich gebeten habe, dass eine solche Forderung belegt?
 
Erkekjetter schrieb:
Ist halt Schwachsinn.
Erkekjetter schrieb:
dass deine Aussage so Unfug ist.
Mit Menschen die mir Schwachsinn und Unfug unterstellen diskutiere ich nicht. da ist keinerlei Basis vorhanden.
Erkekjetter schrieb:
Wo ist das entsprechende Zitat um das ich gebeten habe, dass eine solche Forderung belegt?
Deine Forderung ist doch schon wieder in Deinem letzten Beitrag vorhanden. was soll ich da noch mal extra zitieren?
 
Incanus schrieb:
Mit Menschen die mir Schwachsinn und Unfug unterstellen diskutiere ich nicht. da ist keinerlei Basis vorhanden.
Die BAsis fehlt, weil du Fakten einfach als ungültig erklärst....
Incanus schrieb:
Deine Forderung ist doch schon wieder in Deinem letzten Beitrag vorhanden. was soll ich da noch mal extra zitieren?
Ganz ehrlich, was stimmt bei Menschen wie dir nicht? Wo fordere ich dort ein Verbot von Fleisch? Richtiger Trumpismus. Einfach behaupten, auf Nachfrage wo genau das steht einfach immer wieder die Behauptung aufstellen und den Nachweis schlicht verweigern.-... ABer klar, die Basis fehlt auf meiner Seite. XD
 
Incanus schrieb:
Offensichtlich herrscht hier eine andere Wahrnehmung.
Bitte zitiere die Aussagen, indem jemand dein Fleisch wegnehmen möchte, damit ich überhaupt darauf eingehen kann.

Zum zweiten Mal.

Incanus schrieb:
Jetzt komm mal auf den Teppich und behalte Deine unhaltbaren Behauptungen für Dich.
Und du behauptest, dass man dir dein Fleisch wegnehmen möchte. Merkst du das zweierlei Maß nicht?
 
Erkekjetter schrieb:
Ganz ehrlich, was stimmt bei Menschen wie dir nicht?
Nun wirklich zum letzten Mal, das ist ad hominem und allerunterste Schublade.
Skaiy schrieb:
Auch hier zum letzten Mal, in jedem einzelnen Beitrag der Nichtfleischesserfraktion wird doch darauf hingewiesen, dass es Fakt sei, das Fleisch essen falsch ist. Merkt ihr das nicht?

Aber jetzt bin ich hier erst mal raus, bis neue Aspekte auftauchen. Das ist ja nur noch Karussell fahren.
 
Incanus schrieb:
Merkt ihr das nicht?
Und weil es falsch ist fordern wir automatisch ein Verbot? Aha. MEine Aussage, die du ja so ad hominem findest (komischerweise gilt das für genau deine Untewrstellung nicht) hat damit wohl bestand....
 
Incanus schrieb:
Auch hier zum letzten Mal, in jedem einzelnen Beitrag der Nichtfleischesserfraktion wird doch darauf hingewiesen, dass es Fakt sei, das Fleisch essen falsch ist. Merkt ihr das nicht?
Natürlich, aber was hat das mit einem Verbot zu tun? Das versteht hier niemand weil das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat.
 
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Keylan schrieb:
https://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus

Wie von @Lipovitan hier hervorgehoben gründet sich sich die Vegane Bewegung wohl auf der Prämisse, dass Spezisimus, also die unterschiedliche Bemessung der Interessen von Lebewesen aufgrund ihrer Spezies, etwas negatives ist.

Die Vegan Society gab es bevor der Begriff Speziesismus entstand. Dieser beschreibt quasi den Status Quo.
Und stellt fest, dass Tiere in willkürliche Weise kategorisiert werden. In Nutztier, Haustier, Wildtier und die Tiere entsprechend nach unseren eigenen Vorstellungen und kulturellen Prämissen behandelt werden. Es also ein WIR gibt und die Tiere auf der anderen Seite, über die wir entscheiden können.

Veganismus stellt sich gegen Speziesismus. Das heißt nicht, dass alle Tiere gleich viel Wert sind wie Menschen, sondern, dass die Interessen der Tiere berücksichtigt werden müssen. Und das passiert beim Speziesismus nicht. Die Perpektive des Opfers spielt keine Rolle. Hier wird oft angeführt, siehe Singer oder Regan, dass wir auf Grund ähnlicher Interessen mit Tieren, wir diese auch berücksichtigen müssen. Vor allem deshalb, weil wir als Menschen im Gegensatz zum Tier moralische Handeln können.

Keylan schrieb:
Ich glaube wir können übereinstimmen, das nicht jeder Veganer und vor allem nicht jedes Argument das für den Veganismus vorgebracht wird auch zwingend auf diesem Aspekt aufbaut.
Weiß nicht genau welchen Aspekt du meinst. Wenn es um die Interessengleichheit geht, dann ist das ein Missverständnis deinerseits. Ich erklärte bereits warum.
Keylan schrieb:
Somit gilt die Einschränkung der Veganen Bewegung, so weit wie möglich und praktisch durchführbar auf Tierisches Leid Rücksicht zu nehmen, nicht automatisch für den Spezisimus.
Es geht nicht um Leid, sondern um Ausbeutung (nicht gerechtfertige Nutzung)und Grausamkeit (Vorsatz einer Handlung)

Keylan schrieb:
Und wie bereits gesagt höre ich viele gute Argumente für eine Vegane Lebensweise hier in diesen Thread, aber gerade das Kernargument des Spezisismus halte ich wie schon erwähnt für eine romantische Irreführung.
Auch hier weiß ich nicht, was DU als Kernargument des Speziesismus siehst. Wir scheinen einiges anders zu verstehen.
Keylan schrieb:
Nicht, dass ich nicht auch Empathie mit Tieren hätte, nicht nur empfinde ich sie, ich weis auch rein rational warum ich sie habe und warum es ein (evolutionärer) Vorteil für mich ist Sie zu haben.
Freut mich. :D
Keylan schrieb:
Aber ich bin doch sehr weit davon entfernt die unterschiedliche Wertezuweisung an das Leben und das Leid anderer Lebewesen als kategorisch Unmoralisch zu deklarieren.
Unmoralisch ist es, Interessen der Tiere komplett zu ignorieren, dass passiert in der Regel aber. Unterschiedliche Wertzuschreibungen sind legitim. Auch Menschen haben unterschiedliche Werte. Aber egal wie hoch oder gering wir den Wert eines Menschen sehen, es würde nie das Töten eines Menschen rechtfertigen.


Kann sein, dass meine Erklärungen nach außen auch wirr und nicht immer nachvollziehbar sind, also gerne konkret nachfragen.
Du kritisierst aber Argumente, die ich zumindest gar nicht anbringe und im Grunde auch auf ein falsches Verständnis von Speziesismus und Veganismus aufbauen. Das ist aber okay, sagt keiner das es leicht ist, mir fällt es auch nicht leicht. ;)
 
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rockB4R^ schrieb:
Die Vegan Society gab es bevor der Begriff Speziesismus entstand. Dieser beschreibt quasi den Status Quo.
Und stellt fest, dass Tiere in willkürliche Weise kategorisiert werden. In Nutztier, Haustier, Wildtier und die Tiere entsprechend nach unseren eigenen Vorstellungen und kulturellen Prämissen behandelt werden. Es also ein WIR gibt und die Tiere auf der anderen Seite, über die wir entscheiden können.
Die vegan society ist älter als der Begriff Speziesismus ... soweit gehe ich da mit.
Aber die Gedanken, die seit diesem Begriff unter "Antispeziesismus" zusammengefasst werden, gibt es widerum schon sehr viel länger, als die vegan society .... oder gab's die bereits im antiken Griechenland, China, indien oder im australischen Outback?

Der Gleichheitsgedanke begleitet menschliches Denken bereits seit sehr langer Zeit ... und dieser ist der Kern des Begriffes Speziesismus.
Vor diesem Begriff hat es einfach nur etwas länger gedauert, auszudrücken, was einem an den gründsätzlich willkürlich gezogenen Grenzlinien stört. Auch im Veganismus gibt es eine solche willkürlich gezogene Grenzlinie, die Lebewesen in "ausbeutbar" und "nicht-ausbeutbar" unterteilt (hier geht es nicht um die Möglichkeit an sich, sondern um die motralische Akzeptanz des jeweiligen verhaltens).

Genau wie die Sklavenhalter vor 250 Jahren vielleicht gerne den in der Bibel geforderten Gleichheitsgrundsatz umgesetzt hätten, sie wussten einfach eines ziemlich sicher: "Ohne Sklaven wäre der Zucker unbezahlbar". (Einschub als Gedankenbrücke "ohne Massentierhaltung wäre das Fleisch für viele unbezahlbar" ... jedenfalls in den gewohnten Mengen).
Veganer ziehen eine ähnliche Grenze ... ohne Essen verhungere ich, also muss ich Spezies definieren, die ich als Veganer essen darf. Der Veganismus ist gezwungen, Spezies festzulegen, auf die der hohe moralische Kompass dann eben doch nicht angewandt werden kann ... nicht weil die Moral einfach endet oder das Leid in dem Fall plötzlich unerheblich ist, sondern ganz einfach weil "Ernähruing tut Not".

Hier sind es Pflanzen, denen die Fähigkeit zu leiden dann doch nicht zuerkannt wird ... und auch das ist genau genommen Speziesismus ... (ich traue Singer aber durchaus zu, dass er dieses Dilemma in seiner Definition umschifft hat ... entweder wird es argumentatorisch aufgelöst, oder einfach ignoriert). Es bleibt schlicht nicht mehr viel ethisch einwandfrei Essbares übrig, wenn man diesen Begriff konsequent anwendet.
Letztlich sind Angehörige aller Spezies spätestens wenn es um ihr eigenes Überleben geht, Speziesisten ... und daher finde ich es lächerlich, sich aus diesem Begriff einen moralischen Thron zu bauen, obwohl man ebenfalls eine Grenzlinie zieht, an der Moral dann plötzlich nicht mehr interessiert.


Das Fleischkonsum falsch ist, hat mit Moralkeule auch nichts zu tun. Diese Erkenntnis springt einen aus den Daten geradezu an (unverhältnismäßiger Ressourceneinsatz, Tierleid und Raubbau an der Natur können nicht gut gemindert werden, solange Milliarden Menschen Fleisch essen wollen u.v.m).

Vor allem hat der Schwanzvergleich zwischen veganer und nicht veganer Ernährung in einem Thread über Speziesismus nichts zu suchen ... denn Speziesismus betreiben letztlich beide Parteien. Nur das primäre Ziel der Ausgrenzung ist ein anderes (Flora vs. Fauna).

-> Wer Speziesismus wirklich nicht mittragen möchte, dem bleibt im Grunde nur der Weg über die "Lichtnahrung" ... also "in den Wald legen und sterben".
Alles andere ist streng genommen Heuchelei ... und zwar eine Art der Heuchelei, die die Menschheit nicht erst seit gestern betreibt.


Ganz unabhängig vom bisher Geschriebenen, halte ich es aber dennoch für gut, Leid mindern zu wollen. Und wenn sich an die Erkenntnis, dass es Fleisch nur mit Leid gibt, die Entscheidung anschließt, kein Fleisch mehr zu essen, dann ist das die richtige Richtung. Gleiches gilt für den Verzicht auf tierische Produkte im allgemeinen ... wer das schafft, der darf sich dafür gerne moralisch überlegen fühlen. Man sollte aber auch nicht erwarten, dass sich alle schlecht fühlen, die das nicht schaffen.

Man darf aber nicht vergessen, dass Menschen nunmal nicht rein rational und logisch ticken und das Ratio und Logik eben nicht im luftleeren Raum stehen, sondern immer an Kontext und Perspektive gebunden sind.
Ich behaupte mal, dass niemand hier eine ganze Woche ohne Vorbereitung in einer Wüste Veganer bleiben wird ... spätestens nach einer Woche werden wir einfach alles fressen, was wir in die Finger kriegen und es wird uns egal, sein, ob das ein Tier, eine Pflanze, eine Frucht oder Fallobst ist, denn unser Selbsterhaltungstrieb ist eben doch nicht grundlegend schwächer, als bei einem Pantoffeltierchen.
Einzig bei anderen Menschen werden wir da zögern.


PS: Ich habe lange gezögert, ob ich diesen Text überhaupt posten sollte, denn der Triggerfaktor dieses Textes dürfte beim Leser nur vom Überlegenheitskomplex ausgehen ... ich kitzle nur ungern die Amygdala, aber in diesem Fall muss es sein.
Vielleicht haben ja wenigstens die Fische spass dran.
 
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Ich empfinde das Gleichsetzen von Tieren inkl. Menschen mit Pflanzen dann doch als schlichtweg Humbug.
Pflanzen haben kein Bewusstsein, kein zentrales Nervensystem und mal ehrlich, kann man Blätter von Bäumen abreißen mit dem Abtrennen von Gliedmaßen bei Tieren gleichsetzen? Ich denke nicht. Tiere Atmen, können sich frei Bewegen und haben eben ein Interesse am Leben.

Es werden auch keine willkürlichen Grenzlininen gezogen, sondern wissenschaftlich begründbar. Tiere haben nachweislich Lebensinteresse, Schmerzempfinden, Empathie, Bedürfnis nach Nähe, Zuneigung, Freundschaft, Sexualität etc. Diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt bei Tieren. Was davon haben Pflanzen?
Also nochmal, Speziesismus auf Pflanzen anzuwenden, ist nich logisch begründbar. Und selbst wenn einzelne Pflanzen ein gewisses Maß an Leid verspüren, dann wäre es immernoch in der Abwägung gegen tierisches Leid vertretbarer, falls es eine wichtige Esspflanze wäre.

Außerdem verbietet Veganismus nicht das Essen von Fleisch oder das Nutzen von Tieren sondern nur die ungerechtfertigte Nutzung. Und Heutzutage brauchen die Menschen (vor allem in der westlichen Welt) auch keine tierischen Produkte mehr um gesund zu leben.

Mir geht es auch nicht darum, dass sich andere Schlecht fühlen sollen oder ich mich moralisch weit oben sehe, sondern schlichtweg darum aufzuzeigen, dass es zum einen nicht nötig ist Tiere zu Nutzen und hier vor allem darauf aufmerksam zu machen, dass Tiere uns ausreichend ähnlich sind, dass wir ihre Interessen wahrzunehmen und zu respektieren haben.

Veganismus ist eine LEBENSWEISE, natürlich isst man Tiere, wenn sie einem das Überleben sichern. Das steht gar nicht zur Debatte.
 
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DerOlf schrieb:
Man darf aber nicht vergessen, dass Menschen nunmal nicht rein rational und logisch ticken und das Ratio und Logik eben nicht im luftleeren Raum stehen, sondern immer an Kontext und Perspektive gebunden sind.
Ein weiterer Part wäre die Psychologie und wie man mit welchen Gewohnheiten und in welchem Umfeld aufwächst.

In meiner Familie war Fleischkonsum normal und Fleischverzicht unnormal. Durch die damalige Armut war es auch ausschließlich Billigfleisch von den Billigmarken. Bei mir ist es hauptsächlich die jahrzehntelange Gewohnheit Fleisch zu essen und jeder, der sich mit den Themen Routinen und Gewohnheiten beschäftigt hat, weiß, dass es sehr schwierig sein kann diese zu ändern.

Und genau deshalb ist das ausschließliche herunterbrechen auf "lecker, lecker" unterkomplex und einer erwachsenenen Diskussion unwürdig, vor allem wenn man im Alter noch regelmäßig trollt und daraus Lebensfreude generiert. Das ist aber immer verbunden mit Frust. :)
 
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Ich hab den Thunfisch leider nicht so lieb und esse ihn sehr gerne :D
Dafür gibts aber vegetarischen Taccosalat für die Weihnachtsfeier.
Man tut was man kann oder was einem nicht so schwer fällt.
 
Skaiy schrieb:
Und genau deshalb ist das ausschließliche herunterbrechen auf "lecker, lecker" unterkomplex und einer erwachsenenen Diskussion unwürdig, [...]
Das fasst doch sehr gut zusammen, warum diese Diskussion weder inhaltlich weiter kommt noch sich ein Mittelweg herauskristallisiert und warum man auch kein Verbot aktiv aussprechen muss (@Erkekjetter, auch wenn dir anscheinend die semantische Diskussion zusagt), damit es sich so anfühlt.
Anstelle zu sagen, dass es einfach unterschiedliche Lebensweisen und Einstellungen gibt, die grundsätzlich nicht zusammen passen, aber man trotzdem an einem konstruktiven Austausch interessiert ist, um die eigenen moralischen Vorstellungen jemandem näher zu bringen, erreicht man durch dieses Scharz-Weiß-Denken genau das Gegenteil. Finde ich ehrlich gesagt schade.
rockB4R^ schrieb:
Veganismus ist eine LEBENSWEISE, natürlich isst man Tiere, wenn sie einem das Überleben sichern.
Also ist der Veganer ein Notfallspeziesist? Besteht nur ein akuter Notfall oder reicht auch ein negativer Einfluss auf die Gesundheit oder die Entwicklung? Startet man dann bei den Insekten und isst sich über Amphibien, Vögel zum Säugetier hoch? Auch hier gibt es keine klare Grenze, bzw. eine, die jeder für sich selbst definiert. Und dazu hat auch jeder sein gutes Recht.
Warum gelten dann von der anderen Seite kommend die Argumente wiederum nicht mehr, wenn es um die Definition des eigenen (guten) Leben geht?
 
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