johnieboy schrieb:
Half-Life Alyx kam im März 2020 auf dem Markt - also vor 6,5 Jahren.
Das dieses Spiel beigelegt wird zeigt wie die Situation von VR-Gaming in 2026 ist - unabhängig davon wie gut das Spiel ansich ist.
Dazu ein paar Anmerkungen:
Ich habe vor wenigen Tagen erstmals HL Alyx durchgespielt - es hatte sich vorher nie ergeben aber nun ist meine Quest 3 endlich gut via WLAN verbunden, der zuspielende PC hat dicke Leistung und ich hatte Zeit, deshalb bin ich es dann endlich ernsthaft angegangen.
Und so super-geil finde ich es eigentlich nicht :/
Grafisch ist es klasse, die Atmosphäre ist richtig richtig gut und im Bereich Story hat mir das Spiel eine sehr lecker aussehende Karotte vor die Nase gehalten, die ich unbedingt erreichen wollte.
Auch wenn das Spiel eher eine MacGuffin-Jagd ist, man versucht nacheinander zwei sehr unterschiedliche Dinge zu erreichen und die Locations erzählen eine Story, während die eigentliche Story einfach nur "Bewege dich durch die Stadt dort hin, es ist wichtig!" ist.
Was aber wirklich stört: Es ist eben einfach ein frühes VR-Spiel und entstand bevor sich etliche Sachen die heute etabliert sind entwickelt hatten.
Die Waffenauswahl ist sperrig, erfolgt auf einer Quest 3 über den Stick und Bestätigung, während die meisten anderen VR-Titel Items einfach am virtuellen Körper platzieren, d.h. die Pistole am rechten Oberschenkel, das Gewehr vor dem Bauch, Werkzeuge hinter der linken Schulter usw.
Im richtigen Moment das richtige Werkzeug oder die passende Waffe auszuwählen - oder auch einfach die Hand freizubekommen um eine Leiter hochzuklettern war das ganze Spiel über ein Krampf, während Waffenwechsel in jedem anderen Shooter ein Ballett der durchorganisierten Abläufe von Handbewegungen sind.
Auch die Bewegung, die eher auf Teleportation ausgelegt war und schon der grundlegende Gameplayaspekt der Gegnerplatzierung&Menge waren untypisch - es hat wesentlich weniger Gegner als andere Titel aus dem Half-Life Universum und diese sind dafür stärker - was auch daran liegt, dass das Waffenhandling eher sperrig ist und jede Patrone zählt. Eher Dark Souls als HL2.
Es hat schon Spaß gemacht, aber man merkt schon, dass sich das Rad weitergedreht hat und es nun modernere Titel gibt, die sich einfach viel flüssiger spielen.
@derMutant Stimmt absolut nicht, gerade während Corona war die Quest 2 eines DER Weihnachtsgeschenke in den USA und auch heute noch findet man in allen VR-Onlinespielen etliche "Squeaker", also Kinder vor dem Stimmbruch

Ich hatte erst vorgestern in Forefront (Battlefield in VR, sehr sehr gut!) in meinem Team zwei Elfjährige die sich etwas nervig miteinander unterhalten haben.
@Fragger911 Ist VR doch!
https://www.mediamarkt.de/de/produc...abo-all-in-one-headset-vr-brille-2951180.html
Die Quest 3s kann alle Quest-Standalonetitel perfekt wiedergeben und dient auch kabellos als PC-Headset.
Die Linsen und Displayauflösung sind nicht perfekt, die (teurere) Quest 3 wäre immer das Headset zu dem ich selbst greifen würde, aber als "My first VR-Headset" bei beschränktem Budget ist eine Quest 3s voll in Ordnung.
Und sie kostet nur 360€ - also so viel wie die von dir genannten Maus und Tastatur zusammen kosten.
Ja, zusammen und nicht einzeln, aber eine VR-Brille ist halt auch wesentlich mehr Hardware. Das sind (idealerweise) zwei Displays, aufwändig produzierte Linsen, Handcontroller, ein Haufen Kameras und dann bei Standaloneheadsets auch noch ein recht leistungsfähiger Prozessor mit RAM und Speicher.
Dass das mehr kosten muss als das 80€ "Smartphone"-Auslaufmodell beim Aldi muss klar sein!
Und trotzdem kriegt man mit einem VR-Headset ab 360€ ein Erlebnis welches die Maus und Tastatur so nicht bieten. Die machen das was ich mit den beigelegten Dell-Standardgeräten die separat 9€ und 15€ kosten hätte etwas nicer, sind aber trotzdem nur (!) Maus und Tastatur.
Oder ein OLED-Gamingmonitor für 1000€.
Klar ist es toll einen zu haben, ich liebe meinen 42" LG C2 den ich als Hauptmonitor verwende (neben bisher zwei ~800-900€ 34zöllern, nun zwei günstigeren 27zöllern) auch - aber das könnte ein 24" FullHD TN-Monitor halt auch alles. Klar, wesentlich schlechter, aber die zeigen beide halt nur ein Bild an.
Ein VR-Headset ist (wenn Standalone) Konsole, Heimkino, Sportgerät (Beat Saber und Les Mills Bodycombat) und bietet ein Erlebnis was man nur mit einem anderen VR-Headset ersetzen kann, aber nicht mit einem normalen Display.
Schon das Nachladen in Forefront schüttet für mich tonnenweise Dopamin aus, weil es sich so befriedigend anfühlt das perfekt auszuführen. "R" zu drücken hat sich nie "geil!" angefühlt und selbst Aktives Nachladen bei dem man dann nach ner Dreiviertelsekunde nochmal "R" drücken muss um es schneller durchzuführen war sogar immer eher nervig als belohnend.
Was ich eigentlich sagen will: Holt euch ein VR-Headset, idealerweise ne Quest 3, ansonsten ne Quest 3s, und dazu dann Forefront.
(Oder ggf. ne Frame, falls beschaffbar und in eurem Budget)
Wenn ihr könnt und ein sehr gutes WLAN habt nehmt die PC-Version (bessere Grafik), aber die Standalonefassung ist auch gut.